Kontaktabbruch zur Mutter…

FrauNaddi
Benutzer174959  Meistens hier zu finden
  • #1
Hallo zusammen…

Ich habe schon mehrfach versucht diesen Beitrag zu schreiben…
Bisher bin ich jedes Mal an der Menge meiner Gedanken, Gefühle und Erinnerungen gescheitert…

Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter stark reduziert… Nach außen wirkt das für viele in der Familie "plötzlich" oder übertrieben (weil sie es so darstellt)… Für mich ist es das Ergebnis eines sehr langen inneren Prozesses… ihr WhatsApp/Facebook habe ich auf stumm gestellt… ein löschen/ blockieren ist nicht möglich…

Ich vermisse nicht meine Mutter, sondern das, was eine Mutter hätte sein sollen: echte, bedingungslose Zuwendung, Interesse, Schutz…

Stattdessen gab es über Jahre ein Muster aus Pflicht, Schuld, Dankbarkeit und subtiler Kontrolle, (nicht öffentlich sichtbare) Vernachlässigung und Zuweisungen von elternpflichten…

Typische Muster meiner Mutter
  • Nähe war immer an Bedingungen geknüpft
(z. B. Hilfe, Dankbarkeit, Loyalität, Anpassung)
  • Ihre Sicht war die einzig gültige
Abweichungen wurden als Undankbarkeit, Empfindlichkeit oder Angriff gewertet
  • Kritik wurde nie wirklich angenommen
Sätze wie "Fehler macht jeder" ersetzten echte Einsicht, Verantwortung oder Veränderung… oder es gab Aussagen wie "meine Kindheit war viel schlimmer, stell dich nicht so an", "sei froh das ich nur geschrien habe","nein, so war das gar nicht" usw…
  • Kommunikation war einseitig
Sie hat nie ernsthaft gefragt, wie es mir geht oder was konkret passiert ist… aber es wird sehr viel in der Familie darüber gesprochen…
  • Nach außen moralisch, reflektiert, verständnisvoll
Nach innen keine echte Empathie, keine Selbstreflexion, keine Bereitschaft zuzuhören
  • Rollen wurden öffentlich inszeniert
(die engagierte Mutter / tolle Oma), oft auf Kosten der Kinder… zb durch postings im Status

Lange habe ich versucht, den Kontakt aufrechtzuerhalten… nicht, weil er mir gutgetan hat, sondern weil ich eine Mutter haben wollte. Es nicht anders kannte (blind war) und die Kinder ihre Oma schließlich auch lieben…

Ich habe vieles relativiert, erklärt, geschluckt, mich angepasst…

Der Wendepunkt…
das Schlüsselerlebnis…


Der endgültige "Verlust" meiner Scheuklappen kam durch eine Situation zwischen meiner Mutter und meinem Sohn…

In diesem Moment habe ich mich selbst als Kind wiedererkannt…

Das Gefühl, nicht gesehen zu werden…

Das Gefühl, dass die eigene Wahrnehmung nicht zählt...

Das Gefühl, sich anpassen zu müssen, damit sie sich weiterhin als "richtig" fühlen kann…

Nach dieser Situation gab es:
  • keine Einsicht
  • kein echtes Nachfragen
  • kein Interesse am Erleben meines Kindes
Ihre Aussage war…
"Ich habe kein Redebedürfnis. Ich habe nichts falsch gemacht."

Erklärungen meinerseits, worum es mir ging und was mein Kind gebraucht hätte, wurden nicht gehört…

Ich habe gemerkt… Hier wiederholt sich etwas…

Und diesmal geht es nicht mehr nur um mich…

Schutz meiner Kinder

Meine Kinder haben selbst begonnen, emotional Abstand zu nehmen…

Nicht, weil ich sie beeinflusst hätte… sondern weil sie sich unwohl und nicht ernst genommen gefühlt haben... Vernachlässigung gab es nicht nur emotional (wie gesagt, ausgenommen Momente/ Inszenierung um ihr perfektes selbst posten zu können)…

Für mich war klar…

Ich werde dieses Muster nicht weiterreichen… mir fiel zb selbst auf, dass ich schädigende Erziehungsmuster übernommen hatte…

Meine Mutter sieht das bis heute nicht so…

In ihrer Wahrnehmung ist sie eine liebevolle, (im größeren Maß als es die Norm ist) engagierte Groß-/mutter…

Dass diese Rolle teilweise auf dem Rücken der Kinder ausgelebt wurde, erkennt sie nicht… oder will es nicht…

Der Kontaktabbruch

Aktuell herrscht Funkstille… mit einer Ausnahme…

öffentliche, allgemein gehaltene Social-Media-Posts über Empathie, Verständnis und Kommunikation…

Formal wirken sie harmlos… treffen mich aber jedes Mal mitten ins Herz (und dann folgt die Wut)…
Denn Inhaltlich fühlen sie sich wie indirekte Ansprachen an mich an…
Sie stellt sich dort als moralisch überlegen dar und ich übernehme den Part der Schuld hat, klein gehalten wird, manchmal sogar dumm/uneinsichtig/emphatielos (wie gesagt ich werde nicht wörtlich genannt)…

Ironischerweise war sie es, die den Kontakt beendet hat… mit den Worten per WhatsApp "Ich wollte bescheid sagen das ich die Kinder Nikolaus nicht zu mir hole. Du hast für dich gewählt das meine Schwester die besser Variante ist. Ich kann das auch nicht verantworten. Das deine Kinder immer krank sind wenn sie bei mir waren. Und anworte mir nicht. Ich lass nicht zu das du mir weh tust"

Nicht, weil sie verstehen wollte, sondern weil ich nicht mehr wie früher reagiert habe…

Mein innerer Konflikt

Was mich lange schwanken ließ (und teilweise noch lässt)…
  • das gesellschaftliche Verbot, den Kontakt zur Mutter abzubrechen
  • Sätze wie "Ich bin deine Mutter, du musst"
  • eingeforderte Dankbarkeit für Dinge, die eigentlich selbstverständlich gewesen wären
  • die Angst, als "die Schwierige" oder "Komische" dazustehen (was eigentlich schon der Fall ist, aber ein endgültiger Abbruch würde dem Fass den Boden ausschlagen und für mich wieder negativ verdreht werden)…

Heute weiß ich…
Ich breche den Kontakt nicht ab, um zu bestrafen… wie gesagt ich hab den Kontakt nicht offiziell abgebrochen… ich hab nur aufgehört auf ihr Verhalten zu reagieren wie ich es in ihren Augen sollte… Ich habe aufgehört die Maske die sie mir auferlegt hat zu tragen… Ich habe aufgehört ihr Schauspiel mit zu spielen…

Ich begrenze ihn, um zu schützen… mich und meine Kinder… auch weil die Kinder es so wollen und ich dies für sie umsetze (wird natürlich anders dargestellt)…

Warum ich hier schreibe

Ich suche keinen Zuspruch im Sinne von "Du hast recht"…
Ich suche Austausch mit Menschen, die ähnliche Dynamiken kennen…
Menschen, die wissen, wie verwirrend es ist, wenn jemand nach außen empathisch, hilfsbereit, sozial und kommunikativ wirkt, aber dies alles machtspielchen sind…

Und ich schreibe auch, um mir selbst immer wieder klarzumachen…

Ich bilde mir das nicht ein…

Es gab Gründe… Es gibt Muster... Und es gibt Verantwortung… vor allem gegenüber meinen Kindern…

Eigentlich gibt es sogar noch unfassbar viel mehr zu schreiben, aber hier will ich erstmal zum Ende kommen…

Danke fürs Lesen…

Ich bin dankbar für Austausch, Rückmeldungen oder auch einfach das Gefühl, nicht allein damit zu sein… besonders letzteres auch für andere die sich wiedererkennen…
 
krava
Benutzer59943  (44) Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
  • #2
Hey

ja ich kenne das sehr gut, diese Gedanken "es ist doch die Mutter". Ja aber gerade deswegen und ich musste das auch lernen, das hat Jahre gedauert.
Und wir haben inzwischen zwar wieder vereinzelt Kontakt, aber nur oberflächlich und ich bräuchte den Kontakt auch nicht.
Aber ja ich hab lange gebraucht, um zu meiner Selbstschutzfunktion zu stehen und mich zu dem radikalen Schritt zu überwinden. Aber er war richtig und wichtig und ich würde mich immer wieder so entscheiden. Die Jahre mit kompletter Funkstille haben mir rein gar nichts genommen und ich hätte auch so weiter machen können.

Wenn nur ungesunde Dynamiken kommen und das Verhältnis nur noch toxisch ist, dann ist ein Cut das einzig richtige und ich hoffe dir geht es dann wie mir, dass du auch mit jeder Woche merkst, dass es dir gut tut.
Du hast noch die Kinder, das kommt noch dazu. Das war bei mir nicht der Fall, da ging es nur um mich selbst. Aber klar wenn du noch mehr Verantwortung hast, dann ist es auch da deine Aufgabe zu beschützen und das machst du genau richtig :smile:
Und ja ich kenne das auch mit null Einsicht.... von meiner Mutter kommt nach wie vor nichts, sie sieht sich im Recht und hält alle anderen für die Geisterfahrer, aber nicht sie selbst :ratlos: Und inzwischen hab ich auch die Hoffnung aufgegeben, dass sich das je ändern wird.
Und auch meine Mutter wirkt nach außen null "böse" und ich glaube ihr sogar, dass sie mich als Tochter liebt, aber es ging bei uns schon seit sehr früher Zeit um Machtausübung, Lenkung etc. und ich bin geflüchtet sobald ich konnte und mein Vater mir mit 19 meine erste eigene Wohnung besorgt hat. Weil auch er gemerkt hat wie ungesund unsere Dynamik ist.

ich wünsche dir gute Nerven und einen guten Rutsch ins neue Jahr :smile:
 
T
Benutzer167764  Meistens hier zu finden
  • #3
Nein, du bist nicht allein. Du hast dich aber noch nicht befreit, denn noch weigerst du dich, ihr auf FB zu entfolgen. Aber gerade dort übt sie ja noch Einfluss auf dich aus, hält dich fest und du erlaubst ihr das.

Du warst als Kind einmal vollständig von ihr abhängig und so lange theoretisch die Möglichkeit besteht, dass du oder deine Familie dies wieder sein könnte, wirst du zagen, den letzten Schnitt zu machen. Aber gerade mit dieser in dir installierten Existenzangst macht sie dich ja zu ihrer Geisel.

Ich will überhaupt gar nicht wissen, was sie dir angetan haben muss, um dich zu diesem Schritt bewegt zu haben, aber ich wünsche dir die Kraft, die Schiffe zu verbrennen. Denn nur dann kannst du vollständig heilen und deinen Kindern die Mutter sein, die du nie hattest.
 
Florence Blackwell
Benutzer205991  (66) Öfter im Forum
  • #4
FrauNaddi FrauNaddi
krava krava

Ich kann Euch eins zu eins verstehen
Keine leichte Sache ist das
 
T
Benutzer20277  (45) Meistens hier zu finden
  • #5
Ich kann aus der anderen Perspektive berichten: Meine Mutter hat aufgrund einer (anderweitig gelagerten) psychischen Erkrankung meiner Großmutter den Kontakt zu uns Enkeln unterbunden bzw. auf das nötigste beschränkt.
Und ich bin meiner Mutter im Nachhinein sehr dankbar dafür.

Zu den Social Media Postings: Wenn Du sie nicht gleich blockieren möchtest, ist es möglich, auf Facebook Ihre Beiträge für 30 Tage auf Snooze zu stellen.
Stories können auch separat geblockt werden.
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #6
das gesellschaftliche Verbot, den Kontakt zur Mutter abzubrechen
wenn man das Gefühl hat das die Gesellschaft einem solch ein Verbot auferlegt, muss man in diesem Fall einfach mal auf die Gesellschaft scheißen!
die Angst, als "die Schwierige" oder "Komische" dazustehen (was eigentlich schon der Fall ist, aber ein endgültiger Abbruch würde dem Fass den Boden ausschlagen und für mich wieder negativ verdreht werden)…
Ich hatte eine ähnliche Situation in meinen 20ern.
Kontakt zur Kernfamilie war fast komplett eingestellt ohne Kompromisse. Ich kann dir aus dieser Zeit berichten das ich immer Akzeptanz aus der Gesellschaft erfahren durfte, wenn allerdings auch einige Menschen helfen wollten das Verhältnis zu glätten.
Ich laufe der Jahre und mit fortschreitender Reife hat sich das ganze Blatt gedreht und ich bin als Person mit starkem Rückgrat angesehen und respektiert.
Deshalb rate ich dir das du deinen eingeschlagenen Weg kompromisslos gehen sollst.
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #7
Ich bin dankbar für Austausch, Rückmeldungen oder auch einfach das Gefühl, nicht allein damit zu sein… besonders letzteres auch für andere die sich wiedererkennen…
Solange ihr Facebook-Geschreibsel nicht öffentlich ist, ignorier es einfach und verlasse ggfs. die Familiengruppe. Ohne "social" media lebt sich's ohnehin leichter. Wenn Du Dich mit anderen Familienmitgliedern gut verstehst, kannst Du mit denen ja über andere Wege Kontakt halten. Gibt genug Alternativen.

Es ist immer bitter, wenn man von der unmittelbaren Familie nicht den Halt bekommt, den man gern hätte, bzw. man im eigenen Interesse den Kontakt eindampfen oder gar abbrechen muss.

Aber das kommt häufig vor. Wie sagen die Norddeutschen? Wat mutt, dat mutt...
 
Zuletzt bearbeitet:
Rissa
Benutzer192305  Öfter im Forum
  • #8
Du bist nicht allein und ich verstehe dich sehr gut.
Deine Verantwortung gilt nicht allein dir, sondern auch deinen Kindern gegenüber. Es ist ein Kreislauf, der sich solange wiederholt, bis er durchbrochen wird und das tust du offenbar. Das ist hart und ungewohnt und stößt nicht (nur) auf Zustimmung.
Die Erwartungshaltung der Gesellschaft kann enorm groß und Unterstützung/Rückhalt echt klein sein. Für viele Menschen ist es ein Ding der Unmöglichkeit, da auszubrechen oder sich von der Kernfamilie abzugrenzen. Warum? Nun, viele Menschen leiden oder sind selbst unglücklich mit ihrer, also mögen sie nicht öffentlich applaudieren (wenn Andere das getan haben, was sie sich im Stillen nicht getraut haben). Oder aber sie sind so gesegnet mit ihrer eigenen Familie und besitzen so wenig Empathie/Fantasie sich vorstellen zu können, dass nicht jeder so viel Glück hat wie sie. Denn machen wir uns nichts vor: Man ist verwandt, aber ob es "nette Menschen" sind, ist ein Stück weit Glückssache. Und du bist ihnen nicht schuldig, dir alles bieten zu lassen oder Umstände auszuhalten, die du außerhalb der Familie niemals ertragen würdest.
Ich wünsche dir, die richtigen Menschen an deiner Seite zu haben, die dir beistehen und dich bestärken. Die Gründe/Motivation für deinen Rückzug vor Augen zu führen, kann helfen, dabei zu bleiben. Und die Frage, die du dir ja auch schon stellst: Vermisse ich tatsächlich sie, so wie sie ist - oder eher die Vorstellung dessen, wie sie sein sollte. Diese kann langfristig sehr hilfreich, u U. aber auch sehr schmerzhaft sein.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Liebe!:knuddel:
 
J
Benutzer199726  (43) Sehr bekannt hier
  • #9
Wir sind in ner ähnlichen Situation mit meiner Schwiegermutter.

Die ist so toxisch und mein Mann wollte das ewig nicht wahrhaben. Jetzt wo die Kinder das aber "abkriegen", findet langsam ein Umdenken statt.

Seine Kinder schützt man oft mehr als sich selbst.

Ich finde deine Entwicklung nicht ungewöhnlich und ich möchte dich unbekannterweise in deiner Entscheidung unterstützen und dir etwas Kraft schicken.
 
FrauNaddi
Benutzer174959  Meistens hier zu finden
  • Themenstarter
  • #10
Meine lieben ich danke euch für eure Worte…
Ich Versuch mal sortiert zu antworten…
Ja auch ich war 3monate vor meinem 18 Geburtstag weg von zuhause (bin dann bei meinem Freund in seinem jugendzimmer gewesen so oft es ging… ich bin meiner Schwiegermutter dafür so dankbar dass sie das nie versucht hat zu unterbinden)…

Du hast dich aber noch nicht befreit, denn noch weigerst du dich, ihr auf FB zu entfolgen. Aber gerade dort übt sie ja noch Einfluss auf dich aus, hält dich fest und du erlaubst ihr das.
Hier würde ich das Thema gern näher erläutern denn es gibt zwei Dinge dazu…
1. würde ich sie entfernen, wäre es eine Reaktion die ihr sofort neuen Nährstoff geben würde mich weiter schlecht zu machen…
2. hat es auch die Funktion ihre Stimmung aus der Ferne zu beobachten… (was psychologisch echt nicht verwunderlich ist… schließlich muss ich seit meiner Kindheit wissen auf was ich gefasst sein muss…)

Ja ich habe meinen Prozess begonnen… es ist aber nicht einfach die eigene Erziehung komplett auszulöschen und diese Verhaltensmuster abzulegen…
(Deswegen empfinde ich deine Wortwahl auch dezent grob gewählt, weiß aber natürlich das du recht hast)

Was mich zum nächsten Punkt bringt

wenn man das Gefühl hat das die Gesellschaft einem solch ein Verbot auferlegt, muss man in diesem Fall einfach mal auf die Gesellschaft scheißen!
Ich glaub da hab ich nicht die richtigen Worte gefunden… denn die Gesellschaft hat mich schon immer nicht als die "Norm" empfunden, deswegen leg ich nicht so großen Wert auf deren Meinung… ABER ich habe diese Worte gewählt weil das öffentlich sichtbare Bild einer Person/Familie bei uns zuhause immer eine große Rolle gespielt hat… mir wurde also beigebracht das das Ansehen wichtig ist… was die Nachbarn denken und wie perfekte (selbst)Inszenierung auszusehen hat… es gibt viele Situationen die auf Bild festgehalten werden mussten (Weihnachten/ausflüge)… mir wurde auch immer wieder gesagt "sei dankbar dafür was ich alles für dich mache"…
Und ich hab auch kein Problem im grundsätzlichen Beziehungen zu beenden (zu meinem Vater besteht seit 6 Jahren kein Kontakt seit ich aufgehört habe ihn anzurufen)… auch sonst der Großteil der Familie spielt in unserem Leben keine Rolle (meine Mutter hat 7 Geschwister wo ich nur 1-2 Kontakte habe)… aber die Mutter ist nun mal ne andere Hausnummer wenn diese deine lebenslang die einzige Bezugsperson war…

T tortenesser danke nochmal für den Hinweis der Snoozen Funktion…

Solange ihr Facebook-Geschreibsel nicht öffentlich ist

Jein… es sind immer diese memebilder… sie haben keinen direkten Adressaten (aber sie tratscht ja gern alles breit, also weiß ihr "Publikum" wer gemeint ist)… es ist ihre Bühne…
Folgende Perle gab es schon:
"Mit der Empathie ist es wie mit der Intelligenz:
Entweder man hat sie. oder man merkt nicht, dass sie einem fehlt."

Ich will überhaupt gar nicht wissen, was sie dir angetan haben muss, um dich zu diesem Schritt bewegt zu haben,
Um ehrlich zu sein hab ich nur wenig Erinnerungen an meine Kindheit (auch vollkommen normal wenn man im überlebensmodus aufwächst)… es gab nur vereinzelt körperliche handgreifliche Dinge… es waren "subtile" Dinge… aber was mir im Gefängnis ist sind "ICH KANN DICH AUCH INS HEIM BRINGEN" *in absolut hysterischer Rage geschrien*
"Naddi guck mal" *klick* (sie fand es immer besonders witzig mich aus Konzentrationsphasen heraus zu fotografieren und sich über den dummblöden Gesichtsausdruck lustig zu machen)…
Die ständigen Umzüge und als ich 16 war wurden mein Bruder und ich das ganze Wochenenden allein gelassen (in der Zeit wäre eine Mutter wirklich wichtig gewesen denn ich musste SCHON WIEDER Missbrauch verarbeiten)…

Nochmals danke für diesen safeplace…

Und ja… den richtigen Weg hab ich gefunden… aber Schuldgefühle, Verhaltensmuster, Trauer und Wut werden weiterhin einige Zeit andauern… meine Heilung hat gerade erst begonnen und schreitet so schnell voran das mein Gehirn das alles zwar weiß, das Herz aber hat diese Dinge 38 Jahre in sich getragen…
 
Florence Blackwell
Benutzer205991  (66) Öfter im Forum
  • #11
Folgende Perle gab es schon:
"Mit der Empathie ist es wie mit der Intelligenz:
Entweder man hat sie. oder man merkt nicht, dass sie einem fehlt."
Das hat Deine Mutter gepostet?
Nachdem was Du über sie schreibst, könnte das ein Eigentor für sie sein- dachte ich spontan.
Wenn die Erfahrungen, Verletzungen, Gefühle und das Erleben durch die Mutter einer gewissen Lebensfreude beraubt zu werden so arg sind, muss man über diese von der Gesellschaft auferlegten Grenze gehen die besagt als Kind muss man seine Mutter bedingungslos lieben ( das hab ich jetzt überspitzt ausgedrückt) Da ist Selbstfürsorge oberstes Gebot.
Ich weiß wie schwer das ist.
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #12
es ist aber nicht einfach die eigene Erziehung komplett auszulöschen und diese Verhaltensmuster abzulegen…
Logisch. Aber auch wenn der Spruch alt ist - er stimmt: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. In Deinem Fall natürlich auch, dass Du die Spielchen Deiner Erzeugerin durchschaust.
mir wurde also beigebracht das das Ansehen wichtig ist… was die Nachbarn denken und wie perfekte (selbst)Inszenierung auszusehen hat
Vergiss es! Noch ein alter, aber wahrer Spruch: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich völlig ungeniert.

Die heile Welt ist bei vielen Leuten nur Fassade. Mal abgesehen davon, dass Du höchstwahrscheinlich gar nichts Aufregens- oder Schämenswertes tust: Was das Umfeld Deiner Erzeugerin denkt, kann Dir gepflegt am Allerwertesten vorbeigehen.


1. würde ich sie entfernen, wäre es eine Reaktion die ihr sofort neuen Nährstoff geben würde mich weiter schlecht zu machen…
Und? Bei wem denn? Wenn Du wirklich in ihrem Umfeld Leute hast, auf deren Freundschaft Du Wert legst, tritt mit denen über andere Schienen in Kontakt und erzähl denen, was Sache ist. Ansonsten lass ihr Geläster einfach ins Leere laufen.
Folgende Perle gab es schon:
"Mit der Empathie ist es wie mit der Intelligenz:
Entweder man hat sie. oder man merkt nicht, dass sie einem fehlt."
Wenn das wirklich auf Dich gemünzt ist, kann es Dir einmal mehr wurst sein. Sie nennt keine Namen - aber sie weiß vermutlich, dass es bei Dir auf fruchtbaren Boden fällt, weil Du Dich auf ihre Spielchen einlässt.

Ehrlich: Facebook-Abstinenz und alternative Kommunikationswege mit den Leuten aus der Verwandtschaft, die Dir wichtig sind, sind extrem angesagt...

Viel Glück!
 
Fantasy.
Benutzer172046  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #13
Hätte meine Mutter so gar nicht dazugelernt, hätte ich wohl auch einen Kontakabbruch erwägen müssen.
Mich von ihr zu distanzieren war jedoch schon schwierig genug, und aus der Erfahrung kann ich dir nur folgenden Rat mitgeben:
Deine Sorgen, Ängste und Gefühle als Leitfaden zu nehmen, wenn Du noch mitten in der Situation steckst, ist total verständlich. Aber nicht zielführend.
Dir bewusst zu werden, dass sie dir und deinen Kindern nicht guttut, war ein total wichtiger erster Schritt. Den Kontakt zu reduzieren und dann einzustellen der zweite.
Solange sie aber trotzdem über irgendwelche Posts Einfluss auf dich ausüben kann, wirst du diese Dynamiken nicht loswerden. Dein Kopf wird den Alarmmodus nicht vollständig verlassen können.
Ich würde an der Stelle also ausschließlich auf die Stimme der Vernunft hören und sie komplett ausschließen.
Es muss nicht für immer sein. Kein Kontaktabbruch muss das. Aber du musst aus diesen Mustern raus, dein Nervensystem muss runterfahren können. Mit genug Abstand und absoluter Funkstille sehen deine Gedanken vielleicht schon anders aus.

Es tut mir leid, wie grausam deine Mutter dich behandelt hat.
Wäre es jemand anders, der dich so behandelt, eine vermeintliche Freundin vielleicht, würdest du den Kontakt vermutlich schneller unterbinden, als die Person gucken kann. Ich habe mir angewöhnt, meine Eltern in erster Linie als Personen und erst in zweiter als Elternteil zu betrachten. Das schraubt die Erwartungen zurück und gibt mir gleichzeitig einen anderen Handlungsrahmen, weil ich agieren kann wie bei anderen Personen ohne erhöhten Status. Inzwischen kann keiner von ihnen mir noch so wehtun, wie sie das früher geschafft hätten. Diese Distanziertheit hat sich aber erst mit räumlicher und mentaler Distanz entwickeln können.

Ich weiß, dass niemand Eltern ersetzen kann und dass man mit einem Kontaktabbruch seine letzten Träume, so sinnlos sie auch scheinen, begraben muss.
Aber du darfst das. Auf dich und deine Gesundheit aufzupassen ist wichtiger als alle gesellschaftlichen Erwartungen.
Wenn die aber so drin sind, dass du schwer dagegen ankommst, hilft vielleicht dieser Gedanke: Indem du es schaffst, dich von einem extrem ungesunden Elternhaus zu lösen, bist du Vorbild für viele andere, inklusive derer, die hier mitlesen. Mich hast du jedenfalls auch nochmal zum Nachdenken gebracht.
Bei den richtigen Leuten wirst du nur Verständnis, Interesse oder Akzeptanz finden. Alle anderen werden vielleicht irgendwann von dir lernen können - oder dir egal werden. Aber auch das ist etwas, das du nur erleben kannst, wenn du den Mut findest, es zu versuchen.

Hast du jemanden, der dich unterstützen kann? Der ihre Posts für dich ausstellen, einen Plattformwechsel organisieren und dich ablenken und bestärken kann? Befreundete Menschen, deine eigene Familie? Du musst diese Entscheidungen nicht allein durchziehen und auch nicht allein tragen.

Du bist schon verdammt weit gekommen. Ich wünsche dir, dass du den Rest des Weges auch noch schaffst. In deinem eigenen Tempo und auf deine eigene Weise.
 
ThePingu
Benutzer225584  (32) Ist noch neu hier
  • #14
Seit nunmehr 12 Jahren keinen Kontakt mehr zur Herkunftsfamilie (Bruder, Schwester, Vater, Mutter - oder wie ich sie beide nenne: Erzeuger). Hat Gründe, war mir von klein auf ein Lebensziel. Und ich bin froh drum. Blut ist nicht dicker als Wasser. Und Familie kann man sich halt leider nicht aussuchen. Ich wäre auch lieber in eine Familie geboren worden, in der ich gewollt war und kein Unfall. In der ich nicht als erste Erinnerungen erzählt bekomme "Dein Erzeuger hat im Krankenhaus gesagt, das ist nicht sein Kind". Ich hätte gerne auf die emotionalen und körperlichen Vernachlässigungen und Missbräuche verschiedener Angehöriger verzichtet. Aber zum Glück bin ich ein eigenständiger Mensch und durfte Entscheidungen treffen. Für mich.
Ja, ich vermisse Familie. Als das, wie man sie sich wünscht. Nicht das, was ich hatte. Und ja, es tut gerade im Dezember immer wieder weh. Aber für mich war und ist es nach wie vor einer meiner größten Meilensteine meines Lebens.

Scheiß auf gesellschaftliche Normen und Ansichten. Die Menschen, die dich lieben, lieben dich auch ohne deine Mutter. Und unterstützen und begleiten dich auf deinem Weg, egal wie er aussieht.
Ich habe zu niemandem mehr Kontakt aus der Familie, nicht zu Tanten oder sonst wem. Lediglich meine Zahnärztin is um ein paar Ecken mit mir verwandt, aber bei uns ist Familie kein Thema. Sie weiß dass ich mit allen kontaktlos bin und das ist in Ordnung.
 
J27
Benutzer175612  (57) Meistens hier zu finden
  • #15
FrauNaddi FrauNaddi von deiner Zerrissenheit habe ich das meiste selbst erlebt. Genauso wie du werfe ich meiner Mutter vor, mir meine Mutter - das, was man sich unter einer Mutter vorstellt - weggenommen zu haben. Meine Mutter hat meine Mutter quasi umgebracht. Meine erste Lebenshälfte war irgendeine Art ständiges absurdes Betteln um ihre Liebe. Aber im Gegenzug habe ich nur eine Ablehnung und einen raffinierten Psychoterror erfahren, auch gegen meine Ehe. Acht Jahre lang hatte ich den Kontakt zu dieser bösartigen Frau unterbrochen und es war mit die beste Zeit in meinem Leben. Ich kann nur jedem wünschen, die Kraft zu finden, sich aus einer toxischen Mutter-Kind Beziehung befreien zu können und nach vorne zu schauen.
 
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FrauNaddi
Benutzer174959  Meistens hier zu finden
  • Themenstarter
  • #16
Hast du jemanden, der dich unterstützen kann? Der ihre Posts für dich ausstellen, einen Plattformwechsel organisieren und dich ablenken und bestärken kann? Befreundete Menschen, deine eigene Familie?
Ja… aber irgendwie auch nein… meine Kinder bestärken die Entscheidung… sie vermissen Oma natürlich… aber das sie dort nicht schlafen wollen sagt ja schon alles…
Auch mein Mann unterstützt (er hat zb die Oma in den Handys der Kinder geblockt um dort manipulieren zu verhindern)… er selbst (und seine Schwester) haben auch den Kontakt zu ihrem eigenen Vater gebrochen… allerdings kann ich das nur schwer vergleichen… denn der Vater hat/hatte eine ganz andere (distanziertere) Bindung (auch räumlich wohnt dieser mehrere Stunden weit entfernt)… ich empfinde die mit meiner Mutter deutlich intensiver…

oder wie ich sie beide nenne: Erzeuger
Ja solch eine abgrenzende Formulierung habe ich auch… ich sag nicht mehr Mama… im Beisein der Kinder hab ich mal Oma genannt (fand sie gar nicht fein… ich als Tochter hab sie schließlich Mama zu nennen)… mittlerweile sag ich nur noch "meine Mutter"…

Ich wäre auch lieber in eine Familie geboren worden, in der ich gewollt war und kein Unfall.
Ja auch hier der Fall… wir sind "tropi" und "hätte ich nochmal die Wahl würde ich keine Kinder bekommen" schmerzt auch wenn man schon erwachsen ist…

