Meine oberste Priorität ist …

Benutzer40821 

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Der Partner sollte den wichtigsten Aspekt in einer Beziehung darstellen. Aber doch nicht im Leben.

Klar, man muss Prioritäten setzen. Wenn ich die Chance habe, beruflich ins Ausland zu gehen um mich selbst enorm weiterzuentwickeln, und sie nicht ergreife, weil ich mich temporär nicht von meinem Partner trennen kann/möchte, dann gehe ich eben nicht. Aber man muss sich hierbei ganz einfach klar machen, dass Beziehung nun einmal nicht ewig halten.
Wenn die Beziehung dann vielleicht nach einer gewissen Zeit vorbei ist, wird man früher oder später bitter einsehen müssen, dass man eine Chance für sich selbst zugunsten eines anderen Menschen vertan hat. Eines Menschen, der jetzt nicht mehr da ist. Und das dürfte wehtun.

In einer glücklichen Beziehung ist der Partner enorm wichtig. Aber man sollte nicht seine Interessen, seine Freunde und schon gar nicht seine persönlichen Ziele für ihn aufgeben. Das kann nämlich auch nicht Sinn und Zweck einer Partnerschaft sein, eher im Gegenteil.

Ob sich diese These denn schließlich bewahrtheitet kann ich gar nicht beurteilen. Ich denke, das ist weniger geschlechter- als vielmehr persönlichkeitsabhängig.
Sicher gibt es Männer, die ihre Partnerin sehr weit zurückstellen, jedoch ebenso welche, die sie auf ein enormes Podest stellen. Ich persönlich finde beide Möglichkeiten zu extrem und bin der Meinung, es sei viel eher angebracht ein gesundes Mittelmaß zu finden.
 

Benutzer72433 

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mit der einstellung, sicher.
klar, es ist absolut unrealistisch zu glauben dass man von anfang an weiss ob eine beziehung für immer hält. aber wenn man sich nicht so verhält als würde man davon ausgehen - und sie entsprechend wichtig nimmt - dann kann sie garnicht lange halten.
in dem sinne machst du es für dich ja genau richtig, dass bei dir eine beziehung ewig hält ist so mehr als unwahrscheinlich, entsprechend solltest du die beziehung auch nicht als das wichtigste einordnen... aber mir wiederstrebt das. wenn ich eine beziehung eingehe (wichtig: grosser unterschied zwischen kumpel mit sex und beziehung), dann tue ich das mit der absicht, sie für ewig zu haben. wozu sonst die ganze arbeit, den stress usw eingehen, die sich gezwungenermassen ergeben sobald man eine beziehung hat?


achja, topic: ich glaube, dass das einfach nach wie vor unterschiedlich ist, und (hoffentlich) die, die zusammenpassen in ihren einstellungen, auch zusammen finden :zwinker:
 

Benutzer40821 

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mit der einstellung, sicher.
klar, es ist absolut unrealistisch zu glauben dass man von anfang an weiss ob eine beziehung für immer hält. aber wenn man sich nicht so verhält als würde man davon ausgehen - und sie entsprechend wichtig nimmt - dann kann sie garnicht lange halten.

Glaubst du, dass die Beziehung länger hält, nur wenn man alles andere zurückstellt, sich im Prinzip nur noch vom Partner abhängig macht?
Ich finde, da sollte man realistisch bleiben und ich für meinen Teil glaube nicht, dass ich meine Beziehung so festigen könnte.
 

Benutzer10855 

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in dem sinne machst du es für dich ja genau richtig, dass bei dir eine beziehung ewig hält ist so mehr als unwahrscheinlich, entsprechend solltest du die beziehung auch nicht als das wichtigste einordnen... aber mir wiederstrebt das. wenn ich eine beziehung eingehe (wichtig: grosser unterschied zwischen kumpel mit sex und beziehung), dann tue ich das mit der absicht, sie für ewig zu haben. wozu sonst die ganze arbeit, den stress usw eingehen, die sich gezwungenermassen ergeben sobald man eine beziehung hat?

Ganz einfach - um den Moment zu genießen! Gerade die Tatsache, dass mir niemand garantieren kann, dass meine Beziehung ewig hält, macht sie für mich so wertvoll. Für mich ist es keine "wird ohnehin nichts"-Einstellung sondern eine "jetzt und zwar genau jetzt ist der Zeitpunkt"-Einstellung.
Selbst wenn dann die Beziehung zuende geht (was in den häufigsten Fällen so sein wird), hat man sich hoffentlich positive Erinnerungen und Gefühle für diesen Menschen bewahren können, und trägt ihn nun als Teil seiner Persönlichkeit wirklich für ewig bei sich.
Ich weiß Beziehungen durchaus zu schätzen, aber dieser Ewigkeitsgedanke ist für mich eine Illusion, welche potentiell große Schmerzen nach sich führen kann.
Vielleicht ist für manche Menschen diese Illusion wichtig, um sich vollkommen hingeben zu können. Womöglich bin ich in dieser Hinsicht gehandicapped. Die Frage ist wirklich schwierig zu beantworten...
 

Benutzer77941  (31)

Verbringt hier viel Zeit
das hängt sehr stark vom Mann ab.
Ich kenne einen der hat lange gebraucht zu verstehen, dass seine Freundin wichtiger als sein Auto ist.
Bei einem anderen bin ich mir recht sicher, dass der Sport den gleichen Stellenwert wie die Freundin hat.
Aber im grossen und ganzen erkennen die meisten Männer die ich kenne, im Laufe der Beziehung, dass die Freundin (mal abgesehen von der Familie) das Wichtigste ist.

100 %.
 

Benutzer66580 

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Warum sind dann im Beruf sehr erfolgreiche Männer begehrenswert? Wieso Männer mit ernsthaften Interessen, wie zum Beispiel paragliding, surfen, sexy?
Das war zu eindimensional gedacht von dir.
Männer, die ihre Erfüllung darin sehen, ihr die Welt zu Füßen zu legen will keine Frau. Zumindest nicht auf langer Sicht, auch wenn sie jetzt spontan "ja" dazu sagen würde, da würde sich Langeweile einschleichen, wenn das Hobby "Partner glücklich machen" heißt.

Erfolg im Beruf (insbesondere dieses Klischee vom erfolgreichen Business-Mann im Anzug) wirkt auf mich genausowenig attraktiv wie Paragliding oder Surfen, diese Sportarten wirken sogar eher abschreckend :tongue:
Natürlich sollte er ernsthafte Interessen haben und nicht der letzte pseudo-romantische Kuschelrock-Kai-Pflaume-Verschnitt sein. Er sollte zB meinen Musik- und Filmgeschmack teilen, sich für Philosophie interessieren, usw. Das sind natürlich subjektive Dinge, die auf meinen eigenen Interessen beruhen. Diese sollte mein Partner teilen. Dennoch sollte er sie nicht über unsere Beziehung stellen :ratlos:


naja, warum nicht? jeder hat doch zunächst sein leben, seine visionen, seine ziele... warum soll ich das unterordnen oder ausblenden? wenn es nicht die große liebe ist (ganz realistisch ohne rosa-rote-brille...), warum um jeden preis festhalten?

Meine Haupt-Vision, mein Haupt-Ziel ist Liebe, eine glückliche Beziehung. Alle anderen Ziele sind nebensächlich. Ich möchte zB schon ganz gern Ärztin werden, aber eben hauptsächlich deswegen, weil ich irgendwie Geld verdienen muss und mir dieser Beruf noch einigermaßen interessant erscheint. Ich würde meinen Berufswunsch sofort aufgeben und mit meinem Partner durchbrennen, falls das sein müsste :tongue: dagegen würde ich niemals meine Beziehung beenden, weil mir ein Krankenhaus in einer weit entfernten Stadt eine super Stelle bietet :ratlos:



schau dir das leben an. da trennt man sich, lässt sich scheiden, betrügt und wird betrogen, jammert und heult darüber, sucht sich dann den nächsten und macht auf friede-freue-eierkuchen bis das ganze theater wieder von vorne losgeht. es ist nichts für die ewigkeit, warum soll man das nicht einfach so anerkennen und beziehungen eben aus diesem realistischen blickwinkel betrachten?

Weil ich nicht "man" bin. Ich finde dieses ganze Beziehungs-hin-und-her der meisten Leute nur erbärmlich, das ganze hat doch aber mit mir nix zu tun. Ich mach es eben besser. Mein persönliches Liebesleben hängt doch nur von mir und meinem Partner alleine ab.


Ich gebe ganz klar der Partnerschaft die Priorität und halte das auch für unbedingt notwendig um eine lange und glückliche Beziehung zu führen.

Die anderen, ohne Frage sehr wichtigen Dinge im Leben, müssen meiner Einschätzung nach eben partnerschaftlich behandelt und evtl. Konflikte partnerschaftlich gelöst werden. Das ist doch in der Praxis in 99% der Fälle möglich, wenn die Kommunikation gut klappt und die Partner offen für Lösungsmöglichkeiten sind. Wo das nicht geht, also der Fortbestand der Beziehung gegen etwas anderes abgewogen werden muss, entscheidet man sich dann für die Beziehung.

Ansonsten muss man sich eben getreu der Wegwerfgesellschaft eine Lebensabschnittsbeziehung zulegen. Da kann man die Priorität auf irgendetwas beliebiges legen und die Beziehung so lange auskosten, wie sie eben in der Verliebtheitsphase ein Selbstläufer ist.

Ich sehe auch eines der großen Probleme in Bezug auf Partnerschaften darin, dass der Beziehung und dem Lieben keine große Bedeutung zugesprochen wird. Wie soll man denn etwas können, wenn man es nicht wichtig nimmt? Und Lieben und eine Partnerschaft führen ist etwas, das man können muss, das fliegt keinem so einfach zu und das kann man auch nicht automatisch dadurch, dass man schon 5 Beziehungen hatte die ja offensichtlich geendet haben (was dann gerne als "Beziehungserfahrung" bezeichnet wird :ratlos: )


Das wage ich zu bezweifeln. Diese geradezu typischen zwei Jahre sind doch das was jeder im Endeffekt rumbekommt. Am Anfang ist man verliebt, nimmt Probleme noch nicht so wichtig und sieht über vieles hinweg.

Die zwei Jahre übersteht man fast immer, auch wenn die Kommunikation und die Lösungsstrategien völlig unausgereift oder schlicht nicht vorhanden sind.

Diejenigen die sich immer mit vollem Elan in Beziehungen bis zu zwei Jahre stürzen und immer wieder meinen, sie hätten jetzt den "richtigen Partner" gefunden kann ich nur Bedauern.

:jaa: :anbeten:


Wer allerdings alles für ihn selber wichtige vernachlässigt und nur noch um Partner und Beziehung kreist, hat Liebe und Partnerschaft auch falsch verstanden. Das geht auf Dauer genauso wenig gut wie das andere Extrem.

Da fühl ich mich mal angesprochen und antworte :smile:
Die Beziehung ist für mich letztendlich das wichtigste und _das_ Ziel, alles andere dient dem Zweck des a) Zustandekommens und dann b) Lebens / Erhaltens der Beziehung.
Allerdings bedeutet das keine Einschränkungen für andere Dinge. Ist schwierig zu erklären ...
Das ist so wie: das Ziel im Leben ist "Überleben (so lange es geht)". Dass man isst, schläft, Spaß hat etc. dient letztendlich alles dem Zweck des Überlebens. Dennoch fühlt man sich dadurch nicht eingeschränkt, sondern es ist einfach selbstverständlich und beinhaltet sowieso alles.
Ich hoffe, man kann zumindest im Ansatz grob verstehen, was ich meine ... :confused:


Ganz einfach - um den Moment zu genießen! Gerade die Tatsache, dass mir niemand garantieren kann, dass meine Beziehung ewig hält, macht sie für mich so wertvoll. Für mich ist es keine "wird ohnehin nichts"-Einstellung sondern eine "jetzt und zwar genau jetzt ist der Zeitpunkt"-Einstellung.
Selbst wenn dann die Beziehung zuende geht (was in den häufigsten Fällen so sein wird), hat man sich hoffentlich positive Erinnerungen und Gefühle für diesen Menschen bewahren können, und trägt ihn nun als Teil seiner Persönlichkeit wirklich für ewig bei sich.
Ich weiß Beziehungen durchaus zu schätzen, aber dieser Ewigkeitsgedanke ist für mich eine Illusion, welche potentiell große Schmerzen nach sich führen kann.
Vielleicht ist für manche Menschen diese Illusion wichtig, um sich vollkommen hingeben zu können. Womöglich bin ich in dieser Hinsicht gehandicapped. Die Frage ist wirklich schwierig zu beantworten...

Was du schreibst, ist schon interessant. Nur wirkt das auf mich wie so ein Schutzmechanismus: du willst die Beziehung nicht zum wichtigsten machen, da du im Falle des Scheiterns dann richtig hart aufschlagen würdest, da du deinen Lebensmittelpunkt verloren hättest. Das kann ich schon irgendwie nachvollziehen.
Nur genau da kommt "Vertrauen" ins Spiel. Das Vertrauen darauf, dass man sich wirklich liebt, dass es tatsächlich für "immer" halten kann, etc. Dieses Vertrauen kann natürlich nicht "einfach so" entstehen, das halte ich ebenfalls für absolut verklärt und unrealistisch. Genau darum hab ich ja so "gestört hohe" Kriterien bei der Wahl meines Partners, eben weil ich bei der Vergabe meines Vertrauens sehr kritisch bin und es mir sehr schwer fällt, aber wenn, dann eben richtig.

Und ja, diese "Illusion" (auch wenn es in meinen Augen natürlich keine Illusion ist) ist für mich absolut notwendig, um so etwas wie "Liebe" empfinden zu können. Natürlich kann es immer schiefgehen, irgendwie. Aber ich muss wissen, dass mein Partner zumindest in dem Moment wirklich mit 100% dabei ist und mir echt 100% von sich gibt. Und das auch für immer so beibehalten möchte.

Ich hätte grad echt Lust, dich zu einer Song-Interpretation einzuladen / zu verdammen, einer meiner Lieblingssongs passt echt genau zu dieser Thematik ... :grin:
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Was du schreibst, ist schon interessant. Nur wirkt das auf mich wie so ein Schutzmechanismus: du willst die Beziehung nicht zum wichtigsten machen, da du im Falle des Scheiterns dann richtig hart aufschlagen würdest, da du deinen Lebensmittelpunkt verloren hättest. Das kann ich schon irgendwie nachvollziehen.

Ich denke, den Idealismus den du da vielleicht noch hast, habe ich mit meiner ersten Beziehung abgestreift. War wirklich sehr lehrreich für mich.

Nur genau da kommt "Vertrauen" ins Spiel. Das Vertrauen darauf, dass man sich wirklich liebt, dass es tatsächlich für "immer" halten kann, etc. Dieses Vertrauen kann natürlich nicht "einfach so" entstehen, das halte ich ebenfalls für absolut verklärt und unrealistisch. Genau darum hab ich ja so "gestört hohe" Kriterien bei der Wahl meines Partners, eben weil ich bei der Vergabe meines Vertrauens sehr kritisch bin und es mir sehr schwer fällt, aber wenn, dann eben richtig.

Jaaa... ich habe ja eigentlich auch völlig unrealistische Kriterien für die Partnerwahl. So funktioniert es aber nun einmal nicht, und das ist mir zumindest auch bewußt :zwinker:
Ich weiß genau, wenn ich die richtige Person kennenlerne, werde ich meinen Prinzipien da untreu werden. Es lässt sich nicht alles so einfach rationalisieren. Ich wollte bspw. niemals mit einer Raucherin zusammenkommen, weil ich das verurteilt habe. Natürlich musste ich mich in eine Raucherin verlieben... :rolleyes:
Jetzt könntest du natürlich einwenden, dass ich einfach nicht konsequent genug war - und in gewisserweise hättest du damit auch recht. Ich bereue trotzdem nichts - aber das führt jetzt zu weit :zwinker:

Und ja, diese "Illusion" (auch wenn es in meinen Augen natürlich keine Illusion ist) ist für mich absolut notwendig, um so etwas wie "Liebe" empfinden zu können. Natürlich kann es immer schiefgehen, irgendwie. Aber ich muss wissen, dass mein Partner zumindest in dem Moment wirklich mit 100% dabei ist und mir echt 100% von sich gibt. Und das auch für immer so beibehalten möchte.

In einzelnen Momenten kann das ja auch durchaus sein. Ich denke oft drüber nach, inwiefern man sich solchen Illusionen hingeben muss, um wirklich soetwas wie Glück zu empfinden. Manchmal denke ich da sehr negativ drüber und sehe so gut wie jedes menschliche Glück nur in falschen Vorstellungen erzeugt.
Jedenfalls habe ich das noch nicht ganz zuende gedacht, stehe momentan aber auf den Standpunkt, dass ich die Chance einer Beziehung lieber bewußt auch mit einem potentiellen Ende vor Augen lebe, als mich von einem "Traum" einlullen zu lassen.

Ich hätte grad echt Lust, dich zu einer Song-Interpretation einzuladen / zu verdammen, einer meiner Lieblingssongs passt echt genau zu dieser Thematik ... :grin:

Kannst mir gern was empfehlen :zwinker:
 

Benutzer75021 

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Ich denke, den Idealismus den du da vielleicht noch hast, habe ich mit meiner ersten Beziehung abgestreift. War wirklich sehr lehrreich für mich.
In einzelnen Momenten kann das ja auch durchaus sein. Ich denke oft drüber nach, inwiefern man sich solchen Illusionen hingeben muss, um wirklich soetwas wie Glück zu empfinden. Manchmal denke ich da sehr negativ drüber und sehe so gut wie jedes menschliche Glück nur in falschen Vorstellungen erzeugt.
Jedenfalls habe ich das noch nicht ganz zuende gedacht, stehe momentan aber auf den Standpunkt, dass ich die Chance einer Beziehung lieber bewußt auch mit einem potentiellen Ende vor Augen lebe, als mich von einem "Traum" einlullen zu lassen.
Das hat nichts mit Idealismus zu tun, sondern mit der persönlichen Einstellung.
Du bist anscheinend von einer negativen Beziehung geprägt (oder mehreren?), wie auch immer. Kann verstehen das man dann schnell meint gerade jüngere Menschen sind voller Tatendrang, sehen nur das positive und haben die rosarote Brille auf=Idealismus.
Nun, ich habe auch sehr schlechte Erfahrungen hinter mir, bin sogar geschieden und auch keine 19 mehr.
Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) glaube ich noch an die große Liebe, die alles durchstehen kann, wenn man nur den Partner hat der die gleiche Einstellung besitzt-und das ist bei mir zb der Fall. Eine Beziehung ist nicht nur immer schön, manchmal hat man zweifel, man streitet sich vielleicht, es kommen Krisen...der Alltag kehrt nach der ersten Verliebtheit ein und gerade dann zeigt sich ob man wirklich zusammen gehört. Das alles gehört dazu, zum Leben und zu Beziehungen.
Manche Leute glauben echt es muss immer perfekt laufen, man muss immer das kribbeln im Bauch haben, das ist unrealistisch.
Meine Kinder zb treiben mich manchmal in den Wahnsinn, liebe ich sie deshalb weniger?-Nein! Meine Familie nervt manchmal, trotzdem ist und bleibt es meine Familie und ich liebe sie. Meine Freunde haben Einstellungen die ich nicht vertrete, man streitet sich (oder diskutiert)...aber sie bleiben trotzdem meine Freunde, die ich auch liebe.
Und genauso ist das mit meinem Partner-ich habe mich bewusst für ihn entschieden und er sich für mich. Warum sollte man dann an der ewigen Liebe oder einer Beziehung in der man gemeinsam alt wird (und das ist mein Lebensziel) zweifeln, nur weil es mal nicht so rund läuft?
Alles Einstellungssache, kein idealismus! :zwinker:
 

Benutzer44072 

Sehr bekannt hier
Und? Die zwei Jahre konnten aber glücklich sein, darum geht es doch, glücklich für den Augenblick, das beste daraus machen, in diesem Sinne also auch "erfolgreich".

Das mag sein das die glücklich sind. Mir persönlich ist das trotzdem zu passiv-konsumierend. Ich möchte lieber selber etwas tun, die Früchte meiner "Arbeit" längere Zeit genießen und mich dabei weiterentwickeln.

Der Partner sollte den wichtigsten Aspekt in einer Beziehung darstellen. Aber doch nicht im Leben.

Nein, nicht der Partner, sondern die Partnerschaft.

Aber man muss sich hierbei ganz einfach klar machen, dass Beziehung nun einmal nicht ewig halten.

Beziehungen halten nur für eine sehr kurze Zeit. Aber wenn man eine Beziehung lebt, dann sprechen wir hier von viel größeren Zeiträumen. Ich denke also nicht das man sich von einem Misserfolg in eine Einstellung bringen lassen sollte, das man einer Beziehung von vornherein weniger Bedeutung zumisst. Das ist ja ein Teufelskreis, weil man seine Fähigkeiten und sich selber so niemals verbessern wird und die Prophezeiung der kurzen Beziehungen damit selbsterfüllend wird.

Wenn die Beziehung dann vielleicht nach einer gewissen Zeit vorbei ist, wird man früher oder später bitter einsehen müssen, dass man eine Chance für sich selbst zugunsten eines anderen Menschen vertan hat. Eines Menschen, der jetzt nicht mehr da ist. Und das dürfte wehtun.

Dann hat man einen großen Fehler gemacht und hat leider die Partnerschaft ohnehin nicht wirklich verstanden was Liebe und Partnerschaft beinhalten. Die Entscheidung kann doch gar nie zwischen dem eigenen Wohl und dem einer anderen Person gefällt werden. Da stimmt doch schon in diesem Punkt etwas an der Partnerschaft und an einem selber nicht.

Die Entscheidung gegen diese Chance kann doch immer nur eine Entscheidung zu den eigenen Gunsten sein und niemals zugunsten des anderen! Ich will doch dann die Partnerschaft und die damit verbundenen Chancen und messe ihnen eine höhere Bedeutung zu als anderen Chancen.

Hinterher dann die Entscheidung als falsch einzustufen finde ich genauso lächerlich wie sich zu ärgern , das man die falschen Zahlen auf dem Lottozettel angekreuzt hat. Klar war das falsch und man hätte besser die richtigen angekreuzt, aber es geht um Chancen und hinterher ist jeder schlau und hätte gewusst wie es besser geht.

Zu seiner Entscheidung muss man dann auch stehen und nicht dem damaligen Partner die Verantwortung zuschieben.

In einer glücklichen Beziehung ist der Partner enorm wichtig. Aber man sollte nicht seine Interessen, seine Freunde und schon gar nicht seine persönlichen Ziele für ihn aufgeben. Das kann nämlich auch nicht Sinn und Zweck einer Partnerschaft sein, eher im Gegenteil.

Da stimme ich absolut zu. Aber das widerspricht sich keineswegs damit, der Partnerschaft oberste Priorität einzuräumen. Die Partnerschaft beinhaltet ja immer noch zwei Menschen mit eigener Persönlichkeit und eigenen Interessen. Da ist also kein eins gegen das andere. Wahrscheinlich ist das für viele Menschen so schwer zu bewerkstelligen, weil eben nach unserer modernen Denkweise eine gelungene Beziehung ein Paradoxon ist, weil zwei eins werden und doch zwei bleiben.

dann tue ich das mit der absicht, sie für ewig zu haben. wozu sonst die ganze arbeit, den stress usw eingehen, die sich gezwungenermassen ergeben sobald man eine beziehung hat?

Naja, "ewig" ist keine menschliche Dimension. Lebendige Wesen verändern sich und Menschen machen nun mal Fehler, das widerspricht in gewisser Weise dem "ewigen" und dem "festgelegten". Alles was man meiner Meinung nach tun kann, ist eine unbestimmte Dauer anzunehmen und darauf hinzuarbeiten, das die Beziehung funktioniert und man sich gemeinsam entwickelt und liebt. Daher halte ich es für eher kontraproduktiv von "ewig" zu reden. Der Begriff "haben", sorry ich hänge mich bei dem Thema auch an einzelnen Wörtern auf, missfällt mir in dem Zusammenhang. Das bezeichnet etwas passives, einen Besitz.

Ganz einfach - um den Moment zu genießen! Gerade die Tatsache, dass mir niemand garantieren kann, dass meine Beziehung ewig hält, macht sie für mich so wertvoll. Für mich ist es keine "wird ohnehin nichts"-Einstellung sondern eine "jetzt und zwar genau jetzt ist der Zeitpunkt"-Einstellung.

Ich bin ja auch gegen diesen Ewigkeitsgedanken und stimme Dir absolut zu, dass gerade auch dieses Fehlen von Garantien die Beziehung wertvoll macht. Aber dieses "Moment genießen" greift für mich zu kurz. Für mich würde ich eher Deinen Gedanken ergänzen durch "jetzt ist der Zeitpunkt und morgen und übermorgen und überübermorgen..." Auch wenn das "ewige" sicher nicht in der Liebe enthalten ist, so ist doch die Zukunft und die tätige Sorge um die gemeinsame Zukunft in ihr enthalten.

Das Vertrauen darauf, dass man sich wirklich liebt, dass es tatsächlich für "immer" halten kann, etc. Dieses Vertrauen kann natürlich nicht "einfach so" entstehen, das halte ich ebenfalls für absolut verklärt und unrealistisch. Genau darum hab ich ja so "gestört hohe" Kriterien bei der Wahl meines Partners, eben weil ich bei der Vergabe meines Vertrauens sehr kritisch bin und es mir sehr schwer fällt, aber wenn, dann eben richtig.

Ich halte das nach wie vor für ein Missverständnis, das es an besonderen Kriterien hängt und das es hauptsächlich am Partner hängt und an bestimmten Eigenschaften dieses potentiellen Partners festzumachen ist. Nicht nur mein Verstand, auch meine Erfahrung sagt mir das das so nicht funktioniert. Das klingt doch danach, das man eine super strenge "Zugangsprüfung" hat und dann denkt, der Rest würde sich schon ergeben.

Hast Du denn eine Vorstellung davon, welche Entwicklungen und Veränderungen Menschen innerhalb von Zeiträumen wie 10, 20 oder mehr Jahren durchmachen? Dagegen ist doch diese "Klassifizierung" nach wichtigen Kriterien (sorry) ein Witz.

Trotz aller Vertrautheit und vielen Jahren Zusammenlebens ist meine Partnerin nach wie vor ein fremdes, ständigen Veränderungen unterlegenes Universum für mich, das ich noch nicht mal annähernd verstanden und erkannt habe. Wie hätte ich das vor der Beziehung abschätzen sollen, was sie für ein Mensch ist und ob diese Beziehung "hält".

Die hohen Ansprüche habe ich lieber an mich selbst und an meine Liebesfähigkeit (der Begriff wird ja so leider nicht benutzt, sondern von Fähigkeiten redet man ja nur im sexuellen Bereich, der hier nicht gemeint ist).

Natürlich musste ich mich in eine Raucherin verlieben... :rolleyes:
Jetzt könntest du natürlich einwenden, dass ich einfach nicht konsequent genug war - und in gewisserweise hättest du damit auch recht. Ich bereue trotzdem nichts - aber das führt jetzt zu weit :zwinker:

Ja, konsequent bleiben ist wichtig. So ein Detail hätte mich unbedingt davon abhalten sollen, eine seit vielen Jahren glückliche Beziehung zu führen. :zwinker: :grin: Ne, das Leben ist kein Puzzlespiel und selbst wenn es eins wäre, dann würde ich mich lieber nicht darauf verlassen, ob nicht irgendein Idiot schon ein paar Teile verbummelt hat und man vergeblich wartet. :ratlos: :cool1:

I
Ich denke oft drüber nach, inwiefern man sich solchen Illusionen hingeben muss, um wirklich soetwas wie Glück zu empfinden.

Ich halte nichts von Illusionen. Glück zu empfinden ist mit Sicherheit nicht von Illusionen abhängig und selbst das Scheitern oder das Absurde können das Glücksempfinden nicht zunichte machen.

Jedenfalls habe ich das noch nicht ganz zuende gedacht, stehe momentan aber auf den Standpunkt, dass ich die Chance einer Beziehung lieber bewußt auch mit einem potentiellen Ende vor Augen lebe, als mich von einem "Traum" einlullen zu lassen.

Solange diese Einstellung nicht zur Resignation führt oder Dich davon abhält, mit vollem Herzen an eine Sache heranzutreten, ist das doch eine konstruktive Einstellung. Vor einer Enttäuschung schützen sollte und kann diese Einstellung allerdings nicht, denn sie sollte einen nicht davor bewahren, wirklich tiefe Beziehungen einzugehen die im Falle eines Endes auch enorm schmerzen.
 

Benutzer10855 

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Off-Topic:
Das hat nichts mit Idealismus zu tun, sondern mit der persönlichen Einstellung.
Du bist anscheinend von einer negativen Beziehung geprägt (oder mehreren?), wie auch immer. Kann verstehen das man dann schnell meint gerade jüngere Menschen sind voller Tatendrang, sehen nur das positive und haben die rosarote Brille auf=Idealismus.

Nein... diese Art von Idealismus meine ich nicht bei ihr. Es ist eher ihre Vorstellung von ihrem passenden Partner und der daraus resultierenden Partnerschaft, welche sie in anderen Threads hin und wieder sehr deutlich vermittelt, welche ich da angesprochen habe (Meta greift das in seinem Post übrigens auch auf... ;-) )

Das hat auch nichts mit Zweifel oder Krisen zu tun. Diese Dinge sind mir schon bekannt und machen für mich die Liebe nicht weniger perfekt.

Und genauso ist das mit meinem Partner-ich habe mich bewusst für ihn entschieden und er sich für mich. Warum sollte man dann an der ewigen Liebe oder einer Beziehung in der man gemeinsam alt wird (und das ist mein Lebensziel) zweifeln, nur weil es mal nicht so rund läuft?
Alles Einstellungssache, kein idealismus! :zwinker:

Wie gesagt - Einstellungssache. Wenn ihr das für euch benötigt und es euch hilft solltet ihr das ruhig tun. Es gibt ja auch durchaus Beziehungen, die viele Jahre lang halten - gerade, wenn da auch Kinder mit im Spiel sind. Will ich überhaupt nicht abstreiten!

Ich habe nur festgestellt, dass ich mit dieser Einstellung (bisher) nicht sehr gut gefahren bin...
 

Benutzer79932 

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Das hat nichts mit Idealismus zu tun, sondern mit der persönlichen Einstellung.
Du bist anscheinend von einer negativen Beziehung geprägt (oder mehreren?), wie auch immer. Kann verstehen das man dann schnell meint gerade jüngere Menschen sind voller Tatendrang, sehen nur das positive und haben die rosarote Brille auf=Idealismus.

Idealismus ist nicht gleich Idealismus.

Es gibt Idealismus, der rein auf Naivität und kompletter Unerfahrenheit beruht, was bei neverknow einfach der Fall ist. Das ist nicht beleidigend oder böse gemeint, aber sie hat null Beziehungserfahrung, was man bei jedem Beitrag merkt, da ist alles theoretisiert und im wahren Leben schlicht und ergreifend unrealistisch. Das ist kein gesunder Idealismus, keiner, der antreibt. Das ist Unrealismus hoch zehn und da kommt der Fall imho deutlich schneller, als einem dann lieb ist.

Und dann gibt es den Idealismus, den mMn meta, Piratin & Co. meinen, den man behält, auch wenn man negative Erfahrungen gemacht hat, der Glaube daran, dass das, was man will, eben doch "irgendwo da draussen" ist und dass man das sehr wohl haben kann, auch - oder gerade - wenn nicht alles perfekt, ideal und überhaupt ganz lustig supertoll ist. Realistischen Idealismus könnte man das auch nennen :-D Aber ohne den, naja, da fehlt tatsächlich was und da bin ich dann wieder einverstanden: warum überhaupt versuchen, wenn man nicht dran glaubt?
 
M

Benutzer

Gast
Meine oberste Priorität war mal mein Exfreund. Er stand weit vor meiner Familie, meinen Freunden und meinem Beruf.
Aber aus Fehlern lernt man!!!


Jetzt steht mein neuer Freund und meine Familie an gleicher Stelle und so ist es auch viel besser!
 

Benutzer66580 

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Ich denke, den Idealismus den du da vielleicht noch hast, habe ich mit meiner ersten Beziehung abgestreift. War wirklich sehr lehrreich für mich.

Hm ... kann man echten Idealismus einfach so abstreifen? Ich stand letztes Jahr vor dieser Frage (ohne Idealismus bin ich nichts, d.h. ich stand mehr oder weniger vor der Frage Leben + Idealismus / Aufgabe + zerstörter Idealismus) und hab glücklicherweise festgestellt, dass echter Idealismus so einen gestört mächtigen Grund-Optimismus "eingebaut" hat, dass man gar nicht anders kann, als weiterzumachen und seine Ziele nicht zu verlieren. Aber naja, das wird jetzt endgültig off-topic.



Jaaa... ich habe ja eigentlich auch völlig unrealistische Kriterien für die Partnerwahl. So funktioniert es aber nun einmal nicht, und das ist mir zumindest auch bewußt :zwinker:
Ich weiß genau, wenn ich die richtige Person kennenlerne, werde ich meinen Prinzipien da untreu werden. Es lässt sich nicht alles so einfach rationalisieren. Ich wollte bspw. niemals mit einer Raucherin zusammenkommen, weil ich das verurteilt habe. Natürlich musste ich mich in eine Raucherin verlieben... :rolleyes:
Jetzt könntest du natürlich einwenden, dass ich einfach nicht konsequent genug war - und in gewisserweise hättest du damit auch recht. Ich bereue trotzdem nichts - aber das führt jetzt zu weit :zwinker:

Hm, das ist zwar nicht ohne ende konsequent, aber auch nicht wiirklich inkonsequent, da Rauchen einfach etwas ziemlich unwichtiges ist (genauso wie sooo viel anderes). Dich trifft da also weniger die ""Schuld"" als deine Partnerin, wenn sie dir zuliebe nicht aufgehört hat --> dann wäre ihr das Rauchen wichtiger als du und deine Empfindungen gewesen, und das ist dann wiederum ziemlich inakzeptabel. Aber naja, ist egal, es geht darum --> Rauchen / Beruf / Aussehen / etc.³ sind nur sehr untergeordnet wichtig. 100 mal wichtiger sind gemeinsame Einstellungen und Ideale, das "gleich ticken", "Seelenverwandschaft" oder wie man es auch immer nennen möchte, das ich ohnehin nicht wirklich hinreichend erklären könnte und wenn, würde es länger dauern als ich jetzt hier Zeit und Lust zu habe ^^
Jedenfalls, DA, in dem Punkt, kann und will (und werde) ich nicht inkonsequent sein, weil das mehr als essenziell ist. Alles andere ist eh wurst, ans Aussehen zB stell ich mehr oder weniger null Kriterien, mich solls nur nicht ekeln.



In einzelnen Momenten kann das ja auch durchaus sein. Ich denke oft drüber nach, inwiefern man sich solchen Illusionen hingeben muss, um wirklich soetwas wie Glück zu empfinden. Manchmal denke ich da sehr negativ drüber und sehe so gut wie jedes menschliche Glück nur in falschen Vorstellungen erzeugt.
Jedenfalls habe ich das noch nicht ganz zuende gedacht, stehe momentan aber auf den Standpunkt, dass ich die Chance einer Beziehung lieber bewußt auch mit einem potentiellen Ende vor Augen lebe, als mich von einem "Traum" einlullen zu lassen.

Hm, zumindest für mich hat das ganze weniger zu tun mit der "Illusion von Ewigkeit" als mit: Kann ich mich hier und jetzt vollkommen auf diesen Menschen einlassen, kann ich ihm voll und ganz vertrauen, ist da echt nichts zwischen uns?
Und das kann ich nur, wenn ich dieser Person zu 100% vertraue und das geht nur, wenn diese oben angedeutete "Seelenverwandschaft" (im nicht-spirituellen-blabla-Sinne) vorhanden ist. Meinen Freunden / Familie vertrau ich zB natürlich auch irgendwie, aber nicht wirklich, nicht bis zum Letzten. Es gibt so viel, was niemand über mich weiß, da ich einfach niemandem genug vertraue. Und ich warte eben auf die Person, der ich so vertrauen kann.


Kannst mir gern was empfehlen :zwinker:

*händereib* :grin: kriegst später pn.




Dann hat man einen großen Fehler gemacht und hat leider die Partnerschaft ohnehin nicht wirklich verstanden was Liebe und Partnerschaft beinhalten. Die Entscheidung kann doch gar nie zwischen dem eigenen Wohl und dem einer anderen Person gefällt werden. Da stimmt doch schon in diesem Punkt etwas an der Partnerschaft und an einem selber nicht.

Die Entscheidung gegen diese Chance kann doch immer nur eine Entscheidung zu den eigenen Gunsten sein und niemals zugunsten des anderen! Ich will doch dann die Partnerschaft und die damit verbundenen Chancen und messe ihnen eine höhere Bedeutung zu als anderen Chancen.

Ja, genau das hab ich in meinem anderen Beitrag versucht auszudrücken :jaa: dass die Partnerschaft eben Priorität hat, aber dass man das nicht als Last oder so empfindet.



Ich halte das nach wie vor für ein Missverständnis, das es an besonderen Kriterien hängt und das es hauptsächlich am Partner hängt und an bestimmten Eigenschaften dieses potentiellen Partners festzumachen ist. Nicht nur mein Verstand, auch meine Erfahrung sagt mir das das so nicht funktioniert. Das klingt doch danach, das man eine super strenge "Zugangsprüfung" hat und dann denkt, der Rest würde sich schon ergeben.

Natürlich hängt es nicht nur am Partner. Es hängt zu 50% an mir und zu 50% an meinem Partner ... bzw. noch genauer hängt es vllt zu je 45% an mir und meinem Partner und zu 10% an "X" :tongue: ((Prozent-)Zahlen sind in dem Zusammenhang eh doof, aber machen es halbwegs deutlich).
Und natürlich ergibt sich der Rest nicht "einfach so". Natürlich ist eine Beziehung immer Arbeit, aber eben keine super anstrengende fürchterliche Arbeit, sondern etwas, an dem man gerne arbeitet, da man ja einen super Mit-Arbeiter hat :zwinker:
Trotzdem halte ich es für großen Quark, zu sagen, dass der Partner völlig egal ist -- das hast du nicht gesagt, ich weiß, aber ich hab neulich von so einem Buch gehört, das behauptet das: "Liebe dich selbst, und es ist egal, wen du heiratest" -- wie gesagt, das ist in meinen Augen ganz großer Riesenquatsch. Eben weil die Beziehung nicht "einfach so" weiterlebt sondern gewisse Bemühungen, ständige Gespräche etc. erfordert, braucht man doch einen "ausreichend qualifizierten Mitarbeiter". Und da setzt eben jeder seine Prioritäten etc. anderswo, wie gesagt, mir ist zB das Aussehen oder ähnliches vollkommen wurst. Da würden mich manche schon als vollkommen anspruchslos bezeicnen :zwinker: ich weiß nur eben (aus Erfahrung, wenn auch nicht Beziehungs-Erfahrung), dass ich "Partnerarbeit" nur mit ganz wenigen Menschen hinkriege, um mal bei der Metapher zu bleiben.


Hast Du denn eine Vorstellung davon, welche Entwicklungen und Veränderungen Menschen innerhalb von Zeiträumen wie 10, 20 oder mehr Jahren durchmachen? Dagegen ist doch diese "Klassifizierung" nach wichtigen Kriterien (sorry) ein Witz.

Ich kenne in meinem privaten Umfeld niemanden und auch sonst nur sehr wenige Menschen, die sich im Laufe ihres Lebens großartig verändert haben. Die Grund-Charaktereigenschaften bleiben nunmal erhalten. Ich weiß ja nicht, von welchen Kriterien du ausgehst, aber ich wüsste nicht, weshalb "Ehrlichkeit" oder "richtiger Umgang mit Konflikten" nach 10, 20 oder mehr Jahren kein wichtiges Kriterium bzw. keine wichtige Eigenschaft mehr sein sollte.


Trotz aller Vertrautheit und vielen Jahren Zusammenlebens ist meine Partnerin nach wie vor ein fremdes, ständigen Veränderungen unterlegenes Universum für mich, das ich noch nicht mal annähernd verstanden und erkannt habe. Wie hätte ich das vor der Beziehung abschätzen sollen, was sie für ein Mensch ist und ob diese Beziehung "hält".

Natürlich hab ich keine Röntgenbrille, mit der ich anderen Menschen bis auf die Abgründe ihrer Seele schauen und sie dementsprechend beurteilen kann. Allerdings hab ich schon ne ziemlich gute Menschenkennntnis und insbesondere bei längeren Bekanntschaften (Familie, langjährige Freunde) bin ich mir doch ziemlich sicher, diese Menschen zu großen Teilen vollständig zu kennen (Prozentzahlen erspar ich uns beiden hier mal, da die eh unzulänglich sind). Ich weiß, wie meine Schwester "tickt", ich weiß, wie sie auf bestimmte Situationen reagiert, ich weiß, was ihr wichtig ist, etc.


Die hohen Ansprüche habe ich lieber an mich selbst und an meine Liebesfähigkeit (der Begriff wird ja so leider nicht benutzt, sondern von Fähigkeiten redet man ja nur im sexuellen Bereich, der hier nicht gemeint ist).

Ich habe die hohen Ansprüche (natürlich!) an mich selbst, und eben auch an meinen Partner. An mich selbst hab ich insgesamt wahrscheinlich sogar noch höhere Ansprüche. Liebesfähigkeit ist ein absolut wichtiges Stichwort, nur bin ich nicht fähig / gewillt / was auch immer, einfach "irgendwen" "bedingungslos" zu lieben. Meine Fähigkeit, zu lieben, hängt eben nicht nur von mir selbst ab, sondern genauso vom "Zielobjekt" dieser Liebe, nämlich dem Partner. Ich beurteile die Menschen nach ihren Taten / Eigenschaften, und "gebe" ihnen dann dementsprechend Liebe, alles andere ist nicht fair und mir nicht möglich. D.h. ich liebe meine Schwester sicherlich nicht "einfach so". kA, vllt macht mich das kaltherzig, dann ist das eben so -- ich bin trotzdem zu absolut selbstloser, hingebungsvoller Liebe fähig, nur eben nicht für jeden und einfach so. Hat sicherlich auch was mit Selbstschutz und "sich nicht verschwenden" zu tun.


Idealismus ist nicht gleich Idealismus.

Es gibt Idealismus, der rein auf Naivität und kompletter Unerfahrenheit beruht, was bei neverknow einfach der Fall ist. Das ist nicht beleidigend oder böse gemeint, aber sie hat null Beziehungserfahrung, was man bei jedem Beitrag merkt, da ist alles theoretisiert und im wahren Leben schlicht und ergreifend unrealistisch. Das ist kein gesunder Idealismus, keiner, der antreibt. Das ist Unrealismus hoch zehn und da kommt der Fall imho deutlich schneller, als einem dann lieb ist.

Ich weiß, dass du das nicht böse meinst, so nehm ich es auch nicht wahr, dennoch liegst du falsch -- aber das kannst du nicht wissen. Und ich kann es auch nicht erklären, schon gar nicht in einem öffentlichen Forum.

Nicht-Erfahrung ist auch eine Erfahrung :smile:
"Ich muss mich nicht von einem Auto überfahren lassen, um zu wissen, dass ich das nicht mag." gilt genauso wie "Ich muss nicht erstmal einen ONS ausprobieren, um zu merken, dass ich das nicht mag", und eben auch "Ich muss nicht erst halbherzig eine Beziehung eingehen, mit jemandem, den ich nicht lieben kann, um zu wissen, dass mich das nicht wirklich glücklich macht." Daher ist meine Beziehungs-Unerfahrenheit kein oder nur ein sehr kleiner Nachteil in Diskussionen. Ich habe ja schließlich "Beziehungs-Erfahrung", nur nicht im partnerschaftlichen Sinne. Ich weiß, wie ich auf andere Menschen reagiere und mit ihnen interagiere und daher, was oder wer mir gut tut und was / wer nicht.

Und naja, zumindest noch treibt mich dieser Idealismus an :zwinker: und tut das schon seit vielen Jahren.


Und dann gibt es den Idealismus, den mMn meta, Piratin & Co. meinen, den man behält, auch wenn man negative Erfahrungen gemacht hat, der Glaube daran, dass das, was man will, eben doch "irgendwo da draussen" ist und dass man das sehr wohl haben kann, auch - oder gerade - wenn nicht alles perfekt, ideal und überhaupt ganz lustig supertoll ist. Realistischen Idealismus könnte man das auch nennen :-D Aber ohne den, naja, da fehlt tatsächlich was und da bin ich dann wieder einverstanden: warum überhaupt versuchen, wenn man nicht dran glaubt?

Das, was du beschreibst, ist doch so ziemlich genau das, was ich auch meine. Nur das man "perfekt, ideal und überhaupt ganz lustig supertoll" definieren müsste. Natürlich hab ich andere und mehr Kriterien als die meisten ((fast) alle?) Leute, aber das heißt doch nicht, dass sie falsch sind? Was sollte ich denn tun, außer auf mein Herz / meinen Kopf hören? Kann ich was dafür, dass ich so kompliziert bin, dass ich nur schwer Vertrauen fassen und nur auf Umwegen glücklich sein kann? Ich glaub nicht, und wenn, wärs mir eh nicht möglich, das zu ändern. Also kann "ich such mir halt irgendwen, mit dem es halbwegs passt, und versuch es mal" keine Option sein. Die einzige Option ist: ich halte weiterhin die Augen offen und suche nach dem, der mich potenziell glücklich machen kann.
 

Benutzer79932 

Verbringt hier viel Zeit
Ich weiß, dass du das nicht böse meinst, so nehm ich es auch nicht wahr, dennoch liegst du falsch -- aber das kannst du nicht wissen. Und ich kann es auch nicht erklären, schon gar nicht in einem öffentlichen Forum.

Nicht-Erfahrung ist auch eine Erfahrung :smile:
"Ich muss mich nicht von einem Auto überfahren lassen, um zu wissen, dass ich das nicht mag." gilt genauso wie "Ich muss nicht erstmal einen ONS ausprobieren, um zu merken, dass ich das nicht mag", und eben auch "Ich muss nicht erst halbherzig eine Beziehung eingehen, mit jemandem, den ich nicht lieben kann, um zu wissen, dass mich das nicht wirklich glücklich macht." Daher ist meine Beziehungs-Unerfahrenheit kein oder nur ein sehr kleiner Nachteil in Diskussionen. Ich habe ja schließlich "Beziehungs-Erfahrung", nur nicht im partnerschaftlichen Sinne. Ich weiß, wie ich auf andere Menschen reagiere und mit ihnen interagiere und daher, was oder wer mir gut tut und was / wer nicht.

Ich bin oft der Meinung, dass man XY nicht kennen oder selbst erlebt haben muss, um zu wissen, dass es einem nicht gefällt. So bin ich ebenfalls einverstanden bei ONS, Affären und Co. Ja, richtig, da kann man auch wissen, dass man nicht der Typ dafür ist, ohne es jemals ausprobiert zu haben.

Aber Beziehungen? Nein, da hat man null Ahnung, wenn man nicht die eine oder andere mal geführt hat. Echt nicht. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man irgendwelche zwischenmenschlichen Beziehungen führt - oder eine Liebesbeziehung, eine Partnerschaft - erst recht, wenn sie Bestand hat oder haben soll. Ausserdem: wenn man doch glaubt oder weiss, dass man der Beziehungstyp ist, warum bitte keine führen?

Dein Problem ist dein grenzenloses Streben nach Perfektionismus, das es NIE so geben wird, wie du das glaubst. Und hättest du ein einziges Mal eine Erfahrung in diese Richtung gemacht, so wüsstest du das. Und das hat nichts damit zu tun, dass man sich mit weniger zufrieden gibt, als man möchte - das ist eben genau etwas, das man durch Erfahrung lernt, eben dass nicht alles ideal sein muss, um gut zu sein. Daher meine ich auch: sei bloss vorsichtig, dass du nicht irgendwann mal deftigst auf die Schnauze fällst, wenn du dann merkst, dass nach X Monaten oder Y Jahren eben nicht mehr alles so toll ist, dein perfekter Mann eben doch nicht mehr so perfekt ist, dass Menschen sich auch auseinanderentwickeln können, dass alles "ich lerne vorher jeden Menschen zu 150% und bis zu jedem kleinsten Fetzchen kennen" eben einfach nichts bringt.

neverknow schrieb:
Natürlich hab ich andere und mehr Kriterien als die meisten ((fast) alle?) Leute, aber das heißt doch nicht, dass sie falsch sind? Was sollte ich denn tun, außer auf mein Herz / meinen Kopf hören? Kann ich was dafür, dass ich so kompliziert bin, dass ich nur schwer Vertrauen fassen und nur auf Umwegen glücklich sein kann? Ich glaub nicht, und wenn, wärs mir eh nicht möglich, das zu ändern. Also kann "ich such mir halt irgendwen, mit dem es halbwegs passt, und versuch es mal" keine Option sein. Die einzige Option ist: ich halte weiterhin die Augen offen und suche nach dem, der mich potenziell glücklich machen kann.

Nein, sie sind nicht falsch. Sie sind unrealistisch. Und richtig, man soll auf sein Herz und seinen Kopf hören. Aber irgendwo hörts dann eben auch da auf. Natürlich kannst du etwas dafür, dass du "so kompliziert bist". Das ist nicht etwas, bei dem man sich passiv zurücklehnen kann, weil damit schiebst du nämlich genau schon die Verantwortung ab: du BIST halt so, ein Partner hat das gefälligst zu akzeptieren, und wenn er es nicht tut, dann ist er eben einfach nicht perfekt respektive nichts für dich. Das ist Bullshit und ein imho völlig falscher Ansatz. Und auch hier: nein, man muss sich nicht verstellen, um einen Partner zu finden, der zu einem passt. Aber null einsehen, dass man auch an sich arbeiten muss, das bringt so was von nichts. Und das wird dir zum Verhängnis werden, eine Beziehung bedeutet nämlich auch, an sich im Einzelnen und an sich als Paar zu arbeiten - ohne sich zu verstellen.

Ausserdem gibt es Millionen Menschen, die nur schwer vertrauen kann, jeder zweite würde sagen, dass er nicht vollumfänglich glücklich ist - so what? Und da wären wir wieder beim Perfektionismus und "der andere ist schuld, wenn er mich nicht glücklich macht".
 

Benutzer78230 

Verbringt hier viel Zeit
Also meine Freundin ist mir viel wichtiger als irgendwelche Hobbies oder andere Sachen.
 
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