Könntet ihr euch eine sog. LAT-Beziehung vorstellen (Living Apart Together)?

Benutzer174233  (33)

Öfter im Forum
Wie schnell ziehst du denn mit jemandem zusammen bzw. wann kommst du mit dem Vorschlag, das irgendwann ins Auge zu fassen? Würde mich jetzt wiederum sehr interessieren als jemand, der sich das bisher mit keinem Partner vorstellen konnte. Alles davor ist doch auch LAT?
Theoretisch ist eine Beziehung am Anfang auch LAT, das ist richtig. Und ja, da können dann theoretisch auch in der Anfangszeit dieselben Probleme auftauchen, also, dass man nach Hause geschickt wird oder nach Hause möchte, obwohl der andere es nicht will. Aber das war bei mir bisher eher die Ausnahme als die Regel, weil das gegenseitige Besuchen meist unter klaren Zeitabsprachen statt fand.
Bestes Beispiel, mein Freund und ich können uns jetzt aktuell nur an den Wochenenden sehen. Also ist von vorn herein klar, dass man Freitag oder Samstag bis maximal Sonntag bleibt. Da muss niemand sagen "du musst jetzt gehen".

Wie schnell man bzw. ich mit jemandem zusammen zieht, lässt sich pauschal nicht sagen. Ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Aber für mich ist zumindest klar, dass wenn ich eine Beziehung eingehe, ein zusammen wohnen früher oder später auch angestrebt wird.
 

Benutzer172492 

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ich mag es, wenn Menschen sich bei mir wohl fühlen. Dafür versuche ich auch gerne, so gut es geht, zu sorgen.
Schön, dass du das sagst. Wenn ich bei ihm bin und wiederholt Hunger leiden muss, weil die Geschäfte zu haben oder ich früh morgens erst noch mir selbst Essen holen muss, während er fein 2 weitere Stunden pennt, dann fühle ich mich nicht wohl.
Dann sorgt er auch nicht dafür, dass ich mich wohlfühle.

Im Moment bin ich genauso bei ihm Gast wie er bei mir. Hätte sich das nicht gebessert, wäre ich nicht mehr Gast bei ihm, denn so fühle ich mich nicht willkommen. Völlig zurecht, wie ich finde.
Ich schleppe, wie auch vorher gesagt, für unsere Treffen regelmäßig Lebensmittel durch die Gegend. Hätte er gewisse Vorräte, könnte ich mir 50% des Geschleppes ersparen.

Wo ist das Bevormundung, wenn ich von einem Erwachsenen erwarte, auf seine geänderten Lebensumstände (Beziehung) zu reagieren und das Einkaufen und Geschleppe in seinem Haushalt nicht nur seiner Freundin und Gästen zu überlassen?

Das war meines Erachtens aber auch sehr deutlich vorher lesbar. Wenn das für dich ein Grund ist, keine Beziehung zu führen, dann Glückwunsch, das ist der sichere Weg :smile:
 

Benutzer186759  (34)

Sorgt für Gesprächsstoff
1. "hungrig" klingt deutlich ernstzunehmender als "hangry" in einem deutschen Text :zwinker:
Off-Topic:
Hungrig und "hangry" sind aber unterschiedliche Dinge.
Der Begriff "hangry" ist eine Mischung aus "hungry" und "angry" und beschreibt den Zustand, dass man wegen großem Hunger schlechte Laune hat.
Da macht es durchaus Sinn, ein kurzes Wort, statt einem langen Satz zu sagen.
 

Benutzer123832  (26)

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Aber wieso unterstellt man Menschen, die einfach nur in einer eigenen Wohnung leben wollen, dass sie keine "echte und wirkliche" Beziehung führen können?
Ich finde aber schon, dass die Beiträge von Usern, die eine LAT Beziehung präferieren schon in die Richtung weniger verbindlich zeigen. Manche sagen das ganz offen ( caotica caotica wenn ich es richtig in Erinnerung habe), aber eine Beziehung ist auch einfach automatischer weniger verbindlich, wenn man keine gemeinsame Immobilie hat, keine Hochzeit und keine Kinder anstrebt. Wenn es keine äußeren Umstände gibt, die einen aneinander binden, dann finde ich das durchaus weniger verbindlich.
 

Benutzer133456  (50)

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Madame Tahini und ich leben seit zehn Jahren ab und an so.

Als wir in China lebten, war ihr Lebensmittelpunkt in Peking und meiner in Shanghai. Das ging drei Jahre lang bestens. Dann ging ich zurueck nach England, und sie war weiterhin in Peking und besuchte mich immer mal wieder ein paar Monate am Stueck. Nach weiteren drei Jahren gingen wir nach Schweden. Nun sieht's so aus, dass sie vermutlich einen zweiten Haushalt in Suedschweden eröffnen wird, weil sich dort passendere Jobs fuer sie finden.

Fuer uns war es nie ein Problem, weit voneinander entfernt miteinander zu leben.

In China waren wir 1600 km voneinander entfernt während der Arbeitswoche und sahen uns am Wochenende (der Zug macht die Strecke in 5 Stunden). Zwischen England und Peking waren's 10,000 km, und hier in Schweden kann's durchaus auch wieder 1000 sein.

Ich glaube nicht, dass Nähe zwischen Menschen unbedingt immer physisch sein muss.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich finde aber schon, dass die Beiträge von Usern, die eine LAT Beziehung präferieren schon in die Richtung weniger verbindlich zeigen.
Es IST ja auch ganz objektiv betrachtet weniger verbindlich. Beziehungen haben ja viele Ebenen und LAT ist eben auf einigen davon gar nicht verbindlich, auf andere wie Treue hat es keinen Einfluss.
 

Benutzer172492 

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Ich weiß nicht, ob ich es per se als weniger verbindlich betrachten würde. Schon gar nicht unter solchen äußeren Aspekten wie Hochzeit. Ich kann heiraten, Kinder aufziehen (Stichwort Co-Parenting) und eine Immobilie gemeinsam finanzieren, ohne direkt zusammen zu wohnen.
Ist trotzdem alles eine gewisse Verbindlichkeit. Sagt aber auch null nada über die emotionale Nähe und Qualität der Beziehung aus. Es gibt doch zuhauf Beispiele von entfremdeten Paaren im selben Haus, die sich aus finanziellen Gründen nicht trennen, und Eltern, deren Beziehung die Kinder nicht überlebt.

Was ist, wenn genau dieser Freiraum des eigenen Rückzugsraums und dieses bewusste Miteinanderverabreden dafür sorgt, dass die Beziehung viel länger schön und wertschätzend bleibt?

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass eine LAT-Beziehung deutlich länger Bestand hat, während jemand Anderes in derselben Zeit mehrere Zusammenwohnbeziehungen aka serielle Monogamie pflegt. Zumindest komme ich nie in die Verlegenheit zu sagen, dass meine Beziehung mir Chancen nimmt, wenn man sich zB wie Tahini Tahini und seine Frau verhält.
Solche Auslandsbeziehungen oder Beziehungen zwischen zwei Städten zu organisieren ist schon deutlich schwieriger, wenn ich dafür immer zusammen sein will.

Ja, man lernt gewisse Macken nur im Zusammenleben kennen. Aber ohne diese zu kennen ist eine Beziehung doch nicht weniger verbindlich :tentakel:
Weniger nah im Alltag, ja, aber das ist ja schließlich auch der Punkt.
 

Benutzer123832  (26)

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Ich kann heiraten, Kinder aufziehen (Stichwort Co-Parenting) und eine Immobilie gemeinsam finanzieren, ohne direkt zusammen zu wohnen.
Das stimmt. Was ich aber sagen wollte, ist, dass LAT eben mit diesen Dingen negativ zu korrelieren scheint, wenn man sich die Beiträge in diesem Thread anschaut. Die meisten sagen, LAT kann ich mir vorstellen, wir werden aber auch nicht heiraten und keine Kinder bekommen.
 

Benutzer174241  (40)

Öfter im Forum
Die LAT Beziehungen sind anders aber können genau so intensiv sein. Meine Frau ist sogar Schwanger und wir bekommen bald ein Kind trotz dieser Beziehungsform.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni

Benutzer123832  (26)

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Nö. Sie ist einfach nur weniger traditionell. Das hat aber absolut Null mit Verbindlichkeit zu tun.
Ein gemeinsame Kredit kettet einen aneinander. Das ist nunmal Fakt. Wenn man Kinder hat, ist eine Trennung deutlich schwerer. Das ist Fakt.
 

Benutzer172492 

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Ein gemeinsame Kredit kettet einen aneinander.
Selbst wenn man sagen würde, das sei verbindlicher, bin ich dann verbindlicher gegenüber den Gefühlen des/der Partner:in oder gegenüber ihrem/seinem Konto? Das kommt ja dann immer auch auf die jeweilige Beziehung an.
Ich kann auch mit Freund:innen gemeinsame Kredite aufnehmen. Ist in meinem Fall sogar wahrscheinlicher als bei meinem Partner, weil er nicht von Investitionen in Immobilien überzeugt ist. Und davon abgesehen muss man sich die Investition auch leisten können, oder sind Menschen mit geringerem Gehalt und Mietwohnungen automatisch weniger verbindlich in ihren Partnerschaften? Das wäre dann ein sehr klassistisches Argument.

Bei Kindern kommt es doch viel mehr auf meine Verbindlichkeit gegenüber den Kindern an, sprich gegenüber dem/den anderen Elter(n) muss mich verbindlich an Absprachen halten, welche die gemeinsame (Stief-)Kinder betreffen. Und mit den Kindern muss ich verbindlich und zuverlässig sein. Kinder haben aber nichts von dauerhaft unglücklichen Eltern. Genügend Menschen bekommen Kinder mit der Person, die im entscheidenden Moment gerade da ist, vielleicht aber nicht passend ist. Ist das nun Verbindlichkeit oder Torschlusspanik mit Folgen? Ich finde, es ist nicht so schwarz oder weiß.

Ist doch großartig, dass wir heute nicht mehr zwangsläufig zusammenziehen, Kinder bekommen und Häusle bauen müssen. Das eröffnet so viel mehr Möglichkeiten für Beziehungen, die für alle Seiten befriedigend sind, weil alle Bedürfnisse gleich viel Wert sein dürfen.

Ich darf mit meinem Partner zusammenleben und Kinder wollen, eine Immobilie mit einer Freundin kaufen und andere dürfen 20 Jahre lang getrennt oder zu dritt leben. Ist doch super!
Warum eine unbändige Vielfalt von Persönlichkeiten und Beziehungen in ein starres Korsett pressen wollen? In der Vergangenheit hat das vor allem Frauen, aber nicht nur, benachteiligt.
 

Benutzer123832  (26)

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Ich hatte noch nie das Bedürfnis, mit einem Partner zusammenzuziehen. Ich möchte keine Ehe, keine Kinder

Meine Freundin lebt so und das schon lange. Die wollen auch keine Kinder und es funktioniert.

Hätte ich keinen Kinderwunsch wäre das Modell definitiv eine Möglichkeit, die ich mir vorstellen könnte.

Ja, kann ich mir vorstellen. Ich hab auch schon Männer getroffen, die klar nicht zusammen ziehen wollten in den nächsten Jahren. Ich bin jedoch etwas älter wie Du und bei mir ist eine Familiengründung nicht mehr im Zentrum.
Und das sind nur Zitate von der ersten Seite dieses Threads.
 

Benutzer172492 

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Ah, und Thema Kinder – wäre mein Partner nicht, ich hätte mir vorstellen können, zusammen mit einem Paar Mutter zu werden, dann aber nur die Tantenfunktion zu übernehmen. Sprich da zu sein, aber nicht in demselben Haushalt mit dem Kind zu leben. Natürlich wäre ich da verbindlich gewesen.
 

Benutzer186901 

Ist noch neu hier
Ein gemeinsame Kredit kettet einen aneinander. Das ist nunmal Fakt. Wenn man Kinder hat, ist eine Trennung deutlich schwerer. Das ist Fakt.
Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber dieses Menschen-/Beziehungsbild, das dahintersteckt finde ich persönlich etwas problematisch. Ich würde es vorziehen, wenn meine Partnerin mit mir eine Beziehung führt, weil ich ihr so gut gefalle und sie die gemeinsame Zeit mit mir als wertvoll und bereichernd wahrnimmt und NICHT weil sie durch externe Umstände an mich gekettet ist und im Prinzip deshalb keine andere Wahl hat.

Bildlich gesprochen: funktionieren Partnerschaften auf die lange Sicht nur dann, wenn die Beteiligten aneinander gekettet sind, so dass keiner stiften gehen kann? Das glaube ich nicht, bzw. das fände ich sehr desillusionierend.

Auch in getrennten Wohnungen kann ich eine verbindliche Partnerschaft führen, weil ich es möchte und nicht weil ich es muss, da ich angekettet bin.
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Benutzer68775  (37)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde aber schon, dass die Beiträge von Usern, die eine LAT Beziehung präferieren schon in die Richtung weniger verbindlich zeigen. Manche sagen das ganz offen ( caotica caotica wenn ich es richtig in Erinnerung habe), aber eine Beziehung ist auch einfach automatischer weniger verbindlich, wenn man keine gemeinsame Immobilie hat, keine Hochzeit und keine Kinder anstrebt. Wenn es keine äußeren Umstände gibt, die einen aneinander binden, dann finde ich das durchaus weniger verbindlich.
Für mich stimmt das mit der Unverbindlichkeit, aber aus anderen Gründen.
Sprich, ich wäre durchaus in der Lage auch nicht zusammen zu leben und dennoch eine sehr verbindliche Beziehung zu führen.

Ist halt eine Frage der Definition warum das "echt und ehrliche und richtige" dieses Zusammenleben in Zweierpack sein muss? Das unterstellt ja auch allen anderen Formen, sie seien nicht das Wahre. Getrennt leben ist ja nun auch nicht anders als Polyamorie oder Ähnliches. Für mich sind das einfach verschiedene Formen die Menschen im Umgang miteinander für sich wählen, aber wie diese Form sich im Äußeren gestaltet sagt nichts über die Haltung zueinander und miteinander im Inneren aus.
Es fällt halt immer schwer sich vorzustellen, dass etwas "genauso richtig und ehrlich" sein kann, wenn es eine andere Form hat, als die, die man selbst wählen würde.
Wer sich nur in eine Person gleichzeitig wirklich verlieben kann, kann sich nicht vorstellen, dass man zwei in derselben Intensität lieben kann, also muss es weniger echt sein.
Nur weil man die Sicherheit eines ganz eigenen Reiches möchte, heißt dass nicht, dass man automatisch weniger verbindlich ist was Zukunftspläne und Gemeinsames angeht.
Ich finde auch absolut nicht, dass nur dort echte Beziehungen sind, wo Kinder, Heirat und Streit über Putzgewohnheiten herrschen.

Überall sollen vorgefasste Denkmuster zu mehr Toleranz und Offenheit mit Zwang aufgebrochen werden, nur über diesen Bereich wacht die Allgemeinheit mit Zähnen und Klauen. ECHT sind Verbindlichkeiten offiziell nur, wenn schwanger werden, Hausbau und Ringe involviert sind. Ich kenne so viel mehr Ehen, die auf die Art ihren Todesstoß bekamen, als ich Paare kennen, die wegen des FEHLENS dieser Dinge weniger echt wären. Und ich kenne Ehen, die existieren nur auf dem Papier und weil man noch in den Schulden fürs Haus steckt, da ist null innere Verbindlichkeit oder Verbindung mehr dabei.

Kann man nicht anstatt diese dämliche Genderei einzufordern lieber darum bemüht sein, niemandem mehr die Echtheit seiner Gefühle und Lebensplanung abzusprechen, nur weil nicht einem vorgefestigten Schema F gefolgt wird?

Off-Topic:
ICH will Unverbindlichkeit weil es mein größtes Glück ist, zu wissen ich kann jederzeit gehen und muss es niemandem erklären. Wenn ich will kann ich mich JETZT ins Auto setzen und ans Meer fahren und muss lediglich eine Kurze "bin ein paar Tage weg" Nachricht hinterlassen. DESWEGEN will ich Unverbindlichkeit. Meine eigene Wohnung sichert mein einfach mein Reich, ich kann mit ihr genauso verbindlich sein, wie ohne sie. Ob etwas verbindlich ist oder nicht, hängt nicht zwangsläufig von den sichtbaren äußeren Umständen ab.
 
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Benutzer174233  (33)

Öfter im Forum
Ich möchte jetzt wirklich nicht behaupten, dass solche Beziehungen zwangsläufig weniger verbindlich sind oder weniger intensiv. Aber ich verstehe warum das wie bei WomanInTheMirror WomanInTheMirror eben diesen Eindruck hinterlässt.

Für mich, als Person die sich das Modell nicht wirklich vorstellen kann, stehen da halt solche Fragen im Raum, wie "wenn ich meine Beziehung als absolut gut und verbindlich betrachte, warum reicht es dann nicht aus ein eigenes Zimmer zu haben in das ich mich ggf. zurück ziehen kann?"
"Warum benötige ich unbedingt einen Ort in einem anderen Gebäude/einer anderen Stadt, weit weg von meinem Partner?"
Oder auch "warum muss ich mein eigener Herr über etwas sein, anstatt mich mit meinem Partner zu einigen/zu arrangieren?"
Ist das dann wirklich Verbindlichkeit?
Da spielt dann wohl auch das individuelle empfinden bzw. die eigene Definition von Verbindlichkeit eine große Rolle, denke ich.
 
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