MeToo, MeNot, MenToo, HirnTot

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ja, das kann sein, die moderne Frau sollte ich vermutlich selbst mehr Arbeit machen :zwinker: Allerdings finde ich einen Kerl, den ich "erobern" muss, einfach nicht mehr interessant. Klar krieg ich das hin, aber ich will keine wie auch immer geartete Beziehung, die ich initiiert habe. Das beschafft mir nur wieder den Typ Mann, den ich echt nicht haben will. Genauso wie vorsichtiges Annähern :zwinker: Ist einfach nicht mein Fall.

Vielleicht bin ich einfach nur mit dem Zeitgeist kompatibel. Ich wollte eben nur meine Solidarität mit den verwirrten Männern ausdrücken, und dass ich in meiner Haltung auf Frauenseite dazu, da durchaus auch irgendwie drunter leide.

Außerdem ist doch bitte Hand auf Schenkel kein Begrapschen :what: ich versteh das wirklich schlicht nicht...
[doublepost=1508684658,1508684369][/doublepost]Ich glaube auch, das große Problem vieler Männer ist die fehlende rationale Greifbarkeit von Reaktionen und Gegenreaktionen.

Man sucht nach Kochrezepten und Gesetzestexten, weil das etwas ist, an dem man sich festhalten kann, und das eine gewisse nachvollziehbare Logik hat, was zwischenmenschliche Sympathie eben meist nicht bieten kann. Das ist meinen Rückmeldungen zu Folge ein riesen Problem beim Interpretieren von Signalen... weils halt nicht logisch sein muss, da es emotional ist. Das überfordert viele schon ohne die Angst jemanden zu belästigen...
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ja, das kann sein, die moderne Frau sollte ich vermutlich selbst mehr Arbeit machen :zwinker: Allerdings finde ich einen Kerl, den ich "erobern" muss, einfachnicht mehr interessant. Genauso wie vorsichtiges Annähern :zwinker:

Ich auch nicht. Und auch vorsichtiges Annähern ist mir fremd. Geht auch anders, ohne Gefahr der Belästigung, und ist meine bevorzugte Form der Annäherung, weswegen ich mit meinen Signalen idR sehr deutlich bin.

Außerdem ist doch bitte Hand auf Schenkel kein Begrapschen :what: ich versteh das wirklich schlicht nicht...

Nicht zwangsläufig (wie ich auf der ersten Seite auch geschrieben habe) und vor allem in Flirtsituationen eher nicht. In anderen Situationen kann es je nach Umstand aber schon so sein.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Geht auch anders, ohne Gefahr der Belästigung, und ist meine bevorzugte Form der Annäherung, weswegen ich mit meinen Signalen idR sehr deutlich bin.
Off-Topic:
Subtil hat bei mir noch nie funktioniert, und deutlich ist halt wieder so... gemäß der geschäftlichen Absprache :zwinker: Geht zwar ist aber maximal unattraktiv.
Wie das klappen soll, das deutlich sein, ohne selbst zu steuern, fehlt in meiner Vorstellungskraft.
Bin noch an keinen Mann geraten, der das kapiert hätte, in 16 Jahren aktiven Männerkontakts, zumindest in Flirtannäherungen. Business technisch ist das alles ja kein Problem.
Nach langem hin und her kommen wir also zum Ergebnis, es liegt doch an mir :tongue:
 

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Der Schenkel IST sehr intim und vor allem auch eindeutig sexuell, während Berührungen am Rücken, Schulter oder Arme das nicht sind), aber das fände ich dann wesentlich unproblematischer als bei den Szenarien, die ich oben beschrieben habe.

Absolut, sehe ich auch so. Der Oberschenkel ist der emotionale und auch technische Übergang vom allgemeinem unbedarften Flirten zu eindeutig sexueller Begirde und Anfrage.
Wer zu dieser Berührung ja sagt oder dazu einlädt, der ist idR. auch bereit für intime Berührungen.

Das hat zum einen was damit zu tun, dass der Weg von da zum Allerheiligsten nicht mehr weit ist und zum zweiten, dass Frauen da eh von natur aus viel empfindlicher sind als Männer.
Es ist quasi eine erogene Zone.

Das gleiche gilt mMn. für den Nacken und das Ohr.
[doublepost=1508686742,1508686445][/doublepost]Ich kann die Verzweiflung vom TS aber auch nachvollziehen.
Kerle mit weniger Erfahrung und Selbstbewusstsein beim Anbandeln haben es heute schon schwerer als früher.
Früher musste man zu allererst mal seine eigene Schüchternheit und Unsicherheit überwinden. Heute schwingt dabei dann auch immer gleich eine kopf- 2. Ebene mit:
- kann ich ihr überhaupt Vertrauen
- könnte man dies hier nun auch rechtlich falsch verstehen

Und das unter dem Druck, dass eine vertane Flirtchance event. nie wieder kommt.
Also das dumme Gefühl einer Zwickmühle...

Nicht einfach.

Und gerade aus dem immer komplizierter werdenden Geschlechterverhältnis hatte ich ja mal den Thread eines "Flirtfaches" im Schulunterricht in die Runde geschmissen.
Gerade für schüchtene und unsichere Charaktere könnte das ein segen sein.
Nachhilfebedarf hierfür gibt es ja genug.

Und dann noch die 3. Ebene:
Auch im Hinblick darauf, dass bei jungen Menschen heute zuerst durch Youtube- oder Youpornclips die ersten wichtigen sexuellen Erfahrungen machen.
...Was ja wahrlich auch nicht die Wirklichkeit abbildet und Kerle noch mehr verunsichert.

Auf den überspitzten Punkt gebracht:
Hier die selbstbestimmte Frau, bei der jede Breührung strafbar sein könnte, da der Pornovamp, der vom obergroben Pornohengst genommen werden darf, als gäbs diese selbstbestimmte Frauen gar nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer163878  (27)

Benutzer gesperrt
Ich wehre mich dagegen, als Mann im Dauerverdacht zu stehen als wäre ich ein unkontrollierbares Monster! Ich glaube nämlich nicht, dass Frauen genauso häufig verstohlen angesehen werden, wenn man z.B. hinter einer Person steht, die gerade mit einer EC Karte ihr Ticket am Bahnhof bezahlt. Oder lächelt doch mal bitte als Mann ein Kind am Spielplatz an... Na dann aber gute Nacht!
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Ich wehre mich dagegen, als Mann im Dauerverdacht zu stehen als wäre ich ein unkontrollierbares Monster! Ich glaube nämlich nicht, dass Frauen genauso häufig verstohlen angesehen werden, wenn man z.B. hinter einer Person steht, die gerade mit einer EC Karte ihr Ticket am Bahnhof bezahlt. Oder lächelt doch mal bitte als Mann ein Kind am Spielplatz an... Na dann aber gute Nacht!
Dann müsste ich ja der Oberphädo vom Dienst sein.
 

Benutzer163957 

Öfters im Forum
Bei solchen Themen werde ich schnell polemisch und hab mir ganz doll Mühe gegeben,dass das nicht passiert:whistle: deswegen klingt dass jetzt eher hölzern,sorrey:X3:

Wer mit mir flirtet und unsicher ist, welche Art von Berührung für mich in Ordnung geht - aber nicht bei jedem "Handgriff" nachfragen will - sollte erste körperliche Annäherungen in meinem Sichtfeld ausführen und mir Zeit* und Raum lassen, um zu reagieren. Wenn ich die Gelegengeit habe erfolgreich vorher abzulehnen, sei es durch eine abwehrende Geste, ein Zurüchweichen/ziehen, Kopfschütteln - oder ein höfliches verbalisiertes Nein (dafür brauche ich aber meistens einen deutlichen Moment länger), dann fühle ich mich weder "überrumpelt" noch irgendwie belästigt.

(*und mit "Zeit" meine ich wirklich nur einen winzigen Moment, in dem ich die Chance habe einzuschätzen, worauf die Bewegung meines Gegenübers abziehlt.)

Und je leichter es ist, eine unerfreuliche Berührung höflich und mit möglichst wenig weiterem Körperkontakt "abzuschütteln" - am besten bevor ich ein "ich möchte das gerade (noch) nicht" über die Lippen gebracht habe - desto weniger unangenehm ist mir diese.
Deswegen finde ich persönlich die Hand auf dem Oberschenkel (ich geh jetzt mal von einer sitzenden Position aus), deutlich unangenehmer (loszuwerden) als beispielsweise eine Hand auf meiner, die ich einfach schnell und dezent wegziehen kann. (Wobei ich "Schenkel" für mich auch als intime und sexuell geladene Berührung empfinde, bei der der Flirt schon wirklich fortgeschritten und Absichten bzw. Annäherung schon beidseitig positiv signaliert bzw bestätigt sein sollten, damit ich das oke finde.)

Auch wenn ich beispielsweise an einer Wand lehne oder in einer vollen Bar oder engen Tanzfläche mit wenig Bewegungsspielraum bin oder eben sitze, fühle ich mich leichter "in die Ecke gedrängt" weil ich eben nicht schnell nonverbal aus einer für mich unerwünschten Annäherung (komplett) heraus kommen (beispielsweise beim Kuss- oder Umarmungsversuch oder Angetanzt werden) und physische Distanz herstellen kann, wenn ich das möchte..

Wenn "zu forsch" schon eingetreten ist, aber meine deutlich abweisende Körpersprache oder mein wie auch immer geartetes "Nein"(/ne,bitte nicht/Finger weg/zu schnell/das mag ich nicht/hey,was soll das?/...) dann immerhin respektvoll (ohne pampigen/beleidigenden/ins-lächerliche-ziehenden Spruch gegen mich; ohne Diskussion, Protest, Überredungsversuche, Aggression oder ähnliches) wahr- und ernstgenonmen wird -> die unerwünschte Annäherung wird sofort beendet und es erfolgt ungefragt keine weitere (im nettesten Fall mit einem kurzen "sorry") - auch dann fühle ich mich nicht belästigt, weil ich das Gefühl habe, dass mein Flirtpartner auch mein Bedürfniss nach Spaß + Wohlfühlen ernst nimmt und nicht seine Wünsche und sein Wohlbefinden oder seine Situations-Interpretation darüber stellt.
Das muss dann auch nicht automatisch nen Flirt-Abbruch zur Folge haben, nur vielleicht erstmal nen Gang zurückschalten oder doch mal kurz deutlicher absprechen.

(Ich ergreife übrigens gerne selber die Initiative und flirte verbal sehr offensiv aber aufmerksam - bevor ich sprachlich allzu anzüglich werde, meine Grabbelfinger auspacke oder mit sonstigen Körperteilen auf die Pelle rücke. Ich habe festgestellt,dass gerade viele (junge?) Männer es oft nicht über sich bringen, eher unerwünschte und aufdringliche Avancen zurückzuweisen; zumindest wenn der zu forsche Flirter (oder evtl. schon Belästiger) eine Frau und nicht vollkommen unatraktiv ist) und schon gar nicht wenn sie alkoholisierte männliche Kumpels im Schlepptau haben.)
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Negativ für die Beziehung zwischen den Geschlechtern ist insbesondere, dass in der Aufmerksamkeitsökonomie und der Jagd nach mehr Klicks und Likes mal wieder alles zusammengeworfen wird, was alles ist, außer gleich: Da stehen dann plötzlich das irritierende Date, das zu forsche Kompliment, der Griff an den Po und die Vergewaltigung direkt nebeneinander -

Damit habe ich auch ein Problem. Auch wenn vieles vielleicht irgendwie "Scheiße" und unerfreulich bis verletztend für die betroffene Person ist und auch hinter vielem eine ähnliche "Struktur" (Machtausübung etc.) dahinter stecken mag, finde ich schon, dass Differenzierung wichtig ist.


Ich finde respektlosen Umgang - NEBEN dem sexuellen, die komplette Umgangsform! - im Alltag sehr viel gegenwärtiger und störender,

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Klar, man ist da schnell bei einem "Whataboutismus", aber ich finde es schon etwas merkwürdig, dass die Thematik so im Vordergrund steht...und zwar nicht nur in Bezug auf wirkliche sexuelle Gewalt im Sinne von Vergewaltigung, sexueller Nötigung etc., sondern auch bzgl. Formen, die zunächst mal vor allem Respektlosigkeit zum Ausdruck bringen.

Opfer von RESPEKTLOSIGKEIT bis hin zu wirklichen Kränkungen (auf Basis eines Machtgefälles) und massiven Angriffen auf den Selbstwert von Menschen gibt es aber täglich wohl zu 100.000....und zwar Mädchen UND Jungen, Frauen UND Männer: In der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie, in Beziehungen usw. Und Täter sind hier ebenfalls Männer UND Frauen. Jungen UND Mädchen.
Wieso wird DAS nicht in gleichem Maße thematisiert?

Besonders irritiert bin ich, wenn auf der Basis dieser Vermischungen von allem mit allem gleich wieder Stimmen laut werden, die weitere Gesetze fordern (Barley, Nahles, Schwesig)....und dann noch nicht mal konkret gesagt wird, WAS jetzt genau WARUM strafrechtlich geahndet werden soll, was es bisher nicht war. Hatten wir nicht gerade eine Verschärfung des Sexualstrafrechts? Wo gibts denn jetzt noch weiteren Regelungsbedarf? Kann ja sein, dass es den gibt. Aber im Moment habe ich das Gefühl, dass die Diskussion etwas hohl dreht. Da müsste m.E. mal "Ordnung" hinein, wann es wem um was genau eigentlich geht.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Diese ganzen #MeToo-, #Aufschrei- und sonstigen Kampagnen tragen durchaus dazu bei, mich im zwischenmenschlichen Bereich noch stärker zu verunsichern, als ich es ohnehin schon bin.
Bei diesen Kampagnen werden regelmäßig alle möglichen Dinge in einen Topf geworfen: Vom als unpassend empfundenen Kompliment bis zur Vergewaltigung scheint alles gleichermaßen böse und verpönt zu sein.
Darüber, dass Vergewaltiger, Grapscher, usw. Arschlöcher sind, deren Verhalten nicht akzeptiert werden darf, müssen wir sicherlich nicht streiten. Aber wieso wird plötzlich jemand, der sich einfach nur ein bisschen ungeschickt verhält, indem er ein als unpassend empfundenes Kompliment von sich gibt, o.Ä. auf eine Stufe mit diesen Arschlöchern gestellt?

Darf ich meiner Kollegin (an der ich möglicherweise nicht das geringste sexuelle Interesse habe) bei einem besonderen geschäftlichen Anlass noch sagen, dass ich ihr Kleid schön finde, oder bin ich damit schon das böse, sexistische Arschloch? (Und wenn ja, warum bin ich das? Würde ich von einer beliebigen Kollegin hören, dass mir mein Anzug gut steht, würde ich mich einfach über das Kompliment freuen und nicht mal im Entferntesten daran denken, dass das sexistisch oder sonst irgendwie unangemessen sein könnte.)
Darf ich noch irgendwo im Alltag (z.B. in der Bahn) eine Person ansprechen, wenn ich hier im Forum immer wieder lese, wie schrecklich es manche Leute finden, in solchen Situationen angesprochen zu werden?
usw.
Das wirkt auf mich alles so verbissen, dass ich immer mehr den Eindruck bekomme, schon bei einer beliebig kleinen, unbeabsichtigten Grenzüberschreitung mit ganz massiven Reaktionen bis hin zu einer Anzeige rechnen zu müssen.

Ich bin einfach niemand, der sich auf dem Parkett der zwischenmenschlichen Interaktion besonders souverän bewegt. Nonverbale Signale kann ich nur sehr schwer einschätzen. Einen Wink mit dem Zaunpfahl nehme ich mit viel Glück als undeutliches Signal wahr und bis ich es dann wirklich klar und deutlich verstehe, muss mein Gegenüber schon mal stundenlang den ganzen Zaun wild durch die Luft wirbeln.
Die Frage ist nur, wie ich in einer Gesellschaft noch die Erfahrungen sammeln kann, mit denen ich meine Fähigkeiten in diesem Bereich verbessern kann, wenn ich bei jedem noch so kleinen Fehltritt gleich Angst haben muss, als rießiges Arschloch, übergriffiger Sexist, o.Ä. dargestellt, oder möglicherweise gleich angezeigt zu werden.

Wenn ich tatsächlich warte, bis ich absolut eindeutige nonverbale Signale erkenne, haben mindestens 99% der mir gegenüber möglicherweise nicht grundlegend abgeneigten Frauen schon ganz lange das Interesse verloren. Also muss ich wohl entweder das Risiko eingehen, unbeabsichtigterweise zum ganz schlimmen Abschaum zu werden, oder kann mir gleich die Kugel geben, weil ich nicht mal den Hauch einer Chance bei der Partnersuche habe.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
banane0815 banane0815 , ich kenne solche Geschichten ehrlich gesagt überhaupt nicht und so eine Erzählung ist mir bislang nie in dem Zusammenhang mit der #metoo-Bewegung untergekommen.

Da waren Geschichten dabei, in denen der Sportlehrer den Mädchen immer ganz besondere Hilfestellungen geben musste (vor allem am Po und an den Brüsten, auch wenn das betreffende Mädchen wirklich gut war) oder der Reitlehrer mehr als einmal eine gewisse Situation ausgenutzt hat, um eine andere anzufassen und sie küssen wollte, egal, wie sehr sie sich gewehrt hat... um Komplimente ging es in keiner Geschichte, die offen gelegt oder mir unter vier Augen erzählt wurde und ich bin mir sicher, dass es dabei um Ausnahmen geht. Eventuell gibt es sogar Frauen, die einfach mitreden wollen und Situationen suchen, in denen sie sich unwohl gefühlt haben.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
banane0815 banane0815 , ich kenne solche Geschichten ehrlich gesagt überhaupt nicht und so eine Erzählung ist mir bislang nie in dem Zusammenhang mit der #metoo-Bewegung untergekommen.
Ich denke z.B. an diesen Artikel auf Zeit Online und diverse andere ähnliche Artikel, die jedes mal auftauchen, wenn irgendeine #Metoo- oder #Aufschrei-Kampagne durch die sozialen Medien geistert, oder wenn sonst irgendwas in Richtung Sexismus, sexuelle Gewalt, usw. publik wird.

Da waren Geschichten dabei, in denen der Sportlehrer den Mädchen immer ganz besondere Hilfestellungen geben musste (vor allem am Po und an den Brüsten, auch wenn das betreffende Mädchen wirklich gut war) oder der Reitlehrer mehr als einmal eine gewisse Situation ausgenutzt hat, um eine andere anzufassen und sie küssen wollte, egal, wie sehr sie sich gewehrt hat... um Komplimente ging es in keiner Geschichte, die offen gelegt oder mir unter vier Augen erzählt wurde und ich bin mir sicher, dass es dabei um Ausnahmen geht. Eventuell gibt es sogar Frauen, die einfach mitreden wollen und Situationen suchen, in denen sie sich unwohl gefühlt haben.
Dass solche Dinge angeprangert werden, ist selbstverständlich gut und richtig. Aber jedes mal, wenn wieder irgendeine Sache in Richtung Sexismus, Grenzüberschreitungen, usw. in den sozialen Medien und der "normalen" Medienlandschaft breitgetreten wird, sehe ich auch diese Vermischung, in der beliebig kleine Lapalien, wie z.B. als unangebracht empfundene Komplimente, ein bisschen zu lange Blicke, usw. in einem Atemzug mit ernstzunehmenden Belästigungen und noch viel schlimmeren Dingen genannt werden. - Und genau das finde ich äußerst kontraproduktiv.
Einerseits fragt man sich dann, was man sich überhaupt noch trauen kann, wenn man bei solchen sozialen Dingen nicht sonderlich begabt ist und somit möglicherweise unbeabsichtigterweise mal einen Fehler macht. Und andererseits werden die wirklich schwerwiegenden Taten durch die fehlende Differenzierung verharmlost.
 

Benutzer132552 

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Banane, natürlich ist harte physische sexuelle Gewalt nicht mit verbalen "Ausrutschern" vergleichbar. Aber alltäglicher Sexismus ist in unserer Gesellschaft schon noch stark verbreitet, da geht es häufig einfach um Macht, mit der Mann häufig zeigt, wer der Herr im Hause ist. Ich versuche mal, Dir zwei Beispiele zu geben, wie Komplimente zwischen "völlig ok" und "total unpassend sexistisch zur Machtausübung, Reduzierung der Frau auf Ihre weiblichen Attribute" ineinander übergehen können.

Zunächst mal ein fiktives Szenario: Du bist sagen wir mal Entwicklungsingenieur in einer Abteilung mit anderen Entwicklungsingenieuren und -ingenieurinnen. Ihr habt ein gutes kollegiales Verhältnis, keine Freunschaft, aber Ihr kommt gut miteinander aus, seid beim "Du", gute Arbeitsatmosphäre, alles fein. Nachmittags habt Ihr eine Abteilungssitzung, drei von Euch müssen einen Vortrag über Eure Arbeiten vor der Geschäftsleitung halten, es geht um die Bewertung Eurer Projekte.

1) Du begegnest morgens Kollegin X (die wie Du auch einen Vortrag halten muss), sie hat eine neue, schicke, weibliche Frisur. Du sagst "Hallo X, schicke Frisur". Alles gut, neue Frisur, nettes Kompliment, Subtext höchstens: "ich bringe Dir Aufmerksamkeit entgegen und finde Dich nett" - Leuten, die man nicht leiden kann, sagt man so etwas im Normalfall eher selten.

2) Das gleiche Szeanario, aber Du sagst "Hallo X, schicke Frisur, extra zum Vortrag?" Schon unterstellst Du ihr, dass sie sich extra mit einer schicken, weiblichen Frisur versehen hat, um beim Vortrag "besser auszusehen", mit weiblichen Attributen gezielt ihre Arbeit aufwerten zu wollen.

3) Du begegnest X erst nachmittags im Sitzungssaal und sagst vor Deinen anderen Kollegen "Hallo X, schicke Frisur, extra zum Vortrag?". Jetzt hast Du Deine - vielleicht aufgrund Deiner von Dir beschriebenen Ungeschicklichkeit unbeabsichtete Unterstellung - auch noch vor Kollegen vorgetragen und die Dame aufgrund ihres weiblichen Auftretens schon mal kräftig diskreditiert.

4) X bereitet im Sitzungssaal ihren Vortrag vor, Du drehst Dich zu Deinen Kollegen um und sagst für alle laut hörbar: "Schaut mal, X hat eine schicke, neue Frisur, bestimmt extra zum Vortrag". Du hast sie sexistisch vernichtet, bevor sie ihren Vortrag begonnen hat.

Got me? Siehst Du, wie fließend die Übergänge sein können?

Jetzt noch ein Beispiel aus der Praxis, ich denke, genug verallgemeinert und verfremdet, dass kein Rückschluss auf den beschriebenen Vorfall möglich ist:

Ich war neulich auf einer geschäftlichen Veranstaltung. Ein wichtiger Kunde lädt zu einer Vortragsveranstaltung ein, es geht eigentlich nur um "Sehen und gesehen werden", dem Kunden zeigen, wie toll er ist, dass man sich für ihn als Führungskraft einen Tag um die Ohren schlägt, um seiner Selbstdarstellung zu lauschen. Der Saal ist gefüllt mit ca. 150 Anzugträgern und 20 Hosenanzugträgerinnen, die ganze Veranstaltung ist stockkonservativ und in einer Zeit, in der Banker und Konzernvorstände keine Krawatten mehr tragen, eigentlich total aus der Zeit gefallen. Ich frage mich direkt, warum da nicht mehr Frauen sind, das tut für mein Beispiel aber nichts zur Sache.

Der Oberanzugträger des Veranstalters erzählt eine Stunde, wie supertoll er ist ist und was für eine Ehre, wenn er bei den Anwesenden 150 Anzugträgern / 20 Hosenanzugträgerinnen (alle von verschiedenen Lieferanten) etwas kauft. Dann kommt der nächste Vortrag. Der Kerl sagt: "Ich übergebe an meine ebenso junge wie hübsche Kollegin, Frau X." - und übergibt an die promovierte Controllerin aus dem Führungskreis irgendwo mehr an 50 als an 40 Jahren und aussehend wie eine ganz normale, natürliche, weder aufgedonnerte, noch abgearbeitete Geschäftsfrau im gepflegten Business-Outfit.

Ich falle fast vom Stuhl: das ist Sexismus pur. Die einzig im Umfeld adäquate Vorstellung wäre gewesen: "Ich übergebe an unsere Controllerin, Frau Dr. X". Mit der Einführung "ebenso jung wie hübsch" und gleichzeitigem Unterschlagen ihrer Qualfikation hat er die Dame total disqualifiziert, mal eben gezeigt, wer der "Herr im Hause" ist. So hätte der Kerl nie im Leben einen Mann eingeführt. Er hat seine Macht gezeigt, indem er die Dame auf ihre weiblichen Attribute reduziert hat. Geht gar nicht - obwohl es "nur" ein Kompliment war. Die Dame geht übrigens darüber hinweg, als sei nix gewesen (ihr bleibt jetzt auch nichts anderes übrig, sie KANN sich hier nicht wehren, ohne einen Skandal herbeizuführen, der sie wahrscheinlich in ihrem aktuellen beruflichen Umfeld vernichten wird, sondern MUSS die Contenance wahren). Kein tolles Zeichen für die Unternehmenskultur.

Das ganze wie gesagt nur als Antwort auf Deine Frage / Unsicherheit, was denn nun erlaubt ist, und was nicht, nicht zur Relativierung physischer Gewalt. Aber psychische sexuelle Gewalt kann da schon im Spiel sein. Ich gebe Dir zwar recht, auch mir geht in einigen Beiträgen der öffentlichen Debatte vieles zu durcheinander - ich habe vor ein paar Tagen auch etwas in der Zeit oder Süddeutschen gelesen, bei dem ich gedacht habe, "das darf doch jetzt nicht wahr sein, das als Sexismus einzuordnen." Aber irgendwie hängen die Themenfelder in meinen Augen schon zusammen.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
2) Das gleiche Szeanario, aber Du sagst "Hallo X, schicke Frisur, extra zum Vortrag?" Schon unterstellst Du ihr, dass sie sich extra mit einer schicken, weiblichen Frisur versehen hat, um beim Vortrag "besser auszusehen", mit weiblichen Attributen gezielt ihre Arbeit aufwerten zu wollen.
Einspruch!
Nur weil das so verstanden werden kann, muss diese Aussage noch längst nicht so gemeint sein. Das kann ich genau so auch ohne jeden Gedanken an das Geschlecht sagen - genau wie ich z.B. meinen Kollegen, der sonst immer T-Shirts trägt, fragen könnte, ob er das Hemd extra für den Vortrag angezogen hat, ohne dabei irgendwie sexistisch zu sein (obwohl das Hemd natürlich ein typisch männliches Kleidungsstück ist).

Nur weil man diese Geschichte mit ein paar geistigen Winkelzügen mit einem unterstellten Spiel mit weiblichen Reizen in Verbindung bringen kann (wenn man es denn unbedingt will), heißt das noch lange nicht, dass derjenige, der diese Frage stellt, auch selbst diese Winkelzüge anstellt.

Der Oberanzugträger des Veranstalters erzählt eine Stunde, wie supertoll er ist ist und was für eine Ehre, wenn er bei den Anwesenden 150 Anzugträgern / 20 Hosenanzugträgerinnen (alle von verschiedenen Lieferanten) etwas kauft. Dann kommt der nächste Vortrag. Der Kerl sagt: "Ich übergebe an meine ebenso junge wie hübsche Kollegin, Frau X." - und übergibt an die promovierte Controllerin aus dem Führungskreis irgendwo mehr an 50 als an 40 Jahren und aussehend wie eine ganz normale, natürliche, weder aufgedonnerte, noch abgearbeitete Geschäftsfrau im gepflegten Business-Outfit.

Ich falle fast vom Stuhl: das ist Sexismus pur. Die einzig im Umfeld adäquate Vorstellung wäre gewesen: "Ich übergebe an unsere Controllerin, Frau Dr. X". Mit der Einführung "ebenso jung wie hübsch" und gleichzeitigem Unterschlagen ihrer Qualfikation hat er die Dame total disqualifiziert, mal eben gezeigt, wer der "Herr im Hause" ist. So hätte der Kerl nie im Leben einen Mann eingeführt. Er hat seine Macht gezeigt, indem er die Dame auf ihre weiblichen Attribute reduziert hat. Geht gar nicht - obwohl es "nur" ein Kompliment war.
Darüber, dass eine derartige Aussage selten dämlich ist, müssen wir uns sicher nicht streiten. Aber die große Machtdemonstration sehe ich darin jetzt auch nicht, sondern höchstens dümmliche Dampfplauderei, die einzig und allein dem Ansehen des Kerls schadet.
 

Benutzer130414 

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1) Du begegnest morgens Kollege X (der wie Du auch einen Vortrag halten muss), er hat einen neuen, schicken, Anzug. Du sagst "Hallo X, schicker Anzug". Alles gut!

2) Das gleiche Szeanario, aber Du sagst "Hallo X, schicker Anzug, extra zum Vortrag?" Alles gut

3) Du begegnest X erst nachmittags im Sitzungssaal und sagst vor Deinen anderen Kollegen "Hallo X, schicker Anzug, extra zum Vortrag?". Alles gut

4) X bereitet im Sitzungssaal ihren Vortrag vor, Du drehst Dich zu Deinen Kollegen um und sagst für alle laut hörbar: "Schaut mal, X hat einen schicken, neuen Anzug, bestimmt extra zum Vortrag". Alles gut, naja, sicher nicht die geilste Art, aber du wirst dafür nicht gelyncht.

Warum ist es bei Männern ok, darauf hinzuweisen, das er sich extra um den Chef zu beeindrucken schick gemacht hat, bei Frauen aber nicht?
Ich als Betriebsrat bekomme oft solche Kommentare, wenn ich mich mal herausputze wegen Chefterminen.
Mich stört es nicht.

Versteht mich nicht falsch, ich verstehe, dass das bei den Damen als Sexismus aufgefasst wird, aber warum zweierlei Maß?

z.B. unser neuer Kollege.
Da kann ich ohne Probleme sagen, das Junge ist talentiert, eloquent, gut gebildet und sieht auch noch gut aus.
Er wird das einzig und allein als Kompliment auffassen.
Jetzt stellt euch mal vor, ich sage das über eine Frau
(jaja, ich habs gemacht :sorry: - in der Situation, das von einer Kollegin der Vertrag überaschend nicht verlängert wird sagte ich: Häh? Die galt doch lange als unsere überintelligente, zukunftsträchtiges, gutaussehende Hoffnung - Bäm. musste ich mir anhören, das sei Sexismus)

Ja, ich weiß, für gutes Aussehen kann keiner was(dem widerspreche ich schonmal, Kleider machen Leute) und es hat nix mit der fachlichen Kompetenz zu tun.
Aber warum zum Geier ist es schlimm über eine schöne Frau zu sagen, das sie schön sei, bei einem Mann aber nicht?

Ich möchte an der stelle hinweisen, das es Sexismus ist, wenn es diskriminierend gemeint ist.
Aber ich denke, oft ist es nicht so, und wenn doch, dann bin ich gegenüber seeehr vielen Menschen, unabhängig vom Geschlecht sexistisch.

Na, zumindest ist es jetzt so, das ich eine Liebe, hübsche (völlig untertrieben) und fähige Kollegin hab, die sich auch immer sehr hübsch macht. Sie gibt sich richtig mühe.
Wir haben eigentlich ein gutes Verhältnis.
Wo ich zu männlichen Kollegen sag. Mensch, schöner Pulli, würd ich mich bei ihr nie trauen, ihr ein Kompliment zu machen jedweder art abgesehen von ihrer Arbeit.
Ich find das traurig.

Oder anders gesagt.
ich find es schade, das der Umgang zwischen den 'Geschlechtern so völlig verkrampft ist und jedwedes Kompliment als Angriff missgedeutet werden kann/wird, kann es aber in anbetracht vieler äußerst primitiver Männer nachvollziehen.
Was ich nicht verstehe, ist das es andersrum aufgrund vieler primitver Frauen nicht auch so ist
 

Benutzer152150 

Sehr bekannt hier
ich find es schade, das der Umgang zwischen den 'Geschlechtern so völlig verkrampft ist und jedwedes Kompliment als Angriff missgedeutet werden kann/wird, kann es aber in anbetracht vieler äußerst primitiver Männer nachvollziehen.
Was ich nicht verstehe, ist das es andersrum aufgrund vieler primitver Frauen nicht auch so ist
genau das!

Allerdings tu ich mich mit dem Thema auch schwer.
Solche Situationen wie bei Sawsan Chebli kann ich z. B. beim besten Willen nicht als Belästigung oder unpassend sehen.
Der Botschafter war halt einfach angenehm überrascht nicht einem Staatssekretär entsprechend seiner Generation (alt, männlich, nicht im besten körperlichen Zustand) begegnet zu sein und äußerte das auch dementsprechend überrascht. Seien wir ehrlich: Die Entwicklung, speziell die politische ist in den letzten Jahren geradezu sprunghaft gewesen.
Viele der Botschafter, Diplomaten, Politiker stammen noch aus einer Zeit in der sie gelernt haben, daß die Frau vornehmlich entweder hinter dem Herd steht oder höchstens mal Sekretärin der Mächtigen wird....vielleicht mal als Fräulein-Wunder den Wiederaufbau mitbegründet hat (aber da waren die Männer ja meist weg)
Unsere Jungend prägt uns...auch unsere Ausdrucksweise und unseren Umgang.
Ich bezweifle, daß der Botschafter mit dieser überraschten Äußerung Frau Chebli diskreditieren wollte oder "in die Schranken weisen".
Ich würde gerne glauben, daß wir irgendwann in einer Gesellschaft ankommen, in der Frauen nicht auf dem Richtblock ihres Äußeren oder ihrer Sexualität beurteilt werden,
aber ich bezweifle ernsthaft, daß solche Aktionen wie #Aufschrei oder auch diese inhaltlich ähnliche #metoo-Aktion diese Lage verbessern, sondern eher noch verschlimmern, da die Kluften damit nur vergrößert werden.
Viele Männer (und da bin ich mir absolut sicher) respektieren Frauen nämlich durchaus als kompetente Partner...unabhängig ihres äußeren oder ihrer Sexualität, schätzen aber ganz unsexistisch, das sie einfach netter anzuguggen sind als andere Männer.
Warum sollten die das dann nicht auch äußern dürfen?
 
G

Benutzer

Gast
Wow - ich dachte ehrlich nicht, dass hier so viele antworten. Offenbar sind doch einige von der momentanen Situation, aus unterschiedlichen Gründen geteilter Meinung.

Ich darf also zusammenfassend davon ausgehen, dass man diesen Thema einfach nicht zusammenfassen kann. Was die eine Frau als sexuelle Belästigung empfindet, erkennt die andere als harmloses Kompliment. Das ist ja grundsätzlich nichts neues - aber was bedeutet das für die Männer?

Heute habe ich vom Hashtag #Ihave (womit man wohl sexuelle Übergriffe "gesteht") gehört und natürlich gleich nachgeschaut was die Männer so schreiben. Mir ist ganz schlecht geworden bei dem was ich so gelesen habe. "#Ihave vor ca 20 Jahren im Club beim Tanzen meine Hand langsam zu ihrem Gesäß wandern lassen", "#Ihave kissed that girl at a party - she told me next day, she only did it because she was drunk", "#Ihave meiner Kollegin gesagt dass ich ihr Kleid echt hübsch finde und sie hat sich bedankt" "#Ihave ein Mädel das mir gefallen hat bei der Begrüßung wohl zu lange umarmt", "#Ihave made mistakes in the objectivation of women, even if it was just “bro talk” with the guys"

Was soll das? Sind diese Männer wirklich schon so weich gekocht von den Medien, dass sie tatsächlich glauben das wären sexuelle Übergriffe?! Oder reagieren sie damit sarkastisch auf die vielen schwachsinnigen #metoo Posts?!

Ein Typ hat mir aber gefallen "#Ihave dieser super hübschen Frau beim ersten Date auf den Hintern gegriffen, worauf hin ich eine kassiert habe - Wir sind seit 10 Jahren verheiratet"

Die positiven Erlebnisse in meiner bisherigen Dating-Geschichte hatten offenbar ausnahmslos sexuelle Übergriffe als Grundlage. Sei es, dass ich ihre Hand genommen, meine Hand auf ihr Knie gelegt, oder sie einfach geküsst habe (mit der 90%/10% "Regel" die auch schon erwähnt wurde). All das mit recht viel Vortasten, aber nie mit 100% Gewissheit - dennoch bin ich offenbar beinahe ein Vergewaltiger - aber zumindest ein frauenverachtendes Macho-Schwein.
Meistens habe ich im Nachhinein gehört "ich habe schon geglaubt du willst nichts von mir, aber dann hast du doch mein Bein berührt" oder "ich dachte schon du findest mich nicht gut, weil du so zurückhaltend warst"
Für mich persönlich käme sowieso keine Frau als Partnerin in Frage, die sich in die Opferrolle drängt indem sie so ziemlich jede - besonders non-verbale - Art von Avancen als sexistisch betrachtet.
 

Benutzer130414 

Meistens hier zu finden
Was soll das? Sind diese Männer wirklich schon so weich gekocht von den Medien, dass sie tatsächlich glauben das wären sexuelle Übergriffe?! Oder reagieren sie damit sarkastisch auf die vielen schwachsinnigen #metoo Posts?!
ich denke, das ist halb halb. Klar sind da einige dabei, die sich lustig machen, aber auch einige, die es ernst meinen und nicht mehr wissen, was sie tun dürfen/sollen/können und dann noch welche, die unter der Maske des Sarkasmus einfach nur unsicher sind und eigentlich auch nicht wissen wie sie damit umgehen sollen.

Die positiven Erlebnisse in meiner bisherigen Dating-Geschichte hatten offenbar ausnahmslos sexuelle Übergriffe als Grundlage.
ja, so ziemlich. nur deshalb bin ich verheiratet.

Für mich persönlich käme sowieso keine Frau als Partnerin in Frage, die sich in die Opferrolle drängt indem sie so ziemlich jede - besonders non-verbale - Art von Avancen als sexistisch betrachtet.
Wenn man das merkt, ist es leider schon zu spät
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Die positiven Erlebnisse in meiner bisherigen Dating-Geschichte hatten offenbar ausnahmslos sexuelle Übergriffe als Grundlage. Sei es, dass ich ihre Hand genommen, meine Hand auf ihr Knie gelegt, oder sie einfach geküsst habe (mit der 90%/10% "Regel" die auch schon erwähnt wurde). All das mit recht viel Vortasten, aber nie mit 100% Gewissheit - dennoch bin ich offenbar beinahe ein Vergewaltiger - aber zumindest ein frauenverachtendes Macho-Schwein.

Warum fühlst du dich eigentlich angesprochen, wenn es ganz klar nicht um Leute wie dich geht? Den Schuh ziehst du dir wirklich selbst an, und machst es dann anderen Leuten zum Vorwurf. Werd ich auch nicht verstehen. Anstatt selbst zu differenzieren und nicht jedes #metoo-Statement wörtlich zu nehmen, sondern die Grundmessage darin wahrzunehmen und anzuerkennen, ziehst du alles ins Lächerliche und spielst die beleidigte Leberwurst, wobei du doch gar nicht zu der Kategorie gehörst, die bei diesem Thema angeprangert wird. Wenn dir diese Einschätzung wirklich fehlt -- was offensichtlich der Fall ist, so wie du dich hier darstellst -- dann kann man dir vermutlich auch nicht mehr helfen. #Opferrolle und so.
 

Benutzer124223  (45)

Meistens hier zu finden
3) Du begegnest X erst nachmittags im Sitzungssaal und sagst vor Deinen anderen Kollegen "Hallo X, schicker Anzug, extra zum Vortrag?". Alles gut

In Gegenwart anderer Kollegen würde ich mich auch auf den Schlips getreten fühlen. Nicht wegen Sexismus, aber doch wegen einer Reduzierung auf das Äußerliche. Je nach Betonung stecken da ja auch mehr oder weniger subtile Vorwürfe drin: ("Musst du extra einen Anzug anziehen, um Deine fachlichen Mängel auszugleichen / die anderen zu übertrumpfen?" "Ausnahmsweise kleidest Du Dich mal gut, sonst ja nicht.", ...).

4) X bereitet im Sitzungssaal ihren Vortrag vor, Du drehst Dich zu Deinen Kollegen um und sagst für alle laut hörbar: "Schaut mal, X hat einen schicken, neuen Anzug, bestimmt extra zum Vortrag". Alles gut, naja, sicher nicht die geilste Art, aber du wirst dafür nicht gelyncht.

Empfinde ich als inakzeptables Lästern.

Warum ist es bei Männern ok, darauf hinzuweisen, das er sich extra um den Chef zu beeindrucken schick gemacht hat, bei Frauen aber nicht?
Ich als Betriebsrat bekomme oft solche Kommentare, wenn ich mich mal herausputze wegen Chefterminen.
Mich stört es nicht.

Passiert mir auch und geht mir gewaltig auf die Nerven.

z.B. unser neuer Kollege.
Da kann ich ohne Probleme sagen, das Junge ist talentiert, eloquent, gut gebildet und sieht auch noch gut aus.
Er wird das einzig und allein als Kompliment auffassen.

Das kommt auf den Kontext an, dann kann das für beide Geschlechter angemessen oder auch unangemessen sein. Die Bezeichnung "Junge" finde ich je nach Kontext z.B. sehr herablassend. Wenn man einer Frau sagt, sie sei neben Ihren Kompetenzen auch gutaussehend, kann es OK sein, sofern es sich nicht als "obwohl" interpretieren lässt.


Jetzt stellt euch mal vor, ich sage das über eine Frau
(jaja, ich habs gemacht :sorry: - in der Situation, das von einer Kollegin der Vertrag überaschend nicht verlängert wird sagte ich: Häh? Die galt doch lange als unsere überintelligente, zukunftsträchtiges, gutaussehende Hoffnung - Bäm. musste ich mir anhören, das sei Sexismus)

Nicht ganz zu unrecht, wie ich finde. "Überintelligent" ist bei mir negativ besetzt und kann in dem Zusammenhang leicht als "zu intelligent für ihr gutes Aussehen" interpretiert werden.
 
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