Ich zweifle an allem...

Benutzer149613  (27)

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Hallo zusammen,


ich habe in letzter Zeit mit immer größeren Selbstzweifeln zu kämpfen und würde mir gerne einfach mal einige Dinge von der Seele schreiben (die ich hier in anderen Threads zum Teil bereits angerissen habe). Ich bin mir gar nicht sicher ob das eine so gute Idee ist, denn die Zweifel habe ich eigentlich erst, seitdem ich mich mit potenziellen Problemen auseinandersetze. Genau genommen meine ich damit, dass es ein paar Dinge gibt, über die ich mir zwar Gedanken gemacht habe, die ich aber nicht konkret als Probleme aufgefasst habe, bis ich anfing, über diese Sachen zu reden. Das hat nämlich dazu geführt, dass mir gesagt wurde, dass alles viel problematischer ist als ich dachte. Und deshalb bin ich derzeit einfach sehr verunsichert.

Was mich beschäftigt, sind diese Dinge an sich, aber auch, wie ich innerhalb meiner Beziehung mit ihnen umgehe.

Ich bin mit meinem Freund seit drei Monaten zusammen. Dazu muss ich sagen, dass ich bi bin und bereits in meiner Teenagerzeit sexuelle Erfahrungen mit Jungs hatte, dies aber meine erste Beziehung mit einem Mann ist. Ich behaupte zwar immer, dass ich mit mir selbst und meiner sexuellen Orientierung im Reinen bin und verschweige meine Bisexualität auch nicht, aber ich merke immer wieder, dass ich z. B. in der Öffentlichkeit im Umgang mit meinem Freund viel zurückhaltender bin als ich es mit einer Frau an meiner Seite wäre. Und dass ich, obwohl ich grundsätzlich sehr offen bin was Sexualität im Allgemeinen angeht, Probleme damit habe, meine eigenen Neigungen und Wünsche zu akzeptieren oder anzusprechen. Dabei sind meine Neigungen alles andere als abnorm und völlig im Bereich des "Normalen". Wenn mein Freund mich fragt ob mir das, was er macht, gefällt, oder wenn er mich konkret fragt, was ich mir wünsche, fällt es mir schon verdammt schwer, offen zu sein. Sehr verunsichernd finde ich auch, dass ich plötzlich anfange, Dinge in Betracht zu ziehen, die ich bis vor kurzem kategorisch ausgeschlossen habe. In erster Linie AV... ich habe immer gesagt, dass mich der Gedanke daran absolut nicht anmacht und ich das zumindest derzeit definitiv nicht will, aber eventuell bereit wäre, es irgendwann einmal zu versuchen (weil ich weiß, dass er es sich wünscht). Und jetzt seit kurzem merke ich immer öfter, dass ich irgendwie "mehr" will... also ich finde unser Sexleben schon erfüllend, aber ich will in letzter Zeit irgendwie mehr... noch näher, noch intensiver. Ich stelle mir immer öfter vor, wie es wäre, von ihm gef*ckt zu werden und ich muss zugeben, dass mich das irgendwie sehr anmacht. Obwohl ich vor zwei Wochen noch gesagt habe, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sich in den nächsten Monaten etwas an meiner Einstellung ändern würde. Ich versuche, diese Gedanken möglichst von mir weg zu schieben und schäme mich dafür, überhaupt sowas zu denken. Darüber kann ich mit meinem Freund auch nicht reden, weil es mir erstens unangenehm ist, und ich zweites Sorge hätte, ihm unnötig Hoffnungen zu machen. Er verzichtet nur mir zuliebe darauf, und wenn ich jetzt diese Gedanken mit ihm teile, macht er sich bestimmt Hoffnungen, dass sich dann bald etwas ändert, und dann enttäusche ich ihn vielleicht.

Bezüglich dieses Thema wurde ich dann übrigens von jemandem gefragt, warum ich überhaupt mit einem Mann zusammenwäre, wenn ich keinen "richtigen" Sex mit ihm will. Wahrscheinlich sei das nur eine Phase und ich bin eigentlich straight und mache mir da nur was vor. Und dass eine Beziehung unter den Umständen wenig Sinn habe.

Dazu kommt, dass in einer früheren Beziehung Dinge vorgefallen sind, die mir zum Teil heute noch nachhängen. Ich war zwischen meinem 16. und 18. Lebensjahr mit einem Mädchen zusammen, dass - wie mir im Laufe unserer Beziehung immer mehr bewusst wurde - massivste psychische Probleme hatte. Ich war es, der die Beziehung letztendlich beendet hat, weil ich einfach nicht mehr konnte und zudem nicht mehr mit Bestimmtheit sagen konnte ob ich aus Liebe mit ihr zusammen war oder aus Verantwortungsgefühl. Ich möchte hier jetzt nicht die Details unserer Beziehung ausbreiten, aber es war einfach ziemlich krass. Sie war dann auch mehrere Monate in der Psychiatrie und sie hat einen Selbstmordversuch unternommen, an dem ich mir die Schuld gebe (auch wenn ich weiß, dass es logisch betrachtet nicht meine Schuld ist).
Uns verband auch nach der Trennung jahrelang eine lockere Freundschaft, von der ich aber jetzt denke, dass man es schon fast als eine Art Co-Abhängigkeit bezeichnen könnte. Weil ich mich immer noch für sie verantwortlich gefühlt habe. Mein Freund wusste auch, dass ich noch mit ihr Kontakt hatte, hatte da aber kein Problem mit, da wir eben seit Jahren auseinander sind und er weiß, dass meine Gefühle für sie rein platonisch sind. Ich habe ihm aber halt auch nie Details aus unserer Beziehung bzw. Freundschaft erzählt. Obwohl da gerade in der letzten Zeit Dinge waren, die mich belastet haben, die ich ihm verschwiegen habe, weil ich mir dachte, dass er das falsch verstehen könnte. Die Freundschaft zu meiner Ex-Freundin sehe ich jetzt seit diesem Wochenende mehr oder weniger als beendet an. Wir haben uns gestritten und sie hat sich seitdem nicht gemeldet, und ich hoffe ehrlich gesagt, dass sie sich auch in Zukunft nicht melden wird (auch wenn ich nicht daran glaube). Das hat jetzt gar nicht so konkret etwas mit dem Streit zu tun, ich habe nur einfach keine Lust mehr, mich immer noch für sie verantwortlich zu fühlen und permanent das Gefühl zu haben, meinen Freund zu hintergehen, und weil ich merke, dass mir der Kontakt mit ihr nicht gut tut.

An letzter Stelle wäre dann noch, dass in Teilen meines Freundeskreises ein recht lockerer Umgang mit Drogen herrscht, was ich nie so in Frage gestellt habe, da ich das Gefühl habe, dass die Leute schon verantwortungsvoll damit umgehen. Inzwischen frage ich mich, ob ich da nicht einfach etwas naiv bin und ob soetwas wie Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Drogen wirklich existieren kann. Ich wurde dazu angehalten, mal über meinen eigenen Konsum nachzudenken und bin jetzt total verunsichert. Ich finde es lächerlich, bei mir überhaupt von "Konsum" zu sprechen, da ich nur in sehr, sehr unregelmäßigen Abständen mal was nehme und ich nie schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich weiß auch, dass mein Freund von Drogen absolut nichts hält und er hat sich schon öfters abfällig über meine Nachbarn geäußert, die da scheinbar in ihrer Wohnung selbst was anbauen. Ich hab dann aber nicht gesagt "Hey, ich muss dir was gestehen", sondern dachte mir, wenn ich ab und zu was nehme, kriegt er das ja nicht mit und angehen tut es ihn ja eigentlich auch nichts, warum es also ansprechen. Irgendwie ist mir klar, dass das doch irgendwie scheiße ist und vielleicht auch irgendwo ein Vertrauensmissbrauch.

Ich fühle mich im Moment einfach seltsam. Bis vor ein paar Wochen ging es mir richtig gut und ich war überglücklich, und dann fing ich an, mehr über bestimmte Dinge nachzudenken, und bin jetzt nur noch am zweifeln. Wobei ich nicht weiß ob ich das Ausmaß mancher Sachen einfach bis jetzt unterschätzt habe oder ob ich mich gerade einfach nur sehr in etwas hineinsteigere.


Danke für's Lesen...
 

Benutzer95608 

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Du wirst erwachsen, Du entwickelst Dich, reflektierst ... Es ist gesund, dass man im Kopf nicht stehen bleibt, seine Ansichten ändert, neue Dinge entdeckt, bisher gewohntes hinterfragt, eventuell sogar radikal verändert ... Du bist erst 20 Jahre jung - ich kann Dir sagen, dass Du noch viel öfter im Leben einen solche Phase haben wirst. Das ist gar nichts schlimmes - es gehört zur Persönlichkeitsentwicklung.

Warum machst Du Dir Sorgen?
 

Benutzer138371  (41)

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Für mich sind Drogen generell nicht ok. Egal ob man damit "Verantwortungsbewusst" (passt in dem Kontext gar nicht) umgehen kann oder nicht.

Meinst du es ist besser, wenn dein Freund dann drauf kommt, das du dir ab und zu was einwirfst?

Wenn in eurer Beziehung alles sonst passt, und Ehrlichkeit sollte an oberste Stelle stehen, dann würde ich ihn damit konfrontieren.
Wenn er es hinten rum mitbekommt, oder dich mal erwischt, wird sein Vertrauen noch mehr im Sand sein.

Gut, das mit dem AV hatten wir ja schon mal in einem anderen Thread.
 

Benutzer146454 

Klickt sich gerne rein
Ich denke auch, dass es normal ist, dass man sich mit vielen Dingen auseinander setzt.
Natürlich kommen bei dir ziemlich viele Dinge zusammen. Aber du wirst älter, deine Priritäten verschieben sich und man schlägt Lebenswege ein von denen man vorher dachte, dass man sie nie gehen würde.

Zum Thema Drogen. Drogen sind für mich ein absolutes No go und ich würde nicht wollen, dass mein Freund mit Menschen verkehrt die Drogen nehmen oder selbst mal welche nimmt. Und ich denke bei so einem wichtigen Thema, sollte man schon die gleiche Ansicht wie sein Partner vertreten, weil es sonst auf die Dauer nicht gut geht.

Zu deiner Exfreundin. Wenn du nicht willst, dass sie sich wieder bei dir meldet, dann lösch ihre Nummer und blockiere sie. Sie scheint dir ja scheinbar nicht gut zu tun.
 
B

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Gast
Erst mal: Das Leben verläuft nicht linear, es ist also gar nicht erst nötig, diesesdiffuse Unwohlsein auf einen gemeinsamen Nenner bringen zu wollen. Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst, es ging mir auch so wie dir und manches davon hängt noch nach. Mit Reflexion und dem Mut, die Dinge zu ändern, wenn es die Umstände verlangen, kommt man aber schon sehr weit.

Zur Sexualität: Wenn ichdich richtig verstehe, hast du dich nicht gegen deinen Willen zu Dingen überreden lassen, sondern selbstgesetzte Grenzen überschritten, weil du von ihnen positiv überrascht worden bist. Warum fühlt sich das nicht nach einer guten Erfahrung für dich an?

Dass du dich mit einem Mann nicht so offen geben kannst, muss deine Zuneigung zu Männern nicht unbedingt in Frage stellen. Esgibt halt einfach ein grösseres Angebot an Heterostereotypen, gerade in jungen Jahren fällt da die Orientierung einfacher, weil amn sch an ein Bild halten kann. Lerne einfach, das als Stütze zu nehmen und nciht an eine Rolle, die du zu erfüllen hast. Ich bin auch bi, hatte aber öfters Erfahrungen mit Männern, das ergibt sich einfach eher, wenn man in keiner Szene ist und wirkt im ersten Moment "natürlicher". Mit der Zeit lernte ich, mich als als Individuum zu sehen und die Neigungen entsprechend zu leben.

Zum Thema Drogen: Sorry, aber ich werde dir keine Standpauke darüber halten. In meinen Kreisen wird selbst viel konsumiert, allerdings aus zuverlässiger Quelle und verantwortungsbewusst. So habe ich Rauschmittel (dazu zähle ich auch Alkohol!) positiv erlebt, nämlich als Möglichkeit, eine andere Perspektive zu erhalten, die ich sehr willkommen heisse. Viele Menschen konsumieren aber Drogen nicht mit dem nachhaltigen Ziel, die Erfahrung in sein (nüchternes) Leben mitzunehmen, sondern entweichen damit in die andere Welt, weil sie mit der realen nicht klar kommen. Und darin sehe ich das eigentliche Problem... Das war meine Meinung und vielleicht kannst du damit etwas anfangen.

Deinem Freund kanst du die Sache mit den Erfahrungen beichten, oder auch nicht. Menschen verändern sich und gerade weil du Erfahrungen gemacht hast, wegen denen du Drogen nun ablehnst, sehe ich keinen Grund, weshalb das ein grosser Vertrauensbruch sein soll... You are not your mistakes!

Ansonsten: Bist du ein eher pessimistischer Mensch? So banal es klingt, aber konzentrier dich bewusst auf die guten Seiten. Es ist ein Irrglaube, dass hinter düsteren Gedanken eine tiefere Wahrheit steckt, welcher man nachgehen muss. Die Wahrheit ist, dass es im Leben Gutes und Schlechtes gibt. Geht es dir schlecht, wirst du immer Dinge zum nachgrübeln finden et vice versa. Das heisst nicht, dass du dich einer bittersüssen Illusion hingeben sollst, es ist gut kritisch zu sein, aber betrachte der Vollständigkeit halber auch die andere Seite!
 

Benutzer149613  (27)

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Warum machst Du Dir Sorgen?

Weil ich gerade massivst an meinem bisherigen Selbstbild zweifle. Ich hatte eine bestimmte Sicht auf mich selbst und aufs Leben und sehe mich in letzter Zeit immer öfter mit Situationen konfroniert, die in mir diese Zweifel auslösen.

Meinst du es ist besser, wenn dein Freund dann drauf kommt, das du dir ab und zu was einwirfst?

Das ist das Problem... Ich will nichts hinter seinem Rücken machen, aber die Alternative - komplett zu verzichten - gefällt mir auch nicht. Dass er es gutheißen würde, glaube ich nicht.

Zur Sexualität: Wenn ichdich richtig verstehe, hast du dich nicht gegen deinen Willen zu Dingen überreden lassen, sondern selbstgesetzte Grenzen überschritten, weil du von ihnen positiv überrascht worden bist. Warum fühlt sich das nicht nach einer guten Erfahrung für dich an

Das kann ich nicht wirklich sagen. Ich kriege es einfach nicht hin, meinen Kopf da komplett frei zu kriegen und auf mein Gefühl zu hören.

Zum Thema Drogen: Sorry, aber ich werde dir keine Standpauke darüber halten. In meinen Kreisen wird selbst viel konsumiert, allerdings aus zuverlässiger Quelle und verantwortungsbewusst. So habe ich Rauschmittel (dazu zähle ich auch Alkohol!) positiv erlebt, nämlich als Möglichkeit, eine andere Perspektive zu erhalten, die ich sehr willkommen heisse. Viele Menschen konsumieren aber Drogen nicht mit dem nachhaltigen Ziel, die Erfahrung in sein (nüchternes) Leben mitzunehmen, sondern entweichen damit in die andere Welt, weil sie mit der realen nicht klar kommen. Und darin sehe ich das eigentliche Problem... Das war meine Meinung und vielleicht kannst du damit etwas anfangen.

Das beschreibt ziemlich genau meine Einstellung zu dem Thema. Aber wenn ich das sage, wird mir unterstellt, ich würde es schönreden wollen und nach Ausreden suchen.

Deinem Freund kanst du die Sache mit den Erfahrungen beichten, oder auch nicht. Menschen verändern sich und gerade weil du Erfahrungen gemacht hast, wegen denen du Drogen nun ablehnst, sehe ich keinen Grund, weshalb das ein grosser Vertrauensbruch sein soll... You are not your mistakes!

Ich lehne Drogen jetzt nicht ab. Ich habe meinen Freund diesbezüglich auch nicht belogen, er geht nur einfach davon aus, dass ich damit nichts am Hut habe. Ehrlich wäre es, in Zukunft komplett darauf zu verzichten und ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich das jetzt eigentlich nicht in Betracht ziehe.

Ansonsten: Bist du ein eher pessimistischer Mensch?

Eigentlich im Gegenteil. Meine Zweifel stellen sich meinem Optimismus nur gerade sehrin den Weg.
 

Benutzer138371  (41)

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Also so wie ich das sehe willst du es eh nicht in nächster Zeit lassen, dir irgendwelche Drogen reinzupfeifen?

Wie gesagt,... wenn dein Freund dir drauf kommt, dann wird halt der Hut brennen.
Dann ist ja scheinbar bei dir der Suchtfaktor höher, als die Liebe zu deinem Freund?
 

Benutzer149613  (27)

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Dann ist ja scheinbar bei dir der Suchtfaktor höher, als die Liebe zu deinem Freund?

Nein. Aber ich hätte Angst, dass er das so sehen könnte.
Ich spreche hier wie gesagt nicht von einem regelmäßigen Konsum, sondern von etwas, was ich ab und zu mal mache. Das ist bei weitem weniger unbedenklich als sich jedes Wochenende zu besaufen oder jeden Tag 20 Zigaretten zu rauchen, wie andere es machen. Ich denke einfach, dass das meine Sache ist und lasse mir da ungerne reinreden. Und denke, dass jemand wie mein Freund, der keine Erfahrung mit diesen Dingen hat, da schnell alles über einen Kamm scheren und es nicht verstehen würde.
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Weil ich gerade massivst an meinem bisherigen Selbstbild zweifle. Ich hatte eine bestimmte Sicht auf mich selbst und aufs Leben und sehe mich in letzter Zeit immer öfter mit Situationen konfroniert, die in mir diese Zweifel auslösen.

Ich verstehe Dich, aber Du änderst Dich und Deine Ansichten eben im Laufe der Jahre - mit 20 siehst Du die Dinge anders als mit 25, 30, 40, 50 ...

Kann mir gut vorstellen, dass manches für Dich selbst "schockierend", überraschend usw. ist. Ich erinnere mich deutlich, als ich in Deinem Alter war und meine große Liebe, meinen ersten Freund mit dem ich schon fünf Jahre zusammen war, hinterfragte ... Fast plötzlich war er nicht mehr so wunderbar, so begehrenswert, so toll ... Das stürzte mich in allerlei Konflikte ... und es dauerte noch gut 2 Jahre bis ich mich trennen konnte. Das ist ein Beispiel von vielen Dingen, die mir immer wieder zugestoßen sind: heute alles gut, morgen alles in Frage gestellt - und das, OBWOHL ich vorher glaubte, das absolut richtige für mich zu tun, klug zu handeln ...

Bleib gelassen, setz Dich mit Bedenken und Gefühlen auseinander, wäge ab, resümiere. Sei froh, dass Du ein Bauchgefühl entwickelst, kritisch bist. Bereit bist: umzudenken und zu handeln. Das wird Dir im Leben helfen, Situationen besser zu beurteilen und schneller das richtige zu tun. Das richtige für Dich - auch wenn anderen das nicht passt bzw. sie es nicht verstehen.
 

Benutzer138371  (41)

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Nein. Aber ich hätte Angst, dass er das so sehen könnte.
Ich spreche hier wie gesagt nicht von einem regelmäßigen Konsum, sondern von etwas, was ich ab und zu mal mache. Das ist bei weitem weniger unbedenklich als sich jedes Wochendende zu besaufen oder jeden Tag 20 Zigaretten zu rauchen, wie andere es machen. Ich denke einfach, dass das meine Sache ist und lasse mir da ungerne reinreden. Und denke, dass jemand wie mein Freund, der keine Erfahrung mit diesen Dingen hat, da schnell alles über einen Kamm scheren und es nicht verstehen würde.


Ich sehe das so... wenn ich jemanden kennen lerne, und wir kommen zusammen, dann will man ja vom Gegenüber auch viel wissen. Und da gehören auch unangenehme Sachen dazu.

Nur wenn mir jemand sowas verheimlichen würde... ich hätte da schon ein Problem damit.
Und egal welche Art es ist... Droge ist Droge.

Klar, musst du entscheiden, ob du es weiterhin so handhaben willst oder nicht. Nur halt auch bedenken wenn er dich mal erwischt, oder es von Außenstehenden gesteckt bekommt.
 
B

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Es macht für mich den anschein, als seist du in der berühmten Übergangszone zum "Mann". Als Teenie ist unser Selbstbild stark vom Feedback der Umgebung geprägt, mit der Zeit muss man das aber ablegen. Bei meinem Erwachsenwerden hat mich ein Zitat von Audre Lorde begleitet:

“If I didn't define myself for myself, I would be crunched into other people's fantasies for me and eaten alive.”

So auf mit der Sache über Drogen. Natürlich werden dir die Gegner unterstellen, dass du es dir nur schön redest. Deswegen ist dein Konzept aber nicht durchwegs falsch! Es ist schön, dass du Kritik ernst nimmst, gerade, wenn diese vom engeren Kreis kommt, ist es gut, ernsthaft darüber nachzudenken. Aber wenn du das getan hast, aber mit deinem Gewissen nach wie vor im reinen bist, liegt der Fehler wohl nicht bei dir! Allen wirst du es nie recht machen können, das klingt sehr banal, es zu verinnerlichen ist aber gar nicht mal so einfach :zwinker:

Du musst auch gar nicht auf alles eine Antwort haben. Wenn du dich bei ein paar Dingen unwohl fühlst, darfst du das ja auch mitteilen mit einer ehrlichen Begründung wie: "Ich fühle mich unwohl, dieses und jenes zu tun. Ich weiss nicht warum, aber ich arbeite daran, es herauszufinden!". Dein Freund hat vielleicht sogar Ähnliches durchgemacht und kann dir sogar helfen. Diese Chance würde ich ihm auch geben, da er als dein Herblatt bestimmt darum bemüht ist, dich glücklich zu machen :smile:
 

Benutzer149613  (27)

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Sorry dass ich hier schon wieder rumjammere...

Ich fühle mich gerade einfach mit allen komplett überfordert. Das sind einfach zu viele Dinge, die ich gerade nicht auf die Kette kriege. Ich verbringe gerade 90% meiner Zeit damit mir entweder Gedanken darüber zu machen ob bzw wie ich bestimmte Dinge anspreche oder damit an Sex zu denken. Für dieses Hormonchaos sollte ich eigentlich zu alt sein, sollte man denken. Ich kriege es nicht auf die Reihe mich mal um dich wichtigen Dinge zu kümmern, d. i. die Leistungen, die ich in meinem Studium erbringen muss. Ich schreibe in den nächsten zwei Wochen zwei Klausuren, für die ich bisher nicht das geringste getan habe. Gleichzeitig muss ich noch zwei Essays schreiben und ein Referat vorbereiten, sowie mir Themen und Konzepte für vier Hausarbeiten überlegen, die ich in den Semesterferien schreiben muss. Und wenn ich diese 50-60 Seiten dann geschrieben habe, kann ich mich in März noch an meine Lateinprüfung petzen, die ich letztes Semester schon vergeigt habe. Das Arbeitspensum anderer ist in vielen Fällen garantiert um einiges hohes, also habe ich keinen Grund mich zu beschweren. Ich weiß auch, dass ich das alles ganz gut hinkriegen würde wenn ich konsequent jeden Tag zwei Stunden was machen würde. Im Moment krieg ich das nicht hin. In meinem Kopf ist einfach nur Chaos und Stress und Zweifel und da ist gerade einfach kein Platz für Lateinvokabeln oder Literaturdiskurse...
Ich weiß nicht mal warum ich mich überhaupt so anstelle. Ich war immer super darin, mit Stresssituationen umzugehen. Ich kenne das nicht, dass ich mir selbst so viel Stress mache und dann nicht mehr klarkomme.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich glaube Du "grübelst Dich gerade ein bißchen ein". Das einzige Rezept dass ich dagegen kenne, ist Dinge aktiv angehen. Irgendwann hat man eben eben alles durchdacht und zehnmal gewendet und muss Entscheidungen treffen und in die Puschen kommen. Beim endlos im Kreis drehen wird's einem eben irgendwann nur noch schwindlig, mal anhalten und einfach mal einen Schritt machen kann da helfen.

Gerade wenn man so einen riesigen Berg vor sich sieht, geht's eben kaum anders. Prioritäten setzen, Dinge die man hintenanstellt bewusst ruhen lassen und dann diszipliniert abarbeiten, Schrittchen für Schrittchen. Dann kommt man jeden Berg hoch. Und meist ist's leichter, als es von unten aussah. Ja, ab und an verschnaufen und Berg und Schritte mal Berg und Schritte sein lassen sollte auch eingeplant werden, erholsam ist so ein Päuschen aber nur, wenn man's mit angenehmen Dingen füllt und den Kopf mal kurz freipustet.

Schwierig wird's, wenn man nur noch den riesigen Berg sieht, sich nicht mehr auf die einzelnen Schritte konzentrieren kann und irgendwann keinen mehr macht, weil ja jeder auch der falsche sein könnte, man nicht weiß welcher zuerst und einen der Mut verlässt, dass man da überhaupt hochkommt. Mit 'nem Sitzstreik kommt man da halt nicht hoch.

Kurz: Probiere es Step by Step. Falls Du aber gerade wirklich das Gefühl hast, dass Du da nicht mehr hochkommst, keine Kraft mehr hast und auch einzelne Schritte nicht mehr schaffst, empfehle ich Dir auch hier nochmal den Kontakt zur psychologischen Beratung an Deiner Uni aufzunehmen. Richtung Depressionen oder Burnout solltest Du nicht zu sehr driften (Das klassische "Ich muss! Aber ich kann nicht mehr!"), da ist es besser früher etwas entgegenzusteuern als wenn's zu spät ist.
 
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Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich schließe mich Branie an in seiner "Analyse" - Du steigerst Dich da total rein, verzettelst Dich ...

Ich weiß auch, dass ich das alles ganz gut hinkriegen würde wenn ich konsequent jeden Tag zwei Stunden was machen würde.

Entschuldige, dafür hab ich kein Verständnis und muss mal ordentlich schimpfen. Reiß Dich endlich zusammen junger Mann. Viele Menschen in Deinem Alter haben auch Sorgen und Zweifel, aber müssen 8 Stunden und länger "was machen" - sonst fliegen sie aus ihrem Job ...

Denk mal drüber nach und tritt Dir selbst in den Hintern - so gehts ja mal gar nicht.
Wenn Du Dir Deine Zukunft versiebst, weil Du nicht zwischen Aufgaben, die man tun MUSS und Dingen, mit denen man sich beschäftigen KANN, unterscheiden lernst ... dann wirst Du irgendwann richtige Probleme bekommen - die sich nicht einfach so zur zur Seite bzw. auf später schieben lassen.

Also - konzentrier Dich an die Aufgaben die Du erledigen musst und leg alles andere knallhart auf Eis - das alles kannst Du Stück für Stück angehen, wenn Du wieder ordentlich auf der sicheren Seite bist.
 

Benutzer109511  (28)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ganz so hart wie Trouserbond Trouserbond würde ich es jetzt nicht formulieren, aber prinzipiell hat sie Recht. Diese Zeit im Übergang zwischen Teenie- und Erwachsenenzeit ist für uns alle nicht einfach. Jeder erlebt in diesem Alter einen Umbruch; man macht neue Erfahrungen, erlebt neue Dinge, bekommt mehr und andere Aufgaben...aber das ist alles total normal.

Wichtig ist, dass du deine Aufgaben irgendwann mal angehst! Nur zuhause sitzen und darauf warten, dass sich alles von alleine löst, das funktioniert nicht. Hat es noch nie und wird es auch nie.
Du musst schon selber was tun.

Mach eines nach dem anderen. Einen Schritt nach dem anderen, zwischendurch Pausen. Setz dir Prioritäten: was ist wichtiger und muss zuerst erledigt werden? (Uni zB) und was möchtest du gern machen, ist aber weniger dringend?
Und ich geb brainie brainie Recht: lass es nicht so weit kommen, dass du unter latenter Überforderung zusammenbrichst und dann Richtung Burnout/Depression schlidderst. Das muss nicht sein.
Aber auch da kann man was gegen tun; wenn du alleine keine Lösung findest, dann wende dich an die psychologische Beratungsstelle der Uni. Die sind für sowas da!

Nur: bekomm den Hintern hoch und mach was, anstatt zuzuschauen, wie alles den Bach runtergeht und dir dein Leben mehr und mehr über den Kopf wächst!
 

Benutzer149613  (27)

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Ich weiß selbst, dass ich gerade äußerst wehleidig klinge und dass das keine richtigen Probleme sind. So kenne ich mich auch eigentlich nicht... während meiner Schulzeit wamr ich in belastenden Situationen immer ganz froh wenn ich etwas zu tun hatte, das hat mir Struktur gegeben. Mir ist das noch nie passiert, dass ich mein Arbeitspensum nicht mehr erfüllen konnte weil ich so sehr mit anderen Dingen beschäftigt war. Das Problem ist gar nicht die Menge dessen, was ich zu erledigen habe, sondern einfach meine Unfähigkeit, gerade einen Anfang zu finden. Bezogen auf die Uni heißt das nicht, dass ich einfach zu faul bin, meine Sachen zu erledigen, sondern dass es mir nicht gelingt, Ordnung in meine Gedanken zu bringen und meine Konzentrationrfähigkeit darunter sehr zu leiden hat. Das meiste sind Dinge, die sich mit ein bisschen mehr Offenheit oder Egoismus schnell beseitigen lassen würden. Ich jedoch spiele in meinem Kopf permanent sämtliche Szenarien durch, was alles schief gehen könnte. Ich kann meinem Freund bestimmte Dinge nicht erzählen weil er dann enttäuscht von mir sein wird. Ich kann meiner Ex nicht sagen, dass ich keinen Kontakt mehr möchte, weil sie sich dann vielleicht etwas antut. Ich kann meinen Eltern nicht sagen, dass ich im Grunde keine Ahnung habe was ich mit meinem Leben anfangen möchte, weil sie denken, ich hätte alles so gut im Griff.
Ich bin es gewohnt, immer alles unter der Kontrolle zu haben und Dinge organisiert angehen zu können und gute Leistungen zu erbringen. Ich weiß nichtzwarum ich plötzlich so überfordert bin. Was die Uni angeht, bin ich auch irgendwie selbst daran schuld. Ich habe Kurse aus den höheren Semestern vorgezogen, weil ich dachte, mein Stundenplan sähe so leer aus... ich dachte, vielleicht schaffe ich das Studium in vier Semestern oder mache zumindest jetzt schon so viel, dass ich nächstes Jahr Zeit für andere Dinge habe... und jetzt merke ich plötzlich, dass ich es nicht hinkriege. Ich hab mich einfach total verkalkuliert, weil ich mir wieder etwas beweisen wollte. Ich komme einfach nicht damit klar, nicht begabt, nicht intelligent, nicht in irgendeiner Form überdurchschnittlich zu sein. Es kotzt mich einfach nur noch an, den ganzen Tag mit einem strahlenden Lächeln durch die Gegend zu laufen und allen zu erzählen wie toll mein Studium ist und wie glücklich ich bin und wie absolut problemlos ich alles hinbekomme.

Ich schreib jetzt mal ein paar To-Do-Listen. Dann habe ich wenigstens das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.
 
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Benutzer109511  (28)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich schreib jetzt mal ein paar To-Do-Listen. Dann habe ich wenigstens das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.
Das ist doch zumindest schon mal ein Anfang. Sowas hilft mir in Zeiten schlimmer Überforderung auch; zumindest hab ich dann einen Überblick,was noch ansteht, was ich noch erledigen muss. Und es fühlt sich auch jedes Mal ganz gut an, wenn ich dann einen Punkt als erledigt abhaken kann.

Das meiste sind Dinge, die sich mit ein bisschen mehr Offenheit oder Egoismus schnell beseitigen lassen würden. Ich jedoch spiele in meinem Kopf permanent sämtliche Szenarien durch, was alles schief gehen könnte. Ich kann meinem Freund bestimmte Dinge nicht erzählen weil er dann enttäuscht von mir sein wird. Ich kann meiner Ex nicht sagen, dass ich keinen Kontakt mehr möchte, weil sie sich dann vielleicht etwas antut. Ich kann meinen Eltern nicht sagen, dass ich im Grunde keine Ahnung habe was ich mit meinem Leben anfangen möchte, weil sie denken, ich hätte alles so gut im Griff.
Du hast die Lösung doch selber schon erkannt im Grunde: offener sein,egoistischer sein. Leichter gesagt als getan, aber es würde dir einiges an Gedanken und Belastung abnehmen.
Du darfst sehr wohl deiner Ex sagen, dass du keinen Kontakt mehr möchtest, weil es dich zu sehr belastet. Das ist dein gutes Recht! Wenn sie sich wirklich was antun will, dann ist das nie im Leben deine Schuld. Du bist nicht für sie verantwortlich! Du kannst ihr freundlich raten, sich professionelle Hilfe zu suchen und dich dann zurückziehen. Nur so als Beispiel.
Genauso kannst du durchaus deinen Eltern erklären, dass du noch keinen richtigen "Plan" hast, denn das ist keine Schande.

Nur: du musst dich schon noch überwinden, mit sowas anzufangen.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Nimm's mir nicht böse, ich starte mal ein kleines "Sparring":
Ich weiß selbst, dass ich gerade äußerst wehleidig klinge und dass das keine richtigen Probleme sind.
Nein. Das sind richtige Probleme. Wobei die im Kern aber halt weniger von deiner Umwelt als von Dir ausgehen. Von dem was Du denkst dass andere es von Dir erwarten. Von dem was Du von Dir erwartest.

Du willst es irgendwie allen recht machen, als ob Du nur dann mit Dir selbst klar kommen könntest. Du versucht eine Fassade aufrechtzuerhalten, die in meinen Augen unnötig ist. Und das kostet Dich gerade unnötig Kraft, die Du an anderen Baustellen viel nötiger brauchen würdest.
Das Problem ist gar nicht die Menge dessen, was ich zu erledigen habe, sondern einfach meine Unfähigkeit, gerade einen Anfang zu finden.
Da hilft nur Selbstdisziplin. Was muss das muss halt.
Ich kann meinem Freund bestimmte Dinge nicht erzählen weil er dann enttäuscht von mir sein wird.
Denkfehler. Du weißt nicht wie er reagieren wird. Und: es ist eben auch keine Lösung ihm was vorzugaukeln, nur um ihn nicht zu enttäuschen. Kann nicht funktionieren. Steh zu Dir selbst. Und dem was Du fühlst und willst.
Ich kann meiner Ex nicht sagen, dass ich keinen Kontakt mehr möchte, weil sie sich dann vielleicht etwas antut.
Denkfehler. Du bist nicht für sie verantwortlich. Ich weiß, das ist schwer in den Kopf zu bekommen, aber es ist so. Sie braucht professionelle Hilfe, ja. Aber sie muss auch ohne Dich klar kommen. Und wenn sie sich was antut, dann nicht wegen Dir, oder deswegen weil Du aus Selbstschutz Abstand suchst. Und diesen Abstand brauchst Du. Im Moment bist Du in Deinem Denken und Handeln gewissermaßen abhängig von ihr. Wenn Du damit weitermachst, gehst Du daran kaputt, wirst Du immer mitgeschleift. Du muss lernen, da Grenzen zu setzen.

Auch hier - das scheint bei Dir ein Riesen-Thema zu sein - geht's darum DEIN Wohl im Blick zu behalten. Das ist das Wichtigste. Und diese Tatsache hat nichts mit Egoismus zu tun. Es bringt schlicht keinem was wenn Du Dich kaputt machst und für andere aufopferst, nur weil Du sie nicht enttäuschen willst oder denkst sie retten zu müssen.
Ich kann meinen Eltern nicht sagen, dass ich im Grunde keine Ahnung habe was ich mit meinem Leben anfangen möchte, weil sie denken, ich hätte alles so gut im Griff.
Weißt du, es kann gut tun sowas mal rauszulassen, sich zu beraten, andere einzubeziehen. Du begehst auch hier wieder den Fehler zu denken, Du müsstest andere schützen, es anderen Recht machen, Deine Probleme seien eigentlich nichtig. Sind sie nicht. Und als Elternteil wäre mir ein Kind, das über seine Probleme sprechen und Schwächen eingestehen kann wesentlich lieber, als eines das alles in sich hineinfrisst bis es daran erstickt. Letzteres ist schlicht nicht gesund.
Ich bin es gewohnt, immer alles unter der Kontrolle zu haben
Du musst lernen, dass man nicht alles unter Kontrolle haben kann - man kann aber lernen damit umzugehen, wenn man mal keine Kontrolle hat - improvisieren, das beste draus machen, eben auch mal Hilfe suchen wenn man sie benötigt.
Ich hab mich einfach total verkalkuliert, weil ich mir wieder etwas beweisen wollte.
Gut erkannt, auch hier nochmal: Du forderst zu viel von Dir selbst. An den falschen Stellen.
Ich komme einfach nicht damit klar, nicht begabt, nicht intelligent, nicht in irgendeiner Form überdurchschnittlich zu sein.
Bullshit. :zwinker:

Die Frage ist aber: Woher kommt diese Panik, dass es so sein könnte? Was wäre daran so schlimm? Was macht Dich so unglaublich fertig daran, vielleicht nur ein Mensch zu sein? Du musst lernen, dass es gut ist Ambitionen und Ziele zu haben, aber Du Dich nicht zu ihrem Sklaven machen solltest. Man darf auch mal scheitern. Oder zweifeln. Auch die Größten, Cleversten und Tollsten. Jeder darf das. Jeder hat Schwächen. Jeder braucht mal Hilfe. Keiner ist perfekt. Die Kunst ist, sich das auch mal zu erlauben und einzugestehen.
Es kotzt mich einfach nur noch an, den ganzen Tag mit einem strahlenden Lächeln durch die Gegend zu laufen und allen zu erzählen wie toll mein Studium ist und wie glücklich ich bin und wie absolut problemlos ich alles hinbekomme.
Dann stell Dich der Realität. Such Dir Menschen mit denen Du darüber reden kannst. Öffne Dich Deinem Partner und Deiner Familie. Oder geh doch mal zur psychologischen Beratungsstelle.

In meinen Augen ist das alles in dieser Häufung keine "Lappalie", sondern Du hast ein grundlegendes Problem mit Dir selbst und den kaum erfüllbaren, teils wenig gesunden Ansprüchen die Du an Dich stellst. Du musst lernen, dass Du nicht perfekt sein musst, Fehler machen darfst, Schwächen zeigen darfst. Hilfe suchen darfst. Nicht allein hinter der hochgehaltenen Fassade gefangen bist. Ich glaube allein dieses Loslassen würde Dir schon ne Menge bringen. Du brauchst ein Ventil. Und wenn Du das hast, wird's auch wieder besser werden, in Sachen Konzentration auf's Wesentliche. Das hier ist schon ein guter erster Schritt gewesen. Versuch ihn mal aus der virtuellen Welt in die Reale zu tragen. Allein schon das aussprechen und darüber reden hilft.

Und ansonsten, wie gesagt: Geh die Probleme an. Lauf nicht vor ihnen weg. Lauf nicht vor Deinen Ängsten weg. Lauf nicht vor DIR weg. Eigentlich weißt Du doch selbst, was zu tun ist.

Tritt Dir in den Arsch und mach es. :zwinker:
 
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G

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Gast
Ich habe auch, so wie von brainie sehr gut beschrieben, den Eindruck, dass du dir selbst einen viel zu großen Druck aufbaust und viel zu hohe Erwartungen an dich stellst.

Ich hatte auch im Alter von 20/21 Jahren eine ziemliche Krise bzw. es führte in meinem Fall dann auch zu einer heftigen Depression.
Ich habe für mich erkannt, dass ich mir damals selbst zu hohe Erwartungen an mich selbst gestellt hatte und dann natürlich immer wieder von mir enttäuscht war, diese nicht erfüllen zu können. Habe mich eben dementsprechend mehr und mehr unfähig gefühlt...

Geholfen hat mir der Gedanke: Ich bin nun mal einfach ein Mensch - nicht perfekt usw. und wenn ich einfach "nur" ein durchschnittlicher Mensch bin, dann ist das auch völlig ok. Ich muss kein Übermensch sein - ich darf Schwächen haben, wie alle anderen Menschen eben auch.

Ich habe mich auch teils selbst dafür verachtet, aus meiner Sicht so "selbstmitleidig" zu sein.
Im Gespräch mit einer Bekannten habe ich auch einmal erwähnt, dass ich Selbstmitleid so furchtbar finde, diese Bekannte hat mir dann entgegnet: Man darf sich doch auch mal selbst bemitleiden. Das ist doch ok.
So hatte ich das nie gesehen und das hat mir auch geholfen mir einfach auch zuzugestehen, dass ich eben auch in meiner Gefühlswelt nicht "perfekt" sein muss.

Es sich zu erlauben auch einfach mal schlecht drauf zu sein, traurig zu sein, wütend... das sehe ich auch als wichtig an, um nicht diese ganzen Gefühle zu unterdrücken und diese innerlich aufzustauen.

Ich sehe meine damalige Depression als Folge der Ganzen aufgestauten Gefühle an, die ich mir einfach nicht erlaubt habe, sie im richtigen Moment zuzulassen.
Das kam dann irgendwann wie bei einem Vulkanausbruch ans Tageslicht und hat mich in diese Depression schlittern lassen.

Also, ich sehe bei dir schon die Gefahr, dass du, wenn du deine aktuelle Sicht und dein Herangehen an die Dinge nicht änderst, dass du in eine Depression schlittern könntest.

Es wäre wirklich gut, wenn du versuchst die Erwartungen an dich herunterzuschrauben - eben wie brainie es geschildert hat die Dinge Schritt für Schritt angehst. Denn kleinere Schritte sind eben einfacher zu bewältigen. Du darfst dir dann auch gerne selbst auf die Schulter klopfen bei jedem bewältigten Schritt - Eigenlob stinkt gar nicht so sehr... :zwinker:
 
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Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Zu dem Thema "Schritte" noch eine kurze Anmerkung: Auch für die gilt - gerade auch bei unangenehmeren: Das schwierigste ist die Überwindung bevor man sie macht. Die Angst davor, die Hemmungen davor, all das, was die Schwellenhüter in unserem Kopf uns einflüstern, um uns davon abzuhalten. Die Realität, wenn man so einen Schritt dann mal geht, ist in der Regel weniger schlimm, als das, was man sich vorher ausgemalt hat. Ganz davon ab, dass man durch die Schritte eben an einen Punkt kommt, an dem es einem dann auf lange Sicht besser geht.
 
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