Internationaler Tag gegen Homophobie - Ist Homophobie in eurem Alltag spürbar?

Benutzer90972 

Team-Alumni
Seit einigen Jahren wird am 17. Mai der internationale Tag gegen Homophobie begangen. In vielen Städten laufen Demos, Gesprächsrunden oder Straßenfeste zum Thema Homophobie.

In einigen Staaten der Welt werden LGBTI people immer noch strafrechtlich verfolgt. In fast allen Ländern Europas ist das heute zum Glück nicht mehr der Fall. Aber wie sieht es im Alltag aus?

Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?
Wie äußert sich das?
Wie reagiert ihr darauf?
Glaubt ihr, dass man so einen Tag braucht?


Ergänzung: Zu diesem Thema gab es im Januar diesen Jahres auch Link wurde entfernt.
 
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Benutzer136760 

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Ich denke schon, dass so ein Tag ein positives Zeichen setzt - aber ob er wahrhaftig was bewirkt, denke ich nicht.
Es müsste ein grundlegendes Umdenken stattfinden und das wird nicht durch so einen Tag bewirkt. Da bräuchte es schon deutlich mehr. Was genau, wird wohl kaum jemand sagen können.

Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?
Mir scheint, dass alle meine (älteren) Verwandten recht viele Vorurteile haben, was das Thema angeht. (Erst kürzlich meinte z.B. meine Mutter: "Sowas gab es früher nicht".) Ich halte mich da meist raus, weil es keinen Sinn hat, da viel zu sagen.
Als schlimm würde ich das aber nicht einstufen.
 
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Benutzer147358  (28)

Sehr bekannt hier
Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?
Ja und ich bin selbst nichtmal lesbisch.

Wie äußert sich das?
Unterschiedlich.
Ich wurde mal von einem potenziellen Partner mit Ekel in der Stimme gefragt ob ich schonmal was mit einem Mädel hatte.
Als jemand einem Kind erklären wollte das es nicht gut ist das gerücht in Umlauf zu bringen jemand würde stehlen kam das beispiel: "Oder wie fändest du es wenn ich rumlaufe und behaupte du wärst schwul" "Was ich bin doch nicht schwul, sag sowas doch nicht!"
...
So direktes: "Schwule sind scheiße" kam noch nicht, eher so unterschwelliges.

Wie reagiert ihr darauf?
Auch unterschiedlich.
Der Typ kam für mich nicht mehr in Frage.
Ich habe klargestellt das es nicht schlimm ist Schwul zu sein im gegensatz zum Stehlen. Vor allem gegenüber einem Kind fand ich das blöd, weil es ja schon suggeriert das es nicht ok wäre wenn er schwul wäre und gerade in dem Alter haben Kinder oft noch garnicht rausgefunden ob sie homo oder hetero sind.

Glaubt ihr, dass man so einen Tag braucht?
Ich weiß nicht ob das so viel bringt. Gegen offen zu Schau gestellter homophobie vielleicht, gehen dieses unterschwellige wohl eher nicht. Da bräuchte es glaube ich einfach mehr vorgelebte Toleranz.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
In meinem Umfeld fällt mir keine ernstzunehmende Homophobie auf.

Meine ziemlich konservative und christliche Oma findet Homosexualität ein wenig seltsam, aber gönnt den homosexuellen Paaren trotzdem ihr Glück. (Sie findet es z.B. etwas seltsam, dass die Enkelin eines Bekannten eine Frau geheiratet hat, aber findet es viel schlimmer, dass andere Leute aus der Verwandtschaft nicht zur Hochzeit gehen wollten, weil sie so ein großes Problem mit ihrer Homosexualität haben.)
Aber das kann ich einer über 80 Jahre alten Frau auch wirklich nicht übel nehmen. :zwinker:

Und dazu kenne ich noch jemanden, der zwar einen schwulen Kumpel hat, aber trotzdem unter deutlichem Alkoholeinfluss immer wieder meint, irgendwelche schwulenfeindliche Witze und Sprüche reißen zu müssen. :rolleyes: Das sehe ich jetzt aber auch nicht als ernsthafte Homophobie, sondern eher als ziemlich bescheuertes Verhalten unter Alkoholeinfluss, was irgendwie auch passt, weil er zwar nüchtern ein netter Kerl ist, aber unter Alkoholeinfluss zum unangenehmen Proleten mutiet.
 
G

Benutzer

Gast
Ich habe bösartige Homophobie noch nicht im Umkreis erlebt. Nur immer mal neckische - hoffe ich...- Kommentare, die aber auch nicht wirklich verletzend waren.
Ich "schwule auch gern mal rum", weil wir´s witzig finden :grin:

Vermutlich würde ich jemanden ungläubig ansehen, wenn man homophobe Kommentare bringt. Dann würde ich ihn/sie echt fragen, in welchem Jahrhundert wir leben:rolleyes:


Schaden tut so ein Tag bestimmt nicht. Aber ich sehe etwas Gutes darin, wenn man den Homosexuellen das Zeichen sendet, dass die Homophobie "bekämpft" wird. Sowas fühlt sich bestimmt erleichtert an, wenn man mal etwas lauter gegen Homophobie vorgeht :smile:
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?
Nein. Und wenn ich mich so zurück erinnere, ist mir das auch in der Vergangenheit nicht wirklich begegnet - zumindest nichts, was ich dahin zuordnen würde.
Aber gut, ich bin da auch recht unsensibel, die Meinung andere interessiert mich im Normalfall nicht.

Wie äußert sich das?
-

Wie reagiert ihr darauf?
Ich habe mich immer gefragt, wie ich darauf reagieren WÜRDE. Vermutlich würde ich das dann aufs Äußerste provozieren, so nach dem Motto: jetzt erst recht. :zwinker:
Ich finde jetzt Homophobie an sich gar nicht so dramatisch. Wenn jemand eine Abneigung gegen Schwule und Lesben hat, dann ist das halt so. Ich muss keinen bekehren, da sehe ich keinen Sinn drin. Der eine mag halt lieber süß, der andere eher deftig.

Glaubt ihr, dass man so einen Tag braucht?
Naja, brauchen... verkehrt isser sicher nicht, wirklich was bringen tut er aber auch nicht.
 

Benutzer36171 

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Ja, ich erlebe homophobe Kommentare häufig. Allerdings bin ich auch für Homophobie "sensibilisiert", sodass mir Dinge auffallen, die andere gar nicht beachtenswert finden würden. Aber natürlich gibt es Unterschied im "Schweregrad" der getroffenen Aussagen. Vieles lässt sich auch als Unbedachtheit einordnen.

Sehr üble Aussagen habe ich leider schon im angeheirateten Verwandtenkreis erleben müssen. (Und es ist sicher kein Zufall, dass die lesbische Kusine ganz woanders lebt und bei Familienfesten selten gesehen wird.)

Wie ich auf Homophobie reagiere, kommt darauf an, in welcher Situation ich sie erlebe und von wem sie kommt. Mit alten Leuten diskutiere ich weniger als mit Menschen in meinem Alter, die es meiner Meinung nach besser wissen müssten.

Ich finde so einen Tag gut, denn er zeigt, dass weiterhin Probleme bestehen und diese angegangen werden müssen. Außerdem gibt es doch für allen Mumpitz einen Tag. :grin:
 

Benutzer111070 

Team-Alumni
Da muss ich gleich wieder an meine Lieblingsdefinition von Homophobie denken (ganz unten im Bild):

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Bei den homophoben Männern, die ich bisher kennengelernt habe, war da in meinen Augen was Wahres dran, eine homophobe Frau unter siebzig ist mir persönlich noch nicht begegnet.

Derzeit begegne ich Homophobie allerdings sowieso zu 99% im Internet, im Offline-Alltag fast gar nicht, abgesehen vom ein oder anderen religiösen Rentner, mit dem eine Diskussion sowieso sinnlos wäre.
Allerdings kenne ich auch nicht viele Homosexuelle und behandle Homosexualität persönlich nach Möglichkeit auch nicht als etwas "Besonderes", sodass ich die Homophobie meiner Mitmenschen vielleicht auch einfach nicht mitbekomme, weil es sich schlicht nicht anbietet, über das Thema zu sprechen.

Mir ist aber klar, dass auch heutzutage noch viel zu viel überflüssige Homophobie existiert, sonst wären "schwul" und "Schwuchtel" keine Schimpfwörter und es kämen bei diversen Umfragen keine solchen Ergebnisse heraus.
Insofern hat ein "Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie" (wieso werden hier eigentlich wieder die Transsexuellen vernachlässigt? :tongue: ) meiner Meinung nach durchaus seine Daseinsberechtigung.
Genau wie meine Vorposter denke ich allerdings, dass wirkliches Umdenken auf anderem Wege stattfindet und stattfinden muss; aber es ist sicher nichts Negatives, in der Öffentlichkeit ein deutliches Zeichen zu setzen.

Was ich noch ganz interessant finde: laut Wikipedia ist der Tag deshalb am 17. Mai, weil genau an diesem Tag im Jahre 1990 die WHO Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel gestrichen hat. Die Jahreszahl kannte ich bereits, aber es schadet nichts, sich nochmal ganz bewusst zu machen, dass Homosexualität erst seit 25 Jahren nicht mehr offiziell als Krankheit gilt - und selbst auf diesem Stand sind ja leider noch lange nicht alle angekommen.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Off-Topic:
Insofern hat ein "Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie" (wieso werden hier eigentlich wieder die Transsexuellen vernachlässigt? :tongue: )
Und erst die nicht-transsexuellen Transgender! :upsidedown: :tongue:


Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?
Ich glaube, es gehört mittlerweile zum Wesen der Homophobie, sich nicht allzu offen zu zeigen, unter anderem da es mittlerweile nicht mehr als salonfähig gilt. Deshalb ist es auch schwer, ihr genaues Maß einzuschätzen. Äußerungen, aus denen man homophobe Tendenzen hinaus hören kann, gibt es dennoch immer wieder mal, seltener sogar klare Ablehnung. Tendenziell sind wohl ältere Generationen "anfälliger", aber das ist höchstens eine grobe Faustformel. Eine deutliche Häufung von Homophobie beobachte ich tatsächlich bei Menschen aus nahöstlichen Kulturen oder aus Osteuropa.

Wie äußert sich das?
Klare Ablehnung gibt es in meinen Augen eher selten (und wenn, dann ist sie meist durch einen kulturellen und/oder religiösen Hintergrund geprägt). Das ist sicherlich schon mal als Erfolg zu verbuchen. Es kommt meist eher unterschwellig daher, z.B. in der Erleichterung, ein Enkelkind sei nicht schwul, ein "kann ich nicht verstehen" (mit eindeutig ablehnendem Tonfall/Gesichtsausdruck), in Zweifeln an der Erziehungsfähigkeit gleichgeschlechtlicher Paare, und natürlich in der negativen Konnotation des Wortes "schwul".

Es läuft auch sehr viel über Äußerungen, die niemanden direkt angreifen, aber für Betroffene sicherlich ein Klima der Verunsicherung und Einschüchterung schaffen können und es ihnen nicht erleichtern, sich innerlich und äußerlich zu outen, weil es diffus trotzdem negativ konnotiert ist und weil man Angst vor den Reaktionen hat. Wobei hier sicherlich an beiden Seiten gearbeitet werden sollte: An den Einstellungen der Gesellschaft, sowie am Selbstbewusstsein der Betroffenen.

Wie reagiert ihr darauf?
Kommt ganz drauf an. Ganz ohne Widerspruch geht es selten über die Bühne, aber das kommt auch immer drauf an. Warum z.B. sollte ich das Thema bis zum Äußersten mit Verwandten ausdiskutieren, die dann eh unsachlich werden oder das weitere Gespräch verweigern? Auch habe ich nicht immer Lust auf den Kampf gegen Windmühlen. Lieber ist es mir, einen kleinen Wink in eine andere Richtung zu geben, der mir wichtig erscheint. Damit verändert man die Welt nicht an einem Tag, aber ich halte es eh für unrealistisch, dass ein Homophober seine Einstellung durch Gegenwind schlagartig ändert. Aber vielleicht bringt man ihn mit gewissen Einwänden zum Nachdenken, und seine Einstellung mag sich nach und nach dennoch ändern.

Glaubt ihr, dass man so einen Tag braucht?
Dazu hab ich keine Meinung. Ich habe ehrlich gesagt noch nie so einen wirklichen Bezug zum "Tag des/der/für/gegen..."-Konzept entwickelt.
 

Benutzer124226 

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Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?
Ja, definitiv. Durch beruflichen Kontakt mit vielen Menschen und dadurch auch längeren und intensiveren Gesprächen kommt das häufiger vor.
Außerdem habe ich einen homosexuellen besten Freund, der mir auch öfters berichtet, was ihm mal wieder passiert ist.

Wie äußert sich das?

Es kommt eigentlich immer nur unterschwellig vor. Viele ältere Patienten reden dann von "Menschen vom anderen Ufer" oder machen ihre Meinung bzgl. des Themas Homosexualität in einem Gespräch mit einem Gesichtsausdruck deutlich. Einige verschweigen aber auch, dass z.B. ein Sohn oder eine Tochter homosexuell ist und schließen den komplett aus den öffentlichen Gesprächen aus. Auf nachfrage, was denn der andere Sohn macht sagen sie dann "der ist anders" und dann wird sofort das Thema gewechselt.
Es kommt aber eigentlich nie vor, dass ganz offen diskriminiert und abgelehnt wird.

Wie reagiert ihr darauf?

Ich gehe da nicht weiter drauf ein. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe vor allem bei der älteren Generation wirklich festgefahrene Denkmuster zu verändern und sie vom Gegenteil zu überzeugen. Da würde ich eh nur gegen eine Wand reden.
Bei Menschen in meinem Alter sage ich dann aber schon deutlich, dass ich einen schwulen besten Freund habe und demonstriere, dass es mir egal ist und das bei mir nicht gut ankommt darüber schlecht zu reden.

Glaubt ihr, dass man so einen Tag braucht?
Im Prinzip finde ich solche Tage an denen an etwas erinnert wird gut. Das macht es vielen Menschen im Alltag nochmal bewusster. Aber mittlerweile gibt es einfach zu viele Tage für irgendwas. Von den meisten bekomme ich gar nichts mit.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
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Off-Topic:
Viele ältere Patienten reden dann von "Menschen vom anderen Ufer"
Hmm, findest du die Ausdrucksweise schlimm? Ich hab das nie negativ assoziiert, und verwende die Formulierung teilweise auch selbst.
 

Benutzer124226 

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Hmm, findest du die Ausdrucksweise schlimm? Ich hab das nie negativ assoziiert, und verwende die Formulierung teilweise auch selbst.
Off-Topic:
Nein, an sich finde ich die Äußerung nicht negativ. Es kommt aber deutlich darauf an, wie sie gesagt wird. Sage ich das mit einem Lächeln, weil ich mich z.B. freue, dass mein bester Freund sich dazu bekennt dann ist das positiv. Aber sagt das jemand mit einem Unterton und dazu vielleicht noch einer abwertenden/ekelnden Stimme ist das ganz schnell negativ. Deswegen bin ich da selbst immer sehr vorsichtig, was die Aussage betrifft und sage lieber Interesse an anderem Geschlecht oder ähnliches.
 

Benutzer38570 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:

Hmm, findest du die Ausdrucksweise schlimm? Ich hab das nie negativ assoziiert, und verwende die Formulierung teilweise auch selbst.
Das resultiert vermutlich aus einer gewissen gutgemeinten politischen Korrektheit - die geht aber in die falsche Richtung. Die meisten Schwulen und Lesben werden kein Problem mit Bezeichnungen wie "vom anderen Ufer", "Schwuler", "Homo", "Schwuppe", "warmer Bruder", "Hinterlader", "Popopieckser", "Nougatshaker" und ähnlichen haben, bzw. verwenden diese selbst. Homophobie zeigt sich meines Erachtens nicht in solchen Begriffen, sondern im Kontext der Verwendung und des übrigen Verhaltens.

Ist so bissel wie bei "Neger" oder "Schwarzer". Ob es den so bezeichneten nun unbedingt so viel bringt, wenn man auf Krämpfe versucht, derartige Bezeichnungen zu vermeiden bezweifel ich ebenso wie bei den "verzauberten Prinzen".
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Das resultiert vermutlich aus einer gewissen gutgemeinten politischen Korrektheit - die geht aber in die falsche Richtung. Die meisten Schwulen und Lesben werden kein Problem mit Bezeichnungen wie "vom anderen Ufer", "Schwuler", "Homo", "Schwuppe", "warmer Bruder", "Hinterlader", "Popopieckser", "Nougatshaker" und ähnlichen haben, bzw. verwenden diese selbst. Homophobie zeigt sich meines Erachtens nicht in solchen Begriffen, sondern im Kontext der Verwendung und des übrigen Verhaltens.

Ist so bissel wie bei "Neger" oder "Schwarzer". Ob es den so bezeichneten nun unbedingt so viel bringt, wenn man auf Krämpfe versucht, derartige Bezeichnungen zu vermeiden bezweifel ich ebenso wie bei den "verzauberten Prinzen".
Im Grunde kann ich mit da anschließen. Aber "Nougatshaker"...? :dizzy:
 

Benutzer141430  (36)

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Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?
Ich finde es wird viel zu schnell mit dem wort Homophobie um sich geschmissen.
Es ist mittlerwiele fast sogar so das man was gegen einen Heterosexuellen menschen haben kann und es ist nur ne Meinung aber hat man dann was gegen einen Homosexuellen, wird man von allen seiten mit dem Wort Homophob beschmissen ^^
Homophobie äußert sich für mich so, dass man allgemein etwas gegen alle homosexuellen menschen hat und das dann im schlimmsten fall auch noch so auslebt, dass man diese physisch oder verbal angeht.

leute die mit begriffen wie "vom anderen Ufer", "Schwuler", "Homo", "Schwuppe", "warmer Bruder", "Hinterlader", "Popopieckser", "Nougatshaker" und ähnlichen (danke fü die copy paste einlage Firebird Firebird :grin:) um sich schmeißen sind nicht gleich homophob oder haben was gegen alle homosexuellen. genauso wenig wie jemand ein rassist ist weil er neger oder kanacke sagt.

ich selbst sagte gelegentlich mal schwuppe, neger oder kanacke und ich hab bestimmt nichts gegen alle ausländer oder alle homosexuellen.

richtige homophobie ist mir im freundeskreis bisher noch nicht begegnet. bei fremden habe ich das jetzt schon ein paar mal miterlebt. zwei mal sogar das die dann von gruppen physisch angegangen worden sind.


Wie äußert sich das?

siehe "Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?"

Wie reagiert ihr darauf?

Ganz unterschiedlich. Bei verbalem angehen schaue ich mir das an und entscheide ob ich was sagen muss. je nachdem wie gut die angegangenen homos selbst mit der situation zurecht kommen. bei den 2 gruppen die angefangen haben die homos rumzuschubsen und anzumachen bin ich dazwischen gegangen.

