Keine Kraft mehr zu Leben!

Benutzer93656 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo Leute :smile2:
Ich hab ein ziemlich großes Problem, naja eigentlich sind es mehrere.
Ich werd mal versuchen sie so gut wie möglich zu erklären und hoffe, dass sich das jemand antut diesen langen Text zu lesen. ^^

Ich war vorigen Sommer auf stationärer Psychotherapie mit der Diagnose Borderline, Depression und sozialen Phobien. Mir wurde nach dem KH-Aufenthalt nahe gelegt, unbedingt eine Therapie weiterzumachen, da es sonst leicht sein kann, dass sich mein damals stabiler Zustand wieder verschlechtert. Und da bin ich nun.

Naiv wie ich war, machte ich natürlich nicht weiter mit einer Therapie. Nur vor ca. 2 Monaten nahm ich mir ein paar Therapiestunden um mein Schlafproblem (extreme Angst vor dem Einschlafen und vor der Dunkelheit)in den Griff zu bekommen. Ich war echt erleichtert, als ich meine Ängste überwunden habe und endlich wieder schlafen konnte.

Aber seit ca. 2 Wochen geht es mit meinen Gemütszuständen und meiner Lebensfreude stetig bergab. Ich sage jetzt einfach so wie es ist. Am liebsten wäre ich tot und würde das alles hinter mich lassen. Ich habe einfach keine Kraft und Energie mehr um zu leben. Jeder Tag wird zur Qual, den ich nur schwer ,,überleben“ kann und es wird immer schlimmer. Selbst Kleinigkeiten machen mir schwerst zu schaffen. Es kostet mich z.B. eine große Überwindung überhaupt aus dem Bett zu kommen oder einkaufen zu gehen. Wie ich schon erwähnt habe, leider ich an einer sozialen Phobie und scheue die Menschen und neue Kontakte. Ich habe einfach schreckliche Angst davor, fremde Menschen kennenzulernen. Das Problem begleitet mich bis hin zur Arbeit.

Ich hätte heute meinen ersten Arbeitstag gehabt ( Pflegehelferin in einem Seniorenheim) und ich habe es einfach nicht geschafft dort hinzufahren weil ich eine extreme Angst vor dem fremden Menschen und dem Ungewissen hatte. Ich habe also angerufen, mich entschuldigt und gesagt dass ich krank sei und morgen kommen würde. Natürlich weiß ich, dass ich dadurch nur vor meinem Problem weglaufe und es so nicht besser wird. Jetzt muss ich mich halt morgen der Herausforderung stellen und mir wird extrem übel wenn ich nur daran denke. :wuerg:
Beim Vorstellungsgespräch war noch alles super und ich habe mich schon richtig auf den neuen Job im neuen Jahr gefreut und jetzt wo es soweit ist, würd ich am liebsten alles hinschmeißen und weiterhin arbeitslos bleiben.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich habe auch schon über einen Berufswechsel nachgedacht, da ich es auch nicht verkraften kann wenn die Leute im Heim dann sterben und früher oder später wird das nun mal passieren. Aber mein Problem mit meinen sozialen Ängsten wird mich weiterhin begleiten und mich einfach nicht in Ruhe lassen.

Ich habe auch schon über eine neue Therapie nachgedacht um das ganze Erlebte mal richtig zu verarbeiten und nochmal neu durchzustarten, aber letztendlich fehlt mir ja doch wieder die Kraft dazu. Ich bin es einfach leid, jeden Tag aufs Neue zu leiden und jeden Tag den Kampf mit mir selbst zu ertragen. Hin und Her gerissen zu sein von den Gefühlen, so als ob man einen bösen Zwilling in sich hätte. Immer diese Suizidgedanken zu haben, obwohl ich doch eigentlich leben und noch viel erleben möchte.

Mein Freund unterstütz mich zwar wo er nur kann, aber ich glaube, dass auch ihm bald die Kraft ausgehen wird um mir zu weiterzuhelfen. Er versucht mich zwar zu verstehen, schafft es aber nicht. Ich nehme ihn das nicht übel, ich kann MICH ja selbst nicht verstehen, also kann ich nicht erwarten, dass es andere könne.
Falls ihr den ganzen Beitrag gelesen habt, bin ich euch echt dankbar wenn ihr mir vielleicht ein paar Tipps geben könntet. Aber auf so Beiträge wie ,,Stell dich nicht so an“ oder ,,anderen geht es schlechter“ kann ich verzichten, da mir das nicht hilft sondern mich nur noch weiter hinunterzieht.
Ich weiß ja, dass ich was ändern muss. Die Frage ist nur WIE und WAS?

Liebe Grüße, euer Delfin
 

Benutzer37284 

Benutzer gesperrt
Hallo Delfin,
um auf deine letzte Frage zu antworten: Du wirst es nur schaffen wenn du wieder eine Therapie beginnst und dich versuchst deiner Verantwortung und deinem Leben zu stellen.
So blöd und schwer es auch klingt aber gerade bei Ängsten sollte man versuchen auf Konfrontation zu gehen, denn nur dann lernt man, dass die Angst zwar da aber unbegründet ist, das nichts passiert.

Die Therapie solltest du auf jeden Fall machen! Es hat dir doch im Sommer auch geholfen sagst du, also wieso schließt du das für dich denn aus? Sicherlich ist es ein harter Weg aber es lohnt sich, glaub mir. Das Wichtige ist, dass man immer daran arbeitet, du hast ja gesehen, dass du wieder in den alten Kreislauf gekommen bist nachdem du keine ambulante Therapie gemacht hast. Du solltest daraus gelernt haben, oder? :smile:
 

Benutzer113537 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo Delfin!
Manchmal hat man seine Phasen in denen das Leben nicht so spielt wie man möchte. Aber bedenke immer, nach jeder Nacht geht wieder die Sonne auf. Und wenn dann die Sonne auch nur für wenige Sekunden scheint, dann macht dieser Moment doch all die finsteren Tage vergessen. Also Kopf hoch es werden wieder bessere Zeiten kommen, habe aber keine Angst diese auch zu erkennen (z.B. deine neue Arbeit). Die Arbeit hinschmeißen kannst du immer noch. Probier doch erstmal ein paar Wochen aus wie es dir gefällt und dann machst du den nächsten Schritt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen :smile:
Lg, Gordy
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
im grunde hast du deine lösung bereits geschrieben.

du musst wieder eine therapie machen und dieses mal auch weiter an dir arbeiten und nicht glauben, das nach der therapie alles gut ist und man sich locker flockig zurücklehnen kann. :zwinker:

das ist natürlich ein stück arbeit und kostet überwindung, aber unterm strich wirst du nicht drumrum kommen ... wie du selbst sicherlich schon erkannt hast.

ich kann mir sehr gut vorstellen, das man bei depressionen und den verschiedensten ängsten am liebsten einfach nur in ein loch kriechen möchte ... nur im grunde möchtest du ja richtigerweise aus deinem loch raus kommen und dazu kannst nur du allein den ersten schritt tun.

dein freund kann dir in der tat nur äusserst begrenzt dabei eine wirkliche hilfe sein.

es bringt also nichts dinge auf morgen zu verschieben oder sich zu sagen: "na ich schau noch mal ... vielleicht nächste woche geh ich dann ..."
du musst dir selbst in den hintern treten und einen termin machen.
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Ich weiß ja, dass ich was ändern muss. Die Frage ist nur WIE und WAS?

Ich kann nur das wiederholen, was meine Vorredner schon gesagt hatten:
Mach die Threapie weiter und trete Deinen Job an.

Alles andere bringt Dir nichts, und Du verbaust Dir damit nur Dein Leben und Deine Zukunft.

Was soll Dir denn am Arbeitsplatz passieren? Es reisst Dir keiner den Kopf ab. Und wenn Du wegen Nichterscheinen am Arbeitsplatz Deinen Job verlierst - ist Hartz4 eine bessere Alternative?
 

Benutzer109462 

Sorgt für Gesprächsstoff
Oh ja, ich weiß genau, was du meinst. Auch so was simples wie einkaufen fällt total schwer. großer mist! Aber weißt du was, irgendwann geht es wieder bergauf.
Lass uns mal lieber überlegen, wie du da JETZT ein bisschen entlastet wirst:

Ideen:

-lass dich von einem netten menschen zur arbeit fahren, lass dir mut zusprechen und lass dich wieder abholen
-belohne dich auch für die kleinsten erfolge (z.B. Anruf für Therapieplatz, nachdem du dir erstens selbst auf die schulter klopfst und du zweitens etwas machst, was du gerne machst)
-frag deinen Freund/Eltern/Geschwister/Freunde, ob sie dir helfen können, dich um einen Therapieplatz zu kümmern (und wenn sie immer wieder nachhaken, das ist wichtig)
-vielleicht lenkt dich tatsächlich eine aufgabe ab (arbeiten, hund ausführen, hauptsache du grübelst nicht so viel)
-was fällt dir noch ein?

Fühle dich gedrückt
lg
 
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