Ich kann nicht mehr mit ihm reden

V

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Ich bräuchte mal einen Rat von euch, momentan weiß ich nicht so genau, was ich tun soll.

Mein Freund und ich sind seit 5,5 Jahren zusammen.
Seit einiger Zeit stimmt bei uns aber irgendwie die Chemie nicht mehr. Ich fühle mich von ihm dauerhaft provoziert, weil er einfach so oft z.B. Sachen verspricht und nicht tut, dass er mir damit das Gefühl gibt, es absichtlich (nicht) zu tun.
Dabei sind das meistens sogar echt Kleinigkeiten. Z.B. weiß er, dass ich es nicht mag, wenn er in der Mikrowelle was aufwärmt, ohne dass man es abdeckt. Und der tut es dennoch immer und immer wieder und sagt dann hinterher: „Oh, sorry, hab ich vergessen.“
Oder aber er bringt keine Ersatzklamotten mit zu mir und schläft dann noch 3 Nächte, nachdem ich das bemängelt habe, im stinkenden, verschwitzten Schlafanzug. Bis mir dann der Kragen platzt und ich ihm dann sage, dass er gern wo anders stinken kann, aber nicht in meinem Bett.
Dann geht er heim und bringt das nächste Mal einen frischen Schlafanzug mit – bis auch der wieder stinkt und ich wieder meckere. Er schwitzt halt nachts immer viel und das ist ja auch ok – aber warum provoziert er es dann immer so lange? Warum ist es so schwer, Ersatzklamotten mitzubringen? Er sagt dann immer, er hätte nicht daran gedacht.
Sorry, aber wenn mir mein Partner sagen würde, dass ich stinke, dass bräuchte er es mir nur ein einziges Mal zu sagen, ich würde mich so schämen, dass das nie wieder passieren würde.
Aber das ist nur ein einziges Beispiel von vielen.

Ich bin dann auch wirklich oft sehr gereizt, reagiere leicht über und sage Dinge, die ich gar nicht so meine. Wenn so was früher mal passiert ist, dann tat es mir direkt im Anschluss gleich leid. Aber momentan fühle ich mich einfach immer so im Recht, dass ich auch Kleinigkeiten nicht einfach gut sein lassen kann. Ich fühle mich dann einfach immer verarscht, weil er immer so halbherzig (für mich klingt das so) für etwas entschuldigt und es dann einfach wieder tut.


Heute war wieder so eine blöde Situation.
Er war gestern mit Freunden weg, ich konnte nicht mit. War auch vollkommen ok.
Normalerweise kommt er meist spätestens gegen 3 Uhr nach Hause.
Heute nicht. Er kam nach 5 Uhr morgens zu mir. Ich lag natürlich wach, weil ich mir Sorgen gemacht hatte. Meine SMS hatte er nicht beantwortet, obwohl er sie gelesen hatte.
Und da bin ich echt wütend geworden, hab ihm meinen Schlüssel abgenommen (er wohnt quasi bei mir, ist aber im Grunde noch nicht endgültig von zuhause ausgezogen), ihm gesagt, dass dies kein Hotel sei und er fortan klingeln kann (sehr „reif“… ich weiß es selbst). Wir sind dann schlafen gegangen und als wir wieder aufgewacht sind, brodelte alles noch in mir. Bei ihm nicht, er hatte das wieder wie immer abgehakt, wollte mir einen Guten-Morgen-Kuss geben und tat so, als sei nicht gewesen.
Das Ganze hat sich dann soweit gesteigert und wurde dermaßen unsachlich, dass ich ihn jetzt gerade eben nach Hause geschickt habe. Nachdem ich ihm einige nicht gerade nette Sachen an den Kopf geworfen hatte.
Zur Verdeutlichung: Er kann meinetwegen gern auch die ganze Nacht wegbleiben. Aber ist es dann zu viel verlangt, wenn man will, dass er kurz sagt: „Also ich komme heute später, warte nicht auf mich“?
Er weiß, dass ich IMMER auf ihn warte und er kommt NIE so spät. Und dann drückt er mir aber noch den blöden Spruch: „Ja, was hast du denn gedacht, wann ich komme?“ – Ja, sorry, keine Ahnung, meine Kristallkugel ist kaputt.

Ich sehe meine Fehler und für euch ist es wohl schwierig zu verstehen, wo genau das Problem ist. Ich weiß es ja selbst nicht. Ich merke einfach, dass ich nicht mehr mit ihm reden kann. Er spielt immer alles runter und ich bausche immer alles auf. So kann man doch auf keinen Nenner kommen.
Ich will aber auch nicht immer diejenige sein, die immer nachgibt, die immer alles gut sein lässt – in mir drin brodelt es dann nämlich dennoch, ich bin dann trotzdem noch sauer.

Ich habe das Gefühl, dass er mich als Partnerin nicht mehr ernst nimmt. Er streitet das ab und meint, es sei unmöglich, mit mir zu reden. Genau das werfe ich auch ihm vor, eben weil ich das Gefühl habe, nicht ernst genommen zu werden. Er dagegen wirft mir vor, aufbrausend und unsachlich zu sein, womit er ja auch Recht hat.

Aber ihr müsstet mal hören, WIE er mit mir redet. So, als wolle er sich über meine Bitten lustig machen. Wenn ich ihn darum bitte, nicht mit den Straßenschuhen auf dem Teppich rumzulaufen, dann sagt er „Jaja“, tut es dann aber dennoch – wie soll man sich da nicht verarscht vorkommen?
Dann meckere ich und er schnauft genervt rum – und wenn ich frage, warum er rumschnauft, dann kommt nur: „Ich atme halt laut.“

Ich bin gerade ziemlich aufgewühlt, ich würde so gerne mit jemandem sprechen, der mich versteht und der mich ernst nimmt. Ich habe gerade so viel Wut in mir drin – auf mich, auf ihn, auf die gesamte Situation – ich weiß einfach nicht, was ich tun soll.


Über Probleme zu reden ist immer meine Stärke gewesen, aber es klappt einfach nicht mehr. Egal wie viel ich rede, es läuft dennoch immer gleich.
Ich entschuldige mich immer von mir aus, aber von ihm kommt immer nur ein halbherziges „Entschuldigung“ – und zwar NUR wenn ich vorher gesagt habe, dass ich enttäuscht bin, dass er nicht mal das Bedürfnis hat, nochmal darüber zu sprechen. Er tut ja nach einem Streit immer so, als sei nichts passiert. Sorry, aber wenn der Partner seinen Wohnungsschlüssel zurückfordert , wie kann man so tun als sei das völlig unbedeutend?

Ich will die Beziehung nicht beenden, ich möchte gerne daran arbeiten, solange es noch etwas gibt, woran man arbeiten kann. Ich bin auch bereit, an meinen Fehlern zu arbeiten, aber ich sehe momentan keinen Ansatzpunkt mehr, vielleicht könnt ihr mir da ja weiterhelfen.
Weder Briefe schreiben noch reden bringt mehr was. Ich weiß einfach nicht, wie ich mir bei ihm Gehör verschaffen soll.
 

Benutzer59943  (39)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Hey

Ich erkenne mich bzw. uns da teilweise wieder.
Ich sag meinem Freund auch seit etwa 1 Jahr, dass er die Toilettentür zumachen soll, wenn er drin ist, aber er schafft es nach wie vor nicht. Und er siehts auch nicht ein. Er erfindet immer nur neue Ausreden. Mal ist es sonst zu dunkel, mal will er sich mit mir unterhalten etc.

Sorry, aber wenn mir mein Partner sagen würde, dass ich stinke, dass bräuchte er es mir nur ein einziges Mal zu sagen, ich würde mich so schämen, dass das nie wieder passieren würde.
Er ist ein Mann. :grin:
Mein Freund ist auch nicht der reinlichste in Sachen Körperhygiene. Er ist oft zu faul zum Duschen, obwohl er es dringend nötig hätte und mich störts auch, wenn er dann einfach verschwitzt neben mir im Bett liegt. Oder auch am Tisch riecht man es mitunter. Er kann nichts dafür. Bei der ARbeit schwitzt man eben, aber ich versteh nicht, warum sich dann nicht 5 Minuten unter die Dusche stellt.

Früher haben mich solche Dinge weniger gestört. Inzwischen stören sie mich mehr, dich anscheinend auch. Ob es nun daran liegt, dass die rosarote Brille weg ist oder einfach weil man zusammen lebt, ich weiß es nicht.
Irgendwie hat es ja auch was mit Respekt zu tun, wenn man aufeinander Rücksicht nimmt und auch bei euch sinds ja wirklich machbare Kleinigkeiten.

Zur Verdeutlichung: Er kann meinetwegen gern auch die ganze Nacht wegbleiben. Aber ist es dann zu viel verlangt, wenn man will, dass er kurz sagt: „Also ich komme heute später, warte nicht auf mich“?
Nein ich finde nicht, dass das zu viel verlangt ist.
Ich will aber auch nicht immer diejenige sein, die immer nachgibt, die immer alles gut sein lässt – in mir drin brodelt es dann nämlich dennoch, ich bin dann trotzdem noch sauer.
Verstehe ich voll und ganz.
Ich sehs auch nicht ein, immer über alles hinweg zu sehen, nur damit wir uns nicht streiten.

Ihr wohnt nicht offiziell zusammen oder?

Mein Freund hat Kritik nicht gerne und er antwortet auf Kritik immer mit Gegenkritik, nie mit Einsicht. :ratlos:

Bei uns hats vor 3 Wochen richtig geknallt und wir waren kurz vor der Trennung. Es konnte so einfach nicht weiter gehen. Nicht nur wegen der Kleinigkeiten, aber auch.
Ich hab ihm endlich klar machen können, dass wir uns beide bemühen müssen und auch du darfst deinen Liebsten mal kritisieren und er hat dich deswegen nicht gleich als Zicke abzustempeln!
Derzeit läufts bei uns wieder sehr gut. Mal sehen wie lange.

Ist dein Freund zur Zeit irgendwie arbeitsmäßig gestresster als sonst?
Bei meinem Freund ist es nämlich umso extremer, je stressiger sein Job ist.
Und mein Freund läuft vor Problemen immer sehr gerne davon, reden kann ich mit ihm auch kaum, weil er in jedem Gespräch immer nur schweigt.
Vor 3 Wochen musste ich ihn wirklich zwingen, dass er sich nachts um 1 mal hinsetzt und mir zuhört. Nach 11 Jahren Beziehung war das einfach mein Recht.
Und bei euch ist es ja auch lange und es muss möglich sein, dass ihr KOnflikte verbal klären könnt.

Ich weiß sonst nicht viel, was ich dir raten könnte.
Evtl. hilft es euch wirklcih, wenn ihr mal ein paar Tage Abstand haltet. Dann kann jeder für sich mal durchatmen.

Ansonsten hab ich es so gemacht, dass ich für mich erstmal an meinen Fehlern gearbeitet hab und dadurch einfach guten Willen gezeigt hab. Wollte ich zwar eigentlich nicht, aber ich habs dann eben doch gemacht. Ich hab an den Punkten gearbeitet, die er immer kritisiert hat und er hat das auch gesehen und hat sich gefreut. :smile:
 

Benutzer41093 

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Off-Topic:
Wieso wartest Du auf ihn, wenn er weggeht? Bist Du seine Mama?


Ansonsten muß ich gerade an meinen 10-jährigen Sohn denken, der benimmt sich genauso. Da kann ich auch hundertmal sagen, daß er etwas nicht machen soll und beim nächsten mal macht er es trotzdem wieder :zwinker:

Ganz ehrlich: ich würde da garnicht mehr großartig diskutieren, vielleicht zweimal was sagen, aber dann ist gut. Ich denke, krava hat recht, vielleicht hilft ein wenig Abstand ein bißchen.
 

Benutzer59943  (39)

Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
Wieso wartest Du auf ihn, wenn er weggeht? Bist Du seine Mama?

Na ja man wartet da eben indirekt. Ich sitz auch nicht da und warte, aber man ist eben erst entspannt, wenn der Partner da ist. Also mir geht das zumindest so. Bis früh morgens ist mein Freund zwar nie weg und er geht auch nicht auf die Piste, aber er ist oft auch mal bis spät abends beruflich unterwegs und da warte ich schon indirekt bis ich eben die Türe höre und weiß, dass er heil da ist.
 

Benutzer41093 

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Na ja man wartet da eben indirekt. Ich sitz auch nicht da und warte, aber man ist eben erst entspannt, wenn der Partner da ist. Also mir geht das zumindest so. Bis früh morgens ist mein Freund zwar nie weg und er geht auch nicht auf die Piste, aber er ist oft auch mal bis spät abends beruflich unterwegs und da warte ich schon indirekt bis ich eben die Türe höre und weiß, dass er heil da ist.

Wenn mein Freund sonntagsabends von mir nach Hause fährt, dann warte ich auch, bis er anruft und sagt, daß er gut angekommen ist. Aber mein Ex-Freund zum Beispiel hat hinter der Theke gearbeitet - wenn ich da jedesmal gewartet hätte, bis er zuhause ist... auweia :grin:

Ich sehe das etwas entspannter. Mein Freund ist schon groß und weiß, wann er nach Hause zu gehen hat. Und wenn er abends weggeht und dann erst am nächsten mittag anruft, weil er ausschlafen wollte, dann ist das doch völlig okay.

Und ganz ehrlich: wenn ich mal abends weggehe, dann will ich nicht, daß mein Freund zuhause sitzt und sagt 'Normalerweise bist Du um 3 Uhr zuhause, wieso warst Du heute bis 5 Uhr weg?'. Nee, danke.
 
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Gast
Früher haben mich solche Dinge weniger gestört. Inzwischen stören sie mich mehr, dich anscheinend auch. Ob es nun daran liegt, dass die rosarote Brille weg ist oder einfach weil man zusammen lebt, ich weiß es nicht.
Irgendwie hat es ja auch was mit Respekt zu tun, wenn man aufeinander Rücksicht nimmt und auch bei euch sinds ja wirklich machbare Kleinigkeiten.
Ja, so ist es bei mir auch.
Es war nicht so, dass ich diese Dinge früher nicht gesehen hätte, aber sie haben mich einfach nicht in diesem Ausmaß gestört.
Vielleicht auch weil ich dachte, dass sich das vielleicht von alleine legt, wenn ich nroft genug (sachlich) was dazu sage.

Ihr wohnt nicht offiziell zusammen oder?
Nein. Er ist fast jeden Tag bei mir, aber es fehlt dennoch das "Zusammenwohngefühl". Diese Wohnung habe ich gemietet, ich habe sie komplett alleine eingerichtet, sie ist an eine Bedürfnisse angepasst.
Dennoch fand/finde ich es schön, dass er meistens hier ist, dass er sich hier "breit macht", dass in meinem Schrank auch Klamotten von ihm sind, etc.
Wir planen auch den Tag zusammen, sprich wir überlegen gemeinsam, wann wir was zu Abend essen und solche Sachen und wir teilen uns auch die Hausarbeit.

