Mein Papa ist todkrank und keiner außer mir weiß es

Benutzer34471 

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Mein Vater wird in einer Uniklinik behandelt, ich bin mir momentan allerdings nicht sicher, ob ich das in diesem Fall als positives Qualitätsmerkmal ansehen soll.

Was habt ihr zu verlieren? Entweder das Gespräch hilft euch oder nicht. Es ist WICHTIG!

Naja, es könnte ja auch schaden (bzgl. Aufklärung). Ich werde aber mal versuchen, den behandelnden Arzt ohne Beisein meines Vaters zu sprechen, vielleicht hilft mir das weiter, sofern er überhaupt Zeit dafür hat bzw. sich diese auch nimmt.

Außerdem möchte ich versuchen einen anderen Arzt oder Experten zu befragen, eine Zweitmeinung bzw. Beratung haben wir bisher nicht in Anspruch genommen.

Mein Vater ist übrigens 60, war damals ein schönes 'Geburtstagsgeschenk', die Diagnose:kopfschue. So wie es aussieht ist die Erkrankung berufsbedingt, er hatte u.a. mit Asbest und diversen Feinstäuben zu tun. Möglicherweise wäre es auch gar nicht soweit gekommen, wenn einer unserer 'kompetenten' Ärzte seine Arbeit gewissenhaft getan hätte, mehr möchte ich hierzu nicht sagen.
 
O

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Gast
Auch wenn das jetzt sehr hart ist was ich dir schreibe werde und ich habe mir das auch sehr ernsthaft überlegt, ob ich das überhaupt tun soll, aber da du dich ja ausreichend mit der Situation beschäftigt hast, denke und hoffe ich, dass du damit umgehen kannst.
Dein Vater wird an dieser Erkrankung sterben. Der Krebs hat bereits metastiert also ist auf andere Organe bzw. Gewebe übergegangen und in aller Regel bringt eine reine Chemotherapie nicht wirklich viel, außer vl. ein paar Monate länger leben, allerdings nicht unter optimalen Lebensbedingungen. Eine Chemotherapie, um den Krebs zu verkleinern, um dann operieren zu können, ist meistens auch sehr aussichtslos. Da durch die Chemotherapie ja der Allgemeinzustand eines Menschen enorm geschädigt wird, ist meist eine OP nicht mehr machtbar oder der Krebs trotz eben der Chemotherapie.
Natürlich gibt es immer wieder mal Fälle, in denen ein so aussichstloser Fall, doch noch gerettet worden ist, bei dem der Krebs durch die Chemo kleiner geworden ist und man noch operieren konnte, aber diese Fälle sind so einzigartig, dass man sich darauf nicht verlassen kann und darf. Auch wenn man sicherlich der Hoffnung niemals vollständig abschwören sollte.
Das sind sehr harte Fakten, ich weiß.
Ihr und vorallem dein Vater sollte sich nochmals von einem Arzt aufklären lassen, dazu hat man das recht, wenn man etwas nicht richtig verstanden hat.
Mehr kann ich dir leider auch nicht sagen. Ich kann dir deine Verzweiflung, deine Wut, deine Trauer nicht nehmen und das kann auch niemand hier.
 

Benutzer34471 

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Danke für Deinen Beitrag, auch wenn er nicht sehr positiv ist, aber wenigstens mal jemand, der sich etwas auszukennen scheint und nicht aus Prinzip 'Friede, Freude, Eierkuchen' verbreitet und alles gutredet'.

Woher hast du deine Kenntnisse, warst du selbst bzw. deine Familie betroffen oder bist du (angehender) Mediziner, Dein Beitrag klingt sehr schulmedizinisch?
 

Benutzer48246 

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Eine Chemotherapie, um den Krebs zu verkleinern, um dann operieren zu können, ist meistens auch sehr aussichtslos. Da durch die Chemotherapie ja der Allgemeinzustand eines Menschen enorm geschädigt wird, ist meist eine OP nicht mehr machtbar oder der Krebs trotz eben der Chemotherapie.

Das ist Quatsch.
Es gibt verschiedene Arten der Chemotherapie und die neo-adjuvante Methode wird durchaus häufig angewandt und hat nichts mit aussichtslosem Stadium zu tun!
Aber es kommt immer auf den Ausgangstumor an und wo die Metastasen sind bzw wie groß sie sind.
Dass es Metastasen gibt, heißt nicht automatisch, dass es dann schon zu spät ist.



