Müssen sich Singlefrauen ab einem gewissen Alter tatsächlich immer wieder rechtfertigen?

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Habe gerade auf ZON einen Artikel über Single-Frauen (insb. Ü40) gelesen. Tenor: Single-Frauen müssen sich besonders (mehr als Männer?) rechtfertigen, wenn sie keinen Partner an ihrer Seite haben. Da gibts ja wohl inzwischen schon einen Twitter-Hashtag: #singleshaming.
Single : Eine Frau ohne Mann ist wie ein Mann ohne Penis

Eine bekannte Ü40-Single-Frau ist ja Ilse Aigner, stellv. Ministerpräsidentin von Bayern und bayerische Wirtschaftsministerin.
Die sagte wohl jüngst in einem Spiegelinterview:

"Offenbar ist eine alleinstehende Frau für viele immer noch das Schlimmste, ein vollkommen inakzeptabler Zustand", hat die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner im April dem Spiegel gesagt: "Man kann geschieden sein, zum vierten Mal verheiratet, man kann schwul, lesbisch, irgendwas sein, aber alleinstehend, das geht nicht."

Stimmt das denn? Ist es bei alleinstehenden Frauen schlimmer als bei alleinstehenden Männern?

Ein bekannter alleinstehender Mann ist ja Kanzleramtsminister und Merkel-Rechte-Hand Peter Altmaier. Der hat wohl sogar schon mal mitgeteilt, dass er trotz seines Alters noch nie eine Beziehung hatte.

Gibt es einen Unterschied in der öffentlichen Wahrnehmung zwischen Ilse Aigner und Peter Altmaier?
 

Benutzer109947 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Geschlechter-Unterschiede gibt, bzgl. wie oft man sich für sein Single-Dasein rechtfertigen muss. Wenn ich mich so in meinem Freundeskreis umsehe / umhöre und auch meine eigenen Erfahrungen mit reinbringe, dann habe ich aber tatsächlich das Gefühl, dass mann (und auch Frau) sich nur mit zunehmendem Alter häufiger für das Single-Leben rechtfertigen muss... unabhängig vom Geschlecht

Die von dir erwähnte Ilse Aigner ist vielleicht auch ein ungünstiges Beispiel, da sie einerseits als (nicht ganz unbedeutende) Politikerin ein Person der öffentlichen Lebens ist und es dadurch vielleicht mehr auffällt. Und andererseits kommt sie aus dem tiefschwarzen, erzkonservativen Bayern wo für eine Frau... <Ironie-Modus>... gefälligst nur die drei Ks zu zählen haben (Kinder erziehen, Kirche und Kochen für den Mann :zwinker: ).
 

Benutzer121182  (35)

Meistens hier zu finden
Würde da jetzt eine 30 stehen, würde ich sagen Ja! Aber ab 40 hat sich die Umgebung glaube ich dran gewöhnt, dass das nix mehr wird. :tongue:
Eher müssen sich dann Frauen, die dann noch an Familienplanung (Kinder) denken, rechtfertigen.

Absolut!! Und ich würde sogar noch eins drauf setzen und sagen, dass das als Singel-Mama sogar noch schlimmer sein kann.
Nicht nur das rechtfertigen müssen, sondern vor allem dieses bemitleidet werden hängt einem ganz bald zum Hals raus. Und am allerbesten ist dann noch der super aufmunternde Satz: "Das schaffst du schon alleine mit Kind, du bist doch eine starke Frau!" Wirklich? Nein, ich? Natürlich schaffe ich das! Was hab ich denn sonst für eine Wahl? :nope:
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Nicht jeder Unsinn mit Hashtag und nicht jedes virtuelle Auskotzen über "die böse Gesellschaft" hat was mit der Realität zu tun.
 
M

Benutzer

Gast
Off-Topic:

"Das schaffst du schon alleine mit Kind, du bist doch eine starke Frau!" Wirklich? Nein, ich? Natürlich schaffe ich das! Was hab ich denn sonst für eine Wahl? :nope:
Oh, da möchte ich mich zitieren
Noch schlimmer finde ich ja so etwas wie: "Wir schaffen das schon!" Leute, wirklich, ist ja lieb gemeint und ich erkenne ja an, dass ihr an mich denkt, wenn ich mir die Weisheitszähne rauspopeln lasse, aber ehrlich, ich sitze da GANZ ALLEINE!
aus diesem Thread

Sprichwörter, Zitate und "Lebensweisheiten", die euch nerven.

Nein, "wir" schaffen da gar nix und ich schaffe es auch nicht gut, aber was soll ich denn machen?
 

Benutzer163878  (27)

Benutzer gesperrt
Naja, das hängt mehr vom Umfeld ab als vom Geschlecht. Dass Frau Aigner als CSU-Politikerin (!), der Partei in der fast alle ein traditionelles Familienbild pflegen, sich öfter rechtfertigen muss, verwundert nicht.

Als Typ mit gerade einmal 23 werde ich aber auch recht häufig von meinen Eltern und Verwandten gefragt, ob es nicht nette Frauen gäbe, da wo ich studiere. Hatte auch mal geantwortet, dass ich froh bin einen netten Freund zu haben - woraufhin meine Eltern ganz bestürzt schauten, weil sie dachten, ich meinte einen festen Freund und sei schwul... Meine Eltern sind halt eben noch vom alten Schlag. Und so ist das bei Frau Aigner sicherlich auch.
 

Benutzer153493 

Meistens hier zu finden
Nun auch wenn dieser Druck nicht unbedingt von mir ausgeht, denke ich schon das mein Freundeskreis mehr und mehr nicht so angenehm für Singles ist.

Ich habe mir in den letzten 5 Jahren einen Freundeskreis aufgebaut, in dem es einen Kern gibt den man 2-3 mal die Woche trifft und auch größere Sachen die dann 1 mal im Monat stattfinden. Der Kern besteht eigentlich aus meinen männlichen Freunden und deren Freundinnen. Kurzum wir haben in den Anfang unserer 20er eine echt großartige Zeit gehabt.

Viel mist gebaut, Frauen an gegraben wos nur ging, Party, Urlaub und alles was ein Singleleben so ausmacht. In dieser Zeit hat jeder mal eine Beziehung gehabt und manche haben ihren Partner seither behalten. Jetzt wo wir Anfang 30 sind hat eigentlich jeder sich Sesshaft gemacht. Einer ist jetzt aber seit einigen Monaten Single da es mit seiner Freundin nicht mehr geklappt hat. Sie ist nun aus dem Freundeskreis und wir machen ihn deswegen nicht fertig, finden es auch nicht schlimm aber irgendwie fänden wir es besser wenn er wieder eine Freundin hätte. Es wäre in dem Sinne für uns als Gruppe besser, nichtmal unbedingt für Ihn.

Während wir nun Heiraten und Kinderplanung in Angriff nehmen uns zum Brunch treffen oder gemeinsam Kochen und einen DVD Abend machen, ist er nun wieder auf Action aus. 90er Party im So und so, Wollen wir übers We nicht mal wieder irgendwo hinfahren - sowas halt. Wir sind alle unter der Haube und Singleaktivitäten zerren an den Kräften die wir für was anderes brauchen^^

Ich könnte mir einfach vorstellen, wenn wir Anfang 40 sind ist das Thema komplett vom Tisch.
 

Benutzer155869  (26)

Öfters im Forum
Ja, ich denke es stimmt. Ein Mann geht in vielen Fällen irgendwie noch als "Einsamer Wolf", "Ewiger Junggeselle" oder "Einzelgänger" durch, wenn er das gut anstellt. Eine Frau "kriegt keinen ab", ist eine "alte Schreckschachtel" oder halt hässlich.

Hängt wohl auch viel damit zusammen, dass von Männern erwartet wird, den ersten Schritt zu machen. Ein alleinstehender Mann verzichtet demzufolge in den Augen der Gesellschaft darauf, er sucht es sich also selber aus, sofern er allgemein das Bild vermittelt, mit seiner Einzelgängerei zufrieden zu sein. Und bei einer Frau - so wohl die Wahrnehmung - scheint eben keiner den ersten Schritt zu machen, also kann sie ja im Prinzip nur "übrig geblieben" sein.

Hinweis: Es geht in dem Thema um die öffentliche Wahrnehmung, wie ich sie vermute, nicht um meine.
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
H Exchange H Exchange

In der medialen Wahrnehmung sind es doch eher die hoffungslosen und freakigen Männer, die nach Frauen im In- und osteuropäischen oder asiatischen Ausland suchen.
 

Benutzer155869  (26)

Öfters im Forum
M MrShelby
Ja, das ist richtig. Die vermitteln aber auch nicht das Bild, mit ihrer Einzelgängerei zufrieden zu sein, so wie zB Peter Altmaier. Sie gelten eben als notgeile Freaks, die alles nehmen würden, das als weiblich gilt.

Anderes Beispiel:
George Clooney galt ja auch lange Zeit als "Ewiger Junggeselle" - weil er halt kein Bock auf nur eine Frau hatte. Bei Kerlen kommt es halt immer noch ein bisschen drauf an, was sie draus machen. Ggf. wird er dadurch öffentlich sogar gerade deshalb positiv wahrgenommen.
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Promis eignen sich für mich da eher nicht. Man weiß ja nichtmal, wieviel des über PR lancierten Privatlebens mit dem tatsächlichen übereinstimmte.
 

Benutzer155869  (26)

Öfters im Forum
Ok, wie du willst. Dann schau in deine Umgebung. Kennst du keinen, der als Playboy gilt? Keinen "der sein eigener Chef ist"? Keiner, der "sein Ding macht"?

Bestimmt kennste da wen, oder? Und gelten sie bei euch als Thailand-Dauerurlauber?
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich glaube, über 40 ist das unproblematischer als zwischen 30 und 40. Wenn man da zum Beispiel wieder Single wird, kommen so Sätze wie:

- "Wie kannst du deine Beziehung beenden? Du wirst ja auch nicht jünger!"
- "Hast du keine Angst davor, jetzt allein zu bleiben?"
- "Jetzt musst du dich aber ranhalten, wenn du noch eine Familie gründen willst."

:ratlos:

Und das mit 31, dazu ist mir dann auch nichts mehr eingefallen.

Schlimmer wurde es erst, als ich im Januar, motiviert durch eine über Tinder fluchende Freundin, so langsam wieder ins Dating eingestiegen bin. Ich habe von Vornherein kommuniziert, dass ich aktuell nicht auf der Suche nach etwas Festem bin. Ich wollte zwanglose Bekanntschaften und einfach schauen, was der Markt so bietet. Oder wie sich das eben so entwickelt. Hat aber kein Typ gerafft. Hat mich irre gemacht.

Da hieß es bisweilen:

- "Aber sicher willst du eine Beziehung. Wir alle wollen doch eine Beziehung, einen Partner." (Äh, nein?!)
- "Das sagst du nur, weil du den Richtigen bisher nicht gefunden hast."

Äh. Okay. Ja, das war sehr aufschlussreich.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Natürlich gibt es nicht "die böse Gesellschaft". Aber es gibt ein gesellschaftliches Phänomen: Es scheint vielen Menschen nicht egal zu sein, wie die Sexualität des Anderen aussieht.

Das kenne ich auch aus meinem Freundeskreis:

1. Beispiel: Männlich, Mitte 30, Single, noch keine Beziehung. Es gab mal den Tratsch, er sei eventuell asexuell, im Großen und Ganzen wird er aber in Ruhe gelassen. Er sei eben durch und durch Single und glücklich so. Singlesein sei ja eh viel bequemer für ihn. Es gab noch nie einen Versuch, ihn mit einer Unbekannten zu verkuppeln, man lässt ihn einfach mal machen.

Ich kenne ihn besser und weiß, dass er zur Zeit unglücklich verliebt ist... genervt wird er aber von niemandem.

Er thematisiert es allerdings auch sehr selten und wenn, dann nur unter vier Augen, dass er gar nicht so gerne alleine ist.

2. Beispiel: Weiblich, Ende 30, Single, noch keine Beziehung. Ständig wird sie entweder subtil darauf angesprochen ("Haben sie das Wetter mit ihrem Freund genossen?") oder auch ganz direkt: "Wie kann eine so liebenswerte und hübsche Frau wie du nur alleine sein?", aber auf jeden Fall immer bemitleidet. Die Arme, die keinen abkriegt. Ihre Schwester schleppt ständig Typen an, um sie zu verkuppeln, ihre Freundinnen in der Uni haben immer wieder Partys arrangiert um ihr dann dort zu erzählen, man hätte den perfekten Mann für sie gefunden - bis sich herausstellte, dass sich dieser ach so perfekte Mann gerade in die Freundin verliebt hatte und kein Interesse an der vermeintlich so traurigen Singledame hat. Und ja, es ist mindestens einmal die Woche Thema - manchmal ruft sie mich an und heult sich aus, warum alle sie immer wieder damit belagern.

Sie thematisiert es häufiger (wobei oft andere das Thema aufbringen) und steht auch dazu, dass sie gerne etwas an dieser Situation ändern würde, wenn nur mal ein passender Mann da wäre.

Beide haben ein etwa ähnliches Umfeld - es macht also zumindest meiner Erfahrung nach einen riesigen Unterschied, ob man Mann oder Frau ist.

Übrigens auch, wenn es um Umzüge geht. Ihm wird anstandslos geholfen, bei ihr (selbstverständlich) auch, aber immer mit dem Zusatz: Du Arme, hättest du mal einen Freund, der könnte hier mit seinen Kumpels ruck zuck alles in die neue Wohnung bringen. :rolleyes:
 

Benutzer160853  (34)

Meistens hier zu finden
Wenn Politiker über Privates sprechen, hat das Gründe. Ich würde daraus kein gesamtgesellschaftliches Problem ableiten wollen.
Ich habe in meinem Umfeld vermutlich fast alle Lebensmodelle in Sachen Beziehung stelle eher fest, dass sie zur Kenntnis genommen werden, aber nie normativ bewertet.

Mir reicht es nicht aus, dass es dafür einen englischen Ausdruck mit Hashtag gibt, um etwas für relevant zu halten.
Außerdem geht mir dieses Spiel des armen Opfers in der bösen und kalten Gesellschaft gehörig auf den Geist
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Gibt es einen Unterschied in der öffentlichen Wahrnehmung zwischen Ilse Aigner und Peter Altmaier?
Mir ist der Beziehungsstatus von Politikern genau so egal, wie deren restliches Privatleben, sofern sie nicht gerade auf politischer Ebene Wasser predigen und privat Wein trinken, oder sie irgendwelche strafrechtlich relevanten Dinge tun.

Ansonsten verspüre ich als Dauersingle Ü30 keinen sonderlich großen Druck, mich irgendwie zu rechtfertigen und weiß auch nicht, in wiefern ein solcher Druck für Frauen bestehen sollte.
Das entscheidende ist für mich persönlich der Druck, den ich mir selbst mache, weil ich einfach weiß, dass die Uhr tickt, die Zeit unglaublich schnell vergeht und ich als kinderloser Single niemals ein glückliches Leben führen kann. Dagegen ist jeder möglicherweise irgendwie exitierende gesellschaftliche Druck völlig irrelevant.
 

Benutzer150774 

Verbringt hier viel Zeit
Gibt es einen Unterschied in der öffentlichen Wahrnehmung zwischen Ilse Aigner und Peter Altmaier?

Also ich finde Frau Aigner attraktiver als Herrn Altmeier!

Spaß beiseite! Ich denke auch, dass Prominente bei dieser Frage einer ganz anderen Wahrnehmung ausgesetzt sind. Dass Ü40-Frauen generell mit diesem Vorurteil zu kämpfen haben, habe ich bisher noch nicht bewusst wahrgenommen. Kann das auch nicht nachvollziehen.
 

Benutzer163878  (27)

Benutzer gesperrt
Also um noch einmal was zu Herrn Altmaier zu schreiben: Gerade er ist ein Beispiel dafür, dass sehr wohl und viel auch bei Männern gemunkelt wird, die noch im fortgeschrittenen Alter unverheiratet sind!

Warum sonst hatte die taz. einen langen Artikel bezüglich seiner vermutlichen sexuellen Orientierung rausgebracht? Viele Zeitungen haben das aufgegriffen.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren