Krav Maga

Benutzer133456  (49)

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Ich frage mich, ob diese Selbstverteidigungstechnik der IDF was fuer mich waere. Generell finde ich, man sollte sich verteidigen koennen, und dieses Sammelsurium an Techniken, Konfrontationen moeglichst schnell und effizient zu Ende zu bringen, klingt mir wie etwas, das man auch im fortgeschrittenen Alter noch verwenden kann, weil es nicht so sehr auf reiner Gelenkigkeit zu basieren scheint wie andere Techniken.

Aber wie muss man beschaffen sein, um das machen zu koennen?

Ich bin mitte vierzig, Schreibtischtaeter, 1.83m, 100 kg (gehe gen 90), Brillentraeger, und wuerde mich fuer ausdauernd halten, ohne irgendwelche Zipperlein, aber habe schon eine enorme Scheu davor, jemandem weh zu tun. Andererseits denke ich mir, genau deswegen braeuchte ich so ein Training, denn ich bin wirklich gefaehrdet, draufzugehen, weil ich dem lieben Angreifer nicht wehtun will.

Hat hier jemand eine Meinung dazu?
 

Benutzer50955 

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Wie bei jedem Sport: Theorie ist ganz schön, ob es wirklich zu dir passt, siehst du erst beim sicher kostenfreien Probetraining.
 

Benutzer98820 

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Wenn du irgendwie eingeschränkt bist (Übergewicht zählt nicht), sag das einfach vorher dem Trainer oder frag deinen Arzt ("darf ich mit dem künstlichen Hüftgelenk dieses und jenes machen?" etc.). Davon abgesehen: Ausprobieren und nicht gleich aufgeben. Gib der Sache ein paar Monate.

Wenn man es regelmäßig trainiert, dürfte es nützlicher sein, als wenn man es nicht trainiert.
 

Benutzer143944 

Verbringt hier viel Zeit
Wenn du keine gravierenden Einschränkungen hast, ist das unproblematisch, mach einfach mal ein Probetraining mit und schau', ob's gefällt :smile:
Einer meiner Trainer war auch etwas stämmiger und trug Brille, im Idealfall wird auf den Teilnehmenden individuell eingegangen und nebenbei den Stärken und Schwächen entsprechend gearbeitet.
Bei Zuschauern wirkte es jedenfalls immer, wenn ein 50kg-Mädel den 90 kg Trainingspartner auf die Matte warf :grin:

Ich kann jetzt nur für Dju-Su sprechen, aber Selbstverteidigung bedient sich ja eh oft traditioneller Systeme und macht diese für den Realeinsatz effizient (oder klaut sich einfach alles bei anderer SV zusammen), das Gewicht kann auch von Vorteil sein, gerade beim unausgeglichenen Boden-Randori und damit zusammenhängenden Techniken, ganz wie im Judo :grin:

Wegen der Scheu anderen weh zu tun gibt es eben unterschiedliche Ansätze, endlose Schlag- und Tritttiraden wirst du eher im Sparring oder Taekwondo finden...
...ich kenne SV als ausgeglichenen Maßnahmenkatalog verschiedenster Techniken, die sich untereinander situativ kombinieren lassen.
Schläge, Tritte, Hebel, Würfe, Abfüren, Waffenabwehr, Entwaffnung und deren Einsatz. Als erstes lernt man eh Falltechniken (anschließend mit Abrollen) die können auch so im Alltag sehr hilfreich sein, falls man mal stürzt und Brüche vermeiden mag :smile:
Klar, dem Realgegner wird dann mal weh getan, aber das ist dann eher unvermeidbarer Nebeneffekt, da man gezielt und mit Plan vorgeht. Es gibt eben Vorgänge, wo man dem Gegenüber in die Kehle greift, zum ablenkenden Schocken gegen die Nase schlägt, gegen den Ellbogen drückt, um den Arm gerade zu bekommen, Handgelenkhebel, den "Polizeigriff"...

Ohne Schmerz oder zumindest der Angst davor würde der Gegenüber nur in der Trainingssituation freiwillig kooperieren :upsidedown:
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Andererseits denke ich mir, genau deswegen braeuchte ich so ein Training, denn ich bin wirklich gefaehrdet, draufzugehen, weil ich dem lieben Angreifer nicht wehtun will.
Dann warst du schlicht und einfach noch nie in der Situation, dich richtig verteidigen zu müssen.

Glaub mir, in der Situation ist dir völlig egal, ob dein Gegner Schaden nimmt. Da wägt man nur ab, wie sehr man Schaden zuführt, wenn man geübt ist.:zwinker:

Das ist übrigens einer der wichtigsten Punkte zur Selbstverteidigung: Übung. Das dauert Jahre (kommt natürlich auch auf den Anwender an) bist du gekonnt abwehren kannst. Am wichtigsten wären da auch Kämpfe mit Sparring Partnern, damit du auch schnell reagieren musst.

Ich persönlich fand es immer horizonterweitender, wenn ich gegen "Normalos" kämpfen musste. Die eben keine Techniken kannten und sich so Prügeln, wie normale Menschen und keine Kampfsportler.

Schlussendlich muss aber jeder selber wissen, welche Selbstverteidigung er lernen möchte. Ich bin kein Krav Maga Fan. Ich bin generell kein Kampfsportmensch (mehr). Mit geht's um die Kunst und die Philosophie dahinter. Nicht nur um's brutale Tam Tam.

Meine Verteidigung ist übrigens der Angriff. Ich reagiere nicht, ich agiere. Man kann Leute auch auf den Arsch befördern, bevor sie dich Schlagen wollen. Obwohl meine Verteidigung auch verbesserungswürdig ist, ich lasse Leute nämlich lieber nah 'ran kommen und mich etwas treffen, damit sie sich dann die ganze Breitseite abholen können. Nehmerqualitäten hab ich nämlich. :grin:

Such dir ein gutes Dojo, guck dir das Training an und mach mit. Man kriegt schnell ein Gefühl für das passende - auch als Laie. Bei Bauchschmerzen (also die psychischen :tongue:) lass' die Hände davon. Das ist immer ein guter Indikator. :zwinker:
 

Benutzer133456  (49)

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Dann warst du schlicht und einfach noch nie in der Situation, dich richtig verteidigen zu müssen.

Stimmt schon ein wenig.

Ich war schon in Situationen mit Konfliktpotenzial, konnte aber die physische Konfrontation bisher immer abwenden, indem ich den potenziellen Angreifer auf andere Ebenen entfuehrte.

Das war beide Male in Arizona.
  • Einmal wurde ich am Geldautomaten von jemandem angemacht, der "unbedingt eine Fahrgelegenheit, oder zumindest vierzig Dollar brauchte, um zu einem Jobinterview in einem Moebelladen zu fahren"; den konnte ich dann in eine Konversation ueber Moebeldesign verwickeln (und der hatte keinen Dunst, war einfach ein Drogie), und parkte den letzten Endes dann mit einem Karton KFC-Frass, wo er sich seinem Hunger hingab und mich vergass;
  • und einmal wollten mich zwei Rednecks zu fortgeschrittener Stunde einer Party in einem duesteren Teil von Mesa zum Waffenbesitzertum bekehren, indem sie mir vorfuehrten, wie wehrlos man ist, ohne seine Taurus Automatic (Mann, waren die dicht... trotzdem waelzten wir uns alsbald im Staub zwischen den Autos). Zum Schluss rettete mich, dass sie auf dieselben Autos standen wie ich, und ich eine Konversation ueber das Design von 70er Jahre Lincoln Coupes anfangen konnte.
Da sieht man mal, Designer leben sicherer. Aber nicht alle Schufte wollen ueber Design quatschen... (ich war wohl in einem vorherigen Leben mal ein Tintenfisch).
 

Benutzer152150 

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Off-Topic:
Schnell laufen wäre da mein "Plan". :grin:
Solang Du schneller läufst als dein Angreifer...oder sein geworfenes Messer (oder Stein) ist das ein Plan mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit. Ich würd mir aber zwei mal überlegen meinem Angreifer den Rücken zuzudrehen...
[doublepost=1483094993,1483094533][/doublepost]Krav Maga wurde entwickelt um schnell Leuten die "Basics" bewaffneten und unbewaffneten Kampfes beizubringen und sich gegen bewaffnete, wie unbewaffnete Gegner zur Wehr zu setzen.
Soldaten (die primäre Zielgruppe) haben weder die Zeit, noch die Muße sich viel mit endlosen Trainings der richtigen Technik auseinanderzusetzen und sind auch nicht am Anfang die Top-Athleten.
Das IDF besteht auch nicht nur aus "Supermännern" sondern (aufgrund der allgemeinen Wehrpflicht auch für Frauen) auch aus Frauen.
Dementsprechend sollteste damit körperlich also fertig werden.
Allerdings vor blauen Flecken sollteste keine Angst haben :cool:
 
G

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Gast
Da mein bei regelmäßigem Training zusätzlich seine Kondition verbessert, wäre das ja eine win-win-Situation :zwinker:
Du meinst, wenn man eine Verteidigungstechnik erlernt? Stimmt, da wird man bestimmt auch fitter dabei, aber ob man dann noch die Option "Wegrennen" ins Auge fasst zum richtigen Zeitpunkt, weiß ich nicht.

Hat alles seine Vor-und Nachteile.

Ich trainiere mich ja im Laufen - das sehe ich durchaus als hilfreich an in Bezug auf "brenzlige Situationen mit unbequemen Mitmenschen meistern" an. Dadurch, dass ich weiß, dass ich relativ schnell und ausdauernd Laufen kann, stärkt das schon auch mein Selbstbewusstsein.
Ob man in einer brenzligen Situation dann wirklich die Chance zum wegrennen hat, ist natürlich nicht gesagt und wenn der Angreifer selbst ein trainierter Läufer ist, dann hilft es evtl. auch nichts.
Aber, ich denke es geht oft bei Verteidigungstechniken darum, das Selbstbewusstsein der Leute zu stärken, die das erlernen. Ob dann im Ernstfall irgendeine der erlernten Verteidigungstechniken erfolgreich zum Einsatz kommt, ist auch nicht gesagt.
Aber evtl. wurde die Person, die ein gestärktes Selbstbewusstsein an den Tag legt, durch z.B. das Erlernen einer Verteidigungstechnik ein paar mal nicht belästigt/angegriffen.

Solang Du schneller läufst als dein Angreifer...oder sein geworfenes Messer (oder Stein) ist das ein Plan mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit. Ich würd mir aber zwei mal überlegen meinem Angreifer den Rücken zuzudrehen...
Da ich keinerlei Kampfkunst, oder Verteidigungstechnik beherrsche, wäre es sicher ungesund, wenn ich versuchen würde einen mit Messer bewaffneten Angreifer zu entwaffnen.
Da schätze ich meine Chancen höher ein, durch wegrennen halbwegs heil aus der Situation zu kommen.
 

Benutzer152150 

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Da ich keinerlei Kampfkunst, oder Vertaidigungstechnik beherrsche, wäre es sicher ungesund, wenn ich versuchen würde einen mit Messer bewaffneten Angreifer zu entwaffnen.
die Grundlagen darin zu lernen kann man schneller, als richtig gut laufen zu lernen.
Außerdem renn ich nicht gern in komplizierten Schuhen.
Da bin icb lieber faul und versohl denen den Hintern:cool:.
 

Benutzer152150 

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Off-Topic:
Und ich laufe vergleichsweise schnell in High Heels. Ich kann so gar weitspringen. :ninja::grin:
Sag das nicht zu laut...sonst wird das noch irgendeine neue Fernsehshow-Disziplin...


Ich trag auch nicht immer nur High Heels (aber gerne, weil das mich kleine Stoppelhopserin etwas größer macht), aber selbst in Laufklamotten würd ich mir überlegen ob ich wegrenne. Und egal wie ich das rechne...viele Kerle haben mir gegenüber schon mal Vorteile was absolute Muskelmasse und Schrittlänge angeht....und wenn ich denen dann nicht vorher die Kniescheiben rausbeisse:ninja:....würd ich mich aufs Rennen nur im äußersten Fall verlassen.
Zumindest würd ich es nicht versuchen, wie ich nicht sicher sein kann, daß mir der andere nicht hinterherkommt (oder hinterherzukommen in der Lage ist).
Einen Kampf zu vermeiden ist zwar die beste Option, aber von einem Kampf auszuscheren, der noch im Gange ist, ist mitunter das letzte was man versucht.
[doublepost=1483111564,1483110288][/doublepost]Lieber Tahini Tahini , wenn ich an dich denke und an Kampfsport, dann fällt mir eher als Krav Maga folgendes ein: https://de.wikipedia.org/wiki/Bartitsu .

Denn ich seh dich vor meinem geistigen Auge immer mit einem Regenschirm:upsidedown:....
Und diese Kampfsportart gibt es auch in einer...modernisierten Variante.
Genauso, wie es dafür vorgesehene, superrobuste Regenschirme gibt:cool:
 

Benutzer133456  (49)

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Benutzer63164 

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Bei John le Carre ist eine Streichholzschachtel gerne eine böse Waffe des Secret Service.
 
G

Benutzer

Gast
Ich muesste was finden, wo ich mich mit einer Baskenmuetze verteidigen kann, denn so eine habe ich immer im Rucksack.
Du hast doch auch eine Melone - kann eine super Waffe sein, da gibt es einen James Bond Film (weiß nicht welcher, evtl. Goldfinger), den musst du mal ansehen und dir abgucken, wie man die Melone gezielt einsetzt... :zwinker:
 
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