Ist die klassische Ehe ein Auslaufmodell?

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Benutzer

Gast
Ich frage mich schon seit einiger Zeit ob die Ehe im klassischen Sinne nicht ein Auslaufmodell aus alter Zeit ist.

Das Gelöbnis, jemanden bis zum Lebensende zu Lieben und bei ihm zu bleiben, scheint mir in einer Zeit, in der neue Kontakte und Möglichkeiten an der Tagesordnung stehen kaum noch Hand und Fuß zu haben. Wie kann man noch wissen, dass man nicht jemandem anders begegnen wird bei dem es mehr "klikt"? Ist es dann nicht besser sich nur auf eine Partnerschaft mit längerer Zukunftsaussicht zu einigen, einer "Lebensabschnittspartnerschaft"? Fast jede Zweite Ehe wird geschieden...
Oder ist gerade die Ehe in so einer Zeit DAS Modell für ein ideale Beziehung?

Was meint Ihr?
 

Benutzer42813 

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Natürlich funktioniert Ehe und ich werde auch heiraten! Und ewige Treue versprechen - und es in dem Moment genauso meinen.

Und trotzdem ist die Ehe als ein Modell von vielen schon nicht mehr das, was sie ursprünglich mal sein sollte, nämlich gegenseitige unauflösbare Abhängigkeit einer Versorgungsgemeinschaft. Und das finde ich auch ganz gut so.

Partnerschaft, das was man heutzutage als Grundlage einer modernen Ehe sieht, gibt es auch ohne Trauschein. Den Trauschein möchte ich mehr wegen dem schönen Kleid irgendwann und wegen dem Besitzdenken - dann kann ich endlich sagen "das ist meiner" nicht nur "Mit diesem Menschen teile ich mein Leben".

Besitzdenken ist natürlich nciht unbedingt was schönes...
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Schon Ende der 50er und in den 60ern hat man das Ende des traditionellen Ehebildes vorhergesagt, aber kein anderes Modell konnte sich bewähren. Also nein, ich glaube nicht, dass die Ehe ein Auslaufmodell darstellt. Nur die Bezeichnung der Ehe wird sich ändern (müssen. Im 19. Jahrundert hatten wir Geldehen - Die Frau war finanziell vom Mann abhängig und der Mann brauchte die Frau für die Hausarbeit. Heutzutage haben wir die Liebesehe. Im Notfall kann sich die Frau scheiden lassen und finanziell auf eigenen Beinen stehen, während der Mann den Haushalt schmeißen kann, wenn er muss. Weder Geld noch Liebe alleine reichen also. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt.
 
L

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Gast
Ehe ist das, was man draus macht. Auch in einer ledigen Partnerschaft muss man für die Liebe "arbeiten" und ich hätte gern mal eine Statistik über Trennungen.
 

Benutzer78066  (43)

Sehr bekannt hier
Die Ehe ist für mich kein Auslaufmodell. Im Laufe der Zeit hat sich wohl der Zweck mehr geändert ... von der Absicherung mehr zur Liebe .... flame hat was schönes gesagt: "mit diesem Menschen teile ich mein Leben" ... wobei dieses für mich weniger mit Besitzdenken zu tun hat ...

Für Partnerschaft ob mit oder ohne Trauschein muß man etwas tun ... selten kommt was von alleine ... und bleibt für immer so.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Nein, ist kein Auslaufmodell. Das Modell ist nur etwas modifiziert. Und wer nicht gerade kirchlich heiratet, verspricht auch nichts, was er nicht halten kann.

Davon abgesehen glaube ich aber auch, dass sich die klassische Ehe immer mehr an den neuen Modellen orientieren wird. Bei der eingetragenen Lebenspartnerschaft ist beispielweise nur von gegenseitiger Fürsorge die Rede und nichts anderes ist eine Ehe auch. Wenn es jemand schriftlich braucht, dass er geliebt wird, kann er sich einen Liebesbrief schicken lassen...
 
S

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Gast
Ich hab sie die letzten Jahre nicht vermisst und werde sie auch in Zukunft nicht vermissen!
Ende
Over and Out
 

Benutzer78066  (43)

Sehr bekannt hier
Dieser Satz von mir bezog sich aber auf Beziehung, nicht auf Ehe!

Habe ich gelesen, daß Du es auf Beziehung bzw. Partnerschaft bezogen hast ... und du hast das trotzdem schön gesagt ... sehe ich ja genauso, bzw. ich würde ihn für mich auch auf Ehe übertragen können, daß man aus dem Unverbindlichen etwas Verbindliches macht. Nicht im Sinne "das ist meiner" (für Besitzstand/Außenwirkung) ... sondern mehr für uns.
 

Benutzer42813 

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Habe ich gelesen, daß Du es auf Beziehung bzw. Partnerschaft bezogen hast ... und du hast das trotzdem schön gesagt ... sehe ich ja genauso, bzw. ich würde ihn für mich auch auf Ehe übertragen können, daß man aus dem Unverbindlichen etwas Verbindliches macht. Nicht im Sinne "das ist meiner" (für Besitzstand/Außenwirkung) ... sondern mehr für uns.

Ja, irgendwie so was ist es wohl...

Stimmt schon.

Wobei meine Mutter ja sagte: "Wenn etwas verbindlich wird, verliert ihr die Freiheit, euch immer wieder aufs Neue bewusst füreinander zu entscheiden und nehmt euch irgendwann für selbstverständlich"

Das ist wohl tatsächlich der Grund, warum so viele Ehen, aber auch längere Beziehungen scheitern.
 

Benutzer65590 

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Wenn man bedenkt, dass es das Lebensmodell "Single", inzwischen sogar deutsch als "Singel", vor 50 Jahren so noch nicht gegeben hat - heute ist es hingegen für junge Menschen eher die Norm - dann muss ich sagen: die Ehe ist, global gesehen, in der westlichen Kultur eher auf dem Rückzug, ja.

Sie ist aber weiterhin der Maßstab einer Beziehung und für viele Menschen auch sicherlich ein Fernziel. Ich würde aber behaupten, dass "die" Ehe, also "bis dass derTod uns scheidet", inzwischen ein absolutes Auslaufmodell, ja fast schon eine Illusion, geworden ist.

Da die Faustregel gilt, dass moralische Institutionen dem moralischen Zeitgeist ein bis zwei Generationen hinterherhängen, würde ich schätzen, dass, wenn die gesellschaftliche Entwicklung so weiter geht wie bisher, die Ehe in 2 Generationen schon eher die Ausnahme als die Regel geworden ist.
Andererseits ist die zukünftige Entwicklung der westlichen Gesellschaft nur sehr schwer zu prognostizieren. Es ist recht wahrscheinlich, dass wir aufgrund kommender Krisen bald eine konservative Wende erleben werden, und dass würde natürlich zu einer Wiederbelebung der Lebensform "Ehe" führen.
 

Benutzer49007  (34)

Sehr bekannt hier
Die Ehe wird wohl nie ein Auslaufmodell sein, nur schon weil es kein Ersatz dafür gibt. Nein ist wie schon mal gesagt wurde modifiziert worden aber mehr wohl auch nicht.
 
C

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Gast
So wie sie jetzt momentan funktioniert (Von staatlicher Seite her) ist sie nicht nur ein Auslaufsmodell, sondern auch eine Diskriminierung. Der Staat erkennt hier de facto keine polyamorösen Liebesbeziehungen an und ist sogar verboten. Das Konstrukt muss sich anpassen, damit auch diese Lebensweisen völlig in die Gesellschaft integriert werden können.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Ehe allgemein als Auslaufmodell würde ich persönlich jetzt nicht so sehen. Im Gegenteil: Wenn ich mich so in meinem Umfeld umschaue, gibt es da durchaus Leute, die einfach so heiraten und manchmal habe ich auch das Gefühl, dass das sogar ziemlich populär ist, sich gegenseitig Ringe an die Finger zu stecken.

Auch die Sache mit dem Scheidungen sehe ich jetzt als kein echtes Argument gegen die Popularität der Ehe an, da wie gesagt doch einige Menschen gewillt sind und scheinbar noch einen Sinn darin sehen.

Ob man der Sache nun selbst etwas abgewinnen kann, ist eine andere Frage... :zwinker:
Ob und unter welchen Bedingungen eine Ehe "Sinn" ergibt, auch, wobei diese höchstwahrscheinlich mit der ersten zusammenhängt.
 

Benutzer44072 

Sehr bekannt hier
Die Ehe ist meiner Meinung nach kein Auslaufmodell. Sie ist schon längst überholt.

Aber die Ehe ist nach wie vor sehr beliebt, nicht in ihrer eigentlichen Funktion, sondern wie altes Gebrauchsgut mit dem niemand etwas mehr anfangen kann, was man aber als Schmuck an die Wand hängt oder in die Vitrine stellt. Sieht halt schön aus und hat was von "guter alter Zeit".

Beziehungen werden heute von Gefühlen und Romantik geprägt. Das hat natürlich ohne Frage auch Vorteile, aber mit der Ehe ist das nur bedingt vereinbar. Die heutige Ansicht von Liebe als ein Gefühl was vom Partner hervorgerufen wird, macht ein Versprechen auf lange Sicht gar nicht möglich. Die unsinnige Formulierung "er ist der Richtige :herz:" verdeutlicht das sehr gut. Menschen sind höchst veränderliche Lebewesen in einer sich ständig ändernden Umwelt und Gesellschaft. Wenn er also (jetzt) der Richtige ist, kann man leicht eine Million drauf verwetten dass er nach ein paar Jahren der Falsche sein wird. :grin:

Dass die Ehe romantisiert wird und Gefühle ausschlaggebend sind, verhindert natürlich auch das sie an aktuelle Gegebenheiten angepasst wird. Es soll ja nur ein festlicher Rahmen für die Inszenierung der Gefühle geliefert werden. Gefühle sind sehr schnell wandelbar und kurzlebig, können also wohl kaum die Basis für etwas langfristig stabiles sein.
 

Benutzer9556 

Meistens hier zu finden
ich sehe den sinn der ehe nicht, zusammensein kann ich auch so mit meiner partnerin. zum glück sieht sie das auch so :smile:
 

Benutzer76802  (30)

Verbringt hier viel Zeit
Wie kann man noch wissen, dass man nicht jemandem anders begegnen wird bei dem es mehr "klikt"? Ist es dann nicht besser sich nur auf eine Partnerschaft mit längerer Zukunftsaussicht zu einigen, einer "Lebensabschnittspartnerschaft"?

Ach und deswegen sollte man also nicht heiraten? Das sowas von schwachsinnig. Du kannst niemals, aber wirklich niemals wissen ob etwas für immer ist.

Deswegen nicht zu Heiraten wenn man sich liebt und es beide wollen, halte ich schlichtweg für unnötig.
Wenn sich beide lieben und sie sich heute einig sind, das sie für immer zusammen bleiben wollen. Dann sollten sie auch Heiraten, ob man dann auch für immer zusammen ist, ist was ganz anderes und es kann immer mal nicht klappen. Aber nur weil es nicht klappen könnte, heißt das ja nicht, das es nicht funktionieren kann.

Außerdem gibt es so viele Möglichkeiten, wenn beide kein Problem mit haben aber auch noch andere haben wollen, als nur sich selbst kann man sich auf eine Offene-Ehe einigen, in denen der Partner auch mit anderen schlafen kann wenn er will.

Die ehe ist nichts was ausläuft, sondern etwas das sich nur verändert hat.

LG ViolaAnn
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich halte die Ehe überhaupt nicht für ein Auslaufmodell.
Ganz im Gegenteil: zumindest ich sehe die Ehe als eine Möglichkeit, gewisse Sicherheiten für die Gründung einer Familie zu bekommen...

Und auch lebenslange Beziehungen sind für mich kein Auslaufmodell. Eine Beziehung in der nicht die Aussicht darauf besteht, dass sie lebenslang dauern könnte und in der das nicht Beide wollen, würde ich überhaupt nicht eingehen.
Und gerade wenn es mal an die Gründung einer Familie geht, finde ich es extrem wichtig, dass es sich um eine dauerhafte Partnerschaft und nicht um eine "Lebensabschnittspartnerschaft" handelt. - Einfach schon im Interesse der Kinder.
 
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