Mann will die Scheidung - was bedeutet das für mich?

Benutzer137391  (47)

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Ich kenne sogar mehrere Fälle, wo einer mehr oder alles gezahlt hat.
ich habe mir das auch so sagen lassen.. wer die Scheidung einreicht zahlt die Gerichtskosten?!

und mein Anwalt hat ausdrücklich abgelehnt, uns beide zu "betreuen" er meinte, das wäre inzwischen auch sehr unüblich
bzw will ich das nun eh nicht mehr, nachdem ich gemerkt habe, wie blauäugig mein Ex und dessen Anwältin sind.. :ninja:
 

Benutzer186762  (50)

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Es ist ja schon vieles gesagt worden. Einiges davon ist richtig, einiges halte ich für falsch. Aus meiner Sicht sind folgende Dinge wichtig:

1. Bleib besonnen und versuche diesen Prozess wohlwollend und konstruktiv durchzustehen, ohne dass Deine berechtigte Verletzung dabei die Oberhand gewinnt.

2. Mach Dir Kopien von wichtigen Dokumenten, z.B. seinen Gehaltsabrechnungen. Fang damit heute an.

3. Geh zu einem Fachanwalt für Familienrecht und mache eine Erstberatung für Dich. Das kann dann auch hinterher Euer gemeinsamer sein, muss es aber nicht.

ALLES ANDERE ist aus meiner Sicht so individuell, dass Du dafür keine seriösen Antworten in einem Forum erhalten kannst.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Die grössten Gewinner bei einer Scheidung sind die Rechtsanwälte, sie haben also durchaus ein Eigeninteresse an einem Kampf.
Ich bin mir jetzt nicht 100% sicher, aber m.E. haben die Rechtsanwälte kein Interesse an einem Scheidungskrieg, weil sie ja nach Verfahrenswert bezahlt werden. Dieser ist bei der Scheidung das 3-fache der Summe der Nettogehälter. Das heißt, Ihr Verdienst ändert sich nicht, wenn es Streit gibt. Das heißt nur, dass sie mehr Arbeit für gleiches Geld haben, also werden sie es tunlichst vermeiden.

Allerdings erhöhen sich die Gerichtskosten bei Streitigkeiten, da das Gericht jeden einzelnen Klärfall in Rechnung stellen. Wir haben z.B. ~150€ mehr bezahlt, weil wir mehrere private Rentenversicherungen hatten, die vom Gericht für den Versorgungsausgleich gegengerechnet wurden und zu viel für die "Basis-Flat-Rate" waren.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
ich habe mir das auch so sagen lassen.. wer die Scheidung einreicht zahlt die Gerichtskosten?!
Nein. Derjenige muss einen Vorschuss leisten. Die Gerichtskosten werden exakt 50:50 geteilt. Der Vorschuss wird nach Abschluss des Verfahrens angerechnet und beiden eine entsprechende Schlussrechnung zugestellt.

und mein Anwalt hat ausdrücklich abgelehnt, uns beide zu "betreuen" er meinte, das wäre inzwischen auch sehr unüblich
Für so eine Aussage hätte ich mich verabschiedet und mir einen guten Anwalt gesucht :zwinker:
Ich denke, es ist eher anders herum. Aber natürlich wollen Anwälte das nicht. Ihnen gehen ja ein Haufen Geld für sehr wenig Arbeit und 50% aller Scheidungsaufträge flöten
 

Benutzer186762  (50)

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Hallo ihr,

ich habe mich angemeldet um hier einfach mal nach Hilfe und Tipps zu fragen. Mein Mann hat sich bereits vor einiger Zeit von mir getrennt, ich hatte jedoch dennoch die Hoffnung, dass sich das klären wird und er doch merkt, dass er noch Gefühle für mich hat. Das ist leider nicht passiert. Stattdessen hat er mir heute mitgeteilt, dass er eine neue Partnerin hat und es wohl sehr ernst sei... Darum möchte er so schnell wie möglich die Scheidung. Das hat mich kalt erwischt. Ich meine, ich weiß, dass die Hoffnung, dass wir wieder zusammen kommen nicht wirklich realistisch war, aber dass er so schnell eine neue hat und offensichtlich was ernstes plant war dann doch hart!

Naja, jetzt stehe ich hier und weiß nicht so recht was das jetzt für mich bedeutet. Ich meine ich will mich eigentlich nicht scheiden lassen, aber ich kann ihn ja auch nicht zwingen bei mir zu bleiben und das will ich natürlich auch nicht. Aber was muss ich jetzt tun? Muss ich mir einen Anwalt suchen? Wie läuft das ab? Und wie lange dauert das ganze? Und was ist, wenn er sich doch noch mal anders entscheidet, kann man das dann noch stoppen?

Und ging es hier jemandem ähnlich? Wie seid ihr damit umgegangen? Lernt man es zu akzeptieren? Gerade fühlt es sich noch nicht so an....
Ach so, Deine Fragen beantworte ich auch noch gerne:

Aber was muss ich jetzt tun?
Siehe mein Post ein paar Minuten vorher.

Muss ich mir einen Anwalt suchen?
Unbedingt.

Wie läuft das ab?
Das sagt Dir erstmal der Anwalt. Erstmal ändert sich nicht viel. Versuche einen Termin für nächste Woche direkt zu bekommen.
Es gibt ein paar Dinge zu regeln für sofort und ein paar für die Scheidung selbst. Das macht der Anwalt für Dich. Wenn alles geregelt ist, wird die Scheidung eingereicht, dann gibt es einen Gerichtstermin und dann ist man geschieden.

Und wie lange dauert das ganze?
Das hängt von Euch ab. Einiges dazu ist hier ja schon geschrieben worden dazu. Nach einem Jahr könnt Ihr Euch scheiden lassen, wenn Ihr das beide wollt, nach drei Jahren werdet Ihr geschieden, wenn nur einer das möchte. Wann diese Zeiträume beginnen, darüber kann man sich natürlich theoretisch einigen, dafür gibt es aber auch Regeln. Du darfst Dich jedenfalls mit Deinem Mann im selben Zimmer aufhalten. Den Gerichtstermin gibt es normalerweise innerhalb von ein paar Wochen. Zu Corona-Zeiten mag das etwas länger dauern.

Und was ist, wenn er sich doch noch mal anders entscheidet, kann man das dann noch stoppen?
Ja.

Und ging es hier jemandem ähnlich?
Ja.

Wie seid ihr damit umgegangen?
Ich fand es ganz schlimm. Wir hatten ziemlich schnell den Pfad der Konstruktivität verlassen und das ist nicht zur Nachahmung empfohlen.

Lernt man es zu akzeptieren?
Ja. Wenn Du erstmal beim Anwalt warst, wirst Du etwas klarer sehen und das wird auch dazu führen, dass Du Dich - zumindest was diesen Vorgang betrifft - etwas besser fühlen wirst, weil Du weißt, was auf Dich zukommt.
Was Deine Verletzung betrifft, ist es ja emotional wie eine Trennung.
Was die Auflösung der Ehe betrifft, so ging es zumindest mir so, dass ich eher erleichtert war, als der Vorgang abgeschlossen war. Aber erstmal stand ich ganz schön leer da.
 

Benutzer186417  (44)

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weil sie ja nach Verfahrenswert bezahlt werden
Interessant.
In der Schweiz erfolgt die Abrechnung nach Aufwand des Anwalts, da ist dann jeder Anruf und fast jede Minute Aktenstudium vermerkt.
Der Ansatz selbst hängt grob ab vom Streitwert und der Komplexität des Falls, ist aber immer auch Verhandlungssache.
300 Franken pro Stunde ist hier das unterste Limit in Zürich, 500 eher typisch, nach oben offen. (Einfache Rechtsauskünfte muss ein Anwalt günstiger machen, aber das ist keine Vertretung, dafür wird einem nur das Gesetz erklärt.)

Die Gerichtskosten sind deutlich fixer und werden bei einer Kampfscheidung der Verliererseite verrechnet.
Bei einer normalen Scheidung werden sie hälftig in Rechung gestellt.

Manche Leute ruinieren sich fast im Wahn, "Recht zu bekommen"
Es kommt durchaus vor, dass der Streitwert der Pensionskasse von den Anwaltskosten aufgefressen wird
An der Dummheit der Leute wird viel Geld verdient.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:

In der Schweiz erfolgt die Abrechnung nach Aufwand des Anwalts,
Also, mein Wissen ist hier eigentlich schon zu Ende, aber ich glaube, dass das in Strafrechtsverfahren in D auch so ist. Nur in Zivilrechtsverfahren (wozu eine Scheidung gehört) bestimmt der Verfahrenswert die Anwaltsgebühren.
Aber da gibt es hier im Forum mehrere Leute, die das besser wissen.
 

Benutzer186417  (44)

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An der Dummheit der Leute wird viel Geld verdient
Vielleicht ist Dummheit nicht ganz fair - wer in den grösseren oder meisten Punkten einer Kampfscheidung verliert, zahlt auch die Rechung des mandatierten Anwalts der Gegenseite, wie auch alle Gutachten etc.
Irgendwann kann man deshalb fast nicht mehr aufhören.
 

Benutzer54465 

Meistens hier zu finden
Der Vorschuss wird nach Abschluss des Verfahrens angerechnet und beiden eine entsprechende Schlussrechnung zugestellt.
Also das war bei meinem Freund definitv nicht so. Dass er einen Vorschuss gezahlt, wäre mir jetzt auch komplett neu. Er hatte aber auch nur einen Online-Anwalt, die haben sich zum Termin das erste Mal gesehen. Auch die Scheidungsunterlagen gingen nur 2-fach ihm zu.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Also das war bei meinem Freund definitv nicht so. Dass er einen Vorschuss gezahlt, wäre mir jetzt auch komplett neu. Er hatte aber auch nur einen Online-Anwalt, die haben sich zum Termin das erste Mal gesehen.
sabe74 sabe74 und ich sprachen von Gerichts- nicht von Anwaltskosten, das ist ein Unterschied.
 

Benutzer186417  (44)

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Mach Dir Kopien von wichtigen Dokumenten, z.B. seinen Gehaltsabrechnungen. Fang damit heute an
Haha - das sehen bestimmt einige Mitglieder hier anders. Aber wenn meine Frau Kopien meiner Gehaltsabrechnungen anfertigen würde/könnte, hätte ich mich schon klar und unrettbar verstrickt.
Dann ist der Schaden bereits angerichtet.
 

Benutzer137391  (47)

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Für so eine Aussage hätte ich mich verabschiedet und mir einen guten Anwalt gesucht :zwinker:
Off-Topic:
mache ich aber sicher nicht.. der Anwalt ist richtig gut und hat mir schon einiges erspart.. :grin:
seine Anwältin ist aber scheinbar bissle "seltsam".. die hat ihm z.B. geraten das Sorgerecht abzugeben für die 2 Kids.. und er dachte dann, er muss keinen Unterhalt zahlen.. naja.. :upsidedown:
 

Benutzer137391  (47)

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Nein. Derjenige muss einen Vorschuss leisten. Die Gerichtskosten werden exakt 50:50 geteilt. Der Vorschuss wird nach Abschluss des Verfahrens angerechnet und beiden eine entsprechende Schlussrechnung zugestellt.
Off-Topic:
kann auch sein, ich habe es mit dem Vorschuss jetzt verwechselt.. ist schon ca. 3 Jahre her als ich das mal angefragt hatte
 

Benutzer15352 

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Was wäre das denn für ein selten arschiges Verhalten? Man hat zusammen einen Anwalt, man hat unterschrieben, sich einvernehmlich scheiden zu lassen, aus seltsamen rechtlichen Gründen vertritt dieser Anwalt offiziell aber nur eine Partei und nur deswegen sollen die Kosten an einem der Beiden hängen bleiben?
Tja, leider gibt es solche arschigen Leute…
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:

kann auch sein, ich habe es mit dem Vorschuss jetzt verwechselt.. ist schon ca. 3 Jahre her als ich das mal angefragt hatte
Ich weiß das auch nur noch deswegen so genau, weil ich einiges noch einmal raus gekramt hatte, weil ich gerade eine Freundin "berate", die sehr überraschend und sehr plötzlich künftige Ex-Frau sein wird.
 
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