Leidenschaft uncool?

Benutzer20345 

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Die Soziologin Eva Illouz stellt in ihem Buch "Warum Liebe weh tut" ein völlig neues Bezieungsmodell vor. In ihrem Augen sind heutige Liebesbeziehungen hauptsächlich von Wille und Freiheit sowie sexueller Leistung bestimmt, zunehmend fehlen die sozialen Verbindlichkeiten.
Stattdessen plädiert die Soziologin:

Es ist nicht uncool, die eigenen Werte und Grundsätze auch auf die Liebe anzuwenden. Schon bei Platon steht, wie jemand liebt, sei Ausdruck der Größe seines Charakters. Mein zweites Gebot wäre, dass Leidenschaft cool ist - nicht Distanziertheit. Bedürftigkeit gehört zu einer Liebesbeziehung dazu. Drittens ginge es darum, ein anderes Modell von Männlichkeit in den Vordergrund zu schieben.

SPIEGEL ONLINE: An was für ein Modell von Männlichkeit denken Sie da?

Illouz: Eines, bei dem Abhängigkeit, Verletzbarkeit und Leidenschaft zu einem "echten" Mann dazugehören. Eines, in dem wir das Verhältnis von Autonomie und Fürsorge neu formulieren.


weiterlesen - spiegel.de
 

Benutzer111376  (39)

Sorgt für Gesprächsstoff
Wer sagt denn sowas? Habe ich noch nie gehört. Stay true to yourself, gilt auch hier...
 
M

Benutzer

Gast
Leidenschaft ist das schönste......
Wenn man sich völlig öffnen und hingeben kann!
Ganz bei der Sache ist, egal was man tut.
Mit freude!
Ich erwarte von meinem Partner eine ordentliche Portion Leidenschaft und Hingabe denn nur dann kann ich das schöne Gefühl auch erwiedern.
Mein Freund hat das alles und ich find es toll vor allem weil er trotz seiner verletzlichen Seite ein ganzer Kerl ist!
Und was für einer :smile:
Er zeigt und sagt mir das er mich braucht und ich brauch ihn und seine Nähe genauso.


Wer sagt denn sowas? Habe ich noch nie gehört. Stay true to yourself, gilt auch hier...

Hast du lieber einen Leidenschaftslosen Macho an deiner Seite?
 

Benutzer111357 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ohne eine konkrete Definition von Leidenschaft, ist ihre Aussage wertlos. Leidenschaft kann Wunder vollbringen, aber auch Kriege auslösen. Auf die Liebe angewendet ist sie sowohl Freund, als auch Feind. Wer sie nicht beherrscht, tut gut daran, sich nicht auf sie einzulassen. Wer es aber schafft, sich die positiven Seiten der Leidenschaft sich zunutze zu machen, der sollte sie der Liebe spenden. Die heutige Zeit ist deshalb so leidenschaftslos, weil es nichts mehr zu erobern gibt. Es ist alles da und noch dazu im Überfluss.
 

Benutzer94422 

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Es steckt schon einiges drin, was ich befürworte und auch einiges, was wissenschaftlich richtig ist.

Zum Beispiel, dass wenn Männer den "Kaffee servieren, Haushalt machen und Kinder erziehen" sie sich eine monogame Beziehung mit einer Frau wünschen, die "Länder und Unternehmen regiert". Das ist durchaus richtig, aber selbst das Spiegelbild davon, was wir kennen gelernt haben, ist mittlerweile obsolet. Dafür SIND viel zu viele Frauen im Beruf selbstständig, als dass sie noch einen Mann als Ernährer benötigten.

Allerdings bin ich schon mit der Aussage d'accord, und zwar was sie mit der Kindererziehung anspricht. Wenn eine Frau eins haben will, sollte sie es nicht abhängig machen davon, ob sie einen bestimmten Mann liebt. Zumal, wenn sie ihn nicht mehr "liebt", evtl. sogar verheiratet sind und ein weiteres Kind da ist, die ganze Situation ziemlich hässlich ist und sich andauernd ankackende Eltern für Kinder unter Garantie nicht förderlich sind.

Ich denke, wenn Eltern nicht mehr von "meinen" Kindern spricht, sondern die Gesellschaft von "unseren" Kindern, sind wir ein großes Stück weiter. Dies erfordert jedoch ein Umdecken bei allen Beteiligten. Einmal, dass jeder Erwachsene für irgendein Kind verantwortlich ist und dass die Erzeuger des Kindes die absolute Erziehungsgewalt "abgeben".

Zum Beispiel: Ich darf/muss einer Mutter mit Kinderwagen helfen, diesen inkl. Kind die Treppe von der U-Bahn zur Straße hochzutragen, weil ich ein "junger, starker" Mann bin. Ich darf aber nicht im Beisein der Mutter dem Kind sagen, es soll gefälligst die Schuhe von der Sitzbank nehmen, dort wollen schließlich andere sitzen. Unterstütze ich in Situation 1 die Mutter nicht, bin ich ein egoistisches Arsch (mMn auch zu Recht). Ermahne ich das Kind, kackt mich die Mutter an, dass es nicht mein Kind sei und es mir nicht zustehe, es zu ermahnen (wobei die Mutter GAR nichts unternimmt und dem Kind auf diese Weise zeigt, das dessen Verhalten richtig ist).

Ich habe bis heute nicht aufgehört, hilfsbedürftigen Personen dabei zu helfen, irgendwas in die Bahn/in den Bus zu hieven. Sei es ein Kinderwagen, ein Rollator, ein schwerer Koffer. Aber ich habe aufgehört, Kinder/Jugendliche zu ermahnen. Kinder, die im Beisein der Eltern Mist bauen oder Schuhe auf die Sitzbank legen, werden meist von den Eltern noch "verteidigt". Erstens habe ich auf diese sinnlose Diskussion keine Lust und zweitens fühlt sich das ohnehin schon bestärkte Kind NOCHMAL bestärkt, dass die Eltern es in ihrem Tun verteidigen. Man kann auch von anderen Beispielen reden, wie z. B. das Wegwerfen von Müll in die Landschaft/Straße, Rempeleien/Rüpeleien auf der Straße usw. usf. Ist vielleicht nicht der richtige Weg, den ich gehe, aber der bequemste (ok ok, ich weiß, darin liegt bereits die Kontroverse, in genau diesem Satz).

Also, wenn die gute Frau Illouz mit Leidenschaft meint, mehr Verantwortung auf gesellschaftlicher Ebene zu übernehmen und die verkrusteten Familienstrukturen aufzubrechen, bin ich dafür. Wenn es aber nur darum geht, dass Männer mehr Blumen nach Hause tragen soll, finde ich es eher langweilig...
 
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