Mein Freund und sein Antidepressivum und seine Unselbständigkeit

Benutzer58944 

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Naja ist schonmal gut, dass du erkannt hast, dass du nicht seine Mutti bist, und nicht mehr bereit bist, alle Entscheidungen für ihn zu treffen. Ich glaub auch, dass er das gar nicht möchte. Wenn ich überlege, wenn ich meiner Ex schon Ratschläge gegeben hätte, auch da wo es absolut notwendig war, ich glaub die hätte mich erwürgt und ich würd sie nie wieder sehen, naja lassen wir das.

Was das Problem beim Sex angeht, versteh ich nicht, was das Problem ist. Ich bin völlig gesund und komme auch oft nicht zum Orgasmus - das heißt doch nicht, dass der Sex schlechter deshlab ist Oo, irgentwie scheinst du mir ihn zu sehr unter Druck zusetzen, indem du sein Orgasmus als "Standart" ansetzt Oo
 

Benutzer2160 

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besteht denn die möglichkeit, dass er mit einem anderen AD ander wird, oder is er von haus aus so?
 

Benutzer2160 

Beastialische Beiträge
ich meinte das jetz nich auf die orgasmusstörungen bezogen, sondern auf die eigenständigkeit
 

Benutzer2160 

Beastialische Beiträge
achherjee... also ich glaub, ich würde damit gar nich klarkommen... deswegen kann ich dir leider auch keinen rat geben
 

Benutzer58944 

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Naja ich bin auch oft leiber total unglücklich und Depri, als Glücklich und zufrieden, ist halt mein Wesen :zwinker: Unglücklich sein ist oftamls sogar angenehmer. Kann ihn da schon verstehen ..
 

Benutzer81313 

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:mad: Depressionen NUR mit Medikamenten zu behandeln, ist ein ganz grober Fehler - und die Konstellation, daß der Vater die Depression des eigenen Sohnes behandelt, schlägt dem Faß den Boden aus. Das macht es dem Sohn völlig unmöglich, über seine Probleme offen zu sprechen und alte Muster aufzuarbeiten. Vieles, was in der Kindheit/Erziehung passiert, kann (auch wenn es gut gemeint ist) später zu seelischen Erkrankungen und krankmachenden Mustern bei den Kindern führen, deshalb ist es in der Behandlung so wichtig, einene NEUTRALEN Gesprächspartner zu haben. In der Therapie geht es ja nicht um die Frage von Schuld, Wahrheit, Rechtfertigungen, sondern einzig und allein um das Gefühls-/Innenleben des Patienten.

Fortsetzung folgt....
 

Benutzer81313 

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Dein Freund braucht dringend eine Therapie, denn ohne die kann er nicht lernen, seine Depressionen in den Griff zu kriegen. ein AD alleine sollte nur vorübergehende Stütze sein, um den Alltag bewältigen zu können. Darum besorge ihm einen Termin beim Therapeuten ! Von alleine/ nur mit AD wird sich bei ihm/euch nichts bessern. Ich habe selber Depressioenne gehabt und weiß, wie schlimm das ist. Ein Außenstehender kann die "Passivität", "Faulheit" usw. nicht verstehen, weil er nicht nachempfinden kann, wie unsäglich viel Kraft es überhaupt kostet, auch nur das Notwendigste im Alltag zu bewältigen. In einer Therapie lernt man u.a. zu erkennen, auf welche Weise/ durch welche Gedankenspiralen man sich selbst herunterzieht und wie man aufhört, sein eigener Feind zu sein - Pillen alleine helfen da überhaupt nichts.
 

Benutzer81313 

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(ich kann nur kurze Beiträge abschicken, darum die Mehrfach-Posts).
Es ist ein ganz typisches Symptom bei Depression zu denken/zu fühlen :"Ich bin unwert, unwichtig, falsch, langweilig...es kann niemals irgendwas besser werden..ich bin an allem schuld...wenn ich jemanden erzähle, was ich fühle, wird er mich verurteilen..." usw. usw. Der Gedanke an eine Therapie ist erstmal einfach nur furchterregend.
Klar ist aber auch, das das Zusammenleben mit einem Depressiven auf Dauer für dich unerträglich ist. Als vorübergehende Krise läßt sich das ertragen, als Dauerzustand macht es auch den Partner kaputt.

Edit:ups, du warst schneller

Diese Antriebslosigkeit hat er überhaupt nicht.
Das ist ja letztlich das, was ihn dazu bringt, tatsächlich zu denken, es wär alles nicht schlimm, denn er funktioniert ja. Bestens. Beim Arbeiten.

Und ich will es nicht, ich will nicht schon wieder diejenige sein, die über seinen Kopf hinweg entscheidet. Das hab ich schon bei dieser Wohnung und bei seinem Job und hundert anderen Sachen gemacht.

Er ist so verdammt destruktiv, wenns um ihn selbst geht.

:kopfschue Er ist aber auch (wohl ohne böse Absicht) destruktiv, wenn es um eure Beziehung geht...
 

Benutzer67664 

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Ohje, du Arme, ich erkenne mich in deiner Situation wieder - ein Exfreund von mir könnte dein Freund sein!
Mit dem Unterschied, dass wir alle damals nicht wussten, dass er krank ist...

Ich habe einen riesen Respekt vor deinen Bemühungen um ihn, du bist noch so jung und bräuchtest eigentlich deine Kraft, um mit deinem Leben fertig zu werden - statt dessen wendest du so viel davon auf, sein Leben zu organisieren...

Ich kann dir wenig kluge Ratschläge geben, ich hatte mich damals von meinem Freund getrennt und plötzlich war mein Leben so leicht.

Ich denke aber, dass eine Therapie und ein anderes AD euch weiterhelfen werden. Alles Gute! :smile:
 
S

Benutzer

Gast
Eigentlich wollte ich heute überhaupt nicht mit ihm drüber sprechen. Einfach erst morgen.
Heute war ja unser Jahrestag und Valentinstag und sowieso...
Wir waren beim Italiener. Und es gab natürlich ein zusammengestelltes Menü für zwei Personen, von wegen Valentinstag und ich fragte, ob wir das vielleicht nehmen wollen - klang ganz lecker, es war offenkundig nichts drin was ich nicht vertrage... und er sagt ja.

Also in solchen Alltagssituationen wäre es vllt hilfreicher, wenn man selbst weniger dominant auftritt und dem Freund insofern die Entscheidung überlässt, dass man ihm nicht eine Frage stellt, worauf er mit "Ja" oder "Nein" antworten kann, sondern z.B. fragt: "Was sollen wir von der Karte bestellen?"

Wenn ihn das auch schon überfordert, kann man z.b. eine Auswahlmöglichkeit zwischen zwei Gerichten "anbieten".

Das Problem ist, dass - vereinfacht gesagt - bei chronisch Depressiven die Funktion blockiert ist, höhere geistige Ebenen (wozu auch die Entscheidungsfähigkeit gehört) zu benutzen.

Sicher solltest Du im Alltagsleben nicht über ihn entscheiden, aber zu dem Arzt solltest Du ihn schon bewegen und dabei einfach im Hinterkopf behalten, dass er keinen Zugang mehr zu sich selbst hat und deshalb Hilfe benötigt.

Also in der Hinsicht ruhig rigoros sein und in den kleinen Dingen ihn eher "trainieren".

Off-Topic:
Vielen Dank übrigens für die PN, die Antwort dauert noch etwas, aber ich hab Dich natürlich nicht vergessen :smile:
 

Benutzer27629 

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Also irgendwie habt ihr euch beide in ziemlich destruktiven Rollen festgefahren, er in seiner depressiven Passivität und du in deinem co-abhängigen Verhalten. Mach dir bewusst, dass auch du damit diese belastende Situation aufrecht erhälst! Kontrolle und Verantwortungsübernahme werden ihn sicher nicht dazu bewegen, sich um sich selbst zu kümmern. Wenn er etwas nur tut, weil du ihn dazu gebracht hast, wird er keine Erfolgsgefühle empfinden, auch wenn es ihm nützt, denn er hat es nicht selbst geschafft. Auf Dauer kann das sehr entmutigend sein. Es geht hier aber nicht drum, einen Schuldigen zu finden. Wichtig ist, dass ihr beide (!) euren Beitrag zu der Situation leistet und etwas ändern kannst du zunächst mal nur bei dir.
 
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