Kein Sex mehr

M
Benutzer228352  (48) Ist noch neu hier
  • #1
Hallo zusammen,

ich bin Mitte 40 und mehr als 20 Jahre mit meiner Frau verheiratet Unser Sexleben konnte man als wild bezeichnen. Meine Frau hatte früher viel Verlangen nach Sex. So dass ich ihr auch frei liess hier und da mit einem anderen Mann Sex zu haben. Ich fand es auch geil. Darum war es, wie gesagt, auch eine wilde Zeit. Auch mit Swingerclubs u.ä. Und dann wurde es schlimm.
Meine Frau erkrankte vor wenige Jahren an Schilddrüsenkrebs. Die Schilddrüse musste komplett entfernt werden. Dadurch kam es zu einem hormonellen Chaos. Das hat auch auch die Libido meiner Frau ziemlich schnell zerstört. Medikamnte können auf den Hormonhaushalt nur sehr begrenzt einwirken. Auf die Libido leider ohne postiven Einfluss. Nun ist es so, dass wir inwischen seit einem dreiviertel Jahr nicht einen einzigen erotischen Moment hatten. Selbstverständlich sprachen wir darüber. Sie leidet auch darunter, dass sie keinerlei Lust mehr hat. Ich versuchte mit ihr erotisches Fortgehen und mit Sexspielzeug. Sie spricht auch nicht mehr darüber, etwas auazuprobieren. Versteht mich nicht falsch, hier geht es nicht um meine sexuelle Befriedigung. Da kann ich mir schon selbst aushelfen. Ich werde sie auch nicht verlassen oder betrügen. Dazu liebe ich sie zu sehr. Und wenn der Rest unseres Lebens nichts mehr läuft, dann ist es so. Aber vielleicht hat hier jemand ähnliche Erfahrungen oder kann mir eine andere Sicht auf das Problem aufzeigen. Danke fürs Lesen.
LG
Markus
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #2
Puh, deine Frau hat eine sehr essenzielle Erfahrung gemacht mit ihrer Erkrankung. Das wird sie ja auch menschlich verändert haben. Ich kann mir vorstellen, dass wenn man sich mit dem eigenen Tod auseinandersetzen muss, dass einem dann vieles im Leben bedeutungslos daneben erscheint. Du willst aber einfach nur da ansetzen, wo ihr vor ihrer Erkrankung standet. Als ob nichts gewesen wäre. Meiner Meinung nach müsst ihr euch hier aber wieder neu kennenlernen. Vielleicht braucht sie jetzt eine andere Art von Intimität, die du gerade noch nicht anbieten kannst.

Habt ihr euch damals darüber unterhalten, wie jeder von euch sich mit ihrer Krebsdiagnose gefühlt habt?
 
M
Benutzer228352  (48) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #3
Hallo Anna
Nun, menschlich hat sie sich nicht grossartig verändert. Wir beide haben in unseren Kinder,- und Jugendjahren (bevor wir uns kennengelernt haben) viel durchgemacht. Das hat uns stark resilent gegen Schicksalsschläge gemacht. Natürlich haben wir geredet. Aber wir nahmen und nehmen viel an wenn wieder mal was "schief läuft". Auch in diesem Fall mit dem Krebs. Meine Frau ist damals auch nicht in ein Loch gefallen. Dafür hat sich aber alles negativ auf unser Sexleben wie ein Brennglas ausgewirkt. Tatsächlich ist nicht mein Ansatz, auch wenn es schön wäre, das alles wieder so wie früher ist. Leben und Beziehungen entwickeln sich. Nichts bleibt so wie es ist. Mein Ansatz ist, andere Meinungen oder auch Hilfestellungen zu bekommen um etwas an unserer Situation zu verbessern. Darum bin ich hier.
 
SchafForPeace
Benutzer12529  Echt Schaf
  • #4
Habt ihr mal in Foren über Schilddrüsenerkrankung oder speziell über Schilddrüsenkrebs gestöbert? Deine Frau wird sicher nicht die einzige sein, die mit dem Hormondefizit nach der Entfernung Probleme hat. Dort sind vermutlich mehr Menschen, die vermutlich gezieltere Tipps und einen gezielteren Austausch bieten können, als die meisten User hier :smile:
Ich habe vor längerer Zeit hier Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen gute Tipps bekommen, als mein SD Problem losging. Es gab damals auch ein paar Leute dort, deren SD entfernt werden musste.
 
E
Benutzer216998  (59) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #5
Markus Auch ganz ohne Schilddrüse kann ich die Situation gut verstehen; jegliche Form von Erotik/Sex/Nähe ist bei uns schon lange ausgestorben. Es ist schwierig begreiflich zu machen, dass wir uns trotzdem lieben, dass sich da auch nichts ändern wird, aber es fehlt mir natürlich etwas.
Nein, helfen oder gute Ratschläge geben kann ich nicht.
 
U
Benutzer183259  (55) Sehr bekannt hier
  • #7
M
Benutzer193947  (34) Verbringt hier viel Zeit
  • #8
Versteht mich nicht falsch, hier geht es nicht um meine sexuelle Befriedigung
Sondern?
Sie bedauert es, dass sie keine Lust mehr hat. Okay. Aber wenn du auch keine hättest, was wäre dann?
 
Spiralnudel
Benutzer83901  (41) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #9
Hm, nach Entfernung der Schilddrüse liegt ja eine Unterfunktion vor, die medikamentös eingestellt werden muss – bei meiner Mutter musste das mehrfach und immer wieder mal justiert werden, bis die Dosierung passte, zuletzt als sie in Rente ging und der Arbeitsstress von ihr abfiel, da landete sie nämlich plötzlich in der Überfunktion.

Sofern deine Frau medikamentös hormonell gut eingestellt ist, sollte auch ihre Libido entsprechend "normal" ausfallen. Wenn da nicht noch all die anderen Faktoren wären, die die weibliche Lust negativ beeinflussen können, zum Beispiel die Krebserkrankung und deren psychische Auswirkungen, die Behandlung, allgemeiner Stress, möglicherweise die sich ankündigenden Wechseljahre – um nur einige zu nennen.

Eine medizinische Abklärung kann helfen oder zumindest erste Anhaltspunkte liefern. Muss sie aber nicht. Vielleicht braucht deine Frau einfach nur Zeit.
 
S
Benutzer190912  (50) Verbringt hier viel Zeit
  • #10
Ich habe es über die Jahre als Beobachter immer wieder erlebt wie schwer es ist, einen guten Endokrinologen zu finden der einen gut einstellen kann. Dementsprechend würde ich mich anschließend an den Beitrag von Spiralnudel informieren was möglidh wäre wenn der Endokrinologe sein Fach versteht.
Versteht mich nicht falsch, hier geht es nicht um meine sexuelle Befriedigung. Da kann ich mir schon selbst aushelfen.
Ich fürchte da machst Du Dir was vor, denn Sex ist mehr als sich selbst zum Orgasmus zu bringen, es ist Nähe, Begehrtsein und gemeinsame Lust. Es wäre also ok wenn Dir der Sex mit Deiner Frau fehlt. Es ehrt Dich wenn Du hier zurückstecken willst und auf Deine Frau Rücksicht nehmen willst. Es ist halt eine Gradwanderung, wenn Du auf der Suche nach einem neuen Zugang ihrer möglichen Lust bist. Zwischen Bedrängen und Unterstützung liegt da nicht viel. Eigentlich sollten da die Signale von ihr kommen
 
Tiffi36
Benutzer223478  Öfter im Forum
  • #11
In meiner Familie hat meine Mutter und auch mein Bruder keine SD mehr, auch Krebs.
Beide sind gut gegen die Unterfunktion eingestellt, was aber immer wieder kontrolliert werden muss.
Einen guten Endokrinologen zu finden ist nicht so einfach. Teilweise behandelt das auch der Haus oder Frauenarzt, aber da eher auf "gut Glück".

Zusätzlich könnte deine Frau in die Wechseljahre gekommen sein, was bei eurem Alter jetzt nicht so ungewöhnlich wäre.
Ich würde euch empfehlen einen guten Arzt zu suchen und ein mal den kompletten Hormonstatus zu nehmen.
 
M
Benutzer228352  (48) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #12
M
Benutzer228352  (48) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #13
In meiner Familie hat meine Mutter und auch mein Bruder keine SD mehr, auch Krebs.
Beide sind gut gegen die Unterfunktion eingestellt, was aber immer wieder kontrolliert werden muss.
Einen guten Endokrinologen zu finden ist nicht so einfach. Teilweise behandelt das auch der Haus oder Frauenarzt, aber da eher auf "gut Glück".

Zusätzlich könnte deine Frau in die Wechseljahre gekommen sein, was bei eurem Alter jetzt nicht so ungewöhnlich wäre.
Ich würde euch empfehlen einen guten Arzt zu suchen und ein mal den kompletten Hormonstatus zu nehmen.
Hallo Tiffi,
meine Frau hat eine wahre Odysee mit Ärzten und auch Endikrinologen hinter sich. Jeder mit seiner eigenen Meinung und Tipps zur richtigen Einstellung von L-Tyroxin. Nichts hat wirklich was gebracht. By the way: Ganz am Anfang, also vor der Diagnose SD-Krebs, wurde meine Frau ausgelacht als sie sagte, dass sie unter ständigen Müdigkeit leide und vielleicht etwas mit ihrer Schilddrüse nicht stimmt. Und das von einem Chefarzt der Onkologie in einer südbayerischen mittelgroßen Stadt. Sie solle sich nicht so anstellen, hieß es damals von ihm. Meine Frau drängte auf eine Ultraschalluntersuchung. Da wurde er plötzlich sehr kleinlaut. Auch in Anbetracht, dass er dabei merkte das auch Lymphknoten befallen waren. Die OP war dann plötzlich eine ganz schnelle Sache. Dann gab es sogar eine zweite OP um restliche Lymphknoten zu entfernen. Du kannst dir sicher vorstellen, dass wir zu Ärzten nach diesem ganzen Wahnsinn nicht wirklich Vertrauen aufbauen können.
 
M
Benutzer228352  (48) Ist noch neu hier
  • Themenstarter
  • #14
Hm, nach Entfernung der Schilddrüse liegt ja eine Unterfunktion vor, die medikamentös eingestellt werden muss – bei meiner Mutter musste das mehrfach und immer wieder mal justiert werden, bis die Dosierung passte, zuletzt als sie in Rente ging und der Arbeitsstress von ihr abfiel, da landete sie nämlich plötzlich in der Überfunktion.

Sofern deine Frau medikamentös hormonell gut eingestellt ist, sollte auch ihre Libido entsprechend "normal" ausfallen. Wenn da nicht noch all die anderen Faktoren wären, die die weibliche Lust negativ beeinflussen können, zum Beispiel die Krebserkrankung und deren psychische Auswirkungen, die Behandlung, allgemeiner Stress, möglicherweise die sich ankündigenden Wechseljahre – um nur einige zu nennen.

Eine medizinische Abklärung kann helfen oder zumindest erste Anhaltspunkte liefern. Muss sie aber nicht. Vielleicht braucht deine Frau einfach nur Zeit.
Sie hat schon zig verschiedene Einstellungen durch. Ich lasse ihr auf jeden Fall alle Zeit der Welt und werde sie niemals zu etwas drängen, das ist klar. Ja, vielleicht hast du recht und die Wechseljahre leisten ihren Beitrag.
 
Tiffi36
Benutzer223478  Öfter im Forum
  • #15
Du kannst dir sicher vorstellen, dass wir zu Ärzten nach diesem ganzen Wahnsinn nicht wirklich Vertrauen aufbauen können.
Ja, das kann ich sogar sehr gut, ich habe auch schon die ein oder Andere Odyssey hinter mir....
Und nur weil einer Chefarzt ist muss er nicht gut sein, ist auch meine Erfahrung. Gute Ärzte, die sich wirklich bemühen sind schlecht zu finden und der Titel sagt da leider auch nichts.
 
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T
Benutzer226385  (33) Ist noch neu hier
  • #16
deine Situation ist wirklich herausfordernd, und es ist bewundernswert, wie liebevoll du damit umgehst. Hormonelle Veränderungen nach einer Schilddrüsenentfernung können die Libido stark beeinflussen, leider gibt es oft nur begrenzte medizinische Lösungen. Vielleicht könnte eine Paartherapie oder Sexualberatung helfen, neue Wege der Intimität ohne Druck zu finden. Manchmal sind auch alternative Näheformen wie Kuscheln, Zärtlichkeiten oder emotionales Verbunden-Sein sehr wichtig. Wichtig ist, dass ihr weiterhin offen kommuniziert und euch gegenseitig unterstützt. Ich wünsche euch viel Kraft und Liebe!
 
O
Benutzer184327  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #17
Hallo Markus,

ich kann das recht gut nachvollziehen. Bei mir ist es ähnlich. Früher ganz normales Sexleben ( 3-10/Woche) und heute gähnende leere. Wenn ich einmal im halben Jahr Sex habe ist das schon viel. Und wir sind mit 37 Jahren beide im besten alter jetzt. Meine Frau leidet auch unter einer Schilddrüsen-Unterfunktion und nimmt mitlerweile Tyroxin 100 aber es pendelt sich einfach nicht ein.
Natürlich ärgert es mich manchmal aber letzten Endes ist es nunmal eine Erkrankung und das sucht man sich ja auch nicht aus. Ich liebe meine Frau und könnte sie niemals deshalb verlassen. Unsere Beziehung beruht zum Glück auf mehr wie Sex, wir verbringen eigentlich jede freie Sekunde zusammen und daraus zieh ich meine Kraft. Ich seh das hier wie du Markus, selbst wenn mein restliches Leben lang nichts mehr läuft dann ist das halt so. Da müssen wir mit klarkommen denn eine Trennung ist auch für mich niemals eine Option.
Du bist auf jeden Fall nicht alleine. Gibt sicherlich mehrere Männer mit genau dem selben Problem.
 
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