Mehr Studienabbrecher in Bachelorstudiengängen

Benutzer35070 

Meistens hier zu finden
ich habe vor genau einer Woche mein schönes Diplom erhalten und bin echt happy, dass ich noch auf Diplom studieren konnte. Bin während dem Studium gependelt und mit mehr Stundenanwesenheitspflicht und mehr Klaisuren wäre das echt heavy gewesen. Außerdem fand ich es schon nett neben dem Studium noch Zeit zu haben, zum Beispiel um als teilzeitkraft in meinem späteren Jopb zu arbeiten und somit schon mal praxis zu sammeln....das wird man in nem 6 semestrigen Bacelor studiengang mit noch so vielen praktika nicht hinbekommen!
Ich frage mich schon was für Sprachtherapeuten nach einem 6 semestrigen Bacelorstudiengang rauskommen sollen, aber ok dann probieren wir das mal. Ich weiß jetzt auf jeden Fall, dass ich in zukunft mit meinem netten diplom immer sher gute Chancen auf dem Stellenmarkt haben werde!
 

Benutzer20202 

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Es geht ja nicht nur um die Unternehmen im Ausland, bei denen ein Abschluß anerkannt ist.
Vielmehr geht es um die Überführbarkeit der Studiengänge ineinander. Es kann mit dem neuen System viel leichter auch für eine längere Zeit ins Ausland gegangen werden (z.B. der Master im Ausland gemacht werden). Deshalb gibt es ja die Credits und die Standardisierung.
Aber das ist doch sowieso ein Denkfehler, anzunehmen dass Politiker über internationale Anerkennung entscheiden können oder sollen. Letztendlich sollte doch jede Hochschule entscheiden, welche ausländischen Qualifikationen wofür anerkennt. Nur weil jemand aus dem Land XY kommt und ein Papier hat, auf dem "Bachelor" steht, wird man den ja nicht automatisch zu seinem tollen Master-Studiengang zulassen. Es wird auf jeden Fall Auswahlverfahren für die Masterstudiengänge geben. Und ich glaube in jedem Land sind die die Hochschulen misstrauisch gegenüber ausländischen Studienleistungen, wie will man diese auch beurteilen?
Wenn eine solche Zulassung aber sowieso berücksicht, an welcher Hochschule jemand seine Bachelor gemacht hat, ist diese ganze Standardisierung unnötig.
Ich habe übrigens einen M.Sc. an einer sehr guten Uni in den USA gemacht. Meine Qualifikation dafür waren 8 abgeschlossene Semester meines Diplomstudiengangs, diese wurden im Zulassungsverfahren (zurecht!) als äquivalent zu einem Bachelor angesehen.
 

Benutzer13006  (38)

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Bla bla bla, immer dieses Gejammer der Bachelorstundenten, dass im Diplom ja alles besser und einfacher war und man ja gar keine Zeit mehr hätte, weil man ja sooooooooooooooviel zu tun hat...

Ich hab noch nen Diplom war aber in der Übergangsphase zum Bachelor. d.h wir hatten auch schon diese Credit Points und jede Klausur zählte in die Endnote und mit Zulassungsbeschränkungen etc.

"unsere" Bachelorleute haben pro Semester ein Pflichtfach weniger zu wählen im Vergleich zum Diplom, daher denke ich, dass der Bachelor zu Recht niedriger als nen Diplom angesehen wird.

Und als wenn man im Diplom mehr Zeit gehabt hätte; ich hab auch nur gelernt und vorlesungen nachgearbeitet, dann am Ende des Semesters die Klausuren alle geschrieben und fertig, von den Wahlpflichtfächern noch in der regulären Vorlesungszeit, muss man halt früher anfangen zu lernen.

Und Anwesenheitspflicht heißt ja nicht, dass man zuhören muss....

Übringens ist ein Studium gar nicht so was elitäres wie man annehmen sollte.

Die deutsche Berufsausbildung muss sich dagegen nicht verstecken.

In ner guten Berufsschule oder Fachschule lernt man mehr als bei mittelmäßigen Professoren.

Hab vorm Studium ne Ausbildung gemacht und war teilweise echt erschrocken, was für ein angebliches "Niveau" an unserer FH herrscht.

Unser BAP Schein oder ADA Schein wie auch immer war der größte Witz überhaupt.
 

Benutzer60733  (35)

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bei uns ist das so:

Bachelor of science in wirtschaftsingenieurwesen in 70 Wochen ( 7 Semester) statt bisher 80 Wochen (8 Semester).
Anzahl der Prüfungen bleibt bei 28. Darunter aber mehr Klausuren als vorher. 5 Semester bleibt beinahe Klausurenfrei wegen Auslandssemester.
Anwesenheitspflicht gabs schon immer.
Alle Prüfungen zählen für den Abschluss
Stoffmenge quasi gleich.

aber in meiner zenturie hat noch keiner das handtuch geschmissen. :zwinker: freiwillig wird eh keiner gehen wollen
 

Benutzer79932 

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Aber das ist doch sowieso ein Denkfehler, anzunehmen dass Politiker über internationale Anerkennung entscheiden können oder sollen. Letztendlich sollte doch jede Hochschule entscheiden, welche ausländischen Qualifikationen wofür anerkennt. Nur weil jemand aus dem Land XY kommt und ein Papier hat, auf dem "Bachelor" steht, wird man den ja nicht automatisch zu seinem tollen Master-Studiengang zulassen. Es wird auf jeden Fall Auswahlverfahren für die Masterstudiengänge geben. Und ich glaube in jedem Land sind die die Hochschulen misstrauisch gegenüber ausländischen Studienleistungen, wie will man diese auch beurteilen?
Wenn eine solche Zulassung aber sowieso berücksicht, an welcher Hochschule jemand seine Bachelor gemacht hat, ist diese ganze Standardisierung unnötig.
Ich habe übrigens einen M.Sc. an einer sehr guten Uni in den USA gemacht. Meine Qualifikation dafür waren 8 abgeschlossene Semester meines Diplomstudiengangs, diese wurden im Zulassungsverfahren (zurecht!) als äquivalent zu einem Bachelor angesehen.

Finde ich auch bzw. sehe ich genauso.

Ich finde es zudem sehr riskant, FHs und Unis durch das Bachelor/Master-System auf quasi gleiche Ebene zu stellen. Ich finde, das haut nicht hin und führt zu einer Verwässerung der akademischen Studien (was NICHT heisst, dass FH schlechter ist, es ist halt einfach was anderes).

Hier nimmt das allerdings auch wieder seltsame Züge an. So kann man in einzelnen Studiengängen nur schwer die Uni wechseln, weil tatsächlich teilweise nur ein Bachelor der entsprechenden Uni und des entsprechenden Studiengangs dann auch für den Master akzeptiert werden. Na ganz geil, dann hätte man den Scheiss auch lassen können. Ist nicht Sinn und Zweck dieser sinnfreien Umstrukturierung, dass der Transfer zwischen Hochschulen, seis national oder international, einfacher wird?

Naja, eben, wie gesagt, meiner Meinung nach müsste man ein paar Stufen drunter anfangen.
 

Benutzer4590 

Planet-Liebe ist Startseite
Ich studiere grade Komparatistik und Englische Literaturwissenschaft im Masterstudiengang (habe vorher mit derselben Fächerkombination den Bachelor gemacht). Was die Abbrecherquote bei uns angeht, von den Leuten, die mit mir damals den BA angefangen haben, haben auch alle abgeschlossen. Beim MA hat ein Student nach dem 1. Semester wieder aufgehört (ihm ist spontan eingefallen, dass er eigentlich doch nicht mehr länger studieren will :zwinker: ).

Man muss allerdings dazu sagen, dass es bei uns sowohl für den BA als auch für den MA ein Bewerbungsverfahren inkl. Auswahlgespräch gibt. Es gibt für beide Studiengänge eine Beschränkung von 20 Leuten pro Semester (davon 50% Ausländer, und diese Quote wurde und wird auch durchgezogen). Ich denke, dass diese 'Vorsortierung' schon auch ihr Übriges dazu tut, dass die Abbrecherquote so gering ist.

Ich hätte meine Fächer auch auf Magister studieren können, habe mich daber damals bewusst für das BA/MA-System entschieden, und ich habe diese Entscheidung auch nicht bereut. Das einzig nervige an meinem Studiengang ist die Tatsache, dass aufgrund der Neuheit grade am Anfang meines Studiums noch Vieles in der Strukturierungs- und Testphase war, das macht das Studentenleben nicht unbedingt leichter. :zwinker: Ich habe aber keinesfalls das Gefühl, dass ich im Vergleich zum Magisterstudium Nachteile hätte oder gar schlechter ausgebildet wäre, im Gegenteil, grade die ins Studium integrierten berufspraktischen Kurse und Praktika sehe ich als einen Vorteil an, und die verstärkte Internationalität bei uns finde ich klasse. Allerdings war mir von Anfang an klar, dass ich definitiv noch den MA machen will, denn um mit dem BA aufzuhören ist meiner Meinung nach grade in den Berufsbereichen, in denen Geisteswissenschaftler unterkommen, einfach noch zu wenig Wissen über das neue System da, das wäre mir zu riskant gewesen.
 

