Ist das eine Garantie fürs Verletzt-werden?

Benutzer95038 

Benutzer gesperrt
Hallo,

ich muss sagen, ich gehöre zu den Menschen, die nie lange auf jemand sauer sein können und schnell verzeihen. (Bzw. muss man es schon sehr weit treiben, dann bin ich aber auch richtig sauer - und das für eine relativ lange Zeit wenn nicht sogar für immer.)
Jedenfalls ist es mir wichtig, dass es den Menschen in meiner Umgebung gut geht und es kam schon öfter vor, dass ich jemandem, der sich nicht wirklich korrekt mir gegenüber verhalten hat ohne zu zögern geholfen habe.
Das ist auch nicht so, dass ich meine jemandem helfen zu müssen, um z.B. auf eine Freundschaft hinzuarbeiten oder so. Ich finde es einfach wichtig, zu helfen, wenn man kann.

Nun meine Frage: ist eine solche Einstellung nicht irgendwie eine Garantie dafür, sozusagen auf die Nase zu fallen, weil das von vielen ausgenutzt wird?
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
In gewisser Weise schon.
Aber Du mußt nicht zwingend auf die Nase fallen, wenn Du es rechtzeitig entdeckst.

Es ist halt leider immer wieder enttäuschend, wenn man merkt, daß man sich selber fast den "Arsch aufgerissen" hat, und dann doch nichts zurück kommt, wenn überhaupt mal ein kleines Danke, mehr nicht.

Irgendwann wird man patzig oder hilft einfach nicht mehr.
 

Benutzer61622 

Benutzer gesperrt
Wenn das so ist bist du ein Ned Flanders Typ.
Meistens wird Ned immer ausgenutzt
Was fehlt Ned?
Eine gehörige Portion Schneid und sicheres auftreten.

Sei weiterhin nett und helf wo du kannst.
Ich bin genauso. Ich fall auch öfters auf die Nase, aber daran merkt man gut wers nich zu schätzen weiss :smile:
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Hallo,

ich muss sagen, ich gehöre zu den Menschen, die nie lange auf jemand sauer sein können und schnell verzeihen ... Jedenfalls ist es mir wichtig, dass es den Menschen in meiner Umgebung gut geht und es kam schon öfter vor, dass ich jemandem, der sich nicht wirklich korrekt mir gegenüber verhalten hat ohne zu zögern geholfen habe ... Ich finde es einfach wichtig, zu helfen, wenn man kann.

Nun meine Frage: ist eine solche Einstellung nicht irgendwie eine Garantie dafür, sozusagen auf die Nase zu fallen, weil das von vielen ausgenutzt wird?

Ich denke Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft ist ein Charakterzug, auf den man selbst wenig Einfluss hat ... :zwinker: und ich finde, es sind gute Eigenschaften, für die man sich nicht schämen muss.

Sicher gibt es Menschen, die das ausnutzen und sicher kommt man sich dabei manchmal vor wie der Depp der Nation - ich kenne das, bin nämlich auch so ein Mensch mit rotem Kreuz auf dem Buckel und das ich in meinem Leben mal richtig sauer auf jemanden war, kann man einer einer Hand abzählen.

Allerdings setze ich mein früher ausgeprägtes Harmonie- und Helfersyndrom mittlerweile gezielter und sparsamer ein. Man muss und kann nicht jedem helfen und man kann auch mal jemanden endgültig absägen, der warum auch immer meint, mit einem den Trottel machen zu können.

Ich bin auch inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, das man das was man gibt unterm Strich zurück bekommt - nicht unbedingt von der gleichen Person, nicht unbedingt zeitnah, dafür von jemand anderem und irgendwann ... also bin ich froh so zu sein, wie ich bin.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Ich erkenne mich in deiner Beschreibung wieder. Und sicher sind die Chancen höher ausgenutzt zu werden, jedoch ist man meist so gutmütig, dass man noch nichtmal dann das schlechte im Menschen erkennen mag.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn du dich ausnutzen lässt, ist es wohl auch klar, dass du ausgenutzt wirst.
Die Frage ist nur, in wiefern dich das stört und wie weit du dich ausnutzen lässt.

Bei Freundschaften achte ich z.B. nicht wirklich darauf, dass sich das, was man jeweils für den Anderen tut, die Waage hält, sondern ich achte einfach darauf, dass ich mit der Freundschaft zufrieden bin. Das hat bis jetzt immer gut funktioniert, auch wenn es natürlich schon öfters ein gewisses Ungleichgewicht zu meiner Ungungst gab. - Einfach weil ich auch gerne helfe, wenn ich irgendwo helfen kann.
Außenstehende können da vielleicht schon mal den Eindruck haben, man würde mich ausnutzen... aber so lange ich mich selbst nicht ausgenutzt fühle, ist mir das völlig egal.

Allerdings hat das bei mir noch irgendwo gewisse Grenzen. Wenn überhaupt nichts zurück kommt, habe ich auch keine Lust mehr, zu helfen.
So ging es mir z.B. vor einiger Zeit in einem Verein, in dem ich schon lange sehr aktiv war. In vielen Vereinen ist es einfach normal, dass es einige Leute gibt, die sich sehr stark für den Verein einsetzen und überall mit anpacken, wo Hilfe gebraucht wird. Ohne solche Leute funktioniert ein Verein auch einfach nicht und ich hatte wirklich kein Problem damit, so jemand zu sein. Im Gegenteil: Es hat mir lange Zeit wirklich Spaß gemacht.
Als es dann aber irgendwann so selbstverständlich war, dass immer die gleichen paar Leute helfen, dass man nicht mal mehr andere Vereinsmitglieder gefragt hat, ob sie irgendwo helfen könnten, dass man uns nicht mal mehr gefragt hat, sondern nur noch gesagt hat "Hier gibt es was zu helfen." und dass man sich nicht mal mehr bei uns bedankt hat, wenn wir mal wieder eine Veranstaltung trotz katastrophalen Planungsfehlern mit unserem Einsatz gerettet haben, war es mir zu blöd, mir den Arsch für den Verein aufzureißen und ich habe eben immer öfter auch mal Nein gesagt. Selbst dann, wenn ich eigentlich genügend Zeit hatte, um zu helfen.

Fazit: Prinzipiell ist es überhaupt kein Problem, wenn man ein hilfsbereiter und selbstloser Typ ist.
Erst wenn man sich selbst und seine eigenn Bedürfnisse aufgibt und auch dann noch hilft, wenn man sich beim Helfen unwohl, ausgenutzt und verarscht fühlt, weil man einfach nicht Nein sagen kann, wird es problematisch.
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
Nun meine Frage: ist eine solche Einstellung nicht irgendwie eine Garantie dafür, sozusagen auf die Nase zu fallen, weil das von vielen ausgenutzt wird?

Das kann man nicht pauschal beurteilen. Fakt aber ist, dass Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft oft ausgenutzt werden.
Ab welchem Punkt man sich ausgenutzt fühlt, ist allerdings bei jedem anders.

Daher kannst Du nur selbst wissen, ob Du wirklich ausgenutzt wirst oder nicht.

Meine Gutmütigkeit ist frühere oft ausgenutzt worden - deshalb halte ich mich mit der Hilfsbereitschaft etwas zurück bzw. biete Hilfe nur denjenigen an, wo ich mir sicher bin, dass mindestens ein Danke kommt.
 
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