Innerer Konflikt: Was möchte ich eigentlich?

axis mundi  

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Ich verliere schnell Motivation und Schwung, wenn ich nicht mehr der beste bin. Keine Ahnung, warum.
Hier ist die Erklärung denkbar einfach: Weil du keine internistische Motivation hast. Du lässt deiner Arbeit nur einen Sinn von außen geben, du selbst hast davon aber eigentlich recht wenig und für die Arbeit selbst kannst du dich scheinbar nicht (mehr) begeistern. Weiter unten schreibst du, deine Arbeit soll helfen, ein Projekt voranbringen, etc., aber auch hier geht es wieder um die Einbindung, um den Sinn dahinter, den du hinter deiner Arbeit selbst nicht zu sehen scheinst.

Aber wo kommen die realistischen Wünsche her? Ich finde weiterhin, dass das die Ursache des Problems ist.
Indem du schaust, wo du wirklich hinmöchtest — dazu gehört auch, realistisch zu schauen, was du brauchst. Wenn du sehr viel Bestätigung brauchst und der beste sein musst, um motiviert zu bleiben, dann suche dir ein Umfeld, indem du brillieren kannst. Nicht der beste zu sein, ist schlichtweg normal, wenn du dich national/multinational oder weltweit bewähren musst — und dauerhaft der beste zu bleiben, ist schlichtweg auch nicht realistisch, denn andere ziehen nach. Andere können auf deinen Erkenntnissen und denen, die vor ihnen da waren, profitieren und so noch weiter kommen und das vielleicht sogar während sie jünger sind. Deswegen ist es wichtig, dass du dich davon etwas löst und etwas suchst, das passt.
Es macht mich glücklich, in einer aufgeräumten Wohnung zu leben oder etwas fertig zu haben. Aber ich bin zu faul. Ich verschiebe es immer. Ich habe wenig Selbstdisziplin.
Du hast andere Prioritäten. Geht mir übrigens auch so: ich mag es gerne aufgeräumt, naturgemäß hat meine Wohnung aber eher den Status „kreatives Chaos“. Was mir geholfen hat, das besser zu händeln, sind zwei Dinge: 1. ich wohne in einer WG; 2. ich habe regelmäßig Gäste. Durch beides habe ich etwas mehr Druck, aufzuräumen und vor allem die Ausrede, das nicht nur für mein ästhetisches Empfinden zu tun :smile: Das wäre mit das Aufräumen leider nicht wert. Da ich aber möchte, dass Menschen sich in meinem Zimmer wohlfühlen und meine WG mich im Chaos versinkend sieht, räume ich also häufiger auf und genieße dann mein schönes Zimmer :smile:
Was du hieraus lernst: Man kann seine Motivation auch umverlagern und „austricksen“.
Wenn man Dinge nur für sich selbst macht, und nur durch die eigene Freude motiviert wird, fehlt doch irgendwie der Mehrwert.
Und wenn du Dinge nur für andere machst, verliert sich jeglicher Mehrwert, wenn keine Anerkennung oder Freude mehr dadurch hervorgerufen werden. Hier gilt es, einen Mittelweg zu finden und auch einen unabhängigen Sinn hinter der Tätigkeit zu sehen.
Mein Erfolgsgefühl bleibt aus, weil ich zu lange Pausen mache. Ich habe wohl Erfolg verspürt, nachdem ich z.B. auf die Post-Klausur-Treffen mit der Lerngruppe gegangen bin. Aber wenn ich innerhalb der darauffolgenden 3 Tage nichts ähnliches mache, verfliegt das Erfolgsgefühl wieder. Man soll sich ja bekanntlich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen.
Dann lass es nicht so lange abreißen — wenn etwas geklappt hat, dann nutze beim nächsten Mal diesen Schub, um direkt weitere Aktivitäten zu finden und zu organisieren.
Ich gebe zu, dass ich wenige Sachen versuche. Aber ich denke viel nach. Ich denke andauernd über meine Situation nach, und wie ich diese verbessern kann. Da spielen die Beiträge hier im Thread eine große Rolle
Nachdenken hilft dir nicht weiter, solange du davon nichts umsetzt. Du verwendest sehr viel Zeit aufs Nachdenken und einen Großteil davon, Zweifel zu festigen oder Ausreden zu finden, die dann für dich plausibel sind.
Viel wichtiger ist mir die Tatsache, dass meine Arbeit geholfen hat, das Projekt weiterzubringen. Dafür muss mich niemand loben. Es reicht mir, zu wissen, dass meine Arbeit notwendig und wichtig ist.
Sinn ist wichtig. Einen Sinn für die eigene Existenz zu sehen auch — den muss man aber für sich selbst finden. Die wenigsten Menschen werden z.B. Forscher und retten viele Hunderttausenden das Leben durch die Entwicklung eines Impfstoffs, können Menschen mittels moderner Krebstherapien retten, etc. Viel mehr Menschen arbeiten an der Entwicklung von Grundlagen... die dann einfach verworfen werden. Und nochmals mehr Menschen, machen etwas, das überhaupt nichts hinterlässt, außer z.B. saubere Straßen, ein schönes und aufgeräumtes Hotelzimmer, eine Mahlzeit, die irgendwie sättigt. Diese Menschen sind genauso wichtig, halten sie doch echt vieles am laufen — der Forscher könnte womöglich ohne Labor nicht forschen, der ITler hätte ohne Strom schlechte Karten... je nachdem, was man täglich tut, sieht man einen kleineren oder größeren Effekt und wenn das nicht ausreicht, sucht man sich etwas außerhalb der Arbeit, das einen erfüllt.
Vielleicht wäre das für dich sogar eine gute Sache: Versuche, außerhalb der Sparte, in der du gut bist, Erfüllung zu finden. Ein Hobby, ein Ehrenamt, irgendetwas, das dir Freude gibt und für dich Sinn ergibt.
 

Niki3k   (21)

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Und das kannst du ernüchternd empfinden oder eben als Chance sehen.
Du musst keinen Erwartungen mehr entsprechen und kannst selbst für dich entscheiden. Du kannst mehr Risiken eingehen oder weniger und nach dem entscheiden, was dir passt und nicht nach dem, was deine Eltern oder Lehrer gerne sehen würden.
Du hast mehr Herausforderungen, an denen du wachsen kannst.
Und doch fühlt es sich unfrei an. Bin ich mal ausnahmsweise enthusiastisch bezüglich einer Idee (wie z.B. dass ich ausziehen möchte) und erzähle meiner Mutter davon, beeinflusst mich ihre Reaktion schon irgendwie. Im o.g. Beispiel war ihre Reaktion zunächst negativ; sie zweifelte daran, ob ich alleine klarkommen würde. Ein paar Wochen später hatte sie ihre Sichtweise geändert. Jedenfalls brauche ich irgendwie die Bestätigung von ihr, bevor ich mich frei fühle, etwas zu tun. Deshalb habe ich als Jugendlicher auch keine Drogen genommen und habe nicht getrunken. Ich konnte mir denken, dass meine Mutter das nicht gut finden würde, und ich brauchte die Bestätigung von ihr, um etwas mit gutem Gewissen zu tun.
Aber dann musst du jetzt schauen was es sonst so in der Welt gibt das spannend für dich ist.
Wenn ich mich an dem orientiere, was es jetzt gibt, sehe ich zwei Möglichkeiten. Ich bleibe im langweiligen Deutschland, wo ich mir in einem langweiligen Unternehmen einen langweiligen Beruf als Software-Entwickler suche, oder ich ziehe in ein anderes Land, in dem es interessante Tech-Startups gibt (also die USA) und arbeite dort an spannenden Projekten mit.
Dass das eine vereinfachte und naive Sicht der Möglichkeiten ist, ist mir klar. Aber so sieht es in meinem Kopf momentan aus. Und momentan sieht es so aus, als würde ich in Deutschland bleiben, da ich mir absolut nicht vorstellen kann, in ein anderes Land zu ziehen.
Ich weiß nicht, woher man Interesse nimmt, wenn man es nicht hat, weil ich mich grundsätzlich für alles interessiere, das nicht schnell genug vor mir wegrennt - und dann aber selbst genauso schnell wieder davon abkomme, weil mich etwas anderes interessiert. Du bist da eher das Gegenteil.
Eigentlich bin/war ich auch so wie du. Durch die Depression (oder vielleicht auch das Antidepressivum) ist mein vielseitiges Interesse an Dingen verflogen.
Wie kriegst du dich dazu, etwas für die Uni zu tun? Kannst du das auch auf andere Dinge anwenden?
Ich weiß, was ich tun muss, und wenn ich das nicht tue, weiß ich, dass ich es an einem anderen Tag tun muss (+ die Sachen, die ich an dem Tag auch noch tun muss). Je mehr Arbeit ich an einem Tag auslasse, desto mehr Arbeit mache ich mir an einem anderen Tag. Ich tue meinem zukünftigen Ich also nur schlechtes, wenn ich heute prokrastiniere.
Beim Zimmer aufräumen ist das schwieriger, weil es dort eine Grenze gibt. Mein Zimmer kann nicht in totalem Chaos versinken, weil ich sonst DEFINITIV was dagegen tun würde. Aber super duper aufgeräumt ist es auch nie, weil ich nicht finde, dass das kleine bisschen mehr Organisiertheit die ganze Arbeit wert ist.
Warum gehst du vorher nicht raus, bewegst dich, lüftest mal, räumst noch was auf, übst den Vortrag? Warum im Bett liegen und nichts tun, anstatt daran zu arbeiten, die Angst zu reduzieren? Insbesondere wenn du weißt, dass das nicht so schlimm werden wird?
Weil ich müde war. Und mir war kalt. Den Vortrag hatte ich schon mehrere Male am Tag geübt, der saß schon.

Man darf daran halt nicht zerbrechen, sondern muss lernen, jetzt eben die Arschbacken zusammenzukneifen und sich und der Welt trotzdem was zu beweisen.
Und das habe ich gelernt. Ich strenge mich immer noch an, etwas für die Uni zu tun, obwohl es da einen Typen in meinem Jahrgang gibt, der einen Schnitt von 1,06 hat, den ich nie übertreffen werde und mich deshalb mit Platz 2 zufriedenstellen muss. Am Ende zählt, was ich geleistet habe, und ich fände es schade, wenn ich mich von jemand anderem runterziehen lassen würde.
Ich weiß nicht, ob du gleichzeitig Angst zu versagen hast oder ob es "nur" die Soziophobie ist, die dich abhält
Ich habe es mir immer so erklärt, dass die Angst zu versagen die Ursache für meine Sozialphobie ist. Denn in sozialen Situationen kann man auf eine ganze Menge Wege versagen, und die Konsequenzen sind deutlich schlimmer als die einer schlechten Note (nämlich soziale Ausgrenzung). Das geht auch in die Richtung des ersten Videos von Dr. K, das du verlinkt hast. Mit so gut wie jedem seiner Beispiele konnte ich mich identifizieren, das Video war sehr treffend. Ich war immer das "schlaue Kind" und konnte mich nicht aus dieser Rolle befreien. Genau deshalb vermeide ich unbekannte Situationen, da ich wie ein Vollidiot dastehen könnte, und das wäre mit meinem Selbstbild ("das schlaue Kind") nicht vereinbar.
Nun habe ich mich im Laufe meines Erwachsenwerdens aber wiederholt unangenehmen Situationen aussetzen müssen und diese auch überlebt, sogar ohne soziale Ausgrenzung. Diesen "Shift", den er im Video erwähnt, habe ich also (zumindest ansatzweise) schon durchlaufen. Warum bleibt das Problem weiterhin?
Inwiefern die fehlende Freundin nun das wichtigste ist, kann ich jetzt nicht beurteilen. Mir würde die fehlende Selbstdisziplin wohl eher zu denken geben.
Ich würde sagen, die fehlende Freundin ist eher unwichtig, da sie vor allem eine Folge der anderen Probleme ist. Die Selbstdisziplin habe ich bisher noch nicht als ein so großes Problem betrachtet, da ich, wenn es drauf ankommt, schon was tue. Nur halt gerne auf den letzten Drücker :tongue:

Was du hieraus lernst: Man kann seine Motivation auch umverlagern und „austricksen“.
Genau, aber damit hast du doch das gleiche "Problem" (ich sehe das nicht wirklich als ein Problem) wie ich, dass du Motivation von außen brauchst, um dein WG-Zimmer aufzuräumen. Ich finde, dass das sehr natürlich ist.
Und wenn du Dinge nur für andere machst, verliert sich jeglicher Mehrwert, wenn keine Anerkennung oder Freude mehr dadurch hervorgerufen werden. Hier gilt es, einen Mittelweg zu finden und auch einen unabhängigen Sinn hinter der Tätigkeit zu sehen.
Klar, mir ist es auch lieber, wenn ich selber Spaß daran habe. Nur für mich zu arbeiten, finde ich doof, aber nur für andere zu arbeiten ist genauso doof.
wenn etwas geklappt hat, dann nutze beim nächsten Mal diesen Schub, um direkt weitere Aktivitäten zu finden und zu organisieren.
Das ist aber einfacher gesagt als getan. Nach der letzten Feier war Semesterbeginn, und die Corona-Beschränkungen wurden verschärft.
Sinn ist wichtig. Einen Sinn für die eigene Existenz zu sehen auch — den muss man aber für sich selbst finden.
Ja. Dieser Sinn fehlt mir leider. Meine Vorbilder wie George Hotz und Elon Musk haben ganz klar einen Sinn: technologischen Fortschritt erzielen; große technische Probleme lösen, wie die Reise zum Mars oder selbstfahrende Autos. Einen derartig großen Sinn werde ich wohl nicht finden, da ich nicht so gigantisch denke, aber was anderes sollte sich ja schon finden.
Ich habe mehr Sinn verspürt, als ich meinen YouTube-Kanal aktiv betrieben habe - dort, wo ich Noten und Tutorials für unveröffentlichte Lieder aus Animes und Videospielen hochgeladen habe. Das war etwas, wovon andere Leute Gebrauch machen konnten und durch ihre Kommentare wurde mir deutlich, dass sie für meine Leistungen dankbar waren. Sowas ähnliches würde ich natürlich gerne weiterführen, aber am Klavierspiel habe ich momentan einfach das Interesse verloren.
Als Informatiker besitze ich die Fähigkeit, nützliche Software zu entwickeln, und würde dies auch gerne tun. Aber da stößt man schnell auf ein Problem: Für so gut wie jedes Problem, welches ich mir ausdenken kann, existiert bereits Software. Und die Probleme, für die es noch keine Software gibt, sind so komplex, dass eine Einzelperson sich nicht daran wagen könnte. Ich denke, dass es mir da an Kreativität mangelt. Bestimmt gibt es Probleme, für die es noch keine gute Software gibt, aber die laufen einem nicht über den Weg. Mein ehemaliger Minecraft-Kollege hat so ein Problem gefunden und hat eine kostenlose App für iOS entwickelt, die das Problem löst und sehr beliebt bei den Nutzern ist.
 

Glaedr  

Verbringt hier viel Zeit
Mit den Big Five bin ich vertraut. Dort gibt es doch eine Eigenschaft namens Neurotizismus. Laut Wikipedia: "Personen mit einer hohen Ausprägung in Neurotizismus erleben häufiger Angst, Nervosität, Anspannung, Trauer, Unsicherheit und Verlegenheit."
Ich habe mal vor 2-3 Jahren einen recht ausführlichen Test gemacht. Meine Ergebnisse waren diese hier:
* Verträglichkeit: stärker ausgeprägt als bei 43 von 100 Leuten
* Gewissenhaftigkeit: stärker ausgeprägt als bei 41 von 100 Leuten
* Extraversion: schwächer ausgeprägt als bei 99 von 100 Leuten
* Neurotizismus: stärker ausgeprägt als bei 82 von 100 Leuten
* Offenheit: stärker ausgeprägt als bei 61 von 100 Leuten
Ich wusste, dass du das aufführen wirst als ich die Big Five genannt habe, einfach weil du so feststeckst in deiner Selbsterfüllenden Prophezeiung. Ich würde bei sowas sowieso nicht Wikipedia benutzen. Außerdem haben Menschen mit Neurotizismus mehr Chance Ängste zu entwickeln, das bedeutet aber nicht, dass sie das auch tun. Abgesehen davon kann man daran ja was machen, wenn man es weiß und will. Du hast hier in den Raum geworfen, dass Angst(störung) zu einer Person vllt einfach dazu gehört, wie ein Charakterzug, das ist halt einfach falsch. Aber wenn du dich so sehr mit deiner Angst identifizieren willst, wirst du nie dort hinkommen was du eigentlich willst (zumindest was du hier erwähnst). Abgesehen davon haben alle diese Merkmale Schwächen, vor allem wenn sie ins extreme gehen. Menschen die zu gewissenhaft sind, könnten wahrscheinlich ihre eigenen Bedürfnisse zu sehr zurückstellen, Menschen die viel ertrage, lernen vllt schwieriger wirklich Nein zu sagen und ihre Grenzen anzugeben. Jedoch besteht ein Mensch ja nicht nur aus einem Persönlichkeitsmerkmal sondern aus verschiedenen und aus mehrere Facetten wodurch es sich auch wieder relativieren kann. Abgesehen davon sind die Big Five nur eine Möglichkeit Persönlichkeiten zu beschreiben und sind sie auch umstritten. Jedes Merkmal hat seine Schwächen, genau wie jeder Mensch Schwächen hat.
Anstatt, das dich interssiert was Neurotizismus für Stärken mit sich bringt nimmst du es als Begründung für dein Leid "seht ihr, ich habe halt auch eine Veranlagung zur Angst", was halt so nicht eins zu eins stimmen muss. Und genau das ist in meinen Augen eher das Problem. Zu jedem Argument, dass dir etwas helfen könnte oder anders sein könnte, suchst du Gegenargumente die hypothetisch eintreten könnten oder sein würden, es aber halt nicht müssen. Ich wünsche dir, dass du lernst aus deinem Teufelskreis herauszukommen, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen um dich glücklich zu machen und dir eine Chance zu geben dichselbst und deine Wünsche kennenzulernen um schlussendlich glücklich(er) zu werden.

Ich bin hier jetzt erst einmal raus :smile: Alles Gute für deinen weiteren Weg.
 
Zuletzt bearbeitet:

Lotusknospe  

Team-Alumni
Nun habe ich mich im Laufe meines Erwachsenwerdens aber wiederholt unangenehmen Situationen aussetzen müssen und diese auch überlebt, sogar ohne soziale Ausgrenzung. Diesen "Shift", den er im Video erwähnt, habe ich also (zumindest ansatzweise) schon durchlaufen. Warum bleibt das Problem weiterhin?

Vielleicht gerade deswegen, weil die soziale Ausgrenzung ausgeblieben ist? Vor der hast du ja eigentlich Angst. Nicht vor der unangenehmen Situation. Du musst dich vielleicht eher damit konfrontieren, abgelehnt zu werden, als damit, unangenehme Situationen zu durchstehen. Keine Ahnung, nur so eine Idee.
 

Fantasy.  

Sehr bekannt hier
Bin ich mal ausnahmsweise enthusiastisch bezüglich einer Idee (wie z.B. dass ich ausziehen möchte) und erzähle meiner Mutter davon, beeinflusst mich ihre Reaktion schon irgendwie.
Und dann musst du das bewusst ausblenden und es trotzdem machen. Das kann man lernen. Wird bei mir auch immer besser.
Loslösung ist halt nicht immer so einfach.

Aber so sieht es in meinem Kopf momentan aus.
Uuuund jetzt gehen wir bitte noch den einen Schritt weiter. Wenn wir wissen, dass das nicht realistisch und zu einfach gedacht ist, was wäre der nächste Schritt, um etwas damit anfangen zu können?
Richtig! Recherche. Unternehmen googlen. Dafür eignen sich StepStone, LinkedIn, Xing etc. eigentlich ganz gut, da kann man auch Mitarbeiterbewertungen etc. lesen.
Und herausfinden, ob das wirklich so langweilig ist.
Ein Freund von mir hat an der VR Entwicklung gearbeitet, die haben an einem Controller für VR gebaut der als Handschuh über die Hand gezogen wird und dann die Hand komplett darstellen soll und sowas, das war alles andere als langweilig.

