MeToo, MeNot, MenToo, HirnTot

Benutzer98820 

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Du meinst, ein oder zwei Fälle, die unter den Beteiligten bleiben, reichen aus, damit andere... hä?
 

Benutzer98820 

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Ja, das stimmt natürlich. Es brauchte einen Hashtag, damit Tratscherei stattfindet. Vorher gab's das nicht.
 

Benutzer138994  (40)

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Das sehe ich nun gerade genau umgekehrt: Beleidigung ist ein Straftatbestand, und die rechtsstaatlichen Grundprinzipien verlangen, dass Straftatbestandsmerkmale *intersubjektiv* definiert werden.
Dann würde es ja bedeuten, dass jemand belangt wird dafür, dass er eine Aussage getätigt hat, die allgemein als Beleidigung definiert ist, auch wenn er sein Gegenüber in dessen Augen garnicht beleidigt hat.
 

Benutzer168458 

Ist noch neu hier
Ich war bisher sowieso sehr zurückhaltend wenn es um romantische Annäherungen ging, aber ich muss ganz ehrlich zugeben, dass mich diese ganze #metoo Situation, mit zahllosen - meiner Meinung nach oft stark übertriebenen und teils lächerlichen - Anschuldigungen, unheimlich verunsichert.

So wird es nun vermutlich vielen Männern gehen, dass sie noch zuzrückhaltender werden, als es ohne hin schon der Fall war. Losgetreten wurde das ganze von? Natürlich...Schauspielern und noch dazu aus Hollywood. Ich lass mich nicht verunsichern und bleibe so wie ich immer war, weiterhin respektvoll gegenüber Frauen und grabsche auch keine grundlos an. Andererseits, wenn sich eine wie ne billige Hure benimmt oder sich so gibt, kann sie auch nicht erwarten wie eine Lady behandelt zu werden. Womit wir auch wieder bei diesen Laientheaterdarstellerinen wären....
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Dann würde es ja bedeuten, dass jemand belangt wird dafür, dass er eine Aussage getätigt hat, die allgemein als Beleidigung definiert ist, auch wenn er sein Gegenüber in dessen Augen garnicht beleidigt hat.
Nein, denn bei der Beleidigung handelt es sich wie z.B. auch beim Hausfriedensbruch um ein Antragsdelikt, das nur verfolgt wird, wenn sich jemand geschädigt fühlt und Strafanzeige erstattet. Aber selbst *wenn* sich jemand *subjektiv* geschädigt fühlt und Strafanzeige wegen Beleidigung stellt, heißt das noch lange nicht, dass der Straftatbestand erfüllt ist, denn dafür müsste auch das *Gericht* nach Würdigung aller Umstände zu der Einschätzung gelangen, dass es sich um eine Beleidigung handelte.

Es reicht also keineswegs aus, dass sich der Anzeigeerstatter selbst beleidigt gefühlt hat. Alles andere würde doch auch Missbrauch Tür und Tor öffnen, denn dann könnte ja jeder, der einer anderen Person schaden möchte, einfach behaupten, er habe sich subjektiv von ihr beleidigt gefühlt. Extrembeispiel: Du grüßt mich mit "Guten Tag" und ich zeige Dich an und behaupte, dass "Guten Tag" in meinem persönlichen Sprachgebrauch eine Beleidigung darstellt.
 

Benutzer138994  (40)

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Nein, denn bei der Beleidigung handelt es sich wie z.B. auch beim Hausfriedensbruch um ein Antragsdelikt, das nur verfolgt wird, wenn sich jemand geschädigt fühlt und Strafanzeige erstattet. Aber selbst *wenn* sich jemand *subjektiv* geschädigt fühlt und Strafanzeige wegen Beleidigung stellt, heißt das noch lange nicht, dass der Straftatbestand erfüllt ist, denn dafür müsste auch das *Gericht* nach Würdigung aller Umstände zu der Einschätzung gelangen, dass es sich um eine Beleidigung handelte.

Es reicht also keineswegs aus, dass sich der Anzeigeerstatter selbst beleidigt gefühlt hat. Alles andere würde doch auch Missbrauch Tür und Tor öffnen, denn dann könnte ja jeder, der einer anderen Person schaden möchte, einfach behaupten, er habe sich subjektiv von ihr beleidigt gefühlt. Extrembeispiel: Du grüßt mich mit "Guten Tag" und ich zeige Dich an und behaupte, dass "Guten Tag" in meinem persönlichen Sprachgebrauch eine Beleidigung darstellt.
Du hast doch gesagt, dass es nicht im Ermessen des Empfängers der Beleidigung liegt. Jetzt auf einmal doch.
 

Benutzer135968 

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Also hältst du Chauvinismus nicht für ein gesellschaftliches Problem? Wie ich mich wehre und damit umgehe, ist doch mir selbst überlassen. Wenn ich mit einem Hashtag auf das Problem aufmerksam machen will, bitteschön.
Nur weil ein Mann nen Spruch bringt, der ggf auch Chauvinisten bringen, oder der Flirt schief läuft, ist er noch lange kein Chauvinist. Somit ist es erst dann ein gesellschaftliches Problem, wenn man exakt nachweisen kann, dass es ein Chauvinist ist. Es wird zum Problem, wenn man den Mann zu unrecht in einen Topf mit echten Chauvinisten wirft, was dann einfach nur asozial und charakterlich widerlich ist.

Hier noch mal die Bedeutung von Hashtags, mit Wort: Es handelt sich immer um ein Schlagwort. In diesem Fall ist es nur noch eine an, die Emotionen appellierende, Parole, wo man mittlerweile ein harmloses Problem, als gigantisches, gesellschaftliches Problem forciert - siehe dumme Sprüche, schlechte Flirts (die nur marginal etwas mit Chauvinismus zu tun haben). Und alles unter diesem Hashtag, wird aber automatisch als Chauvinismus dargestellt, weil die Differenzierung (typisch für solche Hashtags) nicht existiert.

Wo sind denn die positiven Errungenschaften? Dieser Hashtag bewirkt nur, dass Menschen wie H. Weinstein, vorsichtiger werden und viele Männer, zu unrecht beschuldigt werden - und wer glaubt, Männer sind latent chauvinistisch veranlagt, dann kann jeder Mann behaupten, jeder Korb einer Frau, ist latent männerfeindlich. Und als Begründung? »Meine Emotionen sind wichtiger, als die rationale Realität.« Einfach nur ein unreifes Verhalten. Natürlich ist auch echter Chauvinismus, unreifes Verhalten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer164526 

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Du hast doch gesagt, dass es nicht im Ermessen des Empfängers der Beleidigung liegt. Jetzt auf einmal doch.
Es liegt im Ermessen des Empfängers, ob er die Beleidigung verfolgen lässt oder nicht. Es liegt aber nicht im Ermessen des Empfängers, ob der Straftatbestand der Beleidigung im Falle einer Anzeige erfüllt wäre oder nicht.
 

Benutzer164526 

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Ist das keine positive Errungenschaft? :confused:
Doch das empfände ich durchaus auch als positive Errungenschaft. Um dies zu erreichen, muss man aber nicht sämtliche Menschen an den Pranger stellen, die sich vielleicht mal hier und da unpassend verhalten haben, sondern es würde ausreichen die strafrechtlich relevanten Fälle anzuprangern.
[doublepost=1515875202,1515874861][/doublepost]
Off-Topic:
T tiefblick77 Du scheinst dich mit Recht auszukennen, oder?
Nein, nicht wirklich. Meine Frau ist die Juristin. Ich bin nur interessierter Laie.

[doublepost=1515875950][/doublepost]Hier mal wieder ein Kommentar auf SPON zu dem Thema:
Leïla Slimani über Sexismus: Wird man als Schwein geboren? - SPIEGEL ONLINE - Kultur

Ich kann vieles von dem was sie schreibt nachvollziehen, aber die folgenden beiden Sätze hinterlassen bei mir dann wieder ein zweispältiges Echo und verdeutlichen recht gut das Dilemma:
Ich fordere die Freiheit, dass man weder meine Haltung noch meine Kleidung, meinen Gang, die Form meines Hinterns oder die Größe meiner Brüste kommentiert. Ich beanspruche mein Recht, in Ruhe gelassen zu werden, allein sein zu dürfen, mich ohne Angst fortbewegen zu können.

Wenn man das wörtlich nimmt, bedeutet das doch, dass kein Mann mehr in der Öffentlichkeit eine Frau ansprechen darf, und dass auch völlig harmlose Kommentare wie "schönes Kleid" als Belästigung eingestuft werden. Und das finde ich nun wirklich völlig unverhältnismäßig, und es sprengt auch bei weitem jede mehrheitsfähige Definition von Belästigung.

Ich rede hier wohlgemerkt nicht von Kommentaren zum Hintern oder zu den Brüsten. Es geht mir allein um die hervorgehobenen Passagen.
 

Benutzer150198 

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Off-Topic:
Nein, nicht wirklich. Meine Frau ist die Juristin. Ich bin nur interessierter Laie.

Ah, verstehe. Ich hab gefragt, weil ich in einer Erklärung des Paragraphen zur sexuellen Belästigung gelesen habe, dass das Fassen an Brust und Po, oder ein Kuss auf den Mund, nicht darunter fällt. Ich hab den Thread (und Ähnliche) hier nicht von Anfang an/gänzlich verfolgt, von daher gut möglich, dass es thematisiert wurde. Möglicherweise fällt das eh unter Rechtsberatung :grin:.

[doublepost=1515876178,1515876087][/doublepost]
sondern es würde ausreichen die strafrechtlich relevanten Fälle anzuprangern.

Und was würdest du gegen gesellschaftliche Probleme machen, die strafrechtlich nicht relevant sind? Wie sollen/dürfen die thematisiert werden? Oder soll man da einfach 'drüberstehen' und es nicht zum Thema machen?
 

Benutzer164526 

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Ah, verstehe. Ich hab gefragt, weil ich in einer Erklärung des Paragraphen zur sexuellen Belästigung gelesen habe, dass das Fassen an Brust und Po, oder ein Kuss auf den Mund, nicht darunter fällt.
Ist wahrscheinlich ein veralteter Kommentar, den Du gelesen hast. Seit Ende 2016 ist das in § 184i StGB explizit und unmissverständlich geregelt:
§ 184i StGB schrieb:
(1) Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn nicht die Tat in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.
Wie gesagt bin ich Laie, aber aus meiner Sicht lässt das bzgl. der von Dir genannten Handlungen ziemlich wenig Interpretationsspielraum.

Und was würdest du gegen gesellschaftliche Probleme machen, die strafrechtlich nicht relevant sind? Wie sollen/dürfen die thematisiert werden?
Na getrennt von den strafrechtlich relevanten natürlich.
Du möchtest doch vermutlich auch nicht, dass jemand Deinen Namen in einem Atemzug mit Leuten nennt, die lebensgefährliche illegale Straßenrennen veranstalten, nur weil Du keinen Parkschein gezogen hast, oder?
 

Benutzer150198 

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Off-Topic:
Ist wahrscheinlich ein veralteter Kommentar, den Du gelesen hast. Seit Ende 2016 ist das in § 184i StGB explizit und unmissverständlich geregelt:

Ja genau der war von Anfang 2016 (Ach, wie haben ja schon 2018... :grin:), ich hab mich auch gewundert. Das mit dem "in sexuell bestimmter Weise" wurde hier ja auf jeden Fall diskutiert, die Zusammenhänge waren mir (inzwischen) alle nicht (mehr) klar. Aber das ist ja beruhigend, ich war ziemlich verwundert. Aber vorher wird es ja nicht einfach nicht strafbar gewesen sein, oder? Sondern irgendwie anderweitig geregelt?

Danke auf jeden Fall für die Info!
 

Benutzer164526 

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Off-Topic:
Aber vorher wird es ja nicht einfach nicht strafbar gewesen sein, oder? Sondern irgendwie anderweitig geregelt?
Doch, ich glaube, dass es da wirklich eine Regelungslücke gab, insbesondere wenn ein Überraschungsmoment ausgenutzt wurde, so dass geschädigte Person keine Möglichkeit hatte, der Handlung zu widersprechen. Dann fiel es weder unter sexuelle Nötigung noch unter sexuelle Belästigung. Behelfsweise wurde es dann mitunter als Beleidigung gewertet, was aber rechtlich nicht ganz einwandfrei war.
 

Benutzer135968 

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Ist das keine positive Errungenschaft?
Es kommt auf den Blickwinkel an, dies kann auch einfach bedeuten, er macht weiter, nur vorsichtiger.

Sprüche wie: »Du siehst aber Sexy in deinem Kleid aus!« Sind nicht relevanter als: »Ich habe was besseres vor, als mit dir aus zu gehen.« Hier kann der Mann auch sagen, man wurde auf sein Äußeres reduziert. Man argumentiert also nur auf eine emotionalen Ebene. Beides ist zu Recht, nicht strafrechtlich relevant. Und das eine anprangern, dass andere aber nicht, obwohl die Gefühle verletzt wurden - was ja, wie viele der #metoo-Befürworter meinen, explizit nur die jeweilige Person beurteilen kann - ist Doppelmoral. Und genau das passiert mit #metoo Gefühle sind wichtiger, als die Realität. Wer würde hier ernsthaft finden, dass der Mann das Recht hat, die Frau zu beschuldigen, die ihm einen Korb gegeben hat, weil Er sich in seinen Gefühlen verletzt fühlt?
 

Benutzer150198 

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Ja, da gab es mal wieder eine Sexualstrafrechtsreform aus Anlass der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht 2015/2016.

Ja, das habe ich gerade noch so im Kopf.. :grin: Aber, dass es vorher tatsächlich so eine krasse Lücke gab, war mir zu keinem Zeitpunkt so bewusst und das finde ich schon mehr als bedenklich.

Also danke für die Klarstellung! :jaa:
 
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