Kirchenaustritt - Taufe - Kircheneintritt

Benutzer72934 

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Ich weiss nicht, ob es Gott wirklich gibt, und die Götter der alten Griechen würden mir mehr zusagen als der biblische Gott. Aber ich habe eine Mutter und eine Schwester, die erklärte Agostiker sind, einen Pa, dem die Kirche gleichgültig ist und einen (im guten Sinne) ausgesprochen gläubigen Bruder. Wir übrigen Geschwister schlängeln uns da irgendwie durch. Keines ist aus der Kirche ausgetreten. Und dann kommen noch alle die Verwandten, unter denen es auch (zum Glück liberale) Leute israelitischer Konfession hat... Da ist einfach wenig Platz für ein grundsatztreues Verhalten in religiösen Dingen!

Das ist eine interessante Zusammenstellung ;-).
Ich habe 'nur' eine halbwegs gläubige Oma und eine ebenso halbwegs gläubige Mutter (glauben nicht an Gott, aber daran dass es 'irgendwas' gibt).
Vielleicht würde ich es anders sehen, wenn ich anders aufgewachsen wäre, wer weis.

ich war noch nie Christ.

Ich hab schon vor dem Kindergarten gewusst dass ich nicht an Gott glaube und das, was die Kirche da predigt.

So geht es mir auch. Ich bin auf eine katholische Grundschule gegangen. Bedingung an mich (weil ich Atheist bin), dass ich den Schulgottesdienst besuche.
Das habe ich auch brav gemacht. Vier Jahre lang, jeden Freitag in den ersten beiden Stunden. Aber das, was ich da gehört habe, waren für mich bestenfalls Märchen. So wie die, die ich zum Einschlafen gehört habe.

Ich behaupte jetzt mal, Christ kann man auch sein, ohne an Gott zu glauben. Man kann sich auch so an die Lehren Christi halten, wenn sie einen überzeugen. Dass Christus nicht existierte und nicht predigte, wird ja wohl niemand behaupten.
Und dann kann man natürlich auch die Lehren Christi im Alltag in den Wind schlagen und trotzdem "an Gott glauben". Der Normalfall?

Dem kann ich nicht zustimmen. Ich denke nicht, dass man Christ sein kann, ohne an Christus zu glauben! An Christus zu glauben ist für mich eine Bedingung dafür Christ zu sein. Man kann auch christliche Werte leben ohne Christ zu sein, einfach deshalb, weil es menschliche Werte sind, aber man kann kein Christ sein.
BTW: Ich behaupte sehr wohl, dass es keinen Christus gab. Dass das niemand behauptet kannst du also wohl relativieren ;-).
Aber man kann an Gott glauben und sich trotzdem nicht an die Werte halten. So jemand würde dann wohl in die Hölle kommen (zusammen mit mir Ungläubigen *g*).
 

Benutzer53832 

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man bleibt höchstens aus sicht der kirchlichen sakramente ein christ, genauso wie man nach der scheidung aus kirchlicher sicht immer noch verheiratet ist.

Aus welche Sicht denn sonst ? Gibt es etwa noch eine andere Institution die den Titel "Christ" vergeben kann? :kopfschue
 

Benutzer48909 

Meistens hier zu finden
BTW: Ich behaupte sehr wohl, dass es keinen Christus gab. Dass das niemand behauptet kannst du also wohl relativieren ;-).

Ich behaupte das mit dir. Nur weil da jemand mal ein nettes Märchenbuch geschrieben hat bin ich noch lange nicht davon überzeugt, dass dieser Mensch so wie dort beschrieben wirklich mal auf der Erde gelebt hat.

Zu der Sache ist ein "Ungläubiger" getaufter Mensch Christ oder nicht... Sollte die Kirche mich als Christin ansehen, nur weil meine Eltern vor 28 Jahren was über den Kopf ihres Babys hinweg entschieden haben, dann sollen sie das.
Ich glaube weder an Gott, noch glaube ich, dass Christus mal gelebt hat und mir ist es auch herzlich egal, ob es die nun alle gab oder nicht. Ich selber würde mich nicht als Christin bezeichnen, aber wenn es jemand tut, dann tut es mir auch nicht weh. Mir ist es einfach egal, was sich die Kirche da denkt oder nicht.
 

Benutzer54457 

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Aus welche Sicht denn sonst ? Gibt es etwa noch eine andere Institution die den Titel "Christ" vergeben kann? :kopfschue

na aber hallo! ein christ ist keine sache mit mitgliedsausweis und so weiter. es gibt halt eine kirche, die die lehren konserviert und in einen gewissen zeitgenössischen rahmen setzt. wenn man weiß, was ein christ ist, kann man sich damit identifizieren oder auch nicht.

Was den Rest deiner Argumentation angeht: du sagst im Wesentlichen:
1) Taufe ist nicht primär christlich, sondern Teil unserer Kultur.
2) Taufe schadet Kindern nicht, das ist alles nicht so schlimm.

mir gehts nicht um die taufe. die taufe ist ein leeres ritual für die eltern, einzig relevant ist die zuordnung zum religionsbekenntnis. der christliche einschlag, die christlichen feste, die christliche geschichte mit den gleichnissen, die bibel zu einem teil, das alles ist IMO mehr unsere kultur als irgendeine domäne der kirche. inzwischen. wie gesagt: IMO muss man sowieso selber der christ sein.

von daher schadet die taufe auch nichts. woher auch. niemand kann einem menschen zum vorwurf machen, dass er gegen seinen willen da praktisch "reingeboren" wurde.

Das ist deine Sicht und ich muss dir recht geben: wenn man aus einer, sagen wir mal, moderat konservativen Familie kommt, verhält sich das sicher so: wir taufen, "weil das eben dazu gehört", und danach kommt das Kind halt in den katholischen Religionsunterricht und geht vielleicht zur Kommunion, und dann ist auch gut (so war zB auch meine Karriere).

für mich hat das 0 zu tun mit "weil es sich eben so gehört". ich bin dafür, es spricht nichts dagegen.

Und dann heisst das natürlich auch, dass du das für deine Kinder entscheidest. Du bringst sie damit effektiv gegen ihren Willen in die christliche Religion ein.

wie gesagt: ich halte das nicht für einen "big deal", weil sie nie tun müssen, was sie nicht tun wollen. für mich ist religion weniger etwas, das relevante antworten bringt (außer die fundamentalen christsein-geschichten, aber die geben wir alle an unsere kinder weiter, ob gläubig oder nicht), als ein kulturverein.

Sicher, das ist nicht der direkte Weg ins frühkindliche Bewusstseinstrauma: aber es ist eine Entscheidung, die du für deine Kinder triffst, und die Konsequenzen hat.

genauso wie es konsequenzen hat, keine religionszugehörigkeit herbeizuführen.
Wenn ich hier lese, wie frühzeitig schon jüngste Kinder in proreligiöse Veranstaltungen eingebunden werden, sei es der gemeinsame Ausflug mit der Pfarrgruppe, sei es der Kindergottesdienst... solche Kinder werden (und mir ist klar, dass viele das so nicht nennen würden) in einer gewissen Weise indoktriniert, indem ihnen das christliche Leben als normal und positiv vorgelebt wird, indem ihnen christliche Vorstellungen und Überzeugungen von frühester Kindheit an als "das stimmt so" vorgelebt werden.

dagegen halte ich: es gibt nicht DAS christliche leben. frömmigkeits-hierarchien interessieren mich nicht. aus frömmigkeits-sicht bin ich sicher nur ein sehr blasser, in grundzügen kompatibler christ. im vordergrund stehen für mich die leute, wir, ich, die kinder. wir geben uns die sache, schaun uns an, was uns gefällt, und den rest vergessen wir.

Natürlich: nicht alle getauften Kinder enden als seelische Krüppel und Fundamentalisten. Natürlich: im Prinzip ist das alles ein ganz normaler Vorgang, und ganz normal fürs christliche Mitteleuropa, und ich übertreibe total.

dahinter steht einfach der wunsch nach selbstverantwortlichkeit, unabhängigkeit und so weiter. ich glaube einfach, dass man noch viel mehr "drüber" stehen kann, wenn man sich einfach mal offen die geschichte "geben" lässt, und dann selber entscheidet, was für eine rolle das im leben spielen soll.

eine taufe und ein gewisser kontakt mit diesen sachen ist nicht infekziös oder individualitätshemmend (letzteres würde ich garantiert verhindern), sondern gerade das gegenteil: wir stehen so weit drüber, dass wir einfach tun was wir wollen und aus :smile: der standpunkt: "die taufe ist beginn einer indoktrinierung, konsequenzen, minderjährige!!! etc.." ist für mich auf der individualitätsskala zwar sehr weit oben, aber doch noch UNTER dem: ich bin ich, was cih sein will bin ich, was nicht das nicht, indoktrinieren und so weiter kann mich niemand, wenn mir was nicht passt, sag ich: "tschüß mit ü". hinter der angst vor indoktrinierung steht irgendwo die einstellung, dass die kirche einen jeden mit erfolg indoktriniert, und man sich nur so davor schützen kann. was einen selbst weit mehr entmächtigt, als es der wirklichkeit entspricht (oder entsprechen könnte).

manche sehen das anders, fühlen sich nicht so erhaben (über eine sache, über die aber niemand anders erhaben sein kann außer sie selber), fühlen sich sofort gezwungen, nach irgendwelchen maßstäben ein objektiv guter christ zu sein, auch die "negativen" dinge mitzumachen und nicht nur die "positiven" dinge wie zeremonien "herauszupicken" etc. (weil das wäre aus irgend einem grund ja "unter aller sau").
Aber es bleibt Fakt: all das geschieht auf Entscheidung der Eltern. Sie setzen ihre Kinder mit der Taufe (und den folgenden Entwicklungen) einer Religion aus, die sie - die Kinder - vielleicht gar nicht wollen.

ich weiß nicht... ganz ehrlich, nicht bös gemeint: so sehr ich diesen standpunkt im theoretischen nachvollziehen kann: man setzt seine kinder IMMER irgendwas aus, sei es jetzt dem leben "ohne bekenntnis" oder getauft z.b. "röm. kath.". für mich ist das teilweise eine gigantische dampfplauderei. aber vielleicht auch, weil es so viele unterschiedliche verständnisse von "kirche" gibt. für mich sind wir die kirche, extremisten, homophobiker, abtreibungsgegner usw haben ein ganz anderes verständnis der sache, das ich nicht nachvollziehen kann. wie gesagt: momentan kann man noch "säkularer", aufgeklärter, etc. christ sein, ohne sich in irgendeiner form mit diesem schwachsinn assoziieren zu müssen. geht das nicht mehr, ist meine ansicht an der wirklichkeit falsifiziert, und leute wie ich haben in der kirche keinen platz mehr (weil es eben wirklich kein verbiegen sein soll). noch ist das aber IMO nicht so.


Warum? Das ist die einfache Frage. Warum nicht warten, bis die Kinder das selber entscheiden können? Was spricht denn dafür, ein unmündiges Baby in die Gemeinschaft der Gläubigen zu holen? - Das mag im Mittelalter und der frühen Neuzeit ok gewesen sein, als man nochd avon überzeugt war, dass ungetaufte Babys in der Vorhölle landen (hat der Papst übrigens kürzlich abgeschafft) und als die Säuglingssterblichkeit sehr hoch war - und als wirklich *alle* der Gemeinschaft der Christen angehörten.
Aber heute?

weil ich gerade die kindheit in gewisser nähe zum christentum reizvoll finde. man bekommt da eben die art von grundsätzlichem "christ"-verständnis, das ich ok und in weiten teilen mit dem selbstverständnis von säkularen, aufgeklärten, offenen, zeitgemäßen menschen deckungsgleich finde.

es steht und fällt damit, wie sehr man selbst drüberstehen kann, und sich nicht in einem verhältnis versteht, in dem man von irgendwem jetzt großartig "beeinflusst" wird.

BTW: Weil es weiter oben erwähnt wurde, dass man auch bei Kirchenaustritt Christ bleibt wenn man getauft wurde: Das ist genau der Grund, aus dem ich froh/ stolz bin, nicht getauft zu sein.

kennt ihr dieses spiel, das man mit kindern spielt? meine eltern haben uns immer auf die wangen geküsst, und manchmal wollten wir das aus beleidigt-sein-gründen nicht und haben symbolisch an der wange herumgewischt. mal sagte meine mutter zu meiner kleinen schwester: "geht nicht runterwischen, ist angenagelt! ;p", und die hat das wirklich geglaubt, das war für sie realität (und für uns einfach köstlich ;D). und war total verärgert, dass sie das bussi nicht von ihrer wange kriegt. ;D

naja. back to serious fucking stuff. genauso ist das doch mit diesem pseudostolz. das ist doch nur kindisch. wer will dir bitteschön erklären, was du bist und was nicht. wer. das ist doch lächerlich.