Mein Freund hat Kritik nicht gerne und er antwortet auf Kritik immer mit Gegenkritik, nie mit Einsicht. :ratlos:
Genauso ist es bei uns auch. Nie kann er einfach mal sachlich auf etwas eingehen, was ich ihm sage, sondern muss mir selbst einen Vorwurf oder eine Kritik an den Kopf knallen.

und auch du darfst deinen Liebsten mal kritisieren und er hat dich deswegen nicht gleich als Zicke abzustempeln!
Tut er aber leider. Er sagt es nicht so, aber er lässt mich ja spüren, was er von meiner Kritik hält.
Ich habe oft das Gefühl, je weniger er mich ernst nimmt, desto mehr meckere ich - und dann steh ich wieder als der Idiot da, der nur rummotzen kann.


Ist dein Freund zur Zeit irgendwie arbeitsmäßig gestresster als sonst?
Bei meinem Freund ist es nämlich umso extremer, je stressiger sein Job ist.
Ja, schon.
Er schreibt momentan seine Diplomarbeit in einer Firma, arbeitet dort also auch richtig. Vorher war er unimäßig auch schon sehr gestresst, aber ich habe das Gefühl, dass es momentan für ihn schon schlimm ist.


Ich weiß sonst nicht viel, was ich dir raten könnte.
Evtl. hilft es euch wirklcih, wenn ihr mal ein paar Tage Abstand haltet. Dann kann jeder für sich mal durchatmen.
Danke, es hat mir schon mal geholfen, zu lesen, dass es Anderen zumindest ein bisschen ähnlich geht :smile:.
Wir werden uns frühestens am Montag wieder sehen, da er heute wohl nicht hier schlafen wird und er morgen für einen Tag weiter weg fährt.

---------- Beitrag hinzugefügt um 17:33 -----------

Off-Topic:
Wieso wartest Du auf ihn, wenn er weggeht? Bist Du seine Mama?
Weil es schon immer so war bei uns, wenn einer allein weg geht.
Ich sitze dann natürlich nicht die ganze Zeit auf dem Sofa und schaue nervös auf die Uhr :zwinker:.
Ich beschäftige mich schon auch selbst.
Aber wir warten eben immer auf den Anderen, um zusammen zu Bett zu gehen.
Ich hab mir halt Sorgen gemacht, das hat nichts damit zu tun, dass ich ihn bemuttere.
Wer immer spätestens um eine bestimmte Uhrzeit heimkommt und dann plötzlich eines Tages um 5 Uhr morgens immer noch nicht da ist, nicht anruft, keine SMS und Anrufe beantwortet - da macht man sich halt Sorgen, dass was passiert sein könnte.
Musst du aber nicht verstehen, so war es bisher halt bei uns.

---------- Beitrag hinzugefügt um 17:36 -----------

Und ganz ehrlich: wenn ich mal abends weggehe, dann will ich nicht, daß mein Freund zuhause sitzt und sagt 'Normalerweise bist Du um 3 Uhr zuhause, wieso warst Du heute bis 5 Uhr weg?'. Nee, danke.
Ich habe doch extra dazugeschrieben, dass er meinetwegen die ganze Nacht wegbleiben kann.
Aber man kann doch wohl mal kurz Bescheid sagen.
Ich habe ihm KEINEN Vorwurf gemacht, weil er lange weg war. Sondern weil er es nicht für nötig hielt, wenigstens was zu sagen.
Aber wie gesagt, das musst du nicht verstehen, das war bei uns bisher immer so.
Soll auch nicht Thema des Threads sein, da das Problem für mich ein Anderes ist.
 

Benutzer61519 

Verbringt hier viel Zeit
Off-Topic:
wenn er in der Mikrowelle was aufwärmt, ohne dass man es abdeckt
....Warum darf er denn sein Essen nicht so aufwärmen wie ER will?


Aber den Rest kann ich verstehen, aber ich denk nicht dass er das absichtlich macht oder es ihn nicht interessiert. Aber er scheint wohl sowohl mit der Körperhygiene als auch was das Bescheid-Sagen angeht eine andere "Schmerzgrenze" zu haben und nimmt es demnach auch gar nicht als eine so große Sache wahr.

Und dass er die Dinge dann immer wieder tut, liegt vielleicht daran dass du einfach auf einem falschen Kanal kommunizierst?
Bei ihm bringt es vielleicht nichts die Dinge nur zu sagen, sondern man muss auch selbst aktiv werden. z.B könntest du wenn du bei ihm bist einfach selbst Ersatzklamotten mitnehmen oder du schmeisst den stinkenden Schlafanzug eben einfach in die Wäsche und wenn er dann nichts anderes dabei hat, ist es eben sein Problem.. (mag vielleicht estwas passiv-aggressiv rüberkommen, aber GESAGT hast du es ihm ja schon mehrmals)


Und wenn er mit Straßenschuhen auf dem Teppich rumlaufen will, dann lass ihn eben drauf rumlaufen - gib ihm aber dann dem Teppich zum Waschen mit.

Ich glaub, dass es für ihn nur viele Kleinigkeiten sind, und er da bereits auf Durchzug geschalten hat. Und wenn reden nichts mehr hilft, musst du eben auf andere Mittel als " Erziehungsmaßnahme" (sorry für den Ausdruck) zurückgreifen.
 

Benutzer41093 

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Weil es schon immer so war bei uns, wenn einer allein weg geht.
Ich sitze dann natürlich nicht die ganze Zeit auf dem Sofa und schaue nervös auf die Uhr :zwinker:.
Ich beschäftige mich schon auch selbst.
Aber wir warten eben immer auf den Anderen, um zusammen zu Bett zu gehen.
Ich hab mir halt Sorgen gemacht, das hat nichts damit zu tun, dass ich ihn bemuttere.
Wer immer spätestens um eine bestimmte Uhrzeit heimkommt und dann plötzlich eines Tages um 5 Uhr morgens immer noch nicht da ist, nicht anruft, keine SMS und Anrufe beantwortet - da macht man sich halt Sorgen, dass was passiert sein könnte.
Musst du aber nicht verstehen, so war es bisher halt bei uns.

Off-Topic:
Aber man macht doch nicht immer das gleiche und kommt immer um die gleiche Uhrzeit nach Hause. Oder sagt Dein Freund um kurz vor drei dann 'Ich muß jetzt nach Hause sonst macht meine Freundin sich Sorgen!'? Ich wüsste garnicht, um was ich mir Gedanken machen sollte, wenn mein Freund um 3 Uhr noch nicht zuhause ist. Er hat zuviel getrunken und/oder ist versackt. Ich denke dann nicht, daß er irgendwo schwer verletzt im Straßengraben liegt oder 'ne andere Frau abgeschleppt hat. Da würde ich ja irgendwann paranoid werden...

Und dann kann er sich immernoch an mich kuscheln, wenn er nach Hause kommt (wenn wir zusammen wohnen würden), davon würde ich dann wach werden. Und ja, von mir aus darf er dann auch nach Bier riechen :zwinker:

Und wenn er die ganze Nacht wegbleiben darf, wieso soll er dann zu einer bestimmten Uhrzeit bescheid sagen? Widerspricht sich ein bißchen :zwinker:


Ansonsten kann ich Dich ja vollkommen verstehen, mich würde so ein Verhalten auch auf die Palme bringen und ich würde zweimal was sagen, aber dann wäre es auch gut.
 
D

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Hmmmm.......einige Dinge sind mir bekannt, :knuddel: sind aber auch in meinen Augen nicht so wirklich ein Problem.

Was die Sache mit dem Schlafanzug angeht, ja, da würde ich mich in Grund und Boden schämen. Das kann ich nicht verstehen, da ziehe ich mich selbst Nachts um oder beziehe die Betten.

Vielleicht ist es Deine Art (ohne dir jetzt einen Vorwurf zu machen) sind es die Dinge, die Du schon zu oft und zu "bestimmt" gesagt hast.

Es gibt aber einfach Dinge, die sind Selbstverständlich und darüber braucht man kein Wort verlieren.

