Mein Papa liegt auf der Intensivstation...

Benutzer44735  (40)

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sorry für den doppelpost aber sonst sieht man nicht, dass es was neues gibt: er kann die beine bewegen! auch nach der op!
das bedeutet zu 99,9%, dass er wieder laufen können wird!

mein größter wunsch ist in erfüllung gegangen!

ich freu mich so wahnsinnig! :grin: :bier:
 

Benutzer62510  (58)

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das ist ja toll!!!!!!

Und er ist auch bei vollem Bewußtsein?
 

Benutzer44735  (40)

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noch nicht ganz, er ist aber schon so wach, dass er gezielt auf ansage reagieren kann. aber übermorgen wird er wohl ganz wach sein :smile:
 
M

Benutzer

Gast
Das ist wirklich eine tolle Nachricht :smile:

Ich drück euch alen die Daumen, dass es so weiterläuft wie bisher und er wieder laufen kann. :smile:
 

Benutzer55415  (35)

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Das sind ja tolle Nachrichten! Ich hoffe, dass es jetzt mit deinem Papa ganz schnell bergauf geht! Gott sei Dank, dass bisher alles so gut verlaufen ist. Da hatte dein Papa wirklich noch Glück im Unglück.
 

Benutzer47015 

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Das is verdammt schön zu hören das es bergauf geht.

das freut mich sehr für dich.
 

Benutzer44735  (40)

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ich melde mich nochmal, weil ich grad echt verzweifelt bin.
gesundheitlich geht es bergauf. aber es gibt ein problem: die kommunikation.
da einen luftröhrenschnitt bekommen hat und darüber beatmet wird kann er ja nicht sprechen. also müssen wir alles von seinen lippen ablesen. und das ist manchmal echt schwer.
und wenn das nicht auf anhieb klappt wird er ungeduldig und auch richtig wütend, bishin zur verzweiflung. wenn er merkt, dass er sich nicht richtig mitteilen kann, dann fühlt er sich unglaublich hilflos. das ist für ihn ein ganz furchtbares gefühl.

heute hat er vor lauter verzweiflung auf dem bett rumgetrampelt und war kurz davor zu weinen. er tut mir so unendlich leid...!! :cry: :geknickt:
ich kann so gut nachempfinden, wie er sich fühlt und wie schlimm das alles für ihn sein muss.

wisst ihr, für mich ist es wirklich nicht schlimm, wenn er böse auf mich ist, weil ich ihn nicht verstehe und wenn er mich anmotzt. das ist absolut in ordnung und ich nehme nichts davon persönlich, wirklich nicht. es geht ja nicht gegen mich, sondern drückt nur seine hilflosigkeit und verzweiflung aus.

ich leide bloß darunter zu sehen, wie schlimm diese hilflosigkeit und das ausgeliefert sein für ihn ist. das ist das, was mich echt fertig macht. natürlich zeige ich ihm das nicht, wenn ich da bin. aber jetzt sitze ich hier und weine, weil er mir so unwahrscheinlich leid tut! :cry:

ich weiß ja, er hat rein gar nichts davon, wenn ich mir so einen kopf mache. aber ich kann nicht anders. ich bin da leider sehr emotional. für ihn ist das ein vorteil, weil ich dadurch viele sachen verstehe, die er sagen will, weil ich fühle, was er grad fühlt.
für mich ist das aber nicht gut, weil ich das nicht abschütteln kann, wenn ich die intensivstation verlasse. und das müsste ich, zumindest zum teil. denn er wird noch wochenlang im krhs liegen und da brauche ich ja auch kraft für.

ach leute, was soll ich bloß machen.....:cry: :cry: :cry:
 

Benutzer81091 

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Fühl dich erstmal :knuddel:

Mein Vater wurde vor einigen Jahren an den Stimmbändern operiert und konnte auch nicht sprechen,
dann hat er immer aufgeschrieben was er gerade wollte.

Ginge das,könnte dein Vater vielleicht aufschreiben was er möchte.
 
S

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Gast
Hallo CrushedIce,

wie wäre es, wenn ihr ihm ein Täfelchen oder Papier mitbringt, so kann er sich mitteilen, indem er es eben aufschreibt. Klappt natürlich nur, wenn er nicht zu eingeschränkt in seiner Bewegung ist.

Nur nicht unterkriegen lassen und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, das gibt Mut und Hoffnung!
 

Benutzer44735  (40)

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ja, die haben so ein klemmbrett mit papier und stift. das haben wir auch zum teil heute so gemacht mit aufschreiben. aber er scheint manchmal noch etwas tüddelig im kopf zu sein, dass er nicht weiß, wie die wörter geschrieben werden, er sie dann vollkommen falsch oder unleserlich schreibt und dann auch wütend wird.

dann will er auch nicht mehr schreiben. und wir stehen wieder beim anfang. wir haben sogar eine tafel mit buchstaben und zahlen da. will er dann auch nicht :cry: :cry: :cry:
 
S

Benutzer

Gast
Naja, die Situation ist eben erstmal frustrierend, wenn man die alltäglichen Dinge erstmal nicht mehr hinbekommt und mit solchen Einschränkungen zurechtkommen muss.

Ich bin mir sicher, das ist alles nur eine Frage der Zeit :smile:
 

Benutzer81091 

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Lasst ihm die Tafel und das Papier einfach am Bett liegen,er wird von ganz alleine probieren und versuchen bis es geht,er schämt sich vielleicht ein wenig vor euch.

Das ist bei den meisten kranken so,das sie sich selbst bei der Heilung überfordern.

Es geht bestimmt schnell aufwärts und wird dann merklich von Tag zu Tag besser.
 

Benutzer44735  (40)

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ich kann ihn da ja auch wirklich verstehen! ganz, ganz wirklich!
es ist nur so schrecklich anzusehen, wie er versucht zu rufen oder schreien und kein ton kommt aus ihm raus....
 

Benutzer35148 

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Das ist eine blöde Situation für ihn.
Er verzweifelt weil er auf einmal nicht mehr richtig kommunizieren kann, da muss er sich ganz schön alleine und allein gelassen vorkommen :schuechte

Könnt ihr ihn denn nicht beruhigen? Sagt ihm er soll langsam machen.

Und versucht auch, euch eure Verzweiflung und hilfslosigkeit nich anmerken zu lassen.

Legt ein paar Begriffe vor, vielleicht als Notizen oder Zettel,
mit Wörtern, die ihr denkt, die er möglicherweise sagen möchte.
Das kann natürlich alles sein, von "Hunger" über "muss pinkeln" zu "will meine ruhe haben"... :engel:

:engle_alt:
 

Benutzer44735  (40)

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ach leute.....ich hab eben erfahren, dass er sich den beatmungsschlauch vom tubus abgemacht hat :geknickt:
und er hat versucht, sich den zentralen venekatheter zu ziehn :cry:

sollte er das noch einmal machen, wird er fixiert :flennen:

ich bin mir mittlerweile sicher, dass er geistig einfach heute nicht auf der höhe ist. er ist verwirrt und hat zwischendurch klare momente.
er hat heute gedacht, er sei in spanien gewesen, vorgestern meinte er, mein bruder würde heiraten. er ist davon überzeugt heute morgen eine jeans angehabt zu haben. dann wollte er eine fernbedienung für den fernseher haben. da war kein TV und auch keine fernbedienung. dann meinte er noch, wir sollen den hubschrauber ausschalten. und all sowas :cry:

er ist im moment nicht er selber. er glaubt auch, nicht verletzt zu sein. die müssten nur die ganzen schläuche von ihm abmachen, dann könnte er nach hause. alle anderen patienten dürften schließlich auch schon rumlaufen (nicht ein einziger patient kann da sein bett verlassen!). die ärzte da sind eh alle bescheuert und haben keine ahnung.

er bekommt heute abend was zur beruhigung, damit er schlafen kann. hoffentlich sieht die welt dann morgen wieder anders aus....

@ einsamer engel: natürlich lassen wir uns bei ihm nichts anmerken, das hatte ich doch geschrieben.

deine ideen hatten wir auch schon. manchmal funktionieren sie, manchmal nicht. meistens will er, dass wir ihn verstehen, wenn er was sagt. er will fast nie hilfsmittel benutzen :kopfschue
 

Benutzer35148 

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*seufz* so ein "Sturkopf", was?

Ihr müst da Geduld haben... aber wenn die Ärzte nicht mit ihm reden können, wenn ihr nicht mit ihm reden könnt...
Hilft vermutlich nur warten... leider :schuechte

Naja das mit dem "nicht anmerken lassen" .. damit meinte ich weniger, dass ihr euch eure Sorge... die darf er ruhig sehen.

Das ist aber auch wirklich schwierig...
Wenn man jahrelang der Kopf der Familie war, und nun so total hilflos ist... er schämt sich bestimmt ganz schön.
Aber das muss er lernen, dass ihr ihn nicht bemitleidet, sondern ihm helfen wollt.

:engel_alt:
 

Benutzer10610 

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Fühl Dich von mir gedrückt.

Mein Opa kam vor 5 Wochen mit Schlaganfall und Herzinfarkt ins Krankenhaus, wo er dann noch einen Atemstillstand hatte und wiederbelebt wurde. Ab dann war er im künstlichen Koma und wurde beatmet. Nach 2 Wochen Koma wollten sie ihn langsam wecken - man sprach von 7 Tagen. Nach 3 Tagen hatte er die Augen offen und wollte reden - was wegen der Beatmung natürlich nicht ging, aber er hat das ignoriert und immer wie wild die Lippen bewegt. Ich habe dann meine Mutter ins Krankenhaus zu ihm begleitet. Ich stand an seinem Bett und musste dran denken, wie hilflos er ist. Er lag die ganze Zeit, konnte nur die ganzen Schläuche sehen (seine Brille hatte er auch nicht), er konnte sich nicht selber bewegen (weil er viel zu schwach war) und er konnte wegen der Beatmung nicht sprechen. Bei dem Gedanken sind mir die Beine weggeknickt, das Gepolter im Zimmer habe ich gar nicht mitbekommen - die Schwester aber schon. Ich bin nicht gefallen, nur ein bisschen eingesackt, hab noch alles gesehen etc... aber wenige Sekunden später hatte ich mein eigenes Bett auf der Intensivstation und witzelnde Ärzte und Schwestern um mich herum, ob man mich gleich dabehalten sollte :grin: Das Positive daran war: Meine Mutter hat es Opa erzählt und er hat zum ersten Mal geschmunzelt. Er kippt auch leicht weg :grin:
Die nächsten Besuche (ich war nicht mehr dort, aber meine Mutter und ihr Bruder) waren weniger positiv. Opa war sauer, dass er nicht reden konnte. Für schreiben und anderes war er sowieso zu schwach. Und er hatte resigniert. Er hat vorher schon immer gesagt, dass er niemals beatmet werden will, eher würde er sich aufhängen. Er hat seine Wut an seinen Kindern ausgelassen, noch viel schlimmer aber: Auch an Oma, die selber nicht mehr wirklich fit ist (und im Gegensatz zu ihm vor dem Schlaganfall auch geistig nicht).

Nach 3 Wochen wurde er zwecks Reha in ein anderes Krankenhaus verlegt, das 160 km von uns entfernt liegt. Beim ersten Besuch saß lag Opa - welch Freude - im Rollstuhl. Doch dadurch fiel meiner Mutter etwas auf: Er versuchte, nach ihrer Kette zu greifen - und die Motorik war vollkommen hinüber. Er hat versucht wie ein Kind mit allem zu spielen, was auf dem Tisch lag - und er konnte es kaum. Und er hat nicht verstanden, wo er ist und das er nicht nach Hause kann. Die Schwestern erzählten, dass er oft verwirrt sei und regelmäßig herumzickt, seine Kleidung wieder auszieht und andere Spiele... etc. Für meine Mutter und Oma alles in allem ein Schock. Am Tag danach lag er wieder im Bett und war wieder in einer Phase, in der er resigniert hat. Er wollte nicht mehr und das hat er meinen Onkel unmissverständlich spüren lassen. Das war 7 Tagen.

Heute war meine Mutter wieder im Krankenhaus. Opa war geistig klar, konnte sich aber nicht an die Wochen seit seinem Schlaganfall erinnern. Auch nicht daran, wie er ins Krankenhaus kam. Er kann immer noch nicht richtig sprechen, obwohl er nicht mehr beatmet wird. Einen Stift halten kann er auch nicht, die Kommunikation ist also nach wie vor schwierig. Es geht nur damit, dass er auf Fragen mit ja oder nein antworten kann. Aber er trainiert täglich und nächste Woche soll er einen Rollator bekommen. Und: Er hat heute nach einer Zigarette gefragt :rolleyes:

Wir haben zwischendurch von vielen Bekannten gehört, dass ihre Angehörigen im Krankenhaus nach dem künstlichen Koma auch eine ganze Weile verwirrt waren, sich das ganze aber noch im Krankenhaus wieder gelegt hat. Also verliere nicht die Hoffnung!
Ich hoffe auch, dass Opa beim Besuch meines Onkels morgen so fit ist wie bei dem meiner Mutter heute... und sich auch nächste Woche noch dran erinnern kann, was ihm heute erzählt wurde... :geknickt:

Lass den Kopf nicht hängen und verliere nicht den Mut! Dein Papa ist bestimmt willensstark!
:knuddel:
 

Benutzer15917  (34)

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Ich kann mir vorstellen, dass dich das nicht sehr beruhigt, aber wahrscheinlich wird diese Verwirrung in ein paar Tagen wieder weg sein.
Das kommt nämlich häufiger bei Leuten nach Operationen vor und hat sogar einen Namen :
http://de.wikipedia.org/wiki/Durchgangssyndrom

Das ist natürlich total doof für deinen Papa, der dann teilweise die Welt nicht mehr versteht, weil die sich aus seiner Sichtweise nicht mehr angemessen verhält, aber auch für euch Verwandte, die seinen "geistigen Verfall" miterleben, ist das schwer.

Kann halt auch sein, dass solche freiheitsbeschränkenden Maßnahmen notwendig werden um deinen verwirrten Vater vor sich selbst zu schützen, aber das wird nur von kurzer Dauer sein.

Liebe Grüße
 

Benutzer69125 

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Hallo!

Ich kann gut nachvollziehen wie schlimm das alles für dich ist...zusehen müssen und deinem Papa in seiner Hilflosigkeit nicht helfen können.
Ich weiß nicht ob es ein Trost für dich ist, aber da ich mittlerweile bereits seit 14 Jahren auf einer Intensivstation arbeite kann ich dich beruhigen. Diese Stadien die dein Papa im Moment durchmacht sind im Genesungsprozess etwas völlig "normales". Die Frustration,wenn man sprechen möchte und es nicht kann, die Ungeduld wenn man nicht gleich verstanden wird usw. Dazu kommt, das dein Papa ja doch einige Tage in einem "künstlichen Tiefschlaf" war. Eine Folge davon ist nun, einige Tage nach Ende dieses künstlichen Tiefschlafes, seine Phase wo er "völlig durch den Wind ist" und sich alles nötige rausziehen will. Sowas nennen wir "Durchgangssyndrom" und ist eine Folge der Medikamente die nötig sind um einen Patienten im künstlichen Tiefschlaf zu halten (fallen unter die Rubrik "Suchtgifte"). Die einen stecken das besser weg, die anderen reagieren dann so wie dein Papa. Du wirst sehen - auch diese Phase ist bald vorbei (vor allem bekommt er ja auch Medikamente) und wenn er wieder genesen ist, wird er sich kaum an diese Tage auf der Intensivstation erinnern können (so haben es mir viele der Patienten berichtet, wenn man sie danach einmal darauf angesprochen hat).
Also Kopf hoch (auch wenn es leicht gesagt ist), deine Papa ist in guten Händen und die Sprünge nach vorne gehen dann oft ganz rasch!

Ich hoffe das ich dir damit ein wenig weiterhelfen konnte :knuddel:
 
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