Kirchenaustritt - Taufe - Kircheneintritt

Benutzer49751 

Verbringt hier viel Zeit
Natürlich und das ist auch gut so. Der Verein gehört nicht dir, sondern denen halt und die dürfen tun und lassen, wie sie gerade lustig sind.

Genau, du kannst an Gott glauben, ohne in der Kirche zu sein. Deine Kinder auch.

wenn du deine Kinder aber KIRCHLICH taufen willst, dann hat die Kirche da ein Wörtchen mitzureden.

worauf beziehst du das " Natürlich und das ist auch gut so"?

ja, da hat sie mitzureden, aber wenn ich taufpaten hab die in der kirche sind oder dafür eintreten, dann ist das ja eh kein problem mehr.
 
C

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Gast
worauf beziehst du das " Natürlich und das ist auch gut so"?

ja, da hat sie mitzureden, aber wenn ich taufpaten hab die in der kirche sind oder dafür eintreten, dann ist das ja eh kein problem mehr.

Letzter Satz, bezüglich Taufe und nicht in der Kirche sein.
und ganz einfach darum, weil die Kirche die Freiheit hat dies so zu entscheiden und das finde ich gut.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich kann deinem Freund hier nur voll und ganz zustimmen.

Warum sollte ich mein Kind taufen lassen, wenn ich an den ganzen Quatsch nicht glaube?!?
Und vor allem möchte ich überhaupt nicht, dass mein Kind in irgendeiner Weise christlich erzogen wird, was ja nach einer Taufe eigentlich vorgesehen ist (auch wenn es oft nicht unbedingt so gehandhabt wird).

Von daher finde ich den Kicheneintritt deiner Freundin auch ziemlich bescheuert.

Wer will, dass sein Kind getauft wird, usw., soll einfach Mitglied in diesem Verein bleiben.
 

Benutzer10610 

Verbringt hier viel Zeit
jedenfalls find ich es outright blödsinnig, zu sagen, mit der kirchenmitgliedschaft hätte man irgendeine irgendwie geartete moralische verpflichtung gewisse dinge mitzumachen. ich mache mit, was ich für gut erachte, und nicht, was irgendwer meint, dass gute christen tun sollten. ist doch keine sekte.
Komisch, hier hab ich noch NIEMANDEN gelesen, der geschrieben hat, als Gläubiger müsse man alles mitmachen, was die Religion zu bieten hat.
WAS hier geschrieben wurde war:
Glauben, "Angebote" (inklusive Feste, Gebäude, Zeit des Pastors, ...) nutzen, zahlen -> gut
Glauben, "Angebote" nicht nutzen, nicht zahlen -> gut (und für mich nachvollziehbar, ich brauche keine Gebäude um zu glauben und Ostern, Erntedank und Weihnachten kann ich auch in der Familie feiern ohne Gottesdienst)
Nicht glauben, nichts nutzen, nicht zahlen -> gut (und natürlich nachvollziehbar)
Nicht glauben, nach Bedarf nutzen weils so schön ist, nicht zahlen weil man das Geld sparen will -> ist nicht in Ordnung

Du hast am Anfang nur gesagt "Wenn ich zahlen müsste würde ich austreten und dann bei Bedarf wieder eintreten", was für mich so geklungen hat als würdest Du nicht zahlen WOLLEN. Weshalb Du meinst als Student der Kirche gegenüber groß argumentieren zu müssen, dass Du nicht zahlen kannst, verstehe ich nicht. Zumindest in evangelischen Kreisen zahlt man als Student automatisch nichts und bei mir kam nur nach dem Abitur ne kurze schriftliche Anfrage ob ich denn jetzt arbeite und seitdem habe ich Ruhe.

da sag ich dann auch tschüß zu dem verein.
Wie gesagt, absolut nachvollziehbar.

trotzdem kann ich doch an gott glauben, oder nicht? oder muss ich dafür regelmäßig die kirchenkassa füttern?
Natürlich kann man das. Man kann durchaus glauben und nicht hingehen. Ich war zuletzt letztes Jahr im März auf ner Beerdigung in ner Kirche. Und ich glaube trotzdem. Und nu?

da passiert das dann auf FREIWILLIGER basis, das ist ja schon mal ein ganz anderer ansatz.
Scheitert in D an der "Geiz ist geil"-Mentalität.
UND an der Qualität der Gottesdienste... ich gehe zu kaum einen, weil sie einfach staubig sind.
Freiwillige Basis habe ich übrigens selber vor ein paar Beiträgen vorgeschlagen: Entweder Mitglied sein und Jahresbeitrag zahlen oder dann zahlen, wenn mans nutzt. Denn die Nutzung ist doch freiwillig, oder irre ich mich? :zwinker:


trotzdem will ich meine kinder taufen lassen, und wie kann ich das machen uasser in der kirche, also muss ich ja diese leistung dann dort in anspruch nehmen.
Also meiner Meinung nach nehmen dann Deine Kinder die Leistung in Anspruch, denn diei Eltern müssen dazu nicht in der Kirche sein (im Sinne von Steuern zahlen). Nur die Taufpaten müssen drin sein. Und die Kinder müssen ja sowieso noch nicht zahlen. Also wo ist das Problem?
 

Benutzer53338 

Meistens hier zu finden
Also ich bin nicht getauft.

Keins der Kinder meiner Eltern ist getauft, zumindestens weiss ich es bei meinem aelteren Bruder. Mein anderer Bruder ist verstorben, ich weiss aber nicht, ob meine Eltern ihn vor seinem Tod noch taufen lassen haben, denn es war abzusehen das er nicht ueberleben wird.

Meine Eltern wollten aber das mein Bruder und ich diese Entscheidung tragen, ob wir uns taufen lassen moechten oder nicht. Wir wollten es beide nicht. Ich werde es auch so bei meinen Kindern machen, ich will sie alleine entscheiden lassen und ihnen nichts aufzwingen... wobei ich nicht finde, dass der Glaube etwas mit der Kirche zu tun hat.

Dein Freund hat ja Recht, es wird ja niemand dazu gezwungen sein Kind taufen zu lassen. Allgemein sollte man doch auch ueberdenken, warum man sein Kind taufen lassen moechte. Weil es sich "so gehoert"? Oder weil man selbst diesen Glauben besitzt und sein Kind auch so erziehen moechte? Wenn man die erste Frage mit Ja beantwortet, dann finde ich sollte man seine Absicht vielleicht doch noch mal ueberdenken.

Ich glaube das viele Leute ihre Kinder taufen lassen, allein aus dem Grund "weil es sich ja so gehoert" - und das ist in meinen Augen Schwachsinn.
 

Benutzer10610 

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Kreuzigung umsonst, linke Reihe anstellen, jeder nur ein Kreuz!"

[...]

"Bei den Katholiken gibt es jetzt zweí Hochzeiten zum Preis von einer!" - "Die evangelikalen Freichristen kontern mit doppelter Portion Seelenheil extra zum Sündenfrei-Sparmenü!" - "Aber habt ihr schon gehört, die Baptisten von umme Ecke haben diese Woche all you can tauf!"
:grin: :grin: :grin: Find ich SEHR geil! Gut geschrieben, auch wenn der Anfang (Kreuzigung) geklaut ist :zwinker:
Aber mal im Ernst: Wenn die Kirche ihr Geld danach bekommen würde, wie viele Leute tatsächlich kommen, dann würden auch mal die Gottesdienste entsprechend aussehen. Prime-Time statt 10 Uhr morgens am Samstag, Gospel statt staubige Gesangsbücher. Klappt in anderen Ländern doch auch!
 

Benutzer10610 

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Die Eintretungs-Zeremonie.
Du wirst ja beim Wiedereintritt nicht neu getauft :zwinker:
Und wie schon alle anderen gesagt haben: Kinder MÜSSEN ja nicht getauft werden, das können sie doch im entsprechenden Alter selbst entscheiden.

Gibts eigentlich bei den "gängigen" Kirchengemeinden (gibt ja auch "Ableger" mit etwas spezielleren Zeremonien etc) auch noch eine Erwachsenentaufe oder ist das TOTAL unüblich? Weil das ist ja die eigentliche, ursprüngliche Form der Taufe
 

Benutzer56469  (36)

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Du wirst ja beim Wiedereintritt nicht neu getauft :zwinker:
Und wie schon alle anderen gesagt haben: Kinder MÜSSEN ja nicht getauft werden, das können sie doch im entsprechenden Alter selbst entscheiden.
Ich bin ja schon getauft.

Bei uns ist das Tradition dass man seine Kinder tauft. Ich kenne niemanden in meinem Freundeskreis der nicht getauft worden ist.
 

Benutzer72934 

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Das ist eben die Trennung zwischen Glauben und gesellschaftlichen Ritualen. Ich kenne viele Menschen, die nutzen die Kirche als Zeremonenmeister für ihre Lebensriten. Die Pfarrer haben Routine, sie finden die richtigen Worte und vor allem haben sie sich längst daran gewöhnt, die Menschen nicht mit Fragen nach dem Glauben vor den Kopf zu stoßen.

Das ist es, was ich meine. Viele Leute nehmen sich das, was ihnen an der Kirche gefällt, sind dafür aber nicht bereit auch das zu nehmen, was ihnen nicht gefällt.
Natürlich kann es sein, dass jemand zu wenig Geld hat um regelmäßig Kirchensteuer zu zahlen, aber woher kommt dann das Geld für Zigaretten, das Essen bei McDonald oder auch nur das Taufkleidchen?
 

Benutzer53832 

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Nur mal eben nebenbei, weil das offensichtlich vielen nicht klar ist.
Wer einmal getauft wurde, ist Christ und bleibt das auch nach dem Kirchenaustritt.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Nur mal eben nebenbei, weil das offensichtlich vielen nicht klar ist.
Wer einmal getauft wurde, ist Christ und bleibt das auch nach dem Kirchenaustritt.

auf eine "nur mal nebenbei, weil das offensichtlich vielen nicht klar ist"-aussage von dir warte ich in vielen threads :zwinker:


man bleibt höchstens aus sicht der kirchlichen sakramente ein christ, genauso wie man nach der scheidung aus kirchlicher sicht immer noch verheiratet ist.

ist halt die frage, inwieweit "man" christ bleibt, nur weil die kirche in ihren sakramenten keinen austritt vorgesehen hat.

Das ist es, was ich meine. Viele Leute nehmen sich das, was ihnen an der Kirche gefällt, sind dafür aber nicht bereit auch das zu nehmen, was ihnen nicht gefällt.
Natürlich kann es sein, dass jemand zu wenig Geld hat um regelmäßig Kirchensteuer zu zahlen, aber woher kommt dann das Geld für Zigaretten, das Essen bei McDonald oder auch nur das Taufkleidchen?

abgesehen von der kirchensteuer, von der mir einleuchtet, dass es mitgliedern, die können, angelastet werden kann, sie auch zu bezahlen (wobei ich den vergleich mit zigaretten und mcdonalds lächerlich finde), entscheide ich selbst, wo ich die kirche "in anspruch nehme" und wo nicht. wie gesagt, IMO bin der christ ich, und es geht bei der kirchlichen heirat um uns, bei der taufe um die kinder, und die kirche selbst rangiert von der wichtigkeit her für mich am schluß, nach den beteiligten menschen und der gemeinschaft. ich brauch die kirche nicht dazu, um ein christ zu sein, bin aber bereit, dabei zu sein, in einem rahmen, den ich mir selbst überlege. die kirche ist keine hierarchie der frömmigkeit, und der augenscheinlich frömmere peckt auf den weniger frommen herunter, und moralvorstellungen anderer interessieren mich dazu nicht.

Komisch, hier hab ich noch NIEMANDEN gelesen, der geschrieben hat, als Gläubiger müsse man alles mitmachen, was die Religion zu bieten hat.
WAS hier geschrieben wurde war:

Nein, es ist die Trennung von Benutzen und Bezahlen. Man möchte die schönen Dinge (Hochzeitsfeiern, Taufen, Ostern, Krippenspiel an Weihnachten, ...) benutzen, die langweiligen Dinge (allsonntaglicher Gottesdienst - wobei ich durchaus Pastoren / vor allem Diakone kenne, bei denen man gerne hingeht!) und die unangenehmen Dinge (in Form von Kirchensteuer für die Nutzung bezahlen) will man aber umgehen.

das habe ich gelesen als deine moralvorstellung dazu: wer die "schönen" dinge haben will, sollte sich die langweiligen und unangenehmen dinge auch geben. (und ich habe auch nicht drauf geantwortet, dass das für mich danach klänge, man müsse ALLE dinge mitmachen, wie du jetzt sagst, sondern "gewisse dinge". ich finde es prinzipiell nicht richtig, dass man durch die kirchenzugehörigkeit zum kirchengehen verpflichtet wird. man wird durch die kirchenzugehörigkeit "verpflichtet" sich christlichen werten anzunähern. ob man den sonntäglichen gottesdienst jetzt dazu zählt, oder das fasten am freitag, oder das tägliche gebet, oder den sex nur in der missionarstellung, bleibt einem bitteschön selber überlassen...

Das ist doch viel entspannter und ehrlicher als diese ewigen Glaubensstreitigkeiten und das dauernde Gewese um Kirchenaustritte, Kirchensteuer und die Taufe von unmündigen Kindern "weil man das halt so macht und weil ich auch getauft worden bin und weils mir nicht geschadet hat."

warum wäre das entspannter und ehrlicher? oder war das nur eine floskel? ich finde es verkrampfter und unehrlicher, sich taufen zu lassen und dann verpflichtet zu fühlen, eine umfrage zu machen, was es heißt, in einer kirche mitglied zu sein, und dann ganz fromm danach zu leben.. die grauenvollsten trottel sitzen jeden sonntag in der kirche, weil sie sich sonst selber nicht mehr aushalten und wenigstens irgendwoher bestätigung haben wollen. was interessiert mich deren auffassung von kirche?

taufe ist für mich teil unserer herkunft und ich denke nicht +/-0 ("hat mir nicht geschadet, also wirds gemacht") darüber, sondern finde es schon gut. nur nicht unbedingt notwendig, um ein christ zu sein. es ist unsere kultur, und nicht die der kirche.

und:OMFG, das kind ist unmündig! ich frag mich, was für ein monströses bild hier manche von einer taufe oder einer religionszugehörigkeit haben. das ist doch total nebensächlich und nicht in 100000 jahren anywhere near einer sache, wo man sich fürchten muss: oh nein, das kind ist unmündig und ich tu ihm das an... man kann kinder nicht nicht beeinflussen, ihr alle gebt ihnen auch dinge mit, die sie eigentlich nicht haben wollen. was dagegen irgendein wisch über die taufe groß ausmacht.. was eine taufe groß vernichtungs- und eingekerkertsein-ängste auslösen kann, ist mir schleierhaft.

zumal: natürlich wurde das kind dann ohne einverständnis getauft. also kann es, wenn es sich so entscheidet, auch ohne gewissensbisse wieder austreten.
 

Benutzer65590 

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Off-Topic:

warum wäre das entspannter und ehrlicher? oder war das nur eine floskel? ich finde es verkrampfter und unehrlicher, sich taufen zu lassen und dann verpflichtet zu fühlen, eine umfrage zu machen, was es heißt, in einer kirche mitglied zu sein, und dann ganz fromm danach zu leben.. die grauenvollsten trottel sitzen jeden sonntag in der kirche, weil sie sich sonst selber nicht mehr aushalten und wenigstens irgendwoher bestätigung haben wollen. was interessiert mich deren auffassung von kirche?

taufe ist für mich teil unserer herkunft und ich denke nicht +/-0 ("hat mir nicht geschadet, also wirds gemacht") darüber, sondern finde es schon gut. nur nicht unbedingt notwendig, um ein christ zu sein. es ist unsere kultur, und nicht die der kirche.

und:OMFG, das kind ist unmündig! ich frag mich, was für ein monströses bild hier manche von einer taufe oder einer religionszugehörigkeit haben. das ist doch total nebensächlich und nicht in 100000 jahren anywhere near einer sache, wo man sich fürchten muss: oh nein, das kind ist unmündig und ich tu ihm das an... man kann kinder nicht nicht beeinflussen, ihr alle gebt ihnen auch dinge mit, die sie eigentlich nicht haben wollen. was dagegen irgendein wisch über die taufe groß ausmacht.. was eine taufe groß vernichtungs- und eingekerkertsein-ängste auslösen kann, ist mir schleierhaft.

zumal: natürlich wurde das kind dann ohne einverständnis getauft. also kann es, wenn es sich so entscheidet, auch ohne gewissensbisse wieder austreten.
Off-Topic:


Mit entspannter und ehrlicher bezog ich mich auf: Wenn die ganze Kirche finanzbasiert wäre, dann würde alleine der Geldbeutel entscheiden, welche Zeremonien man wann von wem warum ausführen lassen würde. Das würde einem diese Gewissenskonflikte ersparen, die, wie in diesem Thread deutlich wird, doch noch mit dem ganzen Religiösen einher gehen. - Ja, ist klar, wenn ich das so formuliere, klingt das komisch, denn Geld hat einen schlechten Ruf und Kirche steht irgendwie unter besonderem Respektvorschuss, so dass eine Verbindung des Spirituellen mit dem sehr, sehr Profanen irgendwie unangebracht wirkt. Aber wenn man mal ohne falsche Rücksichtnahme (die schon im Kopf beginnt) darüber nachdenkt...

Was den Rest deiner Argumentation angeht: du sagst im Wesentlichen:
1) Taufe ist nicht primär christlich, sondern Teil unserer Kultur.
2) Taufe schadet Kindern nicht, das ist alles nicht so schlimm.

Das ist deine Sicht und ich muss dir recht geben: wenn man aus einer, sagen wir mal, moderat konservativen Familie kommt, verhält sich das sicher so: wir taufen, "weil das eben dazu gehört", und danach kommt das Kind halt in den katholischen Religionsunterricht und geht vielleicht zur Kommunion, und dann ist auch gut (so war zB auch meine Karriere).

Aber man muss das auch mal so sehen: Taufe ist, gerade in unserer Zeit, eben nicht mehr nur "Gehört dazu", sondern eben oft mehr, ein Statement. Viele, die "einfach so" getauft wurden, sind heute nicht mehr gläubig und lassen nicht taufen. Wer dennoch taufen lässt, macht dies meist aus seinem persönlichen Glauben heraus.
Soll heissen: du findest heute eher weniger "Gehört dazu" Taufen; wenn es getan wird, dann öfter als früher aus echter Überzeugung.

Und dann heisst das natürlich auch, dass du das für deine Kinder entscheidest. Du bringst sie damit effektiv gegen ihren Willen in die christliche Religion ein. Sicher, das ist nicht der direkte Weg ins frühkindliche Bewusstseinstrauma: aber es ist eine Entscheidung, die du für deine Kinder triffst, und die Konsequenzen hat. Wenn ich hier lese, wie frühzeitig schon jüngste Kinder in proreligiöse Veranstaltungen eingebunden werden, sei es der gemeinsame Ausflug mit der Pfarrgruppe, sei es der Kindergottesdienst... solche Kinder werden (und mir ist klar, dass viele das so nicht nennen würden) in einer gewissen Weise indoktriniert, indem ihnen das christliche Leben als normal und positiv vorgelebt wird, indem ihnen christliche Vorstellungen und Überzeugungen von frühester Kindheit an als "das stimmt so" vorgelebt werden.

Natürlich: nicht alle Eltern, die taufen, sind so. Natürlich: nicht alle Eltern, die gläubig sind, beeinflussen ihre Kinder geistig und massiv. Natürlich: nicht alle Kinder lassen diese Beeinflussung kommentarlos über sich ergehen. Natürlich: nicht alle getauften Kinder enden als seelische Krüppel und Fundamentalisten. Natürlich: im Prinzip ist das alles ein ganz normaler Vorgang, und ganz normal fürs christliche Mitteleuropa, und ich übertreibe total.

Aber es bleibt Fakt: all das geschieht auf Entscheidung der Eltern. Sie setzen ihre Kinder mit der Taufe (und den folgenden Entwicklungen) einer Religion aus, die sie - die Kinder - vielleicht gar nicht wollen.
Warum? Das ist die einfache Frage. Warum nicht warten, bis die Kinder das selber entscheiden können? Was spricht denn dafür, ein unmündiges Baby in die Gemeinschaft der Gläubigen zu holen? - Das mag im Mittelalter und der frühen Neuzeit ok gewesen sein, als man nochd avon überzeugt war, dass ungetaufte Babys in der Vorhölle landen (hat der Papst übrigens kürzlich abgeschafft) und als die Säuglingssterblichkeit sehr hoch war - und als wirklich *alle* der Gemeinschaft der Christen angehörten.
Aber heute?
 

Benutzer45886 

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Man muss nicht in der Kirche sein um sein Kind taufen zu lassen, lediglich die Taufpaten müssen einer christlichen Konfession angehören.
Lustig, das Eltern das immernoch denken.
Die Eltern meines Patenkindes sind beide nicht in der Kirche.

Viele Pfarrer schätzen es heute auch lieber, wenn die Kinder das selber entscheiden, also eine bewusste selbstgewünschte Taufe, z.B. in der Grundschule oder vor der Konfirmation eingehen.

Ich habe meine Söhne beide schon als Baby taufen lassen, weil es mir wichtig war, sie von Anfang an christlich zu erziehen und sie in der Gemeinschaft der Chrsiten und der örtlichen Gemeinde aufgenommen zu sehen.
Hab das auch nie bereut.
Zu ihrer Konfirmation, wenn sie das wünschen können sie das ja nochmal selbstbestimmt entscheiden und bekräftigen oder eben auch sein lassen , das ist ihre Entscheidung, aber die Taufe wollten wir ihnen schonmal auf den Weg geben.:zwinker: :smile:

Das ist in Österreich anders!

Ein unmündiges Kind kann nur getauft werden, wenn die Eltern gläubig sind und selbst der Kirchengemeinschaft angehören.
Quelle: http://www.kirchenweb.at/sakramente/sakrament/taufe.htm
 

Benutzer72934 

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abgesehen von der kirchensteuer, von der mir einleuchtet, dass es mitgliedern, die können, angelastet werden kann, sie auch zu bezahlen (wobei ich den vergleich mit zigaretten und mcdonalds lächerlich finde), entscheide ich selbst, wo ich die kirche "in anspruch nehme" und wo nicht. wie gesagt, IMO bin der christ ich, und es geht bei der kirchlichen heirat um uns, bei der taufe um die kinder, und die kirche selbst rangiert von der wichtigkeit her für mich am schluß, nach den beteiligten menschen und der gemeinschaft. ich brauch die kirche nicht dazu, um ein christ zu sein, bin aber bereit, dabei zu sein, in einem rahmen, den ich mir selbst überlege. die kirche ist keine hierarchie der frömmigkeit, und der augenscheinlich frömmere peckt auf den weniger frommen herunter, und moralvorstellungen anderer interessieren mich dazu nicht.

Ich denke auch, dass man sehr wohl gläubig sein kann ohne in der Kirche zu sein und auch, dass es bei Hochzeit, Taufe etc. um den Menschen und seinen Glauben geht und nicht um die Institution Kirche geht. Die Verbindung zwischen Gott und dem Menschen besteht nicht in der Institution, sondern in der Seele (wenn man denn daran glaubt). Hochzeit (außer der Standesamtlichen) und Taufe finden aber nunmal durch die Kirche (als 'Sprachrohr' zu Gott) statt. Wenn man auf so etwas Wert legt, finde ich einen Austritt aus der Kirche und einen Wiedereintritt um die Zeremonie durchzuführen eben falsch.
Wenn man die Kirche als Institution ablehnt (wofür es wohl auch für gläubige Christen Grund gibt), dann (finde ich), sollte man auch auf kirchliche Hochzeit und Taufe verzichten.
Beim Gläubig sein geht es ja nicht darum, dass man einer Institution angehört, sondern, dass man es ist.
Sollte es wirklich einen Gott geben (was ich persönlich nicht glaube), wird ein Kirchenaus- und Wiedereintritt zur Taufe sicher keinen Unterschied machen zu einem Nicht-Getauft-Sein, solange die entsprechende Person gläubig ist und ein rechtschaffendes Leben führt. Im Gegenteil denke ich, dass es selbst für ihn heuchlerisch sein würde...

Aber hier geht es ja nicht darum, was ich denke, dass Gott denken würde, sondern darum, wie man den Umstand des Eintretens in die Kirche bewertet. Das habe ich getan ;-).

BTW: Weil es weiter oben erwähnt wurde, dass man auch bei Kirchenaustritt Christ bleibt wenn man getauft wurde: Das ist genau der Grund, aus dem ich froh/ stolz bin, nicht getauft zu sein. Ich bin kein schlechter Mensch, ich tu niemanden weh, stehle nicht etc., aber ich glaube nicht. Deshalb will ich kein Christ sein. Wäre ich getauft, hätte ich immer dieses 'Versprechen an Gott' anhängen, dass nicht ich gegeben hätte, sondern meine Eltern und das ich nicht zurück nehmen kann.
So kann ich sagen, dass ich 'Vollblutatheist' bin.
Mag unverständlich sein für gläubige Menschen, oder auch für solche, die nur Taufen lassen 'weil man das eben macht', aber auch die Taufe ist für mich ein Glaubensbekenntnis. Deshalb denke ich, dass man sich erst taufen lassen sollte wenn man alt genug ist, um selbst zu entscheiden, ob man dieses Versprechen auch wirklich geben will!
 

Benutzer9517  (31)

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Mag unverständlich sein für gläubige Menschen, oder auch für solche, die nur Taufen lassen 'weil man das eben macht', aber auch die Taufe ist für mich ein Glaubensbekenntnis. Deshalb denke ich, dass man sich erst taufen lassen sollte wenn man alt genug ist, um selbst zu entscheiden, ob man dieses Versprechen auch wirklich geben will!

Grundsätzlich hast du völllig Recht. Aber die Welt ist so unsäglich kompliziert...

Ich weiss nicht, ob es Gott wirklich gibt, und die Götter der alten Griechen würden mir mehr zusagen als der biblische Gott. Aber ich habe eine Mutter und eine Schwester, die erklärte Agostiker sind, einen Pa, dem die Kirche gleichgültig ist und einen (im guten Sinne) ausgesprochen gläubigen Bruder. Wir übrigen Geschwister schlängeln uns da irgendwie durch. Keines ist aus der Kirche ausgetreten. Und dann kommen noch alle die Verwandten, unter denen es auch (zum Glück liberale) Leute israelitischer Konfession hat... Da ist einfach wenig Platz für ein grundsatztreues Verhalten in religiösen Dingen!

Noch etwas ganz anderes - für die, welche auf freiwillige Beiträge an die Kirche setzen. Es gibt in der Schweiz einen Kanton, in dem die reformierte Kirche ein privater Verein ist. Die hoch gelobten freiwilligen Beiträge fliessen so spärlich, dass die Kirchgemeinden in diesem reichen (!) Kanton betteln müssen. Und wo betteln sie? bei den Kirchen, die aus Steuern finanziert werden... :tongue:
 
C

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Nur mal eben nebenbei, weil das offensichtlich vielen nicht klar ist.
Wer einmal getauft wurde, ist Christ und bleibt das auch nach dem Kirchenaustritt.

ich war noch nie Christ.

Ich hab schon vor dem Kindergarten gewusst dass ich nicht an Gott glaube und das, was die Kirche da predigt.

Bewusst habe ich mich nie für Gott bekannt oder für den christlichen Glauben.

Bin ich jetzt doch Christ, nur weil ich getauft wurde?

Ein Christ ist doch jemand, der nach den Lehren von Jesus lebt, oder habe ich da eine falsche WOrtbedeutung aufgenommen? :ratlos:
 

Benutzer9517  (31)

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Ein Christ ist doch jemand, der nach den Lehren von Jesus lebt, oder habe ich da eine falsche WOrtbedeutung aufgenommen? :ratlos:

Ich behaupte jetzt mal, Christ kann man auch sein, ohne an Gott zu glauben. Man kann sich auch so an die Lehren Christi halten, wenn sie einen überzeugen. Dass Christus nicht existierte und nicht predigte, wird ja wohl niemand behaupten.
Und dann kann man natürlich auch die Lehren Christi im Alltag in den Wind schlagen und trotzdem "an Gott glauben". Der Normalfall?

Zum zweiten: Wenn Religionsgemeinschaften behaupten, man gehöre ihnen auch unwissentlich und ohne eigenen Willen an, dann ist das ihre interne Angelegenheit. Solang sie damit nicht Zwang ausüben...

Nach streng jüdischer Auffassung bin ich z.B. Jude, weil alle mütterlichen Vorfahren israelitischer Konfession waren.
 
C

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Gast
Ich behaupte jetzt mal, Christ kann man auch sein, ohne an Gott zu glauben. Man kann sich auch so an die Lehren Christi halten, wenn sie einen überzeugen. Dass Christus nicht existierte und nicht predigte, wird ja wohl niemand behaupten.
Und dann kann man natürlich auch die Lehren Christi im Alltag in den Wind schlagen und trotzdem "an Gott glauben". Der Normalfall?

Der zitierte Teil hat ja auch nicht das Gegenteil behauptet, dass hast du vielleicht interpretiert, weil oben was von Gott stand.

Aber da war echt nur gemeint, dass man nach den Lehren von Jesus lebt. Mehr nicht.

Ich wollte nur die Wortbedeutung bestätigen lassen, oder halt eine neue 'anschaffen'.

Zum zweiten: Wenn Religionsgemeinschaften behaupten, man gehöre ihnen auch unwissentlich und ohne eigenen Willen an, dann ist das ihre interne Angelegenheit. Solang sie damit nicht Zwang ausüben...

Wie soll man Christ sein, wenn die keine Daten von einem haben?

Zumindest ist es in der Schweiz ist es so, dass wenn man austritt, man verlangen kann, dass wirklich alle Daten von einem gelöscht werden müssen.

Dadurch existier ich ja faktisch nicht mehr für die Kirche, wie soll ich da laut denen noch Christ sein können? :grin:
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Zumindest ist es in der Schweiz ist es so, dass wenn man austritt, man verlangen kann, dass wirklich alle Daten von einem gelöscht werden müssen.

Dadurch existier ich ja faktisch nicht mehr für die Kirche, wie soll ich da laut denen noch Christ sein können? :grin:


Ich bin auch aus der Schweiz. Natürlich ist man dann nicht mehr registriert. Ich habe übrgens an die Mormonen gedacht, die mit ihrem Stammbaum-Service Leute en gros ohne deren Wissen "inkorporieren". Aber auch die katholische Kirche hat unter ihren öffentlichen Status eine ganze Subkultur. Die Taufe lässt sich nicht durch den weltlichen Kirchenaustritt rückgängig machen. Ebenso wird mich jeder wirklich strenggläubige Jude für einen Juden halten. Viele Religionen leben in dieser Hinsicht eben noch in einer Zeit, in der alle einer Religion angehörten.
 
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