Kann ich sie zurück gewinnen?

Benutzer106631  (31)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hi ihr lieben, mein Name ist Amy, bin lesbisch, 21 Jahre alt und noch neu hier, komme aber direkt zur Sache. Heute vor genau einem Monat hat meine große Liebe die Beziehung zu mir beendet. Wir hatten das Osterwochenende zusammen verbracht, alles war super, dann wurde sie am Sonntag-Abend komisch und bei Nachfrage schob sie es auf die Schule (Ferien zuende, sie ist im Internat in einer anderen Stadt, was sie traurig stimmte laut ihrer Aussage, weil sie eigentlich nicht weg will...)

Am Ostermontag dann, einen Tag nach unserem 1 1/2 Jährigen, brach sie morgens weinend bei mir zusammen und sagte mir, das sie nicht wüsse warum, sie liebe mich noch aber bei weitem nicht mehr so wie am Anfang. Sie hätte gekömpft, 2 Monate lang aber kann es jetzt nicht mehr. Sie betonte immer wieder, ich hätte nichts falsch gemacht, hab sie auf Händen getragen, alles sei so perfekt gewesen und sie weiss, was sie verliert. Sie war sichtlich verzweifelt, so hab ich sie noch nie erlebt.

In den ersten Tagen hatten wir sehr spärlichen SMS-Kontakt, weil ich mich auch um ihr befinden sorgte. Wie gesagt, so wie ich sie gesehen habe, ein Häufchen Elend....das war nicht aus zu halten.

Sie meinte dann, sie müsse sich Gedanken machen, bräuchte jetzt einfach ein wenig Abstand. Als ich fragte, worüber genau, meinte sie "über uns und wie es weiter geht." Ich habe gebangt und gehofft. Am nächsten Tag schrieb sie dann, "ich habe eine Entscheidung getroffen und diese bringt mich nicht zurück zu dir". Es hat mir das Herz zerrissen.

Wir hatten immer eine wunderschöne Beziehung. Sie betonte immer, sie hätte sich noch nie so geliebt gefühlt, sie sei sich noch nie in einem Menschen so sicher gewesen wie mit mir. Auf einmal war sie total kalt. Da ich noch ein paar Fragen geklärt haben wollte (Warum sie dann noch mit mir schlief, mich küsste, mir sagte das sie mich liebt) hatten wir nochmal telefoniert. Da äußerte ich auch wieder meine Hoffnung, sie zurück zu gewinnen. Was sie wehement verneinte. Es täte ihr leid, wenn ich mir noch Hoffnungen machen würde.

Wiederum weiss ich von einer Freundin, das sie Wahnsinnig darunter leidet. Sie nur noch routiert, ständig unterwegs ist um nicht daheim zu sein oder um abgelenkt zu sein, wenn wir eigentlich telefonieren würden. Sie hält das sonst nicht aus. Sie schrieb auch einer Freundin, das ich zu einem der wichtigsten Menschen in ihrem Leben gehöre.

Anfangs konnte sie mir keinen Grund nennen, warum ihre Gefühle zurück gingen. Nachdem eine Bekannte mit ihr sprach, wurde das wohl etwas klarer.

Sie ist ein wahnsinniger Optimist der immer mit offenem Geist durchs Leben ging. Ganz nach dem Motto "nichts ist unmöglich". Nun kommt hinzu das ich Borderline habe, bis auf die letzten Monate der Beziehung aber stabil war. Dann kam stress im Job, mit den Kollegen, mit Freunden, Finanziell lief es auch nicht und ich habe geklammert.
Sie schrieb besagter Freundin (Sabine), das sie durch mein Schwarz/weiss denken ihre Sicht zum Leben veränderte. Das sie selbst irgendwann dachte "gibt es vielleicht auch für mich Grenzen" und das hat ihr angst gemacht. Ich hätte ja Borderline und das wäre ohnehin nicht "heilbar", was falsch ist.

Gleichzeitig sagte sie auch wieder, es gäbe kein Zurück, weil sie es nicht nochmal riskieren will, das so etwas noch einmal passiert.

Das ganze klang für mich, wie ich es laß, nach "Selbst wenn ich sie wieder mehr liebe, ich lass es nicht zu weil sie sich sowieso nicht ändert".

Am 28. Februar schrieb sie mir noch folgende Nachricht "Mein Herz. Das tiefe Gefühl des Vermissens, ich kann es nicht in Worte fassen wie sehr ich dich liebe und vermisse. Bald bin ich wieder bei dir mein Herz. Ich kann und will mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.". Am 25. April macht sie Schluss. Nicht einmal 2 Monate. Und ich glaub nicht, dass da die Gefühle weg sind. Nicht nach der wahnsinnigen Beziehung welche wir führten. Als wären wir für einander gemacht.

Ich habe ihr nun einen Brief geschrieben an dem ich sehr lange saß, auch weil ich das ganze in Blindenschrift schreiben musste, was ich für sie lernte. Sie ist von Geburt an blind.

Diesen brief möchte ich mal mit euch teilen:

"Hallo XY (ich nenne jetzt mal ihren Namen nicht),

ich weiss, du wolltest Abstand...Und ich habe es versucht, habe gekämpft, bis jetzt.
Du bist mein erster Gedanke wenn ich aufwache und mein letzter vor dem Schlafen gehen und ich halte es nicht mehr aus.
Ich weiss, Sabine sollte es mir nicht sagen, was du ihr erzählt hast, aber letzten Endes hat sie es doch.
Ich kenne sie nicht wirklich, hatte ihr geschrieben nachdem ich ihren Kommentar zu unserer Story (Hatte auf der Seite wo wir uns kennenlernten eine Lovestory über uns geschrieben) gesehen hatte und ja, hatte sie kontaktiert.
Wir haben lange geschrieben und irgendwann hatte sie es mir dann erzählt.
Sei ihr da bitte nicht böse, ich machte es ihr nicht einfach.
Seither kreisen noch mehr Fragen in meinem Kopf...
Gleichzeitig mache ich mir wahnsinnige Vorwürfe.
Wieso hast du es nicht fertig gebracht, mir das zu sagen?
Das auch das Borderline mit der Grund dafür ist?
So kenne ich dich nicht. War nicht deine Rede immer "Wenn
mich etwas stört, spreche ich es an, sonst tu ich mir ja
selbst keinen Gefallen damit!"?
Hast du es getan, um mich nicht zu verletzen?
Mir lag nichts ferner, als das du deine sichtweisse
zum leben wegen mir veränderst.
Ich weiss, wie ich dir bereits sagte, das ich dich
eingeengt habe. Das ich dich als meinen "letzten" Strohhalm
gegriffen habe und ich bereue nichts mehr als das.
Es gibt einen Spruch "Die Liebe ist wie ein Schmetterling,
hälst du sie zu fest, zerquetschst du sie, zu locker und
sie fliegt davon". Das habe ich inzwischen gelernt.
Nur denke daran zurück was uns verband und immernoch
verbindet. Ich konnte dich all die Zeit so glücklich machen.
Nicht unter den Umständen von den letzten Monaten.
Und ich weiss, ich weiss ich kann es immernoch. Du bezeichnetest mich als
die Liebe deines Lebens, das hattest du nicht ohne Grund. Du bezeichnetest mich als deinen Ruhepol. Jede kleine Kleinigkeit war so
wertvoll für uns.
Du sagtest mir einst, du warst dir in einem Menschen nie so sicher, nicht ohne Grund.
"When were together, I feel perfect". Das war dein Satz zu uns. Und dir ging es noch
nie mit jemand anderen so. Auch das sagtest du.
So etwas soll man nicht wegwerfen. Das ist viel zu viel Wert.

Nicht unter den Umständen von den letzten Monaten.
Nur glaub mir, der Tritt hat gesessen. Und ich bin wach
geworden.
Ende Februar hattest du mir noch geschrieben, wie sehr
du mich liebst. Das kann in so kurzer Zeit nicht weg sein.
Das glaube ich nicht. Auch wenn ich glaube, das es nicht mehr
ist wie früher, was ich nachvollziehen kann. Daran bin ich selbst schuld.
Nur ist es die Sache nicht wert, gemeinsam daran zu arbeiten?
War das nicht immer unser beider Ziel?
Wir haben so viel geschafft. Viele Hürden genommen, ich
nehme als Beispiel nur mal deine Mutter. Weisst du noch, als du weinend in meinen Armen lagst,
weil du nicht verstehen konntest, wieso sie "Die Liebe deines Lebens" so in den Dreck zieht?
Für dich habe ich einen großen Schritt getan und bin wieder mit zu dir nach Hause. Glaube mir,
das war eine große, rießengroße Überwindung.
Es war immer alles so perfekt zwischen uns. Warum das aufgeben
wenn man etwas ändern kann? Lass es zu. Ich bitte dich.
Lass uns nochmal reden.
Du fehlst mir, jeden Tag mehr. Deine Stimme, dein Lachen,
dein Humor...deine Intelligenz...deine Küsse, dein Körper.
Ich gehe bald in die Therapie und ich glaube fest daran,
dass wir das beide schaffen können. Ich weiss es, das wir das können!
Ich werde dich nicht mehr einengen. Das Thema Ausbildung
ist für mich in diesem Jahr ohnehin gelaufen. Ich
arbeite erst einmal an meiner Gesundheit und es gibt
für mich derzeit keinen größeren Ansporn. Ich stehe dir mit nichts im wege!
Nur weisst du warum ich mit wollte? Warum ich bereit war, dir zu folgen?
Nicht, um mein Leben für dich hin zu werfen. Nein. Nicht um dich einzuengen. Nein.
Sondern um dich dabei zu unterstützen, dir dein Leben so auf zu bauen, wie du es dir wünschst.
Du sagtest "Du würdest für mich bis ans Ende der Welt gehen und das würde ich nicht für
dich tun, also hat es eigentlich keinen Sinn". Und das ist falsch. Denn überdenke meine und deine
Perspektiven. Hätte ich die Möglichkeiten, welche dir gegeben sind, würde ich das auch nicht tun.
Ich hab nichts zu verlieren. Du schon. Und ich hatte nie den wunsch, noch die Vorstellung und den Glauben,
das du etwas derart für mich aufgeben würdest. Daran hatte ich noch kein einziges mal gedacht. Das schwöre ich dir.
Denke an unsere schöne Zeit zurück, als noch alles gepasst hat. So kann es wieder sein.
Ich verspreche dir, und du weisst das du mir vertrauen kannst, ich würde dich niemals belügen, das ich die Fehler, welche ich machte
niemals wieder machen werde. Ich arbeite hart an mir, sehr hart.
Ich würde mir nichts mehr wünschen, als das wir es nochmal versuchen. Langsam...mit genug Abstand.
Und ich weiss, das es das wert ist.
Ich stelle keine Anforderungen an dich. Nur wünsche ich mir, das wir uns wieder annähern können, wenn auch langsam.
Lass es mich dir beweissen. Ich bin stark, ich schaffe das!
Bevor du hierauf antwortest, nehm dir Zeit, denk daran zurück. Und stelle dir vor wie es sein könnte, wenn es ist, wie es mal war,
als alles begann. Ein wunderschönes Märchen wie man es sonst nur aus Filmen kennt."

Sie ist eigentlich ein Mensch, welcher keine Entscheidungen unüberlegt trifft. Nur gerade weil sie eben selbst so mit der Trennung zu kämpfen hat. Sich selbst dazu zu zwingen scheint, das ganze zu überwinden.

In mir hat es an besagtem Tag wo ich den brief schrieb einen riesen knall getan...und ich weiss nicht wie ich es in Worte fassen soll...aber ich habe gerade einen wahnsinnigen Kampfgeist. Ich will das was wir hatten einfach nicht aufgeben.

Nun wollte ich euch fragen, wie schätzt ihr die Situation ein? Wie schätzt ihr den Brief ein?

Ich hab ihn am 23.05 abgeschickt, Briefkasten sollte um 17 Uhr geleert werden. Ich weiss nicht ob er gestern schon bei ihr ankam oder erst heute. Ich hab einfach auch wahnsinnige Angst vor einer Kurzschlussreaktion. Aber ich würde ihr es so gerne beweissen, denn ich weiss, auch sie war den großteil der Beziehung einfach nur wahnsinnig glücklich....

LG Amy

P.S: Es tut mir wirklich leid, das es so lang ist. Danke an jeden der sich das ganze wirklich durchgelesen hat...<3
 
L

Benutzer

Gast
Also erstmal tut es mir leid, dass du verlassen wurdest.
Ich finde aber den Brief viel zu lang. Außerdem ist er gespickt mit einigen Vorwürfen, die man besser hätte formulieren können, damit sie nicht vorwurfsvoll klingen. Aber das ist ja nun auch zu spät.

Deine Ex-Freundin möchte erstmal Abstand. Warum hast du ihr nicht noch etwas mehr Zeit gelassen, bis du den Brief abschickst? Dann hättest du einen klaren Kopf bekommen können und sie hätte sich ebenso Gedanken gemacht. So konfrontierst du sie mit dem, was in deinem Kopf vorgeht. Aber ob sie das derzeit interessiert, da bin ich mir nicht sicher.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren