Mitstudentin reizt die Grenzen einer platonischen Freundschaft aus - wie Beziehung nicht gefährden?

Q
Benutzer231120  (18) Ist noch neu hier
  • #1
Hallo zusammen, ich denke ich brauche mal den Rat/die Einschätzung der Schwarmintelligenz. Aber der Reihe nach:

Seit letztem Jahr studiere ich Medizin in einer Stadt die zwar nicht allzu weit von meinem Elternhaus entfernt liegt, aber dennoch eine neue Lebensrealität bedeutet. Im ersten Semester habe ich Lena (nicht ihr echter Name) kennen gelernt, sie führt wie ich (aktuell etwas schwierige Phase) in der alten Heimat noch eine (Fern)Beziehung. Wir haben beide vor dem Studium erste Paartanzkurse (Standard/Latein) belegt, mussten aber durch den Umzug die jeweilige Tanzschule verlassen. Weder ihr Freund noch meine Freundin hatten am Tanzsport je ernsthaftes Interesse, letztlich war es naheliegend gemeinsam einen Kurs über den Hochschulsport zu belegen. Seitdem sind wir also gewissermaßen feste Tanzpartner und auch gut befreundet.

Im Studium belegen wir aktuell einen Kurs, der hauptsächlich daraus besteht sich täglich drei Stunden lang über Präparate zu beugen und daran zu arbeiten. Das ist kognitiv und körperlich sehr anstrengend und eigentlich hat so ziemlich jeder Studi nach spätestens drei Termin Rückenschmerzen. Als ich mich im Bus mit Lena darüber unterhalten habe meinte sie eigentlich müsse ich sie mal massieren, sie würde sich dann auch revanchieren, aber schließlich hätte ich die jüngeren Knochen. Das hab ich erstmal als scherzhafte Bemerkung abgestempelt.

Vorgestern habe ich Lena dann ein Stück mit dem Auto mitgenommen und irgendwie kam das Gespräch auf Schwimmbäder in der Region. Ich habe beiläufig erwähnt dass es in der Nähe eine recht große Therme gibt, die ich mir irgendwann auch mal anschauen will. Später zuhause schrieb sie mir dann dass sie mal recherchiert hätte, die Therme auch spannend findet und überlegt "sich das am Ende vom Kurs mal gemeinsam zu gönnen" (Mitte Dezember) und dass ich ihr bis dahin aber noch eine Massage schulden würde. Ich habe bis jetzt nur relativ unkonkret geantwortet, dass ich noch gar nicht weiß wie zeitlich flexibel ich zwischen Kursende und Weihnachten bin.

Nun versuche ich grundsätzlich aus persönlicher Erfahrung heraus, zwischenmenschliche Interaktionen eher zurückhaltend zu interpretieren. Ich finde es aber doch einen etwas seltsamen Gedanken mit einer platonischen Freundin zu zweit eine (textilfreie) Therme zu besuchen. Generell möchte ich Lena als Tanzpartnerin und gute Freundin nicht verlieren, aber auch nicht irgendwann auf der Kopfgeldliste ihres Partners landen.

Wie seht ihr das, sind meine Bedenken berechtigt oder eher übertrieben? Sollte ich das bei ihr/meiner Freundin überhaupt ansprechen und wenn ja wie? Grundsätzlich habe ich aktuell ein wenig Bedenken dadurch mehr kaputt zu machen als aufzuklären. Danke fürs Durchlesen und jede Antwort :smile:
 
LiebeFrau
Benutzer193650  (42) Öfter im Forum
  • #2
Je nach Mensch und je nach Beziehung unterschiedlich. Für mich wäre eine Massage in geschlossenen Räumen intimer als der öffentliche Thermen-Besuch (selbst wenn man bei ersterem nicht nackt ist und bei zweiterem schon) und beides würde ich vorab mit meinem Partner absprechen bzw. Massage kann ich mir in einer monogamen Beziehung schwer mit einem anderen vorstellen… Therme hingegen besuchen wir selbst hin und wieder auch mit anderen Menschen des anderen Geschlechts ohne irgendwelche Hintergedanken. Da sie aber die Massage so oft betont hat und (aus meiner Sicht) es keine rein platonische Massage gibt, gehe ich bei der Therme auch nicht von einem platonischen Vorhaben aus… Ich würde an deiner Stelle die Massage ablehnen und bei der Therme mal als Testballon sagen, dass deine Freundin wahrscheinlich mitkommen wird und sie ja auch mal ihren Freund fragen kann und dann die Reaktion abwarten, ob sie dann immer noch möchte.

Und ja, ich würde von meinem Partner erwarten, dass er mit mir redet, wenn er denkt, jemand mit dem er regelmäßig Paartanz macht, schmeißt sich an ihn ran…
 
Gärtner91
Benutzer183521  Öfter im Forum
  • #3
Klingt für mich schon so, dass sie Interesse an dir hat, die über platonische Freundschaft hinausgeht.

Du deutest an, dass deine Beziehung auch gerade schwierig ist. Inwiefern denn? Erst seit du Lena kennengelernt hast oder haben sie Schwierigkeiten vorher schon begonnen?
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #4
Ich gehe durchaus mitunter mit platonischen Freundinnen in textilfreie Thermen und gebe sowie erhalte Massagen. Von daher würde ich sagen, das muss nichts heißen. Möglich wäre es aber schon.
Was willst Du denn? Das ist doch die Frage.
Wenn Du es z.B. platonisch halten willst und das Dir zu nahe ist, geh nicht mit ihr in die Therme und lass die Massage.
 
Q
Benutzer231120  (18) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #5
Klingt für mich schon so, dass sie Interesse an dir hat, die über platonische Freundschaft hinausgeht.

Du deutest an, dass deine Beziehung auch gerade schwierig ist. Inwiefern denn? Erst seit du Lena kennengelernt hast oder haben sie Schwierigkeiten vorher schon begonnen?
Das war eigentlich schon vor meinem Umzug ein Thema. Meine Freundin und ich kennen uns aus der Schule, wir haben einen ähnlichen Humor und verstehen uns auf einer persönlichen Ebene auch echt super. Darüber hinaus habe ich aber öfter das Gefühl das uns wenig verbindet. Sie will Försterin werden und macht gerade ihren Jagdschein, näht und gärtnert viel in ihrer Freizeit. Ich fang mit Handarbeiten wenig an, habe dafür eine Leidenschaft für Medizin, den Tanz -und Reitsport, was sie wiederum überhaupt nicht nachvollziehen kann. Auch romantisch und sexuell ist die Beziehung irgendwie eingeschlafen. Manchmal habe ich den Eindruck wir leben nach zwei Jahren wie Andere nach 20 Jahren Ehe.
 
S
Benutzer190912  (50) Verbringt hier viel Zeit
  • #6
Was willst Du denn? Sind denn Gefühle bei Dir im Spiel, denkst Du auch von ihr oder geht es nur um Sex? Hindert Dich die Sorge vor ihrem Freund?

Wenn Du der Versuchung widerstehen willst, siehst Du ein Problem klar Deine Meinung zu sagen? Unter Freunden kann ja wie Nick schrieb ja auch massiert werden oder eben FKK betrieben, aber es passiert eben nicht mehr
 
Bahati
Benutzer194450  Sorgt für Gesprächsstoff
  • #7
Ich glaube ganz ehrlich, dass ihr beide mehr wollt. Studium ist ein Umbruch im Leben, zumindest war das bei mir und vielen Bekannten so, auch wenn man vielleicht räumlich nicht so weit weg ist vom alten Leben. Bist offensichtlich eine ehrliche Haut und hast ein schlechtes Gewissen, find ich ok. Aber ich kenne nur wenige, bei denen die alte Beziehung im Heimatort gehalten hat. In Ordnung wäre es natürlich das erst mal mit Deiner Freundin zu klären. Aber vielleicht hast Du Trennungsangst? Werd Dir darüber klar, was Du willst
 
caotica
Benutzer68775  (41) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #8
und (aus meiner Sicht) es keine rein platonische Massage gibt
Off-Topic:
Das verwirrt mich jetzt, ich wurde bisher in meinem Leben sehr viel öfter platonisch, als nicht platonisch massiert. Schon von Freunden, Mitstudenten, Bekannten auf Parties - unterschiedlichen Geschlechts, wohlgemerkt. Und MINDESTENS einmal im Monat bezahle ich für eine professionelle Massage, die GANZ SICHER hochgradig platonisch ist.
 
