Jugendliche haben heutzutage signifikant weniger Sex als früher - warum?

3 Woche(n) später

Benutzer161456 

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Also ich weiss nicht.
Im meinem damaligen Kumpelkreis (bin auf dem Land groß geworden) haben alle nur feste Beziehungen oder gar nichts gehabt.

So ONS oder lockere Affairen ausserhalb von Partyknutschereien gab es sehr sehr selten.
Wenn, war man fest miteinander "liiert".
...auf jeden Fall war das so in meinem näheren Umkreis.

Man hörte damals zwar mal hin und wieder was von verwegenen Ausschweifungen anderer weitläufiger Bekannter,
...aber ich bin mir nicht sicher, wieviel Wahrheit darin am Ende lag.
Sexuell aktiv im Sinne von erfahrenem Sexleben entwickelte sich bei uns erst nach der Abizeit.

Deswegen würde ich sagen:
Wir waren früher im Teeniealter noch nicht sehr sexuell aktiv (abgesehen der eigenen SB).
Viel weniger kann es eigentlich doch heute auch nicht sein.

Im Gegenteil:
Die Möglichkeiten Pornos zu konsumieren und damit die Ideengeber zum unverbindlichen Nachmachen ausserhalb einer festen Beziehung sind doch eigentlich heute viel größer.

Aber, wie gesagt, ich habe keine Ahnung.
 

Benutzer3277 

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Und Frauen werden von Pornosex eher abgestoßen als Männer?

Das weiß ich nicht. Aber man hört in Gesprächen im Kollegen-/Bekanntenkreis (und auch im Internet) ja oft von Frauen/Mädchen, dass sie Pornos eklig finden und natürlich nie welche gucken.
 

Benutzer161012 

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Ein paar noch unreflektierte Thesen meinerseits:
  • Die Diskrepanz zwischen Porno/Internetsex und tatsächlichem eigenen Sex wird heutzutage wegen der Immer-Verfügbarkeit pornographischer Inhalte als besonders stark empfunden - vielleicht ist der Unterschied zu früher aber gar nicht so groß?
  • Junge Leute scheuen das Risiko zu scheitern - vor allem, wenn sie sehen, was die Profis im Internet so machen und wie hoch die Ansprüche an "guten Sex" so sind.
  • Junge Leute sitzen immer häufiger vor ihrem PC, Smartphone, Playstation etc. und gehen weniger aus, treffen sich häufiger virtuell als in der Realität.
  • Männer werden immer weicher, psychisch aber auch physisch: weniger Libido (Umwelteinflüsse/Ernährung).
  • Frauen werden immer anspruchsvoller und selbstbestimmter, geben sich nicht mit dem "Erstbesten" zufrieden.
  • Aids-Angst (hatten die heute 50-Jährigen weniger).
  • Übersättigung durch Internet, Masturbation leicht gemacht, wer muss sich da noch einen Partner suchen, wenn er es sich schon gerade selbst vor dem PC gemacht hat?
  • Verunsicherung der jungen Männer: welche Rolle spielt die Männlichkeit noch in einer emanzipierten Gesellschaft?
  • Wirtschaftliche Gründe.
  • Social Media ist eher ein "Killer" als ein Anbahner.
  • Zeitdruck: die Hektik heutzutage, Schule...immer up to date zu sein und alle Kanäle zu bedienen, immer online.
  • Digitalisierung des Lebens: Sex wäre ja etwas analoges.

Erschreckend die Zahlen aus Japan, der digitalsten Gesellschaft auf diesem Planeten:
Über 40 Prozent der männlichen und weiblichen Singles im Alter zwischen 18 und 34 Jahren sind noch jungfräulich!
Blüht uns das auch?

Was ja erstaunt - oder bezeichnend ist: das zunehmende Desinteresse oder der Rückzug der jungen Männer bei diesem Thema...auch in D.
 

Benutzer136524 

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Man muss sich ja nur mal hier im Forum umschauen. Kein Wunder, dass der Sex weniger wird, wenn man nur noch mit WhatsApp-Onlinezeiten beschäftigt ist.
"Er war heute fast den ganzen Tag online, aber er hat mir nicht geschrieben. Ich mach Schluss! :nope:"
 

Benutzer135968 

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Jugendliche haben heutzutage signifikant weniger Sex als früher - warum? - was doch irgendwie unmöglich ist, wenn doch angeblich auch immer früher mit sex begonnen wird. sex mit 12? nichts besonderes mehr. wobei ja auch die alte generation einfach lügen kann, da ja kaum jemand allen, ohne geringste anonymität, sagt, wie jung man beim ersten mal war. :ninja: andererseits kann es auch sein, dass den jungen personen sex doch nicht so gefällt (mit der falschen person sex gehabt) und dann erst mal jahre kein sex haben.

man könnte aber auch annehmen, da das anschauen von sexuellen material ja ohne geringsten zweifel gestiegen ist, könnte dies ja den sexuellen trieb vermindert haben... ich bin auch der meinung, dass in der beziehung von heute, sex immer wichtiger wird. sex passt irgendwo nicht zu 100%? trennung, egal ob das andere alles passt. vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil ich auf PL bin. :tongue:

aber wie bei allen studien, die irgendwer gemacht hat, die man nicht persönlich kennt - weis man überhaupt nicht, wie viel mühe man sich gegeben hat. fragt man 1000 personen und sucht sich gezielt die sexmuffel aus, dann ist das ergebnis offensichtlich. ich will ja den machern der studie nicht sagen, sie würden mist bauen, mhm, eigentlich doch, solche studien sind bullshit. und haben null relevanz in irgendeiner statistik.
 

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Erschreckend die Zahlen aus Japan, der digitalsten Gesellschaft auf diesem Planeten:
Über 40 Prozent der männlichen und weiblichen Singles im Alter zwischen 18 und 34 Jahren sind noch jungfräulich!
Blüht uns das auch?
Nicht überall, wo eine Korrelation ist, ist auch ein Zusammenhang. In Japan ist auch der alltägliche Lebensstress extrem hoch, ebenso die gesellschaftliche Erwartungshaltung. Nicht umsonst ist auch die Selbstmordrate dort so hoch. Ich sehe hier sehr viel eher Ursachen, als in der Digitalisierung.
Ich bin übrigens überzeugt, dass es auch bei uns sehr viel mehr Jungfrauen zwischen 18 und 34 gibt, als gemeinhin angenommen. Es wird einfach nicht darüber geredet, weil es den Leuten unangenehm ist. An entsprechenden Threads hier ließ sich das ja auch schon erahnen, trotz sexueller Aufgeschlossenheit der User hier.
 
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Benutzer164614  (35)

Ist noch neu hier
Sex ist für mich ein bisschen wie meine Kreativität. Beides kommt, wenn ich Muße habe.
Leider habe ich selten Zeit für Müßiggang.
Wenn mal die Zeit ist, für einen kompletten Netflixsonntag, dann haben wir auch 5-10 mal Sex. Aber sowas ist selten.

Ich hab mal gelesen, dass früher die Zahl gezeugter Kinder an Tagen mit Stromausfall sehr hoch war. Spricht dafür, dass Menschen dann möglicherweise unerwartet früh ins Bett gehen und nicht wissen, was sie sonst machen sollen. Das schafft Raum für Muße und man spürt mehr, was in sich vorgeht.
 

Benutzer161012 

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Nicht überall, wo eine Korrelation ist, ist auch ein Zusammenhang. In Japan ist auch der alltägliche Lebensstress extrem hoch, ebenso die gesellschaftliche Erwartungshaltung. Nicht umsonst ist auch die Selbstmordrate dort so hoch. Ich sehe hier sehr viel eher Ursachen, als in der Digitalisierung.
Ich bin übrigens überzeugt, dass es auch bei uns sehr viel mehr Jungfrauen zwischen 18 und 34 gibt, als gemeinhin angenommen. Es wird einfach nicht darüber geredet, weil es den Leuten unangenehm ist. An entsprechenden Threads hier ließ sich das ja auch schon erahnen, trotz sexueller Aufgeschlossenheit der User hier.

