Kindesmissbrauch: Kirche greift durch

Benutzer20345 

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Er hatte sich als junger Mann kleinen Mädchen unsittlich genähert, jetzt,nachdem seine Taten verjährt sind, wurde er seiner Pflichten als Priester enthoben.

Zeit
 

Benutzer76250 

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Ein interessanter Blick in die christliche Seele: Schau dir Bilder von nackten Jungs an und hol dir dabei einen runter, und du bist ein Schwein; belästige tatsächlich ein Mädchen sexuell, und man weint dir nach.

Jetzt weiß der Edathy wenigstens, was er falsch gemacht hat... er war einfach in einer Organisation mit zu hohen moralischen Standards...
 

Benutzer132163  (25)

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Das ich nicht lache.

Die Kirche greift durch.
Bei der Hexen Verbrennung vielleicht.
 

Benutzer146682 

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Naja, man kann auch alles skeptisch sehen. Strafbar scheint er nicht mehr zu sein, dass er entpflichtet wurde, obwohl es Priestermangel gibt und er in seinen Gemeinden offenbar ein beliebter Pfarrer war zeigt mir schon, dass die Kirche solche Dinge nicht mehr weiter unter den Tisch fallen lassen will.

Ich hab mich übrigens vor fünf Jahren eher über den empörten Aufschrei und das heuchlerische "WIR wussten davon nichts" geärgert. Diese breite öffentliche Empörung zu etwas, das tatsächlich jahrzehntelang im Grunde den meisten bewusst gewesen sein dürfte, aber man sprach halt nicht drüber... lieber unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit halten. Sich damit kritisch auseinander zu setzen, die eigene Schuld und Scham nicht unter den Teppich kehren, sich zumindest selbst einzugestehen "Ich wusste es ja irgendwie auch, wie konnte ich schweigen? Wie konnte ich mitmachen in der "Über sowas spricht man nicht"-Gesellschaft?" hätte ich weitaus konstruktiver gefunden, ob man nun konkrete Fälle kannte oder nicht (ich behaupte mal, dass in den meisten Fällen letzteres zutrifft - für mich kann ich das so sagen - es war immer mal wieder ein Raunen da, dass es Priester gibt die sich an Minderjährigen vergreifen, aber so traurig es ist, es war "normal" dass man darüber nicht spricht. Konkrete Fälle kannte ich nicht, ich könnte mir vorstellen dass ich das wahrscheinlich weit weniger schweigend hingenommen hätte).

Dazu mag ich auch noch sagen, es ist einfach, das Ganze der Kirche anzulasten, es gab aber doch so einige nicht-kirchliche Institutionen, die den gleichen oder schlimmeren Dreck am Stecken hatten/haben, über die wird aber weit weniger hergezogen. Warum? Weil sie nicht so verknöchert und altmodisch wirken? Weils einfach schöner ist, auf einer Institution herumzuprügeln, die andere Ansichten vertritt als jene, die man selbst lebt? Dass die Kirche unmodern ist, dass sich da einiges tun müsste und muss, um frischen Wind reinzubringen und tatsächlich wieder den eigenen Glaubensansprüchen gerecht zu werden, die Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Versöhnung weit oben ansiedeln, das ist eine Tatsache. Und das, diese Annäherung, wird lange brauchen, auch das ist sicher. Aber es gibt durchaus diese Bestrebungen, seitens der örtlichen Priester und Kirchenmitarbeiter in den Gemeinden und auch seitens der Erzbistümer. Zumindest kann ich im hier angesprochenen Erzbistum Köln dafür die Hand ins Feuer legen.
Man kann auch das gerne alles blöd finden, sollte aber nicht einseitig um sich treten. Was machen denn die anderen Institutionen, wo Missbrauchsfälle bekannt geworden sind, um sowas zukünftig zu vermeiden? Öffnen die sich auch und sieben Mitarbeiter aus, deren Taten eigentlich lange verjährt sind und die deshalb strafrechtlich nicht mehr belangt werden können?

Wer sich bei der Kirche oder kirchlichen Institutionen (siehe Caritas) bewirbt, muss heute ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis beilegen, sobald er oder sie nur annähernd Kontakt mit Kindern und/oder Jugendlichen hat. Das mag für viele hier keine große Sache sein, aber mir zeigt es doch, dass sie zumindest schon möglichst viele Mittel ausschöpft um Pädophilen keinen Nährboden mehr zu geben.
 
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Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
dass die Kirche solche Dinge nicht mehr weiter unter den Tisch fallen lassen will.
Weil sie Angst hat, dass noch mehr Leute austreten. Dann wird das Geld weniger, und dann müssen sie an ihre Milliardenreserven ran.

Warum? Weil sie nicht so verknöchert und altmodisch wirken?
Nein, weil die sich nicht einer alles überragenden moralischen Überlegenheit anmaßen und aufgrund derer auch noch Sonderregeln einfordern (wie etwa kirchliches Arbeitsrecht). Lässt du dir von einem Schützling einen runterholen, während du seinen Arsch begrabbelst, betest du 100 Rosenkränze und 100 Ave Marias, dann sei dir alles vergeben. Lässt du dich allerdings von deinem Mann scheiden, ob er dich schlägt, betrügt oder du dich einfach nur nicht mehr mit ihm verstehst, dann hast du es verdient, deinen Job zu verlieren...

Und wehe erst, du wagst es als Pfarrer, zwei von Gott geschaffenen 175ern deinen Segen zu geben...
 

Benutzer146682 

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Weil sie Angst hat, dass noch mehr Leute austreten. Dann wird das Geld weniger, und dann müssen sie an ihre Milliardenreserven ran.

Klar, Geld ist das einzige Argument das die Kirche wirklich interessiert. Danke für diese Erleuchtung, wusste ich noch gar nicht. :rolleyes: Vermutlich hast du da andere Erlebnisse als ich...

Nein, weil die sich nicht einer alles überragenden moralischen Überlegenheit anmaßen und aufgrund derer auch noch Sonderregeln einfordern (wie etwa kirchliches Arbeitsrecht). Lässt du dir von einem Schützling einen runterholen, während du seinen Arsch begrabbelst, betest du 100 Rosenkränze und 100 Ave Marias, dann sei dir alles vergeben. Lässt du dich allerdings von deinem Mann scheiden, ob er dich schlägt, betrügt oder du dich einfach nur nicht mehr mit ihm verstehst, dann hast du es verdient, deinen Job zu verlieren...

Es gibt genug Abstruses, das hab ich oben auch geschrieben. Aber das erstgenannte ist eben nicht mehr so. Genau darauf wollte ich hinaus. Kindesmissbrauch war mal (leider und völlig daneben!) ein Thema das Priester unter den Tisch fallen lassen konnten, dann wurden sie eben versetzt und gut war. Es gibt mit Sicherheit noch zig andere Sachen, die dringend angepackt und geändert werden müssen. Siehe auch wiederverheiratet geschieden etc. pp. - da stimme ich dir vollkommen zu. Die Ansicht "was Gott zusammengeführt hat" passt eben auch nur da, wo sich Menschen genügend Zeit gelassen haben, sich gegenseitig kennenzulernen (wenn man überhaupt davon sprechen will, dass Liebe ein gottgebenes Phänomen ist bzw. muss man dann ja schon wieder diskutieren was Gott überhaupt ist - bin ja da selbst nicht der Auffassung dass es sich um den gütigen alten Herrn mit Rauschebart handelt, oder generell um eine Person) und herauszufinden ob es passt, ob sie sich so gut miteinander arrangieren und sich so wohl fühlen miteinander, dass sie gemeinsam alt werden wollen.

Es gibt durchaus dringenden Handlungsbedarf, und das wird noch Jahrzehnte, wenn nicht länger dauern, bis Kirche sich dahin verändert hat (oder sich selbst abschafft weil ihr die Schäfchen fehlen, die noch an sie glauben wollen). Aber ist das ein Grund, jeden Schritt den sie in die richtige Richtung macht, ins Lächerliche zu ziehen? Ich finde nicht.

Und wehe erst, du wagst es als Pfarrer, zwei von Gott geschaffenen 175ern deinen Segen zu geben...

Wen oder was meinst du mit "von Gott geschaffenen 175'ern"?

Edit: Hab gerade erst den Link gesehen. das beziehe ich dann mal mit ein in meine obige Aussage. Die Kirche hat einen langen Weg vor sich. :zwinker:
 

Benutzer6428 

Doctor How
Wie immer zu wenig Information um sich ein Urteil bilden zu können.

Es steht nirgendwo WAS genau passiert ist. Genau so könnte es sein, dass der Pfarrer zu unbequem geworden ist, weil er z.B. nicht die Glocke gegen Abtreibung läuten wollte und sie haben halt was gefunden, was sie ihm anhängen können mit dem sie gleichzeitig gut da stehen können.

Es kann auch sein, dass er regelmäßig kleine Kinder zu sexuellen Taten genötigt hat und eine Tat rausgekommen ist.

Der Artikel und die Kirche halten sich da sehr bedeckt. Wenn ich raten müsste, würde ich ersteres sagen, da sich dir Kirche bisher nicht mit Ruhm bekleckert hat, was die Verfolgung von Kindesmissbrauch in den Eigenen Reihen angeht.

Mit "Kirche" meine ich übrigens nicht die einzelnen Gemeinden, die durchaus sehr sehr tolle Menschen haben können, die sich fast übermenschlich engagieren. Ich meine die Organisation im Hintergrund und die ist genau so politisch wie eine Regierung oder eine Firmenspitze...muss sie sogar.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Erstmal finde ich es gut, dass dieser Priester von seinem Amt enthoben wurde. - Besser spät, als nie.
Auch wenn die Taten, um die es hier geht und die er gestanden hat, wohl längst verjährt sind, zeigen sie trotzdem auch heute noch, dass dieser Mann für ein solches Amt absolut ungeeignet ist.

Aber dieser Fall zeigt auch, wie verblendet manche Gläubige sind.
Da wird aufgedeckt, dass der nette und engagierte Priester auch seine dunkle Seite hat und abseits der Öffentlichkeit ein perverses Schwein ist, das sich an jungen Mädchen vergriffen hat. - Und was macht die Gemeinde? - Sie will die Wahrheit (er hat es ja zugegeben!) nicht wahrhaben und versucht, ihre immaginäre Friede-Freude-Eierkuchen-Welt gegen die unschöne Realtität und das (ausnahmsweise mal) absolut notwendige Eingreifen der katholischen Kirche zu verteidigen.

Normalerweise wird ja fast immer (und meistens völlig zurecht) die weltfremde Führung der katholischen Kirche kritisiert, während gebetsmühlenartig wiederholt wird, dass deren einfache Mitglieder garnicht so weltfremd sind, wie ihre Führung. - Aber hier ist es ja gerade umgekehrt:
Die Führung der deutschen Katholiken handelt völlig richtig und angemessen, während die Schäfchen versuchen, ihre weltfremdes Wolkenkuckucksheim gegen die Realität zu verteidigen.
Ich möchte ja garnicht bezweifeln, dass es auch ganz normale, klar denkende Katholiken gibt... aber offensichtlich gibt es in der katholischen Kirche auch genügend Schäfchen, die ähnlich bescheuert sind, wie deren Führung. (Es geht hier ja nicht um ein paar verwirrte Leute, die nicht wahrhaben wollen, dass ihr netter Priester Dreck am Stecken hat, sondern um eine Gruppe, die organisiert dagegen vorgeht, anstatt die Wahrheit anzuerkennen!)

Aber viel schlimmer, als die Tatsache, dass es solche Leute gibt, finde ich etwas ganz anderes:
Unser Staat unterstützt und subventioniert eine derartige Organisation mit Milliarden und Abermilliarden.
Und dazu gibt er einen Teil seiner Verantwortung und Fürsorge für Kinder und Jugendliche (Kindergärten, Schulen), aber auch für andere hilfsbedürftige Bevölkerungsgruppen (Senioren, Pflegebedüftige, usw.) auch noch an diese Organisation ab und finanziert auch noch ca. 90-99% dieser Aufgaben aus allgemeinen Steuermitteln (und nicht mal aus der Kirchensteuer) und gestattet dieser Organisation dann auch noch ein diskriminierendes Arbeitsrecht, dem auch all die Leute unterworfen sind, die letztendlich nahezu ausschließlich aus Steuergeldern bezahlt werden.
Ich kann garnicht so viel essen, wie ich kotzen könnte, wenn ich dran denke, wie unser Staat dieser Organisation Puderzucker in den Arsch bläst!
 