CasualFun
Benutzer218141  Öfter im Forum
  • #9
Aus meiner Sicht entscheidet sich die Frage, ob Du fremdgehst oder nicht viel mehr in Deinem Kopf als darin, was Du tust.
Alles was im Raum steht kann sowohl platonisch als auch sexuell sein.
Die Grenzen setzt ganz allein Du in Deiner Intention.
 
M
Benutzer18329  (43) Verbringt hier viel Zeit
  • #11
Du hast dir doch die Antwort selbst gegeben.
Versuche ihr, die Trennung so einfach wie möglich zu machen und lass dich auf was Neues ein.
 
Irene Adler
Benutzer166207  (45) Verbringt hier viel Zeit
  • #12
Hm... und wenn Du Lena einfach mal fragst?
Wenn Ihr ja gegenseitig voneinander wisst, dass Ihr in einer Beziehung seid, kannst Du ja mal nachhören, wie sie das in Ihrer Beziehung so handhabt. (Da setzt ja jedes Paar andere Grenzen.)
" Massage hört sich gut an, ich denke aber, dass dies im Rahmen meiner Beziehung nicht okay ist. Ich würde nicht wollen, dass sich meine Freunden von einem anderen Mann massieren lässt. Wie ist das bei Dir und Deinem Freund so?"
Ich denke, an Ihrer Antwort kannst Du vielleicht abschätzen, wie platonisch das Angebot denn nun gemeint ist.
Vielleicht sehen Lena und ihr Freund so etwas einfach locker.
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #13
Massage - bekleidet - finde ich komplett unkritisch. Das ist ein Freundschaftsdienst auf gleichem Niveau wie zur Apotheke fahren und Schmerzmittel holen.

Therme ist wieder ein ganz anderes Thema, das würde ich in einer Beziehung nicht ohne Absprache machen.
 
CasualFun
Benutzer218141  Öfter im Forum
  • #14
Bekleidet zu massieren find ich in der Tat ziemlich unpraktisch, hab ich so auch noch nicht erlebt, weder bei der Physio noch mit Freunden... und beim Workshop "Vielhändige Massage" erst Recht nicht.😅
Vielleicht lohnt es sich in dem Zusammenhang mal drüber nachzudenken, wie die Einstellung zum Thema Nacktheit ist? Warum es mit T-Shirt ok wäre, ohne aber nicht? Gemeinsame Sauna aber wieder doch? Steckt da die Überzeugung hinter, dass nur der Partner alles nackt sehen darf, oder berühren?
Dann wäre ein Kuschelabend schon Untreue?
 
G
Benutzer Gast
  • #15
Ich fände es komisch, wenn ich in einer Beziehung wäre, dass mein* Partner*in von einer*m Freund*in massiert wird, besonders in dem Alter und mit der doch nicht ganz klaren Beziehungslage. Zumindest wenn ich nicht vorher das besprochen hätte. Ähnlich fände ich es in einer Sauna. Ich würde aber auch generell, einfach weil ich gerne Teil am Leben meiner Partnerin habe, wissen, was sie mit ihren Freunden macht (nicht als Pflicht, sondern als Wunsch u d gegenseitigem Interesse)

@TE: willst du denn überhaupt von ihr massiert werden? Hast du mehr als freundschaftliches Interesse an ihr?
Btw.: grundsätzlich finde ich Beziehungen spannend, wenn die Partner nicht alles teilen (Interessen, Werte, Berufe); aber wie das bei euch ist, weißt auch nur du.

Steckt da die Überzeugung hinter, dass nur der Partner alles nackt sehen darf, oder berühren?
Dann wäre ein Kuschelabend schon Untreue?
Ich fände es schon schön, wenn darüber (vorher) in der Partnerschaft gesprochen wird.
 
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D
Benutzer189883  (50) Verbringt hier viel Zeit
  • #16
Wie seht ihr das, sind meine Bedenken berechtigt oder eher übertrieben? Sollte ich das bei ihr/meiner Freundin überhaupt ansprechen und wenn ja wie? Grundsätzlich habe ich aktuell ein wenig Bedenken dadurch mehr kaputt zu machen als aufzuklären. Danke fürs Durchlesen und jede Antwort :smile:
Bei der Therme hätte ich weniger Bedenken, da die dortige Nacktheit eigentlich in keinerlei sexuellem Zusammenhang stehen sollte. Man ist halt nackt. Bei der Massage kann sein, dass es für sie ganz normal ist, auch näheren Körperkontakt mit platonischen Freunden zu haben und sie sich nichts dabei denkt, kann aber auch genau so gut sein, dass sie auf mehr aus ist.
 
T
Benutzer228096  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #17
Ich habe beiläufig erwähnt dass es in der Nähe eine recht große Therme gibt, die ich mir irgendwann auch mal anschauen will.
Nunja - beiläufige Kommentare haben durchaus das Potential auch von der anderen Seite auf bestimmte Arten gedeutet werden zu können. Die Überschrift "Mitstudentin reizt die Grenzen einer platonischen Freundschaft aus" entlockt mir da tatsächlich eher ein Schmunzeln.

So wie du deine eigene Beziehung beschreibst (Fernbeziehung, keine gemeinsamen Interessen, romantisch und sexuell am Ende) glaube ich, dass es wichtiger wäre erst einmal gedanklich bei dir bleibst. Wie du dir die Zukunft deiner Beziehung vorstellst und wie "Lena" in dein Leben reinpasst.

Massagen, Thermenbesuche und gemeinsame Paartanzkurse können selbstverständlich rein platonisch sein. Alles davon kann aber halt auch mehr bedeuten...
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #18
Bekleidet zu massieren find ich in der Tat ziemlich unpraktisch
Hab ich so gar kein Problem mit - hätte es aber dezent schräg gefunden, hätten sich meine Kollegen im Pausenraum bei Macces spontan das Shirt ausgezogen, wo ich im Laufe der Zeit die meisten mal durchgeknetet habe.

Und ja, für mich ist es schon ein großer Unterschied, ob man sitzend, bekleidet, mal eben kurz Schultern und Nacken durchknetet, oder ob man sich halb nackt ins Bett legt und das Massageöl hervorgeholt wird. Bei Massage unter Freunden denke ich an ersteres.
 
caotica
Benutzer68775  (41) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #19
Off-Topic:
Also unter Bekannten oder Kollegen mal schnell Schultern kneten, das ist ja meist in einem Umfeld, indem Shirt ausziehen wirklich merkwürdig wäre. Aber das sind ja auch nur sehr abgespeckte Massagen. Ich war im Studium öfters "Hilfsmodell" für den Freund einer Freundin, der einen Massagekurs gemacht hat. Lasse sowas gerne an mir üben :grin: und das war immer liegend, Shirt aus, BH auf. Und es war KOMPLETT unsexuell, den hätte man mir nackt auf den Bauch binden können und es hätte keine Anziehung gegeben.

Genauso im Freundeskreis. ODER die professionellen Massagen, für die ich zahle seit ich glaub 16 bin bei wechselnden Anbietern oder in der Physio. Da ist man immer nackt bis auf den Slip und es gibt so keinerlei sexuelle Hintergünde.

Massieren per se ist für mich in meiner Lebenserfahrung kein bisschen sexueller als ein unsexueller Thermenbesuch.


Wobei das eine ganz GENERELLE Aussage ist.
In diesem geschilderten Fall würde ich es ihrerseits als Flirten auffassen. Und wenn man sich als TS darauf einlässt dann in dem Wissen, dass sie eventuell auf mehr hinaus möchte. Was ich nicht als Problem sehe, man muss sich nur klar sein, was man SELBST will.
Sie kann soviel nackt vor einem herumspringen wie sie will, wenn er seiner Freundin monogam treu sein möchte, bleibt er das. Wenn nicht, nicht, dann würde das aber auch "andere Frauen nicht nackt sehen" nicht verhindern.

Off-Topic:
Ich finds generell komisch, wie "möglichst verbieten, dass sich Gelegenheiten ergeben" Treue sichern soll. Entweder er WILL diese Form der Treue leben, oder er will nicht. Was andere da tun oder nicht kann egal sein, seine Treue zu ihr bzw sein Folgen von monogamen Absprachen ist allein seine Verantwortung. In meinen Augen.
 
Velvet
Benutzer163532  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #20
Ich hätte damit auch meine Probleme. Ich habe Massagen bislang aber auch wiederholt spürbar als versuchte Anmachen erlebt.
Jetzt kann man von außen sagen: "Nee, Velvet, das ist voll platonisch, das bildest du dir ein. Aber das waren selbst für mich eindeutige Situationen und ich checke sonst ungefähr nie, wenn jemand Interesse signalisiert.

Also, ja, kann schon sein, dass es platonisch gemeint ist.
Hätte ich aber als vergebene Person das Gefühl oder die Befürchtung, dass es das nicht ist, egal ob Massage oder Thermebesuch, würde ich es bleiben lassen. Ich hätte da gegenüber meinem Partner kein gutes Gefühl.
Dass eine Therme eigentlich kein sexueller Ort ist, sehe ich auch so, aber wenn ich hier an diverse Threads denke, sehen das doch einige sehr anders.
 
CasualFun
Benutzer218141  Öfter im Forum
  • #21
In diesem geschilderten Fall würde ich es ihrerseits als Flirten auffassen. Und wenn man sich als TS darauf einlässt dann in dem Wissen, dass sie eventuell auf mehr hinaus möchte. Was ich nicht als Problem sehe, man muss sich nur klar sein, was man SELBST will.
Genau das habe ich weiter oben in meinem Beitrag (#9) gemeint. Ob Treue oder Untreue, das entscheidet sich in seinem Kopf. Die Intention ist entscheidend und weniger das, was er tut
Sie kann soviel nackt vor einem herumspringen wie sie will, wenn er seiner Freundin monogam treu sein möchte, bleibt er das. Wenn nicht, nicht, dann würde das aber auch "andere Frauen nicht nackt sehen" nicht verhindern.
So ist es. Eine Beziehung stirbt nie durch einen Einfluss von außen sondern immer nur daran, dass es im Innen zwischen zwei Partner nicht mehr stimmte.
Wenn zwei Menschen zueinander stehen und sich darin einig sind, dann können andere von außen baggern, graben, tanzen und Feuerwerke der Verführung abbrennen, es wird nichts nutzen.
Erst wenn zwischen den beiden etwas erodiert, dann kann jemand drittes eindringen und spalten.
 
Rocket_Scientist
Benutzer199502  (45) dauerhaft gesperrt
  • #22
Hallo zusammen, ich denke ich brauche mal den Rat/die Einschätzung der Schwarmintelligenz. Aber der Reihe nach:

Seit letztem Jahr studiere ich Medizin in einer Stadt die zwar nicht allzu weit von meinem Elternhaus entfernt liegt, aber dennoch eine neue Lebensrealität bedeutet. Im ersten Semester habe ich Lena (nicht ihr echter Name) kennen gelernt, sie führt wie ich (aktuell etwas schwierige Phase) in der alten Heimat noch eine (Fern)Beziehung. Wir haben beide vor dem Studium erste Paartanzkurse (Standard/Latein) belegt, mussten aber durch den Umzug die jeweilige Tanzschule verlassen. Weder ihr Freund noch meine Freundin hatten am Tanzsport je ernsthaftes Interesse, letztlich war es naheliegend gemeinsam einen Kurs über den Hochschulsport zu belegen. Seitdem sind wir also gewissermaßen feste Tanzpartner und auch gut befreundet.

Im Studium belegen wir aktuell einen Kurs, der hauptsächlich daraus besteht sich täglich drei Stunden lang über Präparate zu beugen und daran zu arbeiten. Das ist kognitiv und körperlich sehr anstrengend und eigentlich hat so ziemlich jeder Studi nach spätestens drei Termin Rückenschmerzen. Als ich mich im Bus mit Lena darüber unterhalten habe meinte sie eigentlich müsse ich sie mal massieren, sie würde sich dann auch revanchieren, aber schließlich hätte ich die jüngeren Knochen. Das hab ich erstmal als scherzhafte Bemerkung abgestempelt.

Vorgestern habe ich Lena dann ein Stück mit dem Auto mitgenommen und irgendwie kam das Gespräch auf Schwimmbäder in der Region. Ich habe beiläufig erwähnt dass es in der Nähe eine recht große Therme gibt, die ich mir irgendwann auch mal anschauen will. Später zuhause schrieb sie mir dann dass sie mal recherchiert hätte, die Therme auch spannend findet und überlegt "sich das am Ende vom Kurs mal gemeinsam zu gönnen" (Mitte Dezember) und dass ich ihr bis dahin aber noch eine Massage schulden würde. Ich habe bis jetzt nur relativ unkonkret geantwortet, dass ich noch gar nicht weiß wie zeitlich flexibel ich zwischen Kursende und Weihnachten bin.

Nun versuche ich grundsätzlich aus persönlicher Erfahrung heraus, zwischenmenschliche Interaktionen eher zurückhaltend zu interpretieren. Ich finde es aber doch einen etwas seltsamen Gedanken mit einer platonischen Freundin zu zweit eine (textilfreie) Therme zu besuchen. Generell möchte ich Lena als Tanzpartnerin und gute Freundin nicht verlieren, aber auch nicht irgendwann auf der Kopfgeldliste ihres Partners landen.

Wie seht ihr das, sind meine Bedenken berechtigt oder eher übertrieben? Sollte ich das bei ihr/meiner Freundin überhaupt ansprechen und wenn ja wie? Grundsätzlich habe ich aktuell ein wenig Bedenken dadurch mehr kaputt zu machen als aufzuklären. Danke fürs Durchlesen und jede Antwort :smile:

Dem Himmel sei Dank. Ich hatte schon die Befürchtung, dass mir mein künftiger Arzt, wenn ich in 25 Jahren in den verdienten Ruhestand gehe, Sätze wie "Digga, keine Ahnung, was bei dir lost ist. Ich frag besser mal kurz ChatGPT, der ist da krasser drauf als ich. Chill mal kurz, muss eben checken" um die Ohren hauen wird.

Nun versuche ich grundsätzlich aus persönlicher Erfahrung heraus, zwischenmenschliche Interaktionen eher zurückhaltend zu interpretieren.
Bitte berücksichtige die Neigung intelllektueller Menschen, die eigene Attraktivität zu unterschätzen.
Sollten entsprechende Tendenzen (neben der gemachten Erfahrung) ursächlich für zurückhaltende Interpretationen sein, dann solltest Du Dir das bewusst machen.

Hopp, das ist doch die Gelegenheit, Diagnostik zu üben.
Anamnese:
Patient äußert Wunsch nach gemeinsamer Nacktheit und nach Entspannung, Wunsch nach Berührung des eigenen und des fremden halbnackten Körpers.
Patient befindet sich in einem Umfeld mit Heerscharen von paarungswilligen, untervögelten Spätpubertierenden, die von anderen Gruppen weitestgehend isoliert ihre gesamte Zeit miteinander verbringen.
Der Kopulationsstandardpartner der Patientin ist nicht verfügbar.
Jetzt müsste die körperliche Untersuchung folgen, aber dann geht die Diagnostik wahrscheinlich direkt in Therapie über. Wir überspringen das.
Auswertung und Interpretation:
Das reicht nicht für eine gesicherte Diagnose. Der unwahrscheinliche Fall, dass die Kommilitonin eine offen erzogene, aber im Rücken äußert verspannte Person mit unzureichenden Finanzmitteln für eine Thaimassage ist, kann nicht ausgeschlossen werden.
Weiter mit Differenzialdiagnostik? Interdisziplinäre Konsultation und den Psychologenkumpel einbeziehen?

Nein. Nach einem Medizinerrealitätscheck passen wir das Vorgehen dem Usus an: Wenn es Montagmorgen ist, der Patient in der Nacht das Bewusstsein verloren hat, die Fahne zu riechen ist und er über Kopfschmerzen klagt, dann hat er wohl einen Kater, kein Aneurysma.

M.E. hast Du die realistische Chance auf mindestens einmaliges Nacktsein, gegenseitiges Massieren und Beischlaf.
Was Du draus machen möchtest, ist eine andere Frage.....

Rein medizinsch wäre eine Therapie ex juvantibus höchst effektiv und würde in anderen Bereichen sofort verordnet werden. Aber gut, hier spielen Moral, Beziehungscharakter etc. die entscheidende Rolle.
Für den Fall des Falles gibt es immer noch die weniger grüblerisch veranlagten Kameraden aus den Fachbereichen Sport oder BWL. Die helfen gerne bei der Therapie.
 
Zuletzt bearbeitet:
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • #23
Wenige Beziehungen überstehen es dauerhaft wenn sich die Lebensumstände von einem oder beiden Partnern deutlich verändern.

Du bist studieren in einer anderen Stadt, ihr hab sehr unterschiedliche Interessen, keine Ahnung wie oder warum du diese Beziehung aufrecht erhalten willst.

Das Vernünftigste wäre es deine aktuelle Beziehung anständig zu beenden. Ich lese von dir nur heraus, dass du sie schon ewig kennst, und ihr deshalb zusammen bleibt... ist für meinen Geschmack keine gute Basis.

Mach einen fairen Schlussstrich und dann schau was sich in deiner Studiheimat so bietet... vielleicht Lena, vielleicht nicht...
 
Q
Benutzer231120  (18) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #24
Dem Himmel sei Dank. Ich hatte schon die Befürchtung, dass mir mein künftiger Arzt, wenn ich in 25 Jahren in den verdienten Ruhestand gehe, Sätze wie "Digga, keine Ahnung, was bei dir lost ist. Ich frag besser mal kurz ChatGPT, der ist da krasser drauf als ich. Chill mal kurz, muss eben checken" um die Ohren hauen wird.


Bitte berücksichtige die Neigung intelllektueller Menschen, die eigene Attraktivität zu unterschätzen.
Sollten entsprechende Tendenzen (neben der gemachten Erfahrung) ursächlich für zurückhaltende Interpretationen sein, dann solltest Du Dir das bewusst machen.

Hopp, das ist doch die Gelegenheit, Diagnostik zu üben.
Anamnese:
Patient äußert Wunsch nach gemeinsamer Nacktheit und nach Entspannung, Wunsch nach Berührung des eigenen und des fremden halbnackten Körpers.
Patient befindet sich in einem Umfeld mit Heerscharen von paarungswilligen, untervögelten Spätpubertierenden, die von anderen Gruppen weitestgehend isoliert ihre gesamte Zeit miteinander verbringen.
Der Kopulationsstandardpartner der Patientin ist nicht verfügbar.
Jetzt müsste die körperliche Untersuchung folgen, aber dann geht die Diagnostik wahrscheinlich direkt in Therapie über. Wir überspringen das.
Auswertung und Interpretation:
Das reicht nicht für eine gesicherte Diagnose. Der unwahrscheinliche Fall, dass die Kommilitonin eine offen erzogene, aber im Rücken äußert verspannte Person mit unzureichenden Finanzmitteln für eine Thaimassage ist, kann nicht ausgeschlossen werden.
Weiter mit Differenzialdiagnostik? Interdisziplinäre Konsultation und den Psychologenkumpel einbeziehen?

Nein. Nach einem Medizinerrealitätscheck passen wir das Vorgehen dem Usus an: Wenn es Montagmorgen ist, der Patient in der Nacht das Bewusstsein verloren hat, die Fahne zu riechen ist und er über Kopfschmerzen klagt, dann hat er wohl einen Kater, kein Aneurysma.

M.E. hast Du die realistische Chance auf mindestens einmaliges Nacktsein, gegenseitiges Massieren und Beischlaf.
Was Du draus machen möchtest, ist eine andere Frage.....

Rein medizinsch wäre eine Therapie ex juvantibus höchst effektiv und würde in anderen Bereichen sofort verordnet werden. Aber gut, hier spielen Moral, Beziehungscharakter etc. die entscheidende Rolle.
Für den Fall des Falles gibt es immer noch die weniger grüblerisch veranlagten Kammeraden aus den Fachbereichen Sport oder BWL. Die helfen gerne bei der Therapie.
Ich musste lachen, danke für dieses Meisterwerk! Was deine Interpretation der Interpretation anbelangt: Ich habe in der Vergangenheit häufig zu viel interpretiert und lag fast genauso häufig damit daneben (betrifft den Deutschunterricht ebenso wie mein Liebesleben). Und die Deutungen meiner Schilderung deuten ja auch darauf hin dass das Verständnis davon was in einer Freundschaft (noch) normal ist stark von der einzelnen Person und ihrer Prägung abhängt. Ach und noch etwas: Sollte der durchschnittliche BWLer bei der Auswahl seiner Sexualpartner ähnlich vorgehen wie bei der des Studienfaches ist es wohl besser einen großen Bogen zu machen...
 
Theoderich
Benutzer107327  (40) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #25
Also kurz gesagt:
Ja, m. E. flirtet sie ganz eindeutig mit dir.
Wenn du deiner monogamen Beziehung treu sein willst, solltest du natürlich nicht drauf einsteigen und dann ist auch Paartanz etc. in Frage zu stellen.
Wenn grundsätzlich die Beziehung in Frage steht, solltest du bzw. ihr das klären und entscheiden ob es weitergeht oder ihr euch einfach besser jeder alleine entwickelt - es wäre dabei wesentlich sauberer, wenn der Anlass dafür nicht ein Flirt oder eine mögliche Affäre wäre, die evtl. schon bereitsteht.
 
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