Kein Fleisch mehr essen gut ? / Wunde Lippen

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Benutzer39498 

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nur ist nicht überall "bio" drin wo es drauf steht.
Der Spruch ist ja mittlerweile fast genauso in wie Bioprodukte selbst :whistle: Ja, man sollte sich schon konkret mit einzelnen Zertifikaten auseinander setzen - bei demeter habe ich da echt keinerlei Bedenken. Schau sie dir an: http://www.demeter.de/fachwelt/landwirte/richtlinien .. hier ein guter Tabellenvergleich, achte besonders auf die Tierhaltungsvorschriften: http://www.vzfbdww.de/informationen/VergleichEGBiolandDemeter.pdf

Demeter-Produkte sind tatsächlich in Deutschland so was wie die Elite der Bioprodukte.
 
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Von Demeter vielleicht mal abgesehen, stimmt es im Kern ja trotzdem, was lotti sagt: Nur weil Bio draufsteht, bekommt man nicht zwangsläufig ein Produkt, was der intuitiven Vorstellung von "Bio" entspricht. Als "Biofleisch" deklarierte Tiere können ja z.B. trotzdem gentechnisch manipuliertes Futtermittel erhalten haben. Außerdem hat es für mich mit "Bio" wenig zu tun, wenn die Ware aus fernen Ländern herangeschafft wurde.

Zum Thema Fleisch kann ich nur raten, sich mit örtlichen Lieferanten (Bauern, Metzgereien) auseinanderzusetzen. Regionale Produkte sind u.U. besser als Bioprodukte. Als erste Anlaufstelle empfehle ich www.slowfood.de .
 

Benutzer39498 

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Von Demeter vielleicht mal abgesehen, stimmt es im Kern ja trotzdem, was lotti sagt: Nur weil Bio draufsteht, bekommt man nicht zwangsläufig ein Produkt, was der intuitiven Vorstellung von "Bio" entspricht.
Das mag ja sein. Keine Ahnung, was da deine Intuition ist. Aber der Spruch wird meiner Meinung nach viel zu oft als Rechtfertigung, gar nichts zu ändern, benutzt. Weil man zu faul ist, sich über einzelne Siegel und Marken zu informieren - man kann nämlich sehr wohl "bio" einkaufen.
Außerdem hat es für mich mit "Bio" wenig zu tun, wenn die Ware aus fernen Ländern herangeschafft wurde.
Wieso? Auch in anderen Ländern gibt es gute und strikte Richtlinien für Biolebensmittel. Du hast ja selbst neulich darauf aufmerksam gemacht, das lokale Lebensmittel nicht zwingend die ökologisch sinnvollsten sein müssen - hier auch noch ein Link wurde entfernt dazu.

Am Ende des Tages kann vermutlich jeder, der im Einzugsgebiet einer großen Stadt wohnt, eine gut informierte Entscheidung über Biofleisch treffen. Münchner könnten sich mal mit BayernOx auseinander setzen, Berliner können Wurst und Schinken von Meine kleine Farm kaufen, in Nordrhein-Westfalen gibt es BioFleisch NRW die eigene Futterrichtlinien haben (u.a. keine gentechnisch veränderten Futtermittel), bei Rewe in Hessen bekommt man Landmarkt, wo es einige gute Bioprodukte gibt (bei uns zum Beispiel Ziegenmilchprodukte, Geflügelfleisch und Schweinefleischprodukte), und in Biomärkten wie denn's oder Alnatura bekommt man Demeter und die Alnatura Eigenmarke, wobei man bei dieser auch immer auf Zusatzsiegel achten kann und sollte, besonders bei tierischen Produkten.

Es ist richtig, das viel Etikettenschwindel betrieben wird, besonders bei den Produkten der Discounter. Aber es ist eben nicht grade unmöglich, gescheite Biolebensmittel zu kaufen, und man braucht sich gar nicht hinter dem Spruch "es ist nicht überall Bio drin, wo Bio drauf steht" verstecken! :smile:
 
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Benutzer118770 

Verbringt hier viel Zeit
Das mag ja sein. Keine Ahnung, was da deine Intuition ist. Aber der Spruch wird meiner Meinung nach viel zu oft als Rechtfertigung, gar nichts zu ändern, benutzt. Weil man zu faul ist, sich über einzelne Siegel und Marken zu informieren - man kann nämlich sehr wohl "bio" einkaufen.

ich finde es gut, dass es menschen gibt, denen es nicht egal ist, wie tiere gehalten werden, die sich mit ihrem essen versuchen auseinanderzusetzen. ich will nicht sagen, dass alle bioprodukte schlecht sind. denkt man jedoch, dass die schweine auf biohöfen im gegensatz zu normalen mastbetrieben auf einer grünen weide herumtollen, hat man schlichtweg keine ahnung was wirklich abgeht. ich war auf einigen bio-höfen und hätte man mir zuvor nicht gesagt, dass ich auf einem bio-hof bin, hätte ich keinen unterschied zu einem "normalem" hof bemerkt. dass die landwirte, die im fernsehen ihren bio-betrieb vorstellen, zuvor alles auf vordermann bringen ist natürlich logisch, leider ist der zustand nicht die regel.


Demeter-Produkte sind tatsächlich in Deutschland so was wie die Elite der Bioprodukte.
ich will dir nicht widersprechen, denn bei den richtlininen zu "normal", "bio" und "demeter" gibt es große unterschiede.
meiner meinung, kommt es aber nicht allzu sehr auf irgendwelche richtlinien und vorschriften an, sondern auf die einstellung des produzenten, sprich des landwirts selbst.
hat derjenige, der tiere hält, nicht nur den profit im sinn und behandelt seine nutztiere ordentlich und würdig, so kann ein hof ohne biozertifikat durchaus mit einem bio-siegel-hof "mithalten". :smile:


Aber es ist eben nicht grade unmöglich, gescheite Biolebensmittel zu kaufen, und man braucht sich gar nicht hinter dem Spruch "es ist nicht überall Bio drin, wo Bio drauf steht" verstecken! :smile:
das war nicht meine absicht. :zwinker: natürlich kann man lebensmittel kaufen, bei denen man sich auf das siegel verlassen kann. ich wollte nur verdeutlichen, dass "bio" allein v.a. bei vielen fleischprodukten widersinnig ist.
um das aber richtig nachvollziehen zu können, muss man verschiedene höfe gesehen haben...
 
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Es ist richtig, das viel Etikettenschwindel betrieben wird, besonders bei den Produkten der Discounter. Aber es ist eben nicht grade unmöglich, gescheite Biolebensmittel zu kaufen, und man braucht sich gar nicht hinter dem Spruch "es ist nicht überall Bio drin, wo Bio drauf steht" verstecken! :smile:

Also wenn viel Etikettenschwindel betrieben wird, dann muss man sich nicht wundern, dass der Durchschnittsverbraucher schon Ausschlag von dem Wort "Bio" bekommt. Es ist schön, wenn Menschen Zeit und Geld besitzen, sich über entsprechende Produkte zu informieren und diese auch zu kaufen. Besitzt aber nicht jeder, und das würde ich niemandem zum Vorwurf machen. Stattdessen viel mehr Transparenz fordern.

Wieso? Auch in anderen Ländern gibt es gute und strikte Richtlinien für Biolebensmittel. Du hast ja selbst neulich darauf aufmerksam gemacht, das lokale Lebensmittel nicht zwingend die ökologisch sinnvollsten sein müssen - hier auch noch ein Link wurde entfernt dazu.

Naja, trotzdem haben Biokartoffeln aus z.B. Äypten eine schlechtere Ökobilanz als Kartoffeln aus heimischen Anbau, da unser Klima besser geeignet ist (Regen vs Bewässerungsanlagen). In anderen Fällen stehen die konventionellen Produkte wieder schlechter dar. Wie gesagt, Transparenz heißt das Zauberwort.

Edit: Und da es der Threaderstellerin um die Inhaltsstoffe ging:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_die_reporter/panorama338.html
 
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Benutzer44072 

Sehr bekannt hier
Ich verstehe diese ganze Meinungsmache gegen Bio nicht. Was soll denn in Ware die mit dem Biosiegel versehen ist anderes drin sein als Bio? :confused:

Beim googlen erhält man Hunderte von Treffern für Bio und etikettenschwindel oder für "nicht immer ist Bio drin, wo Bio draufsteht" in all seinen Variationen. Da findet man dann in der Regel hin und hergelaber, aber nichts konkretes. Man findet dann zum Teil noch was über die beiden Fälle die seinerzeit durch die Presse gegangen sind, der in Italien und den deutschen Geflügelhof der auch einen Teil konventionelles Futter eingesetzt hat. Der ist augenblicklich aus seinem Bio-Verband geflogen, ihm wurde das EG Siegel entzogen und er wurde strafrechtlich verfolgt.

Was wird mit den Herstellern und Supermärkten der Pferdelasagne passieren? Richtig, gar nichts. Der Supermarkt beruft sich auf seine Lieferanten und die jammern das sie ihrerseits getäuscht wurde und zahlen allenfalls ein Taschengeld, wenn überhaupt. Und dann kommt kein Pferdefleisch mehr rein, sondern die denken sich den nächsten Mist aus um den Profit zu erhöhen auf kosten der Verbraucher.

Die Mindestanforderungen die bei den seriösen Biosiegeln vorgeschrieben wird ist definitiv besser als die Vorgaben die für konventionelle Betriebe gelten. Punkt.

Alle sonstigen Argumente von wegen ökobilanz, etikettenschwindel oder den nicht erfüllten romantischen Vorstellungen sind doch nur scheinargumente mit denen sich viele rechtfertigen. Ich finde es vollkommen ok wenn jemand die Produkte nicht kauft, es ist in einem freien Land auch erlaubt die übelste Tierhaltung zu unterstützen, die gerade noch gesetzlich erlaubt ist. Was ich aber nicht in Ordnung finde ist, wenn jemand mit merkwürdigen Scheinargumenten eine an sich gute Sache kaputttredet.

Sowas wie Behauptungen das GVO angeblich im Futter von Biobetrieben zulässig wären. Das ist einfach eine unrichtige Behauptung.

Wenn man nur lang genug diskutiert dann ist wahrscheinlich ein Demeter betrieb genauso schlecht wie jeder wie...hof billigmäster. Wenn man aber einfach mal einem betrieb besucht wird man feststellen dass das nicht der Realität entspricht. Da stellen Menschen mt viel Sachverstand und Herzblut ehrliche Produkte her die so eine Pauschalverurteilung, wie man sie hier zum Teil liest, nicht verdient haben.

Und wenn ein konventioneller betrieb ebenfalls eine hohe Qualität erzeugt und sehr auf Tierschutz achtet, dann bringt das dem durchschnittlichen Verbraucher nichts. Denn er ist auf Siegel und Kontrollen angewiesen, wo er selbst nicht kontrollieren kann. Auf die richtige Einstellung eines mir unbekannten Landwirts kann ich mich ja schlecht verlassen. Und wer der Industrie zu viel vertraut, der muss nun mal mit dem mit Medikamenten verseuchtem Pferdefleisch leben.
 
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Ich verstehe diese ganze Meinungsmache gegen Bio nicht. Was soll denn in Ware die mit dem Biosiegel versehen ist anderes drin sein als Bio? :confused:

Naja, was ist denn "Bio"?

Die Mindestanforderungen die bei den seriösen Biosiegeln vorgeschrieben wird ist definitiv besser als die Vorgaben die für konventionelle Betriebe gelten. Punkt.

Ach bitte, als gäbe es da eklatante Unterschiede. Beispiel: In der konventionellen Haltung muss ein Mastschwein mind. 0,65m² - 1 m² Stellfläche haben, bei Bioland gibt es die Mindestanforderung: 1,1 - 1,3 m².

Das z.B. fände ich in beiden Fällen viel zu wenig, sodass ich mich lieber an einen Betrieb halte, der mehr Platz gewährt, aber nicht unbedingt ein Biozertifikat hat (es gibt schließlich noch jede Menge anderer Vorschriften, nicht jeder, der kein Zertifikat hat, stellt automatisch den größten Bockmist her.). Das ist aber in der Tat nur mit Recherche herauszubekommen.

Ich finde es auch okay, wenn man keine Lust hat, sich diese Zeit zu nehmen. Ob man sich jetzt als Held fühlen muss, wenn man Bioprodukte kauft (die meisten Unternehmen halten sich sowieso nur an die Mindestanforderungen, die sich aus dem wohl bekanntesten Siegel ergeben, weiß ich nicht. Ich kenne einige, die stolz verkünden, dass sie nur "Bio-Produkte" kaufen und glauben, dass die Tiere größtenteils über grüne Wiesen laufen oder besonders viel Platz haben. (Das gibt es wohl nur bei Hobbybauern)

Die heile Bio-Welt ist eben an sich mittlerweile schon zu einem richtigen Markenprodukt geworden, mit dem sich gut Geld machen lässt.

Sowas wie Behauptungen das GVO angeblich im Futter von Biobetrieben zulässig wären. Das ist einfach eine unrichtige Behauptung.

Nö, ist es nicht. Ein sehr geringer Prozentsatz (0,9%) gilt als nicht deklarationspflichtig, da er aufgrund von Verunreinigungen ins Futter gelangt sein könnte (ist natürlich keine große Sache).

Und wenn ich (wie in dem von mir verlinkten Bericht) sehe, dass auch in Biobetrieben gespritzt werden darf, dann brauche ich nicht die mindestens doppelt so hohen Preise zu bezahlen. Besonders nachhaltig finde ich das nämlich nicht.

Wenn man nur lang genug diskutiert dann ist wahrscheinlich ein Demeter betrieb genauso schlecht wie jeder wie...hof billigmäster. Wenn man aber einfach mal einem betrieb besucht wird man feststellen dass das nicht der Realität entspricht. Da stellen Menschen mt viel Sachverstand und Herzblut ehrliche Produkte her die so eine Pauschalverurteilung, wie man sie hier zum Teil liest, nicht verdient haben.

Ja, aber das gilt auch für viele andere (konventionelle) Betriebe, denen mit diesem Glaubenskrieg unrecht getan wird.

[Am liebsten kaufe ich saisonales Obst und Gemüse, ob nun bio oder nicht.]
 

Benutzer4590 

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Ach, und da holst Du Dein Fleisch? Das werden wohl die wenigsten tun. Wenn man den Tieren etwas Gutes tun möchte, sollte man lieber gar kein Fleisch essen (ob nun bio oder konventionell). Wobei ich auch schon auf den Ausspruch "Erhaltung durch Aufessen" gestoßen bin.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit

Vor einigen Jahren, als ich noch in München lebte, war ich da sogar mal und habs mir angeschaut und ich muss sagen: tiptop. Wenn man das gesehen hat, macht Fleisch essen wirklich noch mehr Spaß.
Außerdem war ich mal auf einem Demeterhof in Rheinland Pfalz: ebenfalls prima.[DOUBLEPOST=1361558101,1361557704][/DOUBLEPOST]
.... Wenn man den Tieren etwas Gutes tun möchte, sollte man lieber gar kein Fleisch essen (ob nun bio oder konventionell).

Diesem Gedankengang kann ich nun wirklich nicht folgen. Die meisten Viecher gäbe es doch überhaupt nicht, wenn man sie nicht irgendwann essen würde.
Wenn eine Kuh oder ein Schwein ein anständiges Leben geführt hat, habe ich kein Problem damit, dass man sie oder es schlachtet (hoffentlich so schmerzfrei wie möglich...was ja leider auch nicht immer der Fall ist).
 
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Diesem Gedankengang kann ich nun wirklich nicht folgen. Die meisten Viecher gäbe es doch überhaupt nicht, wenn man sie nicht irgendwann essen würde.

Eben :zwinker: Wer nicht geboren wurde, kann auch nicht leiden..

Wenn eine Kuh und ein Schwein ein anständiges Leben geführt hat, habe ich kein Problem damit, dass man es schlachtet (hoffentlich so schmerzfrei wie möglich...was ja leider auch nicht immer der Fall ist).

Ja, und das ist ja die Kernfrage, um die sich alles dreht. Was ist ein "anständiges" Leben? Es fehlt die Transparenz, so dass der Käufer mit einem Blick auf das Produkt sofort sieht, von welchem Hof das Fleisch stammt und unter welchen Bedingungen Aufzucht, Schlachtung etc. erfolgten. Vielleicht sogar noch mit Bild und ehrlicher Beschreibung.
Ich glaube, das würde viele Kaufentscheidungen positiv beeinflussen.
 

Benutzer4590 

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Ach, und da holst Du Dein Fleisch? Das werden wohl die wenigsten tun.

Nicht direkt in Glonn, aber es gibt eine Herrmannsdorfer-Fleischtheke in dem Biomarkt hier in meiner Nähe. Die haben überhaupt relativ viele "Dependancen" und kooperieren mit allen möglichen Geschäften (nicht nur in München), aufgrund der steigenden Nachfrage.

Wenn man viel Fleisch isst, dann muss man natürlich schon ein ziemlicher Gutverdiener sein, um sich das leisten zu können - Fleisch mit den Produktionsbedingungen hat selbstverständlich seinen Preis. Ich hab meinen Fleischkonsum ziemlich reduziert, deswegen haut das bei mir finanziell hin.
 
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Off-Topic:
Nicht direkt in Glonn, aber es gibt eine Herrmannsdorfer-Fleischtheke in dem Biomarkt hier in meiner Nähe. Die haben überhaupt relativ viele "Dependancen" und kooperieren mit allen möglichen Geschäften (nicht nur in München), aufgrund der steigenden Nachfrage.

Also, letztendlich kaufst Du regionales Fleisch. Das ist genau das, für das ich von Anfang an plädierte :zwinker:
 
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Ich finde die Diskussion zwar gut und auch interessant, dennoch geht es ja hier prinzipiell noch um die TS.
Und ich kann verstehen, dass es in ihrem Alter nicht so leicht ist, sich so zu ernähren wie man will. Mir wurde damals von meinen Eltern auch Fleisch aufgezwungen, Alternativen gab es nicht wirklich. Erst später hatte ich das Selbstbewusstsein, mich und meine Ernährungsvorstellungen durchzusetzen. Ich finde, das muss man schon mit berücksichtigen.
Ich hätte mir auch mit 15 nicht mein eigenes Fleisch vom Bauernhof oder Biomarkt kaufen dürfen (wäre aber auch nicht auf die Idee gekommen, mir z.B. von meinem Taschengeld mein eigenes Fleisch zu kaufen), meine Eltern hätten mir den Vogel gezeigt.
 

Benutzer44072 

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Naja, was ist denn "Bio"?

Bio nach EG Verordnung ist, was die Verordnung einhält und kontrolliert ist. Demeter ist was deren regeln einhält. Das kann man nur ganz pragmatisch sehen. Wenn in dem Film kritisiert wird das es nicht nachweislich gesünder ist, dann kann man auch nur sagen dass es auch nicht Bestandteil des Reglements ist, genausowenig wie regionalität (sonst würde eine Ware die im LKW im Kreis fährt abwechselnd Bio und nicht Bio sein)

Das realistischerweise nicht drei Kühe vom almöhi und der Heidi rund um die Uhr betreut und anschließend tot gestreichelt werden ist irgendwo klar.

Ich finde man kann sich nur an realistischen Möglichkeiten orientieren und nicht an Traumbildern.



Ach bitte, als gäbe es da eklatante Unterschiede. Beispiel: In der konventionellen Haltung muss ein Mastschwein mind. 0,65m² - 1 m² Stellfläche haben, bei Bioland gibt es die Mindestanforderung: 1,1 - 1,3 m².

Das ist für dich ein geringer Unterschied? Finde ich ehrlich gesagt erstaunlich, aber das muss man dann so hinnehmen.

Das z.B. fände ich in beiden Fällen viel zu wenig, sodass ich mich lieber an einen Betrieb halte, der mehr Platz gewährt, aber nicht unbedingt ein Biozertifikat hat (es gibt schließlich noch jede Menge anderer Vorschriften, nicht jeder, der kein Zertifikat hat, stellt automatisch den größten Bockmist her.). Das ist aber in der Tat nur mit Recherche herauszubekommen.

Wenn man die Möglichkeit hat sich selber davon zu überzeugen sind natürlich andere Betriebe durchaus gut. Die sind logischerweise selten und nicht im Supermarkt zu finden, daher für die meisten Leute nicht praktikabel. Wir kaufen das meiste unseres Schweinefleisches auch in so einem Betrieb (Rind ist da Bio) und finden das gut. Klar, der Preis ist da selbstverständlich ein gutes Stück höher als bei der Bioware im Supermarkt, aber wenn es das Wert ist bezahl ich es gern.

Nö, ist es nicht. Ein sehr geringer Prozentsatz (0,9%) gilt als nicht deklarationspflichtig, da er aufgrund von Verunreinigungen ins Futter gelangt sein könnte (ist natürlich keine große Sache).

Nö, ist es nicht. ;-) Es ist schlicht und ergreifend verboten, jegliche auch noch so kleine Menge wissentlich zu verfüttern. Wer das tut fliegt und bekommt eine Anzeige. Für ungewollte Kontaminationen (ist ja jedem klar das die nicht von der biolandwirtschaft kommen können) gilt die gleiche Grenze wie bei konventionell. Wäre ja auch pervers wenn die Bioware gekennzeichnet ist, weil sie 1,0 Prozent Spuren enthält und auf dem Etikett der konventionellen Milch die zu 100% GVO Futter verwendet steht nichts drauf, weil das nicht deklarationspflichtig ist. :confused:

Wenn man den Tieren etwas Gutes tun möchte, sollte man lieber gar kein Fleisch essen (ob nun bio oder konventionell).

Das soll jeder so halten wie er das denkt. Ich halte da gar nichts davon.

Über sehr lange zeit hat sich das landwirtschaften bei uns mit einer großen Vielfalt von Arten entwickelt die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Da gehört Acker, Weide, Bienen, Streuobst, Rind, Schwein, hausgarten, Hühner etc. alles zusammen. Wo findet man denn in der Natur eine stelle an der nur Pflanzen und keine Tiere leben? Für mich gehört zu landwirtschaftlichen Flächen unbedingt auch die Nutztiere. Vor der Einführung der chemischen Dünger hätte das sowieso keiner diskutiert, weil es schlicht nicht praktikabel war. Bei Demeter finde ich daher auch gut das sie Tierhaltung zwingend vorschreiben, damit ein Betrieb Mitglied werden kann.

Aber das ist meine Sichtweise, wer vegan leben will soll das trotzdem gerne tun.


Ich finde die Diskussion zwar gut und auch interessant, dennoch geht es ja hier prinzipiell noch um die TS.
Und ich kann verstehen, dass es in ihrem Alter nicht so leicht ist, sich so zu ernähren wie man will. Mir wurde damals von meinen Eltern auch Fleisch aufgezwungen, Alternativen gab es nicht wirklich. Erst später hatte ich das Selbstbewusstsein, mich und meine Ernährungsvorstellungen durchzusetzen. Ich finde, das muss man schon mit berücksichtigen.
Ich hätte mir auch mit 15 nicht mein eigenes Fleisch vom Bauernhof oder Biomarkt kaufen dürfen (wäre aber auch nicht auf die Idee gekommen, mir z.B. von meinem Taschengeld mein eigenes Fleisch zu kaufen), meine Eltern hätten mir den Vogel gezeigt.

Ich denke erstens das Kinder und jugendliche durchaus einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Kaufentscheidungen haben. Sonst würden unternehmen auch nicht millionenschwere Werbebudgets in diese Richtung verballern.

Und zum anderen halte ich es für völlig richtig und normal sich in diesem alter auch mal umfassende Gedanken zu so einem Thema zu machen. Selbst wenn dann nicht alles exakt so in der Lebensführung seinen Niederschlag findet.

Am liebsten kaufe ich saisonales Obst und Gemüse, ob nun bio oder nicht

Eben. Ist doch wunderbar. Jeder setzt seine Prioritäten wie er es für richtig hält, es gibt keinen perfekten Weg der völlig offensichtlich und richtig ist. Viele bemühen sich die Dinge für sich zu verbessern die sie wichtig finden. Wäre doch auch für die Threadstarterin ein guter Weg ihr essen so anzupassen wie sie es besser findet. Wenn sie hier drei Leute fragt bekommt sie logischerweise 4 Antworten und kann dann trotzdem nur selbst entscheiden ob und welches Fleisch sie essen mag.
 
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Gast
Ich denke erstens das Kinder und jugendliche durchaus einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Kaufentscheidungen haben. Sonst würden unternehmen auch nicht millionenschwere Werbebudgets in diese Richtung verballern.
Ich weiß nur, welchen Einfluss ich auf die Ernährung in meiner Familie hatte. Nämlich bis zu einem bestimmten Alter gar keinen.
Irgendwann war ich alt genug, um mich durchzusetzen, dann durfte ich mir selbst was kochen oder es wurden eben mehr Beilagen für mich gekocht. Mit 15 war das jedoch noch nicht so. Das mag bei anderen Familien anders sein, ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen.
Und ich finde es eben nicht gerecht, die TS damit aufzuziehen, dass sie nach 4 Tagen doch wieder Fleisch gegessen hat, weil die Mutter will, dass sie mindestens einmal die Woche Fleisch isst. Es ist eben als Teenie nicht immer so einfach, sich gegen die Eltern durchzusetzen.

Und zum anderen halte ich es für völlig richtig und normal sich in diesem alter auch mal umfassende Gedanken zu so einem Thema zu machen. Selbst wenn dann nicht alles exakt so in der Lebensführung seinen Niederschlag findet.
Dagegen habe ich doch gar nichts gesagt :zwinker:.
 
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Nö, ist es nicht. ;-) es ist schlicht und ergreifend verboten, jegliche auch noch so kleine Menge wissentlich zu verfüttern. Wer das tut fliegt und bekommt eine Anzeige, Für ungewollte Kontaminationen (ist ja jedem klar das die nicht von der biolandwirtschaft kommen können) gilt die gleiche Grenze wie bei konventionell. Wäre ja auch pervers wenn die Bioware gekennzeichnet ist, weil sie 1,0 Prozent spüren enthält und auf dem Etikett der konventionellen Milch die zu 100% GVO Futter verwendet steht nichts drauf, weil das nicht deklarationspflichtig ist. :confused:

Dann hatten wir wohl ein kleines Missverständnis, denn ich habe ja nichts davon geschrieben, dass es wissentlich zugefügt wird (deshalb "Verunreinigung").

Über sehr lange zeit hat sich das landwirtschaften bei uns mit einer großen Vielfalt von Arten entwickelt die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Da gehört Acker, Weide, Bienen, Streuobst, Rind, Schwein, hausgarten, Hühner etc. alles zusammen. Wo findet man denn in der Natur eine stelle an der nur Pflanzen und keine Tiere leben? Für mich gehört zu landwirtschaftlichen Flächen unbedingt auch die Nutztiere. Vor der Einführung der chemischen Dünger hätte das sowieso keiner diskutiert, weil es schlicht nicht praktikabel war. Bei Demeter finde ich daher auch gut das sie Tierhaltung zwingend vorschreiben, damit ein Betrieb Mitglied werden kann.

Aber das ist meine Sichtweise, wer vegan leben will soll das trotzdem gerne tun.

Ich sprach nur aus der Sicht der eingepferchten Tiere :tongue: Ich würde niemals vegan leben (wollen), noch nicht mal vegetarisch. Das neueste Modewort heißt doch Flexitarier, dem fühle ich mich noch am ehesten verbunden :tongue:
 

Benutzer107327 

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Nur mal am Rande:
0,65 oder 1,1 Quadratmeter Platz ist ein Unterschied von 69%. Also da würde ich nicht davon sprechen, dass es keinen nennenswerten Unterschied macht.. :zwinker:
Die Mindestanforderungen die bei den seriösen Biosiegeln vorgeschrieben wird ist definitiv besser als die Vorgaben die für konventionelle Betriebe gelten. Punkt.
Dagegen kann man eigentlich nichts vernünftiges einwenden. Wer so viel Zeit und Lust hat sich selbst so gut über seine Nahrungsmittel zu informieren, dass man diese Siegel nicht benötigt, kann sich durchaus auch etwas "besseres" kaufen. Wer das nicht kann oder möchte, für den sind die ein konkreter Anhaltspunkt.

Was genau dieses grüne Sechseck aussagt, weiß z.B. dr.wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Bio-Siegel#Deutsches_staatliches_Bio-Siegel

Ich finde ja schon, dass z.B. der Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel, Geschmacksverstärker und Farbstoffe oder auch ökologisch produzierten Futtermittel ohne Antibiotika durchaus erhebliche Unterschiede zu konventioneller Supermarktware sind.
 
S

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Gast
Nur mal am Rande:
0,65 oder 1,1 Quadratmeter Platz ist ein Unterschied von 69%. Also da würde ich nicht davon sprechen, dass es keinen nennenswerten Unterschied macht.. :zwinker:

1. Ich schrieb 0,65 - 1 m². (Und das sind Mindestanforderungen, die in beiden Fällen mMn zu wenig sind. Deshalb rate ich ja, wenn man die Möglichkeit hat, entsprechende Betriebe in der Umgebung zu besuchen (ich bin nicht bereit, mehr zu zahlen, nur weil ein Produkt ein Biosiegel trägt (v.a. das lasche staatliche Siegel) und sich dahinter trotzdem nur jemand verbirgt, der gerade mal die Mindeststandards einhält, um größeren Profit zu machen. Mehr zu zahlen, weil sich da jemand wirklich Gedanken gemacht hat und es etwas besser umsetzt, bin ich grundsätzlich schon).

2. sagte ich nicht, dass es kein nennenswerter Unterschied ist, sondern kein eklatanter (=beachtlich, beeindruckend).

Dagegen kann man eigentlich nichts vernünftiges einwenden. Wer so viel Zeit und Lust hat sich selbst so gut über seine Nahrungsmittel zu informieren, dass man diese Siegel nicht benötigt, kann sich durchaus auch etwas "besseres" kaufen. Wer das nicht kann oder möchte, für den sind die ein konkreter Anhaltspunkt.

Was genau dieses grüne Sechseck aussagt, weiß z.B. dr.wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Bio-Siegel#Deutsches_staatliches_Bio-Siegel

Ich finde ja schon, dass z.B. der Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel, Geschmacksverstärker und Farbstoffe oder auch ökologisch produzierten Futtermittel ohne Antibiotika durchaus erhebliche Unterschiede zu konventioneller Supermarktware sind.

Jaja, kein Geschmacksverstärker :zwinker: Es ist z.B. Hefeextrakt erlaubt und das IST ein (getarnter) Geschmacksverstärker. Deshalb werben ja auch Maggi & Co ganz dreist mit Sprüchen wie "ohne Geschmacksverstärker*". Und dann klitzeklein: *lt. Gesetz.
Hefeextrakt ist halt erlaubt :zwinker:
Ein Link hierzu: http://foodwatch.de/spender__unters...agen/frage_des_monats_mai_2009/index_ger.html

Für solche Produkte (wo auch noch bis zu 50 Zusatzstoffe erlaubt sind; Demeter ist da viel strikter) zahle ich doch nicht mehr als das Doppelte.

Wobei sich so etwas natürlich hauptsächlich auf die verarbeiteten Lebensmittel beschränkt: Und da sollte man sowieso die Zutatenliste checken. Gibt schließlich genügend Lebensmittel, die auch ohne Biosiegel ohne Zusatzstoffe auskommen. Und zum Thema Pflanzenschutzmittel wurde ja schon berichtet.

Also wenn schon Bio, dann aber richtig...
 
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