Lebenskrise? Einsamkeit? Passt beides.

Benutzer124657  (22)

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Warum vergleichst du dich mit einer großen Anzahl von menschen, die du kaum kennst?
Ich kann dir versichern, mir wäre lieber, ich täte es nicht.

Daher hoffe ich, dass du dort gut behandelt wirst und vielleicht dieses Problem zunächst angehst.
Ja, wir sind gerade dabei. Ich hoffe sehr, dass es funktioniert. Aber ich wüsste nicht, wer mir da besser helfen können sollte.

Mir hilft es, wenn ich mit einer groben Agenda in die Auseinandersetzung gehe. Dazu kommt auch, dass ich irgendwann "Start-Tage" zum Lernen für Klausuren hatte.
Ja, das klingt vernünftig. Ich muss mir da mal noch eine vernünftige Umsetzung überlegen. Im Prinzip könnte für mich eine Liste mit aktuell wichtigen Themen gut funktionieren, die ich dann abarbeite, aber so wie es dann vom Zeitraum am sinnvollsten passt, nicht stur der Reihenfolge nach. Ich suche mir da mal eine Lösung.
Und die festgelegten Starttage sind ein guter Tipp, das werde ich bei mir einführen! Und dann im Voraus in den Kalender schreiben. Wenn ich mir nämlich einfach nur sage, ich fange so und so viele Tage vorher an, wird es meist doch wieder ein paar Tage später :seenoevil:

Whats-App Gruppen sind gut für Informelles, aber du brauchst mehr echtes Leben im Studiengang. Das muss erstmal kein Freund sein, aber zumindest jemanden, mit dem du dich über die Untiefe des Moduls austauschen kannst. Dann wirst du wohlmöglich feststellen, dass du nicht alleine bist mit den Sorgen, Nöten und Problemen.
Naja, eine kleine Peergruppe habe ich schon, mit denen unterhalte ich mich ab und an auch mal über etwas privates. Aber wenn ich mir da dann die Probleme meine Laborpartnerin von letztem Semester anschaue, hatten die mit den meinen überhaupt nichts zu tun. Eher so ziemlich das Gegenteil :seenoevil:.

Mein Vater würde dir sagen, dass du über den Bart von Kaiser Wilhelm sprichst, aber nicht mal weißt, ob er einen hat.
Der Spruch gefällt mir :grin:.

Schichte ab: Semester zwei heißt, dass du wohl die vertieften Grundlagen bewältigst und langsam in die Strukturen und Inhalte eintauchst.
Das ist deine Aufgabe, alles andere kannst du gerne später machen.
Ja, da gebe ich die zum großen Teil Recht, allerdings funktioniert es für mich einfach nicht, nur zu machen ohne mir dabei zumindest zu überlegen, ob das der Weg ist, den ich tatsächlich gehen möchte :seenoevil:.

Du solltest dich über Hobbies definieren, Freunde, den Musikgeschmack, Lieblingsserien, Sport, Einstellungen oder Vereinsmitgliedschaften.
Irgendwie kommt es mir so vor als hättest du nichts der gleichen.
Eigentlich habe ich sehr viel davon. Nur fühlt es sich gerade an als raubte mir die Uni (bzw. genaugenommen das ganze Theater was damit zusammenhängt) die Energie für all das.
Und da kommt auch wieder die Vergangenheit mit rein ... du hast womöglich sogar Recht damit, dass ich mich an der Uni hauptsächlich durch die Uni selbst definiere. Weil ich da eben das was mich ausmacht vornehmlich verstecke, um nicht aufzufallen. Z.B. dass ich zwei Bücher geschrieben habe und etliche (teils veröffentlichte) Gedichte. Oder dass ich ein Labor zuhause habe. Etc. pp. Die Erfahrung hat mich leider gelehrt, dass ich sehr genau überlegen muss, wem ich so etwas erzähle. Und dann ist es oft einfacher, es einfach niemanden zu erzählen.
Mensa und (mittlerweile) auch PL sind für mich die einzigen Umgebungen (abseits der Familie), in denen ich mit solchen Dingen völlig offen sein kann. Im Schul-/Uni-/Arbeitsalltag funktioniert das für mich leider nicht.
 

Benutzer168361 

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"wenn es nicht richtig geht, mach ich das gar nicht"
Das sollte eigentlich so heißen:
"Wenn es nicht richtig geht, oder nur mit einem unverhältnismäßig hohen Einsatz, dann mache ich das so, dass ich damit gerade so über die Runden komme." :zwinker:

Zusammenhänge in allem zu suchen, Systeme zu finden, so funktioniert mein Gehirn und deshalb suche ich da ganz automatisch überall danach. Ich brauche erstmal einen Überblick über das große Ganze, bevor ich an konkreten Feinheiten drehen kann. Ich betrachte immer alles in deinem größeren Kontext. Wenn dann allerdings so viel auf einmal kommt, wie es zuletzt der Fall war und ja auch jetzt noch ist, ist auch mein Hirn irgendwann mal an seiner Kapazitätsgrenze angelangt und dreht sich auf der oberen Ebene im Kreise. Sozusagen ein self induced overflow error.
Zusammenhänge und Systeme finden war für mich essentiell beim Lernen und Vestehen des Stoffs. Allerdings war meine Herangehensweise eine andere.
Ich habe mich immer auf die kleinen Zusammenhänge konzentriert, die gerade in der Vorlesung oder im Seminar erklärt wurde. Und mit der Zeit entstanden in meinem Kopf aus den kleinen die großen Zusammenhänge. Ich hatte einfach das Vertrauen, dass alles irgendwann schon einen Sinn ergeben wird, und wenn doch nicht, dann ist das eben so.
Bei dir scheint das genau andersrum zu sein. Aber wie willst du denn die großen Sachen begreifen, wenn du die Details nicht kennst?

Ich habe in meinen Notizen immer diese kleinen Zusammenhänge aufgeschrieben. Beim Lernen genügte ein Blick drauf, und ich hatte den ganzen Gedankengang wieder im Ohr, so wie ich ihn in der Vorlesung gehört habe. Du hast früher geschrieben, dass du dich in vielen Vorlesungen nicht richtig konzentrieren konntest, weil du den Hintergrund und den Sinn des Ganzen hinterfragt hast. Das funktioniert aber nur so, oder du schnappst dir die Literatur und versuchst es damit.
 
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Benutzer132552 

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Warum ich das anders sehe? Weil Du schon wieder Ausreden suchst und null Punch an den Tag legst. Dich Samstags mal zwei Stunden hinsetzen und das "Struktur" nennen, das ist doch wohl nicht Dein Ernst?

Uni von 8 bis 18 Uhr, das glaube ich Dir nicht. Ja, Du wirst an einigen? allen? Tagen Labor haben und auch Vorlesungen, aber das sind keine 10 Stunden am Stück. Never. Da kannst Du sicher mal zwei Stunden Lernphase reinschieben. Sei es zu Hause, sei es in der Bibliothek. "Meine Motivation ist dann nicht mehr sonderlich groß" - das reicht nicht. Die Kunst ist es, dann etwas zu tun, wenn die Motivation gerade nicht sonderlich groß ist, nicht, dann etwas zu tun, wenn Du gerade eh vor Energie sprühst. EIN Ziel des universitären Studiums und einer eventuellen späteren Promotion ist es, Dich zu einem selbstständig arbeitenden Wissenschaftler zu erziehen. Und zur Wissenschaft gehören insbesondere auch Niederlagen, zähes Ringen, Suchen nach Lösungen, ganz viel sogenannte Frustrationstoleranz. Das ist nicht der Jugendliche, der im blitzsauberen Kittel auf dem Chemiekasten abgebildet ist und versonnen grinsend in den Erlenmeyerkolben mit der gelben Flüssigkeit guckt, das ist der Doktorand, der drei verdammte Jahre versucht, sein Zielmolekül zu synthetisieren und jeden Tag nur schwarzen Schlamm aus dem Kolben kratzt. Und am nächsten Tag trotzdem wieder seine Glasgeräte, die er auch noch schrubben muss, zusammenbaut und neue Pülverchen reinschmeißt, den Kram 20 Stunden kochen lässt und dann wieder schwarzen Schlamm rauskratzt. Bis es eines Tages einen kleinen Schritt in der Synthesekette vorwärts geht. Und nach dem kleinen Schritt der ganze Mist wieder von vorn losgeht. Das ist im 21. Jahrhundert der Arbeitsgruppenleiter, der Drittmittelanträge schreibt, um seine Forschung weiterführen zu können. Der dafür Ergebnisse braucht, die jenseits des schwarzen Schlamms seiner Doktoranden stehen und ein angenommenes Paper in einem Journal mit hohem Impact Factor. Wissenschaft ist Kärrnerarbeit, darüber musst Du Dir im Klaren sein. Und das durchzuhalten, auch dazu soll Dich Dein Studium erziehen.

Ich bin sicher, wenn Du einen Zehnstundentag an der Uni hast, dann abends noch etwas für das Labor am nächsten Tag tust und darüber hinaus keine Zeit findest, Dich zwei Stunden an den Schreibtisch zu setzten, dann setzt Du falsche Prioritäten. Wir sehen ja, welche Romane Du hier allein schreibst. Ist das Deine einzige Online-Zeit, oder was treibst Du noch so im Internet?

Zur Frage "reicht es, sich in die Vorlesung zu setzen, alles mitzuschreiben und dann nochmal durchzulesen": dies kann niemand pauschal beurteilen. Das hängt ganz von Intelligenz, Auffassungsgabe, Gabe, sich etwas kurzfristig ins Kurzzeitgedächtnis zu prügeln... ab. Pauschal sage ich aber: nein, für das Chemiestudium reicht das nicht. Da gibt es / kommen Fächer, in denen Du dumpf auswendig lernen musst. Organische Chemie (Dein Steckenpferd): 50 "Namensreaktionen". Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich jemand durch irgendwann mal in der Vorlesung mitschreiben und dann nochmal durchlesen merken kann. Bei uns (Du siehst mein Alter, das ist ein paar Tage her) wurden die dann in der Klausur stumpf abgefragt, und wenn irgendwo ein Elektronenpaar eine falsche Bindung einging - Zack, null Punkte. Da sind in der ersten Runde 80 % durch die Seminarklausur gefallen (davon gab's praktikumsbegleitend im Dritten vier Stück), in der zweiten Runde wurde eine Woche dumpf auswendig gelernt (das gute, alte Karteikartensystem war die Methode der Wahl), und erst dann trennte sich die Spreu vom Weizen. Im weiteren Semester noch dreimal je eine Woche stumpf auswendig lernen, geschafft. Um Dich mal in Deiner grundsätzlichen Skepsis zu bestätigen: der ganze Kram war zumindest oberflächlich nach vier Wochen wieder vergessen, und im späteren Beruf bracht das kein Mensch mehr... Aber das Schema war und ist in fast jedem naturwissenschaftlichen und technischen Studium so, und das Grundgefühl, die Intuition, wo die Elektronenpaare sich so hinbinden, das ist danach auch lebenslang vorhanden.

Ich weiß, es sagt sich einfach: Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, das ist die Kunst. Du musst nicht in jede Vorlesung. Wenn es Vorlesungen gibt, die Dich anöden, die kein Wissen vermitteln, bei denen Du nach fünf Minuten gegen den Schlaf kämpfst: besorg Dir das Skript (sollte es heute doch alles online geben?) und hau Dir das Wissen rein. Da hast Du die eineinhalb Stunden viel besser genutzt, als im Hörsaal gegen den Schlaf zu kämpfen. Besorg Dir alte Klausuren, acker die so lange durch, bis Du sie im Schlaf kannst, dann klappt's schon. Vorlesungen finde ich persönlich fast das Unwichtigste in Deinem Studiengang. Zu den letzten zwei, drei des Semesters sollte man vielleicht hingehen, da gibt es schonmal wertvolle Tipps, was in der Klausur abgefragt werden wird. Ganz effektive Menschen kennen jemanden, der hingeht. Wenn es Übungen und Tutorien gibt, die sind viel wichtiger.

Wenn Du Dein Studium schaffen willst, versuche mal über folgende Denkansätze zu reflektieren:

- Vorlesungen stehen in der "Wichtigkeitsskala" hinter Praktika, Tutorien und Übungen an letzter Stelle.
- Du lernst für die Klausur, nicht für's Leben, erst recht nicht für Dein "daily business" im späteren Beruf.
- Beherzige das Schlagwort "Vernetzung" schon heute. Die Schwarmintelligenz der Studentenschaft ist nicht zu unterschätzen. Disukssionen "was und wie lernt Ihr gerade, was habt Ihr über die anstehende Klausur gehört..." sind sehr wertvoll.
- Bestehen hat, gerade in den ersten Semestern, Priorität, ob es eine 1,0 oder eine 2,3 oder auch mal eine 3,0 wird ist nachrangig.
- Hol Dir den Spaß an Deinem Studium aus den Praktika, nicht aus den Vorlesungen.
- Gearde wenn es um das unvermeidliche, dumpfe Auswendiglernen geht: just do it. Frag nicht "warum", frag "bis wann".
- Wenn Du das alles nicht kannst oder willst, such Dir was anderes. Aber nicht Pharmazie, nicht Medizin, nicht Elektrotechnik, nicht Maschinenbau.
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Mein Vater würde dir sagen, dass du über den Bart von Kaiser Wilhelm sprichst, aber nicht mal weißt, ob er einen hat.

Dein Vater ist ein weiser Mann :smile:
 
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Benutzer67523 

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Super Beitrag, H Horst K. !
Bin sehr Deiner Meinung, was die Hochschule anbetrifft, und ich denke auch, dass hier ein paar gute Fragen mit sehr viel Jammerei und Mangel an psychischer Härte vermischt werden.

Noch zum Thema: intelligente Leute gibt es überall. An der Uni natürlich mit höherer Dichte als sonst wo.
Um Erfolg zu haben, muss man ihn wirklich, wirklich wollen und hart dafür kämpfen - und braucht auch etwas Glück dazu.
 

Benutzer132552 

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Danke! Gerade das mit dem Glück soll man tatsächlich nicht unterschätzen. Zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein und dann auch noch zugreifen. Aber auch da gibt es Menschen, die das Momentum förmlich anziehen und andere, die genau dann weglaufen, wenn es glücklich zuzugreifen gilt.
 

Benutzer160853  (34)

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Später wird auch keiner nach deiner Motivation fragen, ob du Samstag den Montag früh vorbereiten musst. Hier kannst du im Studium sehr viel über das Leben lernen, lass dich drauf ein.
Studieren ist stressig, keine Frage, aber es dein Job. Mit richtiger Zeitplanung, guter und taktischer Erstellung des Stundenplans, bleibt die Freizeit.
Vielleicht nicht drei Wochen am Stück aber der eine oder andere Nachmittag/Abend dürfte drin sein.
Du musst im Studium zahllose Dinge machen, die bei der Abgabe völlig wertlos sind und auch außerhalb der Käseglocke keinen Menschen interessieren.
Da musst du durch, das wird dich nächste Woche kein Mensch mehr fragen oder wissen wollen, aber du brauchst das BE in der Datenerfassung. Das sollte als Anreiz genügen.
Jetzt kann man zu denen gehören, die alles tot hinterfragen, Abschluss und Hochschulreform anstreben und das gesamte System abwickeln wollen, oder man lässt sich sechs Semester durchprüfen und sagt dann nett Adieu:
Das Zweite ist der bessere Weg, weil der Student, der zwei Sprechstunden im Semester besucht und sonst in Reihe acht sitzt, eher durchschwimmt als der vermeintliche Störenfried. Du kannst dir mit deiner Art eine Menge erschweren, ganz ohne Willen.
Zur Noten und Prüfungen solltest du auch einen anderen Umgang haben: Am Ende kommt sowieso alles in den großen Suppentopf. Ich habe sehr oft mit taktischen Krankmeldungen gearbeitet und auch eine Klausur absichtlich nicht bestanden, weil ich mich ohnehin nicht verbessern konnte.
Nicht hingehen ist zwar ein harter, aber dann auch wieder logischer Schritt.

Die Studierfähigkeit ist mehr als das Bewältigen von Stoff. Du musst dir Strukturen aufbauen, selbstständig gewichten und dies eventuell bis zur Promotion. Hier musst du dir die Frage stellen, ob du das aushalten kannst.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Den Gedanken hatte ich tatsächlich schon ein paarmal :smile:. Hab es bisher aus Zeitgründen aber nicht in Angriff genommen. (Nur VBA für MS Access habe ich mir mal etwas beigebracht, als ich es gebraucht habe.) Welche Programmiersprache würdest du denn für den Anfang empfehlen?

Sinnvoll ist es natürlich, eine zu nehmen, die in dem Bereich, der einen interessiert, auch gut angewendet werden kann bzw. üblich ist. Ansonsten ist für den Anfang wohl sowas wie Python nie verkehrt. Ich bin aber kein Experte. Hier gibt's dafür sicher noch bessere Ansprechpartner als mich.

Tja, ich bin gerade wirklich ratlos. Soll ich weiter Chemie studieren (wo ich mir noch immer nicht so wirklich sicher bin wie gut ich es tatsächlich finde und was nur durch die Umstände geprägt ist) oder doch Pharmazie? Oder etwas anderes? Oder, oder, oder ...
Vielleicht würde mir eine Auszeit tatsächlich helfen, herauszufinden was ich wirklich will. Ich weiß es nicht.
Ich glaube da muss ich noch etwas drüber nachdenken :seenoevil:.

Ich finde, wenn man gerade so sehr unter dem Studium leidet und Traumata aus der Kindheit, an denen man gerade arbeitet, einen daran hindern, dass man das harte Studium meistern (und auch genießen) kann, dann tut man sich einfach echt keinen Gefallen. Ja, manche Studien sind schwierig, aufwändig und benötigen viel Paukerei, etc. Man muss einen gewissen Drive haben, um das durchzuziehen. Das geht dann, wenn man erstens weiß, wieso man sich das antun will, zweitens stressfähig ist und drittens sein Leben unter Kontrolle hat. Alle drei Dinge scheinen mir bei dir gerade nicht so recht der Fall zu sein. Das ist auch nichts, wofür man sich schämen muss. Das heißt weder, dass man es zu nichts bringt, noch, dass man das Studium prinzipiell nicht schaffen würde. Nur dann vllt zu einem anderen Zeitpunkt.

Auch gibt es natürlich unterschiedliche Studientypen und das Studiumserlebnis kann sehr stark davon abhängen, was für einen Typ von Studium man wählt (und was für ein Typ man selbst ist). Wenn du so ein Auswendiglern- und im Labor-Steh-Studium gerade nicht schaffst, such dir vielleicht lieber ein anderes. Klar ist jedes Studium anspruchsvoll auf seine Art, aber nicht jedes ist derart zeitaufwändig, stressig, etc. Ich persönlich würde mich bei so einem Studium wohl auch überfordert fühlen und klar kann man Arschbacken zusammenkneifen und es durchziehen, aber ich hätte darauf halt am Ende keinen Bock gehabt/es wäre es mir nicht Wert gewesen. (U.a.) Deswegen habe ich mich auch trotz Interesse gegen Studien wie Medizin oder Jura entschieden. Andere Gründe gegen diese Studien waren der Arbeitsalltag bzw. die Arbeitsbedingungen in den Berufen, die man danach ausüben kann. Das ist mir am Ende echt wichtiger gewesen als das Grundinteresse. Ich kann mich für viele Fachgebiete begeistern. Am Ende zählt dann halt doch, was mir liegt, wo meine Stärken liegen und auf welche Lebensumstände und Arbeitsbedingungen ich Bock habe. Vielleicht bist du noch gar nicht an dem Punkt, wo du darüber nachdenken kannst. Das ist auch voll okay, wenn man das mit 19 noch nicht weiß. Das kann sich in den nächsten Jahren ja auch noch stark ändern. Aber nagel dich dann doch wenigstens selbst nicht jetzt schon auf was fest, das dir nicht nur keinen Spaß, sondern sogar schlaflose Nächte, Kummer und Sorgen bereitet.
 

Benutzer124657  (22)

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Heute gibt's von mir nur eine ganz kurze Antwort. Ich bin um 6:30 Uhr aufgestanden, hab den ganzen Tag fast ausschließlich mit Uni und Unikram verbracht (außer Essen und mal kurz Pause zwischendurch), bis um halb Acht - und dann hab ich mich ins Bett verkrochen, da ich im Lauf des Tages ziemlich rapide zu kränkeln begonnen habe. Heute Morgen war es nur etwas Husten, der wurde immer schlimmer und vorhin in/nach dem Labor kamen dann noch Matschbirne, Kopf- und Gliederschmerzen dazu :frown: .
Also, eine gute Nacht, ich versuch jetzt mal zu schlafen :seenoevil:. Eure Nachrichten beantworte ich, wenn ich wieder mehr Energie habe.
 

Benutzer149155 

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Ja, der Berg wird wachsen. Der wächst jedes Semester langsam, dann wird er während der Marathon-Lernphase vor den Klausuren abgearbeitet und dann im nächsten Semester: Ein ganz neuer Berg. Das ist die Studenten-Realität. Du machst ein Riesenfass auf über etwas, was für tausende Studenten deutschlandweit Alltag ist. Und nein, weil du vielleicht mal überfordert bist, in einer Prüfung schlecht abschneidest, bist du nicht dumm. Ich hab mal eine Klausur absichtlich in den Sand gesetzt, um drei Monate länger zum lernen zu haben bis zum Nachschreibtermin, weil mein Zeitmanagement nicht funktioniert hat. Es gibt ganze Studiengänge, wo es eine Leistung ist, mit einem 3er-Schnitt rauszugehen. Das heißt nicht, dass die Jahrgangsbesten dort dumm sind... Oder Prüfungen, wo über einer 4 vor Glück geheult wird (frag mal sanguina sanguina ). Man darf sich davon nicht komplett überwältigen lassen und sich selbst darüber definieren. Selbsteinschätzung ist eine wichtige Fähigkeit. Mal halbwegs objektiv schauen: was kann ich? Was leiste ich? Nicht, für wie gut halte ich mich, sondern wie gut bin ich tatsächlich, verglichen mit anderen? Und ja, da können auch für die eigentlichen Überflieger Momente kommen, wo einem klar wird, dass man sich zulange zurückgelehnt hat, und die anderen mit ihrer stetigen Arbeitsmoral einen überholt haben. Deswegen ist man nicht dumm. Nur evtl. faul :grin:

Weil ich hier markiert wurde, vielleicht mal ein paar Erfahrungen:

Davonlaufen bringt nichts. Manchmal muss man Dinge durchziehen. Es bringt nichts, sich ewig über ne 3 oder 4 zu ärgern. Es bringt auch nichts, vergebenen Chancen hinterherzutrauern. Es hilft nur: Augen nach vorne und das Ding durchziehen.

Chemie ist das falsche? Dann wirf es über Bord und mach Pharmazie, wenn dir das besser gefällt. Aber man darf doch mMn an ein Studium nicht den Anspruch stellen, dass es einen komplett erfüllt, jede einzelne (!) Vorlesung, jeder Kurs, jede Übung, Seminar didaktisch toll aufbereitet ist. Die Realität ist, dass Universitätspersonal keine didaktische Ausbildung vorweisen muss, um lehren zu dürfen. Habilitanden müssen zwar didaktische Gutachten seitens der Studierendenvertretung einholen, doch ich kenne die Praxis, wie diese verfasst werden. An der didaktischen Eignung ist meiner Erfahrung nach noch kein einziger Habilitand gescheitert.
Mal abgesehen davon, dass ganz oft die Habilitierten nicht mal selbst die Klausuren zusammenstellen. Die unterrichten zwar, aber die Prüfung erstellt einer seiner Doktoranden oder auch mal Habilitanden. Und korrigieren tun auch die wenigsten Habilitierten selbst.
Und dann gibt es noch den Fall, dass Doktoranden oder Lektoren unterrichten und die Klausuren zusammenstellen. Die müssen noch weniger eine didaktische Eignung vorweisen und sind zwar formell weisungsgebunden, haben aber de facto meist freie Hand.

Ja, ich habe vor Glück über eine ganz bestimmte Vier geheult. Nicht, weil ich doof oder faul bin. :zwinker: Aber wenn man sich über Jahre die Ergebnisse ansieht und weiß, was da alles dahinter steckt, dann zieht man seinen Hut vor Menschen, die da auf Anhieb bestehen.

Ganz früher habe ich mich stark über Noten identifiziert, Abi mit einem niedrigen 1,x-Schnitt gemacht, mich komplett der Bildung verschrieben. Manchmal muss man auch Gelassenheit lernen. Manchmal muss man sich sagen: Eine 3 ist befriedigend, es befriedigt mich, eine 3 zu haben. Auch mit einer 4 ist es ausreichend, ich komme auch mit einer 4 voran. Und alles über 3 oder 4 hinaus ist Bonus. In manchen Studiengängen ist es einfach so.

Man kann auch vieles auffangen: über Zusatzausbildung, Ehrenamt, berufliche Tätigkeit während des Studiums. Und ja, ich kenne Phasen, in denen ich 20-30 Std./Woche entgeltlich gearbeitet habe, daneben Ehrenamt, 35 ECTS/Semester, Partnerschaft, Wohnung incl. Haushalt & Co. Da noch eine 1 oder 2 zu erwarten in gewissen Studiengängen und das noch am besten in allen Fächern, das ist einfach utopisch.
 

Benutzer18780 

Geheimdienstchef
Ihr habt mir echt zu viel in zu kurzer Zeit geschrieben. Habe also nicht alles gelesen.
Trotzdem mal die Frage: Kannst du dein Studium nicht langsamer als vorgesehen durchziehen, und nebenher noch Zeit für was anderes finden?
Zu "meiner Zeit" konnte man noch selbst festlegen, wieviel in einem Semester stattfindet...
 

Benutzer149155 

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Zu "meiner Zeit" konnte man noch selbst festlegen, wieviel in einem Semester stattfindet...

In vielen Bachelorstudiengängen muss man aufpassen, nicht nach dem 8. Semester exmatrikuliert zu werden, sofern man nicht ordentlich jammert bzw. eine Art "Stellungnahme" verfasst, in der man erklärt, warum man länger braucht - Bologna lässt grüßen.
 

Benutzer67523 

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Wahrscheinlich kommst Du mit der Hochschule halt zum ersten Mal in Deinem Leben mit etwas in Kontakt, das etwas haerter ist.
Diese Haerte gilt es nun, Dir anzueignen, den Willen, auch mal durchzubeissen, etc.
Das ist das Wichtigste, die Erfolge fallen einem nicht immer leicht zu - sonst waere Deutschland nicht das Land mit den 80 Millionen Bundestrainern, sondern das Land mit 80 Mio Nobelpreistraegern. :smile:
Wer mehr erreichen will als andere, darf nicht nur begabt sein, sondern muss auch mehr leisten. Wenn ich daran denke, wie viele andere Studis das schon durchgezogen haben, manchmal auf die Zaehne beissen mussten (und es manchmal auch sehr lustig hatten), muss ich gerade sagen, Du tust das nicht.
 

Benutzer124657  (22)

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Ich melde mich wieder zu Wort :smile:. Ich schreibe mal kurz, was mir die vergangenen Tage so durch den Kopf gegangen ist.

Durch den akuten Krankheitsfall hatte ich, im Positiven gesehen, die Möglichkeit, mal gedanklich einen Schritt zurück zu treten, das Tempo zurückzufahren und den schon wieder aufgebauten Stresspegel ordentlich abzusenken. Das hat mich das Problem aus einem etwas anderen Blickwinkel sehen lassen.
Mit der Uni an sich hat das eigentliche Problem herzlich wenig zu tun. Daher macht es auch wenig Sinn, weiter Vollgas zu geben und gleichzeitig zu versuchen, mit beiden Händen blind an irgendwelchen Schrauben die Richtung zu justieren. Damit fahre ich mich nur immer tiefer in die "Scheiße".
Vielmehr muss ich mal für mich rausfinden wo ich eigentlich hin will, wie ich, glaube ich, auch schon einmal gesagt hatte. Ich brauche ein Ziel, irgendetwas tun ohne zu wissen wohin es mich führen soll, funktioniert für mich einfach nicht. Also muss ich das zunächst finden.
Der nächste Schritt ist dann, wenn ich das Ziel gefunden habe, den richtigen und passendsten Weg dort hin festzulegen - der muss nicht perfekt sein, aber er muss passen so gut es geht und zum Ziel führen.
Und dann, wenn das Ziel und der Weg festgelegt sind, kann ich mich um das nötige "Wie" kümmern. Wobei der wichtigste Punkt darin besteht, erstmal die Balance zwischen der Uni und meinen anderen Interessen zu finden. Dabei wird sich dann im gleichen Zuge auch die Struktur zur Uni herausbilden.
Ich habe da heute noch den guten Tipp bekommen, das in Phasen einzuteilen, also z.B. Vorlesungszeit, Prüfungsphase, Vorlesungsfreie Zeit - denn ein Plan für alles funktioniert natürlich nicht.

Also, etwas praktischer ausgedrückt: Ich muss einen Beruf finden, von dem ich mir ernsthaft vorstellen kann, ihn nach dem Studium zumindest für ein paar Jahre auszuführen. Vielleicht auch kein fester Beruf, aber zumindest ein eng eingegrenztes Feld, das als Ziel dienen kann. Dann muss ich schauen, wie ich da am besten hinkomme. Und dann plane ich, wie ich mich auf diesem Weg am besten organisiere.
Der eine oder andere wird sagen, dass man sich erstmal überlegen muss was man studieren will, der Rest kommt dann schon. Das meinte auch mein Vater erst vorgestern wieder. Aber für mich funktioniert das nicht. In den vergangenen Jahren hatte ich immer dann einen guten Plan und hab das was ich getan habe durchgezogen, wenn ich wusste wo ich hin will. Ohne Ziel fehlt dem die tragende Stütze, dann bricht es in sich zusammen.
 

Benutzer67523 

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Klar, man sollte in etwa wissen, wo man hin will.
Man steigt ja typischerweise auch nicht blind in eine Eisenbahn oder ins Auto und fährt mal los.
Soooo eine grosse neue Erkenntnis ist das nicht, oder?
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Also, etwas praktischer ausgedrückt: Ich muss einen Beruf finden, von dem ich mir ernsthaft vorstellen kann, ihn nach dem Studium zumindest für ein paar Jahre auszuführen. Vielleicht auch kein fester Beruf, aber zumindest ein eng eingegrenztes Feld, das als Ziel dienen kann. Dann muss ich schauen, wie ich da am besten hinkomme. Und dann plane ich, wie ich mich auf diesem Weg am besten organisiere.
Der eine oder andere wird sagen, dass man sich erstmal überlegen muss was man studieren will, der Rest kommt dann schon. Das meinte auch mein Vater erst vorgestern wieder. Aber für mich funktioniert das nicht. In den vergangenen Jahren hatte ich immer dann einen guten Plan und hab das was ich getan habe durchgezogen, wenn ich wusste wo ich hin will. Ohne Ziel fehlt dem die tragende Stütze, dann bricht es in sich zusammen.

Könnte ich nochmal anfangen mit 18 würde ich es andersrum machen, mit dieser Richtung lief es nicht so gut. Ich würde schauen, was mir ausbildungsmäßig Spaß macht, und mich mehr trauen, unkonventionelle Dinge zu probieren, anstatt mich auf das sichere zu verlassen, dass nur deswegen attraktiv ist, weil es bequem ist.
Ich würde mich in meinem "wie geht es mir damit" ernster nehmen. Und dann würde ich während dessen alle Chancen ergreifen, die sich auftun, und meinen Fokus auf Vielseitigkeit und Netzwerke legen.

Hat ein bisschen gedauert zu kapieren, dass es das ist, was zu mir passt - und der Bereich in den ich heute am besten passen würde, der stand früher nicht mal auf der Liste, weil ich mich selbst einfach nicht richtig eingeschätzt habe. Oder weil ich mich auch verändert habe.

Aso ich würde auf Bauchgefühl, Anstrengung und Flexibilität setzen, nicht auf Planbarkeit, Zielstrebigkeit und Sicherheit. Mit ersterem fahre ich massiv viel besser mit zweiterem hats mich böse auf die Schnauze gehauen.
 
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Benutzer124657  (22)

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Hat ein bisschen gedauert zu kapieren, dass es das ist, was zu mir passt - und der Bereich in den ich heute am besten passen würde, der stand früher nicht mal auf der Liste, weil ich mich selbst einfach nicht richtig eingeschätzt habe. Oder weil ich mich auch verändert habe.
Mir geht es keineswegs darum, mich jetzt schon unbedingt festzulegen, vielleicht kam das etwas falsch rüber. Ich möchte mir dadurch vielmehr klarer werden über die Richtung in die ich möchte.
Und damit möchte ich einen Studiengang finden, der auch besser zu mir passt als es mein jetziger tut.

Eigentlich habe ich den Eindruck, dass ich in die Richtung möchte, die du hier als Differenz zu meiner darstellst. Ich suche eigentlich einen Ausbildungsweg, der mir wirklich Spaß macht.
Was ich mit meiner letzten Nachricht eigentlich ausdrücken wollte ist, dass ich anstatt jetzt weiter an Symptomen zu schustern mal wirklich ernsthaft herausfinden muss wo ich eigentlich hin möchte, was wohl eben nicht die reine Chemie ist. Daher möchte ich die nächsten Monate nutzen, mich in Ruhe zu orientieren - mir ist nämlich auch wieder einmal aufgefallen, dass ich mich ständig selbst total stresse mit diesem Thema.
Ich werde zunächst mal einen Termin bei der ZSB vereinbaren um mich allgemein über mögliche Entwicklungsrichtungen zu informieren. Und mich mit diesen dann im Detail auseinandersetzen. Ein paar Anregungen und Ideen habe ich auch schon, aber diese möchte ich bisher bewusst nicht über diesen Status hinaus erheben. In der Vergangenheit neigte ich dazu, relativ schnell die erstbeste Option zu ergreifen. Das muss nicht unbedingt falsch sein, aber diesmal möchte ich besonnener vorgehen.
Auch wenn mein Vater vor wenigen Tagen meinte, zu wissen was man nicht will, bringe einen doch nicht vorwärts - ich sehe das anders und finde, dass ich gerade dadurch jetzt die Möglichkeit habe, mir genau zu überlegen was ich will. Jetzt ist es an der Zeit, sinnvolle Optionen herauszusuchen und genauer unter die Lupe zu nehmen. Und mich dann in Ruhe zu entscheiden.
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Du solltest dir aber auch bewusst sein dass es ein Luxus ist. Du hast offenbar keinen finanziellen Druck dich zu entscheiden. Andere müssen das eben in kurzer Zeit wissen, weil keine Rücklagen zB durch die Familie vorhanden sind.
 

Benutzer124657  (22)

Meistens hier zu finden
Alle Zeit der Welt habe ich jetzt auch nicht, mein Vater macht schon etwas Druck. Aber mir ist schon bewusst, dass das bei anderen dinglicher ist.
Es würde mir aber auch gar nichts bringen, mich jetzt schnellstmöglich zu entscheiden. Das nächste Semester fängt eben erst im April an. Das heißt bis Januar habe ich auf jeden Fall Zeit.
 
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