Könntet ihr euch eine sog. LAT-Beziehung vorstellen (Living Apart Together)?

Benutzer167118  (27)

Verbringt hier viel Zeit
Das wäre schade und unnötig teuer. Grundsätzlich vorstellen kann ich mir das aber schon sofern sein Domizil in der Nähe ist.
Wenn ich den Mann sonst liebe und er derjenige ist mit dem ich mein Leben teilen möchte, wäre nicht zusammenzuleben ein Kompromiss mit dem ich leben könnte. Das muss ja nicht bedeuten, dass man nicht trotzdem viel Zeit und vorallem Nächte gemeinsam verbringen kann.
Ein Rückzzugsort ist an sich eine gute Sache. Das kann man allerdings auch in einer gemeinsamen Wohnung so regeln. Wäre also ein schwaches Argument.

Mein Freund lebt offiziell auch nicht mit mir zusammen. Es ist laut Mietvertrag meine Wohnung. Er verbringt allerdings die meiste Zeit hier und trägt auch die Kosten mit, wobei das nicht nötig wäre. Möchte er aber so, da er halt fast nie in seiner WG ist. Zusammenleben funktioniert also und wir möchten da auch gerne offiziell. Nur haben wir noch nichts passendes in unserer Preis- und Größenvorstellung gefunden. Außerdem ist die Lage hier so toll.
 

Benutzer171320 

Verbringt hier viel Zeit
Nicht-LAT-Paare schaffen sich einen gemeinsamen Hausstand an.
Muss nicht sein. Wenn man schon älter ist, dann bringt jeder einiges an Möbeln mit und kann die auch wieder mitnehmen.

Ich gehe da mit Mark11 Mark11 , dass ein LAT Paar genauso miteinander verbunden sein kann. Ich kenn übrigens auch LAT - Ehepaare. Dh. die sind sehr wohl rechtlich verbunden. Und ich kenne reguläre Paare, die sich keinen Cent gönnen......
 

Benutzer178050 

Öfter im Forum
Ich kenne bisher nur die Form des Zusammenlebens mit meinen Eltern und Geschwistern oder meiner Mutter und ihrem Freund. Beides hat mich höchstgradig depressiv gemacht. Ob das am Zusammenleben selbst liegt kann ich nicht sagen, mein Kontakt und auch generell mein psychischer Zustand waren zu den Zeiten sowieso am Tiefpunkt.

Beim Zusammenleben mit Partner (und eventuell Kindern) bräuchte ich ohnehin mein eigenes Zimmer allein schon aus gesundheitlichen Gründen und könnte das dann als mein Territorium abstempeln.

Da ich Stand jetzt irgendwann mal Kinder haben möchte schließe ich die LAT- Form für mich aus.
 

Benutzer182699  (30)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ein Rückzzugsort ist an sich eine gute Sache. Das kann man allerdings auch in einer gemeinsamen Wohnung so regeln. Wäre also ein schwaches Argument.
Für mich würde das in einer gemeinsamen Wohnung auch nicht funktionieren, da empfinde ich wie caotica caotica :

dass es ÜBERHAUPT Nicht hilft, wenn sie still in einem andern Raum ist, so lange ich WEISS dass sie da ist und atmet
auf eine notwendige, völlig unbewertete Art entspannt sein, kann ich nur alleine.
 

Benutzer174969  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Oder anders gefragt: Wenn ich meine Beziehung als absolut gut und verbindlich betrachte, wieso brauche ich dann eine gemeinsame Wohnung?
Für mich ganz persönlich: Abends den Menschen, den ich von Herzen liebe, bei mir zu haben, ist ein ganz wesentlicher Punkt für - so wie ich es empfinde - Verbindlichkeit. Daher wäre eine LAT - Beziehung für mich auf Dauer zu unverbindlich - so wie ich für mich Verbindlichkeit empfinde. Wenn jemand langfristig eine LAT Beziehung mit mir anstreben wollen würde, würde ich schlichtweg das Interesse verlieren 🤔

Allerdings urteile ich nicht über andere. Es ist mir herzlich egal wie andere ihre Beziehung erleben und wie verbindlich/unverbindlich diese ist. Daher kann ich die Diskussion über "Wie verbindlich ist eine LAT Beziehung" genauso wenig nachvollziehen wie das Bedürfnis eine LAT Beziehung zu führen 🤷‍♀️ Jeder sollte so leben, wie er leben möchte und so glücklich werden, wie er glücklich werden kann. Und mich betrifft es ja nicht, ob mein Mitmensch in wilder Ehe, in Mehrfach-Beziehung, in LAT - Beziehung(en) oder aber sogar polygamisch lebt.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Allerdings urteile ich nicht über andere. Es ist mir herzlich egal wie andere ihre Beziehung erleben und wie verbindlich/unverbindlich diese ist. Daher kann ich die Diskussion über "Wie verbindlich ist eine LAT Beziehung" genauso wenig nachvollziehen wie das Bedürfnis eine LAT Beziehung zu führen 🤷‍♀️ Jeder sollte so leben, wie er leben möchte und so glücklich werden, wie er glücklich werden kann. Und mich betrifft es ja nicht, ob mein Mitmensch in wilder Ehe, in Mehrfach-Beziehung, in LAT - Beziehung(en) oder aber sogar polygamisch lebt.
Ich verstehe das auch nicht so wirklich. Die Frage ist ja hier auch nicht, ob eine LAT-Beziehung funktionieren kann, sondern ob man selbst sich so eine vorstellen könnte. Da finde ich Abwertung in beide Richtungen aber total unangemessen, weil es mich doch schlicht nichts angeht, was fremde Menschen so in ihren Beziehungen vereinbaren.

Und nochmal, nein, kann ich mir nicht vorstellen, weil mir etwas fehlen würde und ja, auch mir würde auch eine gewisse Verbindlichkeit fehlen, die ich vermisst habe, als wir noch getrennte Wohnungen (ganz nah beieinander) hatten. Für mich (und auch für meinen Mann) hat es die Beziehung auf ein neues Level gehoben, als wir zusammengezogen sind und es hat sich einfach verdammt gut angefühlt.
Ich muss da aber gar nicht missionieren. Wer sich damit nicht wohl fühlt, muss doch seine Beziehung nach meinen Vorstellungen gestalten. 😅

Aber ich habe tatsächlich eine Frage aus reinem Interesse ohne ohne Wertung: crawlerX crawlerX und andere, die so eine Beziehung auch mit Baby und Kleinkind leben oder es sich vorstellen könnten: Wie stellt ihr sicher, dass gerade in den stressigen Phasen, wenn unvorhergesehen alles auf einmal kommt, kein Frust aufkommt, wenn ein Partner alleine mit dem Kind ist?
Ich gehe nur mal von mir selbst aus: trotz pflegeleichtem Baby gab es Abende, in denen es mich von oben bis unten vollgekotzt hat, ich das übermüdet Kind baden und umziehen und mich duschen musste, die Bettwäsche gewechselt und sogar die Matratze getrocknet und gedreht werden musste. Wenn mein Mann da war, hatten wir beide die Hände voll zu tun, wenn er auf der Arbeit war, war ich nach solchen Aktionen fix und alle und heilfroh, wenn ich den Zwerg im Bett hatte. Und ja, ich war manchmal auch frustriert, wenn er so spät kam, dass es an mir hängen blieb, auch wenn es dann eine sinnvolle Erklärung dafür gab. Ich stelle es mir für mich persönlich allerdings echt schwer vor, wenn ich solche Aktionen oder auch schlaflose Nächte, Bauchschmerzen, Kackplosionen etc. alleine durchstehen muss und dabei weiß, dass mein Partner einen entspannten Abend in seiner Wohnung verbringt, einen Film schaut, die Beine hochlegt, zockt... was immer er will. Da würde mir auch nicht helfen, wenn er dann das Kind dafür auch mal zu sich nimmt, denn erstens funktioniert das nicht, wenn man stillt und zweitens, hätte ich in den ersten Monaten auch keine längere Trennung von meinem Kind gewollt, das hätte mich überhaupt nicht entspannt. Entspannt hat mich, wenn mein Mann mir das weinende Kind abgenommen hat (nicht das fröhlich glucksende), die Windeln gewechselt hat oder oder... also auch die nicht so angenehmen Aufgaben geteilt hat, die jederzeit, unvorhergesehen eintreffen konnten.

Wie regelt man das also fair in einer LAT-Beziehung?
 

Benutzer181099  (42)

Sorgt für Gesprächsstoff
-Könntet ihr euch so eine Beziehung vorstellen?
ich bin ähnlich gestrickt wie du, vielleicht sogar mit noch etwas mehr Abstand und weniger Interesse an vielen sozialen Kontakten. Es gibt immer mal wieder Phasen, wo ich mir eine Partnerin wünsche, aktuell erwische ich mich aber öfter dabei zu denken, wie froh ich bin, dass ich in dem Moment alleine bin und mir niemand reinquatscht, was jetzt zu tun wäre o.ä.
Vom Prinzip her wäre es also ganz passend und vorstellbar, allerdings denke ich trotzdem, dass es bei mir trotzdem nicht funktionieren würde. Mit der Zeit würde ich mich glaube ich von der Person wieder entfernen, wenn nicht auch eine dauerhafte physische Nähe da ist. Aber das ist alles nur Theorie, ich war noch nie in der Situation, mich in dieser Frage entscheiden zu müssen.
Da ich keinen Kinderwunsch habe, würde dieses Argument rausfallen. Falls Kinder da wären, könnte ich mir dieses Modell für mich aber nicht vorstellen.
 

Benutzer75021 

Beiträge füllen Bücher
Könnte ich mir vorstellen, aber nur ohne (oder mit erwachsenen) Kindern- siehe Zaniah Zaniah s Beitrag.
Das sind Punkte, die man zusammen meistern sollte. Finde ich.
 

Benutzer174241  (40)

Öfter im Forum
Zaniah Zaniah : Das stimmt, manchmal habe ich den Vorteil wenn zu Hause ein Kind quengelig ist und ich nach der Arbeit dann nichts zu tun habe.

Wobei das Beziehungsmodell sich in diesem Fall nicht davon unterscheidet, wenn ich unter der Woche der Arbeit wegen weg wäre.

Es ist ja so, dass ich jederzeit zur Familie fahre wenn ich gebraucht werde. Meistens ist das aber kein Problem. Ich arbeite in der Regel von 7:00 - 19:00, da ist es manchmal auch umgekehrt so dass ich noch vor dem Bildschirm sitze während die Familie dann schon am Abend spielt oder so.

Insgesamt ist das sehr ausgeglichen bei uns. Und auch bei den Kindern be (6 und 4) ist keine Distanz zu spüren.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
Für mich ganz persönlich: Abends den Menschen, den ich von Herzen liebe, bei mir zu haben, ist ein ganz wesentlicher Punkt für - so wie ich es empfinde - Verbindlichkeit.
für mich hat das nichts mit verbindlichkeit zu tun, aber der aspekt ist mir dennoch ebenfalls sehr wichtig. ich hab mir das leben auch schon oft unnötig kompliziert / teuer gemacht, um den abend und die nacht bei ihm zu verbringen. aber tagsüber einige stunden allein in meiner eigenen wohnung zu verbringen... das ist für mein wohlbefinden schon arg nötig und dass es nicht mehr so ist schlägt sich schon hart in meinem gereiztheit-level nieder.

weniger schön, aber für die beziehung immernoch besser wäre es, pro woche 2 tage (und dann halt mit einer übernachtung) in meiner wohnung zu verbringen, aber drecks pandemie, blöder öpnv... ich mag den kerl natürlich echt gerne, bin auch gerne bei ihm (und bei der option mit 2 tagen in meiner wohnung vermisse ich ihn dann auch sehr), aber ich komme einfach auf keinen vernünftigen entspanntheitslevel mehr.

der absolute traum wären zwei wohnungen in einem haus, da kann er gern die große und tolle haben, mir reicht dann auch ne klitzkleine 1-zimmer-wohnung - aber eine wohnung nur für mich, wohnungstür zu, alles ausgesperrt... boah wär das schön :grin:
 

Benutzer6428 

Doctor How
Ich fühle mich genötigt hier ein bisschen was zu kommentieren.
Ich glaube ehrlich gesagt, vielen gibt dieses "es ist jemand da" (egal ob "wenn ich heimkomme" oder "wenn ich traurig bin" oder wobei auch immer) so viel, dass man diese kleinen Streits und Nervigkeiten dafür in Kauf nimmt und sich sagt, das muss eh so sein.
Ich akzeptiere ja viele gründe fürs getrennt leben...den hier aber zum Teil, weil der allgemeingültig formuliert wurde.
Diese "kleinen Streits und Nervigkeiten" kenne ich in meiner aktuellen Beziehung nicht.
Mir gibt das einfach nichts.
und das ist voll ok!!
Ich "brauche" das nicht, dass jemand da ist, wirklich nicht. Wenn jemand nettes zu einem guten Zeitpunkt da ist, ist das immer ein Bonus, ja. Aber ich "brauche" es nicht, es fehlt mir eigentlich nichts, wenn es nicht so ist. Eigentlich stört es mich sogar :grin: Die besten Erinnerung habe ich an Momente, in denen ich alleine war. Klar ist es schön mit andern Menschen und einiges ist zu zweit sogar sehr viel schöner. Aber sicher ist das kein Faden, der sich durch mein Leben zieht.
Ich bin GERNE wochenlange allein in meiner Wohnung, gewählt, nicht gezwungen.
und das ist ebenfalls absolut in Ordnung!
Und diese Haltung, dass man Negatives haben MUSS und aussitzen MUSS, damit man Positives haben kann, gehört für mich in die preußische Pflichterfüllung und das katholische Himmelsprinzip :zwinker:
Und das ist der Punkt, der für dich gilt. Wenn es für dich eine Pflicht ist und ein negatives Gefühl, einen anderen Menschen länger um dich zu haben, dass musst du das ganz sicher nicht machen..aber es ist nicht *man* muss etwas aushalten, denn ich halte da nichts aus...
Welche Regel außerhalb dieser Prinzipien gibt vor, dass ich eine gewisse Menge Negativität unbedingt haben MUSS? Wenn ich die Chance habe, immer dann Kuchen zu haben, wenn ich Kuchen haben will - warum sollte ich dann trocken Brot essen?
Weil es "dazu gehört?" Tut es doch gar nicht in meinem System? Das ist doch "selbstgemacht" dass es dazugehören muss. Mir fehlt einfach der Befriedigungsmechanismus, Verzicht oder Hindernisse ausgestanden zu haben, wenn ich von vornherein weiß, diese Hindernisse müssten gar nicht da sein. Dieses Brot könnte ganz realistisch auch Kuchen sein.
Auch das ist absolut ok...kann aber auch tückisch sein. Wenn man sich im Leben immer nur die Rosinen raus pickt, stellt man manchmal gar nicht fest, dass der Teig auch gut sein kann...oder die Kirschen...oder die Schokolade außen drum rum.
Nochmal: Muss nicht für dich gelten! Es ist aber in meinen Augen nicht zwangsläufig eine gute Idee, sich immer gleich auf das angenehme zu stürzen.
Und wenn ich an der Stelle deine Analogie fortführen darf: Sich nur von Kuchen zu ernähren ist vielleicht nicht zwangsläufig gesund. Es braucht auch eine gesunde Basis.
Also klar, ganz generell, muss man im Leben unangenehme Dinge tun und Probleme lösen, ja. Aber warum muss ich sie mir MACHEN um einen Echtheitscharakter für andere darzustellen, wenn ich sie in dem Bereich doch auch vermeiden könnte? Ich kauf mir doch auch nicht zu kleine Schuhe, damit ich barfuß gehen dann mehr schätze, wenn ich direkt passende Schuhe haben kann??
Für mich ist die Rechnung ganz einfach: Habe ich ein Schönwetterbeziehung, dann ist das ein bisschen wie bei Instagram: Ich sehe die lächelnden Gesichter der Influencer...aber nicht deren Depression oder deren andere Probleme. Die Beziehung bleibt damit zwangsläufig immer oberflächlich.
Ich kann mich in einer Situation in der ich getrennt von einem Partner lebe durchaus auch tief mit diesem beschäftigen..das will ich damit nicht gesagt haben! Wenn ich es ganz extrem ausdrücke (und ich möchte hier in keinster Weise implizieren, dass du das tust, denn das weiß ich nicht), kann man sich auch einfach nur für Sex und ab und zu mal in den Arm nehmen treffen und das so gut wie mit jedem Menschen machen, der bereit ist das zu tun, denn dann werden, wie bei einem Geschäft in der Finanzwelt, die Bedürfnisse von 2 Parteien gestillt. Wie gesagt -> überspitzt ausgedrückt und ins Extrem getrieben UND es ist ebenfalls legitim das zu tun!
Jemanden also wieder in mein Leben zu lassen, in so enger Verbindung, dass er die Macht hat, meine Träume zu zerschlagen ist die einzige Verbindlichkeit, die mich wirklich "bindet".
Eine traurige Art und Weise romantische Beziehungen zu beschreiben.

Ich will dich damit nicht angreifen. Mir ist nur wichtig, dass ein zusammen leben nicht zwangsläufig bedeutet, dass man etwas aushält oder aushalten muss.
 

Benutzer68775  (37)

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn ich es ganz extrem ausdrücke (und ich möchte hier in keinster Weise implizieren, dass du das tust, denn das weiß ich nicht), kann man sich auch einfach nur für Sex und ab und zu mal in den Arm nehmen treffen und das so gut wie mit jedem Menschen machen, der bereit ist das zu tun, denn dann werden, wie bei einem Geschäft in der Finanzwelt, die Bedürfnisse von 2 Parteien gestillt. Wie gesagt -> überspitzt ausgedrückt und ins Extrem getrieben UND es ist ebenfalls legitim das zu tun!
Also ICH tue das :grin: ich sag ja von Anfang an ICH will keine Verbindlichkeiten.
Ich wollte nur erklären, dass das nichts mit der Wohnungsfrage zu tun hat - ich könnte sehr wohl sehr verbindlich sein, rein emotional, OHNE zusammen zu wohnen.
Ich will aber aus sehr vielen andern Gründen eben NICHT verbindlich sein.
Ich finde das ziemlich ideal, wenn sich ohne Enttäuschung und Kompromisse Bedürfnisse stillen lassen.

Nur wie gesagt - ist das nicht in ein und derselben Gleichung wie eine Wohnsituation aufzunehmen.
Denn jeder der "Zusammenwohnen-Befürworter" hier sagt, um eine echte Beziehung zu haben, muss man auch seinen Individualraum teilen und ein "wir" werden und eben Abstriche machen bei dem, was eigene Vorstellungen sind.

Mich hat nur diese angenommene Absolutheit gestört, dass es irgendwie "echt" (verbindliche, zusammenwohnende, Kredite teilende) Beziehungen geben soll und "unechte" - unter die unechten fiele dann ja einfach alles, was nicht dem traditionellen Weg folgt. Finde ich ein bisschen ungerecht geurteilt - nicht wegen MIR persönlich, sondern weil alle möglichen albernen Gleichstellungsdinge einem an jeder Ecke das Leben schwer machen, aber in DIESEM Bereich darf Leuten mit einem andern Lebensmuster unterstellt werden, es wäre weniger "echt"?
So wie man keine "echte" Familie haben kann, ohne Kinder?

Da sollte man sich einfach dieses "echt" oder "unecht" und mehr oder weniger wert und ernster oder weniger ernst und eben auch verbindlich oder unverbindlich Urteil sparen.
Ich finde Unverbindlichkeit eben erstrebenswerter und habe kein Problem damit, wenn andere dann der Ansicht sind, ich picke mir die Rosinen heraus. Tu ich, und tu ich absichtlich. Und darum darf man das bei mir auch gerne so sehen. Andere fühlen sich dadurch aber ständig in der Defensive, ihre Beziehung als genauso echt verteidigen zu müssen, wenns sie nicht Mutter Vater Kind hintern weißen Gartenzaun ist - und wieso kann man in DIESER Frage nicht auch vorgefasste Muster lockern?

Worum es mit ging war daher, dass der automatische Schluss - nicht zusammen wohnen ist gleich weniger Verbindlichkeit - nicht korrekt ist.
 

Benutzer186405  (50)

Sorgt für Gesprächsstoff
Diese "kleinen Streits und Nervigkeiten" kenne ich in meiner aktuellen Beziehung nicht.
Wobei ich schon glaube, dass das nicht die Regel ist. Der Eindruck kann sich auch z.B. verstärken, wenn man die Pärchenplauderei liest. Eine 100%, nennen wir es harmonische Beziehung, zumindest über einen langen Zeitraum, dürfte nicht die Regel sein.

Auch das ist absolut ok...kann aber auch tückisch sein. Wenn man sich im Leben immer nur die Rosinen raus pickt, stellt man manchmal gar nicht fest, dass der Teig auch gut sein kann...
Die Beziehung ist allerdings nicht das Leben. Man hat ausgesprochen viele Möglichkeiten den Kuchen um die Rosinen zu essen. Machen viele schon deshalb, weil Rosinen in Kuchen schrecklich schmecken. Was mir bei der Rosinen Sache immer missfällt, das ist, dass nicht mitbewertet wird, wie die Personen den Kuchen bewerten, der drumherum ist. Für jemanden, der ganz grundsätzlich Kuchen ok findet, ist es leichter zu sagen "ja also Kuchen essen gehört schon dazu", als es das wäre für jemanden, der regelmäßig Brechdurchfall von Kuchen bekommt. Um es greifbarer zu machen, bei der viel gescholtenen F+ wird bspw. häufig gesagt, "jaja, sich die Rosinen (Sex) rauspicken, aber sich raushalten, wenn es dann z.B. um Familienfeiern geht ...". Nun gibt es Menschen, die finden Familienfeiern toll, vielleicht auch etwas anstrengend, eine Verpflichtung oder was auch immer, aber dennoch nicht vergleichbar mit dem versehentlichen Fall in den Stadtfluss bei 3°C. Andere aber schon. Warum muss man sich dann zwingen, sich zwangsweise tief in die jeweiligen Familien hineinzugraben, wenn man zudem vielleicht auch gar nicht so wert darauf legt. Natürlich, es ist wichtig, dass beide dazu ähnlich stehen, das ist es aber meist in Beziehungen.


Für mich ist die Rechnung ganz einfach: Habe ich ein Schönwetterbeziehung, dann ist das ein bisschen wie bei Instagram: Ich sehe die lächelnden Gesichter der Influencer...aber nicht deren Depression oder deren andere Probleme. Die Beziehung bleibt damit zwangsläufig immer oberflächlich.
Wie sollte man in einer Beziehung mit getrennten Wohnungen/Häusern NICHT Kenntnis nehmen oder betroffen sein von so etwas schwerwiegendem wie Depressionen oder anderen massiven Problemen? Nicht zusammen wohnen oder auch nicht körperlich immer präsent sein, ist doch nicht gleichbedeutend mit unempathisch, gefühllos, uninteressiert sein, nicht füreinander einstehen und nicht füreinander da sein.
 

Benutzer93289  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Gegenfrage VRod95 VRod95 : Wie ist es denn, wenn ihr gemeinsam im Urlaub seid bzw am Ende, wenn sich "eure Wege wieder trennen" und jeder in seine eigene Wohnung zurückkehrt?
Das war für uns immer der schlimmste Punkt. Wenn wir nach dem Urlaub wieder getrennt wurden.

Ich liebe es mit meinem Mann zusammenzuwohnen. Von Anfang an und das hat sich bis heute nicht geändert. Und dennoch, auch ich liebe es das Haus Mal für mich zu haben bzw mein Mann genauso. Deshalb verschaffen wir uns diese Freiheit regelmäßig und machen jeweils alleine etwas mit den Kindern, sodass der andere das Haus für ein paar Stunden für sich hat.

Man hat ja auch noch Hobbies, trifft sich mit Freunden oder geht einkaufen/shoppen/Kaffee trinken. Da hättest du ja dann die Wohnung auch für dich alleine, wenn deine Freundin unterwegs ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer6428 

Doctor How
Wobei ich schon glaube, dass das nicht die Regel ist. Der Eindruck kann sich auch z.B. verstärken, wenn man die Pärchenplauderei liest. Eine 100%, nennen wir es harmonische Beziehung, zumindest über einen langen Zeitraum, dürfte nicht die Regel sein.
Natürlich nicht...der Umkehrschluss ist aber nicht zulässig, wie in den meisten Fällen.
Aber was genau hat das mit zusammen wohnen oder nicht zusammen wohnen zu tun?
Die Beziehung ist allerdings nicht das Leben. Man hat ausgesprochen viele Möglichkeiten den Kuchen um die Rosinen zu essen. Machen viele schon deshalb, weil Rosinen in Kuchen schrecklich schmecken. Was mir bei der Rosinen Sache immer missfällt, das ist, dass nicht mitbewertet wird, wie die Personen den Kuchen bewerten, der drumherum ist. Für jemanden, der ganz grundsätzlich Kuchen ok findet, ist es leichter zu sagen "ja also Kuchen essen gehört schon dazu", als es das wäre für jemanden, der regelmäßig Brechdurchfall von Kuchen bekommt. Um es greifbarer zu machen, bei der viel gescholtenen F+ wird bspw. häufig gesagt, "jaja, sich die Rosinen (Sex) rauspicken, aber sich raushalten, wenn es dann z.B. um Familienfeiern geht ...". Nun gibt es Menschen, die finden Familienfeiern toll, vielleicht auch etwas anstrengend, eine Verpflichtung oder was auch immer, aber dennoch nicht vergleichbar mit dem versehentlichen Fall in den Stadtfluss bei 3°C. Andere aber schon. Warum muss man sich dann zwingen, sich zwangsweise tief in die jeweiligen Familien hineinzugraben, wenn man zudem vielleicht auch gar nicht so wert darauf legt. Natürlich, es ist wichtig, dass beide dazu ähnlich stehen, das ist es aber meist in Beziehungen.
Hier verstehe ich nicht so ganz worauf du hinaus willst. Es könnte sein, dass du genau das in anderen Worten wiederholts, was ich bereits schrob: Nämlich dass jedewede Form völlig okay ist.
Dann müsste ich ebenfalls mit etwas antworten, was ich bereits geschrieben habe: Wenn man nur die Rosinen isst, dann sollte man vielleicht auch nicht behaupten den Kuchen gegessen zu haben.
Zu letztem Satz muss ich dir aber sagen, dass das leider häufig vorkommt, dass dem nicht so ist...die meisten Menschen sind keine Kommunikationswunder...
Wie sollte man in einer Beziehung mit getrennten Wohnungen/Häusern NICHT Kenntnis nehmen oder betroffen sein von so etwas schwerwiegendem wie Depressionen oder anderen massiven Problemen? Nicht zusammen wohnen oder auch nicht körperlich immer präsent sein, ist doch nicht gleichbedeutend mit unempathisch, gefühllos, uninteressiert sein, nicht füreinander einstehen und nicht füreinander da sein.
Das bezog sich individuell auf eine ganz bestimmte Aussage, ist aber auch allgemeingültig.
Im ersten Teil des ersten Satzes steht bei mir jedenfalls ganz klar die Bedingung drin.
Selbstverständlich kann man Anteil haben...und für jemanden da sein. Wer schon einmal für jemanden da war und mit dieser Person zusammen gelebt hat, ob das nun körperlich oder geistig war, der weiß, dass das durchaus einen Unterschied macht wie man für eine andere Person da sein kann...steckt ja schon im Begriff "da sein".
Wie du auf "unempathisch" kommst, erschließt sich mir nicht so ganz?!?
 

Benutzer186901 

Ist noch neu hier
Wie ist es denn, wenn ihr gemeinsam im Urlaub seid bzw am Ende, wenn sich "eure Wege wieder trennen" und jeder in seine eigene Wohnung zurückkehrt?
Das war für uns immer der schlimmste Punkt. Wenn wir nach dem Urlaub wieder getrennt wurden.
Ich habe das für mich - oh Wunder - anders empfunden. Für mich war das eine große Erleichterung, wenn sich die Wege nach dem gemeinsamen Urlaub wieder getrennt haben und ich in meine eigene Wohnung zurückgekehrt bin, die Tür hinter mir ins Schloss gefallen ist und es war keiner außer mir da. Nach einem ein- oder zweiwöchigen Urlaub (was anderes habe ich bisher nicht mit Partnerin erlebt) in dem man wirklich bis auf einzelne Stunden zwischendurch (und selbst die musste ich teilweise schon hart erkämpfen) immer zusammen ist, ist mein seelisches Gleichgewicht gestört und ich merke, wie mich der Umstand, dass einfach immer jemand da ist anstrengt und mich das ermüdet und belastet. Nicht dass ich den Urlaub nicht genießen würde, aber nach einer gewissen Zeit merke ich einfach, dass ich jetzt eine Pause davon brauche und demzufolge fühlt sich das für mich dann sehr erleichternd an, wenn ich danach wieder alleine sein kann.
Ich brauche dann einfach meine Zeit für mich, um innerlich wieder "klar zu kommen". Je nach Länge und Intensität des Urlaubs sind das dann so 1-3 Tage und danach bin ich wieder "fit", bereit dazu meine Partnerin wieder zu sehen und freue mich auch darauf. Aber nach einem 14-tägigen Urlaub in die gemeinsame Wohnung (womöglich noch ohne ausgiebige Rückzugsmöglichkeit für mich) zurückzukehren, wäre für mich der blanke Horror!

Und was viele dann leider nicht verstehen können: das hat absolut gar nichts mit fehlender Wertschätzung, Zuneigung oder Kompatibilität zu tun, das ist eben eine Eigenart von mir, ein Persönlichkeitsmerkmal wenn man so möchte, und bedeutet keinesfalls, dass ich meine Partnerin nicht richtig lieben oder schätzen würde.
Wie bereits eingangs erwähnt, die Analogie mit dem Sport, passt bei mir außerordentlich gut. Auf engem Raum gemeinsame Zeit mit Menschen (ja auch mit Menschen die ich sehr mag wie eine Partnerin oder meine besten Freunde) zu verbringen macht mir große Freude, ich möchte das auf keinen Fall missen müssen aber es strengt mich einfach an und ich würde es auf Dauer (24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr) nicht aushalten.
 

Benutzer68775  (37)

Planet-Liebe Berühmtheit
Das ist dann für mich ein bisschen anders - ich brauche keine Erholung von einem nahestehenden Menschen ganz gezielt. Ich brauche das Gefühl nur für mich zu sein und vor allem in einem Bereich, der nur mir gehört und über den nur ich entscheide.

Mich ermüden weniger die Menschen an sich, als all die tausend Kompromisse, das Zurückstecken, das nicht sein können wie man möchte.
Ich freu mich nach einem Urlaub einfach, nachts um 3 duschen und Haare föhnen zu können, die Musik die ich will dann hören zu können wann ich es will, essen zu können was ich will wann ich es will und so weiter. Und das alles in MEINER Wohnung, die ICH mir einrichte und verwalte, ich ganz allein.

Nicht in einem Zimmerchen, während Bad, Küche Wohnzimmer doch von andern bewohnt sind, die den Kühlschrank umräumen und Lichter anmachen. Nicht nur ein paar Stunden, bis da wieder irgendjemand ist, der etwas von mir will und der berechtigte Ansprüche hat, dass ich kein Aas zu ihm bin deswegen.
Mir fällt einfach nichts ein, was eine Beziehung mir geben könnte, um DAS dafür in Kauf zu nehmen.

Off-Topic:
... und ja, es ist einfach die Beteiligung anderer Menschen an MEINEM Leben, die mir auf die Nerven geht. Ich kann nicht heulen, ohne dass wer fragt, warum, ich kann nicht singen, ohne wen zu belästigen, ich kann nicht widersprüchlich sein, ohne wen zu verwirren und zu belasten. Ich HASSE das. Ich war ein Kind in einer Großfamilie. Das EINZIGE Kind für lange Zeit. All die Aufmerksamkeit ist böse geclashed mit meinem "wenn ich mir weh tue gehe ich weg von andern Menschen" Charakter.
Wenn ich in Gesellschaft bin, muss ich dafür sorgen, dass es dieser Gesellschaft gut geht, weil ich sonst alle negativen Gefühle selbst fühle. Und das strengt mich einfach maßlos an. Wenn ich irgendwann mal jemanden finde, der a) in der Lage ist, seine Emotionen bei sich zu behalten, ohne sie in den Raum zu strahlen und b) der mich in seiner Gesellschaft sein lässt, wie ich sein will, ohne beständige Erwartungen an ein konformes, nachvollziehbares Verhalten und mich trotzdem mag - DANN kann ich mit diesem Menschen vielleicht auch lange Zeit am Stück entspannt verbringen. Aber mein Reich mit meiner Entscheidungsgewalt darin würde ich dennoch nie aufgeben.
 

Benutzer186901 

Ist noch neu hier
Mich ermüden weniger die Menschen an sich
Mich ermüden auch nicht unbedingt explizit die Menschen an sich, sondern eben die Gesamtsituation mit all ihren Facetten, die sich ergibt, wenn man gemeinsam (womöglich noch auf engerem Raum) mit diesen Menschen Zeit verbringt.
 

Benutzer93289  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Für mich war das eine große Erleichterung, wenn sich die Wege nach dem gemeinsamen Urlaub wieder getrennt haben
Wir haben beide geheult. :upsidedown: So unterschiedlich kann das sein. Dein Bedürfnis nach Einsamkeit würde mich sehr verletzen. Da wäre die Beziehung schneller vorbei als sie angefangen hätte bzw wäre es wahrscheinlich gar nicht dazu gekommen.
Aber es gibt bestimmt viele, die damit umgehen können bzw das gleiche Bedürfnis haben.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren