jeah geschafft --> gedichte vergleich

Benutzer30700 

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jeeeeeah jipppie und juhuuuuu....hab meine erste und schlimmste abiklausur hinter mir...hatte ich ja gestern schon von erzählt, mit dem blöden arschlochdeutschlehrer....

übrigens bin ich froh das ich nix gelernt hab....es kam nich eine einzige der lektüren dran....

wir hatten zwei vorschläge, einmal ne rede analysieren und dann mit anderen autoren vergleichen zum them sprache (fiel weg für mich da keine anderen autoren gelernt)
zweiter vorschlag gedichte vergleich. des hab ich genommen.
also ich schreib dir hier ma rein und vllt kennt sich da ja wer mit aus, bin nur so neugierig was man hätte schreiben können :zwinker: aber hab n ganz gutes gefühl....

also beide gedichte sollten interpretiert werden, wobei auf das erste mehr gewicht zu legen war, das zweite eher im hinblick auf eben einen vergleich. dann noch schreiben wie einen die gedichte als leser des 21. jhd erreichen

1. Andreas Gryphius

"An die Sternen"

Ihr Lichter / die ich nicht auff Erden satt kann schauen /

Ihr Fackeln / die ihr Nacht und schwartze Wolcken trennt

Als Diamante spilt / und ohn Auffhören brennt;

Ihr Blumen / die ihr schmückt des grossen Himmels Auen:


Ihr Wächter / die als Gott die Welt auff-wolte-bauen;

Sein Wort die Weißheit selbst mit rechten Namen nennt

Die Gott allein recht misst / die Gott allein recht kennt.

(Wir blinden Sterblichen! was wollen wir uns trauen!)


Ihr Bürgen meiner Lust / wie manche schöne Nacht

Hab ich / in dem ich euch betrachtete / gewacht?

Herolden diser Zeit / wenn wird es doch geschehen


Daß ich / der euer nicht allhir vergessen kan /

Euch / derer Libe mir steckt Hertz und Geister an

Von andern Sorgen frey werd unter mir besehen?

2. rainer kunze

der himmel

schirm der schirme, geschmückt
mit vögelzügen

stück für stück
trennen wir heraus
aus der blauen seide


edit: ach so, noch wichtig sind wohl die jahreszahlen. gryphius etwa 1646, kunze 1933
 

Benutzer18636  (37)

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dann drück ich dir die dauemen das es was wird ;o) ich schreib deutsch erst am 12. und ich kann entwieder ne erörterung machen (wovon ich keinen plan machen weil wir jetzt kein pro und kontra machen was wir bisher nur hatten) oder eine gedichtsanalyse


mal sehen wie das wird
 
R

Benutzer

Gast
also ich find ein steigende (ascendierende?) erörterung sogar einfacher als eine dialektische, da man zu einem thema ja oft EINE meinung hat. klar fallen einem auch kontraargumente bzw. proargumente (je nach position) ein, allerdings finde ich ist es einfacher ein einseitiges thema von mehreren seiten zu beleuchten, sowas wie "geld regiert die welt" oder so, da kannste einfach massig drüber schreiben.

inv_
 

Benutzer30650 

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Beides schöne Gedichte! Nur, die Welt mit den Augen des Andreas Gryphius zu sehen, wird uns wohl (leider?) nicht mehr zuteil :smile:
 

Benutzer30700 

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Santa schrieb:
Beides schöne Gedichte! Nur, die Welt mit den Augen des Andreas Gryphius zu sehen, wird uns wohl (leider?) nicht mehr zuteil :smile:


meinste damit das das alles voll überaltet is? wär supi, hab ich nämlich geschrieben :zwinker:
aber kann sich nich wer mal kurz äußern?? besonders bei dem von kunze...
 

Benutzer30650 

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Also, ich würde is kurz gesagt so interpretieren, dass das erste Gedicht die Sichtweise der Romantiker repräsentiert, die in den Sternen, auch der Nacht, noch etwas Geheimnisvolles sahen, etwas Mystisch-Göttliches, dass sich von der diesseitigen Welt abhebt. Die Sehnsucht, aus der diesseitigen(unfreien, von Konventionen geprägten) Welt zu fliehen, und in das Geheimnisvolle, Freiheit verheißende der Sternennacht einzutauchen, könnte, wie es in Gryphius' Gedicht zum Ausdruck kommt, nach dem Tod verwirklicht werden.

In dem zweiten, modernen Gedicht wird diese Thematik, ohne sie direkt zu benennen, aufgenommen. Es besagt ein wenigen Worten, wie in der heutigen Welt, in der die Wissenschaft immer weiter voranschreitet, Stück für Stück aus dem Mysterium des damals unbegreifbaren herausgeschnitten wird, und uns die Möglichkeit, ein verträumt-romantisches Weltbild zu bewahren, genommen wird. Der Himmel ist nurmehr ein "Schirm"; ein schöner Seidenschrim zwar, aber doch nur ein Material, das begreifbar ist und zerstörbar. Gryphius wäre wahrscheinlich entsetzt gewesen über dieses Gedicht :zwinker:
 

Benutzer30700 

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gut, das mit der umweltzerstörung hab ich auch so gesehen...und beim ersten hab ich noch was mit dem vanitasgedanken geschreiben, also gedenken des todes, weil da steht ja was mit wir blinden sterblichen...und barockzeit war ja immer gedenke des todes, nutze den tag
 

Benutzer30650 

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Ja, den Vanitas-Gedanken findet man im ersten Gedicht insofern wieder, als das lyr. Ich die eigene Sterblichkeit in Kontrast zur Unvergänglichkeit der Sterne setzt.
["Als Diamante spilt / und ohn Auffhören brennt;"]
(Symbol des Diamanten)

Im zweiten Gedicht ist dann alles, selbst der Himmel vergänglich; Gott hat seinen "Sitz" dort nicht mehr, und niemand findet dort sein Jenseits, nachdem seine Zeit auf Erden vergangen ist.
 
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