Benutzer116134 

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Wie immer zu wenig Information um sich ein Urteil bilden zu können.

Es steht nirgendwo WAS genau passiert ist. Genau so könnte es sein, dass der Pfarrer zu unbequem geworden ist, weil er z.B. nicht die Glocke gegen Abtreibung läuten wollte und sie haben halt was gefunden, was sie ihm anhängen können mit dem sie gleichzeitig gut da stehen können.

Es kann auch sein, dass er regelmäßig kleine Kinder zu sexuellen Taten genötigt hat und eine Tat rausgekommen ist.
Sehe ich auch so und möchte mir deshalb auch gar keine Meinung bilden.
 

Benutzer151671  (33)

Ist noch neu hier
Die Kirche hatte es noch nie allzu sehr mit Aufklärung. Von daher bin ich vorsichtig skeptisch, was die angeblichen Vorfälle angeht. Auch weil ich letztens erst einen Bericht über die Aufkärung der Missbrauchsvorwürfe bei den Regensburger Domspatzen gesehen habe. Sehr interessant und in der ARD Mediathek noch abrufbar. Einfach mal googlen nach "Sünden an den Sängerknaben".

Trotz vollmundiger Versprechungen des Bistums hat sich niemand wirklich mit Ruhm bekleckert. Es wird gezeigt, dass die Kirche ja gar kein Interesse an einer systematischen Aufklärung hat und lieber auf die bewährte Strategie "Aussitzen" setzt. Und jetzt plötzlich harter Durchgriff? Da ist wohl jemand jemand anderem zu aufsässig oder weltnah geworden.
 

Benutzer146682 

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Bistum ist nicht gleich Bistum. :zwinker:
Manchmal reichts auch wenn der Erzbischof wechselt, etwas das in Köln letztes Jahr geschehen ist. Ich denk nicht, dass Kardinal Woelki radikal neues mit sich bringt, es ist aber schon erkennbar, dass er hier und da schon etwas "jünger" tickt als sein Vorgänger (der ihn allerdings ausgebildet hat - das ist sicher auch nicht zu verleugnen. Zum Thema Wiederverheiratet geschieden gabs da schon einen Fall den ich nicht sooo toll fand. Aber hier geht es ja um Kindesmissbrauch).
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Wie immer zu wenig Information um sich ein Urteil bilden zu können.

Es steht nirgendwo WAS genau passiert ist. Genau so könnte es sein, dass der Pfarrer zu unbequem geworden ist, weil er z.B. nicht die Glocke gegen Abtreibung läuten wollte und sie haben halt was gefunden, was sie ihm anhängen können mit dem sie gleichzeitig gut da stehen können.

Es kann auch sein, dass er regelmäßig kleine Kinder zu sexuellen Taten genötigt hat und eine Tat rausgekommen ist.

Der Artikel und die Kirche halten sich da sehr bedeckt. Wenn ich raten müsste, würde ich ersteres sagen, da sich dir Kirche bisher nicht mit Ruhm bekleckert hat, was die Verfolgung von Kindesmissbrauch in den Eigenen Reihen angeht.

Mit "Kirche" meine ich übrigens nicht die einzelnen Gemeinden, die durchaus sehr sehr tolle Menschen haben können, die sich fast übermenschlich engagieren. Ich meine die Organisation im Hintergrund und die ist genau so politisch wie eine Regierung oder eine Firmenspitze...muss sie sogar.
Sehe ich wie du . Schon komisch dass bei uns in der Nähe sogar das Bistum quasi die Strafverfolgung behindert und sich auf 1400 Jahre alte Gesetze beruft .
 
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