Ist die Menschheit wirklich am Ende?

Benutzer173251 

Öfters im Forum
Genau darauf würde ernsthafter Klimaschutz aber hinauslaufen. Der freie Welthandel, sorgt nicht nur für noch nie dagewesenen Wohlstand, sondern ist auch Klimakiller Nr. 1.
Es wird immer nur auf Leute und Dinge gezeigt, die einen selber nicht betreffen. Nimm zB die Dieseldiskussion: Auch ein 20 Jahre alter Traktor, der in Deutschland zur Apfelernte übers Feld tuckert, verursacht nichtmal einen Bruchteil der Emisionnen, die das Containerschiff austößt, dass die Bio-Fair-Trade Avocados anliefert. Den Traktor müssen wir ersetzen, weil Umweltschädlich... aber auf die Avocados können wir nicht verzichten. Ob du jetzt mit einem SUV oder einem Fahrrad zum Supermarkt fährst, um Waren zu kaufen, die einmal um die halbe Welt geschippert wurde, macht in der Gesammtbilanz keinen Unterschied.
Das ist mal wieder der Klassiker in der Diskussion. Guess what: Ich kaufe auch keine Avocados. Nennt sich konsequent sein. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich was an Lebensqualität verliere, bloß weil ich auf die Gaucamole verzichte. Aber ja, auch ich kaufe mal eine Ananas. Mal. Eben weil ich der Meinung bin, dass man was für's Klima tun kann, ohne tiefe Einschnitte im Leben haben zu müssen. Darum nehme ich mir selten mal eine Ananas mit, weil ich Ananas liebe. Dafür bleibt sie 9 von 10 Mal, wenn ich Lust drauf habe, im Regal stehen. Weil ich vor dem Kauf immer darauf achte, wann mein letzter Cheat Day gewesen ist.

Und was würde nun deiner Meinung passieren, wenn der Großteil der Bevölkerung auf den Kauf von Avocados verzichten würde? Meinst du ernsthaft, dass dann noch immer so viele Tanker mit den Avocados in Deutschland einschiffen würden? Angebot und Nachfrage?

Und den Quatsch mit SUV oder Fahrrad meinst du nicht ernst, oder? Das ist so der Fehler Nummer 1 in solchen Argumentationen. Du rechnest hier mit einem einzelnen SUV. Es gibt aber nicht nur einen einzelnen Menschen in Deutschland, der einen SUV fährt. Ebenso wenig wie es nur einen einzelnen Menschen in Deutschland gibt, der eine Dieselschleuder fährt. Die Menge macht es. Sagt dir exponentielles Wachstum etwas?
 

Benutzer173440  (34)

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wenn man es auf alle menschen, die diese wahl haben, ausweitet - dann macht es am ende, über die zeit gesehen, doch einen unterschied.
Nein. Es macht keinen Unterschied, der am Ende irgendetwas bewirkt.
Die Fahrt mit dem Fahhrad, statt mit dem Auto, zum Supermarkt, um Waren zu kaufen, die "einmal um die Welt" transportiert wurden, macht in der Gesamtbilanz weniger als ein Pomille der Emissionen aus. Damit rettet man das Klima nicht- auch dann nicht, wenn alle mitmachen.
Um das Klima zu retten, müsste der Weltweite CO2-Außstoß drastisch reduziert werden. Und das ginge nur, wenn man die gesamte Transportkette umweltfreundlicher gestalten würde. Die lezten paar Meter retten das Klima dann auch nichtmehr.
 

Benutzer173251 

Öfters im Forum
Um das Klima zu retten, müsste der Weltweite CO2-Außstoß drastisch reduziert werden. Und das ginge nur, wenn man die gesamte Transportkette umweltfreundlicher gestalten würde. Die lezten paar Meter retten das Klima dann auch nichtmehr.
Das stimmt, aber du vergleichst einfach Äpfel mit Birnen. Es ist schlichtweg falsch zu sagen, dass ein einzelner am Klima nichts ändern kann. Denn dazu gehört eben auch, keine bzw. erstmal auch einfach deutlich weniger Waren zu kaufen, die über den halben Globus verschifft werden müssen. Und würde jeder einzelne das tun, dann würden die Waren auch nicht mehr über den Globus verschifft werden. So einfach ist das. Natürlich hilft es dem Klima nur dann, wenn es die große Menge macht. Aber jeder von uns ist Teil der großen Menge. Und damit kann man durchaus als Einzelner einen Unterschied machen. Das ist die direkte, logische Implikation daraus. Wenn nur der Großteil mitmachen würde. Aber dafür ist der Großteil eben zu ignorant. Oder weiß eventuell auch einfach nicht, was sie dem Klima mit dem Kauf solcher Waren antut.
 
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Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Naja, ich denke, das war nur etwas ungeschickt ausgedrückt.
Das soll jetzt nicht als "aber das muss man zuerst!" missverstanden werden.

Aber was man im Sinne eines nachhaltigen Klimaschutzes natürlich auch - nicht zuerst, nicht ausschließlich, aber eben auch - tun müsste, wäre definitiv ebenso, die Konsummöglichkeiten einschränken. Dass irgend ein Markt sich selbst regulieren würde, ich denke, so naiv, das zu glauben, kann keiner sein. Und da müssen wir nichtmal bis China oder Südamerika gehen, da reicht auch der Blödsinn, der innerhalb der EU abläuft.

Ich mein, spanische Erdbeeren sind schon lecker, keine Frage. Aber muss es die echt im März in jedem Supermarkt geben? Müssen für so einen Luxus-Schnickschnack Flugzeuge von Spanien nach Deutschland fliegen? Muss es ganzjährig frische Tomaten geben?

Und was natürlich dringend überarbeitet werden müsste - und dazu bräuchte es die internationale Gemeinschaft - ist das Seerecht. Denn ist gut und schön, wenn Deutschland seine Klimaziele schaffen würde nd wär definitiv ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Wenn aber gleichzeitig Kreuzfahrtschiffe ohne jegliche Filteranlagen - weil angeblich zu teuer, nicht weil technisch nicht machbar - Schweröl verbrennen und durch internationale Gewässer tuckern, bringt das auch nix. Von den riesigen Frachtkähnen ganz zu schweigen.
Da find ich ehrlich gesagt schon ironisch, wenn Hamburg wegen schlechter Luftwerte über Fahrverbote für Autos nachdenkt, wenn nachweislich die schlechteste Luft von wegen und Feinstaub vom Hafen her kommt.
 

Benutzer173251 

Öfters im Forum
Dass irgend ein Markt sich selbst regulieren würde, ich denke, so naiv, das zu glauben, kann keiner sein.
Ich würde das weniger naiv als als realitätsfern bezeichnen. In der Theorie würde sich der Markt selbst regulieren, wenn die Menschen an einem Strang ziehen würden. In der Praxis ist es aber (derzeit) nicht möglich, weil die Menge der Menschen, die beim Kauf von Waren sich entweder keine Gedanken darüber machen, wie klimaschädlich der Verkauf dieser Ware ist, es schlichtweg nicht weiß, oder es bewusst ignoriert, weil "der Einzelne eh keinen Unterschied machen kann", einfach (noch) viel zu groß ist. Das ist halt das blöde am Konjunktiv II.

Ich würde es eher als naiv bezeichnen darauf zu hoffen, dass wir irgendwann den Zustand erreichen werden, dass sich der Markt selbst reguliert. Darum müssten auch dringend entsprechende Regulationen verabschiedet werden. Aber bis die kommen...
 

Benutzer173440  (34)

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Das ist mal wieder der Klassiker in der Diskussion. Guess what: Ich kaufe auch keine Avocados. Nennt sich konsequent sein.
Bist auch so konsequent, dass du die CO2-Bilanz für dein Leben mal durchgerechnet hast? Und kaufst deshalb keine Waren, die vom anderen Ende der Welt kommen?
Das Umweltbundesamt bietet einen CO2-Rechner an. Damit kann man seine eigene Klimabilanz mal grob überschlagen lassen... für die meisten Menschen eine durchaus erschreckende Erkenntnis.

Ich habe nicht das Gefühl, dass ich was an Lebensqualität verliere, bloß weil ich auf die Gaucamole verzichte.
Häng dich nicht so sehr am Obst und Gemüse auf, die Avocados waren nur ein Beispiel. Wenn du auf alles, oder auch nur die hälfte deiner Sachen verzichten würdest, die umweltschädlich sind... das sind Einschränkungen, die du nicht machen willst.
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Denn ist gut und schön, wenn Deutschland seine Klimaziele schaffen würde nd wär definitiv ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Deutschland und Klimaziele... schönes Beispiel dafür, wie man es nicht macht. Bis jetzt hat die Energiewende nur dafür gesorgt, dass sowohl die Strompreise, als auch der CO2-Ausstoß kräftig steigen.
Wenn Deutschland so weiter macht, brauchen wir und über Klimarettung keine Gedanken mehr zu machen.
 

Benutzer173251 

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Bist auch so konsequent, dass du die CO2-Bilanz für dein Leben mal durchgerechnet hast? Und kaufst deshalb keine Waren, die vom anderen Ende der Welt kommen?
Das Umweltbundesamt bietet einen CO2-Rechner an. Damit kann man seine eigene Klimabilanz mal grob überschlagen lassen... für die meisten Menschen eine durchaus erschreckende Erkenntnis.
Ja, habe ich, nein, die ist nicht im grünen Bereich, aber ja, die ist deutlich besser als der Durchschnitt. Und das ist dann eben dieses Schwarz-Weiß denken, das mich in diesem Thema so stört.
Obwohl ich nicht im grünen Bereich bin, liege ich weit besser als der Durchschnittsdeutsche. Kein Auto, nicht jedes Jahr ein Urlaub mit Flugzeug (und wenn, geht es auch nicht an das andere Ende der Welt), nur max. alle 5 Jahre ein neues Smartphone, nachts und vor dem Ausgehen konsequent alle Geräte vom Strom nehmen, etc.. Läge der Durchschnitt in meinem Bereich, würde es mit dem Klimawandel langsamer vorangehen. Das wäre ja dann schon mal ein Anfang. Die Zeit, die wir durch eine Verlangsamung der Erderwärmung gewinnen würden, könnte man dann dazu nutzen, bessere, umweltfreundlichere, grünere, usw. Lösungen für unser Leben zu finden. Die Forschung schläft auch nicht.

Wir müssen den Klimawandel nicht von heute auf morgen abstoppen. Ihn zu verlangsamen wäre allein schon ein gewaltiger Gewinn.
 

Benutzer164664 

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Naja, ich denke, das war nur etwas ungeschickt ausgedrückt.
Das soll jetzt nicht als "aber das muss man zuerst!" missverstanden werden.

Aber was man im Sinne eines nachhaltigen Klimaschutzes natürlich auch - nicht zuerst, nicht ausschließlich, aber eben auch - tun müsste, wäre definitiv ebenso, die Konsummöglichkeiten einschränken. Dass irgend ein Markt sich selbst regulieren würde, ich denke, so naiv, das zu glauben, kann keiner sein. Und da müssen wir nichtmal bis China oder Südamerika gehen, da reicht auch der Blödsinn, der innerhalb der EU abläuft.

Ich mein, spanische Erdbeeren sind schon lecker, keine Frage. Aber muss es die echt im März in jedem Supermarkt geben? Müssen für so einen Luxus-Schnickschnack Flugzeuge von Spanien nach Deutschland fliegen? Muss es ganzjährig frische Tomaten geben?


Genau das denke ich auch. Als ich ein Kind war, gab es diese Dinge schlichtweg einfach gar nicht und hey, das haben wir nicht nur überlebt, sondern das war gar kein Problem. Die Menschen werden dazu erzogen, dass alles ständig in unerschöpflichen Mengen zur Verfügung steht und das fühlt sich mittlerweile vertraut an, Smartphone sei Dank. Bald werden nur noch Generationen existieren, die das überhaupt nicht anders kennen. Ob sich dann noch etwas ändern wird?
 

Benutzer2610 

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Um das Klima wirklich zu retten, müsste man auf alle Vorteile einer globalisierten Welt verzichten... aber das will niemand, nichtmal die grünsten der Grünen.
Exakt. Und deshalb glaube ich auch nach wie vor dass eine Klimawende auf Basis der Reduzierung des pro Kopf-Verbrauchs nicht funktionieren kann und wird, die Menschen (mich explizit eingeschlossen) sind nicht bereit die dafür nötigen Einschnitte in Kauf zu nehmen.
Wesentlich wahrscheinlicher dürfte es sein dass ein (Groß)Teil der Menschheit untergeht, für den Rest reichen die Resourcen dann aus - bis es erneut crashed.
 

Benutzer161456 

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Exakt. Und deshalb glaube ich auch nach wie vor dass eine Klimawende auf Basis der Reduzierung des pro Kopf-Verbrauchs nicht funktionieren kann und wird, die Menschen (mich explizit eingeschlossen) sind nicht bereit die dafür nötigen Einschnitte in Kauf zu nehmen.
Wesentlich wahrscheinlicher dürfte es sein dass ein (Groß)Teil der Menschheit untergeht, für den Rest reichen die Resourcen dann aus - bis es erneut crashed.

Da könntest du wirklich recht haben.
Nur bringt diese Erkenntnis uns bzw. unserer Generation (am Vorabend der Katastrophe) herzlich wenig.

Es geht um unseren persönlichen Arsch.
 

Benutzer2610 

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Nur bringt diese Erkenntnis uns bzw. unserer Generation (am Vorabend der Katastrophe) herzlich wenig.
Ich finde schon dass das etwas bringt. Mit der Erkenntnis dass eine Katastrophe unabwendbar ist lebt es sich wesentlicher leichter als wenn man beständig erfolglos versucht dagegen anzukämpfen.
 

Benutzer173251 

Öfters im Forum
Ich finde schon dass das etwas bringt. Mit der Erkenntnis dass eine Katastrophe unabwendbar ist lebt es sich wesentlicher leichter als wenn man beständig erfolglos versucht dagegen anzukämpfen.
Ich finde, damit macht man es sich nur sehr einfach. Eine Katastrophe wird kommen, aber was schadet es durch Anpassung des eigenen Lebensstils die Katastrophe hinauszuzögern? Damit auch die jüngste Generation noch was von diesem Leben hat?

Ich find's im Übrigen sehr interessant, dass immer nur vom Stopp der Klimaerwärmung die Rede ist. Niemand geht darauf ein, was ich weiter oben geschrieben habe: Warum versuchen wir nicht, die Klimaerwärmung zu verlangsamen, um Forschung und Wissenschaft mehr Zeit zu geben? Warum muss man immer nach dem Motto "Ganz oder gar nicht" argumentieren?
 
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Benutzer2610 

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Nenne es von mir aus zynisch, ich nenne es realistisch und ehrlich :smile:
 

Benutzer44476 

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Nenne es von mir aus zynisch, ich nenne es realistisch und ehrlich :smile:
Nenne es wie du möchtest, dadurch wird es weder realistisch noch bist du ehrlich, nicht einmal zu dir selbst. Viel mehr glaube ich das es dir scheiß egal ist und das hat nichts mit irgendwelchen Daten, Recherchen oder überhaupt etwas mit der ganzen Sache hier zu tun.
 
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