MeToo, MeNot, MenToo, HirnTot

Benutzer147358  (27)

Sehr bekannt hier
Aber grundsätzlich wären belastbare Statistiken dazu mal interessant, denn:
Bei solchen Zahlen von Geburtspflegern:
In Österreich gibt es seit 2016 einen Hebammen-Studierenden, in Deutschland gibt es (Stand: Januar 2013) drei praktizierende männliche Entbindungspfleger.[69] In Belgien sind es wenigstens zehn.[67] In den Niederlanden sind es mehr als 50.
(Wikipedia)
Braucht man glaube ich noch keine groß angelegte Studie um festzustellen das sie genug Kundschaft finden werden die kein Problem mit ihrem Geschlecht haben :grin:
 

Benutzer152150 

Sehr bekannt hier
Es ist ein Unterschied, ob man lieber ne Frau/nen Mann haben möchte, weil man sich selbst damit wohler fühlt, oder ob man lieber Frau/Mann möchte, weil man denkt, dass die Person deswegen kompetenter ist.
Na ja...ein Gynäkologe (Mann) hat ganz offensichtlich keine Vagina....ich bin mir sicher, daß der sich nicht in die Lage versetzen kann, wie das ist eine zu haben. Dementsprechend wähle ich auch lieber Gynäkologinnen, weil die verstehen wovon ich rede.
Bei anderen Frauen kommt da auch noch die Regel-mäßigkeit hinzu, von der Männer auch keine persönlichen Erfahrungswerte haben, also ja...ich "dikriminiere" aufgrunde des Geschlechtes. Eben solche Entscheidungen haben auch was mit Erfahrungswerten zu tun.


Umso weniger persönlich die Angelegenheit ist, umso schwieriger finde ich es allerdings, wenn für bestimmte Dienstleistungen ein Geschlecht präferiert wird.
Ich nicht.
Ist in meinem Beruf üblich.
Männer heuern (über meinen Chef) mich dafür an, um auf ihre Frau/Partnerin/Tochter/Geliebte/Pferdepflegerin/Assistentin aufzupassen, weil sie dieses ungerne einem meiner männlichen Kollegen überlassen würden. Das das etwas mit einer...ungebührlichen Nähe zu tun haben könnte, will ich nicht ausschliessen, aber meist sind das einfach logische Gründe dabei. Meine Kollegen fallen an der Seite einer Frau deutlich eher auf.
Und ich finde auch überhaupt nichts verwerfliches dabei, ein Geschlecht dem anderen vorzuziehen. Jeder Mensch macht seine Erfahrungen. Die müssen nicht immer rational und logisch begründet sein.
Ich geh z. B. nicht mehr zu Frisörinnen.
Ich spreche denen nicht ab kompetent zu sein...nur mir geht das ganze Gerede beim Frisör auf den Zeiger. Selbst wenn ich das vorher sage, daß ich nicht so redselig bin...und lieber meine Ruhe habe, wenn jemand mit ner scharfen Schere an meinen Ohren rumporkelt....es fängt zwangsläufig irgendwann doch immer an.

Dann hab ich mal aus der Not heraus einen "Männer-Frisör" ausprobiert, ihm nen Foto von der Frisur gezeigt und ihn machen lassen. Sein "Reden kostet aber extra" kam mir dabei wunderbar entgegen. Seitdem bin ich überaus zufrieden die wahrscheinlich einzige Frau, die regelmäßig seinen Laden frequentiert.



Den "Generalverdacht" gegenüber männlichen Erziehern finde ich allerdings total sexistisch.
Ich auch.
Generalverdacht ist immer blöd.
Aber auch verständlich.
Aufklärung hilft aber (erfahrungsgemäß) praktisch nicht dagegen, wenn Emotionen den Verstand in ne Kiste einsperren.
Wenn Eltern an den Schulen der Kinder, die ich schon mal hinbegleite erfahren, daß ich nicht nur "eine Nanny" bin, dann geht bei vielen auch der Verstand gen Erdkern....
Dabei sid die teilweise die größeren Gefahren für die Kinder, wenn die in zweiter Reihe vor der Schule ihre dicken SUVs stellen, um ihre Lütten abzuholen und fast dabei andere Kinder über den Haufen fahren....
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Na ja...ein Gynäkologe (Mann) hat ganz offensichtlich keine Vagina....ich bin mir sicher, daß der sich nicht in die Lage versetzen kann, wie das ist eine zu haben. Dementsprechend wähle ich auch lieber Gynäkologinnen, weil die verstehen wovon ich rede.
Bei anderen Frauen kommt da auch noch die Regel-mäßigkeit hinzu, von der Männer auch keine persönlichen Erfahrungswerte haben, also ja...ich "dikriminiere" aufgrunde des Geschlechtes. Eben solche Entscheidungen haben auch was mit Erfahrungswerten zu tun.

