Kinderpornographie - Umgang mit Tätern

Benutzer171204 

Verbringt hier viel Zeit
Das war die Aussage, aufgrund derer Woodstock~81 kritisch nachfragte.
Und ich habe auch erläutert, dass es durchaus Handlungen gibt, die nicht strafbar sind und die ich dennoch melden würde. Das wurde aber ignoriert und meine Aussage wurde einfach zu "selbst wenn er nie etwas getan hat" uminterpretiert. Auf der Grundlage diskutiere ich nicht.
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Für den Besitz von Hentais verurteilt, ja
Sagt der Verurteilte, ohne dass das irgendwer nachprüfen kann. Und wie dazu schon ausgeführt, halte ich so eine Aussage in erster Linie für eine Schutzbehauptung und nicht für ein Faktum. Zu dem wieso und weshalb hab ich auch sehr ausführlich Stellung bezogen.

Aber das hier dreht sich jetzt wiederholt im Kreis. Ich denke, meine Meinung ist klar, und ich glaube auch nciht, dass ich argumentatorisch daran was ändern kann, genausowenig, wie die Gegenseite mich wird umstimmen können. Daher schließ ich mich mal an und bin hier raus.
 

Benutzer171204 

Verbringt hier viel Zeit
Also geht es jetzt um das Wort "strafbar"? Nur um das richtig zu verstehen?
Weil so ein gewaltiger Unterschied in den beiden Formulierungen erschließt sich mir nicht so recht.:confused:
Natürlich ist da ein gewaltiger Unterschied, ob jemand nichts tut oder etwas tut, was aber nicht unbedingt per se strafbar ist.

Wenn jemand nichts tut und ich ihn (auf welcher Grundlage auch immer Woodstock sich das ausmalt, wie soll man bitte jemanden denunzieren, wenn er nichts getan hat?) , "denunziere", wie es hier so schön genannt wurde, wäre das natürlich völlig ungerechtfertigt. Wenn jemand aber etwas tut, was nicht strafbar, aber sehr fragwürdig ist und ich einschreite, gibt es in meinen Augen keinen Grund, sich aufzuregen.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Klar. Es ist aber auch nicht jeder Täter ein reumütiger Mensch, der nach einer verbüßten Strafe nun eingesehen hat, dass seine Taten falsch waren.
Mehr gibt's dazu kaum zu sagen.

In den seltensten Fällen erfährt man von Kollegen oder Geschäftspartnern, welche Neigungen sie haben. Wenn es aber bekannt ist, würde ich zumindest beruflich den Kontakt reduzieren. Sollte der Kollege im sozialen Bereich mit Kindern arbeiten, würde ich den Arbeitgeber informieren, um die Kinder präventiv zu schützen.
 

Benutzer3277 

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Ich habe jetzt mal bei google und Bing (Bilder) die Begriffe "Hentai Sex" eingegeben (Safe Search auf "Aus"). Es sind dort wirklich einige Bilder zu sehen, wo ich mir nicht sicher bin ob das legal ist oder Kunst oder einfach nur japanische Art. Würde gern mal eure Meinung zu den Bildern erfahren.
 

Benutzer2610 

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Vermutlich kommt es darauf an, wie realistisch die Darstellung der (Comic)-Figur ist. Heute ist es ja technisch möglich, Filme am Computer zu programmieren, denen man das (fast) nicht ansieht.
Und genau deshalb, weil es im Zeifelsfall nicht nachvollziehbar ist ob das dargestellte real oder fiktiv ist, hat der Gesetzgeber auch "wirklichkeitsnahes" realem gleichgestellt; ohne diese Gleichstellung müsste es sonst ggf. vielfach "im Zweifel für den Angeklagten" heißen, weil eben nicht eindeutig nachweisbar ist ob das Material nun real ist oder nicht.
Ist vielleicht ein wenig mit Ego-Shootern vergleichbar: Je stärker das, was da massiv blutverteilend niedergemetzelt wird, nach einem Menschen aussieht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit dass das nicht als USK 16 durchgeht.

So wie jetzt auch. Bei Fiktivkinderpornographie ist der Besitz straffrei, die Verbreitung jedoch strafbar.
Nicht zwangsläufig, siehe § 184b Abs. 3 StGB
 

Benutzer161456 

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Und genau deshalb, weil es im Zeifelsfall nicht nachvollziehbar ist ob das dargestellte real oder fiktiv ist, hat der Gesetzgeber auch "wirklichkeitsnahes" realem gleichgestellt; ohne diese Gleichstellung müsste

Bleibt aber immer noch die Frage, wie man bei einer Comicfigur das Alter bestimmen will.

Muss man dann den Autor befragen?
 

Benutzer2610 

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Ich würde einmal mutmaßen genauso wie bei einem realen Foto auch: Durch Einschätzung eines Sachverständigen.
 

Benutzer135918 

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Ist halt jetzt nicht so ganz glücklich, dass es sowohl im Titel als auch im Eingangspost um Kinderpornographie geht und die Hentaisache erst nachgeschoben wurde. Das hat vermutlich zur Vermischung ursächlich beigetragen.
Ich habe ja extra nachgebohrt weil mir bei dem Thema genau bewusst ist, dass es Hentais gibt diese in DE unter Kinderporonographie bzw eine Grauzone fallen bei der es auf die Richter an kommt und im Herkunftsland zumindest geduldet sind.

Für mich vermischt sich da wenig. Wir müssen ehr das ganze entknoten und die Sachverhalte sauber getrennt betrachten.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Woodstock~81 , R Riot u.a. so ganz kann ich Eurer sehr heftigen Diskussion nicht folgen. Oder anders ausgedrückt, ich habe den Eindruck, dass ich Euch beide verstehe.
Ich verstehe Woodstock~81, wenn er argumentiert, dass man einen Menschen, der das Pech hat, eine pädophile Neigung zu haben, nicht (vor-)verurteilen oder ausgrenzen darf, wenn er doch - wahrscheinlich unter erheblichem Leiden - seine deviante Sexualität eben genau NICHT auslebt und Kinder schädigt, sondern seine Sexualität nur an grafischen oder animierten Darstellungen "auslebt". Da ist m.E. zweifellos etwas dran.

Ich kann aber auch R Riot gut verstehen, die nach meinem Eindruckeine gewisse Grauzone zwischen "nicht strafbar" und trotzdem "nicht akzeptabel" vor Augen hat und wohl auch die Sichweise einer Lehrperson in einer Grundschule . Da würde ich auch einfach zustimmen: Egal ob derjenige eine strafbare Handlung begangen hat oder nicht. An einer Grundschule hat ein Mensch mit einer pädophilen Neigung nichts verloren. Das ist definitiv nicht gut für diesen Menschen selbst und eben evtl auch nicht für die dortigen Kinder. Es ist einfach ein Spiel mit dem Feuer.

So sehr ich prinzipiell @Woodstock~81s Argumentation auf einem "höhren Prinzip" nachvollziehen kann und durchaus schätze: Mir fällt da aber gerade ein tatsächlich erlebtes Beispiel aus meinem eigenen Leben ein, das die Problematik evtl. verdeutlicht.
Es war in den 90er Jahren. Damals war Pädophilie noch nicht so ein gesellschaftlich präsentes und offensiv verhandeltes Thema wie heute, sondern es wurde eher "unter dem Teppich" abgehandelt.
Ich war damals Gruppenleiter in einem Pfadfinderbund. Unser (relativ kleiner) Pfadfinderbund war damals auf einem großen Zeltlager, auf dem viele verschiedene süddeutsche Pfadfinderbünde dabei waren.
Es war damals so, dass wir Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen beobachtet haben, dass ein Typ in mittlerem Alter von einem anderen Pfadfinderbund immer so bei uns "rumschlawenzelt" ist und unsere "kleinen Jungen" (also die ca. 10-12 jährigen) immer fotografiert hat (Porträts und so....). Tja, jetzt könnte man sagen, dass das ja nicht schlimmes ist. Aber die Art WIE er das gemacht hat, hat bei uns damals jedenfalls alle Alarmglocken schrillen lassen. Er hat definitiv NICHTS strafbares getan. Aber es hat uns eben trotzdem alarmiert und es war auch im Abstand von über 20 Jahren betrachtet, einfach so, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Menschen mit pädophilen Neigungen handelte, relativ groß war.

Wie haben wir damals reagiert? Wir haben ihn angesprochen und ihm gesagt, dass wir ihm sowohl die Anwesenheit im Bereich "unserer" Zelte verbieten und ihm auch verbieten ein Kind unseres Pfadfinderbundes anzusprechen. Wir haben ihm auch angedroht, dass wir ihn "vermöbeln", falls er das trotzdem tut. Da waren wir schon recht extrem. Außerdem haben wir versucht die Leiter der anderen Pfadfinderbünde davon zu überzeugen, dieser Person Lagerverbot zu erteilen (was jedoch scheiterte, weil sein eigener Bund ihn in Schutz genommen hat).

Klar, er hat NICHTS strafbares gemacht. Er hat aber in einem risikoreichen Umfeld mit einer Riesenanzahl von Kindern sich unseres Erachtens schon so verhalten, dass wir nicht ausschließen konnten, dass etwas passieren könnte. Und wir - damals ja auch selbst noch mehr oder weniger Jugendliche - hatten ja von den Eltern die Verantwortung für ihre Kinder übertragen bekommen. Da MUSSTEN wir m.E. "auf Nummer sicher" gehen, oder etwa nicht Woodstock~81 ?
 

Benutzer160853  (34)

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Es ist schon aus der Tagespresse unmöglich einen Prozess profund zu verfolgen. Eine Hauptverhandlung ist zu komplex und der Text nur ein Destillat des Tages. Das ist aber hier nicht Thema. Die Fakten liegen klar: Es gibt eine einschlägige Verurteilung.Das lässt sich erstmal nicht wegwischen.

casanis casanis Ich habe ein ähnliches Erlebnis aus meiner Zeit als Jugendwart. Ich war zwar nur Interimistisch, hatte aber dennoch einen Stellvertreter. In der Jungendfeuerwehr werden auch Knoten geübt und im Falle des sog. Rettungsknoten kommt man sich zwangläufig nahe. Als wir für einen Wettkampf übten bemerkte ich, dass mein Stellvertreter bei den jüngeren Mitglieder. Es gab ein Team Ü14 und U14, etwas intensiver am Werk war. Er war nicht übergriffig, aber irgendwo war klar, dass der Griffe und Hilfestellungen irgendwie zu viel des Guten waren.Wir waren dann sehr diskret. Ein "zufälliger Besuch" sorgte dafür, dass die Leitung der Feuerwehr mein ungutes Gefühl teilte. Er war später nur noch für die ältere Gruppe verantwortlich und wir haben uns um ein weiteres Mitglied verstärkt. In der Rückschau ist das keine so lustige Zeit gewesen.
 

Benutzer2610 

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Es war damals so [...] dass ein Typ in mittlerem Alter von einem anderen Pfadfinderbund immer so bei uns "rumschlawenzelt" ist und unsere "kleinen Jungen" (also die ca. 10-12 jährigen) immer fotografiert hat (Porträts und so....). [...] Er hat definitiv NICHTS strafbares getan.
Strafbar wohl nicht, unzulässig ggf. dennoch:
Ein Foto einer Person < 14 Jahren durfte IANAL auch vor DSGVO nur mit Einverständnis der Personensorgeberechtigten erfolgen, ansonsten ist das eine Persönlichkeitsrechtsverletzung.
 
G

Benutzer

Gast
Die Frage ist für mich ganz einfach zu beantworten: Nein, ich würde unter keinen Umständen mit einer solchen Person auch nur im Geringsten etwas zu tun haben wollen. Egal auf welcher Ebene.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
Strafbar wohl nicht, unzulässig ggf. dennoch:
Ein Foto einer Person < 14 Jahren durfte IANAL auch vor DSGVO nur mit Einverständnis der Personensorgeberechtigten erfolgen, ansonsten ist das eine Persönlichkeitsrechtsverletzung.

Hm, soweit ich mich erinnere hat Mitte der 1990er Jahre sowas im Alltag definitiv niemanden interessiert. Auf unseren Gruppenleiterschulungen war zwar Aufsichtspflicht und auch Sexualität Thema, aber das Recht am Bild oder Persönlichkeitsrechtsverletzungen leider nicht.

Die Zeiten haben sich da schon ziemlich stark verändert.

Damals war es auch bei uns in der Pfadfinderszene (bzw. einer "Subszene", der sog. "Bündischen"-Szene, in der ich aktiv war) so, dass wir genau wussten, dass dort Pädophile unterwegs waren. Es gab so richtige Pädophilenbünde.
Damals war das eben einfach noch nicht so, dass es ganz normal war, dass das eben eine Sache für die Polizei und den Staatsanwalt ist, sondern man hat das "unter der Hand" geregelt, in dem man sich und die Kinder des eigenen Bundes eben von diesen Leuten "fernhielt".

Interessanterweise ist es inzwischen (Gott sei Dank!) anders. Ich bin da ja schon lange raus, aber ich habe mitbekommen, dass inzwischen auch in dieser Szene das Thema "Missbrauch" ganz offensiv angegangen wird. Es gab inzwischen einige Fälle, die auch zu Verurteilungen führten. Übrigens auch in dem Pfadfinderbund, aus dem damals der mutmaßliche Pädophile aus meiner Geschichte kam.

 

Benutzer160853  (34)

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Strafbar wohl nicht, unzulässig ggf. dennoch:
Ein Foto einer Person < 14 Jahren durfte IANAL auch vor DSGVO nur mit Einverständnis der Personensorgeberechtigten erfolgen, ansonsten ist das eine Persönlichkeitsrechtsverletzung.

Ja, aber gerade in diesem Bereich werden oft Bilder gemacht und es wäre nicht so komplex, hier bewusst sich bestimmte Menschen rauszupicken.
An Persönlichkeitsrechte denkt dabei erstmal kaum jemand.

Ich will aber auf etwas anderes kurz hinweisen: Serienmörder sind in der Neuzeit oft in Medizinberufen tätig und pädosexuelle Straftäter nicht selten Jugendleiter, Hausmeister, Jugendtrainer oder in anderen Berufen.
So baut sich ein Vertrauensverhältnis auf und es kann wesentlich einfacher zur Tat kommen. Diese kriminale Binsenweisheit wollte ich zumindest mal erwähnt haben.

Wahrscheinlich ist es wirklich so.
Omg. Was für ein sinnloses Unterfangen.

Nicht zwingend. Es reicht auch schon eine "In Augenscheinnahme" im Verfahren, die klar sagt, das ist richtig strafbar, hier ist ein wenig über der Linie und diese Bilder fallen weg.
Vielleicht OT, könnte aber dennoch interessieren: Eine solche Strafe bildet sich nicht durch das Aufsummieren der Einzelstraft, sondern durch eine Gesamtstrafe. Vereinfacht bekommt ein Verbrecher somit Mengenrabatt.
 

Benutzer171020 

Verbringt hier viel Zeit
Pädophile haben es im Knast zu recht verdammt schwer und müssen weg von den anderen.
 

Benutzer161456 

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Wie haben wir damals reagiert? Wir haben ihn angesprochen und ihm gesagt, dass wir ihm sowohl die Anwesenheit im Bereich "unserer" Zelte verbieten und ihm auch verbieten ein Kind unseres Pfadfinderbundes anzusprechen. Wir haben ihm auch angedroht, dass wir ihn "vermöbeln", falls er das trotzdem tut. Da waren wir schon recht extrem. Außerdem haben wir versucht die Leiter der anderen Pfadfinderbünde davon zu überzeugen, dieser Person Lagerverbot zu erteilen (was jedoch scheiterte, weil sein eigener Bund ihn in Schutz genommen hat).

Das ist eben die unterschiedliche Sichtweise.
Ist es nun präventiver Opferschutz oder Diskriminierung.
Das gleiche Problem wie beim Thema Sicherheit... vs. individuelle Freiheitsrechte.

Das was casanis casanis berichtet hat in der Tat erst mal was mit Verantwortungsbewustsein und Zivilcourage zu tun. Meine Meinung.
Und es ist keines Wegs Diskriminierung von sexuellen Minderheiten.
Keiner kann in die Seele eines anderen hinein schauen. Deswegen ist hier ein offenes Auge wichtig.

Auch wenn es im Einzelfalle mal einen "Unschuldigen" treffen möge.
Aber dieser "Unschuldige" hat sich selber und versätzlich mit seiner Hentai-Sammelei in dieseprekäre Lage gebracht. Er muss also damit rechnen, dass er hier mit sozialen Konsequenzen zu tun haben wird.
Ich kann hier einfach Woodstock~81 nicht folgen.
Auch wenn ich schon weiss, was er meint.
 
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