Kaputte Freundschaften- woran lags bei euch?

Benutzer91609 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo liebe Community,

wer kennt es nicht, irgendwann hat jede gute Freundschaft ein Ende. Bei mir war es zum Beispiel so, das ich immer dachte, das es eine beständige Freundschaft zwischen Mann und Frau (beste Freundin, ohne das man sich verliebt) gäbe und war auch fest davon überzeugt. Meine Eltern waren da anderer Meinung. Am Ende hat es sich leider bewahrheitet, und ich habe wahrscheinlich die beste Freundchaft meines bisherigen Lebens verloren (gab mehrere Ursachen).

Lange rede, kurzer Sinn.. ich würde gerne von euch wissen, woran es bei euch bei einigen guten bis sehr guten Freundschaft gescheitert ist (nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch generell), welche Ursachen und Gründe es gab. Und vor allen Dingen, wann es einfach "zu viel" für euch wird, was man durchgehen lässt in einer Freundschaft und wo die Grenzen der Toleranz bei euch liegen.

Liebe Grüße
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Meine wenigen Freundschaften, die ich als gescheitert bezeichnen würde, gingen an folgenden Dingen kaputt:

- man hat sich in völlig verschiedene Richtungen entwickelt und findet keinen gemeinsamen Nenner mehr (Wenn mir meine "beste Freundin" sagt, ich solle mich doch ändern, damit die Barbie-Schicki-Micki-Fraktion des Jahrganges besser mit mir klarkommt ist das für mich eine absolute Grenzüberschreitung. Das war der letzte Tropfen auf den heißen Stein.)
- man findet keine Zeit füreinander bzw. ein Part bemüht sich nicht genug (Wenn immer nur ich Vorschläge für Unternehmungen mache, Treffen ständig verschoben werden und keine Alternativen vorgeschlagen und umgesetzt werden, wird es mir einfach irgendwann zu bunt.)
- einer zog seeehr weit weg, die Kommunikation schlief ein und ging irgendwann gegen 0
 

Benutzer111034 

Meistens hier zu finden
Die Grenze ziehe ich, wenn ich auf menschlicher Ebene enttäuscht werde oder die Person mich verurteilt oder meine Meinung nicht akzeptiert. Mit solchen Leuten muss ich mich nicht abgeben. Sie muss meine Einstellungen nicht teilen, aber als Freund sollte man sowas tolerieren. Mache ich ja auch. Bin da auch sehr kompromisslos, wenn die Freundschaft einmal am Arsch ist, wird das nichts mehr. So sehr ich das will, so sehr das der andere will.

Ex-Freundin)
Hat mich und einen Freund, der ihr einst einen Korb gegeben hatte bei der Polizei unberechtigterweise und fälschlicherweise angeschwärzt, um ihren eigenen Hals in einer Angelegenheit zu retten und hatte dann auch noch den Nerv, zu denken, ich bekomme es nicht mit. Wäre es berechtigt gewesen, okay, ich verlange von niemandem, dass er für mich lügt. Aber so?

beste Freundin)
hat mich im gemeinsamen Urlaub für Mädels stehen lassen, die mich mit voller Absicht ausgegrenzt haben und auf's Derbste beleidigt haben. hing mit ihnen rum 24/7 und hat mich tagelang im Stich gelassen, obwohl ich sie gebraucht hätte. dann wurde sie ein kleines bisschen krank (38° Fieber :grin:) und hat erwartet, dass ich ihr den ganzen Tag Händchen halte.

neueste Enttäuschung)
gute Freundin hat mir vorgeworfen, ich würde ihr in den Rücken fallen, weil ich ihr offen gesagt hab', dass ich ihr Verhalten ihrem Ex gegenüber nicht okay finde. dann hat sie sich wochenlang nicht gemeldet und hatte nie Zeit. beim letzten Mal, als ich das Gefühl hatte, die Situation ist wieder entspannt, warf sie mir dann urplötzlich vor, ich wäre "nuttig" unterwegs und voll die Schlampe, nur weil sie meine Einstellung zum Sex nicht teilt.

Zu zwei der drei Personen besteht kein Kontakt, zu Person 2 besteht ein unregelmäßiger, sehr sporadischer, oberflächlicher Kontakt und mit Person 1 verbinde ich bis heute nur Hass. Ich gehe ihr aus dem Weg, weil ich nicht wüsste, was ich tun würde, wenn ich ihr begegne. Bezeichnend und der Grund, wieso ich nur männliche Freunde habe: die drei größten Entscheidungen meines Lebens waren die drei Frauen, denen ich am meißten vertraut habe. Keiner meiner Jungs hat mich bisher verraten oder enttäuscht und das ist mir bei Frauen schon zu oft passiert.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
So wirklich zerbrochen ist bei mir seit der Unizeit eigentlich keine Freundschaft mehr. Nur, auf Eis gelegt, weil man sich irgendwie auseinander gelebt hat, unterschiedlich weiterentwickelt hat oder weniger Zeit füreinander hat, weil man umgezogen ist, Kinderplanung angefangen hat, etc. Aber das heißt nicht, dass man sich - wenn es sich mal wieder ergibt - dann nicht verstehen würde, wie in alten Zeiten.

Meine Freundschaften habe ich eigentlich immer als recht vertraut und eng betrachtet, auch wenn ich die Menschen selten sehe. Natürlich kommt es vor, dass man mal eine Meinungsverschiedenheit hat oder Enttäuschungen erleben muss. Mittlerweile kommuniziere ich aber alles aus, was missverständlich gewesen sein könnte. Oft kann man da noch einiges hinbiegen, wenn man denn ehrlich miteinander umgeht und die Muße hat, der Freundschaft eine Chance zu geben.

Meine Freundschaften haben bisher ausgehalten:
- räumliche Distanz
- zeitweilige einseitige Verliebtheit inkl. Eifersucht
- zeitweilige beidseitige Verliebtheit
- Sex ohne Verliebtheit
- Beziehungspartner, die gegen die Freundschaft waren
- und einiges andere

Was ich nicht verzeihen könnte, wäre ein Vertrauensbruch. Da wäre ich wohl so enttäuscht, dass ich an der Freundschaft zweifeln würde und den Kontakt zu dem Menschen abbrechen würde. Ist bisher *klopfklopfklopf* aber noch nicht passiert. Zum Glück!
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Hallo liebe Community,

wer kennt es nicht, irgendwann hat jede gute Freundschaft ein Ende.
Jede noch so gute Freundschaft kann sich eines Tages als temporär erweisen. Aber nicht jede gute Freundschaft hat zwangsläufig irgendwann ein Ende (vom Ende durch den Tod mal abgesehen).

Bei mir war es zum Beispiel so, das ich immer dachte, das es eine beständige Freundschaft zwischen Mann und Frau (beste Freundin, ohne das man sich verliebt) gäbe und war auch fest davon überzeugt.
Klar kanns das geben - nur weil diese eine beste Freundschaft dann doch gescheitert ist, heißt das doch nicht, dass generell Freundschaften auf jeden Fall scheitern müssen?

Meine Eltern waren da anderer Meinung.
Weil sie vermutlich andere Erfahrungen gemacht haben und natürlich von ihren eigenen Erfahrungen ausgehen. Menschlich. Daraus zu schlussfolgern, dass auch Du schon sehen wirst, dass es KEINE beständigen Freundschaften zwischen Männern und Frauen gibt, halte ich für nicht gerade erwachsen - jedenfalls in der Absolutheit, die in "das gibt es nicht" enthalten ist.

Am Ende hat es sich leider bewahrheitet, und ich habe wahrscheinlich die beste Freundchaft meines bisherigen Lebens verloren (gab mehrere Ursachen).
Schade, aber was ist für Dich die Konsequenz? Dass Du Freundschaften künftig generell mit Skepsis beginnst? Dass Du künftig annimmst, JEDE Freundschaft werde irgendwann enden?


Lange rede, kurzer Sinn.. ich würde gerne von euch wissen, woran es bei euch bei einigen guten bis sehr guten Freundschaft gescheitert ist (nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch generell), welche Ursachen und Gründe es gab.

Und vor allen Dingen, wann es einfach "zu viel" für euch wird, was man durchgehen lässt in einer Freundschaft und wo die Grenzen der Toleranz bei euch liegen.
Ich hatte Freundschaften, die lange hielten, aber bei denen irgendwann zu merken war, dass die gemeinsame Ebene nicht mehr vorhanden war - einfach weil jeder verschiedene Richtungen nahm. Manchmal war das sehr schade. Andererseits bin ich schon lange der Ansicht, dass eine Freundschaft nicht unbedingt "besser" ist, nur weil sie "ewig" hält. Manche Freunde begleiten einen einen Stück des Wegs und gehören zu einem bestimmten Abschnitt - und ich bin froh, diesen Weg zusammen zu gehen. Ohne zu erwarten, dass es ewig hält, aber auch ohne zu antizipieren, dass es sicher irgendwann vorbei sein wird.

Freundschaft ist, was Du draus machst. Ich hatte sehr daran zu knabbern, als ein guter Freund zu mir auf Distanz ging und sich nicht mehr meldete, mit dem ich einige Zeit viel unternommen habe. Ein Grund war, dass er sich Geld geliehen hat von mir und Probleme hatte, es zurückzuzahlen - für mich kein Grund, ihn nicht mehr zu sehen, ich wusste ja, dass er sich bemüht. Über das Thema haben wir nicht oft gesprochen, weil ich die Geldgeschichte gar nicht permanent bereden wollte. Aber sein schlechtes Gewissen wegen der Schulden war so groß, dass er meine Gegenwart gar nicht mehr entspannt "genießen" konnte, sondern sich immer in der Rolle des Schuldners fühlte.
Ich fand es traurig, weil ich irgendwann das Gefühl hatte, dass er sich für mich gar nicht mehr interessiert, sondern mich nur noch in dieser Funktion des "Gläubigers" sieht und automatisch mit mir "SCHULDEN" assoziert.

Ich hatte einige Jahre eine gute Freundin, mit der jetzt kein Kontakt mehr besteht, weil sie nicht damit klarkam, dass ich heute anders bin als früher. Für sie war mein Umzug "schuld", ich denke, es war bei mir einfach eine Umbruchszeit, ich wäre auch ohne Umzug anders geworden und freier und hätte meine Prioritäten geändert. Übrigens hatte sie da auch mit anderen Freunden - sie hatte früher schon mal gesagt, dass sie nicht damit klarkommt, dass eine Freundin ihre Lebensgewohnheiten so änderte und ganz anders sei als früher. Weil sie sich selbst im Vergleich so langweilig fände, als stagniere sie. Tja, da war was dran, wie ich dann auch merkte - sie wollte bleiben, wie sie ist, was ja völlig legitim ist, aber andere blieben eben nicht so, wie sie waren.

Andererseits habe ich eine Freundschaft, die schon seit sechzehn Jahren besteht - wobei wir zu Beginn beim Kennenlernen nur ein halbes Jahr am selben Ort hatten, bis sie umzog. Wir haben uns auch immer wieder mal ein-zwei Jahre nicht getroffen, schrieben uns aber (Briefe, so echt aus Papier :zwinker:) und hielten sporadisch Kontakt. Sie war trotzdem mehr als nur eine Bekannte, was wir immer merkten, wenn wir uns wiedersahen. Da war kein Fremdeln, sondern sofortige Vertrautheit und große Freude, einander wiederzusehen. Inzwischen wohnen wir in derselben Stadt, einer anderen als damals, und sind wahnsinnig froh, dass wir den Kontakt immer wieder gefunden haben. Es gibt Leute, die ich wesentlich öfter gesehen habe in all den Jahren und die mir trotzdem nicht so nah sind wie dieser Mensch.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Lange rede, kurzer Sinn.. ich würde gerne von euch wissen, woran es bei euch bei einigen guten bis sehr guten Freundschaft gescheitert ist (nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch generell), welche Ursachen und Gründe es gab.

Eine zerbrach, weil sie meinen Freund und mich auseinanderbringen wollte. Wir passen ihrer Ansicht nach "nicht zusammen", außerdem verbrachte ich ihr zu viel Zeit mit ihm, und - wie ich später erfuhr - kompensierte sie ihre eigene Einsamkeit chronisch mit den Versuchen, andere Paare auseinanderzubringen.

Eine andere zerbrach daran, daß sie mir lange und konsequent Freundschaft vorgegaukelt hatte, mir aber in Wirklichkeit nur an die Wäsche wollte. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt schon vergeben war. Und stockhetero bin. Und ihr keinerlei Signal gegeben hätte, daß ich Freundschaften mit Hintergedanken irgendwie wertschätze.

Eine dritte zerbrach dran, daß ich ihr Geld lieh...das Übliche.

Sehr viele gingen dran zugrunde, daß ich immer mal wieder umgezogen bin und Fernfreundschaften sind für mich etwa so sinnfrei wie Fernbeziehungen. Aus den Augen, aus dem Sinn.

wann es einfach "zu viel" für euch wird, was man durchgehen lässt in einer Freundschaft und wo die Grenzen der Toleranz bei euch liegen.

Wenn ich mich genervt, ausgenützt oder angelogen vorkomme ist aus.
Wer meinen Beschützerreflex auslöst indem er/sie meinen Partner attackiert, macht besser sein/ihr Testament.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Bei mir ist bisher nur eine gute Freundschaft gescheitert. - Und da war es einfach so, dass wir uns beide von der Persönlichkeit, den Interessen, Hobbies, usw. in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, bis es einfach nicht mehr gepasst hat. Es gab keinen Streit und auch kein offizielles Ende der Freundschaft, aber irgendwann hatten wir eben immer weniger miteinander zu tun bis wir uns irgendwann völlig aus den Augen verloren haben.
Trotzdem war er früher ein toller Freund und ich möchte die Zeit, die ich mit ihm verbracht habe, nicht missen. Aber ich finde es auch nicht schlimm, dass diese Freundschaft zuende ist. Das ist einfach der Lauf des Lebens, dass nicht jede Freundschaft ewig hält.

Und ansonsten habe ich noch ein paar Freunde und Freundinnen, mit denen der Kontakt immer weniger wird, bzw. weniger wurde, ohne komplett aufzuhören.
Ein Freund ist weggezogen, bei zwei Freundinnen haben sich die Lebensumstände geändert (eine hat geheiratet und ist weggezogen, die Andere heiratet bald und hat beruflich kaum Zeit).
Trotzdem verstehe ich mich zumindest mit einer dieser beiden Freundinnen nach wie vor genau so gut wie früher und das wird höchstwahrscheinlich auch so bleiben. - Denn diese Freundschaft hat schon mal eine mehrere Jahre andauernde Pause (weil sie weit weg gezogen ist) überstanden und wir haben uns danach so gut verstanden als hätten wir uns nur ein paar Tage lang nicht gesehen.

Deshalb halte ich eine beständige Freundschaft zwischen Mann und Frau genau so für möglich wie eine gleichgeschlechtliche Freundschaft.
Aber nicht jede Freundschaft muss ewig halten.
 

Benutzer113051  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Mich würde an dieser Stelle einmal interessieren: Wie wichtig ist es euch, Freundschaften über lange Zeit zu halten??
Bei mir ist es nämlich so, dass ich zwar viele Freunde habe, diese aber hauptsächlich erst in den letzten beiden Jahren kennengelernt habe. Drei Freundinnen habe ich noch, die ich bereits "schon" ca. sieben Jahre kenne, aber für mein Alter ist das ja keine lange Zeit und so richtig dicke bin ich mit denen auch nicht. Bei mir gingen viele alte Freundschaften verloren, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ziemlich oft umgezogen bin... Nun ist es aber so, dass meine Geschwister alle Freunde haben, die sie schon aus uralten Zeiten kennen und die deshalb meine halbe Familie kennt usw. Von daher fühle ich mich dann manchmal wie ein kleiner "Außenseiter" in der Familie, da meine Familie gar keine Freunde von mir kennt, da ich sie ja selbst noch nicht so lange habe. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich oft auf Hochzeiten etwas neidisch dreingucke, wenn da irgendwelche alten Kindergartenfreunde etwas über die Braut etc. sagen; ich finde das einfach toll.
Wie seht ihr das so? Glaubt ihr, dass es viele Leute wie mich gibt, die kaum "alte" Freunde haben? Oder bin ich da eher allein auf weiter Flur? Ich zähle übrigens auch Kollegen, mit denen ich öfter mal was mache, zu meinen Freunden.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Mich würde an dieser Stelle einmal interessieren: Wie wichtig ist es euch, Freundschaften über lange Zeit zu halten??

Gar nicht. Sich künstlich zusammenzuzwingen wenn keine Schnittmenge mehr da ist, nur damit es "lange Zeit" geht, ist für mich doof.


Wie seht ihr das so? Glaubt ihr, dass es viele Leute wie mich gibt, die kaum "alte" Freunde haben? Oder bin ich da eher allein auf weiter Flur? Ich zähle übrigens auch Kollegen, mit denen ich öfter mal was mache, zu meinen Freunden.

Keine Ahnung wie viele Leute es da gibt. Ich habe durch mehrmalige weite Umzüge sowieso keine wirklich "alten" Freunde. Ist mir aber schnurz, der Wert einer Bekanntschaft ist mehr als nur langes Kennen.
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Die einzige Freundschaft, die ich als so richtig zerbrochen bezeichnen würde, also nichts mit auseinanderleben oder großer Entfernung zu tun hat, zerbrach deshalb, weil die Freundin mir zum Ende hin sehr missgünstig erschien.

Sowas kann ich überhaupt nicht ab und habe die Konsequenzen daraus gezogen.
 

Benutzer99742 

Öfters im Forum
Ich erachte Freundschaften, als sehr wichtig. Oder vielleicht sollte ich sagen, ich HABE sie erachtet. Mich enttäuschen langsam immer mehr Leute von denen ich das nie erwartet hätte.

Freundschaft praktisch vorbei:
a) Haben in der Schule zum gleichen Freundeskreis gehört. Seit dem wenig Kontakt und wir haben uns in komplett verschiedene Richtungen entwickelt. Würde ich mich alleine mit ihr treffen, wüsste ich nicht mehr worüber wir reden sollten.
b)war zur Schulzeit meine wirklich beste Freundin. Die ersten paar Monate nach der Matura haben wir uns täglich noch gehört, aber irgendwann wurde der Kontakt weniger(sie wohnt auch etwas weiter weg, sodass wir uns regelmäßig nicht sehen konnten, hat auch sehr strenge Eltern, also kein Weggehen usw)

Bestehen noch, aber sind nicht mehr so innig von meiner Seite:
c) scheint mir eine Zwecksfreundschaft gewesen zu sein. Solange niemand besseres sich angeboten hat, war ich gut genug. Seit er in einer Partnerschaft ist, ist der Kontakt wirklich stark(!) zurückgegangen
d) sehr selbstfixiert in letzter Zeit. Will nur über eigene Probleme reden und sehr rücksichtslos. Hat aber auch sehr gute Eigenschaften, sodass ich sie als einze innige Freundin bezeichnen würde

Entweder erwarte ich von einer Freundschaft zu viel(das ich den Personen so wichtig bin, wie sie mir), oder ich bin da an die falschen Leute geraten, denen einfach nicht so viel dran lieg bzw andere Ansichten haben.
Weil nur für jemanden da zu sein, wenn er sich ausheulen will, seh ich nicht so ganz ein.
Da hab ich lieber meine Bekannten, treffe mich mit denen, wenn ich etwas unternehmen/bisschen reden will und gut ist. Denn zu einer wirklich Freundschaft gehört auch sich öffnen und somit verletztlich dieser Person gegenüber sein. Und letzterer Punkt ist ein wichtiger Faktor, weshalb ich mich emotional von den Leuten ein bisschen distanzieren möchte.
 

Benutzer20976 

(be)sticht mit Gefühl
Mich würde an dieser Stelle einmal interessieren: Wie wichtig ist es euch, Freundschaften über lange Zeit zu halten??
Wenn eine Freundschaft lange zu meinem Leben dazugehört, dann scheint es ein gemeinsames Fundament zu geben und etwas, das uns verbindet. Allerdings halte ich Freundschaften nicht allein aufgrund ihrer Dauer für erhaltenswert - aber es hat auch was, wenn jemand einen über all die Jahre kennt. Ohne eine gemeinsame Ebene und Interessenschnittmengen in der Gegenwart ist das dann allerdings keine besonders stabile Sache aus meiner Erfahrung, und wenn ich merke, dass wir nicht mehr wirklich was an Substanziellem auszutauschen haben außer gemeinsamen Weißte-noch-Erinnerungen, dann kann dieser Kontakt auch enden - ohne dass es zu einem Streit kommen müsste.

Bei mir ist es nämlich so, dass ich zwar viele Freunde habe, diese aber hauptsächlich erst in den letzten beiden Jahren kennengelernt habe.
Daran kann ich nichts prinzipiell Schlechtes sehen. Wichtig ist doch, dass Du Dich wohlfühlst mit diesen Freunden.

Bei mir gingen viele alte Freundschaften verloren, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ziemlich oft umgezogen bin...
Es gibt immer wieder Freundschaften, die sich bei Änderungen der Lebensumstände als temporäre Zweckgemeinschaften entpuppen - was nicht heißt, dass diese Freundschaften weniger wert gewesen wären. Nur sind sie eben nicht so haltbar, dass sie auch auf Distanz funktionieren, sondern waren orts- und anlassgebunden. Trotzdem nichts, was zu bereuen wäre - in der gemeinsamen Zeit wars ja gut, diese Freundschaft zu haben.
Beispiel: Freundschaften aus dem Unisport oder mit Kollegen, die dann versandeten, als man nicht mehr zusammen trainierte oder arbeitete und sich dann erwies, dass trotz gegenseitiger Sympathie nicht genügend Interesse aneinander bestand, ohne die regelmäßigen Termine den Kontakt zu halten.

Nun ist es aber so, dass meine Geschwister alle Freunde haben, die sie schon aus uralten Zeiten kennen und die deshalb meine halbe Familie kennt usw. Von daher fühle ich mich dann manchmal wie ein kleiner "Außenseiter" in der Familie, da meine Familie gar keine Freunde von mir kennt, da ich sie ja selbst noch nicht so lange habe. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich oft auf Hochzeiten etwas neidisch dreingucke, wenn da irgendwelche alten Kindergartenfreunde etwas über die Braut etc. sagen; ich finde das einfach toll.
Ich kann nachvollziehen, was Du meinst. Meine Schwester hat viel mehr Freundescliquen als ich - sie war immer Gruppenmensch, ich hatte eher Einzelfreunde. Und sie hat aus ihrer Schulzeit noch viele Kontakte, ich nicht. Meine Schwester und ich sind verschieden. Auch in unserer "Beziehungskultur".

Dass Du keine jahrzehntelangen Freundschaften hast, heißt nicht, dass an Dir was falsch wäre oder Deine Freundschaften weniger wert wären. Sieh es mal so: Du bist offensichtlich in der Lage, Dich flexibel immer wieder neu mit sozialen Netzen zu versorgen und an neuen Orten Kontakte zu knüpfen. Du bist ja nicht einsam, sondern sozial integriert und durchaus gesellig.
Aus Deiner frühen Kindheit können bei Deiner Hochzeit Deine Geschwister und Eltern dann ja genügend Anekdoten erzählen, falls das Deine Sorge sein sollte. :zwinker:

Wie seht ihr das so? Glaubt ihr, dass es viele Leute wie mich gibt, die kaum "alte" Freunde haben? Oder bin ich da eher allein auf weiter Flur? Ich zähle übrigens auch Kollegen, mit denen ich öfter mal was mache, zu meinen Freunden.

Ich halte das für nicht so selten - aber auch nicht unbedingt für ein Qualitätsmerkmal, ob man viele Sandkastenfreunde von früher hat oder nicht.

Wie definiert man Freund, wie "Bekannte"? Das ist auch recht individuell. Da gibts keine fixen Regeln. Wenn Du Dich privat mit Kollegen freundschaftlich verbunden fühlst, mit denen Du ein Feierabendbier trinkst (oder was auch immer), dann ist das doch okay, auch wenn das für mich oder andere "nur" ein Kollege wäre, mit dem ich mich gut verstehe und der für mich unter "Bekannte" fiele.

Mein Rat wäre, dass Du Dich nicht zu sehr mit anderen - zum Beispiel Deinen Geschwistern - vergleichst, sondern einfach so lebst, wie es Dir gut tut.
 

Benutzer87580 

Sorgt für Gesprächsstoff
All meine Freundschaften hatten kein abruptes Ende und verflossen, weil man sich "auseinander gelebt" hat.

Eine Ausnahme gibt es jedoch und das hat mir weh getan. Und zwar geht es um ein Mädchen, das vor ein paar Jahren weggezogen ist. Wir waren eine Gruppe von ca. 5-6 Leuten, die alle sehr gut mit ihr befreundet waren, wir haben jedes Wochenende etwas unternommen, wir hatten einen Riesenspaß. Jahrelang. Und ich fand sie schon immer toll. Als wir sie alle irgendwann besucht hatten, war sie total komisch und wir haben uns keine großen Gedanken darüber gemacht, bzw. überhaupt nicht gemerkt, dass sie etwas bedrückt. An ihrer Geburtstagsfeier, dem letzten Abend vor unserer Heimreise ist das ganze jedoch eskaliert. Sie fühlte sich ausgeschlossen, hat uns Vorwürfe gemacht, wohl Angst, dass sie nichts mehr mitbekommt, vielleicht auch Zweifel am Umzug, obwohl sie das natürlich nie zugegeben hätte, weil sie furchtbar stolz ist. Auf jeden Fall wurde gestritten, während der Party in der Küche. Dabei lief vieles schief und unglücklicherweise waren es dann fünf gegen eine. Fünf, die so taten, als wären sie die Opfer. Obwohl wir fast unsere ganze Jugend miteinander verbracht hatten, trennten wir uns ohne große Worte am nächsten Tag. Die anderen haben sich gegenseitig hoch geschaukelt und empört. Von da an hatte sie keinen Kontakt mehr zu keinem von uns.
Ich habe mit ihr in den letzten zwei Jahren vielleicht fünf Mal geschrieben, wollte mich auch schon zwei Mal mit ihr treffen, jedoch hat sie sich dann nicht mehr gemeldet und für mich war die Sache dann auch beendet.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Gute Frage, ich kann zum Beispiel echt nicht sagen, wieso das mit meiner Kindergarten- und das mit meiner Grundschulfreundin auseinander gegangen ist. Plötzlich hatte ich andere Freunde. Ansonsten sind Freundschaften an dem klassischen "auseinander gelebt" gescheitert. Unterschiedliche Wohnorte, unterschiedliche Weiterbildung, unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Einstellungen ...
 

Benutzer109783 

Beiträge füllen Bücher
Ja, Freunde kommen, Freunde gehen.

Bei vielen war es so, dass man (beide) sich tatsächlich so sehr verändert hat, dass man einfach nicht mehr zusammenpasste und dadurch wurde der Kontakt immer weniger. Ich denke, das passiert vor allem, wenn man jung und in der Selbstfindungsphase ist, so dass man irgendwann nicht mehr die selben Interessen hat.

Die meisten "Freunde" habe ich aber dadurch verloren, dass meine Familie immer alle paar Jahre umgezogen ist. Aber das finde ich nicht schlimm, denn so merkt man dann nämlich, wer seine wahren Freunde sind, denn wahre Freundschaften halten, auch, wenn 10000 Meilen dazwischen liegen. :smile:
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
- man hat sich in völlig verschiedene Richtungen entwickelt und findet keinen gemeinsamen Nenner mehr
- man findet keine Zeit füreinander bzw. ein Part bemüht sich nicht genug (Wenn immer nur ich Vorschläge für Unternehmungen mache, Treffen ständig verschoben werden und keine Alternativen vorgeschlagen und umgesetzt werden, wird es mir einfach irgendwann zu bunt.)

Das kann ich mal so für mich 1:1 übernehmen. Von x Kumpels, mit denen ich früher durch dick und dünn gegangen bin, habe ich nur noch mit einem Kontakt.
Neue Freunde habe ich ausschliesslich in Deutschland gefunden - da sind die Leute nicht so spiessig wie bei uns.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Richtig kaputt mit einem "Ende-Grund" ist bei mir keine meiner guten Freundschaften gegangen. Je nachdem wieviel man gerade gemeinsam hat, ist die Beziehung enger oder weniger eng, aber selbst mit meinen Teenager Freundinnen hab ich noch regelmäßig und gerne Kontakt.

Liegt vermutlich daran, dass ich mich ohne Trara udn Riesenkrach distanziere, wenn ich merke, es passt nicht mehr so gut. Und Streits oder Meinungsverschiedenheiten sind ganz normal, aber deswegen stirbt doch niemand für mich. Das diskutiert man aus oder wartet bis es nicht mehr wichtig ist :zwinker: Aber ich beende doch keine Freundschaft, die mir was bedeutet, aus solchen Kindergartengründen.

Oh, warte, die einzige Freundschaft die wirklich zerbrochen ist, ist die zu einem wirklich guten und geschätzten Freund, mit dem ich den Fehler gemacht hab, eine Beziehung einzugehen *Seufz* und nach deren Ende fehlt mir seine Freundschaft. Das ist aber vermutlich nicht das, was in der Frage gemeint war...

Was ich schlecht verzeihen könnte, wäre ein Vertrauensbruch, von jemandem der mir nahe steht. Ist mir vllt noch nicht passiert, weil ich sehr lange brauche, um zu sagen, ja dem trau ich. Selbst da hab ich meist Einschränkungen. Es gibt nicht viele Menschen die mich ernsthaft unverzeihlich enttäuschen könnten. Wie gesagt, ich löse so etwas durch unterschiedlich weite Distanzierung bzw Wiederannäherung.
 

Benutzer64981  (33)

Meistens hier zu finden
Ich hatte mal eine gute, feste Freundschaft mit einem jungen Mann - intensiv, innig, sehr nahe an 'mehr äls Freunde'- Tja, und dann kam irgendwann der seltsame Bruch, gepaart mit dem Beginn seines Studiums, einer neuen Freundin, die er mir noch vorstellte, und ... aus die Maus.
Wir haben uns in der FB-Freundesliste, aber kommunizieren keinen Ton.

Bei anderen Freunden ging es aus natürlichen, bereits genannten Gründen, auseinander.
Momentan lebe ich von und mit den Freunden meines Freundes und habe nur in seiner Heimatstadt und in mener Heimatstadt einige Menschen, die ich als "Freunde" bezeichnen würde. Aber der Kontakt beschränkt sich auf wenige Male im Jahr, die man sich sieht. Dafür weiß ich, dass ich mich auf sie gut verlassen kann.
 

Benutzer59943  (40)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Bei den allermeisten Freundschaften kenn ich den Grund fürs Scheitern leider gar nicht. Und das finde ich am traurigsten.

Nur bei einer kenn nich den Grund: Ihre Scheidung. Ich war bzw. bin auch mit ihrem Ex befreundet und hockte dann irgendwie ständig zw. den Stühlen. Ihr hat das nicht gefallen, sie hat sich irgendwie verraten gefühlt, wenn ich mit ihrem Ex Kontakt hatte... Eine ziemlich verzwickte Situation.
 

Benutzer65590 

Beiträge füllen Bücher
Zeitmangel und unterschiedliche Lebensentwicklung. Manche alten Freunde werden einfach mit der Zeit Fremde, weil man sie selten sieht, weil sie sich in anderen Kreisen bewegen, weil man plötzlich nichts mehr gemeinsam hat.

Und manche alten Freunde bleiben zwar immer dieselben, aber man sieht sich zu selten, um wirklich noch Freunde zu sein - das werden dann "Bekannte".

Es ist meiner Erfahrung nach extrem selten, Schul- oder Teenagerfreundschaften bis in die Zeit des Arbeitslebens zu retten - es liegen zu viele Lebens- und Entwicklungsabschnite dazwischen. Wirklich gute Freundschaften, die einfach unter allen Umständen funktionieren, sind wirklich rar.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren