leidiges Thema...

Benutzer32537  (32)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo ihr Lieben,

nach langer Zeit melde ich mich mal wieder zu Wort.

Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht genau, worauf ich mit diesem Beitrag hoffe, wirklich weiterhelfen kann mir denke ich niemand aber ich muss es einfach mal von der Seele schreiben (und ein bisschen jammern *gg*) und vielleicht hilft es mir dabei selbst wieder klar zu sehen.

Zuersteinmal beschreibe ich ein wenig die "Rahmenbedingen" unter denen ich groß geworden bin:
Meine Eltern lieben sich nicht, ich habe als Kind und auch jetzt NIE miterlebt wie sie zärtlich zueinander waren (kann mich an keinen Kuss, keine Umarmung erinnern...).
Mein Vater selbst ist ein sehr gefühlskalter Mensch (außer bei Wutausbrüchen), was aber verständlich ist, da meine Oma große Berührungsängste hatte (Kriegstrauma) und er mehr oder weniger von einer Nachbarin großgezogen wurde. Also auch mir gegenüber keine Zärtlichkeiten...
Auch im Näheren Umfeld gibt es kein Paar/Ehepaar das glücklich ist. Viele lassen (so wie meine Mutter) aus finanziellen Gründen aber nicht scheiden - ist eben ne andere Generation.
Von daher habe ich schon eine Grundabneigung gegenüber der Ehe.

Dazu kommt, dass ich von meiner ersten großen Liebe über 3 Jahre verarscht worden bin. D.h. wir hatten Sex und am nächsten Morgen war er weg. Allerdings hat er mit immer wieder widersprüchliche Signale gegeben, dass eventuell doch eine Beziehung draus werden könnte, weshalb ich das Spielchen so lange mitgespielt habe.
Ich will deswegen gar nicht lange rumjammern, ich war selbst schuld, hatte keine Selbstachtung... aber ich war eben verliebt.

Ich hatte insgesamt grade mal 2 "längere" Beziehungen, aus denen ich aber spätestens nach einem Jahr regelrecht geflohen bin.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es die Angst vor etwas "festem" war oder ob es einfach nicht die richtigen Männer waren.

Ich bin nun seit über einem jahr wieder Single. Habe zwar einen Mann kennen gelernt wurde aber nach 2 Wochen wieder verlassen (War ehrlich gesagt nur ein Stich für's Ego, nicht für's Herz...)

Ich habe einfach wahnsinnige Probleme mich auf jemanden einzulassen bzw. jemanden zu treffen der mir auch nur Ansatzweise zuspricht (extreeeem hohe Ansprüche...) und wenn dann mal ein lieber Kerl dabei ist, bin ich ganz schnell weg (Vorwände weshalb gibt es einen Haufen...) Ich weiß einfach nicht, ob es eine Art Schutzreaktion von mir selber ist, um nicht in irgendeine Art der Abhängigkeit zu geraten oder in irgendwas eingebunden zu werden.
Andererseits stelle ich diesen Kerl der mich so lange ausgenutzt hat auf ein Podest... suche jemanden mit dessen Ausstrahlung dessen Art. Jedoch kommt niemand an ihn ran, OBWOHL ICH WEIß ER IST EIN *****, Außerdem beschätigt mich (nach mittlerweilen fast 5 jahren) immer noch die Frage, ob er mich tatsächlich nur fürs Bett wollte oder ob eventuell doch Gefühle im Spiel waren.

Mir wird es ja teilweise schon zu viel, wenn Freunde mich die ganze Zeit fordern.. da klinke ich mich dann einfach aus, brauche Zeit für mich... wie soll ich das jemanden klar machen?

Mhm ich danke euch für's lesen und evetuell hat ja jemand einen Tip für mich, wie ich herausfinden kann wie ich ticke :zwinker:
 
S

Benutzer

Gast
Moin,

ich weiß jetzt auch nicht so recht, ob du eine direkte Frage gestellt hast...

Du weißt selbst, dass du vertrauen musst - dich fallen lassen - um wirklich eine Beziehung zu erleben. Deine Eltern haben dir aber vorgelebt, dass sie sich nicht lieben, - zumindest aus deiner gefühlten Warte aus...

Du scheinst dir fest vorgenommen zu haben, nicht "so zu enden" - gefangen in einer Ehe und nur noch zusammen aus finanziellen Gründen...

Scheinbar flüchtest du nun jedes mal, sobald sich etwas Festeres anbahnt... Dein Blick ist scheinbar auch dauernd in die Vergangenheit gerichtet, und du fragst dich dies - oder jenes...

Die Antworten darauf kennst du auch - sobald du dich fallen lässt und eine Beziehung eingehst, wirst du verletzbar sein - musst du vertrauen. Das willst du aber - zumindest im Moment - nicht...

Du machst - lebst - also im Moment genau das, was du eigentlich auch willst. Trotzdem quält dich scheinbar die Frage: Was wäre wenn...

Welche Antworten erwartest du dir hier? Was wäre wenn? Naja - sobald du dich auf eine Beziehung einlässt, kann das gut gehen - oder schief... So ist das scheinbar im Leben... Und sobald du das merkst, dass es schief geht, kannst du daran arbeiten, - oder aufgeben und dich trennen...

Eigentlich müsstest du dir ja nur vornehmen, dass du dich nicht nur wegen finanzieller Gesichtspunkte in einer Beziehung gefangen halten lässt... Du vermeidest aber schon die Beziehung an sich...

Wenn du an deinen Vater denkst - entsprechen seine Wesenszüge etwas Positivem - oder eher etwas Negativen in dir?

Was möchtest du denn eigentlich?

Grüße vom Seeker
 

Benutzer32537  (32)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo Seeker, vielen Dank für's antworten...
Was ich will? genau das weiß ich nicht... ich will jemanden der für mich da ist, jemanden für den ich da sein kann.. aber auf der anderen Seite will ich frei sein (nicht nur in finanzieller Hinsicht) ich mag es nicht eingeengt zu werden, wenn Forderungen gestellt werden. Je "enger" eine Beziehung wird, desto mehr will ich weg und gerade die Männer, an die nicht herankomme reizen mich....

Tja... wirklich weiter kommen wir damit auch nicht, mhm? :zwinker:
Die Frage wäre also: Wie kann ich herausfinden WAS ich will...?
 
G

Benutzer

Gast
..
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer10855 

Team-Alumni
Die Frage wäre also: Wie kann ich herausfinden WAS ich will...?

Exakt DAS ist die Frage, deren Klärung dich mal weiter bringen würde. Beantworten kann ich sie dir natürlich nicht, aber ich kann dir vielleicht ein paar Denkanstöße geben. Das hat allerdings rein spekulativen Charakter. Ich kann in dem, was ich sage, völlig daneben liegen. Zudem solltest du dir weder von mir noch von anderen einreden lassen, was bei dir Phase ist - denn da fängt das Problem an... :zwinker:

Du vermutest ja selbst, dass deine "Fehlfunktion" aufgrund deiner schlechten Erfahrungen mit dem Thema aufgrund der Sache mit deinen Eltern und deiner 3 Jahre währenden Abhängigkeit auftritt. Und ich würde sagen: da liegst du richtig.

Im wesentlichen hast du doch eine ganze Menge Bilder im Kopf davon, wie eine Beziehung NICHT sein soll: Deine Eltern sind ein Negativbeispiel und wie es mit deiner großen Liebe lief, wohl auch. Vielleicht setzt du diesen Dingen Wünsche entgegen, wie das ganze aussehen sollte, damit du glücklich bist, also positive Anforderungen. Deswegen sagst du von dir selbst, dass du extreeeeem hohe Ansprüche hast (ein Problem, was ich persönlich auch habe).

Das Ding ist nun, dass dich diese positiven wie negativen Wunschvorstellungen blockieren, denn du "verkopfst" dadurch. Jede Wette, wenn du jemanden kennenlernst, checkst du erst einmal rigoros irgendwelche imaginären Listen in deinen Kopf ab, anstatt auf dein Gefühl zu hören. Du dringst überhaupt nicht zu den Menschen vor, sondern bleibst auf Distanz. Dein Kopf spuckt dir in die Suppe und lässt dein Gefühl nicht ran. Das ist dein erstes Problem und deswegen lernst du schlecht Menschen kennen, lässt dich wenig auf sie ein und strebst nach "unerreichbaren" Kerlen, die du überidealisiert.

Dein zweites Problem: Wenn es ein Kerl doch mal geschafft hat, deinen Test zu bestehen, sich dein Gefühl gegen den Kopf durchsetzen konnte oder was auch immer, hälst du es nicht lange aus. An der Stelle bist du dann zu wenig "verkopft", sondern überemotional. Du vergällst es dir selbst, indem du deine Ängste nicht entkräftest und die hast du, denn 3 Jahre Abhängigkeit und eine gestörte Kindheit bei (womöglich) gestörten Eltern (Pardon, wenn ich wen beleidige...) hinterlassen Spuren. Und das vermutest du schon selbst, du schreibst nämlich etwas von Schutzmechanismen und genau das sind auch Schutzmechanismen!

Die Angst soll dich davor bewahren, wieder auf so einen Arsch reinzufallen oder anderweitig verletzt zu werden. Das ist an und für sich sinnvoll, denn nur wenn man sich vor den schlechten Kerlen schützt kann man ja eine gute Beziehung anfangen. Nur hast du deine Mauern zu hoch gezogen. Ähnlich wie das Immunsystem auf ein eigentlich völlig harmloses Stück Staub sämtliche Waffen feuert, bist du "allergisch" gegen Bindungen. Du hast Bindungsangst und/oder Verlustangst, die sich bei dir immer weiter hochsteigert, bis es keine Angst mehr, sondern Panik bist. Und dann schmeisst du vermutlich in einer emotionalen Kurzschlußreaktion hin.

Du bist also genau da zu rational, wo du zu emotional bist und zu emotional, wo du rational(er) sein solltest.

Das jetzt wieder neu zu kalibrieren ist aber eine Lebensaufgabe... :zwinker:

Ich würde damit anfangen, erst einmal die Verkopfung loszuwerden und deinem Gefühl mehr Raum zu geben. Mir erscheint das zumindest einfacher. Wie du allerdings deine Bindungsangst los wirst, kann ich dir nicht genau sagen. Theoretisch funktioniert das wie mit allen Ängsten: man muss sich ihnen stellen... :zwinker:

Aber was da bei dir am besten funktioniert, musst du schon selbst herausfinden. Auch, wenn ich vielleicht danebenliege bringt dich die Spekulation womöglich auf eine Idee. Wünsch dir alles Gute!
 

Benutzer32537  (32)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo Fuchs! Wow ich glaube du hast so ziemlich ins schwarze getroffen. Bis auf die Tatsache, dass diese Beziehungen irgendwie ohne Gefühl waren (eher auf freundschaftlicher Symptathiebasis, wie Chaos es auch erlebt hat). Auch sexuell fand ich die Männer ehrlich gesagt nicht besonders anziehend... Ich glaube das war eher ein Versuch nicht ganz allein zu sein, bzw. Nähe aufbauen zu wollen aber ohne verletzt werden zu können...
 
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