Internet-Pranger, Fußfessel & Co.

Benutzer3277 

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Die Polizeigewerkschaft und einzelne Politiker fordern einen Internet-Pranger (wie in den USA), d.h. im Internet werden alle entlassenen Sexual- und Gewaltstraftäter mit Foto, Adresse usw. veröffentlicht. Außerdem will man die elektronische Fußfessel, damit man immer weiß wo sich der Ex-Straftäter befindet.

Dagegen gibt es heftigen Protest. Der Pranger könnte die benachbarten Bürger verunsichern und zu Lynchjustiz führen. Die Fußfessel kann neue Straftaten nicht verhindern, nur den Täter schneller finden.

Was sagt ihr zu diesen Ideen? Und: Wie sollte man mit Ex-Straftätern (Sexual- und Gewaltdelikte) umgehen, die ihre Haft verbüßt haben?
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Polizeigewerkschaften und Konservative haben eins gemeinsam: Grund- und Menschenrechte interessieren sie nicht.
 

Benutzer30569 

Verbringt hier viel Zeit
Internet-Pranger wird nicht das bringen, was es soll (ja, was soll das überhaupt explizit?). Fußfesseln fände ich prinzipiell schon in Ordnung. Aber verhindern wird das sicher keine Tat.

Das eine nachträgliche Sicherheitsverwahrung nicht stattfinden kann ist ein Armutszeugnis der Politik.
 

Benutzer65590 

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Erstens: der "Internet-Pranger" ist nichts als ein Rückfall in die Vormoderne, in die Zeit vor der durchgesetzten Staatlichkeit. "Wir, der Staat, sind nicht mehr in der Lage, unser Gewaltmonopol aufrechtzuerhalten und für die Sicherheit unserer Bürger zu sorgen, also veröffentlichen wir die Namen der Übeltäter, und hoffen mal, dass die Bürger sich selber um diese kümmern." Sensationell.

Zweitens: gerade erst wieder eine Studie gelesen, nach der etwa 10% aller entlassenen schweren Gewalttäter in erheblichem Maße (sprich: wieder ihm Rahmen einer Gewalttat) rückfällig werden, mehr nicht. Natürlich ist gerade bei Sexualstraftätern jeder Einzelfall schrecklich, aber man darf die generelle Gefahr und die generelle Rückfallquote nicht überbewerten.
 

Benutzer76373 

Meistens hier zu finden
Polizeigewerkschaften und Konservative haben eins gemeinsam: Grund- und Menschenrechte interessieren sie nicht.

Die Grund- und Menschenrechte der Opfer haben die Täter auch nicht interessiert.


Ob es etwas bringt Adressen und oder Fotos zu veröffentlichen weiß ich nicht, man müsste das System ja auch nicht 1 zu1 übernehmen.
Die elektronische Fusfessel halte ich schon für sinnvoll, da die Behörden so zumindest nachvollziehen können, wo sich der betreffende aufhält, bzw. aufgehalten hat.

Außerdem kann es eigentlich nicht sein, dass ich gegen Gesetze verstoße und mich dann hinter selbigen verstecke um mich zu schützen.
 

Benutzer91247 

Sorgt für Gesprächsstoff
@ Fenriswolf

Hi, also wenn ich dich richtig verstehe glaubst du das es für Sexual- und Gewaltstraftäter keine Gnade geben darf. Überleg mal du hast irgendwann mal richtig Mist in deinem Leben gebaut und bereust es wirklich. Ich meine wirklich bereuen. Dann bist du auch bereit meinetwegen 10 Jahre im Knast zu hocken. Ich finde eine angemessene Strafe ist besser durch so einen Internetpranger für sein Leben gebrandmarkt zu sein.
Klar du kannst jetzt sagen die Opfer sind auch für ihr Leben gebrandmarkt.Das stimmt in vielen Fällen aber es gibt auch solche Opfer die ihren Peinigern vergeben haben.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Off-Topic:
Ich dachte erst, es geht um irgendwas mit Bondage / SM :grin:.


Ich finde der Vorschlag ist ein Unding und gehört nicht in eine Gesellschaft die sich bestimmten Grundrechten verpflichtet fühlt.
 

Benutzer76373 

Meistens hier zu finden
@ Fenriswolf

Hi, also wenn ich dich richtig verstehe glaubst du das es für Sexual- und Gewaltstraftäter keine Gnade geben darf. Überleg mal du hast irgendwann mal richtig Mist in deinem Leben gebaut und bereust es wirklich. Ich meine wirklich bereuen. Dann bist du auch bereit meinetwegen 10 Jahre im Knast zu hocken. Ich finde eine angemessene Strafe ist besser durch so einen Internetpranger für sein Leben gebrandmarkt zu sein.
Klar du kannst jetzt sagen die Opfer sind auch für ihr Leben gebrandmarkt.Das stimmt in vielen Fällen aber es gibt auch solche Opfer die ihren Peinigern vergeben haben.

Ich habe das jetzt eher auf Sexualstraftäter bezogen, die ja oft rückfällig werden und bei denen wegsperren für 5 oder 6 Jahre nichts bring. Weil sie danach höchstwahrscheinlich wieder rückfällig werden.
 

Benutzer78489 

Sehr bekannt hier
Die Grund- und Menschenrechte der Opfer haben die Täter auch nicht interessiert.

Es ist aber ein himmelweiter Unterschied, ob ein einzelner Täter die Menschenrechte verletzt (und dafür bestraft wird) oder ob ein Staat die Menschenrechte verletzt.
Auch Täter haben Rechte, was sie getan haben, ist erstmal unerheblich. Oder müssen wir echt nochmal durchkauen, was passiert/passieren kann, wenn man anfängt, die Menschenrechte für einige aufzuheben?
Es geht nicht darum, wer was wie verdient hat oder jemandem irgendein Recht einzuräumen oder zu erlauben, sondern es geht darum, zu überprüfen, ob die Menschenrechte, die grundsätzlich jeder haben sollte, weiterhin gewährleistet sind. Wenn ich einmal mit so etwas aufhöre oder Ausnahmen mache, "reißt" die ganze Geschichte ein. Dann brauch ich keine Rechte für niemanden.

Da sollte man doch lieber daran arbeiten, wie man besser Prävention betreibt oder die Täter später bestraft/behandelt. Wer Vergewaltiger nach 3 Jahren laufen lässt, trotz schlechter Gutachten, usw usf, dann aber Internet-Pranger und Fußfesseln fordert, macht sich mMn lächerlich.
 
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