Möglichkeiten zur psychischen Selbsterhaltung?

Benutzer150163  (25)

Ist noch neu hier
Guten Abend an alle,

einige haben vielleicht meine zuvor geschriebene Frage vor einiger Zeit gelesen.
Kurz und knapp: Darin ging es darum dass ich das erste mal verliebt war.
Um den merkwürdigen Titel von diesem zu erklären komm ich auch gleich zum Punkt, ein langer Punkt.
Wer sich tatsächlich die Mühe gibt alles durchzulesen verdient meinen Dank.

Ich habe einige Probleme.

1.) Meine erste Liebe verlief folgendermaßen:
Nach dem ich den Artikel geschrieben hab spitzte sich alles in den folgenden zwei Wochen zu,
nach einer Party bei einem Freund erfuhr von ihr dann schließlich dass sie in einen anderen verliebt ist. Die Art und Weise des Gesprächs sowie der Inhalt haben mir relativ deutlich klar gemacht dass ich bei ihr keine Chance habe. Nie hatte. Ich war der gute Freund.
Die folgende Zeit war ich zwar unglaublich deprimiert, aber machte mir nichts daraus. Ein weiter Hormoncocktail den mein Gehirn aus irgendwelchen Chemikalien im Körper zusammengebraut hat. Der Liebeskummer sollte vorbeigehen.

2.) Übergehend dazu entstand ein neues Problem:
Massive Probleme in der Uni. Ich wurde immer schlechter, vernachlässigte die Uni immer mehr. Meine Freunde waren in dieser Zeit meine einzige Anlaufstelle.
Auch das sollte, so war es geplant, nur etwas vorübergehendes sein. Als Folge meiner Hormonschwankungen, bedingt durch den Liebeskummer, so dachte ich.

3.) Ein Freund ist in dieser Zeit gestorben. Kein guter Freund, allerdings war er in unserem Freundeskreis drin, wodurch in der folgenden Zeit der Freundeskreis stark deprimiert war und zu zerreißen drohte. Meine Anlaufstelle war nun weg. Mein Gehirn war fleißig damit beschäftigt, irgendwelche unnötigen Emotionen zu produzieren. In dieser Zeit verstärkte ich mein rationales Denken, ich konnte es mir nicht leisten mein Leben den Bach runtergehen zu lassen. Gefühle wurden langsam ausgeblendet.

4.) Mein Vater ist gestorben. Er hatte ein glückliches und erfülltes Leben. Tod durch Altersschwäche. Nichtsdestotrotz zeigte es eine unglaublich starke Wirkung, nicht nur auf mich sondern auch auf meine Familie. Meiner Mutter geht es seitdem sehr schlecht. Details in diesem Aspekt lass ich aus Respekt aus.

5.) Allgemeiner Hass auf die Welt. In letzter Zeit bemerkte ich immer öfters eine misanthropische Einstellung in meinem Innersten. Ich fange an die Welt zu hassen. Die Menschen. Gierige, hinterhältige Kreaturen. In ihrem erbärmlichen Selbsterhaltungstrieb. Und ich bin einer von ihnen. Ich lebe in dieser Welt voller Hass, Tod, Krieg, Gier. Dort verhungern kleine Kinder, da frisst sich ein Fettsack voll. Überall Vorurteile. Alles Dreck. Und doch Gleichgültigkeit. Es ist mir egal. Schlichtweg egal. Bin ich der Unmensch?

Naja, das sind so meine aktuellen Probleme. Ich hoffe zwar immer noch darauf dass mein Gehirn irgendwann aufhört so verrückt Chemiecocktails zu mischen. Und bislang konnte ich dem Druck der Emotionen durch verstärkt rationales Denken standhalten. Eine Mauer, die jetzt zu brechen droht. Kann man es verdrängen nennen? Im Moment lasse ich keine Emotionen zu. Kein Weinen. Keine Zeit.

Nun meine eigentliche Frage, wie auch im Titel erwähnt:
Welche Möglichkeiten zur Selbsterhaltung gibt es denn da? Ich habe das Gefühl, dass sobald ich Gefühle zulasse, der Zusammenbruch nicht weit entfernt ist. Denn ein Einblick hatte ich schon. Ein kurzen. Auf dem Bett bei geeigneter Musik. Und was mich in diesem Moment überkommen hat, hat mir gezeigt was passieren könnte.
Soll ich möglicherweise Gefühle zulassen? Auf dieses Risiko hin? Oder beruhigt sich mein Körper mit der Zeit von selber?

Nur um es klarzustellen, an Suizid denke ich gar nicht erst. So weit werde ich es nicht kommen lassen. Ich habe noch mein Leben vor mir, muss es nur schaffen diese stressige Passage zu überwinden. Diese ewige Passage.
 

Benutzer58449  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Gefühle zulassen, dich tagelang ausheulen und endlich realisieren das Gefühle ihren Sinn haben.

Und eventuell über professionelle Hilfe nachdenken.
 

Benutzer13901  (46)

Grillkünstler
Schlicht und ergreifend wenn du so weiter machst gehst du auf gut deutsch erst recht vor die Hunde geh mal zur psychologischen Beratungsstelle an deiner Unni vieleiht können die dir weiterhelfen
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich schließe mich meinen vorpostern an und rate dir ebenfalls,dir professionelle hilfe zu holen.erste anlaufstelle kann da wie gesagt die psychologische beratung an deiner uni sein;und zwecks einer therapie sprichst du mit deinem hausarzt,der diese dann beantragt.
bitte geh das alles an,es ist viel passiert,was du wohl (noch) nicht verarbeitet hast.und wenn man da alleine nicht weiterkommt,benötigt man eben einen spezialisten.wenn man körperlich krank ist,geht man eben auch zum arzt-bei der seele darf es auch nicht anders sein,auch die benötigt nun mal in solchen phasen eine behandlung.
alles gute!
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich schließe mich meinen Vorpostern an. Da ist schlicht einiges passiert, das verdammt hart und schwer zu verarbeiten ist. Und Dein Weg damit umzugehen - der zu versuchen, Dich von Deinen Gefühlen abzuschotten - funktioniert nicht. Da staut sich nur immer mehr auf. Das ist nicht gesund. So wird es immer schlimmer. Du brauchst ein "gesundes" Ventil für Deinen Schmerz. Du musst Dich mal ausheulen, vielleicht mal die Wut rausschreien, Dich mal abreagieren - z.B. per Sport - und vor allem: Mit jemandem darüber reden.

Von daher kann ich Dir eigentlich auch nur raten, z.b. mal die psychologische Beratungsstelle Deiner Uni zu besuchen oder anderweitig nach therapeutischer Hilfe zu suchen. Die Hemmschwelle das zu tun ist zwar groß - aber es ist es mehr als wert, die zu überwinden. Und man muss sich sicher nicht schämen, wenn man sich in so einer Situation Hilfe sucht. Im Gegenteil, es ist das Beste und Vernünftigste, was Du tun kannst. Du musst da nicht alleine durch.
 
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