Schule Meine Angst vor dem Studium

Benutzer97645  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo zusammen!

Nach langer schwerer Krankheit und einem anstrengenden Abiturlehrgang im Selbststudium, zig verschiedenen Jobs als Putzfrau, Kellnerin, Kassiererin usw. habe ich mir nun meinen Traum erfüllt, ein Studium zu beginnen.
Ich habe mein Leben lang ziemlich tief im Dreck gesteckt, hatte ganz schlechte Ausgangsbedingungen. Aber ich habe es mit ganz viel "Heulen und Zähneklappern" geschafft, mir eine Perspektive zu schaffen.

Nun sollte ich mich eigentlich freuen. Habe gerade die Einführungswoche an meiner Uni hinter mir. Aber statt zuversichtlich zu sein, plagen mich fürchterliche Ängste. So habe ich nun die letzten fünf Nächte kaum geschlafen. Ich habe ständig Magenkrämpfe, Rückenschmerzen und tiefe Augenringe, weil ich am laufenden Band heulen muss.

Am liebsten würde ich sofort alles abbrechen. Ich habe Angst, dass ich das alles nicht schaffe. Die ganze Organisation, Leistungspunkte erreichen, Prüfungen bestehen, Menschen kennenlernen, mich zu :frown:integrieren, einen guten Eindruck vor den Dozenten und Profs zu machen, von Komolitonen gemocht zu werden, nebenher zu jobben, irgendwann eine gute Arbeit zu finden, den Konkurrenzkampf zu ertragen, den Studienkredit zurück zu zahlen usw.
Ich bin schon jetzt völlig am Ende meiner Kräfte. Wie soll ich das denn bloß schaffen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auch andere "Erstis" gibt, die sich so anstellen wie ich. Ich weiß ja, dass ich von Hause aus emotional reagiere und mich generell mit Veränderungen schwer tue, aber dass ich gleich in der ersten Woche so ein Psycho-Monster bin, das hätte ich nicht gedacht.

Wie kann ich mir denn bloß selber helfen?
Was kann ich machen, damit ich dieses Studium heil überstehe?

Bitte helft mir!


Indianerin
 

Benutzer9402 

Meistens hier zu finden
Hi,

ich war auch ziemlich aufgeregt vor meinem Studium. Es ist ein neuer Lebensabschnitt und man sieht nur noch einen großen Berg von Problemen vor einem. Aber es ging nicht nur mir so, sondern auch vielen anderen die ich kennengelernt habe und das hat mir geholfen (ist immer gut, wenn man mit einem Problem nicht alleine dasteht).

Ich hab mir immer gesagt "Es haben schon viele vor Dir diese Prüfung/Studium geschafft, warum sollte ich das nicht schaffen?".

Sollten Deine Ängste nicht nachlassen, dann kannst Du auch zur psychologischen Beratung Deiner Hochschule gehen. Die kennen sich mit solchen Problemen aus und können Dir dann helfen.

Viel Glück beim Studium.
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
Versuche erstmal, Dich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und verzettele Dich nicht in den vielen kleinen Nebenschauplätzen, die Dich zu sehr ablenken.

Vielleicht hast Du Dir etwas zu viel vorgenommen.
Aber Du mußt es nicht allen Recht machen, Du mußt nicht von allen gemocht werden, und Du mußt nicht alle Prüfungen perfekt bestehen.

Tu Dein Bestes und versuche damit zufrieden zu sein.
Und je besser Du bist, desto weniger Sorgen mußt Du Dir später machen.
Es ist natürlich keine Garantie dafür daß Du Deinen Traumjob bekommen wirst, manchmal muß man Umwege in Kauf nehmen, aber eine gute und solide Grundlage brauchst Du.

Vielleicht brauchst Du auch nur etwas mehr Selbstvertrauen.

Ein Studium anzufangen ist für viele ein großer Schritt, vor allem wenn man alleine ist.
Versuche doch ein paar gute Connections aufzubauen, Lerngruppen usw., dann wird der Rest von alleine gehen.

Viel Erfolg!
 

Benutzer99591 

Öfters im Forum
Hallo,

also eines kann ich dir schon einmal versichern, du bist mit Sicherheit nicht die einzige, der es so ergeht. Mir ging es damals nicht anders. Am Anfang wusste man gar nicht, welches Problem man zu erst anpacken sollte und ständig prasselten neue Dinge auf einen ein. Man kennt keinen und fühlt sich total verloren.
Heute schreibe ich an meiner Diplomarbeit, habe es also fast überstanden, und kann dir sagen, es wird besser. Mit jedem Tag wirst du dich in deinem neuen Alltag besser zurecht finden, wirst Menschen kennen lernen und dich in die Abläufe deines Studiums einfuchsen.
Zu Beginn haben unsere Professoren auch versucht uns Angst zu machen, dass viele das Studium nicht beenden werden, die Prüfungen super schwer werden und so weiter. Und rückblickend kann ich dir sagen, es war auch nicht immer einfach. Manchmal wusste man nicht, wo einem der Kopf steht und Kommilitonen mussten das Studium abbrechen. Aber wenn du dafür kämpfst, wirst du es auch schaffen. Und aus deinem Post kann ich erkennen, dass du es sicher nicht immer einfach hattest und dich doch schon durch gebissen hast. Also nur Mut und glaube an dich. Du schaffst das.
Denke erst einmal nur von Tag zu Tag. Bis zu den Prüfungen ist es noch Zeit. Arbeite aber konsequent. Versuche Freunde zufinden, denn ein Studium allein zu meistern ist mindestens doppelt so schwer wie im Team. Und solltest du wirklich solche psychischen Probleme bekommen, dann scheue dich nicht die psychologische Beratungsstelle der Hochschule aufzusuchen.

Viele Erfolg und alles Gute

Gänseblümchen
 

Benutzer94944 

Meistens hier zu finden
Zieh Dich selbst hoch, indem Du auf das zurückblickst, was Du bislang geschafft hast - und das ist eine Menge: nach schwerer Krankheit zurückzukommen, Abi zu packen und trotz widriger Umstände sich für ein Studium zu entscheiden zeugt von Stärke.
Das sollte Motivation genug sein. Alles andere (z.B. Umgang mit Leistungsdruck) lernst Du mit der Zeit, das sind Nebensächlichkeiten, die man nicht überbetonen sollte.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Hallo zusammen!
Nach langer schwerer Krankheit und einem anstrengenden Abiturlehrgang im Selbststudium, zig verschiedenen Jobs als Putzfrau, Kellnerin, Kassiererin usw. habe ich mir nun meinen Traum erfüllt, ein Studium zu beginnen.
Ich habe mein Leben lang ziemlich tief im Dreck gesteckt, hatte ganz schlechte Ausgangsbedingungen. Aber ich habe es mit ganz viel "Heulen und Zähneklappern" geschafft, mir eine Perspektive zu schaffen
Sei stolz auf Dich.

Hättest Du während Deiner Krankheit geglaubt, dass Du soweit kommst? Da lagen auch ganz viele Hürden vor Dir, die zu bewältigen waren. Und Du hast es geschafft. Aus eigener Kraft.
Bitte mach Dir klar, dass das eine große Leistung ist. Du kannst was, das hast Du Dir selbst schon bewiesen!

Nun sollte ich mich eigentlich freuen. Habe gerade die Einführungswoche an meiner Uni hinter mir. Aber statt zuversichtlich zu sein, plagen mich fürchterliche Ängste. So habe ich nun die letzten fünf Nächte kaum geschlafen. Ich habe ständig Magenkrämpfe, Rückenschmerzen und tiefe Augenringe, weil ich am laufenden Band heulen muss.
Och Mensch. Ganz ruhig. Atme mal tief durch und mach Dir klar: Es kochen alle nur mit Wasser. Du bist grad mal EINE WOCHE an der Uni. Klar ist alles fremd und neu. Einschüchternd.

Am liebsten würde ich sofort alles abbrechen.
Machste aber nicht.
Das passt nicht zu Dir - Du hast gekämpft und das Etappenziel erreicht: Du bist jetzt Studentin. Nun beginnt eine neue Phase.
Nimm Dir nicht zu viel vor für dieses erste Semester!

Und vor allem: Glaub nicht, dass Du da alleine durch musst! Es gibt andere Studenten. Und: es gibt Beratungsangebote. Sowohl fachlich als auch fachunabhängig - psychologische Studienberatung.

Ich habe Angst, dass ich das alles nicht schaffe. Die ganze Organisation, Leistungspunkte erreichen, Prüfungen bestehen,
Es gibt vermutlich auch nach der Einführungswoche Angebote wie Tutorien. Scheu Dich nicht, Fragen zu stellen. Ganz oft sind andere Leute dankbar, wenn jemand sich traut, "banale" Fragen zu stellen. Und daraus ergeben sich manchmal auch Kontakte nach dem Seminar. Ging mir damals so. Ich hatte auch Angst - und hab dann gemerkt: Ey, ich weiß ja sogar mehr als andere, die fragen MICH, wo es zur Bib geht oder wie das mit dem kommentierten Vorlesungsverzeichnis ist. Und ich konnte auch "dumme" Fragen stellen, weil klar war: Hey, wir sind alle neu hier und kennen uns nicht aus und wissen nicht, wie das alles funktioniert und ob es das richtige Fach ist und wohin uns die nächsten Jahre bringen.

Was genau macht Dir Angst? Was ist als nächstes zu tun? Was meinst Du mit Organisation? Stundenplan? Semianrauswahl? Wie verschult ist Dein Studium denn?

Es ist grad mal eine Woche des ersten Semesters rum - atme durch und erwarte nicht, dass Du jetzt sofort wissen musst, wo es langgeht, nur weil die Orientierungswoche vorbei ist.

Schreib auf, was als nächstes zu machen ist. Stundenplan erstellen.
Räume finden. Mensakarte besorgen (oder wie auch immer das bei Euch läuft). Bibliothekskarte besorgen. Lauter Kleinkram, der sich aber vielleicht wie ein Riesenberg anfühlt. Eins nach dem andern.
In der Bibliothek gibts auch Führungen - am besten bald mitmachen, um gar nicht erst Schwellenangst aufzubauen.

Wenn Du in ein Seminar gehst, dann kennste erst einmal keinen. Das dürfte vielen anderen ähnlich gehen. Klar gibts auch Leute, die sich schon kennen. Aber auch viele, die ähnlich unsicher sind wie Du - auch wenn sie vielleicht nicht so aussehen. Stell Fragen!

Menschen kennenlernen, mich zu :frown:integrieren, einen guten Eindruck vor den Dozenten und Profs zu machen,
von Komolitonen gemocht zu werden,
Du baust Dir da einen gehörigen sozialen Druck auf! Mal langsam. Das ist kein Beliebheitswettbewerb. Du willst was lernen. Du musst keinen beeindrucken.
Off-Topic:
Es heißt übrigens "Kommilitonen", Mitstudent geht aber auch :zwinker:.


nebenher zu jobben, irgendwann eine gute Arbeit zu finden, den Konkurrenzkampf zu ertragen, den Studienkredit zurück zu zahlen usw.
Das mit dem Jobben nebenbei ist das einzige, was ich als akut ansehe - das wirst Du aber auch erst regeln können, wenn Dein Stundenplan geklärt ist, oder?
Irgendwann eine gute Arbeit finden: Erst einmal studierst Du jetzt. Und bitte mach Dich nicht jetzt schon fertig wegen Noten etc.
Du bist jetzt Anfänger und willst was lernen. Nur das zählt JETZT. JETZT ist erstes Semester.
Studienkredit zurückzahlen: Auch das ist nicht JETZT wichtig. JETZT ein Schrittchen nach dem anderen gehen.

Ich bin schon jetzt völlig am Ende meiner Kräfte. Wie soll ich das denn bloß schaffen?
Indem Du nicht JETZT versuchst, alle Probleme zu lösen, die im Lauf des Studiums oder danach warten könnten.
Indem Du Deinen Weg Schritt für Schritt gehst - und Dir durchaus Hilfe holst, wenn Du Dich überfordert fühlst.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auch andere "Erstis" gibt, die sich so anstellen wie ich. Ich weiß ja, dass ich von Hause aus emotional reagiere und mich generell mit Veränderungen schwer tue, aber dass ich gleich in der ersten Woche so ein Psycho-Monster bin, das hätte ich nicht gedacht.
Na, jetzt ist es eben wahr: Du bist an der Uni! Nicht mehr der ferne Traum, sondern Realität.
Mach Dich bitte nicht so fertig, nur weil Du Dich überfordert fühlst.
Auch andere dürften unsicher sein, da wette ich mit Dir. Eventuell zeigen sie es nicht. Aber für alle ist die Situation neu. Manchen fällt das leichter, anderen schwerer. Letztlich ist aber egal, ob alle anderen super klarkommen oder nicht - Du fühlst Dich überfordert, und das ist KEIN Drama, sondern normal. Durchatmen und nicht alle Probleme übereinander türmen, die Dir einfallen.

Wie kann ich mir denn bloß selber helfen?
Was kann ich machen, damit ich dieses Studium heil überstehe?
Durchatmen und nicht denken, dass Du alles allein überstehen musst. Es gibt die psychologische Studienberatung - und es ist keine Schande, dorthin zu gehen.
Es gibt in Deinem Fachbereich Hilfsangebote durch andere Studenten und auch durch Dozenten. Es gibt vermutlich Tutoren und Angebote zur Orientierung.

Eventuell kanns auch helfen, einen Zettel ans Schwarze Brett zu heften mit einer Mailadresse und einem kleinen Hilferuf: "Neu an der Uni - wer kämpft sich mit mir durchs Labyrinth?" mit Fachangabe.

Hast Du einen Hang zum Perfektionismus, Indianerin?
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Du machst dir viel zu viel Stress.
Neue Leute kennen lernen? - Am Anfang des Studiums ist das nun wirklich total einfach, weil fast Jeder in einer neuen Situation ist, weg von alten Bekannten und somit ist fast Jeder offen für neue Bekanntschaften.

Einen guten Eindruck bei den Dozenten, Profs und Kommilitonen machen? - Sei einfach du selbst! Wer dich mag, mag dich und wer nicht, eben nicht. So einfach ist die Sache.
Warum willst du es da Allen recht machen? - Das geht doch sowieso nicht.

Konkurrenzkampf? - Was sutdierst du denn?
In den meisten Studiengängen hilft man sich gegenseitig.

Natürlich sind am Anfang des Studiums sehr viele Dinge neu und ungewohnt... und zwar für jeden Ersti. Aber nach einiger Zeit findet man sich auch da gut zurecht.
Viele andere Studenten vor dir haben das ja auch schon geschafft.

Du hast schon verdammt viel erreicht und überstanden (Krankheit, Abi nachgeholt, usw.). - Da ist dein Studium eben eine weitere, neue Herausforderung, bei der dir deine Fähigkeit, zu kämpfen und deine Ziele ernsthaft zu verfolgen, sicherlich weiterhelfen wird! - Und diese Fähigkeit hast du. Das hast du doch schon dadurch einducksvoll gezeigt, dass du es trotz schlechten Ausgangsbedingungen bis zum Studium geschafft hast.
 

Benutzer78109 

Sehr bekannt hier
Denk in kleinen Schritten. Lass die Gedanken an die Zeit nach dem Studium doch erst mal sein und konzentrier dich auf das, was jetzt passiert. Menschen kennenlernen und die Leistungen zu bringen, mit denen du weiterkommst. Ob du jetzt den Dozenten gefällst oder nicht, das kann doch egal sein. Bei mir schert sich kein Prof um den Einzelnen. Und von jedem gemocht zu werden, das ist auch schier unmöglich. Reicht doch, wenn du erst mal 1-2 Leute findest, mit denen du dich verstehst.
Sieh das Studium als Geschenk und nicht als Quelle der Angst. Du bist nicht schlechter oder weniger wert als deine Kommilitonen. Ihr startet alle am selben Punkt. Bei Null. Nur, dass du in deinem Leben sicherlich schon mehr erlebt und geschafft hast, als der Großteil von ihnen. Sei doch eher stolz auf dich und darauf, dass du dir den Traum erfüllen kannst, anstatt dich mit einer unnötigen Angst selbst so runterzuputzen.
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Hey,
so geht es vielen Studienanfänger, ehrlich! Es ist der purste Hohn, wenn ich dir das sage, aber: Es bringt nichts, wenn du dir jetzt über all diese Dinge den Kopf zerbrichst. Dadurch schlauchst du dich nur. Schreib dir alles auf, was dich bedrückt. Und dann sortiere: Akut, in der nächsten Zeit, langfristig. Dadurch bringst du Ordnung in dein Chaos.
Such dir Freunde, Menschen, mit denen du dich gut verstehst. Das hilft ungemein! Nicht nur Freunde, die was anderes studieren als du, sondern wirklich Kommilitonen mit den gleichen Sorgen. Lass dich nicht davon verunsichern, dass einige "nie" lernen und sowieso mit "dann fällt man halt mal durch" leben. So abgebrüht, wie sie manchmal behaupten, sind die wenigsten. Und am Ende trifft man sich doch in der Bib zum Lernen :tongue:.
Es hilft ungemein, wenn man sieht, wie andere ihr Studium organisieren. Stundenpläne abgleichen (oder studierst du auf BA? Dann kannst du dich zumindest in Bezug auf die Organisation etwas entspannen, beim Staatsexamen ist das schon komplizierter), Vorlesungszusammenfassungen abgleichen, sich über Profs und Dozenten ereifern, sich gegenseitig Dinge erklären - ohne all das hätte ich sicher schon geschmissen.
Du musst das nicht alles in der ersten Woche können! Gib dir Zeit, dafür hat jeder Verständnis. Und wenn sich alles in deinem Kopf dreht, dann leg die Sachen beiseite und triff dich mit Jemandem. Schaus dir am nächsten Tag wieder an. Zieh deine Freunde zu rate. Das geht alles, haben schon 10000e vor dir geschafft.
Hier bist du wieder nicht alleine, ich brauche pro Semester mindestens ne Woche, um mein Studium zu organisieren. Zu Beginn des 2. Semesters habe ich deshalb in Erwägung gezogen, aufzuhören - so ein Blödsinn! Lass dich nicht entmutigen. Man kann mit Profs und Dozenten reden, es gibt Studien- und psychosoziale Beratungen, du wirst da nicht alleine gelassen. Das sind alles Menschen mit nem Herzen.
Prüfungen bestehen? Haha, sweet memories: Ich habe nächtelang durchgeheult und war völlig überzeugt davon, deeefinitiv durchzufallen. Und so ging es sicher nicht nur mir, auch wenn einige das tatsächlich überraschenderweise ganz entspannt angehen. Lass dich von deinen Freunden beruhigen, und, ganz wichtig: Such dir einen Ausgleich! Unisport, Häkeln, musizieren, kochen... whatever. Bei mir ist es das Laufen. Für mich funktioniert es am besten, wenn ich vieles mit anderen zusammen mache und ein paar Sachen aber auch wirklich für mich alleine.
Du wirst noch mehr durchdrehen und das Gefühl haben, vor einer undurchschaubaren Wand zu stehen, die aus komplizierten (Leistungs)geflechten besteht, die du nie durchdringst. Sobald du dich beruhigst fällt dir auf, dass das in Wahrheit alles kleine "Kategorien" sind, die sich häufig ganz gut durch stufenweises Abarbeiten bezwingen lassen. Du bist weder die erste, noch die letzte, der das gelingen wird.
Alles Finanzielle: So gehts den meisten. Dafür findet sich immer eine Lösung. Es hilft dir nicht, wenn du dich dadurch jetzt verrückt machen lässt. Alles zu seiner Zeit. JETZT studierst du. Und hoffentlich macht es dir genauso viel Spaß, wie du dir erhofft hast! Selbst wenn nicht: Ich meine gehört zu haben, dass 1/3 aller Erstis wieder wechselt, also entspann dich, auch da wärst du kein Vorreiter :zwinker:.
Du brauchst auf niemanden einen guten Eindruck zu machen. Sei einfach nett und gib zu, dass du keine Ahnung hast, wie das alles funktioniert. Ich war echt beeindruckt davon, wie verschieden die Menschen auf der Uni sind. Im Gegensatz zur Schule gibts da so viele "Splittergruppen", dass wirklich jeder sein Pendant finden kann. Besonders, wenn man das auch wirklich möchte. Unisport, Erstiparties, andere gemeinsame Aktivitäten, Referate, Lerngruppen... keine Sorge, die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Du wirst Leute kennenlernen und dich mit welchen anfreunden. Konkurrenzkampf? Das hängt wohl sehr vom Umfeld ab. Bei uns nahezu unbekannt, bei meiner Medizinerfruendin allgegenwärtig, bei meiner Jurafreundin durchwachsen vertreten, bei meiner Psychofreundin wurde der Jahrgang sogar von den Profs darauf angesprochen, dass es bei denen wohl überhaupt keinen Konkurrenzkampf gibt. Man kann also auch Glück haben!

Was ich JETZT in Angriff nehmen würde? Den Nebenjob! Das scheint dringend zu sein, ich würde mir erst mal übergangsweise was suchen, bis du besser den Arbeitsaufwand deines Studiums einschätzen kannst. Vermutlich wirst du sowieso nicht beim ersten Job bleiben. Ich hatte nie so verschiedene Jobs wie ganz zu Beginn des Studiums :grin:. Also such jetzt mal nicht nach der Traumstelle, sondern schau erst mal, was sich so bietet.
Fazit: Entspann dich. Das gibt sich alles. Stück für Stück. Du machst es nicht besser, indem du dich stresst. Spare deine Kräfte, mach Yoga beim Unisport. Such dir einen Ausgleich und Freiräume, in denen du Dinge tust, die dir Spaß bereiten. Das ist genauso wichtig wie das Studieren an sich!
Alles Gute :smile:.
 