Benutzer472 

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Egal, wie seriös diese Studie ist: Wer wie ich dabei war, wenn Studiengänge konzipiert wurden, der konnte sich gut vorstellen, dass sämtliches Potenzial der Umstellung ungenutzt bleiben würde. Das Missverständnis, alle Diplomstudieninhalte müssten in den Bachelor gepackt werden, wurde ja hier schon mehrfach genannt. Dazu kommt noch, dass einige gleichzeitig neue Ideen integrieren wollten, die weitere Arbeit bedeuten. Nicht zuletzt spielt auch die Eitelkeit der meisten Dozenten eine Rolle: Ich kann mich noch gut erinnern, wie die WiSo Fakultät ihren Bachelor nicht konzipieren konnte, weil jeder Lehrstuhl genauso viele Module verankert haben wollte wie alle anderen, ein Modul aber mindestens 6 SWS groß sein muss und die Gesamtzahl der SWS und CPs festgelegt war. Wie hat man das Problem gelöst? Man hat bestimmten Veranstaltungen einfach keine SWs und CPs zugeordnet, sodass nach außen der Schein gewahrt blieb.

Off-Topic:
Was heisst hier "nur" 3 Versuche pro Klausur? Ich finde das ziemlich viel. Tut mir leid, aber wer dreimal durch dieselbe Klausur semmelt, würde sie auch beim 4. Mal nicht bestehen.
Och, das würde ich nicht unbedingt bestätigen wollen. Ich bin im Grundstudium durch eine Klausur dreimal, durch eine andere viermal gefallen. Dann habe ich zweimal Glück gehabt und endlich verstanden, dass auch ein wenig für die Uni arbeiten sollte. Seit dem bestehe ich nicht nur alles, ich gehöre sogar zur Leistungsspitze. Bei nur drei Versuchen wäre ich schon längst wo anders gelandet.
 

Benutzer79932 

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Off-Topic:

Och, das würde ich nicht unbedingt bestätigen wollen. Ich bin im Grundstudium durch eine Klausur dreimal, durch eine andere viermal gefallen. Dann habe ich zweimal Glück gehabt und endlich verstanden, dass auch ein wenig für die Uni arbeiten sollte. Seit dem bestehe ich nicht nur alles, ich gehöre sogar zur Leistungsspitze. Bei nur drei Versuchen wäre ich schon längst wo anders gelandet.

Off-Topic:
Naja, wenn man erst nach drei resp. vier verbockten Prüfungen kapiert, dass man vielleicht mal was tun sollte, so hielte sich mein Mitleid ehrlich gesagt ziemlich in Grenzen, falls es da keinen weiteren Versuch gäbe :smile: Ist nicht böse gemeint, aber im Endeffekt tut es wenig zur Sache, ob du danach zu den Besten gehörst - das tun viele, aber wer zu faul ist, fliegt früher oder später nunmal auf die Fresse und das auch zu recht - Wissen und/oder Intelligenz allein reichen nunmal nicht. Umgekehrt gilt das natürlich genauso: Fleiss allein reicht nicht, wenns mit dem Auffassungsvermögen und/oder der Intelligenz nicht weit hin ist. Es gehört nunmal beides dazu, im Studium und später im Berufsleben gleichermassen, und ich finde das absolut richtig. Hier wärst du schon längst weg vom Fenster und es würde kein Schwein interessieren, ob du eigentlich was auf dem Kasten hättest oder nicht ;-) Unfair fände ich das definitiv nicht. Nichts für Ungut :smile:
 

Benutzer472 

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Off-Topic:
Es geht nicht um unfair oder fair, sondern allein um die Verschwendung von Ressourcen.
 

Benutzer7078 

Sehr bekannt hier
J
Ich weiß nicht, wie oft ich es noch schreiben soll, wenn man die Nachbereitung nur als kurzfristige Klausurvorbereitung ansieht (oder sehen muss mangels Zeit), ist mein Vorschlag sinnlos, aber ich lerne ja eben nicht NUR für Klausuren sondern mittelfristig für z.B. Vordiplomsprüfungen.
Ich weiß ja nicht, in wievielen Studiengängen eine klassischen Vordiplomsprüfung anfällt. In meinem gab es die jedenfalls nicht. Die bestandenen Scheine wurden zusammengezählt. Alle Scheine da, Vordiplom bestanden.

So und wofür soll man dann Stoff reflektieren? Da lernt man wirklich nur noch für die Klausuren, wenn die Zeit knapp ist.

Und bei einem Bachelor gibt es kein Vordiplom mehr, zumindest in den meisten Fächern, Ausnahmen bestätigen die Regel. Da lernt dann wirklich nur noch von Klausur zu Klausur.

Das man aber eigentlich für das Leben und den späteren Beruf den Stoff braucht, ist dabei eine andere Sache, denn man weiß ja auch wieder nicht, was man später mal braucht.
ich zb werd hoffentlich nie wieder kostenleistungsrechnung brauchen.

Wie bereits im ersten Post in diesem Thread geschrieben, bei uns (BWL) wurde die Stoffmenge gekürzt. So das zum Teil elementares Fachwissen fehlt, wird ein bestimmten Schwerpunkten dann deutlich. Unsere Professoren sind im großen durch die Bank weg am kotzen, das sie den Studenten in der kurzen Zeit nicht mehr das vermitteln können, was elementar ist und das in den Schwerpunkten jetzt Grundwissen aufgearbeitet werden muß und dafür das Wissen aus den Schwerpunkten absolut zu kurz kommt.

Ich weiß auch einige die bei uns von Diplom auf Bachelor gewechselt haben und die sind durch die Bank weg nicht zufrieden, die sagen zwar, der Stoff wurde gekürzt, die Professoren hätten sich umgestellt, aber ihnen würde einfach elementares Wissen fehlen (hmm komisch, das sagen Studenten).
 
S

Benutzer

Gast
Ich weiß ja nicht, in wievielen Studiengängen eine klassischen Vordiplomsprüfung anfällt.

Hängt nicht nur vom Studienfach, sondern auch von der Uni ab, eine Einheitlichkeit gibt es ja nirgendwo. Ich habe 7 mündliche Prüfungen, an anderen Unis gibt's aber teilweise auch schriftliche.
 

Benutzer65427 

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Das Missverständnis, alle Diplomstudieninhalte müssten in den Bachelor gepackt werden, wurde ja hier schon mehrfach genannt.

aja und was macht es für einen sinn schlechtere abgänger zu produzieren? nur wegen ner kürzeren studienzeit macht das keinen sinn da würde ich lieber ein semster länger studieren und dafür das gute alte deutsche diplom kriegen.
 

Benutzer472 

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aja und was macht es für einen sinn schlechtere abgänger zu produzieren? nur wegen ner kürzeren studienzeit macht das keinen sinn da würde ich lieber ein semster länger studieren und dafür das gute alte deutsche diplom kriegen.
Die Idee hinter dem Bachelor ist es, dass eben besser und auch weniger qualifizierte Absolventen braucht. Es ist in bestimmten Berufen völlig egal, was man studiert hat, so arbeiten die meisten Physikdiplomer in Managerpositionen.
 

Benutzer7078 

Sehr bekannt hier
Die Idee hinter dem Bachelor ist es, dass eben besser und auch weniger qualifizierte Absolventen braucht. Es ist in bestimmten Berufen völlig egal, was man studiert hat, so arbeiten die meisten Physikdiplomer in Managerpositionen.
Also ist es für dich legitim, das Deutschland einen hohen Standard aufgibt und sich an den geringeren europäischen oder internationaleren Standard orientiert, nur weil man nach dem Studium nicht zwingend in seinem Studienfach arbeitet?
Sowas ist schwachsinn.
 

Benutzer20202 

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Die Idee hinter dem Bachelor ist es, dass eben besser und auch weniger qualifizierte Absolventen braucht. Es ist in bestimmten Berufen völlig egal, was man studiert hat, so arbeiten die meisten Physikdiplomer in Managerpositionen.
Und es sind vermutlich später die geringqualifizierten Physiker, die in Managerpositionen landen... Darum ist in manchen Firmen zumindest inoffiziell eine Promotion die Voraussetzung für höhere Positionen.
Und das mit den besser und weniger qualifizierten Absolventen ist ja schön und gut, passt in vielen Bereichen überhaupt nicht in die Landschaft. Bei Medizin und Jura kann ich mir schon einmal nicht vorstellen, was man sinnvolles mit einem Bachelor anfangen kann. Mein Fach, Elektrotechik, ist eines, bei dem das mit den verschiedenen Qualifikationen sehr gut passen würde, aber:
Bachelor (Uni) konkurrieren mit Absolventen der FHs, die traditionell eine praxisnahere Ausbildung hatten, einschließlich 2 Semstern Praktikum. Wenn sie deren Ausbildung im Rahmen der gestuften Studiengänge nicht auch völlig verhunzen, hat ein Uni-Bachelor dem wenig entgegenzusetzen. Daneben gibt es noch die Berufsakademien, deren Ausbildung sogar noch stärker an den Betrieben orientiert ist.
Daneben gibt es in Deutschland dann noch rekativ häufig betriebliche Qualifikationen wie Industriemeister und Techniker, die es in Bachelorländern wie den USA so nicht oder nur selten gibt. Ich sehe ehrlich gesagt nicht, für welches Berufsbild ein Universitäts-Bachelor in E-Technik besonders geeignet sein soll. Ich würde jemand für dämlich halten, der an eine Uni mit dem Ziel geht E-Technik nur bis zum Bachelor zu studieren, der wäre an einer FH viel besser aufgehoben.
Bei anderen Fächern mag das anders sein, ich denken aber zumindest für technische Fächern und evtl. BWL, die es auch an FHs häufig gibt, dürfte meine Einschätzung zutreffen.
 

Benutzer472 

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Also ist es für dich legitim, das Deutschland einen hohen Standard aufgibt und sich an den geringeren europäischen oder internationaleren Standard orientiert, nur weil man nach dem Studium nicht zwingend in seinem Studienfach arbeitet?
Sowas ist schwachsinn.
Nein, ich halte es für sinnvoll, dass man die Leistung seines Hochschulsystems optimiert, in dem man seine Studiengänge mehr den Bedürfnissen anpasst. Es geht nicht darum, weniger höchstqualifizierte Absolventen zu schaffen als benötigt werden, sondern mehr akademische Absolventen und vor allem weniger überqualifizierte. Nirgendwo steht, dass keine Absolventen existieren dürften, die nicht mindestens die Qualifikation eines früheren Diplomstudenten haben. - Dies orientiert sich nur so weit an anderen Ländern, als dass die Zahl der Akademiker und damit der Bildungsmindeststandard erhöht wird.

Und es sind vermutlich später die geringqualifizierten Physiker, die in Managerpositionen landen... Darum ist in manchen Firmen zumindest inoffiziell eine Promotion die Voraussetzung für höhere Positionen.
Dass ein Physikstudium mit Promotion nicht wirklich der optimale Weg für höhere Managerposten sein kann, wirst du wohl kaum behaupten wollen, oder? Es wäre vielleicht einfach mal an der Zeit, sich Studiengänge zu überlegen, die neben impliziten Kompetenzen wie das Bestehen von Prüfungen, ohne dass man die Inhalte verstanden hat, mit Wissen verbinden.

Und das mit den besser und weniger qualifizierten Absolventen ist ja schön und gut, passt in vielen Bereichen überhaupt nicht in die Landschaft. Bei Medizin und Jura kann ich mir schon einmal nicht vorstellen, was man sinnvolles mit einem Bachelor anfangen kann.
Nee, stimmt völlig. Hier wird ja auch nicht umgestellt.

Mein Fach, Elektrotechik, ist eines, bei dem das mit den verschiedenen Qualifikationen sehr gut passen würde, aber:
Bachelor (Uni) konkurrieren mit Absolventen der FHs, die traditionell eine praxisnahere Ausbildung hatten, einschließlich 2 Semstern Praktikum. Wenn sie deren Ausbildung im Rahmen der gestuften Studiengänge nicht auch völlig verhunzen, hat ein Uni-Bachelor dem wenig entgegenzusetzen. Daneben gibt es noch die Berufsakademien, deren Ausbildung sogar noch stärker an den Betrieben orientiert ist.
Daneben gibt es in Deutschland dann noch rekativ häufig betriebliche Qualifikationen wie Industriemeister und Techniker, die es in Bachelorländern wie den USA so nicht oder nur selten gibt.
Ich kenne mich zu wenig mit dem Studien und dem Berufsfeld von E-Technikern aus, als dass ich da konkrete Ideen hätte. Aber ein Universitätsstudium könnte einerseits andere Bedingungen bieten als ein FH-Studium, wenn man dies mit mehr Freiheiten und Eigenverantwortung ausstattet, und andererseits sind die Unis zumindest in NRW schon vor der Umstellung dazu übergegangen, die Studiengänge zu verschulen und sich dem FH-Ablauf anzupassen.
 

Benutzer10736 

Benutzer gesperrt
Nee, stimmt völlig. Hier wird ja auch nicht umgestellt.
Auch für Jura gab und gibt es Pläne in der Richtung... Die Professoren sind massiv dagegen und schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, die jetzigen Studenten sind froh, daß sie noch zu denen gehören, denen das erspart bleibt, aber ob es wirklich auch in Zukunft noch langfristig das Staatsexamen als Abschluß geben wird, steht in den Sternen.
 

Benutzer472 

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Auch für Jura gab und gibt es Pläne in der Richtung... aber ob es wirklich auch in Zukunft noch langfristig das Staatsexamen als Abschluß geben wird, steht in den Sternen.
Ja, es gab mal diese Pläne und man weiß natürlich nie, aber zumindest in NRW gibts eine Grundsatzentscheidung das nicht zu machen laut des entsprechenden Ministeriums. Ich gehe davon aus, dass dies in anderen Bundesländern ähnlich vernünftig gehandhabt wird.
 

Benutzer20202 

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Dies orientiert sich nur so weit an anderen Ländern, als dass die Zahl der Akademiker und damit der Bildungsmindeststandard erhöht wird.
Das mit dem Bildungsstandard erhöhen klingt immer gut. Das erreicht man aber nicht dadurch, dass man denen, die seither als Studienabbrecher gezählt hätten, einen Abschluss hinterherwirft. Und gleichzeitig die Möglichkeiten, einen höherwertigen Absschluss zu erwerben stark einschränkt. Keine Ahnung, wie sich das mittlerweile entwickelt hat, aber als vor 7-8 Jahren das Thema gestufte Studiengänge groß aufkam, geisterten Zahlen durch den Raum, dass nur etwa 1/4 oder 1/3 der Bachelor einen Master machen sollen, analog zum angelsächsischen Raum. Und man kann davon ausgehen, dass die Ministeriien eine solche Begrenzung der Studienplätze aus finanziellen Gründen durchaus im Hinterkopf hatten, als die gestuften Studiengänge so vorangetrieben wurden.
Dass ein Physikstudium mit Promotion nicht wirklich der optimale Weg für höhere Managerposten sein kann, wirst du wohl kaum behaupten wollen, oder?
Kenne zuwenig promovierte Physiker. Ich weiß aber dass im Stuttgarter Raum viele später ähnliche Jobs wie E-Techniker machen. Und ich bin mir nicht sicher ob ein Bachelor eine so gute Ausgangsposition für eine Management-Karriere ist.
Ich kenne mich zu wenig mit dem Studien und dem Berufsfeld von E-Technikern aus, als dass ich da konkrete Ideen hätte. Aber ein Universitätsstudium könnte einerseits andere Bedingungen bieten als ein FH-Studium, wenn man dies mit mehr Freiheiten und Eigenverantwortung ausstattet, und andererseits sind die Unis zumindest in NRW schon vor der Umstellung dazu übergegangen, die Studiengänge zu verschulen und sich dem FH-Ablauf anzupassen.
Also semesterbegleitende Prüfungen gab es bei uns auch schon lange, wenn Du das mit FH-Ablauf meinst. Aber was die Inhalte angeht, sind die Unis aus guten Grund deutlich theoretischer angelegt, auch bereits schon im Grundstudium. Damit fängt man aber nicht viel an, wenn man nach dem Bachelor weggeht. Mir fällt im Moment einfach kein Aufgabengebiet ein, für das sich die Unis im Rahmen eines Bachelors besonders qualifizieren können. Wofür braucht man später jemand, der im Prinzip die Freiheit und Eigenverantwortung der Uni kennengelernt hat, aber nur für 3 Jahre. Zumal diejenigen, die im Punkt Eigenverantwortung brillieren, in der Regel den Master oder noch mehr anstreben werden. Ein großer Teil der Uni-Bachelor werden diejenigen sein, die es nicht zum Master schaffen.
 
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