Meine Befürchtung ist, dass die Taktung - gerade durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt - auch bei uns extrem zunimmt. Vordergründig ist man relaxed im Home-Office, aber in Wahrheit ist man auch nach Feierabend per Handy/E-Mail etc. für den Chef erreichbar, Pausen und komplettes Abschalten gibt es nicht mehr. Und die "Time-Lines" werden immer enger, denn die Digitalisierung schafft ja Geschwindigkeit! Social Media-Kanäle führen zusätzlich dazu, dass man uch privat unter Druck steht: "always on".
Nee, ich glaube schon, dass Lebens- und Liebesunlust, Selbstmordraten, Depressionen etc. ganz direkt mit der Digitalisierung zusammen hängen. Nicht der ausschließliche Grund, aber ein Katalysator.

Was die Jungfrauen angeht: da bin ich voll bei dir.
 
3 Monat(e) später

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich greife mal diesen alten Thread wieder auf, weil die Studienautoren, um die es anfangs ging (Twenge et al.) eine weitere Auswertung nachgelegt haben.

Ich habe mal kurz in die Publikation (Volltext) reingeschaut und sie scheint mir statistisch-methodisch recht gut zu sein.

Kurzfazit: Die US-Amerikaner haben heute weniger Sex als vor 30 Jahren. Eine sog. APC-Auswertung, durch die sich zwischen Alters, Perioden und Kohorte (="Generationen) Effekte trennen lässt, hat gezeigt, dass es sich tatsächlich teilweise um einen "Kohorten-Effekt" handelt.

Zwei Aspekte scheinen für den Rückgang der Sexhäufigkeit verantwortlich zu sein: 1. dass weniger Menschen in einer festen Partnerschaft leben als vor 30 Jahren (Partnerschaft führt im Schnitt zu häufigerem Sex), und 2. dass insb. die sog. Millenials und iGens weniger Sex haben als frühere Generationen (ob mit oder ohne Partnerschaft). Insbesondere die Sexhäufigkeit IN Partnerschaften scheint bei der jüngeren Generation rückläufig zu sein.
In den Daten zeigt sich übrigens KEIN Zusammenhang mit stärkerem Pornokonsum oder mehr Arbeitsstunden.

Declines in Sexual Frequency among American Adults, 1989–2014
"Abstract:
American adults had sex about nine fewer times per year in the early 2010s compared to the late 1990s in data from the nationally representative General Social Survey, N = 26,620, 1989–2014. This was partially due to the higher percentage of unpartnered individuals, who have sex less frequently on average. Sexual frequency declined among the partnered (married or living together) but stayed steady among the unpartnered, reducing the marital/partnered advantage for sexual frequency. Declines in sexual frequency were similar across gender, race, region, educational level, and work status and were largest among those in their 50s, those with school-age children, and those who did not watch pornography. In analyses separating the effects of age, time period, and cohort, the decline was primarily due to birth cohort (year of birth, also known as generation). With age and time period controlled, those born in the 1930s (Silent generation) had sex the most often, whereas those born in the 1990s (Millennials and iGen) had sex the least often. The decline was not linked to longer working hours or increased pornography use. Age had a strong effect on sexual frequency: Americans in their 20s had sex an average of about 80 times per year, compared to about 20 times per year for those in their 60s. The results suggest that Americans are having sex less frequently due to two primary factors: An increasing number of individuals without a steady or marital partner and a decline in sexual frequency among those with partners."


Die Daten gelten natürlich nur für die USA. Meines Wissens gibts leider keine Auswertung dieser Art für Deutschland, Österreich, Schweiz etc.. Fände ich aber wirklich interessant, ob da das gleiche rauskäme.

Interessant fand ich übrigens, dass die sog. "silent generation" (ca. 1930 geborenen) am meisten Sex hatten. Da muss es ja - unter der Decke und im Versteckten - hoch hergegangen sein im prüden Amerika der 50er Jahre...oder die haben in den wilden 60ern/70ern, nachdem die Pille auf den Markt kam, in etwas höherem Alter dann so richtig die Sau rausgelassen.

So und jetzt kann PhesKlNachtmusi PhesKlNachtmusi die Studie in die Tonne treten....macht sie ja immer :zwinker:
 
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Benutzer152150 

Sehr bekannt hier
So und jetzt kann PhesKlNachtmusi PhesKlNachtmusi die Studie in die Tonne treten....macht sie ja immer :zwinker:
Ich musste dieser Tage leider zähneknirschend anerkennen....ich bin nicht mehr jugendlich:cry:.
Damit ist mir die Studie wumpe:cool:.
Aber macht doch mal endlich relevante Studien!
Zum Beispiel...warum brechen Fingernägel immer ein paar Stunden bevor man genau diese Nägel mal braucht?
Das sind weltbewegende Studien:zwinker:
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Heute in Zeit online gelesen.
www.zeit.de/2017-05/generation-y-sex-sexualtherapie-bzga
Gerade das erste Interview mit Christoph Joseph Ahlers würde ich Wort für Wort unterschreiben.


Dein Link funktioniert nicht. Hier ist der "richtige":
Generation Y: Das bisschen Sex
Aus diesem Artikel hatte ich ja den Hinweis auf die aktuelle Studie, die ich zwei Posts über Deinem gepostet habe.


Problematisch an den Aussagen bei Ahlers ist, dass er auf die größere Rolle von Selbstbefriedigung wg. Internetpornokonsums abzielt. Einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Sexhäufigkeit in der jüngeren Generation und einem gesteigerten Pornokonsum konnte in der Studie von Twenge et al. (2017) jedoch nicht identifiziert werden. Insofern widersprechen die Aussagen von Ahlers denen der amerikanischen Studie schon. Aber das muss nicht unbedingt etwas heißen.

Meine These wäre, dass der Rückgang der Sexhäufigkeit in der jüngeren Generation (Millenials, iGens) selbst wenn sie in einer Partnerschaft leben, nicht mit dem Pornokonsum an sich zusammenhängt, sondern mit dem I-Net generell: man macht insgesamt weniger zusammen und darunter fällt dann auch der Sex. Der eine treibt sich halt abends auf PL oder im Fußballforum rum, die andere im Katzenforum oder zieht sich ihre Lieblingsnetflixserie auf dem iPad rein...und irgendwann schläft einer ein und das wars dann mit dem Sex an diesem Tag :tongue:. Dann muss sich halt der oder die noch Wache einen Porno reinziehen und sich anderweitig behelfen...womit Ahlers dann schon Recht hätte.
"Früher" - selbst in der TV-Zeit - hat man (wenn man nicht sowieso etwas zusammen unternommen hat) zumindest die Zeit GEMEINSAM vor dem einzigen TV verbracht und miteinander irgendeinen Quatsch geschaut....da liegt es deutlich näher, dass das dann doch noch in Sex endet...insbesondere wenn der Film langweilig ist.
(Wie hat es der alte Kommissar im letzten Dresden-Tatort ausgdrückt: Der Fernseher hat aus dem "Kreis der Familie" einen Halbkreis gemacht und das I-Net, Smartphones und Co lauter "Punkte".)

Ein weiterer Grund könnte m.E. auch sein, dass die Anforderungen an die heutige Generation insgesamt höher sind...Schule, Studium, Arbeit. In der Twenge et al.-Studie wurde ja nur "Anzahl der Arbeitsstunden" berücksichtigt, aber dass ist ja nicht das einzige Kriterium für mehr "Stress" und ein weniger gechilltes Leben, bei dem man mehr Zeit und vor allem Kraft und Bock auf Sex hat.
 
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Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Das Internet als "Schuldigen" anzunehmen, halte ich für zu kurz gedacht. Wie viele Menschen hätten wohl ohne Internet signifikant weniger Sex...?

Was die Lebensanforderungen angeht, stimme ich dir schon eher zu.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das Internet als "Schuldigen" anzunehmen, halte ich für zu kurz gedacht. Wie viele Menschen hätten wohl ohne Internet signifikant weniger Sex...?

Was die Lebensanforderungen angeht, stimme ich dir schon eher zu.

Wie meinst Du das? Spielst Du auf Dating-Plattformen, Tinder, Joy-Club etc. an?

Natürlich kommen neben I-Net und damit verändertem Kommunikations- und Interaktionsverhalten (stärkere Virtualisierung und Individualisierung) sowie veränderten Lebensanforderungen auch noch andere Faktoren in Frage (und es können ja auch mehrere gemeinsam "wirken", beim Einen mehr und beim Anderen weniger).
Was für Faktoren könnten das denn noch sein? Sooo viele fallen mir da nicht ein. Veränderte Moralvorstellungen und eine etwas stärkere "Lustfeindlichkeit" wäre prinzipiell naheliegend. Das würde ich aber - selbst für die USA - eher ausschließen. "Verbal" sind die Millenials und iGens ja deutlich offener als die Generationen vor ihnen, selbst in den USA.
 

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wie meinst Du das? Spielst Du auf Dating-Plattformen, Tinder, Joy-Club etc. an?
Auch, aber nicht nur, sondern auch jede andere Internetplattform, über die man kommunizieren, sich kennenlernen und treffen kann - was z.B. auch auf Hobbyforen zutrifft. Das Internet ist auch einfach mal ein riesiger Interaktionsraum, um Leute zueinander zu bringen. Ich glaube kaum, dass sich das einseitig negativ auf die Sexualfrequenz auswirkt.
(Es gibt übrigens auch eine US-Studie von 2012, die feststellt, dass Teenager mit Smartphones mehr Sex haben als Teenager ohne Smartphones. :zwinker: )
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer161012 

Verbringt hier viel Zeit
Dein Link funktioniert nicht. Hier ist der "richtige":
Generation Y: Das bisschen Sex
Aus diesem Artikel hatte ich ja den Hinweis auf die aktuelle Studie, die ich zwei Posts über Deinem gepostet habe.
Danke fürs Re-Posten! :smile:

Mit den Zuständen und Umständen in den USA sollten wir die west-europäischen Gesellschaften nicht direkt vergleichen, finde ich. In Amerika spielen eine überzogen Prüderie genauso eine Rolle wie eine extreme Kommerzialisierung von Sexualität, und damit meine ich nicht unbedingt die Porno-Szene, sondern das vorherrschende Körperbild. Obwohl die dickste Gesellschaft in der Welt ist der Körperkult dort am ausgeprägtesten. Kaum ein nicht "körperlich optimierter" Promi in den Medien...ich denke, diese Diskrepanz zwischen eigener Erscheinung und öffentlichem Wunschbild ist nirgendwo so krass (und individuell so einschüchternd/frustrierend) wie in den USA.

Insofern finde ich die Aussagen eines hierzulande praktizierenden Therapeuten auf Basis seiner Klientel doch insgesamt treffender als eine Studie, deren Parameter wir nicht genau kennen und die sich auf einen anderen Kulturkries bezieht.

Ansonsten finde ich deine Schlussfolgerungen - für Paare - absolut zutreffend.

Was das Liebesleben von Singles angeht, bin ich eher bei Ahlers. Die leichte Verfügbarkeit von I-Sex (also in erster Linie Solo-Befriedigung) ist umso viel einfacher. Und wenn einmal geschehen, fehlt die Motivation nochmal rauszugehen...zumindest für diesen Abend.
(ich kenne das ja auch von mir: ONS käme niemals in Frage, um sich kurzfristig abzuregen...das Problem ist ja nur, dass aus einem nicht zustande gekommen ONS auch keine längere Beziehung werden kann. Internet und Smartphones machen uns zu sozialen Trotteln)
[doublepost=1497375129,1497374169][/doublepost]
Das Internet als "Schuldigen" anzunehmen, halte ich für zu kurz gedacht. Wie viele Menschen hätten wohl ohne Internet signifikant weniger Sex...?
Meiner Meinung nach verkennst du dabei die Tatsache, dass dies nur auf einen kleinen Teil der Menschen zutrifft.
Wie viele daten und tindern nicht übers Net? Ich denke, die meisten, auch jungen Menschen suchen sich keine echten Sexualkontakte via Internet. Dies mag hier im Forum etwas anders und nicht repräsentativ sein.
[doublepost=1497375270][/doublepost]
Das Internet ist auch einfach mal ein riesiger Interaktionsraum, um Leute zueinander zu bringen.
Zu aller erst bleibt es doch beim Internetkontakt, rein virtuell.
Meine Kids spielen ständig mit "Freunden" online, davon kennen sie allerdings vielleicht nur 5 % im realen Leben. Dies eine optimistische Schätzung.
[doublepost=1497375598][/doublepost]
(Es gibt übrigens auch eine US-Studie von 2012, die feststellt, dass Teenager mit Smartphones mehr Sex haben als Teenager ohne Smartphones
Aber eben im Schnitt immer noch weniger als die Teens vor 20 Jahren.
Ein Smartphone bedeutet heute ja (leider?) ein Must-Have, um überhaupt als Mensch wahrgenommen zu werden. Trifft auf Teenager noch mehr zu als auf Ältere. Da die Erreichbarkeit nur noch über Smartphone und entsprechende social Networks funktioniert, ist das die "conditio sine qua non", um Kontakt zu knüpfen und Sex zu haben. Aber leider reicht vielen eben der virtuelle Kontakt. Oder es bleibt bei der Vielzahl der WhatsApp und Facebook-Nachrichten keine Zeit mehr, sich über einen etwas längeren Zeitraum nur um eine Person intensiv zu kümmern.
Und ich sage das, obwohl ich in der Branche tätig bin.
 

Benutzer71015 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Meiner Meinung nach verkennst du dabei die Tatsache, dass dies nur auf einen kleinen Teil der Menschen zutrifft.
Wie viele daten und tindern nicht übers Net? Ich denke, die meisten, auch jungen Menschen suchen sich keine echten Sexualkontakte via Internet. Dies mag hier im Forum etwas anders und nicht repräsentativ sein.
Man muss im Netz nicht "daten", um potentielle Partner kennenzulernen. Wer sich im Netz bewegt, lernt Menschen kennen, auch abseits dieses Forums. Es ist nicht das erste, in dem ich aktiv bin und die anderen hatten absolut nichts mit Sex zu tun. Man muss im Netz nicht nach Sexualkontakten suchen, um welche zu finden.
Es addiert sich einfach zu den anderen Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen.

Zu aller erst bleibt es doch beim Internetkontakt, rein virtuell.
Meine Kids spielen ständig mit "Freunden" online, davon kennen sie allerdings vielleicht nur 5 % im realen Leben. Dies eine optimistische Schätzung.
Ich weiß nicht, wie alt deine Kinder sind, aber natürlich ist das "zuerst" rein virtuell, wenn man Kind/Jugendlicher ist und keine guten Möglichkeiten hat, jemanden real zu treffen (weil Geld fehlt, weil Eltern es nicht erlauben, ...)
Das ändert sich ganz schnell, sobald man mehr Freiheiten hat.

Ich kenne die Gründe nicht, warum Teenager in den USA heute weniger Sex haben und kann auch nur raten (zunehmende konservative Strömungen, zunehmender Stress, allgemein zunehmende Sexualisierung, natürliche Regulation der menschlichen Population..?) Ich bin aber sehr sicher, dass es nicht großflächig am Internet liegt.
 
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