Studium Medizin

Benutzer68557  (30)

Sehr bekannt hier
Redakteur
Über eine Ausbildung zur Physiotherapeutin habe ich auch schon nachgedacht, da ein Bekannter so auch seine Wartezeit "totgeschlagen" hat. Aber so "schlecht" ist mein Durchschnitt dann nun doch wieder nicht, dass ich eine gesamte Ausbildung reinschieben könnte.

Du weißt aber schon, wie das mit dem nachrücken exakt funktioniert?
Wenn du einmal aus der Bestenquote, über die 60% der Plätze vergeben werden, rausfällst, kommst du in den nachrücktopf. Der ist entgegen der gefestigten Meinung im Volksmund Grds. NC-unabhängig. Du sammelst dann Wartesemester. Genau so viele, wie andere mit einem Abi von 3,8. Erst wenn du "dran" bist, werden diejenigen, die einen guten nc haben, anderen vorgezogen, die ebenfalls so viele Wartesemester haben wie du.
Vielleicht liest du du die das auf hochschulstart.de mal durch. Als ich Abi gemacht habe, lag die Prognose für die Wartezeit bei 11 Semestern.

Die Wartezeit verkürzen kannst du nur, wenn du über die 20% der Uniintern zu vergebenen Plätze reinkommst. Da kannst du dich hält jedes Jahr neu bewerben und ggf. Neue Qualifikationen wie Praktika oder Ausbildung sammeln, die dabei berücksichigt werden könnten, sodass du unterm Strich vielleicht keine 11 Semester wartest.

Die 20% die an Wartesemester-Kandidaten vergeben werden. Sind aber primär erstmal völlig unabhängig von dem nc.

Du solltest dich echt ein bisschen erkundigen.
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Ja, das wollte ich vorhin auch schon schreiben, aber dachte, da hätte sich vielleicht in den letzten 2 Jahren was geändert, also habe ich abgewartet. :zwinker:

Wenn du nicht direkt reinkommst und es über Wartezeit machen willst, wartest du um die 12 Semester. Da ist Platz für Ausbildung und Berufserfahrung... wenn man das denn will.
 

Benutzer114881 

Verbringt hier viel Zeit
Ich würde dir empfehlen mal auf medi-learn.de zu schauen. Das ist ein Forum für Medizinstudenten, Schüler, die es vllt mal werden wollen, Pflegeberufe und Zahnmediziner. Dort findest du viele Infos und kannst gezielt Fragen stellen. Ich selbst studiere auch Medizin, wenn du genaue Fragen hast, kannst du mir gerne eine PN schreiben.

Das mit dem genauen Bewerbungsverfahren solltest du dir wirklich noch einmal anschauen (zB auf hochschulstart.de). Außer der Möglichkeit sofort einen Platz zu bekommen (ohne Test und andere Kriterien ca. 1,5 nötig), gibt es fast nur die Option Wartesemester zu sammeln. Da geht es dann aber nicht mehr nach Noten, sondern rein nach Wartezeit (außer bei gleicher Wartezeit, aber das ist eher nachrangig) und die liegt momentan bei 12 Semestern. Wenn du knapp an den 1,5 bist, kannst du durch FSJ oder medizinische Ausbildungen, TMS, HamNat oder Auswahlgespräche deine Chancen verbessern und auch mit weniger Wartesemestern einen Platz bekommen. Dann aber nicht über die Wartezeitquote!

Zum Studium allgemein...natürlich ist es verdammt viel Stoff, das Physikum (sowas wie 1. Staatsexamen) ist der Horror, es ist viel reines auswendig lernen, ABER ich fand es immer zu schaffen, weder meine Hobbys noch meine sozialen Kontakte mussten leiden und man muss nicht tagtäglich stundenlang lernen, wie einem oft eingeredet wird.

Man verdient nach dem Studium als Assistenzarzt auf jeden Fall! Es wären also nur 6 Jahre ohne dass du Geld verdienst, wobei es auch im Studium genügend Möglichkeiten gibt, wenn man denn möchte. Neben "normalen" Studentenjobs kann man als "Hakenhalter" im OP, Blutentnahmedinest, Sitzwache, Hiwi bei klinischen Studien usw. arbeiten, was sich gut mit dem Studium ereinbaren lässt.

Und zum Schluss noch ein paar Worte zur Rechtsmedizin: Es ist, wie man so hört, sehr schwierig auch nur einen Praktikumsplatz dort zu finden und die Assistenzarztstellen sind erst recht rar gesät. Man sollte mit einem Medizinstudium wohl sicher einen Arbeitsplatz finden, in dem speziellen Fachbereich scheint es allerdings eher schwierig zu sein. Oft ändern sich die genauen Wünsche aber im Laufe des Studiums sowieso noch einmal.
 

Benutzer130503 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich bedanke mich für all eure Ratschläge und Tipps. Ich denke ich werde mich jetzt in einem Medizin- Fourm anmelden um dort Kontakt zu Studierenden, Absolventen usw. herzustellen. So, das war dann auch das letzte Kommentar von mir - Nun gehört der Account wieder ganz meinem Freund :tongue:

Liebe Grüße,
Soulweeper#2
 

Benutzer86779  (36)

Sehr bekannt hier
In Deutschland im ersten Jahr als Assistenzarzt knapp 3800 Euro brutto - das ist nicht mehr als bei anderen Akademikern. Sondern ziemlich genau so viel wie der studienübergreifende Durchschnitt. Und das Gehalt hat in Deutschland in Kliniken nicht sonderlich viel Luft nach oben, d.h. die Gehaltsentwicklung ist deutlich schlechter als in der freien Wirtschaft.

Würde mich nicht vom Job abhalten, aber man sollte sich schon darüber im Klaren sein, das man in Deutschland als Arzt nicht reich wird.

Es reicht aber aus um die Zeit bis zum Oberarzt zu überbrücken. und dann verdient man wirklich top (ca. 100K im jahr). ich finde auch, dass Mediziner durchaus noch ein paar euro mehr verdienen sollten, aber man sollte den beruf auch nicht schlechter reden ist, als er ist: man hat nahezu 100% jobgarantie und verdient nach ein paar jahren richtig gut.

negativ erwähnen muss man beschissene Arbeitszeiten (Schichtdienst, Bereitschaft...) und natürlich auch sehr viel druck. wenn man nur gut verdienen will gibt es sichere andere Jobs mit besserer work-life Balance, darüber muss man sich im klaren sein. man sollte das nur machen, wenn man sich auch wirklich dazu berufen fühlt und den Job gerne macht.
 

Benutzer53463 

Meistens hier zu finden
Ich weiß nicht ob du zumindest noch hier liest? Ich habe mein Medizinstudium letzten Monat erfolgreich beendet und kann deswegen vll bischen etwas dazu schreiben. Für mich war es mein absolutes Wunschstudium, deswegen habe ich nie groß daran gezweifelt es durchzuziehen. Insgesamt sollte man sich aber schon vorher überlegen, ob das etwas für einen ist. Die Abbrecherquote ist zwar insgesamt ziemlich gering ( ca. 90% schaffen zumindest irgendwann den Abschluss), aber viele brauchen dann doch extrem lange, bzw. werden am Ende nicht als Arzt arbeiten.

Wenn du dir wirklich nur Rechtsmedizin vorstellen kannst und sonst keine anderen Fachbereiche solltest du dir das Ganze wirklich sehr gut überlegen. Im Allgemeinen ist die Stellensituation zwar schon sehr gut, es gibt aber einige Fachbereiche die extrem überlaufen sind und in denen es dann äußerst schwierig bis für den einzelnen unmöglich ist eine Assistenzarztstelle zu finden. Rechtsmedizin gehört da leider dazu.

Zu den Bewerbersituation bei Studienbeginn kann man eigentlich nur sagen, dass sich das in den letzten Jahren nicht entspannt sondern eher verschärft hat. Inzwischen braucht man eigentlich einen Schnitt ca. 1,5 oder besser um bei sehr flexibler Uniwahl einen Platz ohne weitere größere Auswahlverfahren rein zu kommen. Mit dem TMS oder dem Ham-Nat oder z.T. anderen Auswahlverfahren der Unis kann man auch mit Noten bis ca. 2,0 noch eine gewisse Chance haben, das ist aber schon extrem selten. An manchen Unis bekommt man Boni wenn man einschlägige Berufsausbildungen nachweisen kann. Das hilft dann aber eigentlich auch nur wenn man schon einen Schnitt besser als 2,0 hat um dann damit nicht die gesamte Wartezeit absitzen zu müssen. Wenn man es dann über die Abibestenquote (20% nur nach Note) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (60% unterschiedliche Kriterien je nach Uni, Abi aber immer relevanter Faktor) nicht geschafft hat einen Platz zu bekommen muss man die komplette Wartezeit absitzen. Die Note spiel da nur nachrangig eine Rolle.

Zum Studium an sich kann man sagen, dass es für einen halbwegs cleveren Menschen ganz gut machbar ist. Manche tun sich in der Vorklinik mit den Naturwissenschaften etwas schwerer, das sind aber nur 2 Jahre und ist was die reinen Naturwissenschaften angeht (Chemie, Physik, Bio) ein recht niedriges Niveau im Vergleich zu "richtigen" naturwissenschaftlichen Studiengängen. Biochemie und Physiologie haben es dann an den meisten Unis schon etwas mehr in sich. Das Physikum ist dann nochmal eine Hürde, wenn man die gepackt hat schafft man in der Regel auch den Rest des Studiums. Es gibt ja das Vorurteil, dass Medizinstudium nur auswendig lernen ist. Man kann es sicherlich mit extrem viel Fleiß und recht wenig Intelligenz schaffen das Studium zu bewältigen. Großartig viel Spaß wird das aber sicherlich nicht machen, und ich bezweifel mal dass man dabei als guter Arzt aus der Sache rausgeht. Man kann sich also mit etwas Intelligenz schon ziemlich viel Aufwand sparen.

Bezüglich Gehalt stimmt das was hier geschrieben wurde auch nicht so ganz. Bzw. das werden vermutlich Zahlen aus den Vertragen vor ca. 5 Jahren sein. Heute fängt man in einem kommunalen Haus mit knapp 4.000 brutto an, an den Unikliniken liegt man bereits seit einigen Jahren darüber. Dazu kommen bei den meisten Fachbereichen nach nicht langer Zeit Dienste dazu die meist ausgezahlt werden. Überstunden kommt aufs Haus an wie das geregelt wird. Zum Teil kriegt man noch etwas Poolbeteiligung vom Chef ab. Zudem ist die Gehaltssteigerung in den ersten Jahren z.B. im Vergleich zu einem Ingenieur der nach IG Metall-Tarif bezahlt wird deutlich höher. Sprich man steigt ca. so ein wie die besseren Ingenieurabsolventen. Es gibt sicherlich in den einzelnen Fächern einzelne Leute die ein höheres Einstiegsgehalt haben das sind aber doch eher die Ausnahmen. Man darf dabei aber auch nicht vergessen, dass man einfach keinen 9 to 5 job hat und Nächte und Wochenenden selbstverständlich sind. Gerade aufgrund der Arbeitsbelastung sollte man sich es wirklich gut überlegen das Studium zu beginnen. Wenn man da nicht voll hinter der Sache steht und Spaß daran hat ist es auf Dauer einfach nichts.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren