Ideen für partnerschaftliche Rituale bei viel beruflichem Stress

Benutzer42813 

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Wieso wird man in diesem Thread [kritisiert oder] ignoriert, wenn man rät, die Probleme an der Wurzel zu packen?

Weil das zwar ein guter Rat ist, aber der mir halt nichts Neues bringt, weil ich das schon vorher selber wusste und auch in die mittelfristige Planung mit aufgenommen hatte. Oben kam das Beispiel mit dem "Ich habe Durst" - "Dann iss doch was, das hilft bei mir immer gut gegen Hunger!" --> Genauso hier. Ich brauchte Unterstützung für die kurzfristige Planung, nicht für die mittelfristige, daher habe ich meine Frage auch ganz präzise nur dazu gestellt.

Vergleiche auch mit:

Wir haben auch ein gemeinsames Urlaubs-WE pro Monat bis zu seinem Examen gebucht, wo wir ganz und gar rausfahren (jetzt schreib ich es doch alles), wir haben jeden Samstag Nachmittag gemeinsames Essen gehen und jeden zweiten Freitag Abend Kino oder Disco oder Massage-Abend und jeden anderen zweiten Sonntag Kaffee trinken mit seiner Mutter. Wir haben uns unsere Dates quasi richtig in den Kalender geschrieben.

Was sollen wir denn sonst noch alles machen? Soll ich kündigen oder meinen Lebenstraum Schriftstellerin aufgeben, soll er das Examen schmeißen oder ruinieren, damit wir den Anforderungen fremder Menschen an eine gute Beziehung besser entsprechen können? Darin sehe ich wenig Sinn, und das empfinde ich tatsächlich als anmaßend.




***

Letztlich haben gerade die unter-zehn-Minuten-Dinger übrigens dazu geführt, dass mein Freund mich nicht mehr nur als "völlig erschöpfte und fertige Shiny" erlebte, sondern gestern Kuchen mitbrachte und wir unser Teeritual wieder machten - wenn auch mit Serie und nicht mit quatschen. Und heute will er es wieder tun. An und für sich haben wir nämlich unsere Rituale. Sie waren nur verloren gegangen, weil das Zusammensein immer öfter von dem ganzen Stress überschattet war und erst mal wieder an das Liebevolle und Respektvolle angenähert werden musste.

Aber das hätte eben nicht passieren können, wenn wir nicht mit den kleineren Dingen erst mal wieder zueinander hingefunden hätten. Übrigens ist mir dank der gemachten Vorschläge "was mitbringen, was der andere besonders mag" zum ersten Mal aufgefallen, dass mein Schatz das bei mir immer macht. Das hatte mir immer schlechte Laune gemacht, weil ich es als nonverbalen Vorwurf "Du wirst zu dick und hast dein Essverhalten nicht unter Kontrolle, außerdem müsstest du öfter für uns was richtiges und gesundes kochen, du bist also auch noch faul, sonst müsste ich ja nicht für uns beide zum Bäcker gehen" interpretiert habe. Manchmal reicht bei so was ein ganz kleiner Perspektivwechsel und es wird zu einem herzwärmendem Beweis von "Ich denk an dich und du bist mir wertvoll".

Und wenn ich wieder gesund bin und wieder weniger Zeit habe, werden es eben gerade die kleinen Dinge sein, die den Unterschied zwischen Himmel und Hölle beim Heimkommen ausmachen werden. Wenn wenig Zeit ist, dann wird das, was man hat, kostbarer - wenn man es richtig nutzt. Und es waren Ideen für dieses wenige und Kostbare, nach denen ich gesucht habe.
 
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Benutzer20579  (37)

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Ich finde, das klingt doch super und ich weiß auch nicht, wieso manche Leute Beziehungen immer so madig machen müssen. Das ist ein Trend, denn ich hier schon länger im Forum beobachte - von "so kann es nicht weitergehen!" bis "trenn dich lieber", anstatt dass man an dem festhält, was man hat, auch wenn andere Leute von extern denken, "Das könnte ich nicht".

So blöd es klingt, mich erinnert das immer an eine Phase, in der ich schwere Allergien hatte und erstmal 3 Tage nur Reis und Rindfleisch essen durfte, um dann nach und nach einzelne Lebensmittel zu ergänzen und zu schauen, wogegen ich reagiere - und mir dann Leute erklärten, "Also das könnte ich nicht!" und mich fragten, ob ich nicht mal einen Burger mit Pommes haben möchte.:rolleyes:

Also ich finde den Ansatz, jetzt erstmal mit kleinen Zeichen aneinander festzuhalten, super - und man sieht doch, dass es funktioniert. Ich erinnere mich auch an Phasen, wo ich meinen Freund nur abends im Bett gesehen habe (um dann im anderen Bett zu schlafen, weil er schnarcht und ich meine Ruhe in solchen Phasen brauche) und ich habe mich riesig gefreut, wenn morgens ein Post-It mit "Hallo hübscher Schatz!" im Kleiderschrank hing. Ob das nun andere Leute für sinnfrei halten, ist doch egal, wenn man tagsüber beschwingter und mit leichtem Herzen an die Arbeit gehen kann.

Die Idee mit der Paartherapie finde ich auch super. Ihr habt beide eure Päckchen zu tragen und habt - was ich lese - keine optimale Konfliktbewältigung und Frustrationstoleranz (tolles Wort :zwinker:) und könnt davon sicherlich profitieren. Im Übrigen glaube ich auch nicht, dass Paartherapien Zeiche von schlechten Beziehungen sind, eher zeigt es doch, dass einem was daran liegt. Ich habe neulich noch einen interessanten Artikel darüber gelesen, wo es auch darum ging, dass es Paare gibt, die zu Beginn einer Beziehung direkt zum Paartherapeuten gehen, damit sich bestimmte Dinge gar nicht erst einschleichen - und das wurde von den "Experten" in dem Artikel als sehr positiv empfunden, damit man nicht in alte Verhaltensmuster fällt und in der Beziehung gleich lernt, richtig zu kommunizieren.

Zuletzt finde ich aber auch, dass man weniger in einem "Wenn das alles vorbei ist, wird alles besser" denken sollte. Das klingt in stressigen Phasen blöd und anmaßend, aber ich bin jetzt seit ungefähr 2007 in irgendwelchen Examens- und Prüfungsphasen, die nicht besser werden. Resulat von "Wenn das alles vorbei ist, kümmere ich mich drum!" ist, dass ich mittlerweile denke, dass ich manche Dinge (wie meine Kieferprobleme) schon lange hinter mir haben könnte, wenn ich nicht seit 2007 "später" spielen würde. Und langsam merke ich, dass ich anfangen muss, Dinge direkt zu erledigen und nicht immer aufzuschieben, "für wenn weniger Stress herrscht", denn vielleicht kommt die Phase nicht mehr und man muss jetzt anfangen, den Stress zu reduzieren. Wenn ich weiß, wie es geht, sage ich Bescheid :zwinker: - Momentan fahre ich gut mit viel Sport, Selbstversuchen autogenen Trainings und ab und zu Kuscheleinheiten und Tee beim Freund abholen. Und trotzdem mit dem Gedanken "Wenn das alles vorbei ist...!"
 

Benutzer42813 

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Zuletzt finde ich aber auch, dass man weniger in einem "Wenn das alles vorbei ist, wird alles besser" denken sollte.

Recht hast du damit, und wie... Irgendein Stress wird nämlich immer sein. Mal mehr, mal weniger. Und eine Beziehung muss irgendwie damit klarkommen und sollte trotzdem noch eine Ressource bleiben, aus der man Kraft schöpfen kann.

Das schlimmste ist ja sogar schon vorbei, jedenfalls bei mir :zwinker:. Vielleicht sollte ich auch mal anfangen, so zu denken. Und noch besser ist ja immer noch möglich.
 
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Shiny Flame schrieb:
Soll ich kündigen oder meinen Lebenstraum Schriftstellerin aufgeben, soll er das Examen schmeißen oder ruinieren, damit wir den Anforderungen fremder Menschen an eine gute Beziehung besser entsprechen können?

Um Letzteres gehts mir nicht, mir ist das völlig wumpe, was ihr euch unter einer guten Beziehung vorstellt. Aber um die Frage zu beantworten: Arbeite dich doch erstmal in deinen Beruf ein.

Sorge dafür, dass du da die richtige Balance findest...
...dass du lernst, mit dem Stress umzugehen,
...dass du lernst, dich gegen die Kollegen durchzusetzen, die deine Klasse ungerecht behandeln,
...dass du über einen lange Zeitraum gesund bleibst,
...und dass du letztlich deinen Partner beim Examen auch unterstützen kannst.

Das stünde bei mir ganz oben auf der Liste statt eines Lebenstraums, den du, so lange deine Probleme nicht gelöst sind, nur als Hobby ausüben kannst.
 

Benutzer42813 

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Das stünde bei mir ganz oben auf der Liste statt eines Lebenstraums, den du, so lange deine Probleme nicht gelöst sind, nur als Hobby ausüben kannst.

Ja, das stünde bei dir ganz oben auf der Liste. Das glaube ich dir gerne und das respektiere ich auch voll und ganz.

Aber: Was hat das jetzt mit mir und meinem Leben zu tun?
 
L

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Gast
Bei jedem kritischen Wort fühlst du dich gleich angegriffen.
Ich erwarte gar nicht, dass du das machst, was ich machen würde. Es ist nur meine ehrliche Meinung. Aber du gehst ja weder mit positiver noch negativer Kritik drauf ein. Was spricht denn dagegen, die Dinge nacheinaner zu regeln? Dein Plan, den du eh schon im Kopf hast?
 

Benutzer42813 

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Wie meinst du das, dass ich weder mit positiver noch mit negativer Kritik darauf eingehe? Das verstehe ich nicht ganz. Magst du ein Beispiel dafür geben, was ein "draufeingehen mit positiver oder negativer Kritik" ist?

Und mein letzter Beitrag war auch überhaupt nicht als Angriff gemeint. Nur als Tatsachenfeststellung. Für dich wäre die Reihenfolge so, dass du den Lebenstraum, der in deinen Augen nur ein Hobbie ist, nach hinten setzt. Für mich... Ist es anders, schon seit vielen Jahren, dazu hatte ich früher auch schon Threads im Kummerkasten - das ist einfach was, was mit dem aktuellen Problem zusammenhängen mag, wo aber ein Verzicht darauf mehr Probleme bewirken würde als alte lösen.
 
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Benutzer72433 

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Das stünde bei mir ganz oben auf der Liste statt eines Lebenstraums, den du, so lange deine Probleme nicht gelöst sind, nur als Hobby ausüben kannst.
und bis dahin - egal wie lange es dauert - tust du was? nicht leben? nicht mit dem partner glücklich sein? alles auf später verschieben?
dann hat man nachher all diese probleme gelöst... und auf dem weg dahin den partner verloren.
 

Benutzer107106 

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Redakteur
Meiner Meinung nach ist es wichtig sich immer im Hier und Jetzt wohlzufühlen. Daher finde ich es gut, dass du versuchst eine stressige Phase mit solchen Kleinigkeiten zu verschönern.
Mein Mann und ich versuchen so gut wie täglich eine kleine Runde um den Block zu drehen. Haben wir viel Zeit machen wir die 5 km Tour durch den Wald, haben wir wenig Zeit, sind es wirklich nur 500m. Frische Luft tut gut, man hat die Möglichkeit sich Dinge zu sagen, ganz ohne Ablenkung oder man schweigt sich ein bisschen an. Wichtig ist, dass die Handy zu Hause bleiben. Vielleicht wäre das auch etwas für euch.
Gemeinsame Mahlzeiten sind auch gut, aber wenn ich wirkklich viel zu tun habe, freue ich mich auch über einige Schnittchen und ein Malzbier am Schreibtisch.
Sonst ab und an eine nette SMS, das Bett noch mal aufschütteln bevor man sich hinlegt, oder das Frühstück vorbereiten, sodass man daran nicht denken muss. Arbeitserleichterungen schaffen (putzen, aufräumen, bügeln, Dinge zusammen suchen, etc) finde ich auch immer gut.
 

Benutzer25861  (35)

Verbringt hier viel Zeit
hallo ,

mein freund und ich sind jetzt seit 9 jahren zusammen.
wir haben natürlich auch so unsere kleinen rituale.
ein paar vorschläge von mir für dich :smile:

zusammen spazieren gehen
ein bad zusammen nehmen
sich gegenseitig etwas vorlesen
ein hörbuch zusammen anhóren
den partner ins bett bringen, insofern er früher schlafen geht.
obst kleinschneiden und einen schónen teller fertig machen.
eine schöne e-mail schreiben
gemeinsam etwas basteln
sich gegenseitig die haare waschen:herz:

ich hoffe es :winkwink: war etwas für dich dabei
 

Benutzer102211 

Öfters im Forum
Bei uns ist es so:
- sie geht arbeiten, führt Mitarbeiter, übernimmt Verantwortung, hat Streß, erledigt nebenbei noch die Einkäufe usw., da ist sie natürlich abends geschafft,
- ich bleib zu Haus, leg mich früh noch mal hin, beginne entspannt den Tag, wirtschafte etwas auf dem Grundstück herum, treibe Sport, bin völlig entspannt.

Nun ein typisches Ritual:
Sie kommt gegen 19.00 Uhr und fährt ihr Auto auf dem Weg ins Grundstück fest. Sie steigt aus und wird wütend. Nach einer Weile beginnt sie mich zu suchen. Der Hund bringt sie zu mir. Ich sitze zwischen den Tomaten und freue mich über die tolle Ernte. Sie schimpft, weil ich den Weg einfach nicht in Ordnung bringe ( hab ja einen Geländewagen ). Ich sag ihr, wo die Schaufel steht. Sie wirft mit Tomaten. Der Hund geht in Deckung. Ich werfe mit faulen Tomaten zurück. Sie wird rabiater, Stoff geht zu Fetzen, alles mögliche geht zu Bruch und wir landen auf dem Komposthaufen, wo einige Zentner faules Obst zusammen mit Hühnerkot gammelt. Ihre Frisur ist gleich mal redesigned ...
Irgendwann - wie jetzt z.B. hat sie das Bad für eine ganze Stunde okkupiert und ich sitze mistig am Rechner und trolle.
Eine kurze Nacht steht mir bevor. Morgen früh halb 5 schmeißt sie mich wieder aus dem Bett und scheucht mich runter zum Auto. Alles beginnt wieder von vorne, ich werd mich dann erst mal wieder hinlegen. Werd dann mal was schönes Kochen für sie - irgendetwas, was man im Notfall auch gut zum Werfen beutzen kann ( Kartoffelbällchen ). Dazu kleine Fleischklöpschen mit einer würzigen Petersiliensouce.

Fazit: Stress kann auch Spaß machen.
Das Faultier
 
L

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Gast
Nevery schrieb:
und bis dahin - egal wie lange es dauert - tust du was? nicht leben? nicht mit dem partner glücklich sein? alles auf später verschieben?

Ich verstehe nicht, was so schlimm daran ist, Kompromisse zu machen. Sich auf eine wichtige Sache zu konzentrieren, statt alle Lebensträume auf einmal verwirklichen zu wollen. Ich kann verstehen, wenn man einen Ausgleich braucht, aber wenn gleichzeitig die Beziehung zum Partner nur aus Zettelchen besteht und man sich nur am Wochenende füreinander Zeit nehmen kann, ist man dann glücklich?

Shiny Flame schrieb:
Für dich wäre die Reihenfolge so, dass du den Lebenstraum, der in deinen Augen nur ein Hobbie ist, nach hinten setzt.

Naja, was ist das Ziel? Ich glaube, in deiner derzeitigen Situation kann es nicht funktioneren, so ganz nebenbei mal eben Schriftstellerin zu werden. Von daher ist es in meinen Augen halt ein nettes Hobby, ich hab auch eins, meine Gitarre. Ich schreibe ab und an Songs und würd auch gern mal ein Album aufnehmen. Aber diesen Traum erfülle ich mir, wenn ich dafür den Kopf frei und Zeit habe. Weil ich weiß, dass man sich sowas nicht aus dem Ärmel schüttelt, wenn es die Anforderungen, die man sich selbst stellt, erfüllen soll.
 

Benutzer42813 

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Naja, was ist das Ziel? Ich glaube, in deiner derzeitigen Situation kann es nicht funktioneren, so ganz nebenbei mal eben Schriftstellerin zu werden. Von daher ist es in meinen Augen halt ein nettes Hobby, ich hab auch eins, meine Gitarre. Ich schreibe ab und an Songs und würd auch gern mal ein Album aufnehmen. Aber diesen Traum erfülle ich mir, wenn ich dafür den Kopf frei und Zeit habe. Weil ich weiß, dass man sich sowas nicht aus dem Ärmel schüttelt, wenn es die Anforderungen, die man sich selbst stellt, erfüllen soll.

Das Ziel ist "Schriftstellerin werden", alles andere ist diesem Ziel untergeordnet. Warum das so ist, ist wie gesagt eine lange Geschichte, die nichts mit dem Threadthema zu tun hat, es ist aber schon seit vielen Jahren so. Es ist nichts, was ich tue, wenn ich den Kopf frei und Zeit habe. Es ist etwas, wofür ich seit vielen Jahren kämpfe. Ich weiß, dass man es nicht aus dem Ärmel schüttelt. Deswegen lerne ich seit vielen Jahren mein Handwerk parallel zu meinem Erstberuf und habe, wie das von Profis geraten wird, mit dem Verkauf kleinerer Geschichten angefangen.

Ich weiß, dass das nicht "politisch korrekt" ist, aber es ist so, dass ich in erster Linie Schriftstellerin werden will und "nebenbei" auch noch das ganze restliche Leben schmeiße, inklusive Job (in den ich mich reinhänge, weil es nicht meine Art ist, Dinge halbherzig anzugehen, und mich das Geschichtenerzählen nicht so sehr faszinieren würde, wenn Menschen in ihrer Vielfalt und in spannenden Phasen der Entwicklung mich nicht ebenfalls faszinieren würden), Freundschaften (schließlich brauche ich Leute, die mich aufbauen, wenn ich nicht mehr schreiben kann - und worüber soll ich schreiben, wenn ich nichts erlebe und nicht weiß, wie gut sich die Nähe zu anderen Menschen und die Freude, dass es ihnen gut geht, anfühlen?) und Liebe (und ja, ich habe vergangene Partner verlassen, weil sie meine Schreiberei nicht ernst nahmen, abwerteten oder zu eifersüchtig auf die Zeit mit meiner Muse wurden - und meinen jetzigen Gefährten habe ich vorgewarnt. Ich weiß bei ihm, dass er der Richtige ist, weil er vor einem Jahr Tränen vergossen hat, die ich selbst nicht vergießen konnte, weil ich so unglücklich darüber war, dass ich wegen dem Job möglicherweise monatelang nicht würde schreiben können. Dann hat er mich gezwungen, jeden Tag eine halbe Stunde zu schriftstellern, weil er wusste, dass ich ansonsten eingehen würde, und hat mir Kaffee gekocht, um das möglich zu machen.).

Wenn das nicht so wäre, wäre vieles leichter. Alleine das Glück, jede Nacht ausreichend Schlaf zu haben, wäre mit Sicherheit viel leichter für mich zu erreichen, wenn ich das Schreiben zu den Akten legen würde. In meiner Therapie habe ich das mehr als einmal angesprochen. Doch meine Therapeutin fragte nur, wie bald ich endlich Stunden reduzieren könnte, sie will gar nicht, dass ich weniger schreibe, im Gegenteil, sie möchte nur, dass ich auf dem Teppich bleibe und nicht abstürze, wenn der Verlag mein aktuelles Romanmanuskript ablehnen sollte. Ein sehr vernünftiger Wunsch. Wir werden es uns finanziell leider erst leisten können, wenn mein Freund das Examen hat. Er war bereit, seine Weiterbildung abzubrechen, damit ich schon vor einem Jahr mit dem Schreiben richtig durchstarten könnte, und das werde ich ihm nie vergessen. Und ich weiß, dass er die Weiterbildung in erster Linie macht, damit er mehr Geld verdienen kann und ich mir die halbe Stelle plus Schriftstellerei ab nächstem Sommer leisten kann. Und ich mache die Doppelbelastung von voller Stelle und halber Schriftstellerstelle eben in erster Linie, um ihm die Weiterbildung zu ermöglichen, weil das seit vielem Jahren sein Traum war.

So kämpfen wir mit unserer beruflichen Überlastung im Moment beide gegenseitig dafür, dass der andere seinen großen Traum erreichen kann. Und dieses Wissen ist etwas, was noch mal ganz anders verbindet als Klebezettelchen, Kopfmassagen beim Arbeiten, heißer Kakao, Wärmflaschen, gegenseitiges Haarekämmen, gemeinsames Sitzen unter der Dusche, Küsse auf den Hinterkopf, während der andere arbeitet, kleine Snacks beim Arbeiten, Händchenhalten beim Einschlafen und gemeinsame Wochenenden. Vor einem Jahr waren wir beide aus Liebe bereit, den eigenen großen Traum zu den Akten zu legen, um dem anderen bei der Verwirklichung seines Traumes zu helfen. Wir haben uns dann stattdessen entschieden, eineinhalb sehr anstrengende Jahre auf uns zu nehmen, um uns gegenseitig zu helfen, beide Träume am Leben zu halten. Das hat für mich was mit sehr, sehr viel Liebe zu tun. Noch mehr Liebe als wenn einer von uns seinen Traum aufgegeben hätte. So wunderschön, wie nichts, was ich davor mit irgendeinem anderen Mann hatte.

Und ja, jetzt gerade im Moment ist es tatsächlich sehr, sehr anstrengend. Aber eine Alternative dazu, die ihm und mir das Hinarbeiten auf das Erreichen des jeweiligen selbstgesteckten Zieles dennoch ermöglicht, sehe ich nicht. Manchmal muss man anstrengende Zeiten durchstehen, wenn am Ende eine Belohnung wartet, die es wert ist.

Aber währenddessen kann man trotzdem um Rat dafür bitten, wie man es besser hinbekommt, damit die Belohnung am Ende noch das ist, wofür man die ganze Zeit gekämpft hat, und die Liebe nicht unterwegs einschläft.
 

Benutzer101781 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hey Shiny,
vielleicht kannst du auch anders ansetzen und einfach mal was für dich tun. Ich könnte mir vorstellen, dass es zwischen euch zweien wieder besser läuft, wenn du mit dir selbst wieder mehr zufrieden bist. Vielleicht hilft schon ein ausgelassener Abend mit deiner besten Freundin oder ein tolles Bad... Durch sowas wird vllt auch deine Kreativität wieder angekurbelt und es bleibt davon auch etwas in der Beziehung hängen und nicht nur auf Arbeit. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es dir leichter fällt die Wutausbrüche deines Freundes nicht auf dich zu beziehen, wenn du innerlich entspannter bist.

Ich weiß, dass das jetzt nicht direkt eine Antwort auf deine Frage war, hoffe aber, dass es vllt trotzdem hilft :zwinker:

lg
Patty
 

Benutzer39498 

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Shiny, mir ist grade aufgefallen - dir sicherlich selber auch - das sich manche deiner Probleme und Fragen im Forum wiederholen. Schon 2009 hast du eine ganz ähnliche Frage gestellt: https://www.planet-liebe.com/threads/viel-stress-im-leben-von-beiden-h%C3%A4lt-die-beziehung-das-aus.253575/ Auch das hier geht in eine ähnliche Richtung: https://www.planet-liebe.com/threads/wenn-der-geliebte-vielleicht-wieder-depressiv-wird.286128/

Was ich damit sagen will: ich glaube wirklich nicht, das kurzfristige, symptomatische Lösungen der richtige Weg sind. Du magst das nicht für einen angemessenen Rat halten und es bleibt auch nicht innerhalb der engen Grenzen deiner eigentlichen Frage, aber so ist das mit den Menschen: man macht sich manchmal Gedanken über diesen Rahmen hinaus, wenn man glaubt zu sehen, dass da deutlich mehr dahinter ist als ein nettes Teeritual. Was Hexe gesagt hat finde ich im Hinblick auf die alten Threads sehr wichtig - du scheinst dazu zu tendieren, Dinge immer auf "bald" zu schieben. Bald ist es vorbei, bald ist alles besser, es liegt nur an externen Umständen, die bald weg sind.
Es mag sein, das jetzt für eine kurze Zeit die Planung gemeinsamer Aktivitäten ausreichend ist. Aber was darunter liegt ist eine Grundgelassenheit, die euch schlichtweg fehlt. Dir weil du auf Stress mit Angst, Heulattacken, psychischen Zusammenbrüchen und ähnlichen Dingen bis hin zu körperlichen Symptomen wie Grippe, Fress- und Hungerphasen bis zum Fasten reagierst, ihm, weil er auf Stress mit Wut und Aggression reagiert. Das passt extrem schlecht zusammen. Ja, natürlich solltest du zu Hause frei von Aggression leben können. Den Computer nicht volle Wumme anzuschreien ist aber nichts, was man nur ganz doll schwer verhindern kann, sondern schlicht eine Frage von Respekt und Beherrschung. Wenn MEIN Freund sein iPad anschreit weil er beim Tennisspielen wieder verloren hat, finde ich das ein mal lustig, beim zweiten Mal sage ich ihm, das er sich mal bitte zusammen reißen soll, fertig. Danach kommt höchstens noch ein Grummeln - weil er genug Respekt vor meinen Gefühlen und meinen Nerven hat, um sich am Riemen zu reißen.

Nun magst du sagen, was hat das bitte mit deiner Beziehung zu tun? Im Grunde natürlich nichts. Aber es sieht einfach aus der Distanz nicht so aus, als wäre da wirklich 95% Glück, wie man es bei Verlobten vermuten würde. 2011 fragtest du dich, ob du Schluss machen sollst, weil du das Gefühl hattest, er unterstützt deine Schreiberei nicht so vollkommen wie du es brauchst. Anfang des Jahres hast du endlich eine gute Therapeutin gefunden und einiges aufgearbeitet, aber der Stress ist auch nach dem zweiten Staatsexamen wiedergekommen, weil du eine neue Stelle hast. So wird es mit Sicherheit auch noch ein paar Jahre weitergehen. Dein Freund wird in einem neuen Job Stress haben. Du wirst wieder Krisen mit den Kollegen und Schülern durchleben. Was, wenn dein Freund wieder arbeitslos ist? Und so weiter und so fort... In meinen bescheidenen Augen müsst ihr einfach ganz dringend daran arbeiten, etwas "cooler" zu werden und auch ruhiger miteinander umzugehen.

Bevor du jetzt sagst, ich hätte so etwas vermutlich noch nie erlebt, möchte ich hinzufügen das das eine Entwicklung ist, die ich selber durchgemacht habe. Auch ich habe mein Päckchen zu tragen und habe fiese Leichen im Keller der Vergangenheit. Auch ich habe früher um mich geschlagen und meinem Exfreund aus Verzweiflung gemeine Dinge an den Kopf geworfen die ich nie so meinte, habe vor Angst und Verzweiflung geheult und mich versteckt. Und die letzten zehn Jahre meines Lebens waren nicht immer ein Zuckerschlecken. Die erste Hälfte dieses Jahres haben mein Freund und ich damit verbracht, in der gleichen Wohnung in unterschiedlichen Räumen zu sitzen und den Computer anzustarren - und auszuhandeln wer den Nerv dafür hat, was zu kochen, und wer dafür einkaufen geht... Während er mit Bravour seinen Abschluss fertig bekommen hat, hat die gleiche Betreuerin mich kurz vor Schluss furchtbar gefoppt und verarscht, so das ich bislang ohne Abschluss dastehe. Anstatt in Ruhe und mit dem guten Gefühl, alles geschafft zu haben auf Weltreise zu sein (so wie er, einen Arbeitsvertrag hat er ja auch schon) muss ich nun noch ständig daran denken, was im Februar ist. Du hast vollkommen Recht, man muss harte Phasen auch einfach mal durchstehen, aber wo ist da die Obergrenze? Ab wo ist es nur noch Kampf und Krampf und bis wohin tut es und er dir noch gut? Das musst du für dich selbst entscheiden, aber es inmer auf "es wird bald vorbei sein" scheint schon seit Jahren nicht wirklich zu funktionieren.
 
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So kämpfen wir mit unserer beruflichen Überlastung im Moment beide gegenseitig dafür, dass der andere seinen großen Traum erreichen kann. Und dieses Wissen ist etwas, was noch mal ganz anders verbindet als Klebezettelchen, Kopfmassagen beim Arbeiten, heißer Kakao, Wärmflaschen, gegenseitiges Haarekämmen, gemeinsames Sitzen unter der Dusche, Küsse auf den Hinterkopf, während der andere arbeitet, kleine Snacks beim Arbeiten, Händchenhalten beim Einschlafen und gemeinsame Wochenenden. Vor einem Jahr waren wir beide aus Liebe bereit, den eigenen großen Traum zu den Akten zu legen, um dem anderen bei der Verwirklichung seines Traumes zu helfen. Wir haben uns dann stattdessen entschieden, eineinhalb sehr anstrengende Jahre auf uns zu nehmen, um uns gegenseitig zu helfen, beide Träume am Leben zu halten. Das hat für mich was mit sehr, sehr viel Liebe zu tun. Noch mehr Liebe als wenn einer von uns seinen Traum aufgegeben hätte. So wunderschön, wie nichts, was ich davor mit irgendeinem anderen Mann hatte.

Und ja, jetzt gerade im Moment ist es tatsächlich sehr, sehr anstrengend. Aber eine Alternative dazu, die ihm und mir das Hinarbeiten auf das Erreichen des jeweiligen selbstgesteckten Zieles dennoch ermöglicht, sehe ich nicht. Manchmal muss man anstrengende Zeiten durchstehen, wenn am Ende eine Belohnung wartet, die es wert ist.

Aber währenddessen kann man trotzdem um Rat dafür bitten, wie man es besser hinbekommt, damit die Belohnung am Ende noch das ist, wofür man die ganze Zeit gekämpft hat, und die Liebe nicht unterwegs einschläft.

Ich stimme da Detroiter zu, bei dir ist "im Moment" doch schon viel zu lange. Ich kann mich auch noch an die genannten Threads erinnern und es bessert sich doch einfach nicht.
Was nützt ein Traum, wenn er dich permanent unglücklich macht. Und wenn du nicht bezüglich deines Jobs oder der Schriftstellertätigkeit Kompromisse eingehen willst, habe ich die Befürchtung, dass es immer so weiter gehen wird, weil diese Entspannungsphase, die du dir erhoffst, einfach nicht eintreten wird, weil ihr beide immer neue Dinge finden werdet, die euch in Stress versetzen, schon weil ihr gar nicht mehr in der Lage seid, euch wirklich zu entspannen.
Es freut mich, dass diese Kleinigkeiten euch jetzt einmal helfen, aber das ist doch keine Dauerlösung, wenn die Ursache nicht behoben wird.
Natürlich können wir dir nicht sagen, wie du eine Beziehung führen sollst, aber wie schlecht muss es einem denn über Jahre noch gehen, damit man endlich etwas ändert? Das versteh ich einfach nicht. Willst du alles opfern für diese eine Sache? Darum geht es doch den meisten hier, wir wollen dir ja auch gar nicht sagen, dass du was ändern sollst, wir wollen vorrangig, dass es dir besser geht und wenn man Jahren dauerkrank und psychisch so fertig ist, dann stimmt doch irgendwas nicht und mir will nicht in den Kopf, warum du das nicht siehst, oder warum du da so stur trotzdem weitermachst und dir selber so weh tust.

Ist es das wert? Bist du bereit, die ganzen Krankheiten und Zusammenbrüche zu ertragen mit der Hoffnung, möglichst schnell Schriftstellerin zu werden? Wenn es das für dich ist, dann können wir dir nicht helfen (bis auf die Symptomlinderungen hier), dann hast du deinen Weg gewählt. Aber manchmal hilft es, zur Ruhe zu kommen, einen Schritt zurückzumachen und sich zu fragen, ob es das jetzt wirklich ist, was man will, oder ob es nicht sinnvoller ist, sein restliches Leben erst einmal zu ordnen, bevor man seinen Traum verfolgen kann.
Wenn du das nicht willst, dann darfst du dich aber eben auch nicht beschweren, dass du es so schwer hast, das du ständig krank bist und deine Psyche nicht mehr mitmacht, denn du kennst die Ursache, du kennst die beste Lösung, wenn du aber nicht gewillt bist, tatsächlich etwas dagegen zu tun, weil du den Kompromiss nicht eingehen willst, dann musst du es ertragen und kannst letztlich nur kleine kurzfriste Stützen suchen, solltest dich nur eben nicht wundern, warum es dir so schlecht geht.
Mehr als die Hand reichen bzw. einen Weg zeigen, können wir nicht, es tut aber eben immer weh, wenn man Menschen sieht, die Dingen hinterherrennen (egal ob sie die erreichen können oder nicht) und sich damit selber so kaputt machen. Und manche wunden, die man jetzt aufreißt, kann man später eben nicht mehr schließen.
 

Benutzer42813 

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Keiner von euch hat Unrecht, und dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass es so für mich einfach nicht funktionieren kann... Dennoch habe ich drüber nachgedacht und werde das mit Sicherheit auch weiter tun. Wenn es bei mir ein Update gibt, werde ich es gerne posten.
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Auch wenn ich Hexe13 und TheDetroiter zustimmen muss, was einiges angeht, nämlich vor allem das Problem mit dem "später kann ich dies..." "bald hab ich das..." denke ich doch, dass einige hier in diesem Thread viel zu sehr von sich und ihrem Leben ausgehen, als von Shiny und ihrer Situation.
Ich lese ShinysThreads ja schon sehr lange mit und ja, sie beschreibt oft dieselben Probleme und auch ähnliche Situationen, aber jetzt kommt ein großes ABER:

Ich glaube Shiny ist auch etwas ein Drama-Mensch (mir fällt gerade nichts ein wie ich es sonst nennen könnte). Jemand, der immer ein wenig Drama und Action sowie Gefühlsschwankungen hat und braucht, sehr temperamentvoll ist und jemand, der recht schnell in Extreme verfällt sowie jemand, der sich bei Kummer schriftlich ausheulen muss. Da sie ja gerade immer noch kein Tagebuch hier hat verlegt sie das wohl auch in Threads wie diese. Sie kann sich zum einen sehr gut, da bildlich und zum anderen sehr lebendig und mitreißend ausdrücken und das sollte man nicht unterschätzen.

Der Leser selbst sollte also, wenn man selbst etwas gemäßigter ist, das hier nicht so überinterpretieren und davon ausgehen, dass Shiny und ihr Partner ein furchtbar großes Problem haben und absolut nicht zusammenpassen (vor allem nicht wenn sie eigentlich glücklich ist und nach Lösungen für ein momentanes Problem sucht).

BTT:
Mein Freund und ich sind auch gerade in einer solchen Phase (ich muss für wichtige Klausuren lernen, er noch drei Hausarbeiten schreiben, also auch ordentlich Stress).
Was außer den netten kleinen Berührungen wie Kopfkraulen, Kopfmassage, Handmassage und nebenbei auf der Couch kuscheln wirklich hilft ist eine gemeinsame, kleine Runde um den Block.
10-20 Minuten Bewegung, frische Luft und Unterhaltung.
Man bewegt sich etwas, kriegt den Kopf frei und kann sich unterhalten, muss aber auch nicht. Man kann Händchenhalten, muss aber nicht. Man kann sich gegenseitig schöne Sachen zeigen (wer freut sich nicht wenn er vom Partner die erste in diesem Jahr gesammelte Kastanie oder den ersten gepflückten Apfel bekommt) und einfach etwas runterkommen.
Für den Partner kochen finde ich auch ganz toll. Mal das Lieblingsessen machen oder mal was besonderes/aufwändiges/neues.

Ansonsten halte ich das Schreien deines Freundes noch für ein großes Problem.
Ich bin ja genauso wie du sehr ängstlich und bekomme schnell Probleme, wenn bei mir daheim jemand rumschreit oder ständig meckert. Da ist es auch nicht getan mit "bezieh das nicht auf dich, er meint ja was anderes". Das weiß man in dem Fall schon, es geht einem eben nur um die in der eigenen Wohnung ausgestrahlte Aggression und Wut. Meine Wohnung ist mein Zufluchtsort, da will ich mit sowas nichts zu tun haben, das krieg ich jeden Tag draußen genug ab.
Mein Freund rastet auch ab und an am PC so aus und das macht mir Angst. Ich hab mit ihm abgemacht, dass er jetzt dafür raus geht oder laut Musik anmacht, bevor er seine Wutausbrüche kundtut, damit ich es nicht mitbekommen muss. Wenn er merkt er wird aggressiv, dann setzt er sich irgendwie ab. Würde das bei dir vielleicht auch helfen?
 

Benutzer42813 

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Ansonsten halte ich das Schreien deines Freundes noch für ein großes Problem.

Ist es auch... Dazu habe ich jetzt allerdings mit ihm abgemacht, dass seine Mutter bis zu seinem Examen Wohnungsverbot kriegt, weil wir sie schließlich inzwischen regelmäßig besuchen und deswegen nachmittags einfach unsere Ruhe brauchen. Denn ich hatte das Gefühl, dass da ein temporärer Zusammenhang bestand. Ich habe ihn dann einen Abend nachgemacht - also nachdem er seinen Computer angeschrien hat, habe ich meinen einfach jedes Mal auch angeschrien und dann zu ihm gesagt, dass das ja überhaupt nichts mit ihm zu tun hat, er solle es einfach ignorieren...

Da hat er wohl kapiert, wie sehr so was nervt und irritiert und hat meine ständigen Sticheleien, dass er nach den TElefonaten mit seiner Mutter unerträglich sein und vor allem, wenn sie "eben mal kurz da war", endlich mal ernstgenommen.

Es fiel ihm sehr schwer, ihr das mitzuteilen (auf diplomatisch natürlich), aber seitdem (und das sind ja nun auch schon wieder ein paar Tage) ist er kein einziges Mal laut geworden. Das hat inzwischen auch schon einiges wieder entspannt - ich glaube, das war für mich nämlich das schlimmste.


das hier nicht so überinterpretieren und davon ausgehen, dass Shiny und ihr Partner ein furchtbar großes Problem haben und absolut nicht zusammenpassen (vor allem nicht wenn sie eigentlich glücklich ist und nach Lösungen für ein momentanes Problem sucht).

Absolute Zustimmung. Wenn ich hier zwischendurch, in den Momenten, wo ich rundum zufrieden mit der Welt bin und er mir gerade beim Schrifstellern die Haare kämmt und mich dann mit einem Orangensaft wieder in die andre Welt verabschiedet, ebenfalls posten würde.. Dann würde man mir vermutlich entweder sagen, ich solle nicht so übertrieben kitschig und verknallt schreiben oder es nach dem Lesen von dem, was auch mal schiefgeht, gar nicht glauben wollen. Es ist vermutlich tatsächlich ein Stück weit auch "Schriftstellerkrankheit", dass ich Emotionen und soziale Prozesse immer sehr, sehr genau beobachte und beschreibe. Vermutlich nehme ich auch vergleichsweise "leise" Emotionen bei mir und anderen sehr viel intensiver wahr als viele andere, das haben mir schon viele gesagt und dass ist gleichzeitig Stärke und Schwäche, je nach Kontext, nicht unbedingt immer gut, aber wohl einfach nicht wirklich zu ändern.

Und vermutlich leide ich deswegen unter Phasen von "wenig liebevoller Aufmerksamkeit" einfach auch ein bisschen mehr als andere es in der gleichen Situation tun würden, so dass mir solche Phasen dann dramatischer erscheinen als sie es bei anderen würden und ich eher schon was daran ändern möchte.
 

Benutzer58054  (39)

Sehr bekannt hier
Generell denke ich, dass ein bisschen Gelassenheit und Gleichmut euch beiden gut tun würden. Aber wie lernt man das - nun ja, leider weiß ich das auch nicht. An meiner besten Freundin sehe ich immer mal eine komische Entwicklung - sie ist sehr wenig gelassen, ich dagegen sehr. Wenn sie dann sieht, wie ich (und mein Mann) mit unseren Macken locker umgehen und sie merk, dass sie das so gar nicht in ihrer eigenen Beziehung kann, dann wird sie neidisch und die Stimmung zwischen uns ist schlecht. Was ich damit sagen will, eine regelmäßige Unentspanntheit kann sich sowohl auf den Partner, als auch auf Freundschaften ausweiten.

(Als ich las, was du/ihr früher hinter einem mitgebrachten Stück Kuchen vermutet habt, habe ich gedacht, du machst einen Witz!)
Manchmal kann man auch getrost auf ein Ritual verzichten und es als Ritual einführen, den anderen (meinetwegen auch mehrere Tage) in Ruhe zu lassen, ohne das einer von beiden sauer, enttäuscht oder wütend ist.
 
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