La vie macabre (... kein besserer Titel vorhanden, vorerst)

Benutzer12616  (32)

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La Vie Macabre


Es ist schon ein höllisches Schauspiel. Und unser Protagonist wirkt inzwischen doch recht mürbe.

Kopflos setzt er weiter einen Schritt vor den nächsten, weiß nicht mehr, weshalb.


Doch sein Motiv wird sich, wie in jeder vorangegangenen Nacht, tief in das
Bewusstsein brennen, tiefer als ihm lieb sein könnte. Und es
hinterlässt Narben, wulstig und hässlich.


Gut sind sie, diese Minuten, in denen er nicht sicher ist, wohin
er wandert. Kurz, zu kurz, jedes Mal.

Und doch ausreichend um einen
Blick zu erhaschen, auf diese Aussicht, diese sinnfreie, diese
lächerliche Aussicht, die so schwammig und schmutzig ist, die man
augenblicklich vergisst und sich doch immer erinnert, an dieses so
kleinbürgerliche, so einfache, so schmerzhaft bedeutungslose Bild der
Alltäglichkeit.


Es genügt gerade noch für den lebensrettenden Schluck, für das
tiefe Einatmen dieser stinkenden Realität und dann schellt die Peitsche
wieder auf den letzten Rest unversehrter, einmal schön und zart
gewesener Haut, kaum noch schockierend, aber doch immer aufs Neue
bitter, blutig, zerfetzend.


Da taumelt er voran, kein Entsetzen in seiner Miene, in diesem
einst so reizvoll wohlgestalteten Gesicht, vor diesem schöngeistigen
Wesen, es ist nun verzogen zu einer Grimasse des Ergebens, der stillen
Übereinkunft mit dem Scheitern.

Und noch ein Stück?

Doch es ist nun hinüber, es ist wieder wertlos. Erlösung, für heute.
Ein Gnadenzuspruch an diese sterbliche Hülle. Kein Triumph.


... Als aber die Dunkelheit dem nächsten Tag grimmig das Wort übergibt,
da ist ein Hauch von Glück in seinen so entmutigten Zügen zu erkennen. Ein
bisschen Friede, ja, sogar ein Funke Zuversicht blitzt durch das übrig
gebliebene Fragment der Verträumtheit in seinen Augen, die ihm schon immer zu
eigen war und ihm Luxus wie Verderb zugleich zu sein scheint.


Die Nacht hat ihn berauscht, hat ihn verführt, hat ihn infiziert und
geblendet, hat ihn verheiratet mit dieser debilen Hoffnung. Einmal
mehr.



Der Protagonist weiß das. Aber er stolpert weiter.



 

Benutzer12616  (32)

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So nochmal überarbeitet, mit dieser Version bin ich fürs erste zufrieden :smile:
 
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