Natürlich gibt es immer wieder mal Fälle, in denen ein so aussichstloser Fall, doch noch gerettet worden ist, bei dem der Krebs durch die Chemo kleiner geworden ist und man noch operieren konnte, aber diese Fälle sind so einzigartig, dass man sich darauf nicht verlassen kann und darf.

Und auch das ist nicht richtig, ausser wenn unser Krankenhaus so toll ist, dass du nur aussichtslose Fälle erfolgreich operiert wurden.

Aber einen Stadium IV Tumor kann man in der Tat nicht mehr besonders schön reden... aber auch Stadium III Tumore haben bereits metastiert und da kann man sehr oft noch etwas machen.

Also bitte etwas differenzieren!

Und bezüglich der Lebenserwartung hab ich ja oben schon was geschrieben.



@TS: Hast du denn inzwischen nochmal mit deinen Eltern geredet?
 

Benutzer34471 

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Aber einen Stadium IV Tumor kann man in der Tat nicht mehr besonders schön reden... aber auch Stadium III Tumore haben bereits metastiert und da kann man sehr oft noch etwas machen.

Ein Tumor mit Metastasenbildung ist doch automatisch Stadium IV, oder meinst Du das so, daß zur Zeit der Entdeckung der Tumor noch im Stadium III war und dann noch Metastasen gebildet hat?

Ich versuche mein Eltern eben so gut es geht zu beraten und unterstützen, Tacheles reden wäre momentan, glaube ich, eher kontraproduktiv. Meine Mutter ist auch so schon ein Nervenbündel und mir geht es auch an die Nieren, mein Urlaub war durch die Thematik nicht gerade erholsam und nächste Woche bin ich wieder weg und muss mich auf der Arbeit quälen:mad:.

Aber ich habe da nun noch eine gute Beratungsstelle gefunden, die uns weiterhelfen können. Solange nicht alle sinnvollen Methoden ausgeschöpft sind, besteht ja noch Hoffnung, wir hatten ja auch im erweiterten Bekanntenkreis Fälle, bei denen zumindest die ärztlich prognostozierte Lebenserwartung noch um Jahre übertroffen wurde.

@Mietzie: Worum geht es denn bei Deinem Vater?

@MyMemory: Vielleicht komme ich bei Gelegenheit nochmal auf Dich zu, ich will aber meine momentan positive Grundeinstellung nicht durch weitere Horrorgeschichten belasten
 

Benutzer48246 

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Bezüglich der Stadien hab ich mich ein wenig falsch ausgedrückt.

Im Stadium III können bereits Lymphknoten betroffen sein, Fernmetastasen in anderen Organen noch nicht.


Trotzdem ist auch Stadium IV an sich noch nicht zu kritsch, dann kommt es ja immer noch auf die TNM Klassifikation an.
 

Benutzer79932 

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Der Krebs hat bereits metastiert also ist auf andere Organe bzw. Gewebe übergegangen und in aller Regel bringt eine reine Chemotherapie nicht wirklich viel, außer vl. ein paar Monate länger leben, allerdings nicht unter optimalen Lebensbedingungen. Eine Chemotherapie, um den Krebs zu verkleinern, um dann operieren zu können, ist meistens auch sehr aussichtslos. Da durch die Chemotherapie ja der Allgemeinzustand eines Menschen enorm geschädigt wird, ist meist eine OP nicht mehr machtbar oder der Krebs trotz eben der Chemotherapie.
Völliger Bullshit. Das kommt auf die Krebsart an und das Stadium und das oben ist unhaltbar pauschalisiert respektive schlicht falsch.

Und du würdest dich wundern, wie viele vermeintlich aussichtslose Fälle noch jahrelang leben und du würdest dich ebenfalls wundern, wie viel Kraft ein Mensch aufbringen kann, obwohl er totkrank ist und wie viel mit purem Lebenswillen erreicht werden kann.


Danke für Deinen Beitrag, auch wenn er nicht sehr positiv ist, aber wenigstens mal jemand, der sich etwas auszukennen scheint und nicht aus Prinzip 'Friede, Freude, Eierkuchen' verbreitet und alles gutredet'.

Darum gehts überhaupt nicht. Die gegebenen Infos sind falsch und haben nichts damit zu tun, dass Situationen verherrlicht werden :ratlos_alt:

Selbstverständlich muss man mit Professionellen reden und auch wenn die nicht alles wissen, wissen die immer noch deutlich mehr als ein Laie, der sich Informationen, die teilweise mehr als seltsam sind, im Internet zusammensucht. Ärzte raten aus einem bestimmten Grund in fast allen Fällen zu Chemotherapie - es steht jedem frei, das abzulehnen, aber selber irgendwas zusammensuchen und bewährte Methoden einfach mal völlig grundlos schon im Vornherein abzulehnen, ohne eine Ahnung davon zu haben, ist gefährlich und sinnlos.

Mir ist durchaus klar, dass so eine Nachricht erst einmal ein Schock ist und keiner verlangt, dass man objektiv da ran geht. Aber es bringt definitiv nichts, indirekt eine Entscheidung für irgendwelche asiatische Vitalpilze, Vitamine aus Fruchtkernen oder sonst eine alternativen "Behandlungsmethode" zu treffen, ohne jemals vernünftig mit mehreren (!) Ärzten gesprochen zu haben. Überhaupt sollte man sich immer mehrere Urteile einholen und sich nicht auf eins allein verlassen.

Möglicherweise wäre es auch gar nicht soweit gekommen, wenn einer unserer 'kompetenten' Ärzte seine Arbeit gewissenhaft getan hätte, mehr möchte ich hierzu nicht sagen.

Das halte ich für eine sehr gefährliche Aussage.
 

Benutzer34471 

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Völliger Bullshit. Das kommt auf die Krebsart an und das Stadium und das oben ist unhaltbar pauschalisiert respektive schlicht falsch.

Du hast schon gelesen, daß es hier um Lungenkrebs im Stadium IV geht? Und Du weißt auch, was Stadium IV bedeutet bzw. wie die alllgemeine Prognose hierbei aussieht?

Und du würdest dich wundern, wie viele vermeintlich aussichtslose Fälle noch jahrelang leben und du würdest dich ebenfalls wundern, wie viel Kraft ein Mensch aufbringen kann, obwohl er totkrank ist und wie viel mit purem Lebenswillen erreicht werden kann.

Das bestreitet ja auch keiner, dennoch kann man die schlechten Nachrichten nicht einfach ausblenden. Es ging mir ja auch darum, daß mein Vater bzw. meine Eltern da einfach im Unwissen gelassen wurden bzw. Behandlungsziel- und Aussichten einfach verschwiegen wurden.

Selbstverständlich muss man mit Professionellen reden und auch wenn die nicht alles wissen, wissen die immer noch deutlich mehr als ein Laie, der sich Informationen, die teilweise mehr als seltsam sind, im Internet zusammensucht. Ärzte raten aus einem bestimmten Grund in fast allen Fällen zu Chemotherapie - es steht jedem frei, das abzulehnen, aber selber irgendwas zusammensuchen und bewährte Methoden einfach mal völlig grundlos schon im Vornherein abzulehnen, ohne eine Ahnung davon zu haben, ist gefährlich und sinnlos.

Mir ist durchaus klar, dass so eine Nachricht erst einmal ein Schock ist und keiner verlangt, dass man objektiv da ran geht. Aber es bringt definitiv nichts, indirekt eine Entscheidung für irgendwelche asiatische Vitalpilze, Vitamine aus Fruchtkernen oder sonst eine alternativen "Behandlungsmethode" zu treffen, ohne jemals vernünftig mit mehreren (!) Ärzten gesprochen zu haben. Überhaupt sollte man sich immer mehrere Urteile einholen und sich nicht auf eins allein verlassen.

OskarLalas Aussage bezog sich ja auch auf die Behandlung mit alleiniger Chemotherapie. Das schließt ja nicht aus, daß es auch Ausnahmen gibt und dass sich die Chancen bei ganzheitlicher Behandlung erhöhen. Eben deswegen will ich sie ja auch einsetzen und ich werde das auch nicht ohne kompetente Beratung tun, nur sein Hausarzt oder die Klinikärzte sind da die falschen Adressen, die haben nämlich von komplementären Methoden entweder keinen blassen Dunst oder halten sie schlichtweg für Humbug.

Das halte ich für eine sehr gefährliche Aussage.

Würdest du die Hintergründe kennen, würdest du das vermutlich anders sehen, ich will das aber nicht öffentlich diskutieren.

Trotzdem ist auch Stadium IV an sich noch nicht zu kritsch, dann kommt es ja immer noch auf die TNM Klassifikation an.

Wie kommst du darauf, bei Stadium IV ist M1 ja schon gesetzt, von einem Lymphknotenbefall ist daher eigentlich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen und in keiner mir bekannten Quelle wurde dann noch anhand der Tumorausbreitung unterschieden, sicher bei T4 dürfte es ganz düster aussehen.
 

Benutzer48246 

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Wie kommst du darauf, bei Stadium IV ist M1 ja schon gesetzt, von einem Lymphknotenbefall ist daher eigentlich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen und in keiner mir bekannten Quelle wurde dann noch anhand der Tumorausbreitung unterschieden, sicher bei T4 dürfte es ganz düster aussehen.

Aber M1 ist auch noch kein Grund, dass es total düster aussieht.

Es kommt nunmal immer auf Lage und Größe des Ausgangstumors an und auf Lage und Größe der Metastasen.
Da kann man durchaus noch was machen und nicht jeder mit Stadium IV liegt schon halb im Sterben.
 

Benutzer34471 

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Vielleicht sollten wir die Thematik mit der Prognose mal abschliessen, das führt ja hier nicht weiter.

Was mich aber auch beschäftigt: irgendwie habe ich das Gefühl, das die Zeit immer schneller vergeht, sie rinnt einem förmlich aus den Händen. Man kommt gar nicht mehr dazu, alles zu erledigen was man sich an einem Tag vorgenommen hat, die Wochen und Monate sausen einfach vorbei. Gerade in letzter Zeit frage ich mich, wieviel Zeit ich vielleicht noch mit meinem Vater verbringen kann (ich wohne nicht mehr zu Hause) und ob ich nicht vielleicht selbst schneller alt bin, als ich gucken kann.

Auch meine Arbeit kotzt mich immer mehr an, sie macht keinen Spaß und ich kann mich einfach auch nicht damit identifizieren, ich empfinde sie mehr und mehr als Lebenszeitverschwendung. 5/7 der Woche gehen eigentlich nur für die Arbeit drauf und die restlichen 2/7 brauche ich, um mich zu erholen.

Am liebsten würde ich ja alles hinschmeißen und einfach was ganz anderes machen, vielleicht ganz weit weg, nur will ich meine Eltern jetzt nicht alleine lassen, abgesehen davon wüsste ich auch gar nicht welche Arbeit besser wäre und wie ich einen Neuanfang finanzieren sollte.

Früher, als Kind war ganz anders, da waren die Tage irgendwie viel länger und man konnte einfach unbeschwert leben und hat sich dann am Abend auf den nächsten Tag gefreut, heute denke ich 'Mist, schon wieder ein Tag vorbei und nichts erreicht'.
 

Benutzer48246 

Sehr bekannt hier
Vielleicht sollten wir die Thematik mit der Prognose mal abschliessen, das führt ja hier nicht weiter.

Das stimmt-.... das sollte auch gar keine Diskussion werden sondern lediglich die falschen Aussagen von OskarLala richtig stellen.

Was mich aber auch beschäftigt: irgendwie habe ich das Gefühl, das die Zeit immer schneller vergeht, sie rinnt einem förmlich aus den Händen. Man kommt gar nicht mehr dazu, alles zu erledigen was man sich an einem Tag vorgenommen hat, die Wochen und Monate sausen einfach vorbei. Gerade in letzter Zeit frage ich mich, wieviel Zeit ich vielleicht noch mit meinem Vater verbringen kann (ich wohne nicht mehr zu Hause) und ob ich nicht vielleicht selbst schneller alt bin, als ich gucken kann.

Oh ja das Gefühl kenn ich zu gut... aber das wird wieder ein wenig besser.

Genieß einfach jede Minute die du mit deinen Eltern verbringst.

Habt schöne Momente und genießt die Zeit und denkt nicht 24 Stunden an die Krankheit, auch wenn es schwierig ist.
 

Benutzer62510  (58)

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Hallo KarlHugo,

zunächst einmal auch von mir, daß ich Dir in dieser Situation alles erdenklich Gute und viel Kraft wünsche. Mir ist letztes Jahr mein Vert verstorben und mein Schwiegervater leidet zur Zeit auch an Lungenkrebs.

Als ich die bisherigen Beiträge durchgelesen habe, sind mir ein paar Dinge durch den Kopf gegangen, die ich Dir nicht vorenthalten möchte.

1.) Alternative Methoden. So träge ist die Schulmedizin nicht, wie das die Verkäufer solch alternativer Methoden gerne darstellen. Natürlich kann man mit den genannten Verfahren den Körper in seinem Kampf unterstützen und vieles Lindern. Bitte denke nicht, daß Du damit Deinen Vater retten könntest.

2.) Gerade Unikliniken sind zwar, was den medizinischen Stand angeht, normalerweise top. Leider haben sie häufig Defizite im "menschlichen" Bereich.

3.) Hast Du Dich schon mal über Hospize informiert? Nein, damit verurteilst Du Deinen Vater nicht zum Ende.

Vielleicht hilft Dir der folgende Gedankengang: Überlege doch einmal, was die nächste Zeit für Deinen Vater bedeutet. Willst Du, in der Hoffnung, doch noch irgendeine Lösung zu finden, alles ausprobieren? Oder ist es vielleicht sinnvoller, einen Weg zu finden, auf dem Dein Vater die Zeit, die er hat, möglichst angenehm und leidensfrei leben kann.

Und wenn die behandelnden Ärzte nicht verständlich mit Euch reden können, solltest Du als allerersten Schritt einen Arzt suchen, dem Du, oder besser, dem Ihr vertrauen könnt und der auch eine verständliche Sprache spricht. Zum einen ist das wichtig für jede zu fällende Entscheidung, zum anderen fühlt man sich dann in dieser "Maschinerie" einer Klinik nicht mehr so verloren.

Ich wünsch Dir viel, viel Kraft und alles Gute!
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Huhu,

Hast Du Dich schon mal über Hospize informiert? Nein, damit verurteilst Du Deinen Vater nicht zum Ende.

Halte ich bspw. für eine recht gute Idee.

Prinzipiell kommt mir beim Lesen halt auch die Idee, dass die Ärzte schon aufgeklärt haben, aber die Eltern das verdrängen. Was sollen die Ärzte denn tun? Jetzt jeden Tag hingehen und sagen, "Wir glauben, Sie haben dass noch nicht verstanden - er stirbt innerhalb des nächsten Jahres!!" - dann würden sich doch alle aufgeben, die Behandlung würde keinen Sinn mehr machen.

Gerade bei solchen Krankheiten ist auch die Einstellung vom Patienten eine wichtige Sache. Von daher würde ich dazu raten, zu unterstützen und Mut zu machen, auch wenn man insgeheim weiß, dass es nicht so gut aussieht.

Totgesagte leben länger - bspw. mein Opa sollte schon seit 15 Jahren tot sein, gestorben ist er erst letztes Jahr. Und das war auch eine äußerst schlimme Diagnose.

Das hat ja nichts damit zu tun, dass man Dinge beschönigen will. Ich kenne das Gefühl, dass man irgendwann nur noch Sicherheit haben will, auch wenn es eine schlechte Nachricht ist, weil dieses Hoffen und Bangen unerträglich wird. Man hört dann vielleicht lieber einmal ein "Er stirbt sicher!" als zehnmal "Naja, wer weiß, vielleicht geht es ja doch noch gut aus!" :frown: - das kann ich gut verstehen.

Aber jetzt aufzugeben, das hilft echt nicht weiter. Eine Selbsthilfegruppe oder andere professionelle Hilfe wäre wohl wichtig, ansonsten geht ihr alle noch daran kaputt.

Vielleicht könntet ihr auch noch einen weiteren Arzt einschalten?

Wünsche dir und deiner Familie alles Gute.
 
O

Benutzer

Gast
Nur mal so ganz nebenbei folgende Seite der deutschen Krebsgesellschaft

http://www.krebsgesellschaft.de/db_lungenkrebs_therapie,4239.html

Ich möchte hier ernsthaft niemand persönlich angreifen, aber der Threadstarter hat selbst darauf hingewiesen, dass es sich um ein Stadium IV handelt, hier ist allgemein bekannt, dass eine Operation nicht mehr als sinnvoll erscheint. Was ebenfalls durch den oben stehenden Link bestätigt wird, da sich bekanntlich bei Stadium IV bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen gebildet haben.
Natürlich gab es, gibt es und wird es auch immer wieder Fälle geben, bei denen medizinische Wunder passieren, aber dies sind extrem selten, deshalb heißen sie auch Wunder.
Ferner hat der Threadstarter selbst schon daraufhingewiesen, dass selbst die Ärzte im Krankenhaus diesen Fall aus medizinischer Sicht mehr als sehr schlecht beurteilen. Das würden diese nicht machen, wenn es auch nur ein Fünkchen Hoffnung auf eine OP geben würde. Ich arbeite selbst im Krankenhaus und ich weiß, dass Ärzte sich mit Aussagen wie "es sieht sehr schlecht aus" für gewöhnlich sehr zurückhalten. Außerdem ja ich war ja persönlich von einer solchen Diagnose bei einem Angehörigen betroffen.
Es darf jeder seine Meinung haben. Ich persönlich finde, dass man sich der wahrscheinlichsten Prognose stellen sollte und eben nicht immer weiter versuchen sollte sich in "falschen Hoffnungen" zu wiegen. Wenn man dies nämlich tut, dann hat sein Vater noch realistische Chancen seine Dinge zu erledigen, die er bisher nicht erledigt hat, man kann von ihm Abschied nehmen und die Zeit noch mit ihm sinnvoll genießen.

Gleichwohl gilt natürlich, dass man rein nur diesen Fall auf der Grundlage der Aussagen des Threadstarters beurteilen kann, deshalb rate ich ihm und seiner Familie dringend an nochmals mit den behandelnden Ärzten Kontakt aufzunehmen und entsprechend sich ausführlich beraten zu lassen.
 

Benutzer34471 

Verbringt hier viel Zeit
Ferner hat der Threadstarter selbst schon daraufhingewiesen, dass selbst die Ärzte im Krankenhaus diesen Fall aus medizinischer Sicht mehr als sehr schlecht beurteilen. Das würden diese nicht machen, wenn es auch nur ein Fünkchen Hoffnung auf eine OP geben würde. Ich arbeite selbst im Krankenhaus und ich weiß, dass Ärzte sich mit Aussagen wie "es sieht sehr schlecht aus" für gewöhnlich sehr zurückhalten.

Nein, so 'deutlich' haben sie das nicht gesagt, sie haben ja, wie bereits erwähnt, gar nichts handfestes gesagt.

Bei meinem Vater wurde übrigens bisher keines der beiden auf Seite von der Krebshilfe genannten 'letzten Mittel' angewandt oder vorgeschlagen, vielleicht ist das positiv zu bewerten.

Aber wie ebenfalls bereits gesagt, bringen weitere Diskussionen über mögliche Prognosen hier nichts.

Wir werden nun versuchen einen weiteren Arzt zu Rate zu ziehen um die Sinnhaftigkeit zusätzlicher Methoden einschätzen zu lassen.

Was meine Eltern in der Tat gebrauchen könnten, wäre jemand, der den Haushalt schmeißt, da meine Mutter seit geraumer Zeit auch nicht mehr ganz auf der Höhe ist, ist sie total überfordert und ich kann auch nicht immer helfen, da ich weit weg wohne.

Inwieweit uns ein Hospiz helfen soll, ist mir allerdings nicht klar, mein Vater ist ja (noch) kein Pflegefall.
 

Benutzer7157 

Sehr bekannt hier
Kennst du die kleinen blauen Heftchen von der Deutschen Krebshilfe?
Hier kannst du sie als pdf lesen. Für deine Eltern könntest du auch ein Exemplar auf dem Postweg anfordern. Ich fand die Broschüren jedenfalls ganz hilfreich.

Wie gehts es denn deinem Vater jetzt? Wie verkraftet er die Chemo?

In fast jeden Krankenhaus gibt es auch einen sozialen und psychologischen Dienst. Vielleicht könnte deine Mom sich da ein wenig Rat holen, wenn sie grad so neben der Spur ist.
 

Benutzer47686 

Verbringt hier viel Zeit
Z.B. die sogenannten Vitalpilze, die gelten in Asien schon lange als heilend und werden in Japan tw. als offizielles Mittel in der Krebstherapie eingesetzt.

Dann gibt es noch die relativ bekannte Misteltherapie, die sogar von den Kassen übernommen wird, wird aber trotzdem von manchen Ärzten immer noch nicht gerne gesehen.

Schon früher kontrovers diskutiert wurde das Vitamin B17 (bzw. Laetril), das aus Aprikosenkernen gewonnen wird. Wie so oft, bei manchen scheint es zu helfen, bei manchen wiederum nicht, ich behalte es mal im Hinterkopf.

