Ist das Elternhaus wirklich schuld an allen Problemen?

Benutzer119774 

Benutzer gesperrt
Hallo ihr!

Ich habe echt jede Menge Defizite und Probleme im Leben.
Ich bekomme privat nichts mit Freundschaften und Beziehungen auf die Reihe, habe viele Schwierigkeiten im Berufsleben.

Für jedes meine Defizite hat man mir eine Begründung genannt (überwiegend von Bekannten), deren Ursache immer in der verkorksten Erziehung durch meine Eltern liegt. Demnach haben sie gar nichts richtig gemacht!

Also:
- ich bin introvertiert und verträumt
Begründung: da meine Eltern mir keine Liebe und Zuwendung gegeben haben, habe ich mich in die eigene Welt zurückgezogen. Habe mir eine Fantasiewelt zurechtgebastelt.

- ich bin nicht einfühlsam und kann mich nur schwer in andere hineinversetzen
Begründung: Meine Eltern hatten nie Mitgefühl und haben mich nie getröstet.

- ich bin naiv und kann die Absichten anderer Menschen nur schwer erkennen
Begründung: eine schwere Kindheit fördert Naivität. Ich habe nie gelernt, meiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen, weil mir die Sichtweisen meiner Eltern förmlich aufgezwungen wurden. Notfalls mit Gewalt.

- ich lache in unangemessenen Situationen (früher mehr als heute)
Begründung: Unsicherheit, weil ich zu Hause nie meine Gefühle zeigen durfte.

- ich habe Veränderungsängste
Begründung: Meine Eltern wollten immer, das alles so bleibt, wie es ist. Nur dann war alles gut. Eigenständiges Handeln und Veränderungen waren nicht erwünscht.

- ich bin nicht spontan
Begründung: Meine Eltern haben mir vorgelebt, dass jeder kleine Schritt genau im voraus geplant werden muss.

- ich bin nicht belastbar
Begründung: Meine Eltern haben mir zu viel abgenommen. Ich musste (durfte) ja nicht mal mein eigenes Zimmer sauber halten.

- ich bin nicht bindungsfähig und bin oft gern allein
Begründung: Meine Eltern haben mir eine besch... Ehe vorgelebt.

- ich bin zu ehrlich zu anderen
Begründung: Meine Eltern haben Geschrei gemacht, wenn mal eine Notlüge von mir herauskam.

- ich bin nicht selbstbewusst und nicht durchsetzungsfähig
Begründung: Meine Eltern haben mich mit ihrer Erziehung klein gemacht und mir ihren Willen aufgezwungen.

Außerdem habe ich Konzentrationsschwierigkeiten und bin sehr langsam.

Ich bin erst 27 und sehe mein Leben schon als verpfuscht an.
Ich könnte eine Therapie machen, nur wie soll man so viele Defizite aus einem Menschen herausbekommen?
Fühle mich nicht in der Lage, einen normalen Alltag zu bewältigen!

Ist es wirklich so, daß meine Eltern an allem schuld sind?

Traurige Grüße,
Soleja
 
S

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Gast
Schuld ist so ein hartes Wort, aber ja, für viele Dinge kann man die Eltern verantwortlich machen. Ich finde den Begriff "Schuld" deshalb schwierig, weil es sich so anhört, als wäre Absicht mit im Spiel gewesen. Die meisten Eltern meinen es schließlich gut mit ihren Kindern, handeln aber ungünstig (oder gar nicht), weil sie es oftmals nicht besser wissen (und auch selbst eigene Defizite in ihrer Kindheit erlebt haben).

Wichtig für die Zukunft ist aber ein ganz anderer Aspekt: Ungeachtet Deiner Vergangenheit hast Du die Chance, Deine gegenwärtige Situation zu verbessern. Auch wenn Du schlechte Erfahrungen gemacht hast, heißt das nicht, dass alles verpfuscht ist oder dass Du ein schlechter Mensch bist. Du verfügst über Ressourcen, die es zu aktivieren gilt :smile:

Ich empfehle Dir, Dich vertrauensvoll an einen Therapeuten/eine Therapeutin zu wenden, um eine bessere Grundlage für Deine Zukunft zu schaffen.
 
S

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Gast
Och, ich kann schon verstehen, dass Soleja traurig ist und so ein Gefühl kann man auch ruhig mal zulassen.
 
S

Benutzer

Gast
Selbst wenn, nur du bist daran schuld wenn es so bleibt.

Es tut mir leid, aber mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich so etwas lese. :zwinker: Ja, jeder ist für sich selbst verantwortlich, aber auch hier ist "Schuld" ein zu hartes Wort. Es kann nun mal verdammt schwierig sein, sich zu ändern, vor allem, wenn es a) so viele Bereiche gibt, die es zu beackern gilt und b) wenn man schon als Kind Versäumnisse erlebt hat.

Also, ich würde nicht so hart urteilen, sondern versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Und selbst wenn man es nicht schafft, in jedem Bereich zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen, so hat man doch nicht versagt (denn genau das impliziert "Schuld"). Ich mag diese negative Sichtweise nicht.

Ich kann nur dringend dazu raten, sich an einen Fachmann zu wenden, irgendwelche (Foren)binsenweisheiten helfen hier nicht weiter, sondern nur eine fundierte Psychotherapie :smile:
 
G

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Gast
Natürlich färbt das Elternhaus auf dich ab, und natürlich machen deine Eltern auch mal Fehler - es sind eben auch nur Menschen. Was ich jedoch nicht machen würde, ist meine Eltern für irgendwas verantwortlich machen, was dir an deinem Leben nicht passt. Erstens verschwendest du deine Zeit dadurch, weil dich das nicht weiterbringt. Zweitens tust du deinen Eltern nicht gut, falls du ihnen so etwas vorwirfst. Und drittens versinkt man dadurch meist sehr schnell in Selbstmitleid, was meistens einen auch hemmt irgendwas zu ändern. Es ist irrelevant, wer an etwas schuld ist, wenns dir nicht passt - ändere es.
 

Benutzer121414  (36)

Sorgt für Gesprächsstoff
Wie sagt man, Selbsterkenntnis ist ein Weg zur Besserung. Zuerst fällt mir auf, dass du allesn nur Negativ siehst und für alles sollen die Eltern Schuld sein. Allgemein kann man ziemlich viel den Eltern vorwerfen. Wie soll ich es sagen. Den jüngen Leute von heute bringt man bei, wie man Sex hat, wie man sich kleidet, wie man sich verhält, nur keiner sagt den Leuten, wie man als Eltern die Kinder aufziehen soll. Welche Werte man den Kindern einflößt und wie man die richtig liebt und ihnen Liebe zeigt.
Dein eigentliches Problem liegt darin, dass du zu sehr über deine Schwächen sprichst und wahrscheinlich darüber nachdenkst. Du hast deinen breiten Blickwinkel nur auf dich gerichtet und denkst, dass es viele Kinder gibt, aber mit dir ist man am Schlimmsten umgegangen. Ich muss dir leider verraten, dass alle von uns irgendwie "krank" sind. Du bist nicht allein.Das soll dich vielleicht etwas beruhigen.
Nun, wenn dir deine Elter nicht gut tun. Dann solltest du dich von Ihnen vernhalten. Ich teile dir gerne mit, dass du ein "UNABHÄNGIGES WESEN" bist. Du bist niemanden was schuldig!!! Wieso??? Weil niemand, absolut niemand hat dich gefragt, ob du auf die Welt kommen willst oder nicht, also kann dir auch niemand aufzwingen, wie du zu leben hast.
Ich weiß leider nicht welchen Einfluß deine Eltern immer noch auf dein Leben haben aber zuerst musst du Schritt nach Schritt dich von dem Negativen befreien. Wenn deine Eltern immer noch dich unterdrücken, dann solltest du die ignorieren. Die verstorbene Lady D. sagte mal: " Wenn Ihr eine starke Persönlichkeit zerstören möchtet, dann isoliert und ignoriert diese!" D.h., wenn du merkst, dass es wieder kochend zu Hause zu gehst, geh raus, an die frische Luft etwas spazieren, sprich weniger mit Ihnen, beschränke dich auf das Nötigste! Niemand hat das Recht dir das Leben schwer zu machen.
2. Denk nicht, handle, wenn du dich wieder beim Träumen erwischst, so kannst du es eine Weile tun aber dann ist Schluß. Du kannst dein Leben nur verändern, indem du es anpackst. Und denk positiv. Du kannst dich nicht von heute auf Morgen verändern, aber schrittweise schaffst du es. Ich gebe den leuten immer den Tipp, gute Dinge aufzuschreiben. Positive Dinge motivieren einen. Was ist z.B. positiv an deinem Beitrag, nämlich, dass du dir deiner Situation bewusst bist und bereits die Initiative ergriffen hast es zu ändern.
3. Du denkst, dein Leben ist schon vorbei, NEIN. Es hat vielleicht heute angefangen. Die Zeit ist das, was man daraus macht. Wenn du zu Hause sitzt und vor sich hinträumst, wird sich GAR NICHTS ÄNDERN. D.h. raus aus den Wänden ins Park, in die Stadt. Kauf dir Psychologie Bücher, setz dich ins Cafe und lese. Du wirst dich und deine Umwelt besser verstehen können. Du musst loslassen, dich befreien und zu Hause ändert sich nichts. Ändere deine Gewonheiten. Du sagst, du hast Konzentrationsschwächen? Soweit ich weiß verbessern Vollkornprodukte die Konzentration und die sind gesund. Gehe regelmäßig um die selbe Uhrzeit schlafen. Du musst dich physisch auspowern, weil man danach einen freien Geist hat und besser denken kann.
4. Was die Veränderungsängste angeht, so betrachte diese kleine Veränderungen oben als Therapie. Sie tun dir nur gut. Es ist keine bittere Pille. Es bedarf kleiner Anstrengung und Geduld.
5. Du bist nicht gern allein. Niemand ist gern allein. Wieso? Wenn du gern allein wärst, würdest du auch diesen Beitrag hier nicht schreiben. Belüge dich nicht selbst. Das darfst du nicht.
6. Veränderungsangst hast du auch nicht. Du hast nur Angst, dass es dir zu viel wird und du vielleicht es nicht schaffst, wie sonst alles (wie oben ). Du hast Angst deine Prinzipien und deine Luftschlösser aufzugeben, weil es einige der wenigen Dinge sind, die dir wichtig sind.


Hab nicht die Zeit um mehr zu schreiben
 

Benutzer54458 

Verbringt hier viel Zeit
Ist es wirklich so, daß meine Eltern an allem schuld sind?

Kurz und bündig: nein.
Natürlich wird man durch die Kindheit, die Eltern, die Erziehung geprägt. Aber man ist trotzdem ein eigenständiger Mensch, und irgendwann ist man erwachsen - und dann hat man sein Leben selbst in der Hand. Alles auf die Eltern zu schieben, damit macht man es sich zu leicht.
Ich kenne selbst Menschen, die wirklich keine einfache Kindheit und Jugend hatten, wo es daheim bis zum Psychoterror ging. Die sind trotzdem heute glücklich und haben ihr Leben auf der Reihe.
Wenn Du meinst, Du schaffst es nicht allein, dann mach eine Therapie. Nimm Dir nicht vor, alles auf einmal zu ändern, sondern eins nach dem andern. Fang mit dem Defizit an, unter dem Du am meisten leidest und welches Dich am meisten stört.
 

Benutzer98042 

Verbringt hier viel Zeit
Ich finde man muss hier differenzieren - denn viele der von dir genannten Eigenschaften oder vielleicht auch anerzogenen Verhaltensweisen bringen nicht nur Nachteile oder negative Aspekte mit sich, sondern abhängig von der Situation in jedem Fall auch mancherlei Vorteile. Es gibt ein tolles Model mit dem ich im Coaching arbeite, wobei man einzelne Eigenschaften betrachtet. Und ein besonderes Merkmal finde ich auch bei dir sehr zutreffend: "zuviel des Guten"; zu ehrlich sein überschreitet beispielsweise manchmal Grenzen bei Mitmenschen - ist aber prinzipell eine gute Eigenschaft, denn niemand möchte einen Lügner zum Freund haben, wo man jeden Satz anzweifeln muss. Auch ist nicht spontan sein reine Ansichtssache: denn Struktur, Verlässlickeit und Organsation sind postive Eigenschaften, die man dem gegenüberstellen kann.

Aus der virtuellen Ferne liest es sich so, als würde es dir in manchen Dingen vielleicht einfach an Fingerspitzengefühl und der richtigen Dosierung fehlen um deine Stärken bewusst einzusetzen, sodass nicht zuviel des Guten wird, wie beispielsweise zu ehrlich zu sein oder zu naiv zu sein. Und dieses Gefühl erlernt man zu einem gewissen Teil sicherlich von seiner äußeren Umwelt - und damit sind vorwiegend Eltern, aber auch Freunde, Familie und das weitere Umfeld gemeint.

Ganz spontan würde ich sagen, dass es an deinem Blickwinkel und Selbstbewusstsein liegt. Du verfügst augenscheinlich aus meiner Sicht über sehr viele Ressourcen, von denen du im Alltag, sowohl im Beruf als auch privat profitieren könntest. Aus deinem Blickwinkel heraus, nimmst du das als negative Eigenschaften oder Züge von dir wahr. Vielleicht, weil du dich oft mit anderen vergleichst? Oder schon auf Feedback in dem Bereich bekommen hast? Da kann sicherlich auch die Erziehung deiner Eltern eine Rolle spielen - aber du hast die Chance für dich deine Talente und Ressourcen zu nutzen und auszubauen, denn alleine in deinem Text oben finde ich zahlreiche tolle Eigenschaften!

Vielleicht ist eine Therapeutin der richtige Weg für dich um an Selbstvertrauen zu gewinnen und deine Stärken kennenzulernen, aber auch um deine eigen Wahrnehmung und die Sicht auf deine Eltern nochmal zu überprüfen. Aus der Ferne kann ich nicht beurteilen inwiefern da welche Erziehungsmaßnahmen zu welchen Effekten geführt haben, und doch glaube ich, dass du über viele Ressourcen verfügst - vielmehr positive als du selbst glaubst! Vielleicht fragst du mal gezielt deine Freunde nach positiven Eigenschaften oder was sie an dir mögen um dich selbst zu bestärken. Oder lege eine Liste an mit Dingen, die dir selbst an dir gefallen. Was magst du besonders? Was unterscheidet dich von anderen?

P.S. Um nochmal konkret auf deine Frage zurück zu kommen: meiner Ansicht nach ist das Elternhaus nicht grundsätzlich verantwortlich für alle Probleme. Es prägt, formt und trägt einen Menschen, du hast Eigenschaften und vielleicht auch Charakterzüge deiner Eltern geerbt, aber du bist eigenständig. Ein eigener Mensch. Mit Gefühlen, Wünschen, Talenten und Schwächen. Und ich glaube, dass man aus seinem geformten Käfig auch ausbrechen kann; das ist bei manchen Menschen vielleicht früher als bei anderen und bei dem einen mehr von Nöten als bei dem anderen - aber du bist nicht deine Mutter und auch nicht dein Vater. Sondern du selbst.
In jedem Fall wünsche ich dir alles Gute auf deinem Weg!
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Diese küchenpsychologischen Begründungen irgendwelcher Leute würde ich an deiner Stelle nich nicht all zu ernst nehmen...

Aber eigentlich ist es doch auch ziemlich egal, wer nun an was schuld ist oder nicht...
Fakt ist offensichtlich, dass du Probleme hast, die dir das Leben schwer machen... und diese gilt es irgendwie in den Griff zu bekommen, um ein möglichst schönes Leben führen zu können.
Möglicherweise kann dir eine Therapie auf diesem Weg helfen, sofern du auch wirklich etwas an deiner Situation ändern willst und du nicht nur irgendwelche Schuldige (wie eben in diesem Fall deine Eltern) als Rechtfertigung dafür suchst, die Probleme überhaupt nicht anzugehen.
 

Benutzer65976  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo Nadeschda,

deine Erziehung mag ursächlich für viele Problemen sein, aber darf keine willkommene Ausrede sein, an deinen Defiziten nicht zu arbeiten. Die meisten Menschen die beschissen erzogen wurden, bekommen dennoch ein vernünftiges Leben auf die Reihe. Das sollte auch dein Ziel sein.
 

Benutzer65590 

Beiträge füllen Bücher
Diese küchenpsychologischen Begründungen irgendwelcher Leute würde ich an deiner Stelle nich nicht all zu ernst nehmen...

Genau das. Die meisten der Dinge, die deine Eltern tun oder getan haben, habe ich bei meinen Eltern auch erlebt, und trotzdem habe ich mich fundamental anders entwickelt. Klar prägen uns die Erfahrungen unserer Kindheit, aber was wir daraus machen, hängt wohl noch von ein paar anderen Faktoren ab.

Für dich bedeutet dies: komm` bitte gar nicht erst in die Versuchung, dich in einer Opferrolle zu sehen und es dir dort bequem zu machen! Klar kann das verlockend sein, denn es ist vielleicht einfacher, anderen die Schuld zu geben. - De facto wird dir das aber nicht bei deinen Problemen helfen, die tatsächlich wohl eine Vielzahl anderer Ursachen haben.

Ein guter Therapeut würde dir übrigens vermutlich dasselbe sagen; monokausale Problemanalysen sind eben nur was füe die Küchenpsychologie.
 