Benutzer7157 

Sehr bekannt hier
neben dem, was die anderen geschrieben haben, wollte ich nurnoch betonen, dass du mit deiner vergangenheit schon viel mehr geschafft hast, als die meisten anderen Erstis. während viele gerade frisch aus der schule kommen - die sich ja oft unkompliziert erledigen ließ -, hast du schon kämpfen und viele herausforderungen meistern müssen. diese einstellung und stärke wird dir auch im studium zu gute kommen. du hast schon so viel geschafft, und das studium wirst du auch schaffen! mach dich nicht so verrükt deswegen. wie mosquito schon schrieb: Die kochen alle nur mit wasser.niemand ist das schlauer als du oder hat bereits im ersten semester den ultimativen durchblick.
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
Genau. Ein Professor sagte sogar in der ersten Stunde: Vergessen Sie was Sie bis jetzt alles gelernt haben. Das brauchen wir nicht mehr. Alles was Sie wissen müssen werden wir Ihnen von nun an beibringen.
Zugegeben, er meinte damit natürlich nur sein eigenes Fachgebiet :zwinker:
 

Benutzer93697 

Sorgt für Gesprächsstoff
hallo

möchte dir auch sagen, dass du nicht die einzige bist, der es so geht.
ich hab das ganze erste semester praktisch nur geheult. nachdem ich die ersten prüfungen bestanden hatte, ging es aber im 2. semester wieder besser und ich konnte sogar anfangen nebenher zu arbeiten.
mitlerweile hab ich super abgeschlossen und sehr zufrieden mit mir und dem studium.

im nachhinein muss ich sagen, der stress war überflüssig. habe alles sehr gut bestanden, also eigentlich zu gut, dafür, dass ja die noten gar nicht zählen für den abschluss.
ich rate dir, dich in den bereichen, die dich wirklich interessieren, voll reinzuhängen und sonst den absoluten minimalaufwand zu betreiben. bestehen ist alles, gute noten zählen dann bei den abschlussprüfungen.

leute lernt man doch relativ einfach kennen. am besten redest am anfang einfach mit JEDEM mit dem es sich anbietet, mit der zeit kristallisiert sich dann raus wer zu dir passt und mit wem du dich wirklich anfreundest.

im umgang mit den profs, tönt bitter aber am besten nicht auffallen (ausser positiv), keine kritik anbringen und sich grundsätzlich eher schleimig verhalten. ist hart, so kommt man aber am besten durch. bloss nicht denken irgendjemand interessiert sich wirklich für deine meinung an der uni. diskutieren kannst da besser mit deinen freunden. ein paar bekannte von mir haben sich sehr unbeliebt gemacht bei manchen profs, und je nach uni und fakultät verfolgt einen das bis zum abschluss. und wenn einer einen schon mal auf dem kieker hat, wird das nichts mit gutem abschluss.

ich wünsch dir alles gute!!!
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Das, was dir grade passiert, ist das typische Anfang-des-ersten-Semesters-Gefühl: So wahnsinnig viele neue Dinge um einen herum, alles ist ungewohnt, man hat das Gefühl, vor 1232938 neuen Aufgaben zu stehen, fühlt sich überfordert, meint, dass man alles JETZT und SOFORT erledigen muss, aber wie denn nur, man kennt sich doch noch gar nicht aus, und überhaupt, oh Gott ... ging mir ganz ähnlich. :smile:

Aber auch wenn du es grade nicht glaubst: Es wird besser, ganz bestimmt. Das erste Semester ist quasi ein Orientierungslauf, ein Rumprobieren, ein in-geregelte-Bahnen-Kommen - dafür braucht man Zeit, und die sollte man sich auch geben. Das beste Rezept gegen Panikanfälle ist da wirklich, nur in ganz kleinen Schritten zu denken, am besten nicht weiter als höchstens bis zum nächsten Wochenende. :zwinker: Lass die Dinge auf dich zukommen und sorge dich um nichts, was noch Monate oder sogar Jahre in der Zukunft liegt.

Du hast schon so viel geschafft, viel mehr als so manch anderer, du bekommst auch das Studium wunderbar hin!
 

Benutzer97645  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo ihr Lieben!

Ich finde es ganz toll, was ihr geschrieben habt!
Das alles macht mir sehr viel Mut und baut mich unheimlich auf! Vielen lieben Dank!

Es stimmt, ich mache mir einen ganz schönen Druck. Das ist wieder einmal so typisch für mich. Ich will immer alles 1000-prozentig richtig machen und bin oft ungeduldig mit mir sebst. Dann fange ich an, mich fürchterlich zu stressen - und dabei ist das doch gerade so kontraproduktiv.

Übrigens habe ich auch inzwischen einige Kontakte zu Kommilitonen geknüpft. Es sind ungefähr 5 Leute, mit denen ich jetzt regelmäßig etwas zu tun habe und von denen ich sagen kann, dass ich sie mag. Und das ist doch im Grunde eine ganze Menge!
Auch habe ich mich gestern Abend an meine Tutorin gewandt. Hatte erst die Befürchtung, dass ich sie mit meinen ganzen Fragen nerve, aber dann hat sie mir eine sehr nette mail geschrieben und mir gesagt, dass ich mich auch in Zukunft gerne mit allen Fragen an sie wenden darf.

Ich werde versuchen, eure Ratschläge zu beherzigen. Auf alle Fälle werde ich mich nicht mehr so unter Druck setzen. Und dann werde ich versuchen, nicht mehr 100 Schritte auf einmal zu machen, sondern alles schön der Reihe nach.
Mal sehen, wie das wird...
Ich habe zwar immer noch Angst, aber ich fühle mich jetzt nicht mehr so alleine und verlassen!

Danke!!!!
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Das klingt doch schon viel besser.
:smile:

Immer einen Schritt nach dem anderen, durchatmen, nicht zu viel erwarten. Und mit anderen austauschen, Fragen stellen und nicht zu eitel und perfektionistisch sein - ruhig zugeben, was nicht zu wissen oder unsicher zu sein. Oft wirst Du merken, dass andere auch nicht klüger sind oder sich ähnlich überfordert fühlen.

Also gelassen dem Chaos gegenübertreten. :zwinker: Das wird schon. Viel Spaß, weitere nette Begegnungen und ein schönes erstes Semester! Hier kannst Du auch weiterhin nachfragen, wenn Du mal wieder den Durchblick verlieren solltest.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Darf ich fragen, was Du studierst.

Die meisten Studiengänge werden längst nicht so heiß gegessen wie sie gekocht werden. Am Anfang, wenn noch alles neu und ungewohnt ist, kommt einem das vielleicht wie ein riesiger unüberwindbarer Berg vor. Mit der Zeit findet man sich aber gewöhnlich immer besser zu Recht, lernt Strategien wie man die Dinge am besten bewältigt etc.
Ganz wichtig aus meiner Sicht: Sich nicht sozial isolieren, sondern Kontakt zu anderen Studierenden suchen, Lerngruppen bilden. Austausch ist nicht nur fachlich wichtig, sondern man erhält auch wichtige Tipps und Informationen. Ein Hauptproblem der heutigen Unis ist ja häufig das totale Info-Chaos.

Die Dozenten/Profs. sind in der Regel auch keine Monster, sondern in den meisten Fällen durchaus kooperativ. Man muss sich nur klar machen, dass die häufig enorm viel um die Ohren haben und man nicht der Einzige ist, für den sie gerade da sein sollen. Das gilt natürlich insbesondere für die sogenannten Massenfächer.

Bei wirklich schweren Problemen gibts an den meisten Unis psychosoziale Beratungsstellen für Studierende, aber darauf wurde ja schon hingewiesen.

Einfach Ruhe bewahren, sich nicht verrückt machen lassen. Selbst wenn man mal eine Prüfung nicht besteht, dürfte davon in den meisten Fällen die Welt nicht untergehen. Das Leben geht weiter.


P.S. Zum Perfektionismus: Natürlich ist es gut, wenn man alles richtig machen will und hohe Ansprüche an sich selbst hat. Aber: Es sollte einem klar sein, dass man bei einem Uni-Studium auch bisweilen "Mut zur Lücke" haben muss. Man muss lernen Prioritäten zu setzen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Auch dafür brauchts einige Zeit. Im 1. Semester kann man das häufig noch nicht.
 

Benutzer68557  (30)

Sehr bekannt hier
Redakteur
Hey
Vielleicht kann ich dich ein bisschen beruhigen.
Ich habe auch letzte Woche mit meinem Studium begonnen. Ich kann zwar keine so harte Vorgeschichte bieten wie du, aber trotzdem mache ich mir furchtbare sorgen und habe total Angst zu versagen.
Das bestätigen vorallem die Statistiken:
Von meinem Jahrgang bzw. Semester werden statistisch gesehen 20 Leute von 382 den Abschluß machen, den ich benötigen (Prädikatsexamen).
Wenn ich nicht gerade abgelenkt bin zerbreche ich mir den Kopf über meine statistisch gesehen super schlechten Chancen. Du scheinst ein genauso ergeiziger Typ zu sein wie ich und ich fürchte, dass wir damit leben müssen und dem Druck Stand halten müssen.
 

Benutzer84394 

Verbringt hier viel Zeit
Kopf hoch, ich habe auch in einer schwierigen Ausgangslage mit dem Studium angefangen. Einfach Augen auf und durch. Tu was zu tun ist, bereite dich auf Klausuren vor, suche Kontakt zu anderen und male dir keine Versagens-Szenarien aus. Häng dich rein und du wirst es schaffen !

Übrigens muss nicht alles perfekt sein. Ich leide manchmal auch unter der Krankheit, mich in Details zu verbeißen, anstatt das Wichtige zu machen. Mach lieber das, was für die Prüfung wichtig ist, anstatt dir Machtkämpfchen mit deinem Ego zu liefern.
 

Benutzer97645  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hi!

Also ich studiere Spanisch und Französisch im Zwei-Fach-Bachelor.
Beide Fächer sind total überlaufen. Wir sitzen mit über 80 Leuten im Seminar, das eigentlich für max. 25 Leute konzipiert ist.
Naja... letztendlich ist dies nicht das Schlimmste, denn im Grunde muss ich nur wissen, was zu tun ist, um die Prüfungen zu bestehen. Ich kann sehr gut alleine lernen/ mir Lernstoff erarbeiten. Leider fällt es mir momentan noch sehr schwer, zu erkennen was nun eigentlich von mir verlangt wird, was wirklich relevant ist und, was ich eher vernachlässigen darf.
Auch mit dem angesprochenen "Mut zur Lücke" habe ich es nicht so. Ich bin tatsächlich sehr ehrgeizig und habe Angst davor, etwas zu vernachlässigen.

Was mir aber im Moment am meisten Sorgen macht, ist mein Energiehaushalt.
Ich habe vorher 9 Stunden am Stück in der Gastronomie gearbeitet. Das war ziemlich anstrengend, doch, das, was ich jetzt mache (in Vorlesungen und Seminaren sitzen; in die Mensa gehen usw...), übetrifft alles, was ich bisher gemacht habe. Ich war noch nie in meinem Leben so fertig. Es ist, als ob sich alles in meinem Kopf dreht und ich gesitig absolut nichts mehr aufnehmen kann.
Heute hatte ich nur von 8:30 - 12:00 Uni.
Ich hatte vor, danach in die Mensa zu gehen, aber das habe ich dann einfach nicht mehr gepackt.

Für mich wäre es das Beste, wenn ich nur zu jeder zweiten Vorlesung gehen müsste. Dann würde ich mir den meisten Stoff von zu Hause aus aneignen. Aber das geht leider nicht - fast überall herrscht Anwesenheitspflicht. :-(

Hoffentlich werde ich mit der Zeit belastbarer! Sonst weiß ich echt nicht, wie ich das Studium überstehen soll.
Ich habe heute wieder einen schlechten Tag und würde am liebsten alles abbrechen - und ein Fernstudium anfangen.

Ich hätte im Verlauf des Semesters leider keine Möglichkeit mehr, das Studium abzubrechen oder das Fach zu wechseln, da ich den kfw-Studienkredit beantragt habe. Und da muss man leider im 5. Semster die erforderliche Punktzahl vorweisen können. Daher muss ich das jetzt durchziehen, und das macht mir zusätzlichen Druck.

Die Idee mit den Lerngrupen ist gut! Ich habe ja schon einige Leute gefunden, mit denen ich mich austauschen kann. Und gerade in organisatorischen Fragen ist Kontakt zu anderen sehr wichtig für mich!
 
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