Das ist ne ähnliche Argumentation wie, dass der beste Onkologe jemand sein muss, der selbst Krebs hat(te). Ähm, nö? Aber wenn du dich mit Frauen wohler fühlst, dann ist das auch okay bzw. finde ich gar nicht schlimm. Nur verallgemeinern kann man das nicht.

Mir persönlich ist das Geschlecht meines Frauenarztes egal. Ich war schon bei Frauen und bei Männern. Erfahrung ist, dass ich mit den Männern, die ich hatte, im Schnitt besser klar gekommen bin als mit den Frauen, die ich hatte. Aber daraus leite ich jetzt auch nicht ab, dass ich lieber bei Männern als bei Frauen bin. Für mich ist das Geschlecht da wirklich nicht ausschlaggebend, sondern die Persönlichkeit und Kompetenz der Person.

Übrigens geht meine Mutter ausschließlich zu männlichen Frauenärzten. Ihre Argumentation: Männer hätten keine Vagina und wären daher viel vorsichtiger im Umgang damit, während weibliche Frauenärzte ihrer Erfahrung nach eher mal ein "Ach, stellen Sie sich nicht so an. So weh tut das jetzt auch wieder nicht" vom Stapel lassen :grin: Dazu kann ich jetzt auch keine Stellung beziehen, aber man kann es wohl positiv und negativ auslegen, als Frauenarzt (k)eine Vagina zu besitzen.
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Männer heuern (über meinen Chef) mich dafür an, um auf ihre Frau/Partnerin/Tochter/Geliebte/Pferdepflegerin/Assistentin aufzupassen, weil sie dieses ungerne einem meiner männlichen Kollegen überlassen würden. Das das etwas mit einer...ungebührlichen Nähe zu tun haben könnte, will ich nicht ausschliessen, aber meist sind das einfach logische Gründe dabei. Meine Kollegen fallen an der Seite einer Frau deutlich eher auf.
Und ich finde auch überhaupt nichts verwerfliches dabei, ein Geschlecht dem anderen vorzuziehen.

Ich hatte ja gesagt, dass es auch sachliche Gründe geben kann. Ich weiß nicht, was du genau machst. Aber natürlich wird normalerweise bspw. eine weibliche Rolle im Theater auch mit einer weiblichen Schauspielerin besetzt. Genauso wird ein Mann, der sich eine Abendbegleitung mietet, damit es so aussieht, als habe er eine Freundin (also Richtung Escort ohne Sex) natürlich eine Frau "mieten", weil das ja notwendig ist, wenn er hetero ist bzw. sich so darstellen möchte. Wenn es bei dir darum geht, dass ob und wie die Außenwelt dich mit der Begleitperson wahrnimmt, kann das natürlich ein Grund sein.
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Erfahrung ist, dass ich mit den Männern, die ich hatte, im Schnitt besser klar gekommen bin als mit den Frauen, die ich hatte. Aber daraus leite ich jetzt auch nicht ab, dass ich lieber bei Männern als bei Frauen bin.
Es zwingt Dich ja auch niemand dazu. Du kannst Dir gerne selbst untersagen, aus Deinen Erfahrungen irgendwelche wie auch immer gearteten Schlussfolgerungen abzuleiten, nur um ganz sicher zu gehen, dass Du niemandem aufgrund einer bloßen Merkmalsübereinstimmung irgendetwas unterstellt.

ABER: Andere Menschen halten das halt anders, und es ist ihr gutes Recht, aus ihren beschränkten persönlichen Erfahrungen Schlussfolgerungen abzuleiten und anderen Menschen aufgrund bloßer Merkmalsübereinstimmungen bestimmte positive oder negative Eigenschaften zuzuschreiben.

Übrigens geht meine Mutter ausschließlich zu männlichen Frauenärzten. Ihre Argumentation: Männer hätten keine Vagina und wären daher viel vorsichtiger im Umgang damit, während weibliche Frauenärzte ihrer Erfahrung nach eher mal ein "Ach, stellen Sie sich nicht so an. So weh tut das jetzt auch wieder nicht" vom Stapel lassen :grin: Dazu kann ich jetzt auch keine Stellung beziehen, aber man kann es wohl positiv und negativ auslegen, als Frauenarzt (k)eine Vagina zu besitzen.
Es hängt ja auch davon ab, auf was es einem persönlich ankommt. Nimm das Beispiel von PhesKlNachtmusi PhesKlNachtmusi mit den Frisören. Eine Kundin schwatzt halt gerne, und es kommt ihr entgegen, dass weibliche Frisöre im Durchschnitt redseliger sind. Eine andere Kundin möchte ihre Ruhe haben, und es kommt ihr entgegen, dass männliche Frisöre im Durchschnitt weniger redselig sind. Je nachdem was man persönlich bevorzugt, kann man also denselben Sachverhalt entweder positiv oder negativ auslegen.

Und bei den Gynäkologen wird es wohl ähnlich sein: Die meisten Frauen haben halt keinen Bock darauf, sich von einem fremden Mann im Intimbereich berühren zu lassen, weil sie sich dabei tendenziell unwohl fühlen, und weil er die Situation nicht aus eigener Anschauung nachempfinden kann, und andere Frauen ziehen einen männlichen Arzt gerade deshalb vor, *weil* er die Situation nicht aus eigener Anschauung nachempfinden kann und somit auch nicht auf die Idee kommen kann, seine persönlichen Erfahrungen fälschlich zu generalisieren.
[doublepost=1510253533,1510253262][/doublepost]
Bei solchen Zahlen von Geburtspflegern:
(Wikipedia)
Braucht man glaube ich noch keine groß angelegte Studie um festzustellen das sie genug Kundschaft finden werden die kein Problem mit ihrem Geschlecht haben :grin:
Ich hatte das auch mehr auf das Geschlechterverhältnis bei den Gynäkologen bezogen.

Frauenärzte: Plötzlich ein Exot
Immer mehr Frauen wollen zu einer Frauenärztin. Eröffnet ein Gynäkologe eine neue Praxis, hat er Mühe, genügend Patientinnen zu finden. Gleichzeitig müssen Gynäkologinnen viele Anfragen ablehnen.
[doublepost=1510254038][/doublepost]Und ja: Ich finde nicht, dass irgendein Mann das Recht darauf hat als Gynäkologe zu arbeiten, nur um sich selbst verwirklichen zu können. Solange die Praxen von männlichen und weiblichen Frauenärzten einen vergleichbaren Auslastungsgrad aufweisen, ist alles in Ordnung. Wenn aber die Praxen der weiblichen Gynäkologen deutlich stärker ausgelastet sind und Patientinnen daher gegen ihren Willen zu einem männlichen Gynäkologen gehen müssen, dann sollten halt solange keine Kassenzulassungen an männliche Gynäkologen mehr vergeben werden, bis die Situation wieder ausgeglichen ist.

Ich habe aber auch ein ganz spezifisches Bild von Arbeit: Meiner Auffassung nach soll Arbeit in allererster Linie dazu dienen, Güter und Dienstleistungen zu produzieren, die die Bedürfnisse *anderer* Menschen befriedigen. Somit müssen die Wünsche der Kunden stets an erster Stelle stehen. Ob hingegen jeder Arbeitnehmer die Gelegenheit erhält, sich beruflich selbst zu verwirklichen, ist aus meiner Sicht völlig zweitrangig.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Es zwingt Dich ja auch niemand dazu. Du kannst Dir gerne selbst untersagen, aus Deinen Erfahrungen irgendwelche wie auch immer gearteten Schlussfolgerungen abzuleiten, nur um ganz sicher zu gehen, dass Du niemandem aufgrund einer bloßen Merkmalsübereinstimmung irgendetwas unterstellt.

Ehrlich gesagt wollte ich das damit gar nicht sagen, aber ich bin's ja schon gewöhnt, dass du mir unterstellst, dass ich wem entweder was unterstelle oder etwas tu, um wem absichtlich nichts zu unterstellen. Eigentlich wollte ich nur sagen, dass das Geschlecht beim Frauenarzt für mich ungefähr so eine große Rolle spielt wie die Haarfarbe des Arztes. Und zwar nicht, weil ich das absichtlich mache, sondern weil's zufällig halt so ist. In anderen Bereichen hab ich sicherlich auch Vorbehalte, die mit dem Geschlecht zu tun haben, und die auf Erfahrungen beruhen. Bin schließlich auch nur ein Mensch und nicht frei von Urteilen und Vorurteilen.

ABER: Andere Menschen halten das halt anders, und es ist ihr gutes Recht, aus ihren beschränkten persönlichen Erfahrungen Schlussfolgerungen abzuleiten und anderen Menschen aufgrund bloßer Merkmalsübereinstimmungen bestimmte positive oder negative Eigenschaften zuzuschreiben.

Natürlich. Bloß weil ich was von meiner Perspektive aus erzähle, heißt das noch lange nicht, dass ich es anderen Leuten verbiete, wenn sie es anders machen.* Ich finde, du kannst langsam mal aufhören, mir permanent anzudichten, dass ich hier anderen Leuten irgendwelche Regeln vorschreiben will. Das nervt nämlich auf Dauer.

*Hab ich übrigens schon öfters hier gesagt, letztes Mal auf der vorletzten Seite.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Natürlich. Bloß weil ich was von meiner Perspektive aus erzähle, heißt das noch lange nicht, dass ich es anderen Leuten verbiete, wenn sie es anders machen.* Ich finde, du kannst langsam mal aufhören, mir permanent anzudichten, dass ich hier anderen Leuten irgendwelche Regeln vorschreiben will. Das nervt nämlich auf Dauer.
Na gut.
Ich mag Dich eigentlich, und es ist nicht meine Absicht, Dich vorsätzlich zu nerven.
Aber ich gehe in solchen Debatten schon davon aus, dass Beispiele und Erfahrungsberichte nur Mittel zum Zweck sind, um bestimmte Aussagen zu transportieren. Und dann frage ich mich: Wenn die Aussage, die ich Dir unterstellt habe, unzutreffend ist, was genau war denn die von Dir intendierte Aussage?
 

Benutzer163878  (27)

Benutzer gesperrt
Hab eben zufällig dieses Video hier gesehen, passt ganz gut zu dieser Dikussion:
Klar, sie ist etwas auffälliger angezogen. Aber es zeigt sich eben, dass viele Männer einfach mit dem Schwanz denken, das muss man ganz offen sagen... :zwinker:
 

Benutzer2610 

Meistens hier zu finden
Hmpf, selbst zuzwinkern wird ggf. als Belästigung empfunden.

YouGov | Sexuelle Belästigung gegenüber Frauen: Wo fängt sie an und wo hört sie auf?
Eine Ausnahme sind die Franzosen, von ihnen findet knapp jeder Vierte (23 Prozent), dass dies durchaus als sexuelle Belästigung gelten kann.

Aber ich denke so langsam finde ich die richtige Strategie - einfach niemanden ansehen, mit niemandem sprechen und auch niemanden berühren, dann kann man sich relativ sicher sein:smile:
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Es zwingt Dich ja auch niemand dazu. Du kannst Dir gerne selbst untersagen, aus Deinen Erfahrungen irgendwelche wie auch immer gearteten Schlussfolgerungen abzuleiten, nur um ganz sicher zu gehen, dass Du niemandem aufgrund einer bloßen Merkmalsübereinstimmung irgendetwas unterstellt.

ABER: Andere Menschen halten das halt anders, und es ist ihr gutes Recht, aus ihren beschränkten persönlichen Erfahrungen Schlussfolgerungen abzuleiten und anderen Menschen aufgrund bloßer Merkmalsübereinstimmungen bestimmte positive oder negative Eigenschaften zuzuschreiben.


Es hängt ja auch davon ab, auf was es einem persönlich ankommt. Nimm das Beispiel von PhesKlNachtmusi PhesKlNachtmusi mit den Frisören. Eine Kundin schwatzt halt gerne, und es kommt ihr entgegen, dass weibliche Frisöre im Durchschnitt redseliger sind. Eine andere Kundin möchte ihre Ruhe haben, und es kommt ihr entgegen, dass männliche Frisöre im Durchschnitt weniger redselig sind. Je nachdem was man persönlich bevorzugt, kann man also denselben Sachverhalt entweder positiv oder negativ auslegen.

Und bei den Gynäkologen wird es wohl ähnlich sein: Die meisten Frauen haben halt keinen Bock darauf, sich von einem fremden Mann im Intimbereich berühren zu lassen, weil sie sich dabei tendenziell unwohl fühlen, und weil er die Situation nicht aus eigener Anschauung nachempfinden kann, und andere Frauen ziehen einen männlichen Arzt gerade deshalb vor, *weil* er die Situation nicht aus eigener Anschauung nachempfinden kann und somit auch nicht auf die Idee kommen kann, seine persönlichen Erfahrungen fälschlich zu generalisieren.
[doublepost=1510253533,1510253262][/doublepost]
Ich hatte das auch mehr auf das Geschlechterverhältnis bei den Gynäkologen bezogen.

Frauenärzte: Plötzlich ein Exot

[doublepost=1510254038][/doublepost]Und ja: Ich finde nicht, dass irgendein Mann das Recht darauf hat als Gynäkologe zu arbeiten, nur um sich selbst verwirklichen zu können. Solange die Praxen von männlichen und weiblichen Frauenärzten einen vergleichbaren Auslastungsgrad aufweisen, ist alles in Ordnung. Wenn aber die Praxen der weiblichen Gynäkologen deutlich stärker ausgelastet sind und Patientinnen daher gegen ihren Willen zu einem männlichen Gynäkologen gehen müssen, dann sollten halt solange keine Kassenzulassungen an männliche Gynäkologen mehr vergeben werden, bis die Situation wieder ausgeglichen ist.

Ich habe aber auch ein ganz spezifisches Bild von Arbeit: Meiner Auffassung nach soll Arbeit in allererster Linie dazu dienen, Güter und Dienstleistungen zu produzieren, die die Bedürfnisse *anderer* Menschen befriedigen. Somit müssen die Wünsche der Kunden stets an erster Stelle stehen. Ob hingegen jeder Arbeitnehmer die Gelegenheit erhält sich beruflich selbst zu verwirklichen, ist aus meiner Sicht völlig zweitrangig.

Ich verstehe immer noch nicht, was diese Diskussion eigentlich soll.

Die Sache mit der Kassenzulassung nur für Gynäkologinnen ist doch nichts weiter als graue Theorie. Gibts da in der Praxis ein Problem?
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Aber ich gehe in solchen Debatten schon davon aus, dass Beispiele und Erfahrungsberichte nur Mittel zum Zweck sind, um bestimmte Aussagen zu transportieren. Und dann frage ich mich: Wenn die Aussage, die ich Dir unterstellt habe, unzutreffend ist, was genau war denn die von Dir intendierte Aussage?

Die Aussage war, dass man nicht bloß weil man ne Frau ist, deswegen automatisch ne Frau als Gynäkologin bevorzugt, als Antwort auf PhesKlNachtmusi PhesKlNachtmusi , die sowas suggeriert hat. Also, man kann das auch anders sehen. Das heißt nicht, dass man es deswegen richtiger sieht.

Ich halte grundsätzlich wenig von Wertungen und ich habe auch hier im Thread schon öfters gesagt, dass Sexismus nicht immer in gleicher Form verachtenswert ist oder dass er nie nachvollzogen werden kann oder u.U. sogar sinnvoll ist. Das einzige, was ich unterstützen möchte, ist, dass man seine eigenen Einstellungen regelmäßig überprüft und kritisch reflektiert. So kann man offen bleiben, ohne sich seine eigenen Erfahrungen zu verleugnen, was ich für ein gesundes Maß für einen selbst und für die Entwicklung einer Gesellschaft halte.
[doublepost=1510269028,1510268815][/doublepost]
Hmpf, selbst zuzwinkern wird ggf. als Belästigung empfunden.

YouGov | Sexuelle Belästigung gegenüber Frauen: Wo fängt sie an und wo hört sie auf?


Aber ich denke so langsam finde ich die richtige Strategie - einfach niemanden ansehen, mit niemandem sprechen und auch niemanden berühren, dann kann man sich relativ sicher sein:smile:

Ein gutes hat dieser Artikel ja für euch Männer: Im Vergleich zu anderen Ländern scheinen die Deutschen ja relativ großzügig zu sein, was für sie noch okay ist :grin:
 

Benutzer160853  (34)

Meistens hier zu finden
Ich verstehe immer noch nicht, was diese Diskussion eigentlich soll.

Die Sache mit der Kassenzulassung nur für Gynäkologinnen ist doch nichts weiter als graue Theorie. Gibts da in der Praxis ein Problem?

Ich bin hier auch raus aus der Debatte. Das ist mir etwas zu abgehoben
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Heute ein m.E. guter Artikel auf ZON, der das auch hier im Thread diskutierte Problem der Vermischung von unterschiedlichen Sachverhalten (sexistische Bermerkung, missratener Flirtversuch bis hin zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung) thematisiert:

Sexismus: Überreizte Debatte
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Heute ein m.E. guter Artikel auf ZON, der das auch hier im Thread diskutierte Problem der Vermischung von unterschiedlichen Sachverhalten (sexistische Bermerkung, missratener Flirtversuch bis hin zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung) thematisiert:

Sexismus: Überreizte Debatte
Sehr guter Kommentar.
Insbesondere der Vergleich mit der Kommunistenhetze unter McCarthy trifft genau ins Schwarze.
Wir haben es hier tatsächlich mit einer Art feministischer McCarthy-Ära zu tun. Jedes falsche Wort wird in einen Topf geworfen mit schweren Straftaten.
 

Benutzer138994  (40)

Meistens hier zu finden
Off-Topic:

Ich habe aber auch ein ganz spezifisches Bild von Arbeit: Meiner Auffassung nach soll Arbeit in allererster Linie dazu dienen, Güter und Dienstleistungen zu produzieren, die die Bedürfnisse *anderer* Menschen befriedigen. Somit müssen die Wünsche der Kunden stets an erster Stelle stehen. Ob hingegen jeder Arbeitnehmer die Gelegenheit erhält, sich beruflich selbst zu verwirklichen, ist aus meiner Sicht völlig zweitrangig.
Zum Glück ist es in der Realität nicht so. :grin:
Ich hätte auch nichts dagegen, wenn nicht immer das Geld im Vordergrund stehen würde.
Aber was wäre das für ein Leben, wenn man nicht die Erlaubniss hat seinen Wunschberuf zu ergreifen?
Außerdem erhöt das doch die Qualität der Arbeit, wenn der Arbeitende die Arbeit auch wirklich gerne macht.
und wie willst du die Menschen davon überzeugen so zu leben? Wie soll das funktionieren?Mit Zwang vieleicht?
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Sehr guter Kommentar.
Insbesondere der Vergleich mit der Kommunistenhetze unter McCarthy trifft genau ins Schwarze.
Wir haben es hier tatsächlich mit einer Art feministischer McCarthy-Ära zu tun. Jedes falsche Wort wird in einen Topf geworfen mit schweren Straftaten.

Naja. Ich würde dem angesprochenen Problem ja zustimmen. Aber Du schießt jetzt m.E. eventuell auch schon wieder über das Ziel hinaus.....je nachdem was Du unter "mit einer Art feministischer McCarthy-Ära" verstehst.

Der Autor des Artikels schreibt: "Allzu häufig wird der strukturelle Sexismus aber als eine jede Faser unseres Daseins durchwirkende Allmacht missverstanden, mit der noch die lächerlichste Anmache zum Beweis einer "rape culture" wird. Mit diesem McCarthy-haften Ansatz wird der halbstarke Sprücheklopfer zum Verbrecher, und der Verbrecher ist nur noch ein ausgereifter Sprücheklopfer."

Damit hat der Autor m.E. Recht. Aber ein "Mc-Carthy hafter Ansatz" ist nach meinem Verständnis noch lange keine "Art feministischer McCarthy-Ära". Da fehlt dann schon noch einiges. Zumal die McCarthy-Ära ja nicht nur deswegen problematisch war, weil Dinge durcheinander geschmissen wurden, sondern weil die Linkenhatz schon im Kern antipluralistisch, antidemokratisch und antirechtsstaatlich war.
 

Benutzer164526 

Verbringt hier viel Zeit
Off-Topic:
Aber was wäre das für ein Leben, wenn man nicht die Erlaubniss hat seinen Wunschberuf zu ergreifen?
Die Sache mit der freien Berufswahl ist doch eher ein theoretisches Konstrukt. Es gibt ja nun wahrlich genug Menschen, die fachfremd arbeiten müssen, weil sie in ihrem erlernten Beruf keine Anstellung finden. Wäre ja noch schöner, wenn es ein Recht auf eine Anstellung im Wunschberuf gäbe. Das hätten wohl manche gerne, aber geben tat es das noch nie irgendwo auf der Welt.

Im übrigen ging es in meinem Beispiel ja nur um Kassenzulassungen. Natürlich kann kein approbierter Facharzt für Gynäkologie daran gehindert werden, auf Privatrechnung zu praktizieren.

Außerdem erhöt das doch die Qualität der Arbeit, wenn der Arbeitende die Arbeit auch wirklich gerne macht.
Nicht zwangsläufig. Es gibt Menschen, die sind total glücklich mit dem was sie tun und liefern dennoch miserable Qualität ab, und es gibt umgekehrt Menschen, die sind total angeödet von dem was sie tun und liefern dennoch herausragende Qualität ab. Habe ich beides schon zigmal in meinem Berufsleben erlebt.

Ich würde sogar soweit gehen, dass diejenigen, die trotz fehlendem Spaß herausragende Qualität abliefern, die besten Arbeitnehmer sind. Denn bei den anderen besteht immer die Gefahr, dass die Qualität leidet sobald ihnen langweilig wird.

und wie willst du die Menschen davon überzeugen so zu leben? Wie soll das funktionieren?Mit Zwang vieleicht?
Was heißt denn "wie willst du"? Es läuft doch bereits in vielen Bereichen genau so wie von mir beschrieben. Wenn die Nachfrage zu gering ist, finden die Leute halt keine Anstellung und durch das Überangebot an Arbeitskräften sinken die Löhne. Fehlanreize entstehen eigentlich nur dort, wo kein richtiger Wettbewerb herrscht.

[doublepost=1510338403,1510338126][/doublepost]
Zumal die McCarthy-Ära ja nicht nur deswegen problematisch war, weil Dinge durcheinander geschmissen wurden, sondern weil die Linkenhatz schon im Kern antipluralistisch, antidemokratisch und antirechtsstaatlich war.
Die Initialzündung der McCarthy-Ära waren doch diverse erfolgreiche Spionageaktionen der UdSSR z.B. im Manhattan-Projekt. Dagegen vorzugehen war schon legitim. Nur ist man dann halt sehr weit über das Ziel hinausgeschossen.
[doublepost=1510346371][/doublepost]
Ich halte grundsätzlich wenig von Wertungen und ich habe auch hier im Thread schon öfters gesagt, dass Sexismus nicht immer in gleicher Form verachtenswert ist oder dass er nie nachvollzogen werden kann oder u.U. sogar sinnvoll ist. Das einzige, was ich unterstützen möchte, ist, dass man seine eigenen Einstellungen regelmäßig überprüft und kritisch reflektiert. So kann man offen bleiben, ohne sich seine eigenen Erfahrungen zu verleugnen, was ich für ein gesundes Maß für einen selbst und für die Entwicklung einer Gesellschaft halte.
Lotusknospe Lotusknospe : In Ordnung, dann habe ich Deine Kommentare wohl tatsächlich fehlgedeutet. Ich möchte Dich um Verzeihung bitten für die offenbar unzutreffenden Haltungen, die ich Dir unterstellt habe.
 

Benutzer160853  (34)

Meistens hier zu finden
Ich hatte heute ein Gespräch mit einer Bekannten. Tätigkeitsfeld: Kaufmännischer Bürojob, klassisches Angestelltenverhältnis. Sie hatte über 2 Jahre einen Kollegen, der sie latent sexuell nötigte, ihr teilweise sogar Küsse auf die Stirn gab oder sie auf den Drehstuhl setzte und mit ihr Schindluder betrieb. Sie ist 1,65 und er war wohl knapp über zwei Meter.
Sie wandte sich an den Abteilungsleiter, der meinte, dass sie eben Spaß verstehen müsse.
Das hat etwas mit mir gemacht, weil es plötzlich nicht um Politik oder Film ging, sondern um Wahrnehmung einer subtilen Form von Gewalt in einer "gewöhnlichen Situation".
 
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