Benutzer96776 

Beiträge füllen Bücher
Naja...
Ob du dir das nicht etwas zu einfach machst?
Klar, für vieles sind schon die Eltern verantwortlich wenn was in der Erziehung schiefgelaufen ist.
Denn man nimmt sie ja doch als Vorbild als Kind und schaut sich vieles von ihnen ab.
Und klar ist es schwer, es dann nochmal zu ändern und als Erwachsener anders zu machen aber hey, das ist nicht unmöglich. Ich würde versuchen, an mir zu arbeiten und die Dinge zu ändern, die mir nicht passen.
Wenns ganz schlimm ist auch ne Therapie in Erwägung ziehen.
Es ist DEIN Leben und was du daraus machst, bestimmst als Erwachsener nur du selbst.
Jammern und alles auf die Eltern abwälzen hilft einem auch nicht weiter.
Wie gesagt, klar machen sie auch was falsch - sind schließlich auch nur Menschen und niemand ist perfekt.
Nunja da muss man halt versuchen das Beste daraus zu machen!
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
es kann probleme verursachen (bzw, irgendwelche probleme wirds eigentlich immer verursachen, egal wie es war), aber als erwachsener mensch trägt man selber die verantwortung dafür wie man ist, und die schuld auf die eltern abzuschieben ist dann etwas lächerlich.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Ich denke an dieser Stelle wurden die Wege ganz gut beleuchtet...

Kurz gesagt: Klar können einem die Eltern wahnsinnig viel verpfuschen...

Ich bin gestern über die Seite narzissmus.org gestolpert, wo es um die Dynamik geht, die entscheht, wenn Frauen mit einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung Kinder, in diesem Fall Töchter, haben. Ich kann nur sagen: Aua.

Was man bei der lektüre dieser Seite aber ganz gut lernen kann ist folgendes: Wenn es ein Familienproblem gibt, ist oft ein Elternteil der Auslöser und das Problem oder gar die Krankheit wird vom Partner und sogar tlw. von anderen Kindern mitgetragen. Oft gibt es da ein "goldenes Kind" und einen "Sündenbock". Wobei der Sündenbock die besseren Chancen hat sich aus dem emotionalen Gefängnis zu befreien.

Am Ende ist es so wie ein Unfall auf der Straße. Man wird angefahren und hat eine Verletzung. Sie kann beleibig schwer sein, aber am Ende muss sie heilen, damit man vernünftig weiter machen kann. Damit sie heilt, braucht es Hilfe und Unterstützung, Salben und Behandlungen. Der Fahrer des Wagens ist dabei völlig unerheblich. Du brauchst ihn nicht zum heilen und nicht zum weiterleben. Es ist auch egal ob er das aus Unachtsamkeit oder gar aus Absicht gemacht hat, er spielt erstmal für die Heilung an sich keine Rolle.

Bei einer Heilung gibt es auch verschiedene Schritte, die man durchlaufen muss. Dazu braucht es allem voran erstmal eine DIAGNOSE. Ohne die, wird man gerade bei schwerwiegenden Verletzungen einfach garnicht wissen, ob und wenn ja, wo denn nun die Nadel angesetzt werden muss und welches Medikament hilft und welches eher schadet. Anders als in der Medizin musst du dir deine eigene und persönliche Diagnose am Ende selbst zusammenstückeln. Da du das aber vermutlich nicht alleine schaffen wirst...was schadet da eine Therapie? Vielleicht kommt was nützliches dabei raus? Letztlich können Therapeuten dir auch nur einen Spiegel vorsetzen und du entscheidest was und wieviel du darin siehst.

Gibt es eine Diagnose, dann kann man sich selbst auch Schritte überlegen, wie man vorgeht, damit die Wunde irgendwann nur noch eine Narbe oder bestenfalls eine Erinnerung ist. Auch hier kann ein Therapeut wervolle Tipps liefern. Dazu geht man Schritt für Schritt für Schritt vor. Eine Sache nach der anderen und immer erstmal das nächste Zwischenziel vor Augen halten.

Wenn du das in der Reihenfolge machst und nicht erwartest, dass gleich alles in Ordnung kommt, aber auch nicht gleich vor dem großen Berg zurückschreckst, wirst du irgendwann merken, dass der Gipfel immer näher kommt und mit Sicherheit irgendwann hinter dir liegen wird.
Wenn du jetzt einfach nur Angst vor dem Berg hast, dann kannst du dich auch davor niederkauern und so weiterleben wie bisher. Die Frage ist dabei: Wie groß ist dein Leidensdruck? Willst du da wirklich raus kommen, auch um den Preis, dass es anstrengend und bestimmt unangenehm, vielleicht sogar mal schmerzhaft wird?

Schaffbar ist es, das kann ich dir schonmal vorweg geben.
 
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