Krebs

Benutzer135569  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich es schreiben soll oder ob es hier überhaupt hingehört und es ist mir auch ein wenig unangenehm.
Mein Problem ist folgendes:
Schon mit 5 Jahren hatte ich einen Hirntumor, der schon so einige Krankheiten bei mir ausgelöst hat. Unter anderem Hormonstörungen und Diabetes insipidus. Mit 11 Jahren bekam ich drei weitere Hirntumore. Diese wurden in einer Notoperation entfern. Danach folgten ein 4-wöchiges Koma und die Therapie (Chemo und Bestrahlung). Ein Jahr danach wurde dann auch der erste Tumor operiert. Als wäre das nicht genug, stellte man dann noch den Verdacht auf ein Myelodysplastisches Syndrom (Leukämie). Naja, seit diesen Vorfällen lebe ich nun mit diversen Einschränkungen und einigen Folgekrankheiten. Darunter Niereninsuffizienz, Diabetes Typ 2, Diabetes Insipidus, Hormonstörungen, Hypophyseninsuffizienz, Stottern... um nur ein paar zu nennen. Vom Kopf her bin ich allerdings fit. :zwinker:
Nach alldem ist bei mir auch in der Seele ein kleines Tief geblieben, das vor allem dadurch verstärkt wird, dass ich mich von anderen nicht verstanden und einsam fühle. Durch diese Krankheit haben sich leider viele Freunde zurückgezogen. Es ist offensichtlich, dass ich nicht mehr so bin wie z. B. meine Klassenkameraden. Wenn andere miteinander reden und Spaß haben, stehe ich z. B. blöd daneben. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich selber sehr schüchtern bin.
Ich weiß wirklich nicht, wie ich dieses Problem beschreiben soll. Ich kann nicht sagen, dass ich keine Freunde habe, aber ich möchte einfach auch jemanden haben, der mich wirklich versteht und mich so nimmt, wie ich bin.
 

Benutzer68742 

Meistens hier zu finden
Ich könnte mir vorstellen, dass andere Menschen, wie z.B. deine Klassenkameraden, auch einfach nicht so genau wissen, wie sie mit dir umgehen sollen. Man hat auf der einen Seite Mitleid und findet es ganz furchtbar, was der andere (also in diesem Fall du) durchmachen muss/musstest, auf der anderen Seite sagt man sich aber auch, dass derjenige vermutlich überhaupt kein Mitleid will und dass man ja eigentlich "normal" mit demjenigen umgehen sollte. Vielleicht gehen sie dann aus Unsicherheit lieber gar nicht mit dir "um", als womöglich etwas falsches zu sagen oder zu tun, auch wenn ihnen im Grunde klar ist, dass es dich total ankotzen muss, nur auf deine Krankheit(en) "reduziert" zu werden.

Mal von deiner Gesundheit abgesehen: Ich glaube, jeder wünscht sich so jemanden. Der einen versteht und bei dem man sich nicht verstellen muss und so sein kann, wie man ist. Ich habe so jemanden (außerhalb meiner Familie) erst in meinem jetzigen Freund gefunden, als mit 28. Solche Quasi-Seelenverwandten trifft man leider (oder zum Glück?) nicht an jeder Straßenecke.
 
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Benutzer

Gast
Vielleicht musst du da mal, trotz Schüchternheit, in die Offensive gehen. Ich denke nämlich auch, dass deine Mitmenschen die von MarSara MarSara angesprochenen Gedanken haben und vermutlich einfach gehemmt sind. Kannst du dir vorstellen, vielleicht mal Klartext zu reden und ihnen zu sagen, dass sie sich in deiner Gegenwart ruhig völlig normal verhalten können und du gerne Teil dieses normalen Sozialleben wärst?

Du sagst ja, dass du nicht behaupten kannst, keine Freunde zu haben. Wie wäre es vielleicht da mal mit einem offenen Gespräch?

Ansonsten könntest du natürlich auch versuchen, zu anderen Betroffenen Kontakt aufzunehmen (Internet, Selbsthilfegruppen?), denn ich kann mir schon vorstellen, dass die wenigsten Jugendlichen in deinem Alter etwas überfordert sind, wenn du ganz offen über all deine Krankheiten sprichst und es sie so betroffen macht, dass der von dir gewünschte Umgang vielleicht gar nicht möglich ist.

Es tut mir leid, was du da alles durchmachen musst. Das Leben ist wirklich manchmal nicht fair. :frown: :knuddel:
 

Benutzer135569  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich danke euch.
Ja, da könntet ihr sicher Recht haben. So hab ich ich das noch gar nicht gesehen. Aber wenn ich mich so in andere hineinversetze kann ich verstehen, dass es nicht einfach ist, zu wissen wie ich behandelt werden möchte. Andererseits habe ich meinem Klassenlehrer vor einigen Wochen auf dieses Thema angesprochen. Ein paar Tage später hat er auch ohne meine Anwesenheit mit der Klasse darüber gesprochen. Geändert hat sich jedoch nichts.
 
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Gast
Andererseits habe ich meinem Klassenlehrer vor einigen Wochen auf dieses Thema angesprochen. Ein paar Tage später hat er auch ohne meine Anwesenheit mit der Klasse darüber gesprochen. Geändert hat sich jedoch nichts.
Das ist natürlich schade, aber vielleicht fühlt man sich nicht wirklich angesprochen, wenn man nur als ganze Klasse adressiert wird...gibt es denn Leute, mit denen du vielleicht schon ein bisschen Kontakt ab und zu hast, den du gerne intensivieren würdest? Da würde ich dann vielleicht mal gezielt das Thema ansprechen (es dann aber auch wieder gut sein lassen, wenn das geklärt ist, denn ewig willst vermutlich weder du noch deine Klassenkameraden darüber sprechen).
 

Benutzer135569  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Das ist natürlich schade, aber vielleicht fühlt man sich nicht wirklich angesprochen, wenn man nur als ganze Klasse adressiert wird...gibt es denn Leute, mit denen du vielleicht schon ein bisschen Kontakt ab und zu hast, den du gerne intensivieren würdest? Da würde ich dann vielleicht mal gezielt das Thema ansprechen (es dann aber auch wieder gut sein lassen, wenn das geklärt ist, denn ewig willst vermutlich weder du noch deine Klassenkameraden darüber sprechen).

Dan kann natürlich sein. Doch, es gibt da schon ein oder zwei Leute, mit denen ich schonmal spreche. Ist nur immer schwierig aus heiterem Himmel mit diesem Thema anzufangen. Wenn man mich danach fragen würde, wäre das absolut kein Problem.
 

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
Erstmal chapeau, dass Du so viel Leid und Pein ueberstanden hast. Das ist ja auch nicht selbstverstaendlich. Du hast eigentlich zwei kontraere Moeglichkeiten. Wenn Du Normalitaet willst und Deine Folgeerkrankungen verbergen kannst, erzaehlst Du einfach nichts ueber Deine Unerfreulichkeiten in der Kindheit oder Du suchst Dir zB Selbsthilfegruppen (ehemalige krebskranke Kinder und Jugendliche oder auch mit akut Kranken. Fuer viele Kinder koenntest Du ein Vorbild sein, ihnen Hoffnung spenden, wenn Du zeigst, dass Du es geschafft hast. Dass auch sie es schaffen koennen. Ein solches Engagement waere erstens mehr als loeblich, wuerde aber auch Dir neue soziale Moeglichkeiten eroeffnen. Ich faende das cool und bewundernswert.
 

Benutzer135569  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Erstmal chapeau, dass Du so viel Leid und Pein ueberstanden hast. Das ist ja auch nicht selbstverstaendlich. Du hast eigentlich zwei kontraere Moeglichkeiten. Wenn Du Normalitaet willst und Deine Folgeerkrankungen verbergen kannst, erzaehlst Du einfach nichts ueber Deine Unerfreulichkeiten in der Kindheit oder Du suchst Dir zB Selbsthilfegruppen (ehemalige krebskranke Kinder und Jugendliche oder auch mit akut Kranken. Fuer viele Kinder koenntest Du ein Vorbild sein, ihnen Hoffnung spenden, wenn Du zeigst, dass Du es geschafft hast. Dass auch sie es schaffen koennen. Ein solches Engagement waere erstens mehr als loeblich, wuerde aber auch Dir neue soziale Moeglichkeiten eroeffnen. Ich faende das cool und bewundernswert.

Naja, so ganz verbergen lassen die sich leider nicht. Äußerlich vielleicht (es sei denn man kannte mich schon vor oder während der Krankheit) aber ab einem gewissen Punkt würde man das an anderen Dingen merken. Eine Selbsthilfegruppe für Krebskranke gibt es in meiner Nähe leider auch nicht. Ich kenne zwar andere krebskranke von damals, aber viel Kontakt hab ich mit denen leider auch nicht.
Aber was du da angesprochen hast, mit dem Hoffnung spenden für krebskranke Kinder, das ist wirklich eine gute Idee. Ich denke, ich werde mich mal erkundigen, was man da so tun kann. Leider gibt es die Kinder-Onkologie nicht mehr, in der ich damals die meiste Zeit behandelt wurde. Sonst hätte ich da nämlich mal nachfragen können.
Zurzeit arbeite ich an einem Buch über meine Geschichte, dass ich irgendwann gerne veröffentlichen möchte. Allerdings möchte ich das nicht traurig und ernst bzw. in Biografie-Form schreiben, sonder locker und mit einet milden "Lustigkeit", damit es auch Kinder gerne lesen. An der Umsetzung hapert es allerdings noch ein wenig. :smile:
 

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
Naja, so ganz verbergen lassen die sich leider nicht. Äußerlich vielleicht (es sei denn man kannte mich schon vor oder während der Krankheit) aber ab einem gewissen Punkt würde man das an anderen Dingen merken. Eine Selbsthilfegruppe für Krebskranke gibt es in meiner Nähe leider auch nicht. Ich kenne zwar andere krebskranke von damals, aber viel Kontakt hab ich mit denen leider auch nicht.
Aber was du da angesprochen hast, mit dem Hoffnung spenden für krebskranke Kinder, das ist wirklich eine gute Idee. Ich denke, ich werde mich mal erkundigen, was man da so tun kann. Leider gibt es die Kinder-Onkologie nicht mehr, in der ich damals die meiste Zeit behandelt wurde. Sonst hätte ich da nämlich mal nachfragen können.
Zurzeit arbeite ich an einem Buch über meine Geschichte, dass ich irgendwann gerne veröffentlichen möchte. Allerdings möchte ich das nicht traurig und ernst bzw. in Biografie-Form schreiben, sonder locker und mit einet milden "Lustigkeit", damit es auch Kinder gerne lesen. An der Umsetzung hapert es allerdings noch ein wenig. :smile:
Die Idee finde ich gut. Du kannst die schwere Zeit aufarbeiten und mit etwas Glueck richtig Kohle machen (ok, Du waerst nicht der erste, der solche Lebenshilfebuecher schreibt :zwinker:. Vielleicht gibt es ja ein wenig weiter entfernt eine Onkologie, in der Du Dich engagieren kannst? In jedem Fall solltest Du Dich positiv an dem orientieren, was Du alles ueberstanden und erreicht hast (andere waeren tot, um das direkt zu sagen) und nicht an den Restfolgen verzagen. Gehe ins Leben und sage Dir, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Wer ist da noch schuechtern?
 

Benutzer135569  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Die Idee finde ich gut. Du kannst die schwere Zeit aufarbeiten und mit etwas Glueck richtig Kohle machen (ok, Du waerst nicht der erste, der solche Lebenshilfebuecher schreibt :zwinker:. Vielleicht gibt es ja ein wenig weiter entfernt eine Onkologie, in der Du Dich engagieren kannst? In jedem Fall solltest Du Dich positiv an dem orientieren, was Du alles ueberstanden und erreicht hast (andere waeren tot, um das direkt zu sagen) und nicht an den Restfolgen verzagen. Gehe ins Leben und sage Dir, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Wer ist da noch schuechtern?

Naja, die Kohle ist mir in diesem Fall eigentlich egal. :zwinker:
Ja, da werde ich mal nachschauen.
Da hast du vollkommen Recht. Und dafür bin ich überaus dankbar. :smile:
 

Benutzer96776 

Beiträge füllen Bücher
Lieber Lion,

lass dich zuerst mal ganz lieb drücken! :knuddel:
Ich kann nur ansatzweise nachvollziehen, wie viel du in deinem noch recht jungen Leben durchleiden hast müssen. Ich wünsche dir von Herzen das Allerbeste und du hast meinen größten Respekt.

Im Großen und Ganzen schließe ich mich mit meiner Meinung MarSara MarSara an, wobei es nicht zwingend mit deiner Krankheit zusammenhängen muss, dass du dich unwohl fühlst.
Es ist manchmal echt schwer, sich zu integrieren, wenn man etwas "anders" ist, daran trägst du überhaupt keine Schuld.

Ich hatte z.B. in der Schule auch nie allzu großen Anschluss gefunden (war aber keineswegs krank) und als ich dann in einer anderen Klasse war, funktionierte es prima.

Klar, dadurch dass du so viel erlebt hast, bist du gerade an einem anderen Punkt in deinem Leben als andere in deinem Alter, deshalb würde es vielleicht wirklich nicht schaden, wenn du dir eine Selbsthilfegruppe suchst oder einfach andere Leute, fernab von deinen Klassenkameraden.
Oder wer weiß, vl. begegnest du auch dem Mädel deiner Träume recht bald, dann fällt der fehlende Freundeskreis auch nicht mehr so sehr ins Gewicht. Man kann es nicht erzwingen, aber ich bin sicher, dass du finden wirst, wonach du suchst und das wünsche ich dir. :knuddel:
Als kleinen Tipp könnte ich dir noch mitgeben, dass du ja versuchen kannst, deine Schüchternheit etwas abzulegen und auf Leute zuzugehen, dann wird das Ganze auch nochmal leichter :zwinker:
 

Benutzer135569  (27)

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Lieber Lion,

lass dich zuerst mal ganz lieb drücken! :knuddel:
Ich kann nur ansatzweise nachvollziehen, wie viel du in deinem noch recht jungen Leben durchleiden hast müssen. Ich wünsche dir von Herzen das Allerbeste und du hast meinen größten Respekt.

Im Großen und Ganzen schließe ich mich mit meiner Meinung @MarSara an, wobei es nicht zwingend mit deiner Krankheit zusammenhängen muss, dass du dich unwohl fühlst.
Es ist manchmal echt schwer, sich zu integrieren, wenn man etwas "anders" ist, daran trägst du überhaupt keine Schuld.

Ich hatte z.B. in der Schule auch nie allzu großen Anschluss gefunden (war aber keineswegs krank) und als ich dann in einer anderen Klasse war, funktionierte es prima.

Klar, dadurch dass du so viel erlebt hast, bist du gerade an einem anderen Punkt in deinem Leben als andere in deinem Alter, deshalb würde es vielleicht wirklich nicht schaden, wenn du dir eine Selbsthilfegruppe suchst oder einfach andere Leute, fernab von deinen Klassenkameraden.
Oder wer weiß, vl. begegnest du auch dem Mädel deiner Träume recht bald, dann fällt der fehlende Freundeskreis auch nicht mehr so sehr ins Gewicht. Man kann es nicht erzwingen, aber ich bin sicher, dass du finden wirst, wonach du suchst und das wünsche ich dir. :knuddel:
Als kleinen Tipp könnte ich dir noch mitgeben, dass du ja versuchen kannst, deine Schüchternheit etwas abzulegen und auf Leute zuzugehen, dann wird das Ganze auch nochmal leichter :zwinker:

Vielen Dank erstmal :knuddel:
Ja, da könntest du wirklich Recht haben. Durch meine schüchterne Art, würde es mir auch so schon schwer fallen, Kontakte zu knüpfen. Und eine Selbsthilfegruppe würde mir da sicherlich helfen. Die große Liebe wäre natürlich das Beste, die letzte ist schließlich schon etwas her, aber da ich momentan viel zu Hause sitze, wird da wohl erstmal nichts draus. An eine Therapie, um mein Selbstverteauen zu stärken und meine Schüchternheit abzulegen habe ich auch schon gedacht. Ich denke, das werde ich mir wirklich mal vornehmen. :smile:
 
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