(oder vielleicht auch das Antidepressivum
Und was könnte man tun, um diese Möglichkeit auszuschließen? Bzw. auszuschließen, dass das Antidepressivum noch nicht das tut was es soll? Ich würde jetzt mal raten, zum Arzt zu gehen wäre an der Reihe, wenn du da dran arbeiten willst (und Motivation und Interesse scheint bei dir wirklich zu fehlen).

Je mehr Arbeit ich an einem Tag auslasse, desto mehr Arbeit mache ich mir an einem anderen Tag. Ich tue meinem zukünftigen Ich also nur schlechtes, wenn ich heute prokrastiniere.
Aber das Problem hast du doch mit allem anderen. Sonst kämst du hier ja auch mehr voran. Also solltest du einen Weg finden, einzusehen, dass dir das im sozialen/einstellungstechnischen Bereich genauso geht.

Off-Topic:
Wärmflaschen sind eine wunderbare Erfindung. Neben Heizungen.


Und das habe ich gelernt
Und du bleibst trotzdem immer vor Herausforderungen stehen, anstatt sie mal zu beschreiten.
Lernen ist keine Herausforderung, das kannst du schon. Zeit für die nächste.


Warum bleibt das Problem weiterhin?
Weil das offenbar nicht gereicht hat, deine Einstellung weitgehend genug zu verändern.

da ich, wenn es drauf ankommt, schon was tue
Was, außer Nachdenken, hast du in diesem Thread für dieses "Problem" denn bisher getan?

Ich finde, dass das sehr natürlich ist.
Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass sie sich die a) holt, es sich aber nicht bringen lässt und nicht von ihr abhängig ist und ihr b) Ordnung an sich nicht wichtig genug ist. Dir sind soziale Kontakte sehr wohl wichtig genug, deswegen sollte DA die Motivation dann auch aus dir heraus kommen. Du müsstest auch erstmal die Motivation finden, in diese WG zu ziehen, wenn Ordnung so ein Problem wäre, aber da kommst du ja nicht hin.

Klar, mir ist es auch lieber, wenn ich selber Spaß daran habe
Und was schlussfolgerst du daraus, was du jetzt tun solltest?

Das ist aber einfacher gesagt als getan
Und es gibt mehr als genug, das man auch online machen kann, und hier wurden mehr als genug Dinge vorgeschlagen, die man auch online mit dieser Motiviation hätte betreiben können, wie z.B. Recherche zu Vereinen, zu Interessengruppen, zu Veranstaltungen die passen könnten...

. Meine Vorbilder wie George Hotz und Elon Musk
Was sind Vorbilder im engeren Umkreis? Mit welchen Vorbildern kannst du interagieren und dir davon eine Scheibe abschneiden?
Dann wird vieles vielleicht auch deutlich realistischer und machbarer für dich.
Dass du kein zweiter Elon Musk werden wirst braucht dir hier wohl keiner mehr erzählen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man dir helfen kann, von selbst auf die Idee zu kommen, den nächsten Schritt zu gehen anstatt bei vermeintlichen Tatsachen stehen zu bleiben.
Vielleicht brauchst du ein genaueres Diagramm, wann du was tun solltest (wenn ich mit der Lerngruppe zusammen war habe ich das Gefühl, sozial doch etwas zu können, also sollte ich diese Hoffnung nutzen, mich mit einem Verein zu beschäftigen, weil ich dann am ehesten denke, dass ich das auch realistisch schaffen kann) oder etwas in die Richtung. Nur ändert das dann auch nichts daran, dass du das dann im entsprechenden Moment auch ausführen musst.
 

Niki3k   (21)

Klickt sich gerne rein
Anstatt, das dich interssiert was Neurotizismus für Stärken mit sich bringt nimmst du es als Begründung für dein Leid "seht ihr, ich habe halt auch eine Veranlagung zur Angst", was halt so nicht eins zu eins stimmen muss. Und genau das ist in meinen Augen eher das Problem. Zu jedem Argument, dass dir etwas helfen könnte oder anders sein könnte, suchst du Gegenargumente die hypothetisch eintreten könnten oder sein würden, es aber halt nicht müssen.
Mir ist schon klar, dass Neurotizismus auch Stärken mit sich bringt. Ohne ihn hätte ich kein so gutes Auge für Kleinigkeiten, was in der Kunst, Musik und auch beim Programmieren hilfreich sein kann. Ich wollte lediglich sagen, dass ich so einen Test gemacht habe und habe in dem Zuge halt meine Ergebnisse geteilt.
Die Gegenargumente, die ich bringe, sind einfach das, was mein Hirn mir liefert, wenn ich die Tipps lese. Die gebe ich authentisch wieder, weil ich nicht den Eindruck habe, dass es was bringt, nur die Dinge zu schreiben, die meiner Meinung nach der "richtigen Antwort" entsprechen würden.
Beispiel: Auf "Probier doch mal xyz" wäre die "richtige" Antwort, zu sagen, "klar, mache ich mal". So hätte ich früher geantwortet. Aber dann wird das Thema nicht weiter diskutiert und das Problem ist angeblich gelöst, unabhängig davon, ob ich es nun probiere oder nicht.
Ich kann aber verstehen, dass meine Antworten sehr frustrierend sein können und du deshalb erstmal raus bist. Trotzdem danke für deine bisherigen, hilfreichen Beiträge.

Vielleicht gerade deswegen, weil die soziale Ausgrenzung ausgeblieben ist? Vor der hast du ja eigentlich Angst. Nicht vor der unangenehmen Situation. Du musst dich vielleicht eher damit konfrontieren, abgelehnt zu werden, als damit, unangenehme Situationen zu durchstehen. Keine Ahnung, nur so eine Idee.
Gar keine schlechte Idee, finde ich. Den Gedanken hatte ich ebenfalls mal, aber ihn direkt wieder weggeworfen, weil er mir zu unangenehm war. Ich weiß nicht, ob es wirklich eine gute Idee ist, eine soziale Ausgrenzung zu provozieren. Zumal ich nicht einmal weiß, wie ich das anstellen könnte.
Wie wäre es, wenn du dich auf eine Werkstudenten-Stelle in einem Software-Unternehmen bewirbst?
Würde ich sofort machen, wenn ich etwas mehr Zeit hätte. Momentan ist mein stressigstes Semester und ich arbeite schon bei einem Institut. Nächstes Jahr muss ich sowieso noch ein Praktikum im Bereich Software-Entwicklung machen, das geht ja in die gleiche Richtung.

Richtig! Recherche. Unternehmen googlen. Dafür eignen sich StepStone, LinkedIn, Xing etc. eigentlich ganz gut, da kann man auch Mitarbeiterbewertungen etc. lesen.
Und herausfinden, ob das wirklich so langweilig ist.
Spätestens wenn ich den Praktikumsplatz suche, werde ich das auch tun. Gleichzeitig reizt mich der Gedanke, im Ausland zu arbeiten aber auch. Einfach weil es was neues, aufregendes ist. Selbst, wenn ich es mir überhaupt nicht vorstellen kann und es mir dort wahrscheinlich nicht gut gehen wird.
Und was könnte man tun, um diese Möglichkeit auszuschließen? Bzw. auszuschließen, dass das Antidepressivum noch nicht das tut was es soll? Ich würde jetzt mal raten, zum Arzt zu gehen wäre an der Reihe, wenn du da dran arbeiten willst (und Motivation und Interesse scheint bei dir wirklich zu fehlen).
In meinem Kopf ist so ein Schritt schon wieder mit viel zu vielen Komplikationen verbunden. Einen Termin zu kriegen ist nervig, ihn wahrzunehmen ist stressig, etc. Dann gehe ich lieber den Weg des geringsten Widerstandes und lasse alles so, wie es ist.
Aber das Problem hast du doch mit allem anderen. Sonst kämst du hier ja auch mehr voran. Also solltest du einen Weg finden, einzusehen, dass dir das im sozialen/einstellungstechnischen Bereich genauso geht.
Theoretisch ja, aber hier liegen die zukünftigen Probleme viel weiter in der Zukunft als bei dem Uni-Beispiel. Wenn ich jetzt keine sozialen Kontakte knüpfe, wird das vielleicht erst in 10 Jahren ein Problem, wenn es wirklich drauf ankommt. Bei der Uni ist das maximal auf 6 Monate begrenzt. 10 Jahre sind so weit weg - da weiß ich doch nicht mal, ob ich überhaupt noch lebe.
Zeit für die nächste.
Auf Parties und Konzerte gehen? Das wäre als nächstes auf der Liste, aber geht leider nicht, momentan.
Was, außer Nachdenken, hast du in diesem Thread für dieses "Problem" denn bisher getan?
Stichpunkt ist "wenn es drauf ankommt". Es gibt keinen Druck im sozialen Bereich. Es sagt mir niemand "Wenn du, bis du 24 bist, noch keine Freundin hast, wirst du nie eine bekommen". Im Gegenteil, es wird mir gesagt, ich kann auch noch mit 30,40,50 eine kriegen und mit ihr genauso viel Spaß haben, wie mit 20. Wo bleibt dann da der Druck?
Und was schlussfolgerst du daraus, was du jetzt tun solltest?
Das, was axis mundi vorgeschlagen hat: Einen Mittelweg finden. Etwas, woran ich selbst Freude habe, aber auch anderen Freude bereitet.
Was sind Vorbilder im engeren Umkreis? Mit welchen Vorbildern kannst du interagieren und dir davon eine Scheibe abschneiden?
Dann wird vieles vielleicht auch deutlich realistischer und machbarer für dich.
Ich habe tatsächlich keine Vorbilder im engen Umkreis.
Dass du kein zweiter Elon Musk werden wirst braucht dir hier wohl keiner mehr erzählen.
Warum? Gibt es etwas konkretes, was mich daran hindert? Oder einfach, weil es so unwahrscheinlich ist? Bei letzterem stimme ich dir natürlich zu.
 

Lotusknospe  

Team-Alumni
Gar keine schlechte Idee, finde ich. Den Gedanken hatte ich ebenfalls mal, aber ihn direkt wieder weggeworfen, weil er mir zu unangenehm war. Ich weiß nicht, ob es wirklich eine gute Idee ist, eine soziale Ausgrenzung zu provozieren. Zumal ich nicht einmal weiß, wie ich das anstellen könnte.

Nein, aber es kann dir helfen zu verstehen, warum deine Bemühungen dich mit unangenehmen Situationen zu konfrontieren bisher nicht gefruchtet sind. Und dann kann es dir beim "Reframing" helfen, nämlich unangenehme Situationen nicht als Hindernis und Blockade zu betrachten, sondern als Chance zu verstehen, Versagen und soziale Ausgrenzung zu provozieren um dann anhand dessen lernen zu können. Also unangenehme Situationen nicht unbedingt so gut es geht zu meistern, um einer Ausgrenzung entgegen zu wirken, sondern auch aktiv damit klar zu kommen, zu versagen, um dann das Gefühl der sozialen Ausgrenzung herbeizuführen und auszuhalten. Das Ziel ist es also, das Versagen zu lernen, dein eigenes Gefühl dabei, und Erfahrung zu sammeln, wie andere darauf reagieren, und ganz egal, wie sie reagieren, damit dann umgehen zu können.
 

Fantasy.  

Sehr bekannt hier
Die gebe ich authentisch wieder, weil ich nicht den Eindruck habe, dass es was bringt, nur die Dinge zu schreiben, die meiner Meinung nach der "richtigen Antwort" entsprechen würden
Aber du könntest von diesem Standpunkt auch weiter denken. Ich würde das so und so und so lösen, was davon haltet ihr für die bessere Variante?

Zumal ich nicht einmal weiß, wie ich das anstellen könnte.
Das wird automatisch passieren, wenn du öfter unter Menschen kommst...
Man kann nunmal nicht alle leiden können.

Dann gehe ich lieber den Weg des geringsten Widerstandes und lasse alles so, wie es ist.
Dann bist du selbst Schuld daran, dass sich nichts ändert.
Abgesehen davon dass ich nach dem 1000ten Arzttermin im letzten halben Jahr finde, dass das gar kein so großer Stress ist. Du rufst da halt an, die sagen dir wann sie Zeit haben (geht inzwischen sogar oft online) und dann tauchst du halt kurz da auf und gehst wieder.

wird das vielleicht erst in 10 Jahren ein Problem, wenn es wirklich drauf ankommt
Aber du bist doch jetzt hier im Forum und willst jetzt soziale Kontakte also IST es doch schon längst eines?
Oder nicht?
Dann brauchen wir hier aber auch irgendwie nicht mehr darüber zu diskutieren, was du im sozialen Bereich noch ändern möchtest..

da weiß ich doch nicht mal, ob ich überhaupt noch lebe.
Du weißt auch nicht, ob du morgen noch lebst. Könntest von einem Auto überfahren oder von einem Meteoriten erschlagen werden.

Das wäre als nächstes auf der Liste, aber geht leider nicht, momentan.
Es gibt sowas auch online...
Auch wenn das nicht dieselbe Erfahrung ist
Und ansonsten wird es Zeit für eine verbesserte Version der Liste, wenn du nicht warten möchtest, bis auch der letzte Idiot kapiert hat, dass Corona ist und man besser daheim bleibt, damit diese Pandemie auch mal vorbei ist.

Wo bleibt dann da der Druck?
Ist nicht der Druck gerade das, was dich so handlungsunfähig macht? In dem Moment, wo du etwas umsetzen willst, schaffst du es nicht, weil du Angst hast, dass es nicht perfekt wird, dass etwas schiefgeht, dass du etwas falsch machst. Genau dieses "ich muss jetzt funktionieren" erzeugt doch diesen Druck?
Wäre Motivation nicht immer noch die nachhaltigere Lösung?

Einen Mittelweg finden
Und wie findest du den?

Ich habe tatsächlich keine Vorbilder im engen Umkreis.
Nichts, was du von deiner Familie an Charaktereigenschaften gerne übernehmen würdest? Noch nie einen Kommilitonen gesehen wo du dachtest "so würde ich gerne schreiben/programmieren/denken/vortragen können"? Kein Dozent wo du denkst "so gelassen/klug/weise/besonnen/interessant/begeistert wäre ich auch gerne mal"?
Kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen.

Oder einfach, weil es so unwahrscheinlich ist? Bei letzterem stimme ich dir natürlich zu.
Im Moment mit deiner Einstellung? Ja, ist es. Elon Musk hat a) ziemlich einen an der Klatsche, was ich bei dir nicht hoffen würde, b) ist er ziemlich genial und c) irgendwo auch echt größenwahnsinnig. Und, was diese Leute alle haben: sie haben eine Vision und sind wahnsinnig genug zu glauben, dass man die umsetzen kann.
Und vor allem ist er abartig weit weg. Du bekommst nur von ihm mit, was du aus dem Internet halt so mitbekommst. Du weißt nicht, wie er wirklich ist, ob er die Wahrheit sagt, wenn er ein Interview gibt... er lebt in einem anderen Land und einer anderen Kultur.
Das ist als Vorbild einfach niemand, der dir reaistische Richtwerte geben kann.
Und da du deine Visionen und größenwahnsinnigen Träume erstmal alle gegen die Wand gefahren hast, weil sie doch nicht so interessant für dich waren, ist so jemand vielleicht jemand den man cool findet, aber eine Scheibe davon abschneiden kann man sich wohl eher nicht.
 

SAMSARA  

Öfters im Forum
Aber ich denke viel nach. Ich denke andauernd über meine Situation nach, und wie ich diese verbessern kann





Ich empfand es als ernüchternd. Als Kind hat man nur wenig Vorstellung davon, wie das echte Leben funktioniert. Ich habe sehr lange an Schicksal glauben können, da irgendwie alles im Leben immer ein gutes Ende nahm. Als ich 16 war und mein Opa gestorben ist, war das das erste Mal, dass etwas im Leben kein gutes Ende nahm. Ich erinnere mich sehr genau, wie meine Schwester und meine Mutter anfingen, sich Sorgen zu machen, weil er schon recht lange im Meer war und sein Kopf nicht mehr zu sehen war. Ich war nicht in der Lage, diese Sorgen ernst zu nehmen, weil ich dachte "es wird schon alles gut laufen, wie immer halt". Dieses Gesetz wurde dann zum ersten Mal gebrochen. Das meine ich mit Ernüchterung.
Eine andere Form der Ernüchterung ist die Erkenntnis, dass ich doch nicht so schlau und besonders bin, wie mir als Kind immer von meiner Mutter und meinen Lehrern eingeredet wurde. Jetzt muss ich viel lernen, um gute Noten zu schreiben und habe Konkurrenten, die teilweise besser sind als ich. Ich verliere schnell Motivation und Schwung, wenn ich nicht mehr der beste bin. Keine Ahnung, warum.
+
Bin ich mal ausnahmsweise enthusiastisch bezüglich einer Idee (wie z.B. dass ich ausziehen möchte) und erzähle meiner Mutter davon, beeinflusst mich ihre Reaktion schon irgendwie. Im o.g. Beispiel war ihre Reaktion zunächst negativ; sie zweifelte daran, ob ich alleine klarkommen würde. Ein paar Wochen später hatte sie ihre Sichtweise geändert. Jedenfalls brauche ich irgendwie die Bestätigung von ihr, bevor ich mich frei fühle, etwas zu tun. Deshalb habe ich als Jugendlicher auch keine Drogen genommen und habe nicht getrunken. Ich konnte mir denken, dass meine Mutter das nicht gut finden würde, und ich brauchte die Bestätigung von ihr, um etwas mit gutem Gewissen zu tun.

tja ...
da ist wohl sehr viel schiefgelaufen in dieser kindheit - wurde es verabsäumt, einem kind leben zu lernen ...

aber passt durchaus ursachenmässig schlüssig zu dem bild, das du hier von dir entwirfst - und dem verhalten, das du zeigst ...

nun gut.
es ist wie es ist.
und es war wie es war.

jetzt bist du für dich und deine zukünftige entwicklung verantwortlich - also auch das vornehmen von korrekturen im bereich "meine kindheitsentwicklung" ...
 
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Niki3k   (21)

Klickt sich gerne rein
Das wird automatisch passieren, wenn du öfter unter Menschen kommst...
Man kann nunmal nicht alle leiden können.
Zu sozialer Ausgrenzung führt das doch nur in den seltensten Fällen.
Dann bist du selbst Schuld daran, dass sich nichts ändert.
Wenn man es so betrachtet, ja, dann bin ich selbst Schuld dran. Ich bin aber nicht zwingend Schuld dran, dass es mir in erster Linie so schlecht geht.
Aber du bist doch jetzt hier im Forum und willst jetzt soziale Kontakte also IST es doch schon längst eines?
Oder nicht?
Dann brauchen wir hier aber auch irgendwie nicht mehr darüber zu diskutieren, was du im sozialen Bereich noch ändern möchtest..
Ich denke, dass es ein Problem ist, weil ein junger Mann in meinem Alter mehr sozialen Kontakt haben sollte, als ich es tue. Und vielleicht auch Erfahrungen mit dem begehrten Geschlecht haben sollte. "Sollen" nicht im erzwungenen Sinne, sondern einfach, dass es normal ist. Dass es bei den meisten so ist. Wie Babys eben mit x Jahren sich Spielgefährten suchen oder anfangen, zu sprechen - und wenn sie das nicht tun, machen die Eltern sich Sorgen und suchen evtl. einen Arzt auf. Menschen sind zwar komplex und individuell, aber gewisse Muster lassen sich doch schon beobachten.
Das obige, zusammen mit der Tatsache, dass ich aus bisher ungeklärten Gründen schwer unglücklich mit meinem Leben bin, gibt mir auf jeden Fall den Wunsch, Hilfe zu suchen.
Du weißt auch nicht, ob du morgen noch lebst. Könntest von einem Auto überfahren oder von einem Meteoriten erschlagen werden.
Stimmt. Aber morgen ist halt... morgen. Das ist vom jetzigen Zeitpunkt nicht mehr weit entfernt, anders als heute in 10 Jahren.
Es gibt sowas auch online...
Wie gehen denn Parties und Konzerte online? Selbst wenn, das wäre dann ja gar nicht das, wovor ich wirklich Angst habe: Vor Ort zu sein, in einer Menge von Menschen, wo man sich von allen für seine gesamte Existenz beurteilt fühlt.
Und ansonsten wird es Zeit für eine verbesserte Version der Liste
Ja, werde ich mal probieren. Wie gesagt, habe ich mich bei einem Forum für Sozialphobie registriert, dort kann ich mal fragen, ob jemand Erfahrungen mit Verhaltenstherapie auf eigene Faust hat, und Ideen hat, wie man eine solche Liste am besten gestaltet.
Ist nicht der Druck gerade das, was dich so handlungsunfähig macht? In dem Moment, wo du etwas umsetzen willst, schaffst du es nicht, weil du Angst hast, dass es nicht perfekt wird, dass etwas schiefgeht, dass du etwas falsch machst. Genau dieses "ich muss jetzt funktionieren" erzeugt doch diesen Druck?
Wäre Motivation nicht immer noch die nachhaltigere Lösung?
Ich denke, wir müssen hier zwei Arten von Druck unterscheiden. Das eine ist der Druck des Perfektionismus, z.B. einen Vortrag fehlerfrei zu halten oder, wenn ich eine Übungsaufgabe vorstelle, mich nicht zu versprechen oder gar eine fehlerhafte Lösung zu präsentieren. Der Druck ist in der Tat schlecht und macht mich vielleicht zu einem gewissen Grade handlungsunfähig.
Das andere ist der Druck, dass ich etwas machen muss, sonst... Der kann z.B. durch eine Deadline kommen. Dr. K beschreibt das in einem seiner Videos besser, als ich es je könnte. Er benutzt dafür das Wort "competing interest":
In diesem Video beschreibt er genau die Art von Druck, die mir fehlt, und erklärt nebenbei außerdem, warum mein Wunsch nach einer Freundin kein guter Motivator ist und nichts an meinem Verhalten ändern wird.
Und wie findest du den?
Das weiß ich nicht, bzw. ist das Gespräch dafür zu sehr ins Abstrakte abgedriftet ^^" Für ein konkreteres Beispiel könnte ich möglicherweise sagen, wie ich so einen Mittelweg finden würde. Mein YouTube-Kanal war ein gutes Beispiel für einen Mittelweg, da er mir selbst auch Spaß gemacht hat.
Nichts, was du von deiner Familie an Charaktereigenschaften gerne übernehmen würdest?
Nein.
Noch nie einen Kommilitonen gesehen wo du dachtest "so würde ich gerne schreiben/programmieren/denken/vortragen können"?
Schon eher, aber nicht so direkt. Ich denke viel objektiver sowas wie "ich bin beeindruckt von seiner Leistung/seinem Wissen/etc.", aber nie mit den Worten, dass ich so gerne sein würde.
ein Dozent wo du denkst "so gelassen/klug/weise/besonnen/interessant/begeistert wäre ich auch gerne mal"?
Am ehesten hier. Aber auch hier denke ich nicht, dass ich so sein möchte. Es gibt einen Dozenten, den finde ich super, aber ich möchte nicht unbedingt so sein wie er.
Im Moment mit deiner Einstellung? Ja, ist es. Elon Musk hat a) ziemlich einen an der Klatsche, was ich bei dir nicht hoffen würde, b) ist er ziemlich genial und c) irgendwo auch echt größenwahnsinnig. Und, was diese Leute alle haben: sie haben eine Vision und sind wahnsinnig genug zu glauben, dass man die umsetzen kann.
Ich hab teilweise auch einen an der Klatsche. Sieht man doch an diesem Thread :tongue: Mein anderes Beispiel, George Hotz, hat ebenfalls einen an der Klatsche, aber ist im Gegensatz zu Musk nicht größenwahnsinnig. Und genau diese Visionen und deren Überzeugung, sie in die Realität umzusetzen, finde ich so inspirierend. Ich hätte auch gerne so eine Vision! Oder mehrere. Und vielleicht hätte ich die auch, wenn meine Kreativität mir nicht abhandengekommen wäre... ich war früher als Kind super kreativ. Keine Ahnung, wo das gelandet ist.
aber eine Scheibe davon abschneiden kann man sich wohl eher nicht.
Ich brauche niemanden, von dem ich mir eine Scheibe abschneiden kann. Ich bin ja mein eigener Mensch und brauche bei Entscheidungen nicht zu denken "wie würde xyz das tun?". Das habe ich als Kind vielleicht getan und das ist ja auch Teil der Entwicklung, aber irgendwann hat das einfach aufgehört.
 
1 Woche(n) später

Niki3k   (21)

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Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich hier nicht mehr scheiben müsste, aber ich habe es immerhin eine Woche geschafft. Ein paar Updates:
  • Eine Therapeutin, die zunächst abgesagt hatte, hat sich gemeldet und kann mir einen Platz im April anbieten. Das wäre zwar mit einem Fahrtweg von 1 Std. verbunden, aber ich habe zugesagt.
  • Um diesen Thread nicht vollzumüllen, habe ich mir ein Sorgentagebuch angelegt. Das ist ein Online-Service, der kostenlos angeboten wird, bei dem man innerhalb von zwei Tagen eine Antwort auf seinen Eintrag erhält. Ich habe vor drei Tagen einen Eintrag verfasst und noch keine Antwort erhalten. Ich denke, sie sind gerade überlastet. Finde die Idee aber ganz sinnvoll.
  • Ich habe ein Buch angefangen, welches sich mit dem Überkommen von sozialen Ängsten beschäftigt. Es heißt "Soziale Ängste überwinden", verfasst von Derick Howell. Es gefällt mir soweit ganz gut, wobei mir bisher alles schon bekannt war. Das Problem ist, wie ich schon vermutete, eher die Umsetzung. Ich werde es trotzdem weiterlesen.
  • Das Forum, welches sich auf das Thema Sozialphobie konzentriert, ist leider nicht ganz, was ich mir erhofft hatte. Hauptsächlich, weil es nicht sehr aktiv ist. Neue Themen erhalten innerhalb der ersten paar Tage nur sehr wenige Antworten, während hier in der Zeitspanne sicherlich schon um die 10 Antworten gekommen wären.
Ich spüre momentan verstärkt meine Einsamkeit. Ich brauche einmal am Tag persönlichen Kontakt zu einem Menschen (am besten alleine), ansonsten fühle ich mich verloren. Da meine Schwester seit dieser Woche auch nicht mehr bei meinen Eltern ist, werden auch die Wochenenden bei denen eher langweilig sein. Ich habe zwar sie und wir verbringen die Abende miteinander, aber dort ist eben alles immer gleich. Mit Altersgenossen bin ich dann ja auch nicht gerade. Ich hätte vielleicht gerne einen Spielpartner, damit man die Abende gemeinsam verbringen kann.
 

Niki3k   (21)

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Ich wurde heute mal wieder mit meinem Problem konfrontiert. Da das schon länger nicht mehr passiert ist, hatte ich schon angefangen, zu hoffen, es sei verschwunden. Aber ich wurde eines besseren belehrt.

Es fand ein Pub-Quiz statt, welches vom FSR organisiert wurde. Es lief über Zoom und um die 120 Leute waren dabei. Viele Leute hatten ihre Kameras an, und so hatte mein Hirn die Möglichkeit, mich sehr genau mit ihnen zu vergleichen. Von Aussehen, über Verhalten, bis hin zu potentiellen Beziehungen. Inmitten der Runde hatte ich kaum Selbstvertrauen, aber sobald mal ein Moment Pause war, oder ich alleine war, war mein Selbstbewusstsein wieder da. Kann man das dann überhaupt Selbstvertrauen nennen? Oder was ist das?

Ich bin ehrlich gesagt ein wenig deprimiert deswegen. Ich dachte eigentlich, dass es mir schon deutlich besser gehen würde und ich mehr oder weniger normal bin. Scheint aber doch nicht so zu sein und stattdessen habe ich noch einen langen Weg vor mir. Vor allem kann ich auch nur schwer sagen, ob das nun krankheitsbedingt ist, oder nicht. Vielleicht bin ich einfach ein ruhiger Mensch, der lieber im Hintergrund bleibt und sich nicht gerne vordrängelt. Dann wäre das nicht meine Sozialphobie, sondern einfach meine Persönlichkeit. Wie finde ich das heraus?

Ich sehe dort Leute, die so viel entwickelter, reifer und menschlicher sind, als ich. Da wundert es mich kaum, dass ich nicht die gleichen sozialen Möglichkeiten habe, wie die. Und irgendwie empfinde ich das als unfair (soll nicht heißen, dass ich denke, dass es das ist). Nicht die Tatsache, dass diese Leute zurecht mehr Möglichkeiten haben, sondern viel mehr, dass ich scheinbar nicht die Chance hatte, mich in deren Richtung zu entwickeln. Mir wurde das nicht gezeigt. Ich habe mich so entwickelt, wie ich mich von Natur aus, ohne jegliche Intervention von außen, entwickelt habe.
 

Lotusknospe  

Team-Alumni
Ich sehe dort Leute, die so viel entwickelter, reifer und menschlicher sind, als ich. Da wundert es mich kaum, dass ich nicht die gleichen sozialen Möglichkeiten habe, wie die. Und irgendwie empfinde ich das als unfair (soll nicht heißen, dass ich denke, dass es das ist). Nicht die Tatsache, dass diese Leute zurecht mehr Möglichkeiten haben, sondern viel mehr, dass ich scheinbar nicht die Chance hatte, mich in deren Richtung zu entwickeln. Mir wurde das nicht gezeigt. Ich habe mich so entwickelt, wie ich mich von Natur aus, ohne jegliche Intervention von außen, entwickelt habe.

Wieso? Bist du einsam im Wald aufgewachsen?

Du bist nicht der einzige, von dem ich so ein -- sorry -- "Mimimi" schon gehört habe: "Mir wurde das nicht beigebracht." Von wem soll einem das denn beigebracht werden? Man muss das SELBST lernen. Überleg dir, wo deine Unzulänglichkeiten sind, die dich im Leben zurückhalten, und dann überleg dir, wie du sie beheben kannst. Das sollte jeder Mensch früher oder später machen. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, und auch die Leute, die du da so beneidest, weil sie normal und reif sind, haben Schwächen, an denen sie zu knabbern haben. Es sind vermutlich andere als deine. Aber nichts desto trotz hat jeder seinen eigenen Rucksack zu tragen, und sollte irgendwann lernen, den so zu tragen, dass er einen nicht erdrückt.
 

Niki3k   (21)

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Wieso? Bist du einsam im Wald aufgewachsen?
Na gut. Ich nehme den Teil meines Beitrags zurück. Ich war sehr frustriert, als ich das geschrieben habe, da fühlt es sich schon manchmal so an, als wäre die gesamte Welt gegen einen.

Worauf ich mich konzentrieren sollte, ist das Thema der Vergleiche. Wie höre ich auf, mich so intensiv mit anderen (besonders Gleichaltrigen) zu vergleichen?
 

Lotusknospe  

Team-Alumni
Worauf ich mich konzentrieren sollte, ist das Thema der Vergleiche. Wie höre ich auf, mich so intensiv mit anderen (besonders Gleichaltrigen) zu vergleichen?

Indem du aufhörst, dich ständig nur um dich selbst zu drehen und etwas wichtigeres im Leben findest als deine gefühlte Unzulänglichkeit. Erarbeite ein Interesse für andere Menschen, ein EHRLICHES Interesse, nicht nur einfach eines, wo andere Menschen als bloßen Maßstab für DICH gelten. Ich weiß nicht, ob dir das bewusst ist, aber dein Denken und Handeln ist total egozentrisch und du drehst und drehst und drehst dich nur um dich selbst. Sobald du kapierst, dass es tatsächlich wichtigere Dinge gibt, die du gerade verpasst, weil dein Kopf nur um dich kreist, hast du ne Chance, da mal rauszukommen.

Sich mit anderen Leuten zu vergleichen, ist an sich nichts ungewöhnliches. Sowas kann auch inspirieren und anspornen. Aber lerne bitte Bewunderung für andere Menschen, anstatt Neid und Eifersucht. Frag sie, wie sie es gemacht haben. Öffne dich und komm aus deinem Schneckenhaus raus. Und übe dich darin im Jetzt zu leben, nicht in der Zukunft, vor der du Angst hast.
 

Niki3k   (21)

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Ich weiß nicht, ob dir das bewusst ist, aber dein Denken und Handeln ist total egozentrisch und du drehst und drehst und drehst dich nur um dich selbst.
Das ist mir tatsächlich schon mal aufgefallen, aber dachte, das ist normal und ok bei solchen Problemen, die einen stark im Leben beeinträchtigen. Zumal ich das auch nicht immer tue, sondern nur, wenn ich alleine bin - was auch inmitten einer Menschenmenge der Fall sein kann. Bin ich tatsächlich in einem Gespräch mit anderen, bin ich sehr wohl in der Lage, auf sie einzugehen und mich für ihre Probleme zu interessieren.
Öffne dich und komm aus deinem Schneckenhaus raus. Und übe dich darin im Jetzt zu leben, nicht in der Zukunft, vor der du Angst hast.
Ja, das kann ich mal probieren.

Edit:
Sobald du kapierst, dass es tatsächlich wichtigere Dinge gibt, die du gerade verpasst, weil dein Kopf nur um dich kreist, hast du ne Chance, da mal rauszukommen.
Dass ich Dinge verpasse, habe ich schon kapiert. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, was du genau mit wichtiger meinst. Das soziale Umfeld, das man sich in seinen Zwanzigern aufbaut, zum Beispiel. Ich würde sagen, dass das wichtiger ist. Würdest du zustimmen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Stillstand Neu

Niki3k   (21)

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Es geht einfach nicht weiter so. Ich mache kaum Fortschritt bei diesem Thema, nichts scheint so richtig zu funktionieren. Und durch Corona gibt es momentan keine Möglichkeiten, sich sozialen Situationen auszusetzen und daran zu arbeiten. Ich muss wohl oder übel akzeptieren, dass sich - zumindest in den folgenden Monaten - nicht viel an meiner Situation ändern lässt, und muss lernen, mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Ein Hoch auf psychische Krankheiten...
 
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