Machen Beziehungen überhaupt noch Sinn heutzutage?

Benutzer128300 

Sorgt für Gesprächsstoff
Nabend Leute,

ich bin nun seit gut anderthalb Jahren Single und habe mit dem Single-Leben überhaupt gar keine Probleme. Mir geht es damit sogar richtig gut damit allerdings schwirrt schon seit ein paar Tagen diese eine Frage in meinen Kopf herum: "Würde eine Beziehung heutzutage denn noch Sinn machen?"

Wie komme ich zu dieser Frage? Ganz einfach: Ich sehe sehr oft in meinem Freundes und Bekanntenkreis wie es abläuft. Und zwar folgendermaßen: Neue Beziehung -> Sehr glücklich -> Glücklich -> Alltag -> Streitereien - > Fremdgehen oder direkt Schluss

Wieso ist das in unseren Generation so schlimm?! Ich meine, damals haben unsere Großeltern und Eltern es doch auch geschafft. Ganz nach dem Motto: "Wenn es etwas kaputt ist ( Beziehung ) versucht man es halt zu reparieren. Heutzutage ist es eher so: "Wenn es kaputt ist, dann kauf ich halt Ersatz ( neue Beziehung ).

Daher frage ich mich warum sich die Leute sowas verletzendes noch antun, denn am ende läuft es doch sowieso immer auf das selbe Hinaus - Nichts hält für die Ewigkeit.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin niemand der etwas gegen Beziehungen hat oder den Vergebenen ihr Glück nicht gönnt, im Gegenteil,. Das ist meine subjektive Meinung und möchte nicht das sich jetzt jemand dadurch angegriffen fühlt.

Wie steht ihr dazu? Das würde mich interessieren.

MfG Nes
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Ja, "früher" haben Beziehungen länger gehalten bzw man hat eher an ihnen festgehalten. Waren damit alle glücklich? Nein, ich denke nicht.

Heute sind - in unserem Kulturkreis - Beziehungen "optional". Vor allem für Frauen war es doch vor ein paar Jahrzehnten deutlich(!!) schwieriger, ein Leben auf die Beine zu stellen ohne Partner bzw Ehemann. Natürlich wurde sich da dann auch nicht so schnell getrennt. Eine Scheidung in den 50ern war eine ganz andere Hausnummer als 2015.
Nicht wenige Ehen waren da eher "Zweckgemeinschaft" als Liebesbeziehung.

Um 180° hat sich das natürlich nicht gewandelt, klar. Aber es gibt da deutlich weniger Zwang, eine unglückliche Beziehung auf Biegen und Brechen weiter zu führen.

Ich zumindest bin froh, dass ich eine Beziehung ohne grössere negative Konsequenzen beenden kann.

Meine Beziehungen führe ich auch nicht, weil sie einen bestimmten rationalen Zweck erfüllen, sondern weil sie mich glücklich machen. Sollte das nicht mehr der Fall sein, würde ich mich trennen.
 

Benutzer58449  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Wieso ist das in unseren Generation so schlimm?! Ich meine, damals haben unsere Großeltern und Eltern es doch auch geschafft. Ganz nach dem Motto: "Wenn es etwas kaputt ist ( Beziehung ) versucht man es halt zu reparieren. Heutzutage ist es eher so: "Wenn es kaputt ist, dann kauf ich halt Ersatz ( neue Beziehung ).

Ich sehe das anders.

Großeltern sind damals auch dann zusammengeblieben weil es einfach nicht salonfähig war sich scheiden zu lassen. Weil es Frauen ohne Männer verdammt schwer hatten und es einfach andere Zeiten waren.
Da blieb man zusammen, aber glücklich? In vielen Fällen nicht.

Warum sollte ich in einer Beziehung bleiben in der eindeutig was kaputt ist und sich das nicht reparieren lässt? Einfach nur um sagen zu können das ich ne Beziehung habe?

Heute steht es einem jedem frei zusammen zu kommen und sich wieder zu trennen ohne dafür schief angeschaut zu werden oder gar Nachteile zu erwarten die einem das Leben schwer machen.
Warum nicht davon Gebrauch machen?

Mittlerweile würde ich niemals mehr mit dem Gedanken an Ewigkeit an eine Beziehung rangehen. Ich würde es einfach genießen solange es passt. Wenn das passt bis ich 90 bin wäre das toll aber es wäre auch ok wenn das nur bis 29 wäre.
 

Benutzer144428  (28)

Verbringt hier viel Zeit
Ich weiß ja nicht wo du dich so rumtreibst, aber um mich herum habe ich lauter langlebige Paare die zum Großteil auch sehr glücklich zu sein scheinen.
Ich selbst sehe im Moment kein echtes Ende für meine Beziehung.
Und da sie mich glücklich macht, macht sie auch Sinn.

Die Einstellung Dinge zu vermeiden, weil sie am Ende wehtun könnten finde ich sowieso doof. Denn dann würde ich jeglichen Sport, Impfungen, scharfes Essen und jegliche soziale Interaktion ebenfalls meiden müssen.
 

Benutzer96776 

Beiträge füllen Bücher
Sehr sehr gute Frage, du sprichst mir aus der Seele!! :anbeten::anbeten:

Diese Entwicklung an sich finde ich schon sehr traurig und deprimierend.
Vor allem weil ich eine romantische Frau bin, die tief in ihrem Herzen doch noch an die wahre Liebe glaubt.
 

Benutzer141430  (36)

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für mich macht eine beziehung definitiv sinn.
ich vermisse aber auch die einstellung von früheren zeiten das man gemeinsam schwierige situationen bewältigt und an problemen arbeitet. heutzutage geht der trend immer mehr richtung "die beziehung hat nen knacks, ich such mir was neues".

ich finde das traurig und hoffe eine frau kennenzulernen die noch "die alten werte" einer beziehung schätzt und so veranlagt ist wie ich. die perfekte frau und damit die große liebe ... es muss sie geben verdammt nochmal :hmpf:

PS: achja ... übrigens brauche ich auch eine beziehung um glücklich zu sein da zu meinem lebensglück definitiv eine eigene familie mit kindern gehört.
 

Benutzer139069  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Ich finde das auch richtig schlimm und durfte das jetzt auch zwei mal miterleben, dass jemand einfach gegangen ist sobald es gekriselt hat, anstatt einfach mal daran zu arbeiten. Deswegen gehe ich auch nicht "leichtfertig" an eine Beziehung, sondern überlege mir vorher ganz genau, ob mir der Mensch es wert wäre, auch schlechte Zeiten zu durchleben. Denn das keine Beziehung durchweg optimal läuft ist ja schließlich klar. Da bin ich ehrlich gesagt lieber erstmal single und warte mehr oder weniger auf jemand gescheites.
Ich kenne allerdings auch das andere extrem: Viele fallen von einer Beziehung in die nächste, ohne sich überhaupt im klaren darüber zu sein, wer sie selbst sind. Da wäre ich lieber auf ewig single, als das so durchzumachen.
 

Benutzer120063 

Planet-Liebe Berühmtheit
Also ich kann diese Sicht nicht ohne Weiteres teilen. Ich kenne viele Beziehungen, die nicht außeinandergehen, sobald der Alltag einkehrt. Und diejenigen, bei denen das der Fall ist, wurden zum Teil auch gar nicht mit dem festen Glauben eingegangen, dass es für die Ewigkeit hält: Manche Menschen führen lieber Kurzzeit-Beziehungen als mehrere Jahre single zu sein. Wenn sie damit glücklicher sind, finde ich das auch ok. Es ist ja keiner verpflichtet, single zu sein bis man die eine große Liebe findet als den einzig richtigen Weg zu empfinden.

Allerdings sehe ich auch, dass viele Menschen (meiner Beobachtung nach überwiegend Männer, aber das mag an meiner nicht repräsentativen Beobachtungsgruppe liegen) nicht bereit sind, für eine Beziehung etwas an ihrem Leben zu ändern. Zum Teil auch wegen des Risikos, dass man sich wieder trennt, wird mit Beziehung zum Teil einfach alles "durchgezogen" wie vorher - nach dem Motto "Friss oder stirb" - der Partner passt sich entweder in dieses Leben ein oder kann eben wieder gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer54465 

Meistens hier zu finden
Während meines Studiums habe ich meine Beziehungen / Bekanntschaften auch eher häufiger gewechselt. Ich habe eben nicht viel mehr gesucht und war vielleicht gar nicht bereit etwas wirklich ernsthaftes einzugehen. Und ich kann auch heute nicht nachvollziehen, wie man sein Leben mit einer Person verbringen kann. Ich hab mich auch nicht von Anfang an hingestellt und gesagt: Aber heiraten will ich dich nicht. Das war eher unterbewusst.

Ich finde es auch gar nicht schlimm, wenn der eine seine Interessen nicht für den anderen ändern will. Habe darüber mal einen Artikel gelesen, den ich sehr zustimmen kann. In einer Beziehung sollte es keine Kompromisse geben. Ein Kompromiss, wie: heute bringst du den Müll runter, morgen ich, ist dabei ja nicht gemeint, sondern: Der eine will in die Berge wandern und der andere an die Ostsee baden. Kompromiss: Wir fahren an den Bergsee.

Kurzgesagt sehe ich das so: Wir leben in einer Welt der 1000 Möglichkeiten, aber bei einer Beziehung soll immer der Erste und Eine der Richtige sein, weil eben alles durch Kompromisse passend gemacht wird und weil es eben immer alles möglichst eng und intensiv sein soll. Wenn es einer von beiden aber eben nicht so eng und intensiv haben möchte, dann passt es eben nicht und das sollte man akzeptieren. Und dass man sowas eben nicht nach einer Woche heraus findet, ist doch völlig normal. Am Anfang nimmt man sich eben mehr Zeit füreinander, aber das muss ja dann nicht immer so sein.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Selbstverständlich gab und gibt es in meinem Umfeld auch immer wieder Beziehungen, die in die Brüche gehen.
Aber es gibt auch mindestens genau so viele Paare, die schon seit vielen Jahren zusammen sind, die heiraten wollen, die bereits geheiratet haben und die vereinzelt auch schon Nachwuchs bekommen haben.

Einerseits finde ich es schön, dass es so viele Paare in meinem Umfeld gibt, die zeigen, dass Liebe und Beziehungen nichts sind, was man so einfach mal wieder aufgibt... Aber gleichzeitig würde ich mich auch über ein wenig mehr Dynamik auf dem Partnermarkt freuen, da alle Frauen, die ich interessant finden könnte, längst vergeben sind.
 

Benutzer151857  (36)

Benutzer gesperrt
Mir ist meine beziehung sehr wichtig und ich investiere jeden Tag auch immer etwas dafür, das wir auch glücklich bleiben.

Ich glaube nicht das man damals unbedingt zusammen blieb, weil man musste, ich glaube, der einzelne Mensch ist sich heutzutage selber ZU wichtig und will keine Kompromisse mehr eingehen, Daher lebt man sich auseinander und dann ist eben schluss. Der nächste wird schon kommen.


Ich denke, eine Beziehung ist nicht nur glücklich sein und Friede Freude Eierkuchen, ich finde, eine Beziehung ist auch miteinander zu arbeiten. Und zusammen an einen Strang ziehen.

Menschen zu akzeptieren wie sie sind, Fehler zu verzeihen, einander zu vertrauen und ehrlich zu sein.

Wenn man bereit ist MIT dem anderen das Leben zu bestreiten, dann geht es, leider habe ich das Gefühl, dass bei einigen aus unserem Umfeld es anders ist. Der Partner wird irgendwie nur geduldet.

Aber jeder lebt weiter für sich und entweder der andere akzeptiert es, oder nicht – Menschen sind heutzutage wohl nicht mehr so bereit eben miteinander zu leben.

Und damit meine ich nicht, dass jeder auch seine eigenen Hobbys hat.


Beispiel – Person A geht immer Freitags einer gewissen Beschäftigung nach, die sie auch jeden anderen Tag ausüben könnte. Person B ist leider etwas eher eingespannt und würde gerne den Freitag mit Person A verbringen. Viele würden jetzt sagen, wenn Person A das so schon immer gemacht hat, soll es das so weiter machen.

Ich finde, in einer Beziehung gehören auch Kompromisse dazu und dann könnte man diese Beschäftigung eben auch auf einen Samstag oder Donnerstag verschieben.


Ebenso wie das streiten, oft habe ich das Gefühl, kaum ist man unterschiedlicher Meinung, wird sich getrennt.

Naja, wenn man es so sieht, brauch man keine Beziehung – aber wenn man es schafft den anderen als einen selbstdenkenden Menschen wahrzunehmen, streitet man auch weniger.

Mein Mann und ich haben Anfangs extrem viel gestritten, auch sehr böse – heute lachen wir darüber – weil wir gelernt haben, der andere MUSS nicht genauso denken.


Ich habe das Gefühl, heutzutage wollen viele nur noch die positiven Eigenschaften.

Nur das liebe frisch verliebte zusammen sein. Viel Sex – aber eben nicht die Kehrseite, wenn es den anderen mal schlecht geht – oder wenn man mal ne Zeitlang keinen Sex hat.


Ein lieber Freund von meinem Mann und mir sagt immer, er beneidet unsere Beziehung. Aber er ist ein Mensch, der soch immer gleich trennt, wenn kleine Problemchen auftun, mit der Begründung, dann passt man nicht zusammen.

Aber ich glaube, den absolut perfekten Partner findet man nicht. Sowas gibt es nicht. Es wird immer streit geben, es wird immer tiefen geben – aber, es wird auch immer ein Hoch geben.


Ich vergleiche eine Beziehung immer gerne mit Mountainbiking – nachdem man die anstrengende und kräftezehrende auffahrt geschafft hat, kommt die geile, alles übertreffende und einen glücklichen machende Abfahrt.
 
S

Benutzer

Gast
Ist es verwunderlich, wenn die Menschen immer weniger an sich selber arbeiten wollen, dass sie das noch weniger für Beziehungen tun?

Eine Beziehung macht immer dann Sinn, wenn ich den Wert solch einer Bindung für mich selber erkannt habe. Denn dann täuschen auch Schwierigkeiten nicht über den Wert der Bindung hinweg.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Doch, ich kenne die beschriebenen Beziehungen auch und ich kenne auch so einige Beziehungen im Umfeld, um die ich die Leute in der Beziehung nicht beneide bzw. nicht davon ausgehe, dass die zukunftsfest sind.

Ich bin der Meinung, dass viele Menschen nicht in der Lage sind, mit den eigenen Dämonen umzugehen, d.h. dass sie in jede neue Beziehung ihre Altlasten mit sich selbst und bisherigen Enttäuschungen reintragen und beim neuen Partner glauben, es müsse nun "alles ganz anders werden". Wird es aber nicht, weil die Leute noch die gleichen sind.

In meinen Augen führt das zu Beziehungen, die immer gleich sind, nur der Partner ist austauschbar. Das geht dann eben die akute Verliebtheitsphase gut, zieht sich noch ein bisschen weiter und am Ende trennen sie sich und suchen sich was Neues.

In meinem Alter ist das nun deshalb anders, weil sich da entscheidet, ob das nun der Partner für Familie und Kinder ist oder nicht - und einige Leute bleiben dann da, wo sie sind, weil sie Angst haben, keinen mehr zu finden. Das Ganze wird dann häufig auch so begründet: "Wir sind schon so lange zusammen, dann können wir auch heiraten!"

Ich persönlich bin mittlerweile der Meinung, dass eine Beziehung, die halten soll, eine sehr aufwändige Aufgabe ist, die so lange dauert, wie die Beziehung halten soll. Und das erfordert in gewisser Weise auch den täglichen Kampf mit sich selbst, damit man sich nicht daraus ausruht, jemanden gefunden zu haben, der "eh bei einem bleibt". Ich meine das nicht negativ, aber ich glaube, dass es darauf hinausläuft.

In meinem Umfeld sind so viele Leute, deren Chronologie gescheiterter Beziehungen oder deren Verhaften an bereits gescheiterten Beziehungen völlig stereotyp verläuft, sodass ich mich frage, wieso sie das nicht ändern oder nicht ändern können. Und diese Wegschmeißmentalität, z.T. auch hier im Forum verbreitet, finde ich auch extrem unschön. Es gibt da im Wesentlichen zwei Extreme: Eine Kleinigkeit, die einem nicht passt - puh, besser Trennung, denn damit kann ja keiner "für immer" leben. Zweites Extrem: Extreme Missstände, große Probleme - und man bleibt zusammen, weil man liebt sich doch! In beiden Fällen verkorkste Modelle und jedes auf seine Weise auch ähnlich - man möchte nicht dran arbeiten, man lässt es laufen oder beendet es, aber eine Änderung in den Strukturen, das wäre die Arbeit, auf die man keinen Bock hat. "Um jemanden kämpfen" möchte man dann, wenn die Beziehung schon vorbei ist, wenn man es schon verbockt hat - anstatt es dann zu machen, wenn die Beziehung noch läuft, aber dann ist es ja harte und unangenehme Arbeit, die auch was damit zu tun hat, dass man mal die eigenen Mechanismen hinterfragt.

Sicherlich, eine gescheiterte Beziehung muss man nicht zwanghaft fortführen. Aber nach einer gescheiterten Beziehung sollte eigentlich der Punkt kommen, wo man innehhält und sich fragt, woran es gelegen hat und wie man es ändern kann. Für mich war es ein Schlüsselereignis, dass mir nun der 3. oder 4. Mann in Folge den gleichen Vorwurf macht - denn der war so individuell, dass ich sicher sagen kann, dass er zutrifft. Ich habe mich auch ziemlich ertappt gefühlt. Ergo arbeite ich jetzt daran, anstatt meinem ursprünglichen Reflex nachzugehen, jede Auseinandersetzung gleich zu führen. Ist fiel Arbeit, funktioniert aber ab und zu schon ganz gut. :zwinker:
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ach ja, mein Bauchgefühl stimmt dir zu, meine rationale Beobachtung mit Einschränkungen... ich persönlich glaube nicht (mehr) daran, dass eine Beziehung halten kann, weil ich schon zu oft erlebt habe, wie wenig man sich auf andere als einen selbst verlassen kann. Sobald ein zweiter Mensch an etwas beteiligt ist, hat man nur noch Glück oder Pech, aber keinen wirklichen Einfluss mehr.

Ich kenne in meinem Umfeld die ein oder andere Beziehung, die auch über lange Jahre noch glücklich ist (und lang meine ich 10 Jahre plus) aber mehr als 80% aller Beziehungen in meinem Umfeld gehen nach 4 bis 6 Jahren auseinander aus dem "irgendwie ist es nicht mehr wie am Anfang" Grund. Immer muss alles größer besser schneller weiter sein. Ich glaub, die Erwartungen an Beziehungen haben sich auch geändert. Sie muss IMMER und ununterbrochen das Sahnehäubchen sein, Abstriche zu machen ist nicht mehr nötig, wieso auch, es gibt so viele neue spannende Möglichkeiten da draußen.
Was ich an Trennungsgründen und Abläufen sehe und höre, da schlackern mir die Ohren :frown:

Ich finde das höchst deprimierend - und wenn ich andauernd befürchten muss ausgetauscht zu werden, wenns langweilig wird, verzichte ich lieber ganz. Denn DAS es auch mal langweilig, schwierig und unangenehm wird, steht für mich außer Frage. Mir fällt öffnen und Vertrauen sowieso nicht leicht - unter der Prämisse, dass er es sich eh bei erster Gelegenheit wieder anders überlegt ist es praktisch unmöglich. Und eine Beziehung OHNE öffnen heißt Affäre und betrifft mich zu wenig um ernsthaft wichtig zu sein.
Und für etwas, das nicht wichtig ist und sowieso bald wieder vorbei, ändere ich auch mein Leben nicht.

Ich glaube nicht dran, dass es "in guten wie in schlechten Zeiten" wirklich noch gibt. Da bin ich in den letzten Jahren viel zu sehr desillusioniert worden.
Meine Mama meinte dazu: "das ist zu früh... ich musste 50 werden, um zu realisieren, wie es ist... die 20 Jahre mehr hätt ich dir auch gegönnt."

Somit, nein, rational Sinn macht es keinen - würde ich mich nochmal (in Gegenseitigkeit) verlieben, würde ich es vermutlich nochmal probieren. Aber ob je nochmal so beim ersten Mal, wage ich zu bezweifeln.
 

Benutzer85989 

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Was glückliche Partnerschaft angeht, sind meine Eltern die besten Vorbilder. Die sind nun seit über 25 Jahren verheiratet, haben Kinder bekommen, diese gemeinsam groß gezogen und langsam aber sicher, führen sie wieder ein ähnliches Leben wie vor den Kindern. Bei meinen Eltern kam wohl die schwierigste Zeit, als sie sehr hoch verschuldet waren und haben sich tagtäglich gestritten und für einen Moment habe ich mal gedacht, dass sie getrennte Wege gehen wollen. Aber meine Sorge war unbegründet gewesen, denn beide hatten nie den Gedanken gehabt, den anderen im Stich zu lassen und es war für beide selbstverständlich gewesen diese schwierige Zeit gemeinsam durchzustehen. Das haben sie auch getan und wurden belohnt, denn ich merke, dass die beiden ein viel mehr inniges Verhältnis zueinander haben, sehr viel lachen und auch mehr ohne die Kinder unternehmen (wir sind aber mittlerweile erwachsen).

Ansonsten kann ich nur innerhalb meines Freundes- und Bekanntenkreis beobachten, wie sich dort die Beziehungen halten. Im jugendlichen Alter hatte ich selbst nur kurze Beziehungen gehabt, die ich heute nicht mehr als Beziehung defnieren würde. Warum keine davon langfristig gehalten haben? Irgendwie sind wir nie über die Verliebtheitsphase gekommen, denn am Anfang ist man verknallt, aber das lässt dagegen schnell nach und trotzdem habe ich nie die Hoffnung aufgegeben, eine langfristige Beziehung anzustreben - bis heute nicht.
Ich bin fest davon überzeugt, dass eine (monogame) Partnerschaft klappen kann, wenn man die richtige Person findet, mit der man im Einklang ist. Da geht es nicht so sehr darum, dass man dieselben Interessen, Hobbies usw. hat. Es muss einfach stimmen und das kann ich gar nicht so genau definieren.
Ich habe viele Freunde, die sehr kurze Beziehungen geführt haben, aber auch viele, die in einer langjährigen Partnerschaft leben und die sind alle sehr unterschiedlich gestrickt.
Ich kenne ein Paar, die sehr jung zusammen gekommen sind und sie lieben sich, wirken nach Außen hin sehr glücklich und es macht wirklich den Anschein, dass sie eine "perfekte" Beziehung führen wie im Bilderbuch. Aber beide haben ein großes Problem (nämlich fehlender Sex und das schon seit langer Zeit) und beide leiden still vor sich hin. Natürlich haben sie immer wieder darüber geredet und beide wollen sich auch nicht verlassen, aber der Verdacht des Fremdgehens kam dann auf (ist aber auch nicht bewiesen) und sie leidet still vor sich hin, versucht aber die Fassade aufrecht zu halten.
Ich muss sehr oft an die beiden denken und ich würde mir eine solche Beziehung nicht antun, denn natürlich kann man an Problemen arbeiten und sie gemeinsam lösen, aber ich habe das Gefühl, dass ihr Problem so stark in ihre Partnerschaft verankert ist, dass diese Probleme nicht mehr lösbar sind, weil diese sich in dem Beziehungsalltag verfestigt hat.
Sie weint oft heimlich und macht sich ständig Gedanken, das kann auf Dauer einfach nicht mehr gut für die Psyche sein.

Ich finde, manche Beziehungen sollte man tatsächlich aufgeben bei bestimmten Problemen, die nicht mehr zu lösen sind.
 

Benutzer141430  (36)

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Ach ja, mein Bauchgefühl stimmt dir zu, meine rationale Beobachtung mit Einschränkungen... ich persönlich glaube nicht (mehr) daran, dass eine Beziehung halten kann, weil ich schon zu oft erlebt habe, wie wenig man sich auf andere als einen selbst verlassen kann. Sobald ein zweiter Mensch an etwas beteiligt ist, hat man nur noch Glück oder Pech, aber keinen wirklichen Einfluss mehr.

Ich kenne in meinem Umfeld die ein oder andere Beziehung, die auch über lange Jahre noch glücklich ist (und lang meine ich 10 Jahre plus) aber mehr als 80% aller Beziehungen in meinem Umfeld gehen nach 4 bis 6 Jahren auseinander aus dem "irgendwie ist es nicht mehr wie am Anfang" Grund. Immer muss alles größer besser schneller weiter sein. Ich glaub, die Erwartungen an Beziehungen haben sich auch geändert. Sie muss IMMER und ununterbrochen das Sahnehäubchen sein, Abstriche zu machen ist nicht mehr nötig, wieso auch, es gibt so viele neue spannende Möglichkeiten da draußen.
Was ich an Trennungsgründen und Abläufen sehe und höre, da schlackern mir die Ohren :frown:

Ich finde das höchst deprimierend - und wenn ich andauernd befürchten muss ausgetauscht zu werden, wenns langweilig wird, verzichte ich lieber ganz. Denn DAS es auch mal langweilig, schwierig und unangenehm wird, steht für mich außer Frage. Mir fällt öffnen und Vertrauen sowieso nicht leicht - unter der Prämisse, dass er es sich eh bei erster Gelegenheit wieder anders überlegt ist es praktisch unmöglich. Und eine Beziehung OHNE öffnen heißt Affäre und betrifft mich zu wenig um ernsthaft wichtig zu sein.
Und für etwas, das nicht wichtig ist und sowieso bald wieder vorbei, ändere ich auch mein Leben nicht.

Ich glaube nicht dran, dass es "in guten wie in schlechten Zeiten" wirklich noch gibt. Da bin ich in den letzten Jahren viel zu sehr desillusioniert worden.
Meine Mama meinte dazu: "das ist zu früh... ich musste 50 werden, um zu realisieren, wie es ist... die 20 Jahre mehr hätt ich dir auch gegönnt."

Somit, nein, rational Sinn macht es keinen - würde ich mich nochmal (in Gegenseitigkeit) verlieben, würde ich es vermutlich nochmal probieren. Aber ob je nochmal so beim ersten Mal, wage ich zu bezweifeln.
völlig richtig.
ich rede viel über die ehe und meistens mit menschen eine oder zwei generationen über uns.
von allen höre ich die gleiche meinung "die jugendlichen heutzutage wollen beziehungen in denen es auch nach jahren noch so aufregend und kribbelnd wie in den ersten tagen ist. wenn sie das gefühl nicht mehr haben trennen sie sich und suchen einen neuen partner wo es wieder kribbelt. so wird das nie was".

ich will, kann und darf aber nicht daran glauben, dass es "in guten wie in schlechten Zeiten" nicht mehr gibt.
wenn ich das zulassen würde, würde meine kleine persönliche welt zusammenbrechen und ich hätte keine ziele mehr im leben. :depri:
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
ich finde beziehungen sinnlos, an denen nicht gearbeitet wird. es mag ausnahmen geben, aber grundsätzlich bin ich der meinung dass ein partnerschaftliches zusammenleben immer auch konflikte bietet sofern man miteinander lebt und nicht nur nebeneinander. wenn dann nicht beide bereit sind sich diesen konflikten zu stellen, daran zu arbeiten... tja, dann bringt das alles nichts, dann ist trennung tatsächlich das einzige was sinn macht.

ich hatte auch schon einen partner bei dem die grundaussage lautete "solange es spaß macht, mich nicht einschränkt und eine reine bereicherung meines lebens ist, gerne - aber sollte es anstrengend werden, mich einschränken, nerven kosten, nicht gut laufen... dann lassen wir es besser". ich hab das damals nicht ernst genommen weil ich mir garnicht vorstellen konnte dass er das wirklich so meint - er hat von liebe gesprochen, da arbeitet man doch auch daran? - naja, ich hätte es besser ernst nehmen sollen und sofort meine konsequenzen ziehen: er meinte es genau so wie er es gesagt hatte. war für mich die frustrierendste beziehungserfahrung überhaupt - ich hab lange gebraucht bis ich eingesehen habe dass er wirklich keinerlei interesse daran hatte an der beziehung zu arbeiten.

im gegensatz dazu habe ich jetzt einen partner mit dem ich schon so viel durch hab... da hätten wohl 95% aller menschen längst die reissleine gezogen. wir haben uns jahrelang zusammengerauft bis dann tatsächlich mal eine gute beziehung daraus wurde - warum? war uns beiden wichtig genug. dafür habe ich jetzt die gewissheit dass diese beziehung nicht wegen nem streit, ner meinungsverschiedenheit oder irgendwelchen problemen mal eben in die brüche geht... und diese form von beziehung ists auch wert. mir jedenfalls. und... ich liebe unseren alltag. das leben ist schon stressig genug, das brauche ich nicht auch noch in der beziehung.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
völlig richtig.
ich rede viel über die ehe und meistens mit menschen eine oder zwei generationen über uns.
von allen höre ich die gleiche meinung "die jugendlichen heutzutage wollen beziehungen in denen es auch nach jahren noch so aufregend und kribbelnd wie in den ersten tagen ist. wenn sie das gefühl nicht mehr haben trennen sie sich und suchen einen neuen partner wo es wieder kribbelt. so wird das nie was".

Off-Topic:
Ist in meinen Gesprächen genau das selbe. Nein, es macht nicht immer Spaß, ja manchmal würde man am liebsten alles hinschmeißen - und nein man ist nicht 30 Jahre ununterbrochen verliebt. aber man hatte dazumal eben noch die Werte, dass das mit dem hinschmeißen nicht so leicht geht wie heutzutage.
Der Anspruch, dass man immer glücklich sein muss und zu nichts verpflichtet ist in einer Partnerschaft ist einfach ... Zeitgeist, nehme ich an.
Ich glaube ich wäre gerne mit ... 60 oder so mit meinem besten Freund zusammen. Biochemie vergeht, aber Freundschaft, Respekt und aufeinander verlassen können sollte Bestand haben.
Dazu bin ich allerdings in der falschen Zeit geboren.

Zum Glück baut meine Lebensvorstellung nicht in dem Sinne auf dem Familienmodell. Sonst wäre ich wohl ziemlich traurig.
 

Benutzer141430  (36)

Benutzer gesperrt
Off-Topic:
Off-Topic:
Ich glaube ich wäre gerne mit ... 60 oder so mit meinem besten Freund zusammen. Biochemie vergeht, aber Freundschaft, Respekt und aufeinander verlassen können sollte Bestand haben.
Dazu bin ich allerdings in der falschen Zeit geboren.
es spielt keine rollte in welcher zeit man beboren wurde, nur die einstellung dazu zählt.
ich bin auch in der falschen zeit geboren aber ich lebe, was das angeht, lieber nach alten werten.

Off-Topic:
Zum Glück baut meine Lebensvorstellung nicht in dem Sinne auf dem Familienmodell. Sonst wäre ich wohl ziemlich traurig.
:depri:
 
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