Mann will die Scheidung - was bedeutet das für mich?

Benutzer187340  (33)

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Hallo ihr,

ich habe mich angemeldet um hier einfach mal nach Hilfe und Tipps zu fragen. Mein Mann hat sich bereits vor einiger Zeit von mir getrennt, ich hatte jedoch dennoch die Hoffnung, dass sich das klären wird und er doch merkt, dass er noch Gefühle für mich hat. Das ist leider nicht passiert. Stattdessen hat er mir heute mitgeteilt, dass er eine neue Partnerin hat und es wohl sehr ernst sei... Darum möchte er so schnell wie möglich die Scheidung. Das hat mich kalt erwischt. Ich meine, ich weiß, dass die Hoffnung, dass wir wieder zusammen kommen nicht wirklich realistisch war, aber dass er so schnell eine neue hat und offensichtlich was ernstes plant war dann doch hart!

Naja, jetzt stehe ich hier und weiß nicht so recht was das jetzt für mich bedeutet. Ich meine ich will mich eigentlich nicht scheiden lassen, aber ich kann ihn ja auch nicht zwingen bei mir zu bleiben und das will ich natürlich auch nicht. Aber was muss ich jetzt tun? Muss ich mir einen Anwalt suchen? Wie läuft das ab? Und wie lange dauert das ganze? Und was ist, wenn er sich doch noch mal anders entscheidet, kann man das dann noch stoppen?

Und ging es hier jemandem ähnlich? Wie seid ihr damit umgegangen? Lernt man es zu akzeptieren? Gerade fühlt es sich noch nicht so an....
 

Benutzer187027  (54)

Ist noch neu hier
Punkt 1 , such Dir ein Anwalt, das ist jetzt das wichtigste . Habe meine Scheidung auch durch und ein Anwalt Regelt soweit alles für Dich und er /sie erklärt Dir auch wie es weiter geht.
Es ist nicht leicht und tut weh, aber das wird wieder .
 

Benutzer186432  (45)

Ist noch neu hier
Was heißt denn "vor einiger Zeit getrennt"? Um eine Scheidung durchzuführen, müsst ihr erstmal das sog. Trennungsjahr voneinander unabhängig verbracht haben. Klar, kannst du dir jetzt schon einen Scheidungsanwalt suchen, aber der wird dir auch nichts anderes sagen, als dass man ein Jahr warten muss, weil die Ehe durch das Grundgesetz geschützt ist. Dieses Jahr soll dazu dienen, sich darüber bewusst zu werden, ob die eheliche Lebensgemeinschaft wirklich gescheitert ist. Also im Prinzip soll dadurch genau die Frage, die du dir selbst schon gestellt hast, beantwortet werden.
 

Benutzer170596  (46)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo, auch wenn es sich blöd anhört, du bist noch jung, irgendwann wirst du drüber lachen und glücklich sein. Wichtig ist such dir JETZT einen „Fachanwalt für Familienrecht“ nicht irgendeinen Anwalt. Du findest ihn online über die Suche bei einer der 28 Rechtsanwaltskammern. Der sagt dir wie es weiter geht, warte nicht damit.
Außerdem gibt es einen ähnlichen Beitrag : „

„MEIN MANN HAT SICH GETRENNT - WAS NUN?“​

 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer106548 

Team-Alumni
Naja, das Trennungsjahr kann man abkürzen. Das ist nur eine Angabe bei Gericht, die niemand überprüft.

Als Erstes überlege Dir, ob es Immobilien u/o Vermögen zu trennen gibt. Habt Ihr Kinder? Gibt es einen Ehevertrag? Habt Ihr eine Zugewinngemeinschaft?
Dann rede mit Deinem Mann. Wenn Ihr Euch auf eine gütliche Trennung einigen könnt (es also keinerlei Streitfall gibt, den ein Gericht entscheiden müsste), dann könnt ihr ein "Einvernehmliches Scheidungsverfahren" wählen. Hauptvorteil dabei: Ihr benötigt zusammen nur einen Anwalt, was die Kosten erheblich reduziert. Außerdem sind die Gerichtskosten i.a.R. auch geringer.
Wenn Du nicht glaubst, dass eine gütliche Trennung möglich ist, dann suche Dir bald einen eigenen Anwalt.


Und ging es hier jemandem ähnlich? Wie seid ihr damit umgegangen? Lernt man es zu akzeptieren?
Eine Scheidung ist letztlich auch "nur" eine Trennung (nur erheblich teurer :grin:), daher laufen dabei die gleichen Mechanismen ab.
Ja. irgendwann sollte man gelernt haben, es zu akzeptieren. Es ist ja die Realität, man kann nichts mehr daran ändern. Ob man früher hätte etwas daran ändern können, ist müßig zu überlegen. Denn man kann es nicht zurück drehen.
 

Benutzer170596  (46)

Sorgt für Gesprächsstoff
Nachteil ist das ein Anwalt immer nur für eine Partei arbeitet und dessen Interessen vertritt. Wenn Ihr euch zusammen einen Anwalt nehmt, dann pass auf das du den beauftragst, sonst bist du hinterher die Dumme. Am besten ist du suchst dir jetzt einen „Fachanwalt für Familienrecht“ lässt dich beraten, dann kannst du deinem Ex ja vorschlagen die Scheidung mit diesem Anwalt abzuwickeln den du beauftragt hast und die Kosten zu teilen ( schriftlich vereinbaren). Wenn er das nicht will, weist du woran du bist und hast einen Anwalt der sich um alles kümmert.
 

Benutzer186432  (45)

Ist noch neu hier
Das Trennungsjahr kann man abkürzen?? Wie geht das denn? Ich dachte, dass sei in Stein gemeißelt?:eek:
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Ich dachte, dass sei in Stein gemeißelt?
Nö. Man gibt ja in dem Antrag den Tag der Trennung an. Den kann aber niemand nachprüfen, tut auch niemand. Also kann man - rein theoretisch - am Tag nach der Trennung den Antrag abgeben, wenn man angibt, dass man sich an einem Tag vor einem Jahr getrennt hat. Könnte aber nach hinten losgehen, wenn man in dem Zeitraum z.B. noch gemeinsame Rentenverträge, Versicherungen oder Geldanlagen abgeschlossen hat, die in dem Scheidungsverfahren eine Rolle spielen.
Es gibt ja auch schon ewig nicht mehr den Passus, dass man auch getrennt gelebt haben muss. Natürlich ist es glaubwürdiger, wenn man zum Zeitpunkt des Verfahrensbeginns schon getrennte Adressen hat. Aber ich glaube, selbst das wäre egal.
 

Benutzer178050 

Öfter im Forum
Man darf im Trennungsjahr nicht zusammen schlafen und soweit ich weiß auch Küche und sonstige Räumlichkeiten nicht zeitgleich benutzen. Sprich zusammen Mahlzeiten einnehmen usw
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Man darf im Trennungsjahr nicht zusammen schlafen und soweit ich weiß auch Küche und sonstige Räumlichkeiten nicht zeitgleich benutzen. Sprich zusammen Mahlzeiten einnehmen usw
Nein.
Man sollte nicht regelmäßig partnerschaftliche oder partnerschaftsähnliche Dinge gemeinsam machen. Denn so wäre der Wille zur Trennung nicht erkennbar. Dazu gehört auch eine gemeinsame Haushaltsführung und gemeinsame, regelmäßige Aktivitäten. Dazu gehört z.B. nicht ein einmaliger sexueller "Rückfall".
Aber, wie gesagt, das wird nicht wirklich überprüft, die Angabe beider Partner, dass man ein getrenntes Leben führe, reicht i.a.R. aus.
 

Benutzer54465 

Meistens hier zu finden
Bei meinem Freund und auch meinem Kumpel war es so, dass sie sich vorher über die Finanzen geeinigt hatten. Sie hatten eine Tabelle gemacht und darin aufgeteilt wer was bekommt. Wenn man nur "Alltagskram" zusammen besitzt, ist das wahrscheinlich die einfachste Lösung.

Nachdem alles abgesprochen war, hat mein Freund einfach bei Google einen Scheidungsanwalt gesucht. Man hat ein Formular bekommen in dem solche Dinge wie Trennungszeitpunkt und ob man sich über Unterhalt etc geeinigt hat, angeben musste. Seine Frau hatte keinen Anwalt. Sie hat dann einen Brief von seinem Anwalt bekommen, indem die Angaben, die er gemacht hatte, standen. Da hätte sie noch etwas korrigieren können. Dann wurde der Versorgungsausgleich ermittelt und schließlich war die Scheidung. Ihr müsst die Scheidung auch nicht zu gleichen Teilen zahlen. Die Rechnung bekommt der, der ihn beauftragt hat.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Ihr müsst die Scheidung auch nicht zu gleichen Teilen zahlen. Die Rechnung bekommt der, der ihn beauftragt hat.
Was wäre das denn für ein selten arschiges Verhalten? Man hat zusammen einen Anwalt, man hat unterschrieben, sich einvernehmlich scheiden zu lassen, aus seltsamen rechtlichen Gründen vertritt dieser Anwalt offiziell aber nur eine Partei und nur deswegen sollen die Kosten an einem der Beiden hängen bleiben?
 

Benutzer177171 

Öfter im Forum
Das Trennungsjahr kann man abkürzen?? Wie geht das denn? Ich dachte, dass sei in Stein gemeißelt?:eek:
nope...wenn es einvernehmlich von beiden früher durchgezogen werden will, kann es abgekürzt werden.
Bei meinem Bruder wars so dass beide sich in Freundschaft getrennt haben. Die Trennung ging zwar von ihm aus aber sie waren nie zerstritten. Sie war zu Beginn zwar sehr traurig weil sie noch Gefühle hatte aber er war sehr einfühlsam . So war es ihr dann auch recht, die Scheidung schnell durchzuziehen, weil sie nicht mehr daran erinnert werden wollte , wo sie sicher war das er fix nicht zurück kommt.
Sie wollte schleunigst wieder ihren Mädchennamen zurück...was ich volle verstehen kann.

Ausserdem weiß das Gericht ja nicht wann die Trennung vollzogen wurde...sie haben da einfach etwas geschwindelt und och 3 Monate dran gehängt, sogar mit diesen 3 Monaten wurden sie noch früher geschieden...insgesamt 6 Monate nach der Aussprache der Trennung.
Das ist nicht so genau.

Am Einfachsten geht eine Scheidung natürlich immer wenns einvernehmlich geschieht , logisch ...natürlich auch am günstigsten.

Mein Bruder und seine Ex sind jetzt beide wieder glücklich vergeben und verstehen sich auch wenn sie sich mal über den Weg laufen. Leider ist das halt nur in den seltensten Fällen möglich
 

Benutzer187129 

Klickt sich gerne rein
Viel Wichtiges ist ja schon gesagt worden. Sonst noch: Manches kommt drauf an, wo Ihr wohnt (D, Ö, CH?). In Ö z.B. geht eine einvernehmliche Scheidung sehr rasch und problemlos.
Was ich Dir auf jeden Fall raten würde: Nichts überstürzen. Im Trennungsschmerz und noch dazu, wenn Dein Mann auf Scheidung drängt, lässt Du Dir vielleicht Dinge unterjubeln, die Du nachher bereust. Also: Setz Dich hin und mach Dir eine Liste von allen Dingen, die zu regeln sind, und schreib zu den einzelnen Punkten dazu, wie Du sie geregelt haben möchtest. Teilweise gibt es auch gesetzliche Vorgaben, die Ihr einhalten müsst oder die zumindest ausdrücklich geregelt werden müssen. Und: Überschlaf die Liste mindestens einmal, bevor Du sie mit ihm besprichst.
Was auf jeden Fall auf diese Liste gehört:
Wenn Ihr Kinder habt: Regelung von Betreuungs- und Unterhaltspflichten, Besuchsrecht
Unterhalt für Dich: Das ist ein besonders heikler Punkt, bei dem Frauen gerne über den Tisch gezogen werden. Dabei hängt viel auch davon ab, ob Euer Einkommen bisher einigermaßen ausgeglichen oder recht ungleich war. Wenn Du bisher z.B. nur Teilzeit gearbeitet hast, weil Du im Haushalt mehr übernommen hast oder wegen Kindern, bestehen hier Ansprüche, die oft "vergessen" werden. Übrigens: Auch wenn Du einen eigenen Anwalt hast, ist das keine Garantie, dass der sorgfältig und in Deinem Sinn arbeitet (hab da in meinem Bekanntenkreis schon unglaubliche Dinge mitbekommen!). Es kann also nie schaden, eine zweite Meinung einzuholen, z.B. indem Du zu zwei verschiedenen Anwält*innen gehst, bevor Du Dich entscheidest; die erste Anwaltsbesprechung ist ohnedies kostenlos.
Wenn Ihr eine Eigentumswohnung / ein Haus habt: Will / Kann das eine*r behalten? Wie wird der/die andere ausgezahlt?
Wie wollt Ihr Möbel und sonstigen Besitz aufteilen? Sind hier die Besitzrechte klar, oder gibt es Dinge, die Euch gemeinsam gehören?

Dass Dein Mann die Scheidung will, und das möglichst schnell, ist ein Vorteil für Dich. Er wird dann eher geneigt sein, in dem einen oder anderen Fall nachzugeben. Du solltest aber umgekehrt auch aufpassen, dass Du nicht aus Deiner Verletzung heraus durch eventuell ungerechtfertigte Forderungen die Situation so eskalierst, sodass sie in einem heftigen Streitverfahren mündet. Von Rache profitieren nur die Anwälte, und was sie Dir vielleicht an Befriedigung bringt, das bezahlst Du wahrscheinlich auf der anderen Seite viel höher mit physischer, psychischer und materieller Belastung. Außerdem zerstört es jede weitere Gesprächsbasis, die zumindest dann, wenn Kinder da sind, noch lange wichtig wäre.

Ich wünsche Dir jedenfalls, dass das Verfahren einigermaßen rasch und halbwegs schmerzlos über die Bühne geht. Dazu gehört auch, dass Du loslassen kannst, was ohnedies nicht mehr zu retten ist. Es ist zunächst einmal nicht leicht, aber es gibt auch ein echtes Gefühl der Befreiung, sobald es vorbei ist. Und das ist wichtig, damit Du unbelastet in Dein weiteres Leben gehen kannst.

PS: Für meine jetzige Frau und mich ist es jeweils die zweite Ehe, und das nun schon glücklich seit fast 30 Jahren. Für keine*n von uns war es leicht, aus der ersten Ehe herauszukommen, aber es zahlt sich aus, das hinter sich lassen zu können.
 

Benutzer185770  (53)

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Im Prinzip ist oben schon vieles genannt worden. Wenn du mental/emotional noch nicht "bereit" warst für eine endgültige Trennung, ist es sicherlich schwierig das erstmal zu verdauen.
Aber Kopf hoch, es geht immer weiter und andere Väter haben auch schöne Söhne...
Seh es positiv, jetzt hast du ein klares Statement und kannst diese "Bangen und hoffen" Phase (kommt er zurück, wird das nochmal was etc) abschliessen.
Als nächstes solltet IHR entscheiden, ob es Sinn macht sich einen Anwalt (gemeinsam, dh jeder zahlt die Hälfte) zu nehmen. Das hängt davon ab was auf dem Spiel steht, gibt es unterschiedliche Interessen (Grundstücksbesitz, Haus, Erbrecht, wem gehört was, besteht ein Unterhaltsanspruch etc) macht ein Anwalt für beide mMn wenig Sinn. Aber ganz ohne Anwalt geht es nicht. Der Rest (und auch die Zeitdauer bis zur Scheidung) hängt dann von verschiedenen Faktoren ab.
Bei mir war es so (damals 15 J Ehe, Haus auf dem Grundstück der Schwiegereltern gebaut, 2 Kinder...) dass wir uns gütlich getrennt haben, aber es trotzdem 3 (in Worten: drei) Jahre bis zur Scheidung gedauert hat. Allein die "Berechnung des Versorgungsausgleichs" hat fast 2 Jahre gedauert, war zT fehlerhaft etc, und dann folgte erst der Gerichtstermin......
 

Benutzer185770  (53)

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Nachtrag: und auf deine Frage: Klar kann man das alles noch stoppen, und zwar bis zur letzten Minute im Gerichtssaal (was aber weder schlau noch günstig wäre...
 

Benutzer186417  (44)

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Sich beraten lassen, Güter anschauen, was kam während der Ehe dazu an Errungenschaften, ist sicher sinnvoll.
Musst halt selbst auch für Dich überlegen - willst Du ihn ausnehmen wie eine Weihnachtsgans? Will er das mit Dir so machen? Oder könnt Ihr es gütlich regeln?

Die grössten Gewinner bei einer Scheidung sind die Rechtsanwälte, sie haben also durchaus ein Eigeninteresse an einem Kampf.

Eine (jahre)lange, umkämpfte Scheidung ist für viele Menschen eine grobe Zäsur, die richtig Spuren hinterlässt, auch im Gesicht etc sichtbare.
Für ein paar zehntausend Euro mehr oder weniger lohnt sich das schlicht nicht.
Meine erste Priorität wäre, es rasch durchzubekommen, und ich hoffe, er spielt fair.
 

Benutzer54465 

Meistens hier zu finden
Man hat zusammen einen Anwalt, man hat unterschrieben, sich einvernehmlich scheiden zu lassen, aus seltsamen rechtlichen Gründen vertritt dieser Anwalt offiziell aber nur eine Partei und nur deswegen sollen die Kosten an einem der Beiden hängen bleiben?
Kann ja sein, aber man kann halt vereinbaren was man möchte, das wollte ich nur anmerken.

Ich kenne sogar mehrere Fälle, wo einer mehr oder alles gezahlt hat.
 
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