Wenn man die Kirche als Institution ablehnt (wofür es wohl auch für gläubige Christen Grund gibt), dann (finde ich), sollte man auch auf kirchliche Hochzeit und Taufe verzichten.

solange es für leut wie mich in der kirche noch einen platz gibt (und das wird so lange der fall sein, wie die kirche in ihrem selbstverständnis nicht das scheibchen liberalität abschneidet, das mich beinhaltet), wäre diese konsequenz unnötig. wenn man aber nur noch in der kirche sein kann, wenn man in irgendeiner positiven beziehung zu der "dark side" dieses vereins zu stehen, DANN bin ich da bei dir.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Ich würde meine Kinder nicht taufen lassen, sie sollten am liebsten recht unbeeinflusst ihre eigene Religion finden.
 

Benutzer53832 

Benutzer gesperrt
na aber hallo! ein christ ist keine sache mit mitgliedsausweis und so weiter.

Aber sicher doch.

es gibt halt eine kirche, die die lehren konserviert und in einen gewissen zeitgenössischen rahmen setzt. wenn man weiß, was ein christ ist, kann man sich damit identifizieren oder auch nicht.

Identifizieren vielleicht. Man kann sich auch Anhänger Jesu nennen.
Aber Christ wird man durch die Taufe und nichts anderes.
 

Benutzer31418 

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Ich finds einerseits ganz sinnvoll, Kinder erst dann taufen zu lassen, wenn sie es selbst so entscheiden (bzw dann, wenn sie evtl. keine Kinder mehr sind). Andererseits ist die Taufe an sich ja nicht das "Problem", die ändert ja nicht groß was, sondern die Erziehung, die ohnehin religiös gefärbt sein wird, wenn die Eltern religiös sind, auch wenn man die Taufe weglässt. Und sei es nur, dass das Kind zum Gottesdienst mitkommt, weil kein Babysitter da ist.

Nu ja, ich bin getauft worden und wäre da snicht der Fall gewesen, hätte ich das vermutlich eh recht bald nachholen wollen, obwohl ich nicht sehr religiös erzogen wurde, aber das Interesse an Religion und v.a. Christentum war schon als Kind da - fast mehr als jetzt. Was hab ich meine Kinderbibel verschlungen. :tongue:
 

Benutzer72934 

Verbringt hier viel Zeit
naja. back to serious fucking stuff. genauso ist das doch mit diesem pseudostolz. das ist doch nur kindisch. wer will dir bitteschön erklären, was du bist und was nicht. wer. das ist doch lächerlich.

Wer? Na ich!
Es geht bei meinem Pseudostolz darum, dass ich für mich selbst weis, dass ich nichts mit Gott und/ oder der Kirche zu tun habe, nie hatte und nie haben werde. Es geht nicht darum, dass die Kirche oder jemand anders sagt 'Du bist Christ, weil du getauft bist', sondern dass ich für mich sagen kann, dass ich kein Christ bin. Das ist für mich eben wichtig.

solange es für leut wie mich in der kirche noch einen platz gibt (und das wird so lange der fall sein, wie die kirche in ihrem selbstverständnis nicht das scheibchen liberalität abschneidet, das mich beinhaltet), wäre diese konsequenz unnötig. wenn man aber nur noch in der kirche sein kann, wenn man in irgendeiner positiven beziehung zu der "dark side" dieses vereins zu stehen, DANN bin ich da bei dir.

Ich sehe das ganze eben mit weniger Grauzonen.
Ich verstehe, dass es Christen gibt, die nichts mit der Kirche am Hut haben und auch, dass es Leute gibt, die in der Kirche sind, obwohl sie nicht wirklich gläubig sind. Aber mehr Grauzonen sehe ich persönlich nicht. Es steht jedem frei seine eigene Zone grau einzufärben, aber für mich bleibt es eben bei der groben Pixelung (Mist, zu viel am Grafikprogramm gearbeitet :grin: ).
Ich bin (was die Gläubigkeit angeht) eben 'black to the bones' *g*.
 

Benutzer6874  (35)

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Sicher kann man gläubig sein ohne der Kirche anzugehören.

Aber wie kann man Gott erfahren, ausserhalb einer Glaubensgemeinschaft? Auch Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind und sich noch als gläubig bezeichnen, schleppen doch noch das Gottesbild der Kirche weiter mit sich! Sonst ist dieser Gott nur noch eine Art Urknall, oder das eigene Gewissen.

Wir Menschen leben in einer ausserordentlich komplexen Welt und müssen und irgendwie durch mogeln. Ich sehe da wenig Platz für klare Lösungen.
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Ich werde meinem Kind mit Sicherheit keine Taufe aufdrängen. Insgeheim hoffe ich, dass es das von selbst ablehnt, da ich völlig gegen die Kirche bin, aber sollte es sein Wunsch sein, würde ich das akzeptieren und in einem angemessenen Alter nachholen lassen. Ich finde es nicht gut, wenn Eltern ihren Kindern eine Religion aufzwingen.
 

Benutzer13521  (40)

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Ich frage mich wozu man Religion überhaupt noch braucht? Ich werde mein Kind nicht taufen lassen, aber ich werde auch versuchen es so zu erziehen, dass es nie auf eine Stütze wie den Glauben an einen Gott angewiesen sein wird.
Und beeinflussen tun wir unsere Kinder dann auf die eine oder andere Weise doch in Richtung "unserer" Religion, sei es durch Tischgebete, vielleicht den ein oder anderen Kirchenbesuch (Weihnachten, Hochzeiten, Beerdigungen, andere Feste). Ein Kind dass in einer christlichen Familie aufwächst wird immer einen kürzeren Weg zum Christentum haben als zum Islam/Judentum/Hinduismus/etc.
 

Benutzer54457 

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Identifizieren vielleicht. Man kann sich auch Anhänger Jesu nennen.
Aber Christ wird man durch die Taufe und nichts anderes.

find das lächerlich. wenn man weiß, was christen sind, kann man sich damit identifizieren oder auch nicht. mir egal, ob ich am magistrat dann "röm.kath" oder "ohne bekenntnis" stehen habe. aber egal, darauf müssen wir uns ja nicht versteifen.
 

Benutzer53832 

Benutzer gesperrt
find das lächerlich. wenn man weiß, was christen sind, kann man sich damit identifizieren oder auch nicht. mir egal, ob ich am magistrat dann "röm.kath" oder "ohne bekenntnis" stehen habe. aber egal, darauf müssen wir uns ja nicht versteifen.

Man kann sich damit identifizieren, ja.
Aber nur weil man sich mit den Freimaurern identifizieren kann, ist man noch lange keiner.
Was ich damit sagen will ist, daß man Religion auch mal etwas losgelöst vom bloßen "Glauben" betrachten sollte, sondern im Sinne von Spiritualität (womit heutzutage kaum noch einer etwas anzufangen weiß).
Das liegt vor allem daran, daß das Ritualerleben in der christlichen Kirche im Wesentlichen ausgelutscht ist. Wirklich vorhanden ist das ja eigentlich in Ansätzen nur noch bei der Trauung.

Wenn man sich aber zumindest mal versucht, vorzustellen, was die Taufe in einem Fluß für einen Menschen vor 1500 Jahren für eine Bedeutung hatte, wird einem das vielleicht etwas klarer, oder auch nicht.

Ein Initationsritual führt eben durch ein spezielles Erlebnis ein und wenn es ein gelungenes, wirkungsvolles Ritual ist, dann ist das etwas, an das man sein ganzes Leben lang denkt und das das spirituelle Erleben erst ermöglicht.

Ich kann mich mit einem VIP-Club vielleicht identifizieren, in den Genuß der damit verbundene Vorteile komme ich nur über die Mitgliedschaft.


Ich frage mich wozu man Religion überhaupt noch braucht?
Ich werde mein Kind nicht taufen lassen, aber ich werde auch versuchen es so zu erziehen, dass es nie auf eine Stütze wie den Glauben an einen Gott angewiesen sein wird.
Und beeinflussen tun wir unsere Kinder dann auf die eine oder andere Weise doch in Richtung "unserer" Religion, sei es durch Tischgebete, vielleicht den ein oder anderen Kirchenbesuch (Weihnachten, Hochzeiten, Beerdigungen, andere Feste). Ein Kind dass in einer christlichen Familie aufwächst wird immer einen kürzeren Weg zum Christentum haben als zum Islam/Judentum/Hinduismus/etc.

Ich möchte hier nicht zzum Fürsprecher für Religion werden - ich bin selbst aus der Kirche ausgetreten.
Ich weiß aber aus meiner Mitgliedschaft in einer humanitären Gemeinschaft, daß viele Menschen die den Weg zu uns finden, im Lebensalter zwischen 25 und 35, nicht zufällig im Bereich der Midlifecrisis, auf der Suche nach Antworten auf viele Fragen sind.
Ich behaupte, daß jeder Mensch an einen Punkt in seinem Leben gerät, wo er sich die Frage nach dem Sinn stellt, sich mit dem Tod...also mit essentiellen Fragen des Lebens beschäftigt.
Manch einer überhört das einfach, manch einen erwischt es auf dem völlig falschen Fuß, vielleicht in Kombination mit einem persönlichen Verlust und manch einer findet einen Weg, damit umzugehen.

Das kann die Lehre einer Religion und der damit verbundene Glauben sein, oder etwas anderes, spirituelles.

Auf jeden Fall etwas das Halt gibt, den selbst die beste Erziehung nicht immer geben kann, insbesondere, wenn man vielleicht wichtige Personen verloren hat.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Was ich damit sagen will ist, daß man Religion auch mal etwas losgelöst vom bloßen "Glauben" betrachten sollte, sondern im Sinne von Spiritualität (womit heutzutage kaum noch einer etwas anzufangen weiß).

ist lustig, aber spiritualität ist sicher eins von den dingen, die mein verständnis von der ganzen sache "zum ticken bringen". also ein guter teil dessen, was ich hier eigentlich meine..

ich schreib später noch mehr zu deinem post.
 

Benutzer13521  (40)

Verbringt hier viel Zeit
Ich möchte hier nicht zzum Fürsprecher für Religion werden - ich bin selbst aus der Kirche ausgetreten.
Ich weiß aber aus meiner Mitgliedschaft in einer humanitären Gemeinschaft, daß viele Menschen die den Weg zu uns finden, im Lebensalter zwischen 25 und 35, nicht zufällig im Bereich der Midlifecrisis, auf der Suche nach Antworten auf viele Fragen sind.
Ich behaupte, daß jeder Mensch an einen Punkt in seinem Leben gerät, wo er sich die Frage nach dem Sinn stellt, sich mit dem Tod...also mit essentiellen Fragen des Lebens beschäftigt.
Manch einer überhört das einfach, manch einen erwischt es auf dem völlig falschen Fuß, vielleicht in Kombination mit einem persönlichen Verlust und manch einer findet einen Weg, damit umzugehen.

Das kann die Lehre einer Religion und der damit verbundene Glauben sein, oder etwas anderes, spirituelles.

Auf jeden Fall etwas das Halt gibt, den selbst die beste Erziehung nicht immer geben kann, insbesondere, wenn man vielleicht wichtige Personen verloren hat.
Und ich sehe hier die Religion mit ihrem Versprechen eines Lebens nach dem Tod (im Himmel/Jenseits) als "Irrglauben" an. Es ist für mich absolut unwahrscheinlich, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Wenn es das täte, nicht schlecht, aber was sich die Religionen dann in ihrer Fantasie ausmalen ist doch absolut willkürlich und reine Irreführung. Natürlich beruhigt es die Leute, und wenn sie es wirklich nur als Beruhigungstablette benutzen, okay.
Aber meist sind mit dem Himmel oder ähnlichem dann gleich noch ein paar Bedingungen aufgeführt, die man doch bitte zu erfüllen habe. Da gibt es mehr oder weniger unsinnige Regeln an die man sich zu halten hat. Kommen z. B. Homosexuelle in den Himmel? Oder doch gleich in die Hölle? Vielleicht auch nur erstmal ins Fegefeuer? Wie sieht es mit Ehebrechern aus? Und wenn man für seine Religion gestorben ist geht es in die VIP-Lounge?
 

Benutzer53832 

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Und ich sehe hier die Religion mit ihrem Versprechen eines Lebens nach dem Tod (im Himmel/Jenseits) als "Irrglauben" an. Es ist für mich absolut unwahrscheinlich, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Wenn es das täte, nicht schlecht, aber was sich die Religionen dann in ihrer Fantasie ausmalen ist doch absolut willkürlich und reine Irreführung. Natürlich beruhigt es die Leute, und wenn sie es wirklich nur als Beruhigungstablette benutzen, okay.

Es ist ein Rezept, ich behaupte nicht, daß es auch gut ist :smile:

Aber meist sind mit dem Himmel oder ähnlichem dann gleich noch ein paar Bedingungen aufgeführt, die man doch bitte zu erfüllen habe. Da gibt es mehr oder weniger unsinnige Regeln an die man sich zu halten hat. Kommen z. B. Homosexuelle in den Himmel? Oder doch gleich in die Hölle? Vielleicht auch nur erstmal ins Fegefeuer? Wie sieht es mit Ehebrechern aus? Und wenn man für seine Religion gestorben ist geht es in die VIP-Lounge?

Ich bin kein Freund von Religion, weil Religion ein Dogma braucht.

Es gibt aber genug vergleichbares, das ohne Dogma auskommt.
 
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