Solange er im Hinterkopf hat, dass du dich kümmerst und dich über die Dinge aufregst, solange wird er sich vielleicht keine Gedanken machen.

Es ist, wenn ich das Beispiel verwenden darf, wie bei der Erziehung von Kindern. Wann nehmen Kinder einen Elternteil nicht mehr ernst? Wann fangen Kinder an, sich Gedanken zu machen?
Richtig. Wenn sie merken, dass die Dinge, die sie machen keine Konsequenzen haben - wenn der Vater oder die Mutter nur "drohen" und es wirklich nie zum Ultimatum etwas passiert......

Nun, ihr seid keine Kinder mehr, du bist ihm vielleicht um einiges vorraus, so glaube ich, dass du völlig Richtig gehandelt hast, ihm die Schlüssel abzunehmen usw. Fakten schaffen. Aber nicht konsequent genug! Dann hättest du ihn gleich nach Hause schicken sollen und ihn nicht noch bei Dir schlafen lassen.

Irgendwie habe ich den Eindruck, es ist "zuviel" gesprochen worden.
Immer noch einmal nachhaken, obwohl für ihn ein scheinbares Problem längst gelöst ist, lässt einen schnell Gleichgültig werden....

Vielleicht hat er ein Problem, trägt irgendetwas mit sich herum, dass ihn so werden oder sein lässt?

Es ist Deine Wohnung, also gelten auch Deine Regeln. Punkt.
Sicher ist es auch traurig, dass man einen Menschen nach so langer Zeit mal vor die Tür setzten muss, bevor er begreift, was wirklich Sache ist - aber anscheinend hilft da nichts Anderes. Wenn du es schaffst, dass er sich "Bemühen" muss, und zwar um Dich und um EInlass in deine Wohnung, dann wird er vielleicht wach.

Es ist wirklich fatal, da meint man, jemanden jahrelang kennen und lieben zu lernen um dann die Erkenntnis zu erhalten, dass der Partner das nicht gebührend zu Schätzen weiss.

Dabei muss man unterscheiden, zwischen den Dingen, die man nicht sehen will, oder den Dingen, die man einfach nicht sieht. Ich habe auch andere Prioritäten, sehe auch nicht Alles das, was meine Freundin nach nun 8 Jahren sieht - vor allem weiss ich selten und bin erstaunt, WIE die Dinge bei Ihr "ankommen".
Das erstaunt mich immer wieder, wenn ich das zu hören bekomme, dass ich sie verletzt habe, obwohl es mir garnicht so vorkam......

ICh weiss nicht, "wie" du wieder zu ihm Zugang erhältst - vielleicht liegt es daran, dass er sich "bevormundet" oder "wie ein Kind behandelt" fühlt.

Für die Art und Weise kannst du vielleicht nichts, manche Menschen sind eben impulsiv und reagieren öfters über, aber er sollte "lernen", dass du es ernst meinst, dich nicht für deine Regeln sondern nur noch für die Art und Weise, wie du es sagst, entschuldigst.

Es hört sich blöd an, aber wenn er wie ein "Kind denkt", muss er lernen, dass EINMALIGES Hinweisen reichen muss und er mit der Konsequenz klar kommen muss.

Es hat auch manchesmal eine geballte Faust in der Tassche geholfen, ein tiefes durchatmen .......Du / Ihr sollt nichts runterschlucken oder verdrängen, iCh kann auch nicht dauernd rumdiskutieren, sondern es muss "die Zeit reif sein dafür......Ich schreibe mir die Argumente oder Dinge auf, für und wider - irgendwann wird darüber gesprochen, wenn wir beide das Bedürfnis haben.....und dann aber sachlich und die Punkte nacheinander abhakend. Ich höre mir gerne Dinge an, was sie zu sagen hat - brauche aber auch Zeit - ihre Argumente zu überdenken und dann erneut darüber zu reden....vieles wird dadurch einfacher, manches löst sich in Luft auf......

Es ist einfach NIE zu spät, nicht nach 5, 8 oder mehr Jahren - neue Konventionen und Regeln "auszuhandeln", mal ganz anders zu verfahren und so dem Partner zu zeigen, dass er einen eben nicht kennt und durchaus andere Seiten hat - es anders machen kann. Nur so bekommt man den Eindruck wieder ernst genommen zu werden als wenn man immer wieder mit gleichen Worten und Taten auffährt was letztendlich auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus geht.

Zeige ihm ganz deutlich, dass DU dich nicht ändern musst, sondern ER sein Verhalten ändern sollte. Er wird wissen, dass du wartest, dass du leidest, dass du innerlich kochst und dass du Dinge nicht magst......Bleib auch bei deiner Meinung, nur ändere die Taktik und zeige dich mal von deiner gleichgültigen Seite.
 
V

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Off-Topic:
....Warum darf er denn sein Essen nicht so aufwärmen wie ER will?
Weil es MEINE Mikrowelle ist, die ich im Zweifelsfall immer sauber machen muss, wenn SEIN Essen da drin rumspritzt, weil Monsieur es ja nicht für nötig hält ("Die ist doch aber gar nicht so dreckig" oder auch beliebt: "Jaa, mach ich dann"... was aber nie passiert.)


Und dass er die Dinge dann immer wieder tut, liegt vielleicht daran dass du einfach auf einem falschen Kanal kommunizierst?
Ja, diesen Eindruck hab ich eben auch :hmm:.

Und wenn er mit Straßenschuhen auf dem Teppich rumlaufen will, dann lass ihn eben drauf rumlaufen - gib ihm aber dann dem Teppich zum Waschen mit.
Geht nicht, ist kein waschbarer Teppich :zwinker:.

Ich glaub, dass es für ihn nur viele Kleinigkeiten sind, und er da bereits auf Durchzug geschalten hat. Und wenn reden nichts mehr hilft, musst du eben auf andere Mittel als " Erziehungsmaßnahme" (sorry für den Ausdruck) zurückgreifen.
Ja, aber ich will ihn eigentlich nicht mehr erziehen.
Er ist 28 - ihn zu erziehen ist einfach nicht meine Aufgabe, ich bin nicht seine Mutter.


Darlene schrieb:
Aber man macht doch nicht immer das gleiche und kommt immer um die gleiche Uhrzeit nach Hause. Oder sagt Dein Freund um kurz vor drei dann 'Ich muß jetzt nach Hause sonst macht meine Freundin sich Sorgen!'? Ich wüsste garnicht, um was ich mir Gedanken machen sollte, wenn mein Freund um 3 Uhr noch nicht zuhause ist. Er hat zuviel getrunken und/oder ist versackt. Ich denke dann nicht, daß er irgendwo schwer verletzt im Straßengraben liegt oder 'ne andere Frau abgeschleppt hat. Da würde ich ja irgendwann paranoid werden...

Und dann kann er sich immernoch an mich kuscheln, wenn er nach Hause kommt (wenn wir zusammen wohnen würden), davon würde ich dann wach werden. Und ja, von mir aus darf er dann auch nach Bier riechen
Ich kann's dir halt nicht anders erklären.
Er ist nicht der Typ, der lange weg bleibt. Andere Leute machen regelmäßig Party bis in den Morgen und wenn ich wüsste, dass er so ist, dann wäre es auch okay. Aber in 5,5 Jahren war es NIE so, dass er einfach weggeblieben ist, ohne was zu sagen, ohne auf meine Kontaktversuche zu reagieren - kannst du gar nicht nachvollziehen, dass man sich unter DIESEN Umständen Sorgen macht?
Denn 3 Uhr ist wirklich schon die Ausnahme, meist macht er sich schon gegen 1 oder 2 auf den Weg nach Hause.
Wie gesagt, das war auch nicht der Grund, weshalb ich diesen Thread eröffnet habe.
Denn unabhängig davon, ob meine Sorge nun gerechtfertigt war oder nicht, es geht mir darum, dass ich nicht weiß, wie ich ihm diese Sorge kommunizieren soll. Wie ich überhaupt mit ihm kommunizieren soll, damit er mich ernst nimmt.
Wenn er zu mir sagt, dass er gerne länger weg bleibt und keine Lust hat, sich dafür zu rechtfertigen, dann ist das doch okay! Aber kann er mir das dann nicht einfach sagen? Woher soll ich das plötzlich wissen, wenn es 5,5 Jahre lang anders war? Hellsehen kann ich nicht.
 

Benutzer93806  (39)

Öfters im Forum
an seiner stelle wäre mir ein " ja, mama" irgendwann rausgerutscht. und dazu wirst du unsachlich in streits, würde ich mir entweder nich bieten lassen, oder ausblenden.

wenn du willst, dass er sich ändert, fange bei dir an. er ist nicht, wie du es wünscht? pech, er ist nunmal so. entweder leb damit, oder such dir nen anderen.
 
D

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Gast
Ach Mann, jetzt hab ich so lange gebraucht, dass schon wieder alles da steht. :rolleyes:

Off-Topic:
:grin: Ich habe angefangen zu schreiben, da gabs noch keine Antwort....als ich "fertig hatte" (alter Mann denkt eben langsam), war mein Beitrag schon an 9. Stelle....na ja.....der Wille zählt.... :zwinker:
 
V

Benutzer

Gast
Danke donmartin für deinen ausführlichen Beitrag.
Ich finde es sehr hilfreich, auch mal eine männlliche Sicht zu erfahren.

Vielleicht ist es Deine Art (ohne dir jetzt einen Vorwurf zu machen) sind es die Dinge, die Du schon zu oft und zu "bestimmt" gesagt hast.
Ja, das glaube ich auch :frown:.
Ich weiß, dass ich oft etwas sehr bestimmt sage.
Aber wenn dann halt nichts passiert, dann wiederhole ich es eben so häufig, bis dann eben was passiert, auch wenn es dann nicht das ist, was ich wollte. Ich habe aber einfach den Eindruck, dass er mittlerweile so ziemlich gar nichts mehr ernst nimmt, was ich sage, ganz egal, WIE ich es sage.


Solange er im Hinterkopf hat, dass du dich kümmerst und dich über die Dinge aufregst, solange wird er sich vielleicht keine Gedanken machen.

Es ist, wenn ich das Beispiel verwenden darf, wie bei der Erziehung von Kindern. Wann nehmen Kinder einen Elternteil nicht mehr ernst? Wann fangen Kinder an, sich Gedanken zu machen?
Richtig. Wenn sie merken, dass die Dinge, die sie machen keine Konsequenzen haben - wenn der Vater oder die Mutter nur "drohen" und es wirklich nie zum Ultimatum etwas passiert......
Ich verstehe schon, was du meinst. vermutlich hast du schon Recht.
Aber ich fühle mich nicht wohl beim Gedanken dabei, "Konsequenzen zu ziehen", "ein Ultimatum zu setzen".... ich komme mir dann wirklich vor wie seine Mutter. Ich hab mich ganz schön schäbig gefühlt, als ich ihm den Schlüssel abgenommen habe :frown:.
Vielleicht hast du Recht... ich hätte ihn heimschicken sollen.
Aber er war extra 35km zu mir gefahren um 5 Uhr morgens, da wollte ich ihn nicht wegschicken :frown:.


Irgendwie habe ich den Eindruck, es ist "zuviel" gesprochen worden.
Immer noch einmal nachhaken, obwohl für ihn ein scheinbares Problem längst gelöst ist, lässt einen schnell Gleichgültig werden....
Ja, das Gefühl habe tatsächlich ich auch!
Ich finde es gerade total unheimlich, dass du den Kern so gut triffst :grin:.
Aber warum ist das so?
Ich meine, ich bin da ganz anders. Wenn mein Freund etwas häufig anspricht, dann merke ich doch erst recht, dass es ihm wichtig ist. Warum wird er dann gleichgültig?


Vielleicht hat er ein Problem, trägt irgendetwas mit sich herum, dass ihn so werden oder sein lässt?
Weiß ich nicht. Vielleicht ist er gestresst.
Er war jedoch nie der Mensch, der viel über Probleme spricht, ich würde ihm nur auf den Keks gehen, wenn ich nachhaken würde.


Es ist Deine Wohnung, also gelten auch Deine Regeln. Punkt.
Ja, schon... aber zu erwähnen wäre, dass er seit einiger Zeit die Miete zahlt, weil ich nicht mehr hinkomme.
Gut, vorher hatte ich ihn sehr lange von meinem Geld mitversorgt, also gleicht sich das vielleicht ein bisschen aus, aber so ganz allein "meine Wohnung" ist es durch diesen Umstand wahrscheinlich nicht.


Es ist einfach NIE zu spät, nicht nach 5, 8 oder mehr Jahren - neue Konventionen und Regeln "auszuhandeln", mal ganz anders zu verfahren und so dem Partner zu zeigen, dass er einen eben nicht kennt und durchaus andere Seiten hat - es anders machen kann. Nur so bekommt man den Eindruck wieder ernst genommen zu werden als wenn man immer wieder mit gleichen Worten und Taten auffährt was letztendlich auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus geht.
Das ist vielleicht ein guter Ansatz... aber ich weiß nicht, wie und wo ich das anpacken muss...


Zeige ihm ganz deutlich, dass DU dich nicht ändern musst, sondern ER sein Verhalten ändern sollte. Er wird wissen, dass du wartest, dass du leidest, dass du innerlich kochst und dass du Dinge nicht magst......Bleib auch bei deiner Meinung, nur ändere die Taktik und zeige dich mal von deiner gleichgültigen Seite.
Ich denke nur leider, dass ich mich auch in mancherlei Hinsicht ändern muss.
Ich weiß nur nicht, was genau ich ändern muss und WIE.
Er gibt mir da leider nie irgendwelche Hinweise
Ich merke selbst in mancherlei Hinsicht, dass ich ihn vielleicht ein wenig "bemuttere"... daran könnte ich ansetzen. Und ich bin oft wirklich nicht konsequent genug. Aber das zu ändern fällt mir schwer, denn ich glaube ihm, wenn er sagt, es täte ihm leid. Aber warum ändert er dann dennoch nichts?


Ihr Männer seid merkwürdige Wesen :grin:. Warum tickt ihr nur so komisch?


@Mìa Culpa: Mir geht es auch so - kaum hab ich jemandem geantwortet, stehen schon wieder 2 neue Antworten da :grin:.
Ich habe deinen Beitrag nicht überlesen, ich werde heute Nacht darauf eingehen, da ich jetzt weg gehe.

---------- Beitrag hinzugefügt um 18:43 -----------



Ich kann jetzt doch schon antworten... meine Freunde haben heute keine Lust, weg zu gehen. Was soll's, gammel ich halt allein rum.

Die Kleinigkeiten, die Du aufgezählt hast, sind zwar störend und nervig, aber das eigentliche Problem ist mit Sicherheit nicht das nicht abgedeckte Essen in der Mikrowelle, sondern dass bei ihm scheinbar alles zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus geht. Er lässt Dich halt meckern. Und wäre es wirklich nur substanzloses Gemecker ist es auch nachvollziehbar, dass das zehn Stunden später aus seiner Sicht eben schon wieder passé ist und er da keinen Gesprächs- oder Entschuldigungsbedarf mehr sieht.
Genau das ist das Problem.

Und deshalb würde ich ihm klar machen, dass das von Dir eben ausdrücklich kein "Hach, jetzt hat er wieder Dreck gemacht, aber eigentlich soll er sich gar nicht ändern, denn ich räume ihm ja insgeheim gern hinterher"-Hausfrauengemotze ist, weil Frauen ja immer was an ihren Männern auszusetzen haben, sondern dass das durchaus Dinge sind, die Du ernst meinst und tatsächlich geändert haben willst, damit sich euer gemeinsamer Alltag für beide angenehmer gestaltet. Natürlich sollst Du ihm nicht bei jedem Faux-Pas die Ohren lang ziehen, neben ihm stehen und sagen: "Das hast Du jetzt falsch gemacht und ich hätte das gerne so und so" - und Dein Text geht eben ein kleines Bisschen in diese Richtung. Und vielleicht fühlt er sich durch dieses Ungleichgewicht provoziert und will deshalb auch gar nichts ändern.
Das klingt alles so schlüssig... aber ich weiß nicht, wie ich ihm irgendwas klarmachen soll, wenn doch eh nix bei ihm ankommt.
Ich glaube schon, dass zwischen uns ein Ungleichgewicht herrscht - ich meckere und er wird dabei immer kleiner - dieses Gefühl habe ich jedenfalls manchmal.
Das will ich jedoch gar nicht. Ich fühle mich definitiv nicht gut dabei, so "herrisch" zu sein.
Ich weiß aber nicht, wie ich das ändern soll. Wenn mich etwas ärgert, wie soll ich dann diesem Ärger Luft machen, ohne wie die ewige Oberlehrerin zu wirken?

So wie ich das verstanden habe, wirst Du aber nur aufbrausend und unsachlich, wenn er im Vorfeld schon "ungehorsam" ist? Das Ganze hat, obwohl es in Deiner Situation natürlich nicht lustig ist, halt schon was von der typischen Mutter-Sohn- oder Lehrerin-Schüler-Konstellation. Vielleicht fehlt ihm durch Deine andauernde (?) Kritik dieses auf einer Augenhöhe sein? Zumal, wenn er bei Dir lebt, kann er auch nur schwer irgendwelche Forderungen stellen und muss sich Dir unterordnen, weil's ja Deine Wohnung ist.
Ich kann mir leider gut vorstellen, dass er sich nicht mit mir auf einer Augenhöhe fühlt. Aber er spricht auch Probleme niemals an, sondern wartet, bis ich das tue. Und dann passiert es eben ganz schnell, dass ich wieder "über ihm " stehe, obwohl ich doch gern hätte, dass er auch mal aus sich rauskommt und seine Meinung sagt.
Aber so ist er eben nicht.
Ich versuche am Anfang immer, erst mal sachlich und ruhig zu bleiben.
Aber verfluchte Kacke nochmal, warum provoziert er dann immer und immer wieder die gleichen Diskussionen herbei, indem er immer und immer wieder die gleichen Dinge tut, die ich kritisiere? (Siehe z.B. die Sache mit dem Schlafanzug)

Manchmal glaube ich, dass wir in Streitfragen nicht wirklich gut zusammenpassen.


Das sind jetzt eben auch alles Probleme, die sich aus dem Zusammenleben ergeben. Er hat eine eigene Wohnung? Wie wäre es, wenn ihr zunächst mehr räumliche Distanz haltet? Könntet ihr euch trotzdem noch oft genug sehen und "Quality-Time" miteinander verbringen anstatt "Unüberbrückbare-Differenzen-im-Haushalt-Time"? :zwinker: Es muss ja nicht auf Dauer sein, aber ich habe den Eindruck, ihr schaukelt euch gegenseitig hoch, und die Dinge, die Du aufgezählt hast, kommen natürlich auch immer und immer wieder neu vor.
Er wohnt bei seinen Eltern.
Der Auszug hat sich für ihn finanziell bisher nie gelohnt gehabt, weil er ja noch studiert und eben seit 5 Jahren sowieso quasi bei mir wohnt.
Es ist auch zu sagen, dass ich nur eine schlecht geschnittene 43qm-Wohnung habe, da hockt man schnell aufeinander.
Ich finde deinen Vorschlag eigentlich gar nicht schlecht, ich weiß nur nicht genau, wie ich ihn umsetzen soll. Denn die Zeit miteinander nutzen wir nur noch selten sinnvoll. Meist merke ich, dass sich der Alltag doch schon ziemlich heftig bei uns eingeschlichen hat.

Jetzt hast Du ihn "rausgeworfen" - wie geht's weiter? Ist klar, dass er bald wieder einziehen darf oder will er selbst vielleicht erst mal seine Ruhe? Was wäre Dir am Liebsten?
Am liebsten wäre es mir eigentlich, wenn er heute nacht zu mir käme, wir zusammen das Geldgeschenk für seinen Großonkel fertig machen würden (obwohl ich weiß, wie unbegabt und unkreativ er bei so was ist, hab ich ihm die "Rohteile" dafür in die Hand gedrückt, als ich ihn weggeschickt habe... ich hab ihm nicht mal die Sachen gegeben, die ich schon fertig gemacht hatte :frown:) und den ganzen Scheiß vergessen könnten.

Aber vielleicht ist es besser, wenn er nicht kommt. Und wir uns lieber darum kümmern, in unserer Beziehung wieder mehr "Quality-Time" miteinander zu verbringen.
 

Benutzer15352 

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Hey Nuvola,

das klingt (nicht übelnehmen, ich kenn das ja teilweise von mir selbst :ashamed:) eher nach einem Mutter-Kind-Verhältnis als nach einer gleichwertigen Partnerschaft. Größtes Problem ist wohl einerseits, dass ihr unterschiedliche Reinlichkeitsbedürfnisse (keine Straßenschuhe im Haus, keine Spritzer in der Mikrowelle, etc.) habt, andererseits auch daran, dass dein Freund dich nicht ernst genug nimmt.

Ich hab es bisher oft so beobachtet, dass all das, was du aufgezählt hast, von manchen Männern als Machtspielchen wahrgenommen wird ("Du tust das, was ich sage!"). Und um sich nicht unterbuttern zu lassen, hält man(n) sich dann eben "ganz aus Versehen" nicht an die "Regeln".

Das Problem an der Sache: Dein Freund möchte sich nicht gegängelt und bevormundet fühlen, Du möchtest gerne respektiert werden und deine (!) Wohnung in einem dir angenehmen Zustand wissen - ohne Schmutz auf dem Boden und ohne Stinke-Mann. Beides also nachvollziehbare Wünsche, die sich eben nur schwer vereinbaren lassen. Einer muss immer zurückstecken. Oder beide müssen sich am Riemen reißen und dem anderen ein Stückchen entgegenkommen.

Ich handhabe es mittlerweile einfach rigoros so, dass Typen, die nicht meinen "Standards" entsprechen (und dazu gehört beispielsweise, dass man nur firschgeduscht ins Bett kommt :tongue:, dass man sich die Hände wäscht, wenn man von draußen reinkommt, dass man seinen Müll nicht tagelang rumliegen lässt oder dass man in der Wohnung die Schuhe auszieht), einfach von vornherein ausgesiebt werden. Klingt zwar gemein, aber auf Dauer führt sowas einfach immer zu permanentem Krach und das ist einfach keine gute Beziehungsgrundlage :hmm:...


Ich erkenne mich bzw. uns da teilweise wieder.
Ich sag meinem Freund auch seit etwa 1 Jahr, dass er die Toilettentür zumachen soll, wenn er drin ist, aber er schafft es nach wie vor nicht. Und er siehts auch nicht ein. Er erfindet immer nur neue Ausreden. Mal ist es sonst zu dunkel, mal will er sich mit mir unterhalten etc.
Boah, sowas würde mich ja wirklich extrem abstoßen :eek:! Und es zeugt für mich persönlich einfach von Respektlosigkeit, wenn man dieser (eigentlich recht nachvollziehbaren) Bitte nicht nachkommt. Gleiches gilt für hemmungsloses Rumgepupse oder -gerülpse vor dem Partner (es sei denn, diesem macht das nichts aus) :ratlos:. Und das lässt sich auch nicht mit "er ist halt ein Mann" entschuldigen - wenn alle Männer so drauf wären, wär ich wahrscheinlich lesbisch :tongue:...

Er ist oft zu faul zum Duschen, obwohl er es dringend nötig hätte und mich störts auch, wenn er dann einfach verschwitzt neben mir im Bett liegt. Oder auch am Tisch riecht man es mitunter. Er kann nichts dafür
Aber er kann sehr wohl was dafür, dass er sich nicht duscht :ratlos:. Ich würd so einen Kerl gar nicht erst in mein Bett lassen :tongue:. Nee, da würd es mich regelrecht ekeln - und an Sex wäre auch nicht zu denken :schuettel:. Mir wäre es abgrundtief peinlich und ich würde im Boden versinken, wenn ich meinem Partner so müffelnderweise gegenübertreten würde. Ich will schließlich, dass er mich attraktiv und begehrenswert findet - nicht abstoßend :confused:...


Off-Topic:

Sorry für die harten Worte :ashamed:...
 
S

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Gast
Ein wenig kann ich dich auch verstehen. Ich glaube, diese Diskussion bzgl. sich melden oder nicht hatte so gut wie jeder schon mal mit seinem Partner.

Ich selbst verlange auch, dass man mir bescheid sagt, wenn es später wird.
Vor nicht all zu langer Zeit war mein Freund auch mal auf ner Betriebsfeier und meinte, es wird nicht all zu spät werden (was bei uns eigentlich 23 Uhr ist)... als er dann um 2 Uhr immernoch nicht zu Hause war, hab ich mir mal erlaubt, anzurufen und dann ging er total gut gelaunt ran und meinte, dass er noch lange nicht zu Hause sein wird. An sich kein Problem, aber dann kann man wenigstens mal kurz bescheid sagen. Ich selbst liege dann nämlich auch im Bett und mache mir Sorgen.
Am nächsten Tag folgte ne lange Diskussion, aber er hat es eingesehen und seitdem bin ich da auch entspannter geworden und schlafe i. d. R. schon, wenn er dann nach Hause kommt.

Grundsätzlich kann ich dich verstehen... aber du musst auch entspannter werden. Es gibt einfach bestimmte Macken, die können wir unseren Männern nicht mehr abgewöhnen.

Das mit der Mikrowellenabdeckung war bei uns übrigens auch ein Problem... ich hab dann ne Zeit lang lieber selbst alles in die Mikrowelle gesteckt. Und wenn er mal was in die Mikrowelle gemacht hat und die Abdeckung vergaß, bin ich nicht gleich an die Decke gegangen, sondern hab ihn ruhig drauf hingewiesen und ihm aufgezeigt, dass es eklig ist, wenn die Abdeckung nciht drauf ist und alles hin und her spritzt etc.
Und auch wenn du es deinen Freund schon mehrmals gesagt hast und er es immer wieder vergisst, du musst ruhig bleiben.

Inzwischen weiß ich, je mehr man sich aufregt, je mehr blockieren sie und dann kann man auch ein Gespräch vergessen. Wenn sie aber merken, dass man selbst entspannt ist, dann sind auch sie entspannter und dann gehen sie auch auf unsere Wünsche ein. (Jedenfalls war das bei uns so.)
 

Benutzer15848 

Meistens hier zu finden
Ich hab früher von meinem Freund auch irgendwie verlangt, dass er sich meldet, wenn es später wird. Und hab auch gleich argumentiert wie du. Aber im Nachhinein war das bescheuert. Ich war manchmal sogar irgendwie hysterisch. Eigentlich frage ich mich, wieso er das überhaupt oft mitgemacht hat und mir zugehört hat und sich sogar noch "bessern" wollte. Oder zumindest gesagt hat, es täte ihm leid. Dann die Beziehung wieder normal fortgeführt hat. Alles wieder gleich gemacht hat und mich wieder ertragen musste :grin: Damals hatte ich vielleicht den Eindruck, er würde mir nicht zuhören oder meine Wünsche nicht respektieren. Heute, zum Teil Jahre später und mit ein bisschen mehr wertvoller Erfahrung (andere Partner, die völlig anders ticken oder mal selbst in der Position sein), also heute finde ich, dass er ziemlich recht hatte und sogar extrem geduldig und lieb mit mir war, da er mir nie übelgenommen hat (jedenfalls nicht dauerhaft), wenn ich wegen dummer Kleinigkeiten herumdiskutieren wollte.
 

Benutzer15352 

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Zum Melden: Ich denke, da hast du vielleicht wirklich etwas überreagiert.
Man weiß ja nie, wie lange man wegbleibt - vielleicht ist die Stimmung gerade toll und man bleibt länger, etc. Klar kann man dann auch ne SMS schreiben, aber entweder denkt man in dem Moment einfach nicht dran oder man sieht es einfach nicht als sonderlich wichtig an. Was hätte dir denn die Info "Hey Hase, ist noch so toll hier, ich bleib noch ein paar Stündchen" gebracht? Du hättest wohlmöglich trotzdem wachgelegen und auf ihn gewartet, oder :zwinker:? Und "Sorgen machen" muss man sich ja eigentlich auch nicht um einen erwachsenen Mann.

Mich würde es beispielsweise auch total stören und es würde mir fast schon die Stimmung verderben, wenn ich immer im Hinterkopf hätte, dass mein Freund auf mich wartet resp. erwartet, dass ich mich bei ihm melde, wenn es mal später werden sollte (wobei ich das meist trotzdem aus Pflichtgfühl resp. Höflichkeit machen würde).
 
V

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Gast
das klingt (nicht übelnehmen, ich kenn das ja teilweise von mir selbst :ashamed:) eher nach einem Mutter-Kind-Verhältnis als nach einer gleichwertigen Partnerschaft.
Ich nehme dir das nicht übel, ich merke ja selbst, dass du damit schon Recht hast.
Finde ich selbst nicht schön, aber es ist gar nicht einfach, sich zu ändern, wenn man merkt, dass man anders nichts erreicht (so allerdings auch nicht... :grin:).

Ich hab es bisher oft so beobachtet, dass all das, was du aufgezählt hast, von manchen Männern als Machtspielchen wahrgenommen wird ("Du tust das, was ich sage!"). Und um sich nicht unterbuttern zu lassen, hält man(n) sich dann eben "ganz aus Versehen" nicht an die "Regeln".
Ja, aber wenn er immer bewusst all das (nicht) tut, was mich auf die Palme bringt, bricht der Nuvola-Vulkan meist erst recht aus.
Allerdings merke ich manchmal selbst, dass er meine Geduld irgendwie bewusst auf die Probe zu stellen scheint. Vielleicht, um sich die "Macht" zu verschaffen, die er sonst nicht hat, weil ich ihn oft bevormunde?


Grundsätzlich kann ich dich verstehen... aber du musst auch entspannter werden. Es gibt einfach bestimmte Macken, die können wir unseren Männern nicht mehr abgewöhnen.
Ja, da hast du wohl Recht.
Es fällt mir bloß wirklich schwer, gelassener zu werden.
Ich glaube, ich reagiere auch schnell über, wenn er mal nicht nach meiner Pfeife tanzt.

Inzwischen weiß ich, je mehr man sich aufregt, je mehr blockieren sie und dann kann man auch ein Gespräch vergessen. Wenn sie aber merken, dass man selbst entspannt ist, dann sind auch sie entspannter und dann gehen sie auch auf unsere Wünsche ein. (Jedenfalls war das bei uns so.)
Was ja auch durchaus schlüssig ist... wer redet nicht lieber mit einem ruhigen Menschen als mit einer Furie....


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Was hätte dir denn die Info "Hey Hase, ist noch so toll hier, ich bleib noch ein paar Stündchen" gebracht? Du hättest wohlmöglich trotzdem wachgelegen und auf ihn gewartet, oder :zwinker:?
:ashamed: Muss ich darauf antworten...? :grin:

Mich würde es beispielsweise auch total stören und es würde mir fast schon die Stimmung verderben, wenn ich immer im Hinterkopf hätte, dass mein Freund auf mich wartet resp. erwartet, dass ich mich bei ihm melde, wenn es mal später werden sollte
Meinst du, ich habe ihm dieses Gefühl vermittelt?
Hmm. Wenn das so ist, dann kann ich das schon verstehen.
Vielleicht war er auch mal froh, nicht bei der "Furie" zu sitzen und hat es auch einfach mal genossen, mit Anderen wegzugehen.


Dazu kommt wahrscheinlich noch, dass er Sinn und Zweck des Ganzen nicht versteht, weil ihm das ja alles nichts ausmacht und er sich in der Hinsicht noch nie über Dich aufregen musste und es folglich gar nicht KENNT, wie das ist, wenn man sich über solche Kleinigkeiten zig Mal aufregen muss.
Das mag sein, ja.
Ich weiß ja auch nicht, warum ich mich über solche Kleinigkeiten aufrege.
Vielleicht sollte ich ihn z.B. auch einfach das nächste Mal das Zeug in der Mikro so warm machen lassen, wie er will - und ihm dann einen Lappen in die Hand drücken, wenn doch alles überkocht.

Andererseits wundert es mich, warum das alles erst jetzt so brennt. Hast Du sein Verhalten vorher einfach hingenommen? War er jemals anders und lässt erst neuerdings alles schleifen?
Keine Ahnung.
Ich habe schon das Gefühl, dass manche Dinge in den letzten Monaten erst so akut geworden sind.
Er war schon immer jemand, der Sachen, die ihm nicht wichtig sind, gern mal vergisst, aber ich hatte nie das Gefühl, dass er es mit Absicht tut.
Seit einigen Monaten habe ich dagegen schon das Gefühl, dass er sich mit aller Kraft bemüht, mich zu provozieren.
Und teilweise tut es mir auch weh, wenn ich merke, dass er auf Dinge, die mir wichtig sind (und damit meine ich keine solchen Kleinigkeiten, sondern andere Dinge, an denen mir wirklich was liegt), so gar keinen Wert legt.
Das betrifft vor allem Unternehmungen - ich würde oft gern mit ihm einfach irgendwo hinfahren, mache ihm auch oft Vorschläge - aber er zeigt da immer recht wenig Interesse dran.
Und wenn ich ihn darauf anspreche, ob er da nicht gerne hinwill, dann sagt er immer nur: "Doch, wir können gern mal da hinfahren." Er sagt also das Eine und lässt mich aber das komplette Gegenteil spüren, indem er immer total desinteressiert wird, wenn ich dann mal konkreter zu planen anfange.


Vielleicht liegt es wirklich zum Teil auch an seinem Stress im Studium. Hast Du ihn mal gefragt, ob er glaubt, dass seine Reizbarkeit damit zusammenhängt oder warum er überhaupt so ist? Ob er die Kritik nicht einsieht, ob ihn Deine Art stört, oder was genau ihn letztendlich davon abhält, sich mal ein paar Gedanken zu dem Thema zu machen?
Ja, hab ich :frown:.
Er meint, er sei nicht gereizt oder irgendwie anders als sonst :ratlos:. Ich kann mir das doch aber nicht einbilden?
Ihn stört meine Art, wie ich etwas kritisiere, er meint, ich würde zu sehr auf allem rumhacken und könne etwas nie gut sein lassen. Teilweise sieht er meine Kritik ein und sagt dann auch, dass er es beim nächsten Mal anders machen würde - und dann macht er es doch so wie immer.
Aber Gedanken macht er sich von sich aus wirklich nicht darüber, das hat er auch schon so gesagt. Er sieht irgendwie nicht, worüber er sich Gedanken machen soll. Und wenn ich dann frage, ob er sich keine Gedanken über meine Kritik macht, dann sagt er nur: "Doch" und und kritisiert mich dafür im nächsten Atemzug. Ich habe nicht wirklich den Eindruck, als würde er sich so wirklich über irgendwas Gedanken machen.

Nebenbei gesagt finde ich es auch traurig, dass er, wenn Du ihm sagst, Du hast das Gefühl, von ihm nicht ernst genommen zu werden, dazu überhaupt nichts zu sagen hat. Das ist schon merkwürdig, dass nach über fünf Jahren Beziehung dieses Problem auftaucht.
Ja, das finde ich auch traurig :frown:.
Und ich versteh's nicht.
Oft sagt er, er wüsste nicht, was er dazu sagen soll, er würde mich ja ernst nehmen. Er sieht nicht, was eine fehlende Abdeckung in der Mikowelle (um bei diesem Beispiel zu bleiben) damit zu tun hat, dass ich mich nicht ernst genommen fühle. Und wenn ich es ihm dann erkläre, dann sagt er: "Aber ich nehme dich doch ernst!" - und fühle mich verarscht und wir drehen uns wieder nur im Kreis.

Ich könnte mir schon vorstellen, dass das auch noch zur allgemeinen Reizbarkeit beiträgt. Frag ihn doch mal, wie er das sieht. Ob er auch findet, dass ihr nicht mehr viele schöne Stunden zusammen habt, sondern größtenteils nur noch so nebeneinander lebt, aber eben nicht mehr viel miteinander. Oder generell: Was er sich wünschen würde, was sich ändern müsste? Er ist mit der Situation sicherlich auch nicht glücklich. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass er sagt: "Hör einfach auf zu meckern". Ich glaub schon, dass da mehr dahinter steckt und er
nicht nur einfach keinen Bock hat.
Nein, er findet es natürlich auch nicht schön. Aber er sagt dann immer (wörtlich): "Ich verstehe nicht, warum wir uns streiten müssen, ich will doch auch, dass es wieder schön ist." :ratlos:
Aber irgendwie hab ich nicht das Gefühl, dass er auch versteht, dass wir beide dann auch daran arbeiten müssen, damit es wieder schön wird.
Ich sehe einfach keinerlei Bemühung seinerseits.

Mein Vorschlag wäre wirklich, dass ihr zunächst mal darauf verzichtet, euch die Wohnung wieder zu teilen. Und dafür eben Zeit auch außerhalb des Wohnungsalltags (Haushalt, kochen, putzen) verbringt. So ließe sich vielleicht auch dieselbe Augenhöhe wiederherstellen, wenn er dann nicht immer derjenige ist, der nur folgen muss und sich an Deine Regeln zu halten hat, sondern der sich dafür auch mal behaupten kann.
Ich glaube, das wird mir schwer fallen, aber das klingt mal nach einem Anfang.
Irgendwie ist in unserer Beziehung zu viel Alltag, zu viel Stress, zu wenig Reizvolles und Spannendes.
Wer will schon mit einem "meckernden Waschweib" zusammen sein...



Danke ihr Lieben, ihr habt mir schon weitergeholfen.
Manchmal ist es so, dass man bestimmte Dinge selbst schon weiß, aber dennoch einen Impuls von außen braucht, um wieder "klar sehen" zu können.
Ich weiß nicht, ob mein Freund und ich uns heute Abend sehen werden.
Ich trau mich gerade nicht mal, mich bei ihm zu melden, nachdem ich ihn weggeschickt habe :frown:.
Ich fühl mich gerade wie ein kleines, bockiges Kind, das total überreagiert hat und nun traurig über die Konsequenzen ist. Aber da muss ich jetzt wohl durch.
 
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