Mein tolles Leben

Benutzer106249  (28)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hey liebe com!
Man kennt mich eigentlich nur aus dem Beziehungsforum - aber in letzter Zeit geht es mir sehr schlecht und ich muss es mir mal von der Seele schreiben.

Ich bin 19 Jahre alt und mache gerade Abitur.
Wenn Leute mich kennenlernen , höre ich immer dasselbe: Sie wollen sein wie ich. Ich soll angeblich gut aussehen, kleide mich modisch, bin beliebt und habe viele Freunde, war einer der "Schulschwärme" bei den Mädchen meines Gymnasiums,meine Eltern sind Ärzte und ich habe Erfolg im Sport etc. etc. etc.
Ich hatte einige Freundinnen, ja auch hübsche, ja in die Letzte war ich dann das Erste mal wahrhaftig verliebt und wir waren ein Jahr zusammen - doch das ist nun vorbei, wir trennten uns vor ein paar Monaten.
Es war die Hölle, aber nun habe ich eine neue Frau kennengelernt, eine der "Stadtschönheiten" meiner Kleinstadt. Ich merk sie könnts sein, nach der Enttäuschung meiner ersten großen Liebe.

Und überall heißt es wieder:" Der kanns ja, der hat das perfekte Leben!"

Aber ich find mein Leben klingt wie eine schlechte Hollywoodkomödie.

Hier mal die Wahrheit:
Meine Eltern trennten sich als ich 5 war, mein Dad schlug meine Mum und ich sah das alles schon als Kind. Ich zog mit meiner Mum weg, weg nach Berlin wo ich groß wurde ohne Vater. Ich sah meinen Vater alle paar Wochen mal für 2 Tage und immer hieß es, dass ich ein Verräter wär und nicht sein wahrer Sohn weil ich nicht bei ihm blieb - da war ich ein Kind!
Meine Mutter war mein ein und alles, sie lernte einen neuen Mann kennen der mich wie seinen Sohn behandelte. Meine Mum war Ärztin und ihr Lebensgefährte hatte eine 20 Mann große Firma.
Da begann mein "tolles Leben" - was bringt einem das große Haus in renomierter berliner Lage und der Porsche für einen 10 Jährigen? Damals hieß es schon " Der hat das perfekte Leben!"
Nein das hatte ich nicht, alles was ich schon damals wollte war die Liebe meines Dads - die bekamm ich nie.

Mein dad war 20 Jahre seiner Jugend Boxer. So beschloss ich mit 11 ihn glücklich zu machen und boxte auch 5 Jahre lang, so dass ich eventuell zu den deutschen Meisterschaften hätte fahren können, Aufbaukämpfe für die Boxbundesliga hätte haben können. wieder hatte ich für alle " das perfekte Leben!". Das einzige was ich wollte war, dass mein Dad mal zuguckt- das tat er ein Mal und war unzufrieden weil ich nur nach Punkten gewann.
Meine Mum war immer mein Halt - bis ich 13 war, da erkrankte sie an Krebs. 2 Jahre ging ihr Kampf und ich sah sie langsam sterben.
Als ich sie das letzte mal im Hospitz sah , mit 15, durft ich nichtmal weinen und ihr was emotionales sagen - bei Aufregung wär sie erstickt und das wollte ich doch nicht!
Seitdem muss ich bei meinem Dad leben. Er verbietet mir alles, hetzt mich, gibt mir an allem die Schuld. Ich schlucke es schon all die Jahre und mache meinen Weg, treibe keinen Leistungssport mehr aber immerhin Fitness, was mein Dad natürlich verteufelt.
In meiner neuen Heimat kennt keiner das Schicksal mit meiner Mum. Ich will kein Mitleid! Alle sehen wieder nur den sportlichen, gutaussehenden Jungen mit den guten Noten und seinem Oberarztvater.

