Jobinterview: Gegenseitiges Kennenlernen

Benutzer8402 

Verbringt hier viel Zeit
Wenn man zu einem Interview bezüglich eines neuen Jobs eingeladen wird, ist dieses Treffen ja sicher nicht nur dazu da, damit der Arbeitnehmer ausgefragt wird. Sicher hat man da selbst auch etliche Fragen.

Ist es legitim bzw. angebracht, Fragen zu stellen, die sich außerhalb der Jobaufgaben bewegen und eher Richtung Arbeitsumgebung und -klima gehen?

Also zB fallen mir da typische Fragen ein:

- Ist Gleitzeit möglich?
- Wieviel Urlaub gibt es bzw. ist möglich?
- Wie sehen die täglichen Kernarbeitszeiten aus?
- Wie sieht das Überstundenmodell aus?
- Welche Aufstiegschancen habe ich?
- Gibt es Bonuszahlungen / Erfolgsbeteiligungen?
- Mit wievielen Leuten arbeite ich in einem Raum?
- Gibt es eine Klimaanlage?
- Gibt es Essensmarken für umliegende Restaurants oder sogar eine eigene Kantine? Gibt es eine eigene Küche?
- Gibt es eine Dusche? (gar nicht so blöd die Frage, denn bei uns sind einige mit dem Rad unterwegs)
- Darf ich auf meinem Arbeitsrechner selber Software installieren? Gibt es Restriktionen beim Internetzugang?

Noch weitere Fragen die mir eingefallen sind:

- Bietet die Firma Weiterbildungen an für die Mitarbeiter?
- Gibt es Ruheräume/Regenerationsräume oder Mehrzweckräume zum Entspannen?
- Gibt es einen Park oder Hof?



Wirken diese Fragen aufdringlich/unangebracht oder nicht?

Was ich mir denke ist: wenn ich Fragen zu dem Job stelle (Arbeitsweise, Aufgaben, Einsatzgebiete etc.) wird das sicher jeder Arbeitgeber begrüßen. Aber wie wirkt es, wenn dann solche Fragen auftauchen?

Für mich können einige Antworten schon auch letztendlich ausschlaggebend sein.

Danke :smile:
 

Benutzer8402 

Verbringt hier viel Zeit
Die Fragen sind teilweise berechtigt. Es kommt halt darauf an, wie man sie stellt.

Na klar :smile: Die Fragen würd ich nicht so direkt stellen wie ich sie geschrieben habe, sondern höflich formuliert aber eindeutig.


Wie würdest du reagieren, wenn du eine Reinigungskraft (um ein Beispiel zu nennen) suchen würdest, und die fragt: "Gibt's in der Wohnung auch 'ne Klimaanlage?"?

Schlechtes Beispiel, ich hab 3 Klimaanlagen daheim :zwinker: Aber gut, ich verstehe was du meinst.

Nur um die Frage zu relativieren: wenn man in der Großstadt im Sommer bei 35 Grad im Schatten in einem Großraumbüro sitzt mit einem dutzend Computern und genausoviel Mitarbeitern, und das 8 Stunden am Tag, dann ist das einfach eine sehr belastende Umgebung.

Da kann so eine Frage schon berechtigt sein.


Genauso wie mit dem Internetzugang bzw. der Software. Es gibt Unternehmen, die haben so restriktive Anweisungen, dass man nicht mal mp3-Player oder andere Software installieren darf.

Ein nicht personalisierter Arbeitsplatz ist ebenfalls sehr belastend und wirkt sich laut Studie auch negativ auf die Arbeitsleistung aus.

Sowas ist mir unheimlich wichtig. Die Frage ist eben, ob man sich die Chance auf ein zweites Interview verbaut, wenn man das anspricht.

Dass er die nicht für Umme bekommt, weiß er auch, aber dennoch möchte er wenig Geld dafür ausgeben und am liebsten jemanden haben, der einfach nur abnickt und arbeitet.

Naja, deswegen seh ich ja ein Interview auch so an, dass auch ich den Arbeitgeber kennenlernen will :smile:
 

Benutzer18780 

Geheimdienstchef
ich denke schon, dass die fragen legitim sind. zumindest habe ich einige davon auch gestellt.

gehalt, urlaub, essen, umfeld etc.

du kannst auch fragen, ob du eine kurze rundführung durch die firma haben kannst, um dir einen eindruck zu verschaffen.

ich finde, das zeugt von intresse, und du hast auch die möglichkeit, dir arbeitsplatzbedingungen etc anzusehen.
 

Benutzer8402 

Verbringt hier viel Zeit
Du nennst den MP3-Player. Wir müssen nichtmal ein Großraum-Büro nehmen, nur fünf Leute. Jeder spielt seine Musik. Erstens macht das jeden wahnsinnig, zweitens lässt sich der Wahnsinn nur mittels Kopfhörer eindämmen und drittens sind Kopfhörer nicht sonderlich dienlich, wenn man im Team arbeitet.

Es geht mir darum, dass jeder seine eigene Musik hören darf. Das ist nicht in jeder Firma so. Und dass man Kopfhörer verwendet, ist Voraussetzung.

Im Gegensatz dazu machen mich Büroradios geradezu wahnsinnig.

Wichtig ist mir eben die Möglichkeit, mich auf meinem Arbeitsplatz frei zu entfalten.
Für die Teamkommunikation sind Kopfhörer überhaupt nicht hinderlich. Wenn jeder ständig durch den Raum brüllt ist das doch auch nicht gerade rücksichtsvoll für die anderen, da geh ich doch zu demjenigen hin und rede mit ihm persönlich. Ansonsten verwenden wir zB Instant Messenger, damit geht vieles schneller und stört die anderen nicht.

Ich geh nur von meinem aktuellen Arbeitsumfeld aus, und da möchte ich keinen Rückschritt machen.

Als Gegenbeispiel: Ich werd doch auch nicht bei einer Firma arbeiten, die mir bei gleichen Bedingungen weniger zahlt als vorher :zwinker:


Versetz dich einfach in folgene Situation: Du möchtest kein Geld ausgeben, willst die Eierlegendewollmilchsau und keine Störungen im Betriebsablauf. Und vor genau diesem Hintergrund formulierst du deine Fragen.

Ich werd die Fragen sicherlich schonend gestalten, aber kuschen werd ich vor dem Arbeitgeber nicht. Sonst gibt das im Endeffekt vielleicht böse Überraschungen, wenn man nicht alle Unklarheiten vorher ausgeräumt hat.

Man könnte die Fragen zB so formulieren:

"Wie läuft in ihrem Betrieb die Teamkommunkation ab?"
"Welchen technischen Standard erfüllen ihre Büroräume?"
etc.

Es heißt ja nicht umsonst "Arbeit-Geber" und "Arbeit-Nehmer"... Natürlich gibst du auch was, aber du hast an der Stelle leider die schlechteren Karten.

Geben und Nehmen gestalten sich gleichermaßen. Ich bewerbe mich ja nicht nur bei einem Arbeitgeber, genausowenig, wie der Arbeitgeber nur eine Kraft anwirbt.


du kannst auch fragen, ob du eine kurze rundführung durch die firma haben kannst

Das ist sicher eine gute Idee :smile:
 
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