Ich danke euch…

Ihr versteht einfach diesen Schmerz, die Wut… wie schwierig die Situation ist😞… besonders wenn die Oma meines Mannes immer wieder anfängt wie toll sie doch dieses oder jenes findet (wie sie im Status gesehen hat macht meine Mutter ja so wunderschöne advendsgestrvke für alle ihre Freundinnen) und nicht versteht das ich nicht darüber/ über meine Mutter reden möchte…
Mir das Gefühl gibt so schlimm ist das alles doch gar nicht, denn sie ist ja so eine nette und hilfsbereite Frau, der man das schlechte doch gar nicht ansieht… als wäre meine Wahrnehmung unglaubwürdig… ich dann erzählen muss das ich die Kinder fast jedes Mal krank und vernachlässigt wieder abhole (am Sonntag die selbe Kleidung an wie Freitag… oder das der Sohn häufig Durchfall und Erbrechen hat vom Nikotin und emotionalen Stress)…

Ich weiß das ich richtig liege mit all den Entschlüssen, aber diese Unsicherheiten die einem immer wieder eingetrichtert wurden machen es nicht einfacher…

Hinzu kommen die hormonellen Schwankungen die diese Gefühle deutlich lauter werden lassen…

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleibt gesund 🫶
 
Rissa
Benutzer192305  Öfter im Forum
  • #17
Es wird immer (wieder) Menschen geben, die nicht verstehen können, warum du dich abgrenzt von ihr. Immer. Und es können auch Situationen eintreten, in denen Menschen, die du eigentlich gern hast, dich konfrontieren und sagen, dass sie nicht verstehen können, warum du das tust.... ist ja schließlich deine Mutter, sie bemüht sich doch um xyz, macht tolle Sachen, was auch immer. Ob du ihnen versuchen möchtest, deinen Standpunkt nahe zu bringen oder nicht, musst du entscheiden. Es kann halt auch sein, dass diese Menschen 'taub' sind, deine Gründe nicht hören wollen oder nicht verstehen. Das tut dann nochmal mehr weh. Und du wirst in dich gehen und dich selbst fragen müssen, wie du mit solchen Menschen umgehen möchtest. Kannst du damit leben, dass sie dich nicht verstehen? Dich eventuell sogar ständig zu 'bekehren' versuchen? U.U. distanzierst du dich da nicht bloß von e i n e m Menschen aus deiner Primärfamilie und das kann dann nochmal schmerzvoller sein.

Fühl dich gedrückt, wenn du magst :knuddel:
 
Katzenauge123
Benutzer202690  (40) Verbringt hier viel Zeit
  • #18
Mir geht es dieses Jahr mit meinem Bruder so.
Es gab so viele Verletzungen/Grenzüberschreitungen, dass ich nun an dem Punkt bin, auf Abstand zu gehen und mich selbst zu schützen.
Ich habe das auch ausgesprochen und er ist nun nicht bereit darüber zu sprechen, was in der Vergangenheit war.
Für die letzten Aussagen hat er sich entschuldigt, länger Vergangenes will er nicht aufarbeiten.
Es war das erste Weihnachten ohne ihn.
Mir tut es zwar weh, aber ohne, dass er selber an sich arbeiten will und Fehlverhalten ablegen möchte, geht es so für mich eben auch nicht weiter.

Ich wünsche dir viel Kraft.
Vielleicht kommt eines Tages eine Einsicht bei den Personen, die so verletzend mit ihren Mitmenschen umgehen, vielleicht aber auch nie 🤷‍♀️
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #19
besonders wenn die Oma meines Mannes immer wieder anfängt wie toll sie doch dieses oder jenes findet
Blöde Frage: Warum erzählt Dein Mann ihr nicht, was wirklich Sache ist?

Und nochmal: Was andere denken, kann Dir gepflegt am Allerwertesten vorbeigehen... :jaa:
 
F
Benutzer233126  (24) Ist noch neu hier
  • #20
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #21
FrauNaddi
Benutzer174959  Meistens hier zu finden
  • Themenstarter
  • #22
Update
die letzten Wochen bis zum gestrigen Höhepunkt (der Geburtstag vom großen Sohn)


Wie bereits erwähnt besteht seit einigen Wochen Funkstille zu meiner Mutter… auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin… Daran halte ich mich…

Der einzige direkte Kontakt in dieser Zeit war eine kommentarlos überwiesene Geldsumme auf meinem Konto, Verwendungszweck: "[Name des Kindes] Geburtstag"…

Parallel dazu spricht sie weiterhin intensiv mit anderen Familienmitgliedern über ihr Leid durch diese Funkstille… unter anderem mit einer meiner Tanten… Mit mir selbst sucht sie kein Gespräch…

Diese Tante hat also den Kontakt zu mir gesucht… Das Gespräch war lang und emotional… Inhaltlich ging es fast ausschließlich um den Schmerz meiner Mutter…
Typische Aussagen waren wieder:
  • "Jeder macht Fehler."
  • "Sei froh, dass ihr nicht geschlagen wurdet."
  • "Man muss auch vergeben können."
Ich habe mehrfach versucht deutlich zu machen, dass meine Mutter dabei nur ihre Sicht schildert…
Und dass ein Kind seine Mutter immer liebt… aber dass Selbstschutz manchmal notwendig ist.

Ein Satz, der mir dabei besonders wichtig war, lautete sinngemäß:

Ein Kind liebt seine Mutter… immer… Aber Blut ist nicht dicker als Wasser… Ich bin dabei zu lernen, mich selbst zu schützen…

Dieser Punkt wurde natürlich überhört…

Die emotionale Reaktion (wir haben gefacetimt und meine Tante hat geweint) galt ausschließlich dem Schmerz meiner Mutter…

Der Anruf meiner Tante war zwar anders begründet, hatte aber spürbar das Ziel, mir zu verdeutlichen, wie sehr meine Mutter unter der Situation leidet… mit der impliziten Erwartung, dass ich daraufhin wieder nachgebe oder einknicke…

Was mich daran besonders belastet:
  • Die Verantwortung für den emotionalen Zustand meiner Mutter wird indirekt mir zugeschoben…
  • Meine Grenzen werden als Härte oder "Vergangenheitsfixierung" interpretiert…
  • Es findet kein direkter, respektvoller Dialog statt, sondern Kommunikation über Dritte und öffentliche Statements…
Ich halte weiterhin an meiner Grenze fest… ich werde niemandem hinterherrennen der mich um Abstand gebeten hat…

Nicht aus Kälte oder Strafe, sondern aus Selbstschutz…

Und ich erlebe gerade sehr deutlich, wie schwer es für mein Umfeld ist, diesen Selbstschutz auszuhalten…

Zusätzlich kam… wie gesagt alles ausgerechnet am Geburtstag meines Sohnes… ein öffentlicher Facebook-Post meiner Mutter hinzu… Darin äußerte sie sinngemäß Kritik an der "jüngeren Generation", an Kontaktabbrüchen und daran, dass man sich zu sehr mit der Vergangenheit befasse…
Boomer Erziehungsmethoden

Ich frage mich ob die Generation überhaupt was richtig gemacht hat. Ich lese und höre nur noch wie schlimm alles in dieser Kindheit war.
Kontakte werden abgebrochen obwohl ein gutes Verhältnis bestand. Es wird sich mehr mit der Vergangenheit befasst als mit der Zukunft. In 20 Jahren wird diese Generation der Kinder wieder an diesen Weg stehen und anklagen. Man entscheidet doch für sich in den Glauben ich hab das beste gegeben und versucht. Jede Generation ist eine Herausforderung für sich die es zu meistern gilt. Lebt nicht in der Vergangenheit sondern in der Zukunft !
(Ja, ich weiß, ich sollte ihre Postings nicht lesen.)

Schmerz UND Wut dürfen gleichzeitig da sein
Ich merke, dass ich noch etwas ergänzen muss, weil das alles nicht eindimensional ist…

Ja, der Schmerz ist groß…

Aber da ist auch Wut…
Und die gehört genauso dazu…

Wut darüber, dass mir wieder eine Rolle zugeschoben wird, die ich mir nicht ausgesucht habe:
die Starke…
Die Sture…
die, die vernünftig sein/werden soll…
und
die, die es "aushalten" soll…

Während andere weinen dürfen und damit automatisch Recht bekommen…

Was viele (hier und in meinem Umfeld) unterschätzen:
Diese Dynamik passiert nicht im luftleeren Raum…

Sie passiert…
  • während ich selbst neurodivergent bin,
  • während diese neurodivergenz und fehlende Hilfe viele Folgen haben (zb Bindung und Verhalten bei Konflikten zum Ehemann und den Kindern)
  • während ich zwei neurodivergente Kinder begleite…
  • während ich mich mit Behörden, Hilfesystemen, Therapien und ständiger Rechtfertigung auseinandersetze…
  • während ich versuche, meinen Kindern genau das nicht weiterzugeben, was mir selbst geschadet hat.
Und sie spitzt sich wie gesagt ausgerechnet am Geburtstag meines Sohnes zu (was ich vorher irgendwie schon wusste das es kommen wird, nachdem es an Weihnachten/Silvester nichts gab)…

Ich lese hier sehr unterschiedliche Reaktionen…

Manche verstehen die Zerrissenheit und begleiten mich behutsam… dafür bin ich dankbar…

Andere fordern einen "harten Cut", als wäre das eine einfache Entscheidung mit sofortiger Erleichterung…

Was dabei übersehen wird…
Ein harter Cut ist nicht neutral…

Jede Handlung… auch Blockieren, Abbrechen oder Schweigen… löst Kettenreaktionen aus, die ich ebenfalls tragen müsste…

Und ja… Diese "Karma-Cobra" aus Schuldgefühlen, Loyalitätskonflikten und alten Mustern muss man erst aushalten können, bevor man sie loslässt…

Ich stehe also gerade nicht an einem Punkt von "entweder oder"…
Ich stehe mitten in einem inneren Konflikt, den man nicht abkürzt, ohne Schaden anzurichten… bei sich selbst oder bei anderen…

Ich arbeite mich da durch…

Langsam… Schmerzhaft… Wach…
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #23
Ja, ich weiß, ich sollte ihre Postings nicht lesen.
Das ist der wesentliche Punkt... Generelle Fratzenbuch-Abstinenz kann ich weiterhin empfehlen - und anmerken, dass die meisten Menschen sich im Alter nicht mehr ändern...

Wenn Muttchens Geschwister ihren Seich wiederkäuen: einmal erklären, dass Muttchen Unsinn erzählt - dann aber das Thema wechseln und auf weitere Bemerkungen nicht eingehen.
 
P
Benutzer201603  Öfter im Forum
  • #24
Liebe FrauNaddi FrauNaddi ,

Ich würde Dich gerne virtuell "Knuddeln" (soll jetzt aber nicht übergriffig sein)
Weil ich Dich so gut verstehe und Deinen Schmerz und die Zerrissenheit.
Mit "Knuddeln" meine ich "in Gedanken bei Dir sein" weil mir keine guten wirklich hilfreichen Worte einfallen und Ratschläge meist eher dann auch "Schläge" sind.
Ich bin selber der oft gut gemeinten Ratschläge überdrüssig.

Was ich aber sagen möchte, Du bist gut so wie Du bist. Ja das ist so ein Kinder Merkspruch, gebe ich zu aber warum nicht. Ich finde er stimmt.
So wie ich Dich kenne (auch aus privaten Nachrichten) und alles was ich so von Dir öffentlich lese, bist Du ein ganz toller Mensch, der auch oft sehr hilfsbereit ist.
Und ich denke Du gehst nen guten Weg und Du bist richtig. Da ist sooo vieles fragwürdig und falsch was ich von Deiner Mutter lese…
Hast Du eine Möglichkeit mit jemand darüber zu reden der sich z.B. in systemischer Familienberatung auskennt? Das könnte hilfreich sein um die Gedanken und Gefühle zu sortieren und einen guten (Aus-)Weg zu finden.

Bin in Gedanken bei Dir 🫶🏻
 
J27
Benutzer175612  (57) Meistens hier zu finden
  • #25
Hallo FrauNaddi FrauNaddi , ich bin/war selbst ein Betroffener, s.o. Ich wurde - so wie du von der Tante - auch von anderen Familienmitgliedern "bedrängt". Ich hatte die gleiche Zerrissenheit erlebt wie du, inklusive induzierte (=aufgezwängte) Schuldgefühle. Aus der Perspektive kann ich nur nochmal einen harten Cut empfehlen.

Andere fordern einen "harten Cut", als wäre das eine einfache Entscheidung mit sofortiger Erleichterung…
Ja. Wenn du jetzt an der Richtigkeit vom harten Cut zweifelst, dann wirst du noch weitere Jahre lang leiden, bis du irgendwann doch noch den harten Cut machst. Die Toxizität deiner Mutter und ihrer Gefolgsleute wird dich tröpfchenweise weiter und weiter zugrunde richten.

Jeder macht Fehler
Vor allem deine Mutter.

Man muss auch vergeben können
Blödsinn. Ein typischer sinnloser Appell, der nur zum Ziel hat, dich klein zu kriegen!!!! Und wenn schon vergeben - was kommt danach? Es geht ja gar nicht um die Vergebung, sondern und die alltägliche psychische Gewalt gegen dich!!!! Auch nach der Vergebung wird es nicht besser!

auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin… Daran halte ich mich
Stopp. Mach dich nicht krumm. Lass nicht zu, dass sie dein Leben bestimmt, auch nicht, wenn es um den Kontaktabbruch geht. Du musst dir klar machen, das der Kontaktabbruch von dir ausgeht, egal wie die Vorgeschichte war. Du brichst den Kontakt ab, weil der Kontakt dich sonst umbringt!

Exakt.

Aber da ist auch Wut
Die Wut ist absolut berechtigt. Du brauchst noch mehr Wut. Wut ist gut. Lass die Wut zu. Und wenn du richtig wütend bist, mach dir klar, woher diese Wut kommt und wer sie verursacht hat. Du musst dich schützen, deine Kinder, deine Ehe. Du musst deine richtige Familie schützen, und das sind deine Kinder und dein Mann.

Ich wünsche dir viel Kraft und viel Wut.
Du musst unbedingt diese Toxizität hinter dir lassen!
 
Mercur
Benutzer92501  (45) Meistens hier zu finden
  • #26
Hallo Naddi,

bei mir ist es nicht die Mutter, sondern der Vater mit dem seit 2002 kein Kontakt mehr besteht - Ausnahme die Beerdigungen meiner Großmütter.
Mein Vater ist ein sehr zerrissener Mann - Nachkriegsgeneration, mit Gewalt aufgewachsen, vermutliche Neurodivergenz - mit über 70 sicherlich nicht mehr diagnostizierbar - dazu müsste man einsehen haben, verstehen, was für ein Problem vorliegt, zudem gehört diese Generation zu denen, die nicht "bekloppt" sind. Das ist einfach so. Meine Mutter gefangen in diesem System - der Versorger ist wichtiger, als Liebe oder das Kind. Sich zu fühlen, als wäre man alleine auf der Welt. Einfach, weil die Mutter in diesem Konflikt nicht den Hintern in der Hose hat, um zum Kind zu stehen. Der Kontakt zu meiner Mutter besteht. Sie ist auch weiterhin mit meinem Vater verheiratet und sie leben zusammen.

Was ich damit sagen will: den Weg daraus hast Du für Dich gefunden. Für Deine Kinder. Augenscheinlich sind unsere Eltern nicht dazu in der Lage zu verstehen, was unsere Generation ausmacht, dass wir ein anderes Leben führen können, als das vielleicht bei ihnen noch der Fall gewesen ist, dass wir eigenständiger sein können und wir unsere Fallgruben, unsere Psyche besser erkennen können. Zudem dürfen wir mit unseren Gefühlen besser umgehen, als es in dieser Generation der Fall ist.
Ich habe mit meinem alten Psychologen mal darüber gesprochen, dass ich meiner Mutter vieles übel nehme, aber mit ihr darüber nie sprechen werde, weil ich keinen Bock darauf habe, mich in diesem Zusammenhang mit ihrem Schmerz umgehen zu müssen. Er meinte, dass würde meine Mutter auch zerstören, denn sie macht ja in ihren Augen alles richtig. Weil sie es nicht anders kann.

Ich habe nach all den Jahren einen Waffenstillstand mit meinen Gefühlen und meinem Umgang mit der Situation gefunden. Das schlimmste Gefühl dabei ist für mich, dass ich mich als Vollwaise fühle, obwohl ich Eltern habe, die beide noch Leben. Ich stehe grundsätzlich alleine da, muss mich immer organisieren, wenn ich zum Beispiel ein Taxi ins Krankenhaus benötige, weil ich stationär aufgenommen werden muss und dort nicht mit meinem Auto hin will, weil längerer Aufenthalt, die Liste dazu, wo eigentlich Eltern hinter einem stehen sollten, ist da für mich lang.

Was ich für mich allerdings gelernt habe, vor allem zu Beginn: scheiß auf die Gesellschaft. All die, die sagen, Du kannst den Kontakt nicht abbrechen, geh auf ihn zu, blablabla...
mein Vater ist ein Supermensch, nach Aussen immer Hilfsbereit, er würde, wenn er Dich mag, sofort alles stehen und liegen lassen, wenn Du anrufst und Dich vom Mond abholen, wenn Du Hilfe brauchst, er kann das nur nicht für seine Tochter.
Die Gesellschaft, die dann immer meint: Du bist die Klügere, die Jüngere, such den Kontakt, irgendwann geht das nicht mehr, wenn er tot ist...jajajaja...er hat aufgehört mit mir zu reden, wie er es immer gemacht hat, in meiner Kindheit, meiner Jugend, etc. wie es mir damit ging, hinterfragt keiner...ja, ich bin einfach ausgezogen, aber er wusste und weiß, wo ich wohne. Die Beziehung zwischen Kindern und Eltern ist keine Einbahnstraße. Sie funktioniert in beide Richtungen. Er findet hier jederzeit eine offene Tür und einen Kaffee. Er hat hier kein Hausverbot, wie ich bei meinen Eltern. Das habe ich jedem mitgeteilt, der meinte, er darf sich einmischen in meine Situation.
Das habe ich immer unterbunden.

Ich habe mir tatsächlich irgendwann professionelle Hilfe gesucht, manchmal geht es nicht ohne. Vielleicht wäre das auch für Dich was. Einfach auch, damit Dich die Postings bei Facebook nicht mehr treffen und Deine Mutter mit ihren Manipulationsversuchen nicht mehr weit kommt und es an Dir abprallt. Denn es geht ja nicht darum, was Deine Mutter gerade fühlt und wie es ihr damit geht, es geht ja dabei nur um Dich, Dein Seelenheil und Deine neue Kernfamilie. Alle anderen Menschen sollten Dir egal sein.
Ich liebe meine Eltern ja trotzdem, meine Loyalität, die jedes Kind seinen Eltern gegenüber hat - egal, was für eine Beziehung besteht - habe ich trotzdem. Nur manchmal geht Liebe nur aus der Ferne. Sie wird Deine Gedankengänge nicht verstehen und akzeptieren können. Dazu ist sie vermutlich nicht in der Lage.

Du wirst Deinen Weg aus Deiner Konfliktsituation finden. Du wirst Dich neu finden und denk nicht an die Gesellschaft. Hier geht es nur um Dich und was Du willst.

LG
Heike
 
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