Seitdem es ans Studium geht, mach ich nix recht. Will ich Medizin studieren, was ich nur wegen ihm machen würde, so heißt es dass ich mich nicht nach ihm richten soll.
Geht es um meinen Wunsch Jura zu studieren, heißt es dann ich hab dann keine Berufsaussichten und soll Medizin studieren - aber bitte keine Chirurgie wie er dafür bin ich nicht Mann genug. Ein Teufelskreis diese Debatte. Ich verkrafte es dennoch.

Jetzt bin ich endlich wirklich glücklich - alles neigt sich dem Ende, bald studiere ich woanders und bin hier endlich weg! :smile:
Ich hab eine tolle neue Frau kennengelernt. Nun das nächste : Sie ist total spontan, ich liebe es!
Sie schreibt mir mal einfach um 22 Uhr, ob ich noch spontan zu ihrem Familienfest kommen mag. Ich will so so so so sehr aber ich weiss dass mein Dad mir das verbietet. Ich störe ihn angeblich immer mit meiner nächtlichen Rumhurerei und wenn er arbeiten muss am nächsten Tag habe ich - achtung ich bin 19 jahre alt - ab 22 Uhr Ausgangssperre.
Von einer Übernachtung meiner Freundin bei mir oder umgekehrt ist nicht die Rede, da geht er an die Decke - "rumpoppen kannst du später wenn du alleine lebst!".
Wobei meine Liebste sich das immer so sehr wünscht.
Die wenigen Male wenn es mal geht sind mit den Nachtschichten meines Dads verbunden + lügen.
Ich hasse Lügen! Nichts tut mir selber mehr weh alswenn ich lügen muss :/

Weiterhin weiss ich nicht was ich mit meiner Freundin in Zukunft machen soll. Wir sind erst 1 Monat zusammen, bald ziehen alle in ihre Unistädte und sie scheint nicht drüber nachzudenken - ich will sie aber nicht verlieren indem wir in komplett andere Himmelsrichtungen ziehen.

Mich belastet das alles - am liebsten würd ich mit ihr flüchten. Gleichzeitig hab ich Angst, dass sie mich wegen meinem Dad abschießt - ich mein sie kann jeden haben.

Ich musste mir vllt mal alles von der Seele schreiben. Weiss nicht was ich hören will oder was man mir sagen kann. Es tut einfach weh immer der "Perfekte" zu sein - vorallem wenn man selber weiss wie es wirklich ist.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Hallo dazer,

erstmal ein großes "Danke", dass Du hier Deine Geschiche erzählst. Ich hoffe, der ein oder andere Vorurteils-Beladene liest das 'mal.

Ich kann eigentlich gar nciht so viel dazu sagen außer Allgemeinplätzen.
Nur zwei Sachen:
- Dir ist klar, dass Du Dich von Deinem Vater lösen musst. Du weißt nur nicht, wie. Sehe ich das richtig?
Was ich halt nicht verstehe, dass Du mit 19 Jahre einen nächtlichen Hausarrest akzeptierst. Scheiss d'rauf. Nimm den Ärger in Kauf. Übernachte bei Deiner Freundin (wenn es denn von ihr aus geht), schafffe Distanz zu Deinem Vater. Jedesmal, wenn er ausfkippt, gib ihm die passenden Worte zurück und gehe. Ich kenne seine "Motivation" nicht, warum er so ist. Ich vermute, es ist einfach nur ein Machtspiel. Das funktioneirt aber nur, solange Du nach seinen Regeln mitspielst. Mach Dir bitte eins klar: er hat Dich in die Welt gesetzt, nicht andersherum. Also hast Du keinerlei Verantwortung für ihn. Du musst nicht für sein Wohlbefinden sorgen.
Dui bist 19, Du darfst und musst jetzt Dein eigenes Leben beginnen, aufzubauen.
Was Dir bestimmt helfen würde, aber es ist ein schwerer Weg: scheiss auf sein Geld. Nimm lieber 2 Semester mehr in Kauf, aber arbeite für Dein eigenes Geld. Das ist hart (gerade bei Jura), aber es geht. Aber das gefühl, dass Du dabei bekomst, es wirklich alleine geschafft zu haben und nicht von dieem "Vater" abhängig zu sein, entschädigt für Vieles.

Und dann noch eins:
Gleichzeitig hab ich Angst, dass sie mich wegen meinem Dad abschießt - ich mein sie kann jeden haben.
Merkst Du 'was? Du hebst sie auf den gleichen Thron wie Du anderen vorwirfst, Dich als perfekt anzusehen. Vielleicht will sie das ja auch nicht, vielleicht hat sie anders gelagerte, aber ähnliche Ewmpfindungen wie Du und sieht sich selber nicht als perfekt an.
Hab' Mut. Wenn Du sie jetzt gehen lässt, hast Du sie auf jeden Fall verloren. Wenn nicht, hast Du zumindest die Chance, dass sich 'was langes und schönes entwickelt...

Ich wünsch Dir alles Gute!
Mark11
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Hi dazer,

Ich finde es gut, dass Du Deine Geschichte hier erzählt hast, hier hören wir Dir zu und Du hast endlich mal einen Haufen Ballast von Deiner Seele gelassen.
Meine Vorredner haben schon das Wesentliche gesagt - was ich nicht verstehe, ist, warum Du Dich von Deinem Vater nicht lösen kannst.
Was bietet er Dir? Er hat doch nichts weiter gemacht, als Dir nur das Leben madig gemacht, Du hast darunter nur gelitten. Noch weniger verstehe ich es, dass Du die Ausgangssperre hinnimmst - hallo!? Du bist 19!

Du hast ein recht auf Dein eigenes Leben, und da hat Dir niemand reinzureden. Erst recht nicht Dein Vater, wenn er eh nix Sinnvolles dazu beitragen kann.

Hast Du noch Kontakt zu Deinem Stefvater? Wie ist es danach weitergegangen, als Deine Mutter gestorben war? Hier fehlt eine Passage aus Deinem Leben, welche Du uns noch nicht erzählt hast.

Wie auch immer, wenn Du Die Möglichkeit hast, wegzuziehen, dann tu es - und zwar bald.

Alles Gute in Deinem Leben.
 

Benutzer106249  (28)

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke für die Worte!
Meine Freundin ist ein halbes Jahr jünger, kommt aus einer 3jährigen Beziehung die aber schon länger her ist.
Fürs Studium hab ich mich für Jura entschieden weil ich Medizin nicht packe wenn ich das eigentlich garnicht will.

Mein Stiefvater hat mir damals angeboten bei ihm zu bleiben. Aber ich wollte niemanden belasten und irgendwo dachte ich dass es sich mit meinem Dad bessert - tut es aber nicht.

Ihm die Stirn bieten, dass ist leicht gesagt. Ich würde dann tausende Wutanrufe kriegen, zu hause zusammengebrüllt werden gefolgt von Taschengeldentzug und Autoschlüssel sind auch dann weg. Also das ist es: er hält mich nur am materiellen! Und ich hänge nichtmal dran! Ich brauch den Stress gerade jetzt nicht vor meinem Abiprüfungen, zumal ich mit dem Auto zu meiner Freundin fahren muss ( Kleinstadt - Dorf : kein Bus :grin: )

Ich überlege mal mit meiner Schwester (Halbschwester) zu reden. Sie ist 28, ist eigentlich das schwarze Schaf - noch vor mir - weil sie damals auch nicht Medizin studiert hat und zur Polizei ging. Seitdem macht sie alles falsch.

Ich glaub unser Dad hat ne exakte Idee was wir wie machen sollen und falls nur etwas nicht klappt dann sind wir halt Schuld - wie Maschienen.

Aber meine Schwester hat dann einfach eiskalt zu allen außer mir den Kontakt abgebrochen und nach Jahren telefonieren die mal wieder und ich merke schon das mein Dad da jetzt komplett anders mit ihr umgeht weil er merkt sie kann einfach gehen wenn sie mag.
Wollt sie mal anstoßen mit ihm zu reden.

Es ist halt so dass meine Großeltern nie meinen Dad gezügelt haben und er nie was verboten bekommen hat.
Der war schon mit 20 das erste mal verheiratet und ist 3 mal geschieden und sieht die schuld in seinem Vater, weil der ihm damals nie gezügelt hat.
Weiterhin ist er der Meinung, man biete mir das Übernachten nur aus Höfflichkeit an, wolle das eigentlich garnicht. Ein Fremder störe ja doch immer den Familienablauf - somit will er nur mein Gesicht wahren - das ist die Begründung.

Was er vergisst ist dass wir Häuser haben, meine Freundin sogar eine eigene Etage für sich...

Das mit dem rausschleichen ist schwierig - papas Schlafzimmer ist direkt an der Haustüre, rausgehen macht sich dann immer schwer außerdem bin ich wie gesagt keine 15 mehr und will einfach rasspatzieren.
Ich versteh das schon, dass wenn er arbeiten muss ich ihn ja auch nicht in der nacht wecken will. Das versteh ich.
Aber wenn ich von vornerein schon nachmittags gehe und morgens wiederkomme hat er doch seine ruhe?

Weiterhin ist es so, dass wenn ich schon spät komme und er schläft, ich ihn nie wecke - ich hör dass weil er immernoch schnarcht^^
Trotzdem behauptet er ich mache ihn jedes mal wach und deswegen Ausgangssperre.
Ich glaub er will einfach weiterhin Macht ausspielen weil er weiss dass ich bald gehe und er dann die Zügel loslassen muss.

Weiss echt nicht weiter es belastet mich total
 

Benutzer15499 

Verbringt hier viel Zeit
Um auf den Konflikt Medizin vs Jura einzugehen: Wenn es dein Wunsch ist, Jura zu studieren, du das unbedingt willst und deine Zukunft in dieser Richtung siehst, dann mach es!
Ich habe den Fehler gemacht, erwas zu studieren, was ich nicht wirklich wollte, nur um auch die Anerkennung zu bekommen, die aufgrund der Interessen im Fachgebiet meiner Eltern immer nur mein Bruder bekommen hat. Und es war ein großer Fehler!
Jetzt studiere ich was anderes und habe 2 Jahre "verloren", außerdem viel Selbstvertrauen, weil ich mich als Versager gefühlt habe.

Kurz: Studiere das, was deinen Interessen und Wünschen entspricht, nicht das, was dein Vater gerne sehen würde!
Auch wenn es jede Menge Ärger gibt, DU mußt mit deiner Berufswahl zufrieden sein, dein Vater muß nur damit klarkommen. Nicht andersrum.
 
I

Benutzer

Gast
Das mit dem rausschleichen ist schwierig - papas Schlafzimmer ist direkt an der Haustüre, rausgehen macht sich dann immer schwer außerdem bin ich wie gesagt keine 15 mehr und will einfach rasspatzieren.
Ich versteh das schon, dass wenn er arbeiten muss ich ihn ja auch nicht in der nacht wecken will. Das versteh ich.
Aber wenn ich von vornerein schon nachmittags gehe und morgens wiederkomme hat er doch seine ruhe?

Weiterhin ist es so, dass wenn ich schon spät komme und er schläft, ich ihn nie wecke - ich hör dass weil er immernoch schnarcht^^
Trotzdem behauptet er ich mache ihn jedes mal wach und deswegen Ausgangssperre.
Ich glaub er will einfach weiterhin Macht ausspielen weil er weiss dass ich bald gehe und er dann die Zügel loslassen muss.

Tu es. Geh raus, wann es dir passt und komm wieder, wann es dir passt. Du bist volljährig, du darfst deine eigenen Entscheidungen treffen und musst dich nicht mehr an Regelungen deines Vaters halten, die zudem auch, wie du schon sagtest, vermutlich eher der Angst geschuldet sind, dass du bald weg bist. Du musst ja, wie du schon sagtest, nicht mitten in der Woche nachts heim kommen, in dem Punkt kann man tatsächlich etwas Rücksicht auf andere Familienmitglieder nehmen. Aber am Wochenende? Oder wenn du bei deiner Freundin schläfst? Nee, sorry, da hat dein Vater dir genau gar nicht reinzureden.

Hast du noch Kontakt zu deinem Stiefvater? Gibt es vielleicht die Möglichkeit, doch wieder bei ihm zu wohnen?

Mal interessehalber: Wovon wirst du leben, wenn du studierst? Suchst du dir dann einen Job?
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Tach nochmal,

sei mir bitte nicht böse, aber nach Deinem 2. Beitrag muss ich noch 'was schreiben, denn ich glaube, Du machst einen grundlegenden Fehler.

Fürs Studium hab ich mich für Jura entschieden weil ich Medizin nicht packe wenn ich das eigentlich garnicht will.
Vielleicht sehe ich ja auch mal wieder die Flöhe husten, aber bist Du Dir sicher, dass Du wirklich Jura studieren willst? Das und nix Anderes? Medizin ist abgehakt, gut so, mach es ja nicht, es ist nicht Dein Ding. Nur für mich klingt es ein wenig so, dass Du nur Medizin und Jura als einzig mögliche Alternativen siehst. Die Alternative zu Medizin kann aber Alles sein, auch mit gutem Abi. Jobaussichten sollten zweitrangig sein, Durchschnittsverdienste auch.
Mach das, was Dir liegt, woran Du Spass hast und was Du Dir vorstellen kannst, eventuell den Rest Deines Lebens zu tun.

Aber jetzt zu dem Eigentlichen:
Ihm die Stirn bieten, dass ist leicht gesagt. Ich würde dann tausende Wutanrufe kriegen, zu hause zusammengebrüllt werden
Nochmal: Du bist 19. Du hast bisher vor Deinem Vater immer gekuscht. Stopp das. Wenn er den Aggro-Asi spielt, dann darfst Du das auch. Wenn er brüllt, dann brüll zurück. Wenn er Dich am Telefon anschreit, dann leg auf. Warum? Damit Du endlich Dein Selbstwertgefühl steigerst. Du wirst Dich noch oft im Leben durchsetzen müssen (ich hoffe, nicht auf diese Art). Das wird man aber nur können, wenn man es gelernt hat. Und nirgends kann man es besser lernen, als bei den Eltern. Dort beginnt der Abnabelungs- und Reifeprozess. Wenn man da nicht beginnt, Grenzen zu ziehen, auch mal seine Interessen durchzusetzen, dann wird man es später im Leben schwer haben, es noch zu lernen.
Und mal wieder ein alter Oma-Spruch: "Bellende Hunde beissen nicht." Will sagen: Dein Vater wird aller Wahrscheinlichkeit nach nur solange den Tyrannen spielen, solange er keinen Gegenwind bekommt. Siehe Deine Schwester, die behandelt er nicht mehr so. Und das kannst Du auch. Ich bin mir sicher, dass es Dir ein gutes Gefühl geben wird, wenn Du das erste Mal merkst, dass Du Deinem Vater Paroli bieten kannst.

... gefolgt von Taschengeldentzug und Autoschlüssel sind auch dann weg. Also das ist es: er hält mich nur am materiellen! Und ich hänge nichtmal dran! [...] zumal ich mit dem Auto zu meiner Freundin fahren muss ( Kleinstadt - Dorf : kein Bus :grin: )
OK, Du hängst zwar nicht am Materiellen, aber Geld und Auto nimmst Du gerne? Dir ist schon klar, dass er Dich genau damit in der Hand hat? Die Lösung ist so einfach: verzichte auf sein Geld. Such Dir 'nen Job, nach dem Abi hast Du Zeit und kauf Dir davon 'nen gebrauchten Roller. Reicht auch, um zu Deiner Freundin zu kommen. Zudem gibt es Dir Selbstvertrauen und Deinem Vater nimmt es paar Zacken aus der Krone.
Aber genau das ist der Punkt, an dem Du ansetzen musst. Du willst selbständig und erwachsen werden. Dazu gehört aber nunmal auch, für sich selber zu sorgen, seine Dinge selber in die Hand zu nehmen. Du willst nicht als das verwöhnte Söhnchen betrachtet werden, dann lebe auch danach.

Und genau in diese Kerbe schlägt auch dies hier:
meine Schwester [...] Wollt sie mal anstoßen mit ihm zu reden.
Völlig falsch. Rede Du mit Deiner Schwester, hol Dir Rat, höre ihr zu. Lass Dir erzählen, wie es für sie war, sich von Deinem Vater abzunabeln. Aber: Du musst mit Deinem Vater reden. Du musst den Konflikt austragen. Du bist alt genug, nicht mehr Andere für Dich reden zu lassen. Das ist das Gleiche wie im Absatz zuvor: Du musst Dein Leben und Dein Glück selbst in die Hand nehmen, nicht Andere das machen lassen. Es geht um Dich, nur um Dich. Also mach' es auch selbst!

Auch wenn das hier vll Alles so klingt, als wäre es ein Kinderspiel, sich mal eben so in 2 Tagen von einem tyrannischen Vater zu lösen, so ist es absolut nicht gemeint. Das ist ein Prozess, der lange dauern kann, evtl. Jahre. Aber wenn man nie damit anfängt, wird man es auch nie fertig bringen können.
Und mit 19 ist es, denke ich, höchste Zeit, damit zu beginnen.

Ich wünsch Dir ehrlich viel Glück dabei!
Mark11
 

Benutzer106249  (28)

Sorgt für Gesprächsstoff
Danke für die tollen Tipps!
Ich habs im Moment soweit Eingesehen, dass es nicht wirklich gut von mir war mitten in der woche, wenn er um 6 zur Arbeit aufsteht, um 4 Uhr nach Hause zu kommen, das würde ich auch nicht wollen.
Aber an Wochenende kann ich machen was ich will und wie lang ich will - da störe ich niemanden!
Das hab ich jetzt ausgereizt, war ne nacht bei einem Freund.
Gut, es heißt wieder 22 Uhr Ausgangssperre ( an die werd ich mich am Wochenende nicht halten! ), kein Tschengeld, kein Auto - wie ich es gesagt habe.
Hab bei der Pizzaria um die Ecke angefragt ob ich da ab Mai arbeiten kann, dann sind die Abiprüfungen vorbei und ich kann mein eigenes Geld verdienen. Das Auto ist im endeffekt meins, ich habe es geschenkt bekommen. Ich kann ab Mai selber Sprit tanken falls ich den Minijob kriege! Fertig.
Das ist der erste Schritt der Trennung von ihm. Im Endeffekt lass ich mich anbrüllen, ich reagier nicht drauf und ich hab gemerkt dass es ihn noch wütender macht alswenn ich zurückschreie.
Er schreit mir seine Sanktionen an den Kopf - ich sag ohne ihn anzugucken, mit ruhiger stimme: " Du ich geh eh bald arbeiten"
Dann kam seine finale Karte mit dem Ausziehen. Dann geh ich zu einem Kumpel oder zur Oma nach Berlin - schon abgesprochen!

Was meinen Triumph schmälert ist der Fakt, dass ich mir Sorgen mache, dass meine Freundin das alles belastet.
Das mit dem Übernachten klär ich erst wenn die erste Welle vorbei ist. Übertreiben soll man nicht oder?
Mach mir da solch einen Kopf dass sie das nichtmehr lange mitmacht :/

Zum Studium: Ich träum schon lange von Jura, ja wirklich! Fand als Kind Anwälte und Richter schon immer toll :smile:
Das Studium soll laut Aussage meines Dads er finanzieren - 700 euro monatlich und was ich damit mache ist meine Sache.
Da seh ich wieder ein Problem: am liebsten würd ich BaföG beantragen - das geht nicht da a) mein Dad zu wohlhabend ist - ich könnte über eine Jugendamtgeschichte ihn als Dad streichen und dann kriege ich immernoch keins, weil ich zuviel geerbt habe, was aber für 6 Jahre Studium niemals reichen würde.
Mir bleibt eins: Ich könnt bis zum 24ten Lebensjahr meinen Dad auf Unterhalt verklagen aber das werde ich nicht machen, ich denk nicht dran! Dann bin ich ja nicht besser als er - ne ne!

Ja, mein Leben ist eine Zwickmühle -.-
 

Benutzer82687 

Meistens hier zu finden
Nur ganz kurz, weil ich weg muss:
Wenn du ihn streichst, danach Bafög berechtigt wärst und es nur am Erbe (Erspartem über 5200 €) hängt, dann kannst du doch erst das Studium vom Erbe finanzieren und anschließend, wenn du unter der Grenze bist, Bafög beantragen. Das habe ich auch so gemacht. Ich hatte auch zu viel Erspartes, habe die ersten 4 Semester davon und von Nebenjobs gelebt und als ich unter der Grenze war, hab ich Bafög beantragt.

Nur als kleiner Hinweis, wenn du wirklich materiell ganz von ihm los sein möchtest, und das mit dem streichen wirklich ginge.
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
... und dann gibt es noch die Studenten wie meinen Mann, die nur von Kindergeld und von einem 400 €-Job leben. Das geht - zur Not - auch. Und sonst ist da noch das Stichwort Studienkredit. gerade wenn man den nicht über das ganze Studium braucht, ist das eine sehr gute Alternative!
 

Benutzer15499 

Verbringt hier viel Zeit
Auf Bafög würde ich mich nicht verlassen, ich glaube, Elternunterhalt geht vor (Achtung, Halbwissen und keine Rechtsberatung!) Einfach mal beim Bafögamt informieren.
Du bekommst doch sicher Halbwaisenrente, oder? Dazu dann noch einen 400€-Job bzw in den Semesterferien etwas mehr und ein kleiner Teil deines Ersparten, dann solltest du über die Runden kommen. Luxus ist natürlich was anderes...
 

Benutzer106249  (28)

Sorgt für Gesprächsstoff
Das wär möglich - ich wollt es eigentlich so lange wie möglich nicht ankratzen aber es scheint keine Alternative zu geben - ich denk ich werde es so machen.
Ich lass mich mal beim Amt beraten nach den Abiprüfungen.
Ja, Halbwaisenrente bekomme ich : 74 Euro im Monat kriegt man da. Ist immerhin etwas Hilfreiches :smile:
 

Benutzer15499 

Verbringt hier viel Zeit
Kannst ja auch zwischen Abi und Studium ordentlich arbeiten. Hab gerade neulich einen Artikel gelesen, daß Ferienjobber in einigen Bereichen richtig gut Kohle machen können. Dann mußt du während des Semesters nicht so viel machen. Weiß aber nicht, was sich da bei dir so anbietet.
Während des Semesters würde sich Nachhilfe anbieten, falls du zb in Mathe ein bißchen was drau hast. 15€ pro Schulstunde bar auf die Hand, immer schön Doppelstunden machen und schon hast du einen netten Nebenverdienst.
 
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