Ich (ver)zweifle an mir selbst

Benutzer118549 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo ihr Lieben,

ich habe noch nicht allzu oft hier gepostet, aber trotzdem immer ziemlich guten Rat bekommen, deswegen versuche ich es wieder.

Ich bin zur Zeit total verzweifelt. Alles begann eigentlich damit, dass mein alter Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde. Da mir die Arbeit in meinem alten Betrieb nie Spaß gemacht hat, hat es mich auch nicht besonders gestört, zumal ich sogar noch vor Ablauf der Kündigungsfrist eine neue Stelle bekommen habe. Und damit fing mein Kummer an. Ich arbeite nun seit 5 Monaten in einem Betrieb, der mit meinem Studium überhaupt nichts zu tun hat, was mir aber nichts ausmacht. Meine Kollegen waren von Anfang an supernett zu mir, das sind sie auch heute noch. Sie haben mich unterstützt, wo sie konnten und haben mir auch das Gefühl gegeben, dass ich ihnen helfen konnte. Auch mein Chef ist sehr freundlich, gar nicht so richtig "cheffig", sondern recht nahe an seinen Mitarbeitern.

Nur merke ich in letzter Zeit immer wieder, dass meine Arbeit meinen Chef sicher nicht zufrieden stellen kann. Er hat unheimlich viel zu tun, nur selten Zeit für gemeinsames Arbeiten und daher ist es natürlich wichtig, dass alle Dinge, an denen gearbeitet werden muss, fertig sind, wenn man einen Termin bei ihm hat. Und daran verzweifle ich: Mir passieren noch so oft Fehler, die nicht sein müssten, ich habe Probleme damit, zu verstehen, was er von mir will (das ist ein allgemeines Problem in unserem Betrieb, da er einfach nicht erklären kann), überblicke zum Teil noch gar nicht, wie weit eine Aufgabe vorangetrieben ist und ob und wie weiter daran gearbeitet werden muss und überhaupt habe ich absolut das Gefühl, dass er mit meiner Arbeit einfach nicht zufrieden sein kann, weil ich sie ihm nicht wirklich abnehme. Andere Aufgaben, die anfallen, wie zum Beispiel Übersetzungen kann ich gut, da schreibt er mir auch immer "gut gemacht" oder sowas, aber das ist nicht das Kerngeschäft unseres Betriebes, es ist nicht meine Hauptaufgabe.

Ich bin mittlerweile so verzweifelt und unglücklich, weil ich so gerne gute Arbeit machen würde. Nach jedem Termin mit ihm gehe ich aus dem Büro und könnte heulen. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich überlege, ihn zu fragen, ob es ihm lieber wäre, wenn ich mir etwas Neues suche, damit er eine kompetentere Person einstellen kann und sich nicht mit mir herumschlagen muss. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich vollkommen wertlos und unbrauchbar bin und das Gefühl verfolgt mich bis nach Hause, ich kann teilweise nicht schlafen und die Vorfreude auf den bevorstehenden Tag, mit der ich früher zur Arbeit ging, geht langsam verloren, mir graut vor jedem Gespräch mit meinem Chef.
Manchmal denke ich darüber nach, mir doch etwas anderes zu suchen, vielleicht lieber das, was ich auch studiert habe, aber selbst da habe ich das Gefühl, dass ich wahrscheinlich nicht gut genug wäre. Dann denke ich wieder daran, dass ich oft denke, dass ich das falsche studiert habe, aber für etwas kreatives, wofür ich, denke ich geeignet wäre, hätte es wahrscheinlich für ein Studium nicht gereicht.
Diese Zweifel an mir machen mich total verrückt, ich weiß einfach nicht weiter und fühle mich so schlecht und nutzlos. Gibt es nicht irgendetwas, was ich tun kann?

Danke euch für eure Tipps und Gedanken dazu!
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
Machst Du denn immer wieder dieselben Fehler? Dann solltest Du Dir überlegen, woran das liegt.
Wenn es immer wieder neue Fehler sind, die einfach durch Deine Unerfahrenheit passieren, dann wird sich dass bestimmt mit der Zeit geben.

Wenn man im Stress ist, und dann auch noch Fehler passieren, reagiert man natürlich eher gereizt und generrvt, als wenn alles glatt verlaufen würde.
Aber das zeichnet auch einen guten Chef aus, dass er den Druck nicht auf negative Art weitergibt.

Gib Dir selber noch Zeit, Du sagst doch selber dass es nicht Dein erlernter Beruf ist.
Steht irgendwann eine Bewertung an? Eine Art Zusammenfassung Deiner bisherigen Tätigkeiten, die Du dann zusammen mit Deinem Chef durchgehst?
Oder ist jede Arbeit neu und anders?

Noch eins, Du weisst wahrscheinlich nicht, wieviele Fehler Dein Chef macht, die ihn auch noch zusätzlich ärgern :zwinker:
 

Benutzer123707  (28)

Ist noch neu hier
Ich bin mittlerweile so verzweifelt und unglücklich, weil ich so gerne gute Arbeit machen würde. Nach jedem Termin mit ihm gehe ich aus dem Büro und könnte heulen. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich überlege, ihn zu fragen, ob es ihm lieber wäre, wenn ich mir etwas Neues suche, damit er eine kompetentere Person einstellen kann und sich nicht mit mir herumschlagen muss. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich vollkommen wertlos und unbrauchbar bin und das Gefühl verfolgt mich bis nach Hause, ich kann teilweise nicht schlafen und die Vorfreude auf den bevorstehenden Tag, mit der ich früher zur Arbeit ging, geht langsam verloren, mir graut vor jedem Gespräch mit meinem Chef.
Manchmal denke ich darüber nach, mir doch etwas anderes zu suchen, vielleicht lieber das, was ich auch studiert habe, aber selbst da habe ich das Gefühl, dass ich wahrscheinlich nicht gut genug wäre. Dann denke ich wieder daran, dass ich oft denke, dass ich das falsche studiert habe, aber für etwas kreatives, wofür ich, denke ich geeignet wäre, hätte es wahrscheinlich für ein Studium nicht gereicht.
Diese Zweifel an mir machen mich total verrückt, ich weiß einfach nicht weiter und fühle mich so schlecht und nutzlos. Gibt es nicht irgendetwas, was ich tun kann?

Danke euch für eure Tipps und Gedanken dazu!


Hallo Sonnenmaedchen,
bitte bitte bitte nicht so negativ über dich selber denken!!! Das führt zu gar nichts! Ich weiß wie solche Gedanken sind und man sich nutzlos fühlt, ich glaube das Problem haben viele Frauen im Beruf, weil wir die Anforderungen an uns selbst viel zu hoch stellen! Das ist doch Schwachsinn, warum soll man sich so stressen? Das ist absolut nicht gesund fürs Selbstwertgefühl und macht einen auf Dauer krank.
Und was dazu kommt, es macht es ja auch noch schlimmer. Jedenfalls war es bei mir so. Wenn ich in meiner Ausbildung z.B. denke "Oh Gott ich bin so blöd, ich kann das alles nicht, bald merken alle das ich gar nicht geeignet bin und jeder weiß wie nutzlos ich bin!" dann konnte ich auch wirklich weniger. Wenn man sich so runtermacht dann kann man ja nicht mehr die volle Leistung bringen.
Wenn du dich, abgesehen von deinen Selbstzweifeln, wirklich wohl in deinem jetzigen Beruf fühlst, dann mach den auch weiter! Aber mach dich nicht so fertig. Ich weiß, das klingt leichter als gesagt :grin:

Wenn dir der Beruf an sich aber auch keinen Spaß mehr macht, dann schau dich nach etwas anderem um, dafür bist du ja noch nicht zu alt :smile:
 
M

Benutzer

Gast
Wenn Du das so schreibst:
Sie haben mich unterstützt, wo sie konnten und haben mir auch das Gefühl gegeben, dass ich ihnen helfen konnte.

Nur merke ich in letzter Zeit immer wieder, dass meine Arbeit meinen Chef sicher nicht zufrieden stellen kann.
... dann heißt das, dass dieses Fehlverhalten von Dir wirklich erst in letzter Zeit auftaucht? Demnach gab es eine Phase, in der es besser lief, oder hast Du es anfangs nur noch nicht so gemerkt?

Ohne Dein Berufsfeld oder Deinen konkreten Aufgabenbereich zu kennen, würde ich das Kommunikationsproblem zuerst angehen. Klare Anweisungen und eine to-do-List oder eine Art "Wochenplan" mit allem, was in dieser Zeit erledigt werden muss, bedeuten zwar erst mal mehr Arbeit für den Chef, aber letzten Endes wird es sich wohl auszahlen, zumal Du nach und nach dann schon verstehen wirst, wie der Hase läuft. Gibt er Dir denn überhaupt irgendwelche Anweisungen? Mitarbeiter die so allumfassend mitdenken, dass das nicht nötig ist, sind ja schön und gut, aber nichtsdestotrotz ist er der Chef und damit auch Aufgabenverteiler, wenn's sein muss - da kann er nicht ohne Weiteres erwarten, dass seine Mitarbeiter den kompletten Überblick haben und/oder seine Gedanken lesen können.

Hast Du mal mit den anderen Kollegen gesprochen? Wie empfinden die denn das Ganze? Sehen sie Dich auch eher als Belastung bzw. als "nichtsnutzig" (bitte nicht als Beleidigung auffassen)? Hatten die vielleicht auch so ihre Startschwierigkeiten und wie kommen sie mit dem Chef und seinen Anweisungen klar? Gibt's da öfters mal Missverständnisse?

Dann wäre noch wichtig, inwiefern er Dich in euren Gesprächen kritisiert. Benennt er konkrete Dinge, die Du anders machen sollst oder formuliert er alles ganz allgemein? Falls Letzteres, würde ich ihn bitten, eindeutiger zu werden, damit Du auch was in der Hand (oder vielmehr im Kopf) hast, das Du beim nächsten Mal wirklich konkret anders machen kannst. Nur ein "Ich bin nicht zufrieden, ich muss alles selber machen" bringt ja nicht wirklich weiter - weder Dich noch ihn.

Bist Du denn noch in der Probezeit? Hat er diesbezüglich mal was angedeutet zwecks Übernahme? Dass Du von Dir aus anbieten willst zu gehen, ist ja nett gemeint, aber ich denke mal, aus purer Nächstenliebe behält er Dich nun auch nicht. Wenn es richtig brennen würde, müsste er Dich kündigen, das hat er ja aber bislang nicht getan, also bring ihn nicht auf dumme Gedanken. :zwinker: Anders wäre es, wenn Dir die Arbeit nicht zusagen würde, aber das Team ist nett und Du würdest gerne bleiben und gute Arbeit leisten - das sind doch die besten Voraussetzungen. Zumal Du Dir auch immer in Erinnerung rufen musst, dass Du den Bewerbungsprozess gewonnen hast, vollkommen ungeeignet wirst Du also schon nicht sein.

Die self-fulfilling prophecy ist sowieso nicht zu unterschätzen, wenn Du Dich schon so wertlos und unbrauchbar fühlst, werden Dir auch weiterhin Fehler passieren, zumal Du durch die ganze Situation wohl auch nicht gerade konzentriert sein wirst. Ruf Dir doch lieber ins Gedächtnis, was Du schon alles gut gemacht hast, seit Du dort bist, und dass Du deshalb andere Dinge auch schaffen kannst.

Da ihr ja ein relativ kleiner Betrieb zu sein scheint, könntest Du Dich stärker an den Kollegen orientieren. Wenn Du Dir das nächste Mal unsicher bist, ob und was Du tun kannst, frag doch einfach erst mal dort nach bevor Du etwas tust oder nicht tust und es dann falsch ist.

Andere Idee: Diese Übersetzungsaufgaben, die Du so gut machst - wäre es nicht möglich, dass ihr mal über eine Umstrukturierung Deines Aufgabenbereiches redet oder ist das wirklich nur ein absolutes Randgebiet? Oder gibt es vielleicht Kollegen, die eine Arbeit machen, die Dir eher liegen würde? Du wärst ja nicht der erste Mensch, den man intern noch ein bisschen hin und her schiebt bis er am richtigen Platz ist...

So, das waren jetzt mal meine Gedanken. Nur nicht den Kopf in den Sand stecken. :knuddel: Es ist auf jeden Fall ein großes Plus, dass ihr euch alle gut versteht, da kann man viel eher Probleme ansprechen, wie wenn es nur um reine Leistungserbringung ginge. Ich hoffe jedenfalls für Dich, dass sich eine Lösung findet.
 

Benutzer48403  (52)

SenfdazuGeber
dass meine Arbeit meinen Chef sicher nicht zufrieden stellen kann. ..... überhaupt habe ich absolut das Gefühl, dass er mit meiner Arbeit einfach nicht zufrieden sein kann, weil ich sie ihm nicht wirklich abnehme.
Bist Du sicher, dass er mit Deiner Arbeit nicht zufrieden ist, oder kommt es Dir nur so vor? Reine Vermutungen bringen Dich nicht weiter, das Thema bei ihm ansprechen bringt Dich sicherlich eher weiter. Wenn er ansonsten freundlich ist, müsste eine sachliche Kommunikation möglich sein, oder?
Nach jedem Termin mit ihm gehe ich aus dem Büro und könnte heulen. .... mir graut vor jedem Gespräch mit meinem Chef.
Jetzt mal konkret: Wird da über Deine Arbeit im Allgemeinen gesprochen, oder kritisiert er Dich offensichtlich? Wenn ja, wie äussert er sich dazu?
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Mir passieren noch so oft Fehler, die nicht sein müssten, ich habe Probleme damit, zu verstehen, was er von mir will (das ist ein allgemeines Problem in unserem Betrieb, da er einfach nicht erklären kann), überblicke zum Teil noch gar nicht, wie weit eine Aufgabe vorangetrieben ist und ob und wie weiter daran gearbeitet werden muss und überhaupt habe ich absolut das Gefühl, dass er mit meiner Arbeit einfach nicht zufrieden sein kann, weil ich sie ihm nicht wirklich abnehme.

Du bist sehr unsicher, Deine Ansprüche an Dich sind hoch - deshalb passieren Dir mehr Fehler als nötig, denke ich mal.

Also, erstens macht jeder Fehler - immer wieder. Der durchschnittliche Arbeitnehmer ist nicht perfekt.

Wenn es Dein Anspruch ist, möglichst gute Arbeit zu leisten - was ich als Ex-Chefin schon mal klasse finde (vielen Angestellten geht das nämlich am A... vorbei), gehe systematisch vor.

Du erwähnst keine Branche und nicht die Art Deiner Tätigkeit, von daher bleiben meine Tipps eher allgemein.

Arbeite an Deiner Konzentration. Trinke genug, schlaf genug, hab genug Bewegung und versuch möglichst was anderes zu erledigen, wenn Du merkst, Du kommst grad nicht vom Fleck mit Deiner aktuellen Arbeit. Und lerne Deine Arbeit ständig und gewissenhaft zu kontrollieren - damit kannst Du die meisten Fehler schnell beheben.

Kein Mensch erwartet von einem relativ jungen Mitarbeiter, der erstens noch nicht lange dabei ist und zweitens noch branchenfremd ist, dass er Aufträge vollständig überblickt, an denen er nicht alleine arbeitet und somit alleine für sie verantwortlich wäre. Also, vergiss Deine Ängste diesbezüglich.

Leider gibt es Chefs, die absolut nicht in der Lage sind, Aufträge vernünftig zu formulieren. Ich hatte auch mal so einen - ich lernte hellsehen ... lach. Nein, Unsinn - aber ich lernte, ihn in absoluter Schnellform ganz gezielt alles zu fragen, was ich wissen musste, um den Auftrag nach seiner Vorstellung zu erfüllen und ich machte mir Notizen, damit ich nix vergas, teils rannte ich ihm bis zum Auto hinterher, weil er ständig auf dem Sprung war. Viele Kollegen waren einfach zu schüchtern, ihn so lange zu löchern bis sie wussten, was er überhaupt erwartete, was sich natürlich auf ihr Arbeitsergebnis auswirkte. Meine Art hat er nie übel genommen, im Gegenteil - es imponierte ihm ... Abgesehen davon, ich zeigte damit, dass ich für die Firma das beste leisten will und dafür brauchte ich nun mal alle Informationen, die ich dafür benötigte.

Du hilfst Deinem Chef, indem Du ihm klare Fragen stellst - mach Dir das bewusst.
 
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