Dann bin ich noch über eine Reihe weiterer Ansätze gestoßen (z.B: Tumorvakzination (Impfung mit eigenen Tumorzellen), Hyperthermie), aber da weiß ich derzeit noch nicht was ich davon halten soll. Ebenso von Ärzten, die eine sogenannte Ganzheitliche Therapie verfolgen, manche erscheinen sehr seriös, andere weniger, was letztlich zählt, ist die Erfolgsquote.

Man kann sicher nicht alles probieren, aber die Hände in den Schoß zu legen und auf die Schulmedizin zu hoffen, ist auch nicht der richtige Weg.

ich finde es schlimm, wenn selbsternannte wunderärzte und pseudowissenschaftler mit den ängsten der menschen geld zu machen versuchen.
auch wenn die WIRKUNG einiger alternativer präparate in studien bewiesen wurde, heißt das nicht, dass sie in einer behandlung auch wirklich WIRKSAMKEIT (also einen effekt auf die symptomatik) zeigen.
als ganz einfaches beispiel kann ich dir z.b. mal etwas über die von dir erwähnte therapie mit mistelextrakten erzählen: in versuchen mit zellkulturen wurde da nämlich wirklich ein effekt auf die krebszellen nachgewiesen. allerdings kommt dieser effekt nur bei einer ganz bestimmten, sehr hohen konzentration zustande. um diese wirkstoffkonzentration im menschlichen körper zu erreichen müsste man dem patienten ca 2-3(!) liter mistelextrakt spritzen. bei der behandlung werden aber nur ml subkutan gesprizt ...

am verwerflichsten finde ich aber dieses sogenannte vitamin b17. schon der name zeigt eigentlich wie unseriös die ganze geschichte ist. zur besseren vermarktung hat man sich entschieden den wirkstoff amygdalin einfach mal als vitamin zu bezeichnen. hört sich ja auch erstmal toll an so ein vitamin. das kann ja nur was gutes sein denkt sich dann der verzweifelte patient. das sagt eigentlich schon alles finde ich ... auf das total abstruse wirkprinzip krebszellen mit blausäure zu vergiften muss man da gar nicht mehr eingehen...

/edit:
achja ... diese "ganzheitliche therapie", besser bekannt auch als anthroposophie (oder werfe ich da jetzt etwas durcheinander?) ist meiner meinung nach auch eine mehr als fragwürdige geschichte. die anthroposophie ist eine sehr dogmatische weltanschauung, die sich auf das beruft was ihr begründer, ein gewisser steiner mit hilfe seiner übersinnlichen fähigkeiten, "erschaut" zu haben glaubt. nämlich, dass der mensch aus 4 leibern besteht und die ursache von krankheiten nicht auf der physischen leibesebene liegt.
nach steiners lehre entsteht krebs durch ein ungleichgewicht der geistigen körper, welches durch sog. "animalische kräfte" ausgelöst wird und sich dann eben auf physischer ebene manifestiert.
ich finde das alles wirklich mehr als fragwürdig und für mich ist es unbegreiflich, dass steiner so viele anhänger gefunden hat. gerade weil eine wirkung der anthroposophischen behandlung in studien überhaupt nicht nachzuweisen ist, weil sie auf einer ganz anderen ebene als die naturwissenschaft steht aber deshalb über die naturwissenschaft auch überhaupt nicht anzugreifen ist.
 

Benutzer34471 

Verbringt hier viel Zeit
Kennst du die kleinen blauen Heftchen von der Deutschen Krebshilfe?
Hier kannst du sie als pdf lesen. Für deine Eltern könntest du auch ein Exemplar auf dem Postweg anfordern. Ich fand die Broschüren jedenfalls ganz hilfreich.

Wie gehts es denn deinem Vater jetzt? Wie verkraftet er die Chemo?

In fast jeden Krankenhaus gibt es auch einen sozialen und psychologischen Dienst. Vielleicht könnte deine Mom sich da ein wenig Rat holen, wenn sie grad so neben der Spur ist.

Das ist zwar glaube ich nicht das Heftchen, dass wir haben, aber der Inhalt ist mir nicht neu.

Die letzten Tage geht es meinem Vater wieder sichtbar besser, aber selbst wenn die Chemo ihn nicht umbringt, ist das ja keine Dauerlösung.

@Login: Auch du erzählst mir nichts neues, wenn man will, findet man für alles Gegenbeweise.
 
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