Mein Leben - Update..

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo liebes Forum und ihr tollen Menschen!

Ich hatte vor einigen Monaten ein Thema eröffnet als es mir richtig dreckig ging. Ich danke euch nochmal vom ganzen Herzen für all die lieben Nachrichten.

Um es nochmal kurz zu fassen :
-Ende März ist mein Bruder mit 27 plötzlich verstorben...
-2 Wochen später hat mich mein Freund verlassen.
-Keine einzige Freundin oder Freund war in der Zeit für mich da. Sie haben mich alle unten liegen lassen. Heute habe ich keine Freunde mehr.
-Die (große)Familie von meinem Vater, mit denen ich groß geworden bin, Haus an Haus, ist auch für mich Geschichte.Anstatt uns zu unterstützen und beizustehen: nur wenig Mitgefühl/Verständnis oder überhaupt Interesse an uns...Alles Egoisten! ich verstehe es nicht.
Ich hasse jeden einzelnen der Schuld an einer weiteren Träne meiner Mutter ist.
- Heute stehen meine Eltern kurz vor der Trennung...
-Mit Mühe und Not hat mir eine liebe Therapeuten einen Ersatztermin gegeben, obwohl sie ausgebucht war... Ich ging hin und was passiert ? Hatte meine Krankenkassen-Karte vergessen... D.h. Sie durfte/konnte mich nicht therapieren. Peinlich!
-Meine Uni: Das letzte Semester habe ich vergeigt. Ich muss jetzt in eine mündliche Prüfung. Wenn ich die nicht bestehe, waren 3 1/2 Jahre umsonst.

-Mein Bruder, Familie, Freunde, ex-Freund, Eltern. Jedes einzelne Thema für sich, ist bedrückend genug.Aber alles gleichzeitig, zerfrisst mich.
Fazit :Ich glaub ich bin am A***
Ich kann die nächsten Wochen /Monate kaum abwarten... Was wohl noch so tolles auf mich wartet.

Ich habe keine Motivation mehr für nichts. Wozu das alles? Es dreht sich nur um Schule, Uni, lernen, arbeiten, Geld,Geld, Geld & Sex! Alles andere scheint gar keinen Stellenwert mehr zu haben. Zumindest nicht in meinem Umfeld.
Seit dem Tod, sind nun 7 Monate um. Ich bin emotional total unberechenbar und instabil geworden. Ich heule manchmal, ohne zu wissen wieso. Ich spüre wie aus mir jemand anderes wird. Und ich finde es nicht mal schlimm.
Mittlerweile verachte ich alles und jeden Menschen aus meinem Leben. Lerne ich neue Menschen kennen, kommen mir Gedanken wie :"Tu nicht so nett. Auch du hättest dich ein scheiß für mich interessiert, wenn wir uns vorher gekannt hätten. "
Ich habe keine Lust mehr auf diese gespielte 08/15 Smalltalks, mit denen man öfter im Alltag konfrontiert wird.
Am liebsten würde ich mein Koffer packen und abhauen aus Deutschland. Für immer. Ein komplett neues Leben anfangen. Aber dafür liebe ich meine Eltern und 2 kleinen Schwestern zu sehr. Sie sind das einzige, was mich hält.

So, das wars. Ein Update.
Ich hätte mir auch lieber gewünscht, dass ich nach so langer Zeit behaupten könnte, es würde sich so langsam alles wieder einpendeln. Ne.. Das könnte noch dauern. Dabei war ich immer guter Dinge es würde schon wieder werden. Nur wie lange werde ich es noch tun.. Es scheint schlimmer zu werden. Ich bin einfach sauer und traurig.

Ich sehe mich schon in der Zukunft: Ich werde zu diesen alten Seniorinnen gehören, die miesgrimmig, stirnrunzelnd und genervt mit hängenden Schultern durch die Stadt laufen, während sie sich über jeden und alles aufregen.

Danke, fürs Lesen
 

Benutzer13901  (45)

Grillkünstler
Sorry bevor ich weiter drauf eingehe wieso hat sie dich nicht behandelt? Die Karte kann man nacheichen
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Oh je das klingt nach eienr schweren Zeit. :knuddel:

Ich würde dir raten mal in der uni nachzufragen ob du nochmals später nachgeprüft werden kannst weil momentan andere Sachen wichtiger sind und du keine Kopf hast bei dne ganzen Schicksalsschlägen. Ging bei mir auch bei der Abschlussprüfung. Da ist nämlich am gleichen Tag mein Großvater verstorben.


Nun ja zu deiner Familie kann ich nur sagen: Du solltest auf Abstand gehen ! Es tut dir nicht gut wie sie sind . Daher musst du dir dein umfeld selsbt aufbauen. Darum mein erster vorschlag. ersteinmal alles zu ordnen. du ahst zig Schläge aufeinaml abbekommen und es ist nicht verwunderlich, dass du so launisch bist.

Also Kopf hoch und weiter durch !
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Steig aus. Lass Dich von der Uni krankschreiben, packe Deine Koffer und geh. Ob nun zu einem guten Freund oder in eine Fachklinik, einfach nur raus. Du hast es nicht geschafft, Deiner Gedankenmühle zu entkommen, aber anders wird es nicht möglich sein, Distanz zu schaffen und zu sehen, was Du jetzt brauchst.

Alles Gute.
 

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Stonic Stonic ich musste mich als Neupatient anmelden. ja das dachte ich aber auch. Habe es auch vorgeschlagen, aber sie meinte, sie hätte es schon mal gemacht, aber dürfte es nicht mehr.
Habe es dann so akzeptiert.

schuichi schuichi und Demetra Demetra danke.
Aber wie soll ich das meinen Eltern erklären. Niemand weiß wie es mir geht und ich möchte es auch nicht... Sie würden sich nur unnötig sorgen machen. Gleichzeitig habe ich eine Vorbildfunktion für meine jüngeren Schwestern...
Ouh man ich weiß auch nicht wohin mit mir.
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Wenn Du zusammenklappst, ist die Sorge hundertfach größer und das Vorbild, das Du lieferst, wäre "Ich fresse die Dinge in mich rein, bis ich kaputtgehe". Ist das die Botschaft, die Du weitergeben möchtest? Oder die, dass man im Leben auch mal eine Auszeit nehmen darf und muss?
 

Benutzer157186 

Ist noch neu hier
du musst def. daraus, ein paar wochen abschalten, neue dinge sehen und kennenlernen... sag deinen eltern du brauchst eine auszeit und musst einfach in ein neues umfeld, das kann schon sehr viel bewirken, wenn man für eine gewisse zeit ein neues wirkungsfeld hat
 

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Demetra Demetra .. Nein du hast recht. Ich wollte doch weg. Hatte alles geplant. Plötzlich hat sich ein alter Freund eingemischt und wollte mich begleiten.. Habe komplett umgeplant. Kurz vorher hat er mich hängen lassen. Und ich hab alles auf Eis gelegt. Dann fing auch schon wieder das neue Semester an.
Ich merke gerade, dass ich mich echt zu sehr von anderen Leuten abhängig mache die mir sowieso nichts bringen.

Ich habe meine eigenen 4- Wände. Ich habe das Gefühl ich verstricke mich zu sehr in meine Gedanken, wenn ich alleine bin. Aus diesem Grund bin ich 5 Tage die Woche bei meinen Eltern zu hause anstatt zu lernen.
Wo soll ich denn alleine hin? Und wie soll ich das mit der Uni machen :frown: Das würde bedeuten, ich müsste 1 1/2 Jahre dranhängen bis ich fertig bin. Möchte es so schnell wie möglich hinter mir bringen.

Mein Plan ist es, das jetzige Semester zu meistern und mir danach einen Hund anzuschaffen. Für uns,mich, meine Familie. Vielleicht finden wir alle so wieder was positives in unserem Familienleben.
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Du beschwerst Dich darüber, dass sich alles nur um Geld, Erfolg, Sex geht. Um Optimierung. Darum, dass sich die Menschen egoistisch benehmen.

Fakt ist aber, dass Du auch egoistisch sein darfst. Für Dich selbst und Deinen wirklichen Bedürfnissen. Nicht für Dein Erfolgs-Selbst. Das will die Uni schaffen, Deine Familie stützen, ein Vorbild sein.

Aber willst du später zurückblicken und sagen "Ich hab es für die Familie gemacht?". Oder "Ich wollte keine Semester verschwenden?". Oder willst Du zurückschauen und sagen: "Ich habe es für mich selbst gemacht und das war das Richtige."?

Wohin Du gehen kannst? Geld zusammenkratzen. Regionalticket. Hostel an der See. Oder wirklich in eine Klinik. Klingt zwar auf den ersten Blick gruselig, aber da bist Du wirklich ganz raus.
 

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Nein... Aus diesem Blickwinkel habe ich es noch nicht gesehen.
Danke, dass du dir gerade die Zeit für mich nimmst.
Ich würde aus Deutschland raus wollen. Finanziell könnte ich es mir momentan sogar leisten.
Ich habe nur immer die Hoffnung es doch irgendwie so schaffen zu können. Warte auf ein Wunder.. Eigentlich müsste mir schon längst bewusst geworden sein, dass es so nicht weiter geht. Vor mir liegt harte Arbeit und ein langer Weg, um wieder "normal" zu werden. Und das nur, weil all diese Menschen so gemein zu mir waren.

Von was für einer Klinik redest du eigentlich?
Ich kenne mich diesbezüglich nicht aus..
 
G

Benutzer

Gast
Nur um mal deine Uni-Situation etwas zu entschärfen: Genau für solche Fälle kann man Härtefallanträge stellen und ich bin mir recht sicher, dass der problemlos durch geht.

Auch wenn das jetzt deine Situation nur bedingt verbessert, bezüglich deines Studiums solltest du dir aktuell am wenigsten Sorgen machen, die sind in deinem Fall auch unberechtigt. Im Gegenteil, in deiner Verfassung wäre es Unfug, dein Studium fortzuführen, als wäre nichts gewesen. Und das wird an der Uni auch jeder verstehen.
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Du könntest den Weg in eine Fachklinik für Psychotherapie wählen, wenn Du bemerkst, dass gar nichts mehr geht. Den Weg ist mein Mann vor 3 Jahren gegangen, als er nicht mehr konnte. 3 Monate war er wie in einer Blase, in der er und seine Bedürfnisse das Zentrum waren. Danach war vieles Anders: Menschen, die nicht verstanden haben, waren weg, andere, die ihn verstanden haben, sind dazu gekommen. Job und Uni? Auf Eis. Aber lieber auf Eis legen und später mit voller Kraft aufwärmen als lauwarm herumdümpeln lassen. :zwinker: Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

Incitatus hat Recht mit der Härtefallregelung. Sicher gibt es bei der Uni selbst oder der ASTA Studienberater, die Dir gerne helfen.
 
N

Benutzer

Gast
Vor mir liegt harte Arbeit und ein langer Weg, um wieder "normal" zu werden. Und das nur, weil all diese Menschen so gemein zu mir waren.

Aber wie soll ich das meinen Eltern erklären. Niemand weiß wie es mir geht und ich möchte es auch nicht... Sie würden sich nur unnötig sorgen machen. Gleichzeitig habe ich eine Vorbildfunktion für meine jüngeren Schwestern...


Mhm.... Merkst du was?

Ja, all diese Menschen waren gemein zu dir. Und das mein ich auch vollkommen ernst. Ich weiß nicht, wie deine Beziehung zuletzt war, und aus welchen Gründen sich dein Freund von dir getrennt hat - und für so eine Trennung gibt es wahrscheinlich nie einen guten Zeitpunkt. Aber zwei Wochen nach dem Tod deines Bruders? Das ist mehr als hart! (Und ich kann nur hoffen, dass er sich *trotzdem* von dir getrennt hat und nicht *deswegen*).

Aber jetzt hast du schon keine "Freunde" mehr - bzw. die Freundschaften, die du hattest, haben sich als nicht belastbar genug herausgestellt - aber mit deiner Familie möchtest du auch nicht reden.

Sie würden sich nur unnötig Sorgen machen?
....
..
..
..

Ääh...
-
Wieso unnötig? :what:

-Mein Bruder, Familie, Freunde, ex-Freund, Eltern. Jedes einzelne Thema für sich, ist bedrückend genug.Aber alles gleichzeitig, zerfrisst mich.
Fazit :Ich glaub ich bin am A***

Merkst du was?

Ja, deinen Eltern geht es auch nicht gut. Sie haben ein Kind verloren und stehen offenbar vor den Trümmern ihrer Ehe.

Aber - so blöd es klingt - sie haben auch noch weitere Kinder. Deine Schwestern und dich. Und ihr habt alle jemanden verloren.

Glaubst du, es ist gut, wenn du deinen Schmerz in dich hineinfrisst? Und glaubst du, es ist ein Vorbild für deine Schwestern, wenn du ihnen zeigst, dass man einfach die Zähne zusammenbeißen und alles allein aushalten muss?

Vielleicht würde es nicht nur dir sondern auch dem Rest deiner Familie helfen, wenn du sie in deine Gefühlswelt mit einbeziehen würdest. Es könnte ja vielleicht schon hilfreich sein, gemeinsam zu trauern - statt jeder für sich. Oder nur du für dich allein, während du versuchst, für alle anderen stark zu sein.

Das Studium? Hmm... Jop. Du kannst versuchen, dich da jetzt durchzubeißen - auf die Gefahr hin, dass du es nicht schaffst oder zusammenklappst - oder du kannst dich vielleicht krankschreiben lassen, ein Urlaubssemester beantragen, oder eben - wie schon geschrieben - dich zum Thema Härtefallregelung beraten lassen.

Oder hast du das Gefühl, dass dich das Studium gerade auch irgendwie stabilisiert? Wohl eher nicht... da ist ja noch dieser Wunsch: Einfach nur raus aus Deutschland.

Versteh ich gut. Ich will auch ganz oft ganz weit weg.
Hast du eine Idee, wo du hinmöchtest? Und wie lange? Und was wäre das für dich? Mehr eine Flucht vor dir oder ein Zu Dir Zurückfinden?

Ich habe meine eigenen 4- Wände. Ich habe das Gefühl ich verstricke mich zu sehr in meine Gedanken, wenn ich alleine bin. Aus diesem Grund bin ich 5 Tage die Woche bei meinen Eltern zu hause anstatt zu lernen.

Und hättest du keine Sorge, dich WeitWeitWeg zu sehr in deine Gedanken zu verstricken?

Denn: Ja. WeitWeg sein, kann toll sein. Einfach mal an nichts und niemanden denken und alles zurücklassen - oder einfach mal alles mit einem größere Abstand und einem neuen Blickwinkel betrachten.
Könnte aber auch furchtbar sein, wenn sich am Blick nichts ändert und die Dinge, die einen vorher stabilisiert haben, auch noch wegfallen.

Und vielleicht könnte es auch schon helfen, kürzer wegzufahren. Für ein (verlängertes) Wochenende vielleicht. Und dafür eben mehrmals.

Hätte den Vorteil, dass du gleichzeitig die Therapie machen könntest, die du anfangen wolltest und auch das Gefühl, deine Familie im Stich zu lassen, gar keinen Nährboden hätte.

Kommt aber natürlich drauf an, was dieses WeitWeg für dich wäre :zwinker:

Und dann noch das Thema Menschen... Mit denen hadere ich auch, mal mehr mal weniger. :zwinker:

Deine Freunde waren wahrscheinlich nicht absichtlich gemein zu dir - absichtlich gemein sind Menschen vergleichsweise selten - sie wussten vermutlich einfach nicht, wie sie mit dir umgehen sollten. Und es ist richtig hart, dass da anscheinend nicht ein einziger dabei war, der geblieben ist. Aber:

Mittlerweile verachte ich alles und jeden Menschen aus meinem Leben. Lerne ich neue Menschen kennen, kommen mir Gedanken wie :"Tu nicht so nett. Auch du hättest dich ein scheiß für mich interessiert, wenn wir uns vorher gekannt hätten. "

Es gibt Menschen, die anders sind. Es gibt Beziehungen, die anders wachsen.
Ich weiß nicht, wie dein Leben ausgesehen hat, bevor all diese Schicksalsschläge auf dich eingeprasselt sind. Aber es hat sich geändert - und du hast dich geändert.

Wenn du jetzt neue Menschen kennen lernst, sind all diese Veränderungen mit dabei. Da ist dann nichts "auf einmal neu, auf einmal anders, auf einmal überfordernd" worauf sie sich dann einstellen müssen (und nicht können) - das gehört ja alles schon zu dir, dem Menschen, den sie gerade neu kennenlernen.

Und es geht dir ja gerade jetzt auch alles andere als gut. Die Chancen stehen also gar nicht schlecht, dass unter den Menschen, die sich jetzt (trotzdem!) für dich interessieren, auch potentielle Freunde befinden. Deren Freundschaft sich dann hoffentlich als zuverlässiger erweist.
 

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Wow, okay das mit der Fachklinik scheint eine harte Entscheidung zu sein.
Das würde ich für mich persönlich noch nicht in Erwägung ziehen. Ich bin mir sixhersicher, dass es für viele eine große Hilfe war. Ich bin noch nicht an diesem "Endpunkt".

Danke @Incitatus ich werde morgen mal zur Studienberatung gehen. Die Dame hatte es damals mit meinem Bruder mitbekommen, als ich seine Sterbeurkunde einreichen musste...
Das Ding bei mir ist, dass kein Mensch mir abkaufen würde, dass ich ein Problem habe. Wenn ich von seinem Tod oder meinen Gefühlen rede, wirke ich wie ein Stein. Im "auf-heile-Welt" tun, bin ich gut. Im "einfach-alles-rauslassen" vor anderen Menschen, schlecht. Aber unabsichtlich.
Es ist letzte Woche das erste mal vorgekommen, dass ich vor einer Uni-Freundin zusammen gebrochen bin. Sie war extrem schockiert und hat mich nicht wiedererkannt, da ich sonst immer als taff wirke. DAS ist vielleicht der Grund, wieso all meine anderen Freunde es nicht für nötig hielten, nachzufragen wie es mir geht. Ich habe wirklich nichts von meinen Freunden erwartet. Ein ''Wie gehts dir? Wenn du Hilfe brauchst, meld dich'' hätte mir schon gereicht. Einfach das Gefühl bekommen, dass jemand an dich denkt.

Wie also soll ich fremden Menschen beibringen, wie es mir wirklich geht...? Das war auch bis heute der Grund, wieso ich mich nicht anderen anvertraut habe, außer hier im Forum.
@NovemberMoewe ich weiß nicht wieso er sich von mir getrennt hat. Ich hatte nicht das Bedürfnis nachzufragen. Es hätte keinen Unterschied für mich gemacht. Erst jetzt, fängt mein 'Liebeskummer' an und ich realisiere, was er da eigentlich getan hat.

Wenn ich überlege, was ich alles machen muss :
Mit meinen Eltern reden, Psychotherapeut kontaktieren, mit der Uni reden, dafür Sorgen ,dass ich hier mal kurz rauskomme.... Ich bin froh, wenn ich es 1 mal am Tag schaffe, was zu essen :/

Ich sehe wie meine Eltern und Schwestern im Gegensatz zu mir, langsam auf dem richtigen Weg sind und anfangen das Geschehene zu verarbeiten. Reden tun wir zu Hause ja miteinander. Nur stelle ich mich nicht in den Mittelpunkt, da jeder von uns mit seinen Problemen zu kämpfen hat. Ich werde meine Familie unter keinen Umständen damit belasten.
Hast du eine Idee, wo du hinmöchtest? Und wie lange? Und was wäre das für dich? Mehr eine Flucht vor dir oder ein Zu Dir Zurückfinden?
Das ist eine gute Frage!
Ich möchte zu mir zurückfinden. Definitiv. Aber am liebsten vor meinem alten Leben flüchten...
Die Chancen stehen also gar nicht schlecht, dass unter den Menschen, die sich jetzt (trotzdem!) für dich interessieren, auch potentielle Freunde befinden. Deren Freundschaft sich dann hoffentlich als zuverlässiger erweist.
Hm... guter Gedankengang. Ich werde versuchen, es zu verinnerlichen.

Ich habe jetzt einen Flug nach Mailand gebucht. von Samstag bis Mittwoch... Ich werde meinen Eltern sagen, dass ich eine Auszeit für mich brauche und auch die Tage nicht erreichbar sein werde.
Und selbst, wenn es mir nur ein bisschen gut tut, dann hat es sich gelohnt. Ich würde gerne meine Gedanken und Gefühle wieder richtig einordnen können...
 

Benutzer6428 

Doctor How
Hi du!

Gedanken zu sortieren, wenn sich alles verknotet ist eine sehr sehr schwierige Aufgabe und leider meistens der einzige Weg. Nichtmal komplett, sondern nur bis zu einem Punkt von dem aus man weiter machen kann. Quasi ein Schritt nach dem anderen, aber vorzugsweise in die richtige Richtung.

Gedanken werden leider und gleichzeitig zum Glück durch Gefühle gefärbt und gelenkt. Wenn man verlernt auf die eigenen Gefühle zu hören hat man ein großes Problem So ein verlernen kann tatsächlich passieren. Man denke z.B. an jemanden der magersüchtig ist. Dieser jemand verlernt Stück um Stück zu sehen, dass er ungesund dünn ist. Er verlernt, zu fühlen wann er hunger hat und wann nicht. Selbst die subtilen Hinweise des Körpers, dass gerade ein bestimmter Nährstoff benötigt wird, kann nicht mehr "gehört" werden.
Bei dir kann etwas ähnliches passieren.

Ich denke wir alle kennen das: Wenn man auch nur "schlecht drauf" ist, glaubt man nicht mehr daran, dass der Tag noch Sonne bringt. Wenn es ungleich schlimmer ist, glaubt man noch weniger daran, dass es einmal besser sein kann.

Wichtig ist es, dass du verstehst, dass geteilte Trauer nicht die Belastung von anderen, geliebten Menschen darstellt. Wichtig ist, dass du verstehst, dass deine Familie vermutlich durchaus in der Lage ist zu erkennen, dass es dir nicht gut geht. Es ist viel schlimmer, wenn man jemandem NICHT helfen kann, den man sehr gern hat. Ich glaube nicht, dass du deine Eltern oder deine Geschwister belastest, wenn du ihnen offenbarst, dass du nicht mehr kannst. Stell dir vor, deine Schwester könnte nicht mehr..du würdest es bemerken, aber sie redet nicht darüber...oder noch schlimmer..sie bricht auf einmal zusammen. Würdest du dir dann nicht Vorwürfe machen, dass du nie etwas bemerkt hast?

Das ist auch ein sehr wichtiger punkt: Der Zusammenbruch WIRD kommen wenn du so weite rmachst. Du hast es selbst schon umschrieben. Du kannst nicht mehr. Jeder Mensch kann nur eine bestimmte Menge an Schicksalsschlägen und Problemen tragen. Danach ist Sense. Danach geht gar nichts mehr. Im Zweifelsfall schaltet der Geist den Körper kurzer Hand ab um vor einer Überlastung zu schützen.
Das ist aber ein Punkt von dem aus man sich nur viel viel viel schwerer erholen kann. Diesen Punkt solltest du meiden!

Ich hatte mal eine Zeit in der es mir nicht gut ging...kein Vergleich zu deiner Situation...
Trotzdem war meine Lösung folgende: Ich habe mir Wanderausrüstung gekauft und ein Ticket nach Schottland. Dort habe ich mir eine Strecke rausgesucht, die etwas über 100km lang war und bin sie in 4 Tagen gelaufen..mit Zelten dazwischen.
Man hat Zeit nachzudenken..aber auch das Gefühl wieder Herr über sich und sein Schicksal zu sein. Ich musste nur jeweils herausfinden, wo ich die nächste Nacht verbringen kann, wo ich genügend Wasser bekomme und was zu essen und ansonsten nichts. Ich bin vielen Menschen auf dem Weg begegnet, weils ein bekannter Wanderweg war. Bin aber auch Stundenweise komplett alleine im Wald gewesen. In Jugendherbergen hab ich auch übernachtet und bin dadurch wiederum mit einigen anderen in Kontakt gekommen.

Leider kann ich dir nicht sagen, was für dich der richtige Weg ist. Eine Fachklinik kann richtig sein. Eine Reise auch. Wenn man aber einfach nur als Urlauber irgendwohin geht, dann hat man viel Zeit, ist aber kaum alleine und verarbeitet nicht richtig. Menschen hat man auch immer um sich herum und zwar mindestens zum essen.

Wie du dich auch entscheidest, du solltest dir überlegen, dass deine beste Chance aktuell ist, da wieder rauszukommen, bevor es ganz kippt. Wenigstens informieren solltest du dich zu deinen Möglichkeiten. Und wenn es nur die Flugticketpreise sind. Es gilt aktiv zu sein. Du musst dir die Kontrolle über dein Leben wieder holen..zumindest vom Gefühl her.
 

Benutzer4030 

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Ich kann dir nicht viel sagen/schreiben. Aber ich lese mit. Und finde es wahnsinn, wie du alles schaffst. Ich drücke dir die Daumen, das du wieder zu deiner früheren Stärke zurück findest und irgendwann so etwas wie Normalität in dein Leben zurück kehrt:knuddel:
 
2 Woche(n) später

Benutzer136704  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Hey Leute!
Ich möchte mich gerne noch mal bei jedem herzlich bedanken : Stonic Stonic , schuichi schuichi Demetra Demetra @Incitatus @NovemberMoewe Damian Damian Lissy_20 Lissy_20 G Gilead

Ich habe 3 Tage nachdem ich das Thema hier eröffnet habe, einen Flug nach Italien gebucht und war für 4 Tage weg. Ohne Handy, ohne das mich jemand kontaktieren konnte. Es war wirklich die beste Entscheidung und vielen Dank dafür. Ohne euren Zuspruch, hätte ich diesen Schritt nie gewagt.
Ich habe mich so gut gefühlt. Einfach frei. Auch gedanklich frei. Es war wie eine erholsame Pause für meinen Kopf. Es zählte nicht mehr das was gestern war oder was morgen sein wird. Es zählte nur noch der Moment und ich habe es genossen. Super viele liebe Leute kennengelernt und schöne Unterhaltungen gehabt. Das schöne war, egal wie weit ich weg war von zu Hause ,ich vergaß zwar jeden Kummer (wie Uni, ex-Freund, Freunde, Familie), aber mein Bruderherz war immer bei mir.


Klar, jetzt bin ich wieder in Deutschland...
Mir wurde bewusst, dass ich nicht aufgeben will!
Und was mir auch aufgefallen ist: Ich hatte ein einziges Mal nach 7 Monaten wieder dieses "Glücksgefühl". Es war bei meiner Rückkehr, als ich gefragt wurde ob ich auf den Welpen meiner Tante aufpassen könnte. Dieses Gefühl was einen für einen Moment dazu bringt am liebsten kurz die ganze Welt zu umarmen.. Ich habe ganz vergessen, das es dieses Gefühl noch gibt. Einfach Freude für etwas empfinden... Es ist einfach weg :frown:
 

Benutzer4030 

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Hey, Hut ab vor deinen Mut die Sachen zu packen und einfach mal raus! Respekt. Ich drück dir weiterhin die Daumen das es mit der Zeit alles besser wird!
 
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