Glaubt ihr, dass man so einen Tag braucht?
nein
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Habe das noch nicht direkt erlebt. Sehe gerade im Netz viele berufsbetroffene Aktivisten, die immer wieder die Langspielplatte der schlimmen und homophoben Gesellschaft auflegen. Homosexuelle haben meiner Erfahrung nach da ganz andere und gewöhnliche Probleme: Beziehung, Gesundheit, Job etc. - wie alle andere auch.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ein befreundetes Pärchen von mir ist schon mal fast verprügelt worden, weil sie an der Ubahn-Station Händchen gehalten haben. Dass sowas passiert, darf man nicht vergessen. Es passiert zwar zum Glück jetzt nicht so oft, aber immer noch zu oft, und erinnert mich regelmäßig daran, dass die sexuelle Orientierung fremder Menschen andere immer noch so viel provozieren kann, dass diese sich genötigt und berechtigt fühlen, ihre angestauten Aggressionen rauszulassen, Und das finde ich einigermaßen schockierend, denn wie kommt man überhaupt auf so eine Idee, dass mich die sexuelle Orientierung fremder Menschen so wütend machen darf.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie?
Ja, etwa noch im Militär, und dann im Beruf, im Notfalldienst, überhauopt nach 22 uhr. Und von besorgten Eltern. Selber bin ich nicht betroffen, ich gelte auch nicht als homophil. Da genügt es mit einer Freundin zusammen zu sein :grin:

Wie äußert sich das?
eher durch entsprechende Reden, als durch Taten. Ich erinnere mich noch gut, wie mir als Schüler "Kanti-Bett" nachgerufen wurde, und "Fickstute".
Wobei ich jetzt hier nicht die ganzen Theorien entwickeln will, wo und wie Homophobie entsteht.
Eltern machen sich manchmal Sorgen über die sexuelle Orientierung ihrer Kinder. Ein etwas anderer Fall. Hier ist Aufklärung nötig, im oberen Fall nützt sie nichts.

Wie reagiert ihr darauf?
Bei der verbalen Homophobie genügt es manchmal schön nicht drauf einzugehen. Dumme Sprüche einsam verhallen lassen....

Glaubt ihr, dass man so einen Tag braucht?
Natürlich besteht ein Recht darauf. Aber ich bin senr skeptisch. Ich bin eher dafür die sexuelle Orientierung überhaupt als Thema aus der Schusslinie zu nehmen.
Demos gegen Übergriffe und Diskriminierung sind dagegen sehr wichtig. Aber wenn es aktuell ist, nicht als Ritual.
 

Benutzer123446 

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Begegnet euch in eurem Alltag Homophobie? Wie äußert sich das?
Je nachdem, wie man das sieht und bewertet.
Mir begegnet eine teils völlig irrationale Furcht bei Männern, selbst für schwul gehalten zu werden und ich habe mit vielen Jugendlichen Kontakt, die schwul sein als eklig und widerwärtig empfinden. Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund oder ihnen fehlt eine Vaterfigur, sie haben oft Probleme, ein adäquates Männerbild (in einer von Frauen dominierten pädagogischen Umgebung) zu entwickeln.

Als ich selbst jugendlich war, wurde mir in meiner "lesbischen Phase" durchaus eine gewisse Abscheu entgegen gebracht. Später, als ich mit einer Frau zusammen war, gab es eine unangenehme Situation, in der uns Typen aufforderten, doch mal für sie sexuell aktiv zu werden. Das finde ich nicht im eigentlichen Sinn homophob, illustriert aber evtl. auch nochmal die unterschiedliche Wahrnehmung von Schwulen und Lesben.

Wie reagiert ihr darauf?

Ich versuche meist, mit den Jungs zu reden und meine Sicht zu erläutern. Einfach nur ein "Homophobie ist böse!" bringt nichts. Im Unterricht versuche ich, das Thema "nebenbei" mit einfließen zu lassen. Wenn wir über Familien oder Jugendlieben oder so sprechen, dann sind da eben auch Schwule oder Lesben dabei. Wenn wir darüber sprechen, wer im Dritten Reich von den Nazis verfolgt und ermordet wurde, dann werden auch Homosexuelle erwähnt.
Mein Umgang damit ist allgemein der: nicht als "Hauptthema" wählen, nicht an die große Glocke hängen, aber klar gegen diskriminierendes Verhalten Stellung beziehen und nicht tabuisieren.

 
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